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		<title>Der passive Wahlomat &#8211; Textmining mit politischen Programmen und Konversationen (Teil 1)</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2012/03/23/der-passive-wahlomat-textmining-mit-politischen-programmen-und-konversationen-teil-1/</link>
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		<pubDate>Fri, 23 Mar 2012 17:38:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich auf der Big-Data-Konferenz &#8220;Strata&#8221; in Santa Clara einigen Vorträgen zum Thema Textmining in Datenströmen zugehört habe, ist mir die Idee gekommen, das doch einmal mit politischen Kommunikationen auszuprobieren. Vielleicht ist es möglich, anhand der Wörter, die jemand besonders häufig in seinen Twitternachrichten oder Blogposts verwendet, festzustellen, welcher Partei er oder sie am nächsten [...]]]></description>
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<p>Als ich auf der Big-Data-Konferenz &#8220;Strata&#8221; in Santa Clara einigen Vorträgen zum Thema Textmining in Datenströmen zugehört habe, ist mir die Idee gekommen, das doch einmal mit politischen Kommunikationen auszuprobieren. Vielleicht ist es möglich, anhand der Wörter, die jemand besonders häufig in seinen Twitternachrichten oder Blogposts verwendet, festzustellen, welcher Partei er oder sie am nächsten steht. Wahrscheinlich kennt jeder die Wahlomaten und politischen Tests, die regelmäßig zu jeder Landtags- oder Bundestagswahl heißlaufen und Wahlempfehlungen ausspucken. Ich frage mich, ob man nicht auch schon aufgrund der öffentlichen Äußerungen auf Twitter solche Empfehlungen aussprechen könnte.</p>
<p>Dazu ist zunächst ein Referenzkorpus notwendig, der die unterschiedlichen Parteiideen repräsentiert. Das könnte man natürlich manuell erstellen und z.B. festlegen, dass das Wort &#8220;Eigenverantwortung&#8221; für eine gewisse FDP-Nähe spricht, &#8220;Solidarität&#8221; einem SPD-Profil entspricht und &#8220;Open Access&#8221; eher einen piratischen Wert darstellt. Das dauert zum einen sehr lange und ist zum anderen eine subjektive Einschätzung. Ein sehr viel schnellerer, weil fast vollständig automatisierbarer, Weg ist die Auswertung der entsprechenden Parteiprogramme. Wenn hier die Werte nicht vorkommen, wo sonst. Also habe ich einmal die 2010er Wahlprogramme für NRW verwendet, um daraus die Worthäufigkeitsvektoren zu errechnen. Ein einfaches Python-Script liest die Parteiprogramme ein (die ich vorher um Seitenzahlen, Inhaltsverzeichnisse und Seitentitel bereinigt habe) und errechnet, wie oft jedes einzelne Wort darin vorkommt.</p>
<p>Dabei kann man schon einen deutlichen Unterschied zwischen den Programmen feststellen: Sie sind unterschiedlich lang &#8230;</p>
<pre>
Grüne 60.347
FDP 39.376
Linke 37.635
SPD 23.904
Piraten 21.800
CDU 8.775
</pre>
<p>&#8230; und sie unterscheiden sich auch in ihrer lexikalischen Vielfalt, d.h. dem Verhältnis von unterschiedlichen Wörtern und der Gesamtzahl der Wörter:</p>
<pre>
CDU 27,79%
Piraten 26,00%
SPD 23,11%
Linke 21,07%
FDP 20,36%
Grüne 17,38%
</pre>
<p>Die Rangordnung ist hier genau umgekehrt &#8211; logisch: Wer einen so langen Text schreibt wie die Grünen ihr Wahlprogramm, dem gehen irgendwann einmal die neuen Wörter aus und man muss auf einen der schon verwendeten 10.486 Begriffe zurückgreifen.</p>
<p>Jetzt aber zu den Vektoren. Diese sehen in etwa so aus:<br />
<code>piraten_2010.txt,36,2,2,0,0,0,1,0,0,<br />
0,0,0,0,0,0,0,0,0,0,0,0,0,0,0,1,0,0,<br />
0,0,0,0,1,0,1,0,0,1,0,0,1,0,0,0 ...</code><br />
Jede Zahl steht für die Häufigkeit eines bestimmten Wortes. Mit dem Cosinus-Ähnlichkeitsmaß kann man nun berechnen, wie nah zwei Vektoren beieinander liegen (oder genauer: Wie groß der Winkel zwischen ihnen ist).</p>
<p>Hier das Ergebnis der Berechnungen:</p>
<pre>
&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;CDU&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;FDP&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;GRU
CDU 0.0000000 0.8736595 0.8847022
FDP 0.8736595 0.0000000 0.9146393
GRU 0.8847022 0.9146393 0.0000000
LIN 0.6898869 0.8065468 0.8468190
PIR 0.6653087 0.8090312 0.8215914
SPD 0.9170037 0.9047183 0.9548909

&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;LIN&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;PIR&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;&nbsp;SPD
CDU 0.6898869 0.6653087 0.9170037
FDP 0.8065468 0.8090312 0.9047183
GRU 0.8468190 0.8215914 0.9548909
LIN 0.0000000 0.8882453 0.8122456
PIR 0.8882453 0.0000000 0.7855856
SPD 0.8122456 0.7855856 0.0000000
</pre>
<p>Der R-Code dazu lautet:<br />
<code><br />
library(lsa)<br />
e <- as.dist(cosine(t(vectors)),diag=TRUE,upper=TRUE)<br />
</code></p>
<p>Zwei interessante Zahlen aus der Tabelle: Die beiden Programme, die sich gemessen an den Worthäufigkeiten am ähnlichsten sind, sind die Programme von SPD und Grünen. Die beiden unähnlichsten Programme sind die der CDU und der Piraten. Aber auch CDU und Linke liegen nicht wirklich auf einer Linie. Aber das war auch so zu erwarten.</p>
<p>Im nächsten Schritt habe ich die Ähnlichkeitsmatrix in eine Distanzmatrix verwandelt und die Ergebnisse visualisiert:</p>
<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2012/03/dist_programme_nrw2010.png"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2012/03/dist_programme_nrw2010.png" alt="" title="dist_programme_nrw2010" width="480" height="480" class="aligncenter size-full wp-image-1544" /></a></p>
<p>Die Parteien haben aber natürlich nicht nur ein Wahlprogramm für die NRW-Wahl 2010, sondern auch Programme für die Wahlen in Berlin 2011 und im Saarland 2012. Diese habe ich, sofern verfügbar, auch noch in die Distanzmatrix genommen. Das Ergebnis sieht wie folgt aus:</p>
<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2012/03/dist1.png"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2012/03/dist1.png" alt="" title="dist" width="480" height="480" class="aligncenter size-full wp-image-1550" /></a></p>
<p>Man sieht sofort, dass die Wahlkampfprogramme von unterschiedlichen Parteien zu einer einzelnen Landtagswahlen einander zum Teil ähnlicher sind als die Programme einer Partei in unterschiedlichen Landtagswahlen. Die y-Achse beschreibt hier eindeutig das Bundesland. Oben sind die Berliner Programme, in der Mitte die NRW-Programme und unten die Saarland-Programme. </p>
<p>Schwieriger ist es, die x-Achse inhaltlich zu beschreiben. In NRW könnte diese Achse durchaus als "Piratizität" beschrieben werden - mit den Piraten am einen extremen Pol und der CDU am anderen. Interessanterweise scheint dies in Berlin nicht zu gelten. Hier liegt die CDU "piratiger" als die Grünen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Digitale Stadtentwicklung oder Warum Code for America die Zukunft des digitalen Ehrenamts ist</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2012/03/13/digitale-stadtentwicklung-oder-warum-code-for-america-die-zukunft-des-digitalen-ehrenamts-ist/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Mar 2012 21:00:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2012]]></category>
		<category><![CDATA[codeforamerica]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[kommunalpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[liquiddemocracy]]></category>
		<category><![CDATA[stadtplanung]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf Twitter erlebe ich immer wieder merkwürdige Koinzidenzien. Heute Abend zum Beispiel waren zwei meiner Twitter-Freunde in München auf einer Stadtentwicklungsveranstaltung. Unter dem Motto &#8220;MitDenken&#8221; sind hier die Bürger aufgefordert, sich Gedanken über die Zukunft der Stadt zu machen. Also ein klassischer Bürgerdialog &#8211; immerhin mit Onlinefragebogen. Parallel dazu wurden auf der US-Konferenz SXSW in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Auf Twitter erlebe ich immer wieder merkwürdige Koinzidenzien. Heute Abend zum Beispiel waren zwei meiner Twitter-Freunde in München auf einer Stadtentwicklungsveranstaltung. Unter dem Motto &#8220;<a href="http://muenchen-mitdenken.de/">MitDenken</a>&#8221; sind hier die Bürger aufgefordert, sich Gedanken über die Zukunft der Stadt zu machen. Also ein klassischer Bürgerdialog &#8211; immerhin mit Onlinefragebogen.</p>
<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2012/03/codeforamerica.png"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2012/03/codeforamerica.png" alt="" title="codeforamerica" width="168" height="68" class="alignleft size-full wp-image-1523" /></a>Parallel dazu wurden auf der US-Konferenz SXSW in Austin, Texas die ersten Ergebnisse des Projekts &#8220;<a href="http://codeforamerica.org/">Code for America</a>&#8221; vorgestellt. Nur ein paar Tweets von den Münchener MitDenkern entfernt, aber trotzdem liegen Welten zwischen den Projekten. Code for America ist eine Initiative mit dem Ziel, ganz praktische Aufgaben und Herausforderungen von Städten auf digitalem Weg zu lösen &#8211; mit Hilfe von Apps.</p>
<p>Das Vorhaben setzt dabei vor allem auf das freiwillige Engagement der digitalen Bürger. Diese werden nicht zum Schneeschippen aufgerufen, aber dazu, eine Crowdsourcing-App zu programmieren &#8220;<a href="http://codeforamerica.org/?cfa_project=adopt-a-hydrant">Adopt-a-Hydrant</a>&#8220;, die das Freischaufeln von Hydranten intelligent unter den Bürgern verteilt. Eine andere <a href="http://codeforamerica.org/?cfa_project=mural-app">App</a> verzeichnet alle Street-Art-Werke in Philadelphia, könnte aber sehr schnell an andere Zwecke angepasst werden, zum Beispiel wenn es darum geht, die Kunst im Öffentlichen Raum erfahrbar und erlebbar zu machen. <a href="http://codeforamerica.org/?cfa_project=data-couch">DataCouch</a> ist eine Anwendung, die es zum Beispiel Stadtverwaltungen wie auch Bürgern ermöglicht, Datensätze über das Netz zu teilen und in standardisierten Formaten abzurufen, um daraus zum Beispiel weitere Anwendungen zu bauen.</p>
<p>Hinter dem Vorhaben stecken drei sehr spannende Grundannahmen:</p>
<ul>
<li><strong>Wiederverwertung</strong>: Gerade unter kommunalen Sparzwängen (und dies ist eigentlich der Normalzustand) ist es unverantwortlich, dass jede Stadt, jede Gemeinde ihre eigenen Apps bastelt bzw. für viel Geld bei IT-Dienstleistern in Auftrag gibt. Allein, wenn man sich die Webseiten der Kommunen betrachtet, wird schnell deutlich, dass die Vielfalt im Erscheinungsbild der Städte im Web viel größer ist als das immergleiche physische Stadtbild aus &#8220;großzügigen Villen im Landhausstil&#8221;, 1950er-Jahre-Überbleibseln mit Deutschem Dach gepaart mit brutistischer Dienstgebäudearchitektur. Natürlich ist Vielfalt hübsch, aber nicht wenn sie auf Kosten von Funktionalität, Wartbarkeit und vor allem wichtiger kommunaler Aufgaben geht. Hier kann eine freie und wiederverwertbare Anwendungsinfrastruktur wie &#8220;Code for America&#8221; sehr sinnvoll sein.
<li><strong>Interfacegestaltung</strong>: Diesen Punkt hat die Gründerin Jennifer Pahlka vorhin auf ihrem Vortrag in sehr schönen Zitat angebracht: &#8220;I believe that interfaces to government can be simple, beautiful, and easy to use.&#8221; Warum nicht einmal den Programmiererblick auf die Kommunalpolitik richten. Die städtischen Webseiten, Formulare, Broschüren etc. sind nichts anderes als eine mehr oder weniger gelungene Benutzerschnittstelle für die Politik. Damit bedienen wir die städtischen Funktionen. Warum nicht diesem Aspekt eine Generalüberholung gönnen und dafür sorgen, dass Bürgerbeteiligung sich ähnlich anfühlt wie das Blättern bei Flipboard auf dem iPad? Oder so viel Spaß macht wie das Kommentieren und Posten von Bildern auf Instagram? Oder so produktiv sind wie das gemeinsame Arbeiten an Dokumenten über Dropbox?
