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“Free Burma” am 4. Oktober

Ist die Blogosphäre ein (sub)politischer Einflussfaktor? Bislang gab es einige Beispiele für Mobilisierungen im Netz, die sich meistens auf die nationale Ebene beschränkten und in der Regel technologiepolitisch ausgerichtet waren (Zensur). Jetzt geht es um Burma/Myanmar . Robert Basic und seine Leser wollen für den 4. Oktober eine Aktion starten mit der gezeigt werden soll, dass die Blogger nicht nur über WordPress-Updates, Technorati-Authority und Long Tails reden, sondern auch mit dabei sind, wenn es mit friedlichen Mitteln gegen ein grausames Regime geht. Da einige sehr gut vernetzte Blogger mit dabei sind, hoffe ich doch sehr, dass eine große Welle daraus wird, die auch noch in Rangun zu spüren ist.

Blogger aus aller Welt bereiten einen Aktionstag zur Unterstützung der friedlichen Revolution in Birma vor. Wir wollen ein Zeichen für den Frieden setzen und den Menschen, die ihr grausames Regime ohne Waffen bekämpfen, unsere Sympatie bekunden. Diese Blogger haben vor, am 4. Oktober 2007 ihre normalen Blog-Aktivitäten einzustellen, um nur einen einzigen Artikel zu veröffentlichen: Ein rotes Banner mit dem Text “Free Burma!”.

Informationen zur Aktion gibt’s bei Robert und in dem Free-Burma-Wiki, das Bildchen links oben gibt es hier und aktuelle Berichte aus/über die Lage in Burma beim Spiegelfechter. Auf flickr werden aktuelle Fotos eingestellt und mittlerweile gibt es auch schon eine Facebookgruppe mit über 130.000 Mitgliedern (siehe auch hier).



Verwandte Artikel:
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  • Fragebogen zur Free Burma-Blogaktion
  • Mobilisierungsmuster in der Blogosphäre II
  • Karte der viralmythen-Nachbarn

    Interessante Ergebnisse bekommt man auch, wenn man nur diejenigen Knoten in die Analyse einbezieht, die von einem vorgegebenen Knoten maximal zwei Schritte entfernt sind (friends-of-friends). Für dieses Blog erhält man dann die folgende Abbildung:

    Mein Netz ist also, wer hätte das gedacht, dominiert von Wissenschaftsblogs (Bamblog, Strenge Jacke, sozlog, Wissenswerkstatt, Nielsmüller) und auf der anderen Seite Web2.0-Blogs wie Basic Thinking, bwl zwei null, PR Blogger.

    Karten dieser Art lassen sich mit geringem Aufwand auch für andere Blognachbarschaften erstellen: ein ideales Weihnachtsgeschenk für Longtail-Blogger(innen), die auch einmal im Mittelpunkt der Blogosphäre stehen wollen.



    Verwandte Artikel:
  • Hinweis: Stau in der metaroll
  • Datenbank abgeschossen
  • viralmythen + metaroll
  • Karte der deutschsprachigen Blogosphäre II

    Wenn man bei dem durch die Blogrollverlinkung entstandenen Netzwerk die Komplexität ein bisschen reduziert und nur die wichtigsten Verbindungen stehen lässt (diejenigen, die am meisten Dreiecke darstellen können), sieht die Blogkarte schon sehr viel übersichtlicher aus (Klick zum Vergrößern):

    Jetzt kann man erkennen, welche Weblogs am häufigsten gemeinsam in den Blogrolls genannt werden (die fetten dunklen Linien) und die Weblogs, die weniger stark in diesen Kern der Blogosphäre integriert sind. So ist zum Beispiel “wirres.net” sehr eng mit “Irgendwas ist immer”, “Spreeblick“, “nerdcore” und “MC Winkel” verbunden, während etwa die Verbindung von “MC Winkel” und “Spreeblick” etwas weniger stark ist.

    Die gelbe Färbung von “Irgendwas ist immer” weist auf ein antville-Blog hin und man sieht schnell, das über dieses Weblog die Verbindung zu den anderen antville-Blogs (“Daily Ivy“, “beyond the void“, “everything’s gone green” und “dichtheit und wahrung“) hergestellt wird. Etwas abseits liegen trotz ihrer starken Verbindung das “Bildblog” und “Basic Thinking“. Über “bloggold” und “argh!” geht es dann in den Osten in Richtung einiger weiterer antville-Blogs (“sofa“, “[bov]“, “(i think) he was a journalist“). Dieser Orient der Blogosphäre ist wiederum sehr gut vernetzt.