<li><strong>Digitales Ehrenamt</strong>: Ich weiß, Ehrenamt klingt immer viel zu abgedroschen und altmodisch. Man denkt gleich an Rasenmähen im Kindergarten, Kuchenbacken für den Kirchenkaffee oder das Freischaufeln von Hydranten (moment mal?). Bitte nicht falsch verstehen, diese Dinge sind sehr wichtig. Aber warum gibt es so wenige Versuche, den kommenden Generationen der <em>digital natives</em> Möglichkeiten für ein digitales Ehrenamt zu geben? Warum lassen wir die Wikipedianer nicht eine neue Plattform für Ortschroniken schreiben? Warum nicht die jungen Ruby-on-Rails- und Python-Hacker in kommunalen <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Hackathon">Hackathons</a> eine wiederverwertbare Infrastruktur für kommunale Open-Data-Initiativen entwickeln? Warum nicht die Nachwuchsdesigner und UI-Startups ein elegantes und benutzerfreundliches Interface für die Kommunalpolitik entwickeln?
</ul>
<p>Workshops und Ortsbegehungen zur Planung und Verbesserung von Fahrradwegen sind nicht schlecht, sind aber Bürgerbeteiligung im Stil der 1960er/70er Jahre. Wir leben längst in einer digitalen Gesellschaft, also sollten wir auch auf die Fähigkeiten und Kompetenzen ihrer Bewohner zurückgreifen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie man Shitstorms erkennt und bewertet</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2012/02/27/wie-man-shitstorms-erkennt-und-bewertet/</link>
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		<pubDate>Mon, 27 Feb 2012 13:09:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2012]]></category>
		<category><![CDATA[brandtweet]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[shitstorm]]></category>
		<category><![CDATA[statistik]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[viral]]></category>

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		<description><![CDATA[In der letzten Zeit wurde sehr viel über Shitstorms im Web geschrieben und diskutiert. Die zentralen Fragen in den meisten Debatten lauten dabei: Wie gefährlich ist die Flut an kritischen Social-Media-Posts tatsächlich für die betroffenen Marken und Unternehmen? Welchen ökonomischen Schaden nehmen Marken und Unternehmen durch diese verschärfte und oft virale Konsumentenkritik? Wie unterscheidet man [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>In der letzten Zeit wurde sehr viel über Shitstorms im Web geschrieben und diskutiert. Die zentralen Fragen in den meisten Debatten lauten dabei:</p>
<ul>
<li>Wie <strong>gefährlich</strong> ist die Flut an kritischen Social-Media-Posts tatsächlich für die betroffenen Marken und Unternehmen?</li>
<li>Welchen <strong>ökonomischen Schaden</strong> nehmen Marken und Unternehmen durch diese verschärfte und oft virale Konsumentenkritik?</li>
<li>Wie <strong>unterscheidet</strong> man einen ausgewachsenen und bedrohlichen Shitstorm von einem Sturm im Wasserglas?</li>
<li>Wie <strong>erkennt</strong> man einen Shitstorm in der Anfangsphase?</ul>
<p>Ich möchte die meteorologische Analogie nicht zu weit treiben. Aber gerade für die ersten beiden Fragen läuft die Debatte viel zu oft in die falsche Richtung. Da hilft der Blick auf Naturkatastrophen: Das schlimmste Erdbeben oder der stärkste Orkan können entweder verheerende Schäden anrichten oder aber spurlos vorübergehen &#8211; je nachdem in welcher Gegend sie sich ereignen. Die Versicherer wissen, dass die größten Naturkatastrophen nicht auch die größten Versicherungsschäden zur Folge haben.</p>
<p>Ganz ähnlich ist es mit den Internet-Shitstorms: Die Indikatoren, die wir hier für die Messung verwenden (z.B. den Viralitätskoeffizienten, den Fail-Quotienten oder dann aggregiert den Krisenindex) beziehen sich nicht auf die Schadenspotentiale für Marke und Umsatz, sondern erst einmal nur auf die &#8220;Stärke&#8221; der Katastrophe.</p>
<p>In dem Twittertracking-Tool <a href="http://brandtweet.com">Brandtweet</a> gibt es seit letzter Woche für das PR-Risikomanagement eine <strong>&#8220;Shitstorm&#8221;-Warnleiste</strong>, in der die Marken mit dem höchten Fail-Quotienten abgebildet sind. In Zusammenhang mit dem Buzzverlauf der Sparklines und den Trends lässt sich sehr gut erkennen, ob sich über einer der erfassten 200 wichtigsten Marken in Deutschland gerade ein Internet-Unwetter zusammenbraut: Wenn sowohl der Fail-Quotient als auch das Gesprächsvolumen stark anwachsen, sollten in den PR-Abteilungen die Warnglocken klingeln:</p>
<p><a href="http://brandtweet.com"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2012/02/brandtweet_fail.png" alt="" title="brandtweet_fail" width="500" class="aligncenter size-full wp-image-1514" /></a></p>
<p>Ob ein starker Shitstorm auch starke Schäden hervorruft, hängt von vielen Faktoren ab:</p>
<ul>
<li>Verwundbarkeit des Unternehmens
<li>Reaktion des Unternehmens
<li>Gegenstand der Kritik
<li>Involvierte Personen
<li>Rechtslage
<li>Wirtschaftliche Lage
<li>Marktposition
<li>Unternehmenskultur
<li>&#8230;
</ul>
<p>Während die objektive Stärke von Shitstorms sich mit darauf spezialisierten Methoden und Tools sehr gut beurteilen lässt, steckt die Modellierung und Kartierung der Schadenspotentiale von Shitstorms noch in den Kinderschuhen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Networking auf dem DLD</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2012/01/23/networking-auf-dem-dld/</link>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 21:43:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2012]]></category>
		<category><![CDATA[Gephi]]></category>
		<category><![CDATA[dld]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
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		<description><![CDATA[Nebenan bei im hübschen Datenblog habe ich mir einmal die Twitter-Diskussionen zur diesjährigen DLD-Konferenz vom Kongressvorabend bis zum heutigen Montag angesehen. Man sieht sehr schön, wie sich die Aufmerksamkeit von Tag zu Tag im Netzwerk verschiebt. Ich bin gespannt, wie sich das zum letzten Tag noch einmal ändert. Außerdem werde ich abschließend auch noch einmal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><a href="http://beautifuldata.net/2012/01/networking-dld/">Nebenan bei im hübschen Datenblog</a> habe ich mir einmal die Twitter-Diskussionen zur diesjährigen DLD-Konferenz vom Kongressvorabend bis zum heutigen Montag angesehen. Man sieht sehr schön, wie sich die Aufmerksamkeit von Tag zu Tag im Netzwerk verschiebt. Ich bin gespannt, wie sich das zum letzten Tag noch einmal ändert. Außerdem werde ich abschließend auch noch einmal die Twitternachrichten selbst betrachten, um Muster herauszufinden. Das zum Beispiel war der Montag:</p>
<p><a href="http://beautifuldata.net/wp-content/uploads/2012/01/DLD12_EarlyMonday.png"><img class="aligncenter size-medium wp-image-97" title="DLD12_EarlyMonday" src="http://beautifuldata.net/wp-content/uploads/2012/01/DLD12_EarlyMonday-300x300.png" alt="" width="300" height="300" /></a></p>
<p><a href="http://beautifuldata.net/2012/01/networking-dld/">Hier geht&#8217;s zum Artikel.</a></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Appstore als Netzwerk &#8211; Newsreader, Newsportale und digitale Zeitungen</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2012/01/07/der-appstore-als-netzwerk-newsreader-newsportale-und-digitale-zeitungen/</link>
		<comments>http://blog.metaroll.de/2012/01/07/der-appstore-als-netzwerk-newsreader-newsportale-und-digitale-zeitungen/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 13:46:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2012]]></category>
		<category><![CDATA[Gephi]]></category>
		<category><![CDATA[apple]]></category>
		<category><![CDATA[appstore]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[netzwerkanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[sna]]></category>
		<category><![CDATA[statistik]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Why then the world&#8217;s mine network Which I with software will open. Der Vorteil einer abstrakten Methode wie der Social Network Analysis ist es, dass sich fast alle Daten, die irgendwie zusammenhängen, als Netzwerk betrachten und analysieren lassen. Das Paradebeispiel sind natürlich die Empfehlungsalgorithmen, die Nutzern von Google, Youtube oder Amazon erzählen, was sie sonst [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p style="text-align: right;"><em>Why then the world&#8217;s mine network<br />
Which I with software will open.</em></p>
<p style="text-align: left;">Der Vorteil einer abstrakten Methode wie der Social Network Analysis ist es, dass sich <a href="http://blog.metaroll.de/2011/12/20/das-finanzierungsnetzwerk-der-social-networks/">fast alle Daten, die irgendwie zusammenhängen</a>, als Netzwerk betrachten und analysieren lassen. Das Paradebeispiel sind natürlich die Empfehlungsalgorithmen, die Nutzern von <a href="http://blog.metaroll.de/2012/01/03/der-kontextvektor-des-bundesprasidenten/">Google</a>, Youtube oder <a href="http://blog.metaroll.de/2008/02/20/der-heilige-gral-der-konsumkulturen/">Amazon</a> erzählen, was sie sonst noch interessieren könnte. Überall dort, wo es empfohlene Produkte oder Produkte, die andere Kunden auch gekauft haben, gibt, kann man sehr einfach mit den Methoden der Netzwerkanalyse angreifen. Auf diese Weise wird aus den isolierten Paaren oder Mengen verwandter Produkte eine große Verwandtschaftskarte, auf der nicht nur Beziehungen, sondern auch Muster und Schwerpunkte erkennbar sind.</p>
<p style="text-align: left;">Ich habe mir einmal den iTunes-Appstore vorgenommen. Auf jeder (bzw. fast jeder) Downloadseite einer App sind weitere fünf Apps verzeichnet, die überdurchschnittlich häufig gemeinsam mit dieser App heruntergeladen oder gekauft werden. Das Netzwerk springt einem hier förmlich entgegen. Wenn man die <a href="http://itunes.apple.com/de/genre/ios-nachrichten/id6009?mt=8">240 beliebtesten Apps der Kategorie Nachrichten</a> auf diese Beziehungen hin erfasst, erhält man folgendes Netzwerk der Nachrichten-Applandschaft (Klick zum Vergrößern):</p>
<p><a title="Social network visualization of app downloads by metaroll, on Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/metaroll/6650109871/"><img src="http://farm8.staticflickr.com/7152/6650109871_63ef375ab9_z.jpg" alt="Social network visualization of app downloads" width="500" /></a></p>
<p>Die Größe der Knoten steht für die Anzahl der Bewertungen der Apps &#8211; solange es keinen Zugriff auf die Downloadzahlen der Apps gibt, könnte das eine Annäherung an die Bedeutung oder Verbreitung einer App sein. Die Farbe zeigt die unterschiedlichen Cluster von Apps, die besonders eng miteinander verbunden sind: Links in Hellblau und rechts in Dunkelblau sind zwei Cluster von Nachrichtenapps. Rechts findet man die Zeitungsapps von FAZ, Bild, Süddeutsche, Abendzeitung, Weserkurier etc., während links eher die iPad-Varianten von Onlineportalen wie Spiegel, Focus Online, Süddeutsche.de zu finden sind. Oben in Violett ist ein kleines Cluster von redaktionsunabhängigen Newsaggregatoren wie Pulse, Flipboard oder Reeder. Ganz rechts liegt Österreich, während im Süden die Türkei zu finden ist. Dazwischen ein Applecluster mit Apfeltech und Macwelt. Ganz im Norden ist das Review-stärkste Cluster von Nachrichtenaggregatoren und App-Nachrichten-Apps, das von MeinProspekt dominiert wird.</p>
<p>Die Apps mit den meisten Reviews in dieser Karte sind:</p>
<ol>
<li>Mein Prospekt XL &#8211; 39.382 Reviews</li>
<li>n-tv iPhone edition &#8211; 16.140 Reviews</li>
<li>DER SPIEGEL eReader &#8211; 12.759 Reviews</li>
<li>FOCUS Online &#8211; 10.300 Reviews</li>
<li>DIE WELT &#8211; 9.312 Reviews</li>
<li>Flipboard &#8211; 6.394 Reviews</li>
<li>BILD HD &#8211; 5.722 Reviews</li>
<li>Tagesschau &#8211; 5.705 Reviews</li>
<li>NYTimes &#8211; 5.533 Reviews</li>
<li>AppTicker Push &#8211; 5.524 Reviews</li>
</ol>
<p>In dieser Aufzählung fehlt die normale Version von BILD mit 24.146 Reviews, die ein isolierter Knoten ist, da für diese App keine verwandten Apps angegeben sind und auch keine der anderen Apps auf sie verweist &#8211; eine echte Anomalie, die ich mir im Moment nicht erklären kann.</p>
<p>Interessant ist auch der Blick auf die Anzahl der eingehenden Links, d.h. welche Apps besonders häufig als verwandte Apps genannt werden. Der Durchschnitt liegt bei 2,3.  Hier sieht die Liste ganz anders aus:</p>
<ol>
<li>The Wall Street Journal &#8211; 51 Nennungen</li>
<li>AppAdvice &#8211; 45 Nennungen</li>
<li>Blastr &#8211; 40 Nennungen</li>
<li>NPR for iPad &#8211; 39 Nennungen</li>
<li>Flo&#8217;s Weblog &#8211; 27 Nennungen</li>
<li>eGazety Reader &#8211; 27 Nennungen</li>
<li>??-??? ????? a &#8211; 25 Nennungen</li>
<li>SAPO News &#8211; 23 Nennungen</li>
<li>DVICE &#8211; 20 Nennungen</li>
<li>DER SPIEGEL &#8211; 18 Nennungen</li>
</ol>
<p>Dieselben Apps erhält man bei der Berechnung des PageRank, d.h. der Wahrscheinlichkeit, beim Abwandern des Netzwerks zufällig auf die verschiedenen Apps zu stoßen. Die Anzahl der Verbindungen zwischen den Apps, also der Vernetzungsgrad ist relativ niedrig, da für jede App nur jeweils 5 verwandte Produkte angezeigt werden &#8211; insgesamt sind die 451 Knoten durch 1.055 Kanten verbunden.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Aufstieg der Datenwissenschaftler</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2012/01/04/der-aufstieg-der-datenwissenschaftler/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 22:35:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2012]]></category>
		<category><![CDATA[Gephi]]></category>
		<category><![CDATA[R]]></category>
		<category><![CDATA[bigdata]]></category>
		<category><![CDATA[hadoop]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[statistik]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Eines der wichtigsten Buzzwords im Marktforschungs- und Wissenschaftsjahr 2012 ist mit Sicherheit &#8220;Big Data&#8221;. Sogar die Zukunft eines Intenretriesen wie Yahoo! wird auf diese Frage zugespitzt: Wie hältst du es mit den großen Daten (dazu auch lesenswert das AdAge-Interview mit dem neuen CEO Scott Thompson)? Auf den ersten Blick ist das Phänomen, das sich dahinter [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Eines der wichtigsten Buzzwords im Marktforschungs- und Wissenschaftsjahr 2012 ist mit Sicherheit &#8220;Big Data&#8221;. Sogar die Zukunft eines Intenretriesen wie Yahoo! wird auf diese Frage zugespitzt: <a href="http://www.zdnet.com/blog/btl/can-yahoos-new-ceo-thompson-harness-big-data-analytics/66160">Wie hältst du es mit den großen Daten</a> (dazu auch lesenswert das <a href="http://adage.com/article/digital/key-yahoo-s-long-term-health-data-ceo/231902/">AdAge-Interview</a> mit dem neuen CEO Scott Thompson)?</p>
<p>Auf den ersten Blick ist das Phänomen, das sich dahinter verbirgt, nichts neues: es gibt riesige Mengen an Daten, die darauf warten, analysiert und interpretiert zu werden. Diese Datenberge gab es früher auch schon &#8211; man denke nur an die gewaltigen Kundentransaktionsdaten, die klassischen Webzugriffslogs oder die Himmelsdaten aus den Observatorien.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/metaroll/6637427465/" title="bigdata_network by metaroll, on Flickr"><img src="http://farm8.staticflickr.com/7152/6637427465_2fb4695630.jpg" width="500" height="500" alt="bigdata_network"></a></p>
<p>Besonders spannend sind folgende Entwicklungen und Dimensionen des Big-Data-Phänomens:</p>
<p><strong>Demokratisierung der Technik</strong>: Zum einen sind die Werkzeuge, um Datensätze in Terabytegröße zu analysieren, mittlerweile demokratisiert. Jeder, der ein paar alte Rechner im Keller stehen hat, kann daraus ein leistungsfähiges <a href="http://hadoop.apache.org/">Hadoop</a>-Cluster aufbauen und damit in die Analyse großer Daten einsteigen. Die Software, die man für Datenerfassung, Speicherung, Analyse und Visualisierung benötigt, ist größtenteils frei verfügbare Open-Source-Software. Wer zu Hause keine Rechner herumstehen hat, kann sich die Rechenzeit bei <a href="http://aws.amazon.com/de/elasticmapreduce/">Amazon</a> kaufen.</p>
<p><strong>Ein neues Ökosystem</strong>: Mittlerweile hat sich hier eine lebendige <a href="http://blog.metaroll.de/2011/12/26/das-internet-die-gatekeeper-und-die-qualitat/">Bastlerszene</a> der <a href="http://blog.metaroll.de/2011/12/18/big-data-hacker/">Big-Data-Hacker</a> entwickelt, die an den verschiedenen Big-Data-Technologien arbeitet und in Präsentationen und Aufsätzen die unterschiedlichen Anwendungsszenarien demonstrieren. Wenn man sich die Biographien der Big-Data-Community ansieht, fällt aber auch, dass man es sehr viel weniger mit Forschergruppen an Universitäten zu tun hat, sondern um Wissenschaftler (&#8220;data scientists&#8221;), die in den großen Internetunternehmen wie Google, Yahoo, Twitter oder Facebook arbeiten. Das ist zum Beispiel bei der Python-Entwicklergemeinde oder der <a href="http://www.r-bloggers.com/">R-Statistikercommunity</a> anders. Im Augenblick sieht es sogar so aus, als verliefe der typische Karrierepfad an der US-Westküste weg von den Internetgiganten und hin zu neuen Big-Data-Startups.</p>
<p><strong>Visualisierung von Netzwerken</strong>: Die visuelle Darstellung der Daten ist mittlerweile fast wichtiger geworden als klassische statistische Methoden, die nach Kausalitäten suchen. In diesem Zusammenhang hat auch die Netzwerkanalyse wieder stark an Bedeutung gewonnen. Fast alle soziale Phänomene und großen Datensätze von <a href="http://blog.metaroll.de/2011/12/20/das-finanzierungsnetzwerk-der-social-networks/">Venture Capitalists</a> bis <a href="http://blog.metaroll.de/2011/12/27/katzenbilder-sind-der-kitt-der-gesellschaft/">Katzenbildern</a> können als Netzwerke visualisiert und exploriert werden. Auch hier spielen Open-Source-Software und offene Datenschnittstellen eine große Rolle. Programme wie die Netzwerkvisualisierungssoftware Gephi können sich in naher Zukunft direkt mit den Schnittstellen (APIs) der Plattformen Facebook, Twitter, Wikipedia oder Google verbinden und die abgerufenen Daten gleich weiterverarbeiten.</p>
<p><strong>Neue Fähigkeiten und Stellenbeschreibungen</strong>: Eines der heißesten Buzzwords in der Big-Data-Szene ist der &#8220;Data Scientist&#8221;, der jetzt in klassischen Unternehmen genauso wie in Internetunternehmen für die Erhebung und Auswertung der anfallenden Daten sorgen soll. Auf <a href="http://www.smartplanet.com/blog/business-brains/skills-now-in-short-supply-at-data-driven-organizations/20965">Smart Planet</a> habe ich eine gute Beschreibung der Fertigkeiten dieser &#8220;Datenjobs&#8221; gefunden: 1) Die <strong>Systemadministratoren</strong>, die sich mit Aufsetzen und Wartung der Hadoop-Cluster befassen und sicherstellen, dass der Datenfluss nicht gebremst wird. 2) Die <strong>Entwickler</strong> (oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/MapReduce">&#8220;Map-Reducer&#8221;</a>), die Anwendungen entwickeln, mit denen die Daten aus den Datenbanken abgerufen und verarbeitet werden. 3) Die eigentlichen <strong>Datenwissenschaftler</strong> oder Analysten, deren Aufgabe es ist, mit den Daten Geschichten zu erzählen und aus ihnen Produkte und Lösungen zu entwickeln. 4) Die <strong>Datenkuratoren</strong>, die für die Qualitätssicherung und Verknüpfung der Daten zuständig sind.</p>
<p>Um einen besseren Eindruck davon zu gewinnen, wie sich die Big-Data-Community selbst sieht, habe ich die Twitter-Kurzbiographien der 200 wichtigsten Big-Data-Analysten, -Entwickler, -kaufleute einer Netzwerkanalyse unterzogen: Ich habe die Kurztexte in ein Netzwerk transformiert, in dem die Begriffe die Knoten darstellen und gemeinsame Erwähnungen in einer Twitter-Bio die Kanten. Das heißt, jedes mal, wenn jemand in seiner Bio &#8220;Hadoop Committer&#8221; stehen hat, gibt es in dem Netzwerk eine neue Kante zwischen &#8220;Hadoop&#8221; und &#8220;Committer&#8221;. Insgesamt besteht dieses Netzwerk aus knapp 800 Begriffen und 3200 Verbindungen zwischen den Begriffen. Das Netzwerk habe ich dann auf ca. 15% des Umfangs reduziert, indem ich mich auf die am häufigsten verwendeten Begriffe konzentriert habe (z.B. Big Data, Founder, Analytics, Cloudera, Apache, Committer, Hadoop, Computer). Das mit Gephi visualisierte Ergebnis ist oben zu sehen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Der Kontextvektor des Bundespräsidenten</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2012/01/03/der-kontextvektor-des-bundesprasidenten/</link>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 18:22:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2012]]></category>
		<category><![CDATA[google]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[statistik]]></category>
		<category><![CDATA[textmining]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Vor Jahren hatte ich an dieser Stelle schon über die große Bedeutung der gespeicherten Google-Suchanfragen als &#8220;Datenbank der Wünsche&#8221; geschrieben. Die Begriffe, die Menschen in das Google-Eingabefeld schreiben, spiegeln sehr genau ihre Wünsche wider &#8211; sowohl die offen kommunizierten als auch die geheimen. Als Nebenbemerkung: Man könnte vermuten, dass Menschen mittlerweile ehrlicher zu ihrer Suchmaschine [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Vor Jahren hatte ich an dieser Stelle schon über die große Bedeutung der gespeicherten Google-Suchanfragen als &#8220;<a href="http://blog.metaroll.de/2008/04/25/datenbank-der-wuensche/">Datenbank der Wünsche</a>&#8221; geschrieben. Die Begriffe, die Menschen in das Google-Eingabefeld schreiben, spiegeln sehr genau ihre Wünsche wider &#8211; sowohl die offen kommunizierten als auch die geheimen.</p>
<p>Als Nebenbemerkung: Man könnte vermuten, dass Menschen mittlerweile ehrlicher zu ihrer Suchmaschine sind als zu ihren engsten Verwandten. Insofern sollte man intensiv über eine besondere Sorgfaltspflicht und einen besonderen Schutz dieser Daten nachdenken. Vielleicht gibt es bald neben der ärztlichen und der anwaltlichen Schweigepflicht auch so eine Art &#8220;Suchmaschinengeheimnis&#8221;, das garantiert, dass, was wir in einer Websuche über uns offenbaren, nicht in falsche Hände gerät.</p>
<p>Neben dieser besonderen Vertrauensstellung dieser Datenbanken, beeindruckt vor allem das hier sekündlich anfallende Wissen. Dadurch, welche Begriffe gemeinsam eingegeben werden, und welche überhaupt nicht, oder dadurch, welche Treffer dann tatsächlich angeklickt werden, und welche überlesen werden, entsteht eine Wissensdatenbank, die vielleicht sogar größer als die Wikipedia ist, da sie sich viel schneller ändert. Die Assoziation von &#8220;Bundespräsident&#8221; und &#8220;Anrufbeantworter&#8221; dürfte zum Beispiel ein sehr junges Phänomen sein. Ja, wenn es um diese aktuellsten Phänomene geht, scheinen die Algorithmen von Google sogar die Rolle eines politischen Beraters einzunehmen, der dem amtierenden Staatsoberhaupt Handlungsempfehlungen gibt:</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 258px"><a title="Vorschlag by metaroll, on Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/metaroll/6628295169/"><img title="Der Algorithmus schlägt den Rücktritt des Präsidenten vor" src="http://farm8.staticflickr.com/7151/6628295169_c60cf1aebc.jpg" alt="Der Algorithmus schlägt den Rücktritt des Präsidenten vor" width="248" height="65" /></a><p class="wp-caption-text">Der Algorithmus schlägt den Rücktritt des Präsidenten vor</p></div>