    Deutlich wird die Struktur auch in der nebenstehenden Abbildung, die entsteht, wenn man nach sogenannten “Inseln” sucht, also besonders stark integrierten Bereichen der Blogospäre. Auf dieser Karte sieht man drei solcher Inseln: einmal das Zentrum der Blogosphäre mit den üblichen Blogs von “wirres.net” über “nerdcore”, “Irgendwas ist ja immer” bis zu “MC Winkel” und “Anke Gröner“. Dann gibt es eine kleine Insel der Apple-affinen Blogs, mit “Nasendackel” und “admartinator.de” in der Mitte sowie eine große Insel aus malorama, ronsens und Gesprächsfetzen.

    Das alles ist natürlich noch mit Vorsicht zu genießen, aber ermöglicht schon einmal einen ersten Einblick in die Vernetzung der deutschsprachigen Blogosphäre.



    Verwandte Artikel:
  • Hinweis: Stau in der metaroll
  • Karte der deutschsprachigen Blogosphäre
  • Karte der französischen Blogosphäre
  • Karte der deutschsprachigen Blogosphäre

    Jetzt kann die metaroll die Blogrollverlinkungen auch automatisiert im Pajek-Format exportieren (Klicken zum Vergrößern):

    Abgebildet sind die Blogrollverlinkungen zu den 100 am häufigsten verlinkten Blogs. Was man hier schon recht deutlich sieht ist der Antville-Kosmos links oben. In der Mitte natürlich vor allem die großen Linkfänger Spreeblick, wirres.net, nerdcore, Niggemeier. Basic Thinking, das fünfte im Bunde ist jedoch etwas abseits rechts unten (in Nähe der Web2.0-, Werbe- und Technikblogger). Das sind natürlich bloß allererste Eindrücke, die keine wissenschaftliche Aussagekraft für sich beanspruchen.



    Verwandte Artikel:
  • Hinweis: Stau in der metaroll
  • Karte der deutschsprachigen Blogosphäre II
  • Karte der französischen Blogosphäre
  • Karte der französischen Blogosphäre

    Christophe Druaux hat (als Nachfolger für diese Karte) eine sehr hübsche kartographische Darstellung der 200 wichtigsten französischen Weblogs erstellt.

    Die Größe der einzelnen Blogsprengel ergeben sich aus der Zahl der Kommentare korrigiert durch die Aktualisierungsfrequenz. Sehr interessant finde ich die Unterteilung der Weblogs in fünf Kategorien:

    1. Medienblogs (u.a. Radio, Gesellschaft, Sport)
    2. Allgemeinblogs (u.a. Politik, Technik, Konsum)
    3. Mädchenblogs (u.a. Mode, Shopping, Zeitschriften, Kochen)
    4. Kunstblogs (u.a. Fotos, Gedichte, Bücher, Comics)
    5. Jugendblogs (u.a. Computerspiele, Stars)

    Diesen Kategorien (oder Kontinenten) entsprechen wiederum fünf Bloglesertypen:

    1. Breite Öffentlichkeit (TV, Radio, Printpresse, Portale)
    2. Eingeweihte Leserschaft (Blogger, Technoratisten, Geeks, Pros)
    3. Weibliche Leserschaft (Foren)
    4. Kulturelle Leserschaft (Neugierde, Leidenschaft, Nischenzeitschriften)
    5. Jugendliche Leserschaft (MySpace, Foren, Chats)

    Das ist zwar nicht streng wissenschaftlich gedacht, aber ich halte das Modell deshalb für gelungen, weil es verdeutlicht, dass die unterschiedlichen Lesergruppen an ganz verschiedenen Punkten die Blogosphäre betreten. Von ihrem “Heimatkontinent” ist dann jeweils eine weite “Reise” notwendig, um einen anderen Kontinent zu betreten.

    Zwei weitere Dinge sind mir aufgefallen: Blickt man auf die statistischen Angaben, so gewinnt man den Eindruck, dass die französischsprachige Blogosphäre weiblich ist. Und eine Kategorie fehlt in dieser explorativen Blogographie vollständig: die Wissenschaftsblogs. (via)



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  • Hinweis: Stau in der metaroll
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