<p>Diese scheinbare Empfehlung entsteht schlicht daraus, dass diese beiden Begriffe in den letzten Tagen, Stunden besonders häufig gemeinsam in Suchabfragen verwendet wurden bzw. besonders häufig gemeinsam in Webseiten auftauchen. Diese überdurchschnittliche gemeinsamen Vorkommen (oder: Kollokationen) verwandeln die Suchmaschine aber gleichzeitig in eine neue Art von Wissensspeicher. Anhand der Struktur der sekündlich eingehenden Suchabfragen (bei Google waren es <a href="http://www.comscore.com/Press_Events/Press_Releases/2011/12/comScore_Releases_November_2011_U.S._Search_Engine_Rankings">laut ComScore</a> allein in den USA im November 13 Milliarden Abfragen) können Maschinen sehr viel darüber lernen, wie wir Menschen Begriffe und Wissen organisieren.</p>
<p>Eine praktische Anwendung dieses Wissensspeichers habe ich in einem schon etwas älteren, aber einflussreichen Paper (Google Scholar <a href="http://scholar.google.com/scholar?cites=18128757180642144267&amp;as_sdt=2005&amp;sciodt=0,5&amp;hl=en">zählt</a> 246 Zitationen) der beiden Google-Mitarbeiter Mehran Sahami und Timothy D. Heilman &#8220;<a href="http://static.googleusercontent.com/external_content/untrusted_dlcp/research.google.com/en//pubs/archive/32.pdf">A Web­based Kernel Function for Measuring the Similarity<br />
of Short Text Snippets</a>&#8220;. Darin geht es um das Problem, die inhaltliche Ähnlichkeit von sehr kurzen Textschnippseln zu erkennen. Da es sich hierbei nur um wenige Wörter handelt, versagen klassische Methoden des Textminings wie zum Beispiel das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kosinus-%C3%84hnlichkeit">Kosinus-Ähnlichkeitsmaß</a>. Die Anzahl der Datenpunkte ist schlicht zu klein, um Aussagen über die Ähnlichkeit zu treffen.</p>
<p>Die Google-Wissenschaftler verwenden die Suchtreffer, die eine Suchmaschine wie Google auswirft, wenn man sie mit den Textschnippseln füttert, als Kontext-Vektor, mit dem sie dann die Übereinstimmung berechnen können, da er nun nicht mehr wenige Worte umfasst, sondern ein großer Corpus aus hunderten Dokumenten bzw. 1000-Zeichen langen Ausschnitten daraus darstellt. Das von ihnen beschriebene Verfahren stellt z.B. zwischen &#8220;Steve Ballmer&#8221; und &#8220;Microsoft CEO&#8221; eine Übereinstimmung von 0.838 fest, während das Kosinusmaß hier auf einen Wert von 0 gekommen wäre. Auch zwischen dem früheren CEO &#8220;Bill Gates&#8221; und &#8220;Microsoft CEO&#8221; gibt es eine Ähnlichkeit von immerhin 0.317 &#8211; aber auch seine korrekte Beziehung zu Microsoft findet dieses Maß heraus: &#8220;Bill Gates&#8221; und &#8220;Microsoft Founder&#8221; erzielt 0.677.</p>
<div id="attachment_1472" class="wp-caption aligncenter" style="width: 476px"><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2012/01/KernelFunction.jpg"><img class="size-full wp-image-1472 " title="KernelFunctions" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2012/01/KernelFunction.jpg" alt="Abb. aus Sahami/Heilman (2006), S. 4" width="466" height="252" /></a><p class="wp-caption-text">Abb. aus Sahami/Heilman (2006), S. 4</p></div>
<p>Der erste Anwendungsfall dieses Verfahrens, der hier in den Sinn kommt, sind natürlich die automatischen Vorschläge bei Suchabfragen. Insofern ist das oben beschriebene Wulff-Beispiel also nicht unbedingt eine politische Handlungsempfehlung, sondern das Ergebnis des Vergleichs von Kontextvektoren.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Katzenbilder sind der Kitt der Gesellschaft &#8211; oder: Die drei Arten von Information im Internetzeitalter</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2011/12/27/katzenbilder-sind-der-kitt-der-gesellschaft/</link>
		<comments>http://blog.metaroll.de/2011/12/27/katzenbilder-sind-der-kitt-der-gesellschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 23:46:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[katzenbilder]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Indem der Zeitungsleser beobachtet, wie exakte Duplikate seiner Zeitung in der U-Bahn, beim Friseur, in seiner Nachbarschaft konsumiert werden, erhält er ununterbrochen die Gewißheit, daß die vorgestellte Welt sichtbar im Alltagsleben verwurzelt ist. Benedict Anderson Lagerfeuer Zwei Sentenzen hört man immer wieder, wenn es um die gesellschaftliche Funktion von Medien geht. Der erste Satz lautet: [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p style="text-align: right;"><em>Indem der Zeitungsleser beobachtet,<br />
</em><span style="font-style: italic;">wie exakte Duplikate seiner Zeitung in der U-Bahn,<br />
beim Friseur, in seiner Nachbarschaft konsumiert werden,<br />
erhält er ununterbrochen die Gewißheit,<br />
daß die vorgestellte Welt sichtbar im Alltagsleben verwurzelt ist.</span></p>
<p style="text-align: right;">Benedict Anderson</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://getfile2.posterous.com/getfile/files.posterous.com/metaroll/AAbjulukJFftzvFpuDJgnbFcCEutqduHjttkDFDBExzcDbgsImGEwFliHJyt/p559.jpg.scaled1000.jpg" alt="" width="500" /></p>
<p><strong>Lagerfeuer</strong></p>
<p>Zwei Sentenzen hört man immer wieder, wenn es um die gesellschaftliche Funktion von Medien geht. Der erste Satz lautet: &#8220;Das Fernsehen ist das Lagerfeuer der Nation&#8221;. Je nachdem, aus welcher Generation man stammt, mögen die Assoziationen unterschiedlich sein und von Wandervögeln über Pfadfinder bis Indianern reichen. Impliziert sind aber immer die folgenden Dinge: Geselligkeit, Gesang, manchmal: Bohnen aus der Dose.</p>
<p>Immer jedoch geht es um ein Leuchten inmitten einer dunklen Nacht, das von irgendjemandem bewacht werden muss. Die kalte Einheit der Nation wird durch das Lagerfeuer zu einem spürbar warmen Zusammenhalt. So zumindest die Ideologie der Fernsehmacher, die diesen Satz gerne immer wieder aufwärmen.</p>
<p><strong>Klebstoff</strong></p>
<p>Der zweite Satz lautet: &#8220;Informationen sind der Kitt der Gesellschaft.&#8221; Immerhin, dieser Satz kommt ohne das wärmende Feuer des Fernsehbildes aus und beschränkt sich auf die formale Feststellung, dass Informationen die Gesellschaft zusammenhalten. Geht man von einigermaßen orthodoxen Interpretationen der Systemtheorie aus, ist der Satz eine bloße Tautologie. Wenn Gesellschaft zum Beispiel nach Luhmann das größte soziale System darstellt und soziale Systeme aus Kommunikationen bestehen, versteht sich der Satz von selbst.</p>
<p>Aber meistens ist dieser Satz viel normativer gemeint (Luhmann würde diese normative Deutung nicht mit einer Zange anfassen). Dann geht es nämlich um den normativ guten Zusammenhalt, der bedroht ist, wenn die Information nicht mehr das leistet, was sie tut &#8211; integrieren. Das klingt <a href="http://www.zeit.de/campus/2012/01/sprechstunde-miriam-meckel/komplettansicht">bei Meckel</a> dann so:</p>
<blockquote><p>Es gäbe keinen kritischen Diskurs mehr, und damit würde unser System auseinanderfallen. Informationen sind der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. In meinem Buch treibe ich diese Idee auf die Spitze: Die Menschheit schafft sich durch die Perfektionierung der Algorithmen selbst ab.</p></blockquote>
<p>Je mehr die Algorithmen uns in einer Filterblase einlullen, desto geringer die Chance der systemintegrierenden Informationen, uns noch zu erreichen. Irgendwann fällt die Gesellschaft dann auseinander. An dieser Stelle wird es aber spannend. Meckel hat gar nicht einmal Unrecht mit der gesellschaftlichen Funktion der Medien. Medien stützen, ja schaffen sogar Gesellschaften. Die ersten Nationalstaaten des 19. Jahrhunderts waren Drucksachen. Erst die massenhafte Vervielfältigung immer derselben Informationen schaffte in den Köpfen der Menschen eine homogene Vorstellung von Gesellschaft und Nation.</p>
<p>Aber Meckel verwendet die falsche Zeitform. Informationen waren dieser Kitt, haben diese Funktion aber in der Gegenwart verloren. Nach wie vor sind heute, im Informationszeitalter, Informationen eine Art Kitt. Aber, was dadurch zusammengeklebt wird, ist nicht mehr die eine Gesellschaft, sondern sind viele unterschiedliche, überlappende, große, kleinere, feste, lose Gemeinschaften. Oder wie es der Presseschauer formuliert: <a href="http://www.theeuropean.de/presseschauer/5394-bedeutungsverlust-der-zeitungen">Katzenbilder sind der Kitt der Gesellschaft</a>.</p>
<p>Vor allem hat sich die Art der Information verändert. Es geht nicht mehr um die journalistisch recherchierten und nach Maßgabe der Aufmerksamkeitsfaktoren aufbereiteten Nachrichten für ein <a href="http://blog.metaroll.de/2011/12/26/das-internet-die-gatekeeper-und-die-qualitat/">durchschnittliches allgemein-gebildetes Publikum</a>. Stattdessen spielen für die Gemeinschaften im Internetzeitalter folgende drei Formen der Information die zentrale Rolle:</p>
<p><strong>Die drei Arten von Information der Internetgesellschaft</strong></p>
<ul>
<li><strong>Schwarmähnliche Status- und Positionsmeldungen</strong>, mit denen wir den anderen Mitgliedern unserer virtuellen Stämme mitteilen, wo wir uns gerade aufhalten und wie unsere Koordinaten relativ zu den anderen Mitgliedern aussehen. Diese Informationsaufnahme geschieht häufig gar nicht voll bewusst, sondern diese &#8220;<a href="http://blog.metaroll.de/2009/05/21/the-twitter-is-the-message-willkommen-in-der-reload-gesellschaft/">ambient intimacy</a>&#8221; wird reflexartig hergestellt. Wir merken vor allem das Fehlen eines Signals / einer Statusmeldung, zumal uns diese Aufmerksamkeit immer stärker von Technologien abgenommen wird. Wenn die Signale vorhanden sind, ist alles in Ordnung, die Gewissheit der (sozialen) Welt kann weiter bestehen.</li>
<li><strong>Hermetische Symbolkommunikation</strong>, also <a href="http://www.slow-media.net/memetic-turn">Meme</a>, die nur innerhalb einer bestimmten Community verständlich ist, außerhalb aber nur als Rauschen oder &#8220;Gibberish&#8221; wahrgenommen wird. Katzenbilder fallen in diese Kategorie, obwohl sie zu den exoterischsten Spielarten dieser Form von Informationen gehören. Sie können zumindest im Rahmen von Parametern wie &#8220;süß&#8221; oder &#8220;seltsam&#8221; auch außerhalb der Gemeinschaften dekodiert werden.</li>
<li><strong>Kommunikative Feedbackschleifen</strong>, die sehr schnell zu kreisenden oder sich aufschaukelnden und schließlich eskalierenden Erregungszuständen führen können. Zahlreiche jüngere Beispiele zeigen die systemzersetzende Wirkung dieser Kommunikationsform. Hier ist die Information alles andere als Kitt, sondern gesellschaftlicher Sprengstoff.</li>
</ul>
<p>Alle drei Arten taugen nicht recht als gesellschaftlicher Kitt, sondern lösen gesellschaftliche Strukturen auf oder stärken tribale Formen der Vergemeinschaftung. Die Statusmeldungen, weil sie reflexartig ablaufen, die Meme, weil sie soziale Substrukturen fördern und die Feedbackschleifen auf Grund der Neigung zur Eskalation.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Internet, die Gatekeeper und die Qualität</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2011/12/26/das-internet-die-gatekeeper-und-die-qualitat/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 12:26:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[gate-keeper]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[qualität]]></category>
		<category><![CDATA[wikipedia]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Fragt man nach den Auswirkungen des Internets auf die Qualität, dann erhält man, je nachdem, wem man diese Frage stellt, unterschiedliche Antworten: In der ersten Variante hat das Internet zu einem unglaublichen Abfall der Qualität geführt. In diese Argumentation passt die Polemik gegen die Klowände genauso wie die etwas ruhiger verlaufende Debatte über das Kuratieren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Fragt man nach den Auswirkungen des Internets auf die Qualität, dann erhält man, je nachdem, wem man diese Frage stellt, unterschiedliche Antworten:</p>
<p>In der ersten Variante hat das Internet zu einem unglaublichen <em>Abfall der Qualität</em> geführt. In diese Argumentation passt die <a href="http://blog.metaroll.de/2009/05/23/du-bist-peinlich/">Polemik</a> gegen die Klowände genauso wie die etwas ruhiger verlaufende Debatte über das Kuratieren als neue Aufgabe der Redaktionen. Als Beispiel für den massiven Qualitätsverlust durch das Internet wird üblicherweise die Wikipedia zitiert, in der es sehr viele miserabel recherchierte, tendenziös geschriebene und immer wieder von Vandalismus heimgesuchte Artikel gibt. </p>
<p>Früher sorgten in den Massenmedien Redakteure oder im <a href="http://blog.metaroll.de/2007/09/14/tis-all-in-pieces-all-coherence-gone-wissenschaftskommunikation-im-web-20/">Wissenschaftssystem</a> langwierige Peer-Review-Prozesse dafür, dass am Ende nur geprüfte Qualität gedruckt bzw. publiziert wurde. Wenn diese Instanzen wegfallen &#8211; und im Internet kann man an ihnen vorbei publizieren &#8211; gibt es keinen Garant mehr für die Qualität der Veröffentlichungen. &#8220;<a href="http://blog.metaroll.de/2008/09/24/journalismus-heisst-verhinderung-von-nutzergenerierten-inhalten/">Da kann ja jeder herkommen und etwas veröffentlichen!</a>&#8221;</p>
<p>In der zweiten Variante ist durch das Internet ein bisher nicht dagewesener <em>Anstieg der Qualität</em> möglich geworden. Jeder kann im Web ein Blog eröffnen und über seine Erfahrungen in Beruf, Leben, Politik, Familie &#8230; publizieren. Wissenschaftler, die über Randgebiete von Orchideenfächer forschen, erreichen im Internet mit ihren Forschungsergebnissen genau diejenigen fünf über die Welt verteilten Kolleginnen, die sich für genau dieselben Phänomene interessieren. Jeder kann schreiben, filmen, fotografieren, komponieren &#8230; und seine Werke dann auf Plattformen wie Tumblr, Instagram, Vimeo oder Soundcloud hochladen und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Als Beispiel für die unglaubliche Qualitätssteigerung durch das Internet wird üblicherweise die Wikipedia zitiert, in der es sehr viele umfassend recherchierte, objektiv geschriebene und immer wieder verbessert, ergänzt und kommentierte Artikel gibt.</p>
<p>Zu den Aufgaben der Redakteure und Peer-Reviewer gehörte nicht nur die Qualitätssicherung nach unten, sondern auch nach oben. Die wirklich brillanten Forscher und Künstler hatten zu Lebzeiten große Schwierigkeiten, in das offizielle gesellschaftliche Publikationssystem zu gelangen, da ihre Gedanken und Werke damals von den Gatekeepern nicht verstanden oder gefürchtet wurden. Qualitätssicherung heißt immer auch Bewahrung, Innovationsfeindlichkeit und dadurch letztlich Förderung des Mittelmaßes.</p>
<p>Das kommt auch schon daher, dass die Gatekeeper die Aufgabe haben, auf den Bedarf und die Möglichkeiten eines bestimmten Publikums zu achten &#8211; eines Publikums mit bestimmten Voraussetzungen und Beschränkungen. Im Fall der Redakteure ist dies häufig eine &#8220;allgemein-gebildete Öffentlichkeit&#8221;, im Fall der Wissenschaftler die &#8220;scientific community&#8221;. Um die Arbeit der Gatekeeper zu erleichtern, nimmt man bei beiden Öffentlichkeiten zum Beispiel einen bestimmten Bildungsgrad an. Die französische Revolution kann hier als bekannt vorausgesetzt werden, während die Oberbayerische Postbauschule erklärt werden muss. Ganz ähnlich funktioniert das in der Wissenschaft, da hier zwar viel mehr Fachwissen vorhanden ist, aber jeder Wissenschaftler in fast allen Disziplinen und Subdisziplinen außer der eigenen ein Laie ist.</p>
<p>Im Internet ist niemand dafür zuständig, für Rücksicht auf die Bedürfnisse und Voraussetzungen der unterschiedlichen Öffentlichkeiten zu sorgen. Jeder kann (und dies geschieht natürlich auch) so schreiben, dass es nur eine einzige Person &#8211; nämlich sie oder er selbst &#8211; verstehen kann. Aber noch häufiger richtet sich der Autor an eine mehr oder weniger esoterische Deutungs- oder Erlebnis-Gemeinschaft. Das Schreiben ins Internet zerstört die klaren Vorstellungen von Massen- und Durchschnittsöffentlichkeiten und ähnelt damit eher den hoch-metaphorischen hermetischen Texten der Alchemisten als den Fernsehnachrichten um 20 Uhr.</p>
<p>Insofern ist die Frage nach der Qualität eine überflüssige oder falsch gestellte Frage: Das Internet hat die Qualität stark vermindert, <em>und</em> das Internet hat die Qualität stark gesteigert. Aber vor allem ist es dabei, unsere Vorstellungen einer einheitlichen Zuschauer-, Hörer- und Leserschaft aufzulösen. Mit allen positiven und negativen Folgen.</p>
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		<title>Die Isarrunde fast live</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2011/12/21/die-isarrunde-fast-live/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 21:17:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[isarrunde]]></category>
		<category><![CDATA[video]]></category>

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		<description><![CDATA[Demnächst werden wir die wohl erfolgreichste deutsche Webtalk-Fernsehsendung live aufzeichnen. Mit unseren neuen Geräten können wir Bild und Ton zukünftig live abmischen und gehen dann mit fertig produzierten Sendungen aus der Niederlassung. Das technische Setup erklärt unser Cheftechniker Michael Praetorius in diesem kurzen Video: Die nächsten beiden Folgen werden noch einmal auf die alte Weise [...]]]></description>
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<p>Demnächst werden wir die wohl <a href="http://isarrunde.de">erfolgreichste deutsche Webtalk-Fernsehsendung</a> live aufzeichnen. Mit unseren neuen Geräten können wir Bild und Ton zukünftig live abmischen und gehen dann mit fertig produzierten Sendungen aus der Niederlassung. Das technische Setup erklärt unser Cheftechniker Michael Praetorius in diesem kurzen Video:</p>
<p><iframe width="500" height="284" src="http://www.youtube.com/embed/stscceGwpds?hd=1" frameborder="0" allowfullscreen></iframe></p>
<p>Die nächsten beiden Folgen werden noch einmal auf die alte Weise produziert und im neuen Jahr geht es dann mit der Liveaufzeichnung los. Zusammengepackt sieht das Studio, das nahezu dieselben Möglichkeiten bietet wie sie vor 10 Jahren in einen Ü-Wagen gepasst hatten, so aus:</p>
<p><img src="http://instagr.am/p/aQpRG/media/?size=l" width="500"></p>
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		<title>Als der Retweet noch Trackback hieß</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2011/12/21/als-der-retweet-noch-trackback-hies/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Dec 2011 20:59:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[stockdorf]]></category>

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		<description><![CDATA[So war das damals, als man noch gebloggt hat. Als Facebook und Twitter noch nicht die wichtigsten Plattformen für das Teilen und Diskutieren von Links und Meinungen war. Als das noch Trackback hieß und nicht Retweet. Als man sich noch ernsthaft über den zwischen Bloggern und Journalisten echauffieren konnte. Als man den neuen Tag nicht [...]]]></description>
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<p>So war das damals, als man noch gebloggt hat. Als Facebook und Twitter noch nicht die wichtigsten Plattformen für das Teilen und Diskutieren von Links und Meinungen war. Als das noch <a href="http://blog.metaroll.de/2008/02/06/10-gruende-fuer-oder-gegen-trackbacklinks-in-der-blogosphaere/">Trackback</a> hieß und nicht Retweet. Als man sich noch ernsthaft über den zwischen Bloggern und Journalisten echauffieren konnte. Als man den neuen Tag nicht mit dem Blick auf den Klout-Score begonnen hat, sondern mit dem Blick auf Blogscout oder die Deutschen Blogcharts. Als dieses Blog <a href="http://www.zeit.de/2008/25/Karte-25">in der Zeit</a> das südlichste Top 100-Blog in Deutschland gewesen ist:</p>
<p><a href="http://www.designtagebuch.de/wp-content/uploads/2008/06/deutschlandkarte-blogs.gif"><img src="https://lh5.googleusercontent.com/-xfadI8yjlLo/TvJGG5an2kI/AAAAAAAACFM/-uyBVYO3Odc/w1396-h229-k/topblogs.png" alt="" width="500" /></a></p>
<p>Das großartige an der Blogosphäre ist: Die meisten dieser Namen gibt es immer noch. Und zwar nicht nur als Archive, sondern als lebendige Publikations- und Diskussionsorte. Das gilt nicht nur für diesen 2008er Blick auf die deutschsprachige Blogosphäre, sondern für die gesamte <a href="http://www.metaroll.de/bloghistory.html">Geschichte der Blogs in Deutschland</a>, wie ich sie vor Jahren einmal in dem Blog History Project aufgezeichnet habe:</p>
<p><a href="http://www.metaroll.de/bloghistory.html"><img src="https://lh5.googleusercontent.com/--b4u7hTLoHY/TvJHfMeSyWI/AAAAAAAACFk/pz-6-eX1CsQ/w881-h229-k/bloghistory.png" alt="" width="500" /></a></p>
<p>(Anmerkung zu fehlenden Ur-Blogs sind jederzeit willkommen)</p>
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		</item>
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		<title>Das Finanzierungsnetzwerk der Social Networks</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2011/12/20/das-finanzierungsnetzwerk-der-social-networks/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 Dec 2011 21:20:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[investoren]]></category>
		<category><![CDATA[path]]></category>
		<category><![CDATA[socialnetworks]]></category>
		<category><![CDATA[startups]]></category>
		<category><![CDATA[venturecapital]]></category>

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		<description><![CDATA[Follow the Money! (All the President&#8217;s Men) Eine der faszinierendsten Programmierschnittstellen zum Thema Social Media ist die API der Crunchbase, einer Datenbank, in der alle wichtigen Finanzierungsrunden und Übernahmen von Internetunternehmen verzeichnet sind. Diese API spuckt, wenn man ihr die richtigen Fragen stellt, die finanziellen Beziehungen zwischen Internetunternehmen und ihren Kapitalgebern vom kleinen Tech-Investor bis [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p style="text-align: right;"><em>Follow the Money!</em><br />
(All the President&#8217;s Men)</p>
<p>Eine der faszinierendsten Programmierschnittstellen zum Thema Social Media ist die API der <a href="http://www.crunchbase.com/">Crunchbase</a>, einer Datenbank, in der alle wichtigen Finanzierungsrunden und Übernahmen von Internetunternehmen verzeichnet sind. Diese API spuckt, wenn man ihr die richtigen Fragen stellt, die finanziellen Beziehungen zwischen Internetunternehmen und ihren Kapitalgebern vom kleinen Tech-Investor bis zu Morgan Stanley und Goldman Sachs. Da diese Daten in strukturierter Form vorliegen, lassen sie sich sehr bequem automatisiert in ein Datenformat übertragen, das sich für die Social Network Analysis nutzen lässt.</p>
<p>Ich habe hier einmal die finanziellen Zusammenhänge der Social Networks mit Hilfe von Pajek aufgezeichnet: von den Riesen Facebook und Twitter bis hin zu den kleinen Startups Pinterest und Path. Diese Grafik zeigt also nichts weniger als das Social Network der Social Networks &#8211; die Verteilung von knapp 4 Milliarden USD Investitionsvolumen. Die Größe der Knoten entspricht jeweils in etwa der Investitionshöhe (klick zum Vergrößern).</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 498px"><a href="https://lh3.googleusercontent.com/-aZnkEmUALHo/TvD39kXctOI/AAAAAAAACFA/nvyzNaANWCw/w1004-h560-k/cb_socialnetworks_1211.png"><img class=" " src="https://lh3.googleusercontent.com/-aZnkEmUALHo/TvD39kXctOI/AAAAAAAACFA/nvyzNaANWCw/w1004-h560-k/cb_socialnetworks_1211.png" alt="" width="488" height="272" /></a><p class="wp-caption-text">Visualisierung des Social Networks der Social Networks</p></div>
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		<title>Visuell ist besser &#8211; die memetische Kraft der Bilder</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2011/12/19/visuell-ist-besser-die-memetische-kraft-der-bilder/</link>
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		<pubDate>Mon, 19 Dec 2011 21:02:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[bilder]]></category>
		<category><![CDATA[instagram]]></category>
		<category><![CDATA[memetik]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der Strasse denken Leute: Wie sieht der denn aus ? (Tocotronic) Man kann viel Schlechtes über Instragram sagen. Instagram bedient mit seinen Filtern eine wohlfeile Nostalgie einer Generation, die mit Polaroid und Commodore aufgewachsen ist. Instagram schafft es, die schon schlechte Bildqualität der Handyfotografie noch weiter zu verschlechtern. Instagram nervt, weil jeden Tag irgendjemand [...]]]></description>
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<p style="text-align: right;"><em>Auf der Strasse denken Leute:<br />
Wie sieht der denn aus ?</em><br />
(Tocotronic)</p>
<p>Man kann viel Schlechtes über Instragram sagen. Instagram bedient mit seinen Filtern eine <a href="http://www.slow-media.net/instagram-die-digitale-avantgarde-entdeckt-den-shabby-chic">wohlfeile Nostalgie einer Generation</a>, die mit Polaroid und Commodore aufgewachsen ist. Instagram schafft es, die schon schlechte Bildqualität der Handyfotografie noch weiter zu verschlechtern. Instagram nervt, weil jeden Tag irgendjemand in der Timeline gerade den Tilt-Shift-Effekt für sich entdeckt. Ach, warum so differenziert: Instagram ist der <a href="http://instagramers.com/destacados/instagramer-life-my-iphone-4-is-killing-my-digital-cameras/">Untergang der Fotografie</a>.</p>
<p><img src="http://instagr.am/p/Y5k3o/media/?size=l" alt="" width="490" height="490" /></p>
<p>An allen Vorwürfen mag ein Körnchen Wahrheit sein. Aber Instagram hat einen einzigen, ganz grandiosen und unleugbaren Vorteil. Es sind Bilder. Egal wie schlecht die Qualität, wie zuckerwattig der Retrofilter oder wie abendlandszerstörend das Prinzip ist. Instagram sind Bilder, viele Bilder, und das macht diese Anwendung unglaublich spannend und wertvoll.</p>
<p><a href="http://www.readwriteweb.com/archives/instagram_beats_foursquare_biggest_mobile_social_network.php">ReadWriteWeb berichtet</a>, dass Instagram kurz davor ist, Foursquare als größtes mobiles Social Network abzulösen. Mich überrascht das nicht, denn Bilder sind Trumpf. Den Grund dafür entdeckt man schnell, wenn man sich mit der Memetik, der Wissenschaft von der viralen Verbreitung im Netz, auseinandersetzt. Bilder haben gegenüber Texten (oder Orten) drei große Vorteile:</p>
<ul>
<li><strong>Bilder sind nicht-sprachlich</strong>. Man kann Bilder aus anderen Ländern verstehen, auch wenn man die Sprache nicht spricht. Die Bildermeme von #ows, #londonriots und #arabspring werden rund um die Welt verstanden. Inhalte wie Katzenbabys oder Apple-Gadgets scheinen fast schon anthropologische Universalien zu sein, die unseren Gehirnen fest eingeprägt sind.</li>
<li><strong>Bilder sind metaphorisch</strong>. Ein Bild ist fast immer sehr viel mehr als nur ein Bild, da es sich auf andere Bilder, Texte, Ideen beziehen kann. Ein Bild, auf dem eine Menschenmenge mit Besen über die Straße zieht, kann sich genauso gut auf das Thema Sauberkeit im öffentlichen Raum beziehen wie auf Gewaltexzesse. Mit Bildern lassen sich komplexe Inhalte transportieren oder hermetische Gemeinschaften schaffen (siehe dazu zum Beispiel die Bilderwelt der Freimaurer)</li>
<li><strong>Bilder sind magnetisch</strong>. An Bildern kann man nur schwer vorbeigehen. Bilder ziehen die Aufmerksamkeit an sich. Anwendungen wie Flipboard spendieren nicht ohne Grund den Bildern der von ihnen aggregierten Artikel den größten Bildschirmplatz, damit man über die Bilder in die einzelnen Texte einsteigt.</li>
</ul>
<p>Wir leben inmitten in einer <a href="http://www.slow-media.net/tag/memetic-turn">memetischen Wende</a> (memetic turn). Das bedeutet, dass wir in der nächsten Zeit viele neue Formen der Bildersprache entdecken und vielen älteren wieder begegnen werden.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Big Data und die Hackertugenden</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2011/12/18/big-data-hacker/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Dec 2011 16:13:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[bigdata]]></category>
		<category><![CDATA[gnip]]></category>
		<category><![CDATA[hacker]]></category>
		<category><![CDATA[hadoop]]></category>
		<category><![CDATA[larrywall]]></category>

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		<description><![CDATA[Big Data am Beispiel Foursquare Wenn ich nach den wichtigsten Trends gefragt werde, die in den nächsten Jahren ganz oben auf der Agenda der Markt- und Sozialforschung stehen werde, ist &#8220;Big Data&#8221; eine meiner Standardantworten. Der Begriff ist schon etwas älter: Bereits 2001 hat der Gartner-Analyst Doug Laney in einem Forschungsmemorandum drei Dimensionen von Big [...]]]></description>
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<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="https://lh6.googleusercontent.com/-Qt0-aoUQIqE/Tu4VCrGxviI/AAAAAAAACEw/7_vrDT0XIUk/w1020-h559-k/network_furukama.png" alt="" width="489" height="268" /><br /><small>Big Data am Beispiel Foursquare</small></p>
<p>Wenn ich nach den wichtigsten Trends gefragt werde, die in den nächsten Jahren ganz oben auf der Agenda der Markt- und Sozialforschung stehen werde, ist &#8220;Big Data&#8221; eine meiner Standardantworten. Der Begriff ist schon etwas älter: Bereits 2001 hat der Gartner-Analyst Doug Laney in einem Forschungsmemorandum drei Dimensionen von Big Data <a href="http://www.formtek.com/blog/?p=2558">skizziert</a>:</p>
<ul>
<li><strong>Umfang</strong> (Volume): Big Data heißt, dass besonders viele Daten anfallen. Beispiele sind der Twitter-Stream oder die Verlinkung von Blogposts. Hier sprechen wir nicht mehr von Tausenden oder Hunderttausenden Datensätzen, die man mit den üblichen Analysetools noch bewältigen kann, sondern von Millionen oder Milliarden von Datensätzen. Hier kommt man mit SPSS oder Excel nicht mehr weiter, sondern hier sind neue Ansätze gefordert, wie sie zum Beispiel bei <a href="http://hadoop.apache.org/">Hadoop</a> und <a href="http://www.tableausoftware.com/solutions/hadoop">Tableau</a> zu sehen sind (oder in kommerziellen Anwendungen wie <a href="http://www.karmasphere.com/">Karmasphere</a> oder <a href="http://www.datameer.com/">Datameer</a>, die auf dem Hadoop-Framework aufsetzen)</li>
<li><strong>Geschwindigkeit</strong> (Velocity): Diese Daten, das ist die zweite &#8220;große&#8221; Dimension, fallen häufig in Echtzeit bzw. sehr schnell an. Das übliche Forschungsdesign mit den sauberen Schritten: Datenerhebung -&gt; Datenbereinigung -&gt; Datenauswertung funktioniert hier nicht mehr. Auch für die Echtzeitverarbeitung von Streams gibt es mit <a href="http://incubator.apache.org/s4/">S4</a> oder <a href="https://github.com/nathanmarz/storm/wiki">Storm</a> schon die ersten Open-Source-Anwendungen. Ganz abgesehen davon, dass sich die Spezifikationen und Algorithmen der Plattformen nahezu im Monatsrhythmus ändern.</li>
<li><strong>Unordnung</strong> (Variety / Variability): Dazu kommt, dass die Daten auch nicht mehr so sauber mit Metadaten versehen sind wie in der klassischen Sozialforschung. Die Datensätze, die man über die Schnittstellen der Social Networks bekommt, besitzen alle unterschiedliche Quellen und sind von den Networks auf unterschiedliche Weise hergestellt worden. Große Datensätze sind in der Regel auch schmutzige Datensätze.</li>
</ul>
<p>Niemand weiß genau, wie viele Daten wir tatsächlich jeden Tag produzieren. Eine Schätzung von IBM geht von <a href="http://www-01.ibm.com/software/data/bigdata/">2,5 Trillionen Bytes Datenvolumen</a> am Tag aus. Eine Faustregel lautet: Wenn man <a href="http://www.arndt-bruenner.de/mathe/scripts/zahlwoerter.htm">nachschlagen muss</a>, wie viele Nullen hinter einem Zahlennamen steckt, dann hat man es mit Big-Data-Dimensionen zu tun (in diesem Fall: 2.500.000.000.000.000.000). Die Datenmengen, mit denen sich die Onlineforschung heute herumschlägt, sind Größenordnungen, für die man in der Schule nicht einmal die entsprechenden Zahlennamen gelernt hatte. Weil man sie damals nur theoretisch gebraucht hätte.</p>
<p>Was an dieser Entwicklung so verrückt ist: Zunächst würde man meinen, je mehr Daten es werden, desto schwieriger und komplexer auch die Erhebung und der Umgang mit diesen Daten. Weit gefehlt! Heute kann ein Student mit Hilfe von Amazon-Cloudcomputing die APIs von Social Networks wie Facebook, Twitter, Foursquare etc. anzapfen, und binnen weniger Tage liegen in seiner Datenbank mehr Sozial- und Verhaltensdaten als die gesamte Markt- und Sozialforschung während der 50er und 60er Jahren erhoben hat. Man könnte vermuten: Je größer die Dimensionen der Big Data werden, desto niedriger die Zugangshürden. Auch die Bereinigungs- und Analysetools stehen häufig als Open-Source-Software zur Verfügung.</p>
<p>Was sich allerdings ändert, sind die Qualifikationen. Das, was der Petabyte-Forscher (oder &#8220;<a href="http://forwardthinking.pcmag.com/show-reports/289401-beyond-big-data-gartner-on-extreme-information-management">Extreme Information Manager</a>&#8220;) können muss, ähnelt eher den Kompetenzen eines Bastlers und Hackers. Die drei Kardinaltugenden eines Hackers hat Larry Wall, der Erfinder der Programmiersprache Perl, vor mehr als 20 Jahren wie folgt <a href="http://c2.com/cgi/wiki?LazinessImpatienceHubris">definiert</a>: Faulheit, Ungeduld und Hybris. Diese drei Tugenden passen wie perfekt auf die drei Herausforderungen von Big Data:</p>
<ul>
<li><strong>Faulheit</strong> (Laziness) ist notwendig, um mit minimalen Änderungen an den Schnittstellen und Algorithmen auch auf verändernde Datenstrukturen reagieren zu können und die &#8220;schmutzigen&#8221; Daten aus unterschiedlichen Quellen miteinander zu verbinden.</li>
<li><strong>Ungeduld</strong> (Impatience) ist die einzige Reaktionsmöglichkeit auf das Echtzeitproblem zu reagieren. Der Sozialforschungshacker muss noch ungeduldiger sein als die Geschwindigkeit, in der die Daten produziert und geliefert werden.</li>
<li><strong>Hybris</strong> (Hybris) schließlich ergibt sich wie von selbst aus dem Ziel, in Trillionen von Daten verwertbare und aussagekräftige Muster zu finden. Ohne ein Mindestmaß an Selbstüberschätzung hätte ich mich zum Beispiel niemals hingesetzt, um ein Programm zu schreiben, das die <a href="http://blog.metaroll.de/2008/12/23/netzwerkvisualisierung-mit-twitterfriends/">Vernetzung von Millionen Twitterusern</a> analysiert oder mich niemals daran gemacht, die gesamte <a href="http://blog.metaroll.de/2007/09/27/karte-der-deutschsprachigen-blogosphaere-ii/">deutschsprachige Blogosphäre zu vermessen</a> und ihre Vernetzungsstruktur aufzuzeichnen.</li>
</ul>
<p>Aber nicht nur auf der Ebene der Qualifikationen und Kompetenzen hat Big Data eine disruptive Wirkung, sondern die ersten Veränderungen lassen sich auch schon bei den Geschäftsmodellen beobachten. Es entstehen immer mehr Big-Data-Marktplätze, auf denen man Datensätze und -ansichten kaufen kann. Beispiele sind <a href="https://datamarket.azure.com/">Windows Azure</a> oder <a href="http://gnip.com/">Gnip</a>. Innerhalb der Unternehmen &#8211; das sieht <a href="http://radar.oreilly.com/2011/12/5-big-data-predictions-2012.html">Edd Dumbill</a> als einen wichtigen Trend in diesem Bereich &#8211; werden <a href="http://radar.oreilly.com/2011/09/building-data-science-teams.html">&#8220;Datascience&#8221;-Teams</a> eingerichtet, deren Aufgabe es ist, die Ergebnisse der Extreme Data Analysis in die Unternehmensabläufe zu integrieren.</p>
<p>Einen weiteren Punkt würde ich noch ergänzen: Da wir es sehr bei Big Data häufig mit vernetzten Daten zu tun haben, wird die Netzwerkanalyse (Social Network Analysis) zur neuen Leitwissenschaft der Markt- und Sozialforschung. Kaum eine andere Methode ist so gut geeignet, in sehr großen Datensätzen Muster zu identifizieren und zu visualisieren.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Twitteranalyse for Dummies</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2011/12/15/twitteranalyse-for-dummies/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 21:37:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[brandtweet]]></category>
		<category><![CDATA[marktforschung]]></category>
		<category><![CDATA[netzwerkanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[oreilly]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Als ich vor drei Jahren die Twitter-Analysesoftware BrandTweet geschrieben habe (damals noch unter dem ursprünglichen Namen TwitterFriends), dachte ich schon, ich hätte mit diesem Lob von Tim O&#8217;Reilly höchstpersönlich alles erreicht, was man im Bereich Web 2.0 erreichen kann. Ich meine, er hat das Web 2.0 erfunden! Twitter friends shows my conversation quotient as 74.2%. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Als ich vor drei Jahren die Twitter-Analysesoftware BrandTweet geschrieben habe (damals noch unter dem ursprünglichen Namen TwitterFriends), dachte ich schon, ich hätte mit diesem Lob von Tim O&#8217;Reilly höchstpersönlich alles erreicht, was man im Bereich Web 2.0 erreichen kann. Ich meine, er hat das Web 2.0 erfunden!</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Twitter friends shows my conversation quotient as 74.2%. <a href="http://twitter-friends.com">http://twitter-friends.com</a> This is actually a cool service, unlike most of these</p>
<p>&mdash; Tim O&#8217;Reilly (@timoreilly) <a href="https://twitter.com/timoreilly/status/1063833735" data-datetime="2008-12-17T23:28:07+00:00">Dezember 17, 2008</a></p></blockquote>
<p><script src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Aber so etwas lässt sich durchaus noch steigern. Denn das Tool hat es jetzt sogar an sehr prominenter Stelle in den Ratgeber &#8220;Twitter Marketing for Dummies&#8221; (Wiley-Verlag) geschafft, wo es neben Tweetdeck und HootSuite eines von &#8220;Ten Tools for Twitter Productivity&#8221; <a href="http://books.google.de/books?hl=de&#038;id=kzxacmDGaLsC&#038;q=twitterfriends#v=snippet&#038;q=twitterfriends&#038;f=false">genannt und beschrieben wird</a>:</p>
<p><img src="http://books.google.de/books?id=kzxacmDGaLsC&#038;hl=de&#038;pg=PA281&#038;img=1&#038;pgis=1&#038;dq=twitterfriends&#038;sig=ACfU3U2AAUkH0AjZJeZcztDz4sG4HPZ2QA&#038;edge=0"></p>
<p>Das Tool ist nach zwei Namensänderungen unter dieser URL zu finden: <a href="http://stats.brandtweet.com/">stats.brandtweet.com</a>.</p>
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		<title>Leben mit Reputationsservern</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2011/12/14/leben-mit-reputationsservern/</link>
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		<pubDate>Wed, 14 Dec 2011 18:31:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[brucesterling]]></category>
		<category><![CDATA[gamification]]></category>
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		<category><![CDATA[peerindex]]></category>
		<category><![CDATA[science fiction]]></category>
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		<description><![CDATA[Als Science-Fiction-Autor hat man es heute ziemlich schwer. Früher, da stand man mit allem was man getan hat und insbesondere in kreativen Berufen, auf den Schulter von Riesen. Man ordnete sich mit seinem eigenen Beitrag in eine Lineage ein. Der Markt ließ sich vertikal gliedern nach der klassischen Vorstellung von Schulen. Heute leben wir immer [...]]]></description>
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<p><iframe src="http://widgets.klout.com/badge/furukama" style="border:0; padding:5px" scrolling="no" allowTransparency="true" frameBorder="0" width="200px" height="98px" align="left"></iframe> Als Science-Fiction-Autor hat man es heute ziemlich schwer. Früher, da stand man mit allem was man getan hat und insbesondere in kreativen Berufen, auf den Schulter von Riesen. Man ordnete sich mit seinem eigenen Beitrag in eine Lineage ein. Der Markt ließ sich vertikal gliedern nach der klassischen Vorstellung von Schulen.</p>
<p>Heute leben wir immer horizontaler. Eines der geheimen Mantras der Netzwerkgesellschaft (ja überhaupt von Netzwerken) lautet: <a href="http://www.slow-media.net/die-moderne-ist-unsere-antike">Alles ist jederzeit verfügbar</a>. Über Google Books kann man Millionen von Buchseiten durchblättern oder durchsuchen, um sich Inspirationen zu verschaffen oder seiner eigenen Originalität zu versichern. &#8220;Das hat so noch keiner gesagt,&#8221; ist auf einmal nicht nur eine Eigenmarketingtechnik, sondern eine empirisch zu überprüfende These.</p>
<p>Der andere Punkt ist natürlich, dass die Dinge, die vor zehn Jahren nach Science Fiction geklungen haben, mittlerweile zum Alltag gehören. Ausnahmen gibt es freilich: Zum Beispiel hat sich der kreuz und quer auf mehreren Ebenen verlaufende Innenstadtverkehr, der in jedem Science-Fiction-Film zu sehen ist, immer noch nicht durchgesetzt.</p>
<p>Besonders spannend ist es, wenn man es mit Ideen zu tun hat, die gerade von Science Fiction in Everyday Science umkippen. Ich denke, die Idee der &#8220;Reputationsserver&#8221;, die Bruce Sterling 1998 in seinem furiosen Roman Distraction ausgearbeitet hat, setzt sich in diesem Moment durch. Ich habe einmal den Versuch gemacht, &#8220;Reputationsserver&#8221; (<em>reputation server</em>) vor dem Erscheinen von Sterlings Roman im Web zu finden. <a href="https://www.google.com/search?q=%22reputation+server%22&amp;tbs=cdr:1%2Ccd_min%3A%2Ccd_max%3A1999&amp;tbm=&amp;bav=on.2,or.r_gc.r_pw.r_cp.,cf.osb">Google spuckt nur einen Treffer aus</a> &#8211; und das ist ein <a href="http://ccs.mit.edu/dell/papers/ec00exception.pdf">PDF aus dem Jahr 2000</a>, das fälschlicherweise in das Jahr 1987 gesteckt wurde.</p>
<p><small>Nebenbemerkung: Im Moment ist so eine Fehlzuordnung noch nebensächlich, aber wer weiß, welche Entscheidungen in Zukunft an solchen Kleinigkeiten hängen werden. Nebenbemerkung 2: Der Titel dieses Aufsatzes (&#8220;An Exception-Handling Architecture for Open Electronic Marketplaces of Contract Net Software Agents&#8221;) klingt gar nicht uninteressant. Die Agententheorie ist sowieso eine völlig zu Unrecht aus der Mode geratenen Projekte.</small></p>
<p>In dem Roman gibt es zahlreiche nomadische High-Tech-Stämme. Diese Stämme verwenden verteilte Infrastrukturen von Reputationsservern, auf denen jedes Stammesmitglied einen Datenbankeintrag hat, der in Echtzeit aufgrund seiner Handlungen bzw. der Bewertungen anderer Stammesmitglieder aktualisiert wird. So kann es sein, dass man von einem Tag auf den nächsten vom Corporal zum Captain befördert werden &#8211; oder in die umgekehrte Richtung degradiert. Bei Sterling kommen schon 1998, als noch niemand vom Social Web gesprochen hat, zwei Grundprinzipien zusammen. Zu einem: Menschen vergleichen sich gerne mit anderen Menschen (siehe die große Bloggercounter-Euphorie der späten Nuller Jahre). Zum anderen: Menschen spielen gerne. Ranking und Gamification hat Sterling also schon 1998 zusammengedacht &#8211; und zwar beides vermittelt durch das Internet:</p>
<blockquote><p>Let&#8217;s say you&#8217;re in the Regulators — they&#8217;re a mob that&#8217;s very big around here. You show up at a Regulator camp with a trust rep in the high nineties, people will make it their business to look after you. Because they know for a fact that you&#8217;re a good guy to have around [...] It&#8217;s a network gift economy.</p></blockquote>
<p>Heute habe ich auf <a href="http://www.adweek.com/news/advertising-branding/million-little-klouts-137032">AdWeek eine Illustration gefunden</a>, die im Nachhinein eine wunderbare Bebilderung zu Sterlings Roman darstellt. Und auch die Namen dieser Services &#8211; insbesondere in ihrer &#8220;k&#8221;-Lastigkeit &#8211; könnten direkt aus den tribalen Netzwerken der Regulators oder Moderators entnommen sein. Übrigens: Auch die <a href="http://thinkprogress.org/alyssa/2011/10/07/338518/the-book-that-predicts-occupy-wall-street-bruce-sterlings-distraction/">Occupy-Bewegung</a> wird in diesem Roman schon detailliert beschrieben.</p>
<p>Wer das von mir programmierte Reputationsserver-ähnliche Tool &#8220;BrandTweet Statistik&#8221; einmal ausprobieren möchte: <a href="http://stats.brandtweet.com/">Hier ist der Link</a>.</p>
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		<title>Das Ende des Suchmaschinenzeitalters</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2011/12/13/das-ende-des-suchmaschinenzeitalters/</link>
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		<pubDate>Tue, 13 Dec 2011 22:01:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[google]]></category>

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		<description><![CDATA[Wahrscheinlich kann sich jeder, der vor 1985 geboren ist, noch genau an das erste Mal Googeln erinnern. Auf einmal war dort ein echter Automat, der mit einem minimalistischen, aber gleichzeitig großartigen Design lauter Ergebnisse aus dem Web hervorholte, die man vorher gar nicht wahrgenommen hatte. Damit ging die Zeit der Verzeichnisse, der handgepflegten Linksammlungen zu [...]]]></description>
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<p><img class="alignleft" style="margin-left: 10px; margin-right: 10px;" src="https://lh6.googleusercontent.com/-Il7OS2xo7zE/TufHKexxi8I/AAAAAAAACEI/lWyy4wKtp5o/w333-h500-k/2011-12-13" alt="" width="232" height="349" align="left" />Wahrscheinlich kann sich jeder, der vor 1985 geboren ist, noch genau an das erste Mal Googeln erinnern. Auf einmal war dort ein echter Automat, der mit einem minimalistischen, aber gleichzeitig großartigen Design lauter Ergebnisse aus dem Web hervorholte, die man vorher gar nicht wahrgenommen hatte. Damit ging die Zeit der Verzeichnisse, der handgepflegten Linksammlungen zu Ende &#8211; und die Hunderte freigesetzten Kategorienadministratoren auf Yahoo! waren die Grundlage für den Erfolg der Wikipedia (so könnte zumindest eine These lauten).</p>
<p>Auf jeden Fall konnte diese Suchmaschine, deren Link in den meisten Unternehmen als Geheimtipp direkt von den Programmieren herumgereicht wurde, ein grandioses Wachstum demonstrieren und nebenbei einen völlig neuen Wirtschaftszweig begründen. Die Suchmaschinenoptimierer. Aber auch das Nutzungsverhalten im Web hat sich durch dieses bescheidene Eingabefeld gravierend geändert. Aus dem Surfer, der von Link zu Link reitet, wurde etwas überspitzt die digitale Couchpotato, für den die Welt nur aus den fünf ersten Suchtreffern zu einem Thema bestand.</p>
<p>Heute hat sich diese Landschaft erneut verändert. Und man muss gar nicht allzu tief schürfen, um zu erkennen, dass das Suchmaschinenzeitalter seinen Höhepunkt längst überschritten hat. Vor allem drei Entwicklungen sind es, die der Suche allgemein und Google im Besonderen zugesetzt hat:</p>
<p><strong>1. Social</strong>: Die Nutzer sind immer weniger auf Suchmaschinen angewiesen, um die Informationen zu finden, für die sie sich interessieren, weil sie von ihrem Freundeskreis bzw. über Aggregatoren wie Flipboard informationell vollversorgt werden. So wird der Twitterstream oder die Facebooktimeline zum Suchverhinderer. Wer wie in einem digitalen Schlaraffenland aus dem Freundeskreis mit Links versogt wird, hat gar keine Zeit mehr, zu suchen. Und vielleicht auch gar keinen Appetit mehr. Als Schattenseite dieser Entwicklung, leben wir immer stärker in unseren eigenen algorithmisch erzeugten und optimierten &#8220;<a href="http://www.slow-media.net/memetic-turn">Filterblase</a>&#8220;, in denen wir nur die Informationen erhalten, die mit einer hohen Wahrscheinlichkeit zu unseren Interessen passen. Das minimiert die Reibung, aber auch die Anregung. Google hatte in diesem Feld, das mittlerweile von Facebook dominiert wird, lange sehr wenig zu melden. Erst kürzlich gab es mit Google Plus einen ernstzunehmenden Schritt in diese Richtung.</p>
<p><strong>2. Apps</strong>: Neben den Social Networks verbringen wir immer mehr Onlinezeit in Apps. Nicht nur werden Apps auf Smartphones zu einem der stärksten Zeitbudgets in der Mediennutzung, sondern auch zu einem der dynamischsten Wirtschaftsbereichen. Auch hier sind die Veränderungen gegenüber dem Suchmaschinenzeitalter frappierend: Früher haben wir über Suchmaschinen nach Produkten, Sonderangeboten und Shops gesucht. Heute gibt es Apps dafür. Egal ob ich auf Amazon Bücher kaufe (zu den Folgen für den Buchhandel <a href="http://blog.metaroll.de/2011/12/12/showrooming-oder-das-ende-des-buchhandels/">hier weiterlesen</a>), über eBay ersteigere, auf Yelp ein Geschäft in der Nähe suche oder über den Appstore Informationen über Apps abrufe &#8211; hierfür brauche ich keine Suchmaschine mehr. Hier ist Google, immerhin mit Android Anbieter des stärksten mobilen Betriebssystems, sehr viel besser positioniert als in der Suche. Aber der <a href="http://techcrunch.com/2011/12/13/android-24-percent-ios/">Blick auf die Umsätze</a> zeigt die überragende Marktmacht von Apple auf diesem Gebiet (in diese Richtung hatten wir schon vor zwei Jahren <a href="http://www.isarrunde.de/isarrunden/kampf_der_titanen_der_machtkampf_zwischen_apple_und_google.html/">in der Isarrunde diskutiert</a>). Business Insider titelte gestern zu diesem Thema sehr passend: &#8220;<a href="http://articles.businessinsider.com/2011-12-12/tech/30507077_1_android-google-search-market">The End of Google Search is in the Palm of your Hand</a>&#8220;.</p>
<p><strong>3. Agenten</strong>: An dieser Stelle wird es etwas utopisch. Aber ich bin überzeugt, dass intelligenten Agenten nach dem Modell von <a href="http://www.mediascale-klartext.de/2011/11/bscheid-gsagt-folge-3-siri/">Siri die Zukunft</a> gehört. Ein einfaches und natürlich wirkendes Sprach-Interface zu einem hoch komplexen Netzwerk aus Informationen, die auf meine Person, meine sozialen Kreise, meine physikalische Umgebung bezogen sind, schlägt sogar noch das elegante Eingabefeld von Google. Hier muss ich gar nicht mehr selber suchen, sondern ich lasse meinen Agenten suchen, der meine Interessen und Bedürfnisse mit der Zeit besser kennt als ich selbst. Wahrscheinlich dauert es nicht mehr lange, bis Google <a href="http://www.forbes.com/sites/greatspeculations/2011/12/02/google-counter-attacks-amazon-but-apple-siri-still-major-threat/">die eigenen Agenten</a> ins Rennen schickt. Dieser Markt ist im Moment noch sehr klein, aber könnte sich in Zukunft zu einem ähnlich mächtigem Markt entwickeln wie die Suche.</p>
<p>Bei einer Sache bin ich mir sicher. Die Generation der Digital Natives wird sich wahrscheinlich an das Thema Suchmaschine auf ähnlich nostalgische Weise erinnern, wie sich die Generation davor an 14400er Modems und Linkverzeichnisse.</p>
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		<title>Die Renaissance des persönlichen Gesprächs</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2011/12/12/die-renaissance-des-personlichen-gesprachs/</link>
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		<pubDate>Mon, 12 Dec 2011 18:31:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[neurowissenschaften]]></category>

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		<description><![CDATA[Wie tief wir schon von einem digitalen Lebensstil durchdrungen sind (oder wie man in D64-Manier sagen müsste: Wie weit die Digitalisierung schon vorangeschritten ist), merkt man an der Renaissance von Offline-Aktivitäten. Zum Beispiel erfährt im Moment das gute alte persönliche Gespräch ein grandioses Comeback &#8211; freilich nicht unter diesem schnöden Namen, sondern als &#8220;In-Person-Socializing&#8221;. Foto: [...]]]></description>
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<p>Wie tief wir schon von einem digitalen Lebensstil durchdrungen sind (oder wie man in D64-Manier sagen müsste: Wie weit die Digitalisierung schon vorangeschritten ist), merkt man an der Renaissance von Offline-Aktivitäten. Zum Beispiel erfährt im Moment das gute alte persönliche Gespräch ein grandioses Comeback &#8211; freilich nicht unter diesem schnöden Namen, sondern als &#8220;In-Person-Socializing&#8221;.</p>
<p><img src="http://instagr.am/p/X9RZo/media/?size=l" alt="" width="490" height="490" /><br />
<small>Foto: <a href="http://twitter.com/jbenno">Jörg Blumtritt</a></small></p>
<p>In <a href="http://www.fastcompany.com/1800307/why-in-person-socializing-is-a-mandatory-to-do-item">Fast Company entdeckt Kevin Purdy</a> den Segen der persönlichen Interaktion von Angesicht zu Angesicht. Die These, dass durch die zunehmende Online-Vernetzung über Twitter, Facebook, Xing, LinkedIn oder Google+ Offline-Aktivitäten irgendwann einmal überflüssig werden, dürfte schnell zu <a href="http://www.wired.com/wiredscience/2011/08/can-online-social-networks-replace-real-socializing">widerlegen</a> sein: Die Entwicklungen der Büromieten, Dienstreisen oder Konferenzteilnehmer sprechen hier eine andere Sprache, so Purdy.</p>
<p>Wichtig ist das persönliche Gespräch aber nicht nur als so eine Art &#8220;Manufaktum-Networking&#8221;, sondern als &#8220;dritter Ort&#8221;. Um ein erfülltes Leben zu führen, brauchen wir nämlich nicht nur die beiden klassischen Orte des eigenen Zuhauses und der Arbeit (oder klassisch formuliert: Oikos und Polis), sondern auch noch einen dritten Ort, der irgendwo dazwischen liegt. Das kann die Strickgruppe genauso sein wie die Schafkopfrunde oder (in meinem Fall) das frühmorgendliche Zusammentreffen mit Freunden, um dort neue Folgen unserer WebTV-Sendung Isarrunde aufzuzeichnen (mehr dazu auf <a href="http://isarrunde.de">isarrunde.de</a>).</p>
<p>Man könnte jetzt kulturkritisch entgegnen, dass das eine traurige Zeit ist, in der wir uns zwingen müssen, mit anderen Menschen zu treffen und persönlich zu sprechen. Oder aber technophil antworten, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis alle unsere Interaktionen digitalisiert sind und dass damit in Wirklichkeit gar nichts verloren geht.</p>
<p>Für mich liegt die Wahrheit an einem dritten Ort: Eigentlich müssten wir uns bei dem technologischen Wandel und der Online-Vernetzungswelle bedanken. Denn, dass jetzt die persönliche Interaktion wiederentdeckt und wertgeschätzt wird, ist erst möglich geworden, seit es diese Strohpuppe der digitalen Oberflächlichkeit gibt. Eigentlich eine positive Entwicklung. Der Wert des &#8220;In-Person-Socializings&#8221; steigt mit seiner Verknappung.</p>
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		<title>Showrooming &#8211; oder das Ende des Buchhandels?</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2011/12/12/showrooming-oder-das-ende-des-buchhandels/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Dec 2011 23:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[buchhandel]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich beneide die Amerikaner immer wieder, was die griffigen Namen für Trends angeht. Das letzte Beispiel dafür: &#8220;Showrooming&#8221;. Gemeint ist das Phänomen, dass immer mehr Konsumenten sich in den Ladengeschäften einen Überblick über das Angebot machen, sich ein Gefühl für die Qualität der Ware machen oder zum Beispiel in Büchern blättern &#8211; dann aber mit [...]]]></description>
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<p>Ich beneide die Amerikaner immer wieder, was die griffigen Namen für Trends angeht. Das letzte Beispiel dafür: &#8220;Showrooming&#8221;. Gemeint ist das Phänomen, dass immer mehr Konsumenten sich in den Ladengeschäften einen Überblick über das Angebot machen, sich ein Gefühl für die Qualität der Ware machen oder zum Beispiel in Büchern blättern &#8211; dann aber mit ihrem Handy oder zuhause vom Rechner aus in den Onlineshops einkaufen. In Marketing und Marktforschung war vor einiger Zeit noch das Schlagwort &#8220;ROPO&#8221; en vogue. Research online &#8211; buy offline. Gemeint ist damit die Informationssuche in Foren, Communities, Testportalen oder Preisvergleichsseiten, die dann für die Kaufentscheidung verantwortlich bleibt, auch wenn dann tatsächlich im Ladengeschäft gekauft wird.</p>
<p><img src="https://lh6.googleusercontent.com/-VWQ58tUhT8k/TuU3y9q55tI/AAAAAAAACD0/VYDCpbmtmkY/w964-h559-k/buch_paket.JPG" alt="" width="495" height="287" /></p>
<p>Das alte ROPO gilt vor allem dort, wo es auf den Service ankommt, zum Beispiel in der Unterhaltungselektronik. Ein wichtiges Argument der Offline-Shopper ist zum Beispiel der viel leichtere und bequemere Umtausch von fehlerhaften Produkten. Bei Produkten wie Büchern, Schmuck, Parfüm etc., bei denen der physische Eindruck oder das Durchblättern kaufentscheidend sein kann, gilt immer stärker das neue ROPO (oder ROPO2): Research offline &#8211; buy online. Man probiert zum Beispiel ein Parfüm in der Drogerie (in irgendeiner Drogerie!) an, kauft es dann aber am Abend dort, wo es laut Preisvergleichsportale am günstigsten zu kriegen ist.</p>
<p>Im Time-Magazine gibt es gerade einen <a href="http://entertainment.time.com/2011/12/08/amazons-evil-price-check-app-kicking-bookstores-while-theyre-down/#ixzz1gGkOfxgt">lesenswerten Beitrag</a> von Emma Straub, einer Autorin und Buchhändlerin, die sich durch neue Technologien wie die Amazon Prize Check App &#8211; nun sagen wir einmal &#8211; herausgefordert fühlt:</p>
<blockquote><p>The general idea is that customers have started to use the bookstore as a place to handle, but not purchase, merchandise, like a Ferrari dealership, where you don’t actually expect to drive one home off the lot. According to a recent Codex Group survey, 39% of those who purchased a book on Amazon looked at said title in a bricks-and-mortar store first before heading online.</p></blockquote>
<p>Wenn ich ehrlich bin, habe ich in den letzten Monaten kaum noch Bücher in Buchhandlungen gekauft, sondern fast alles im Internet bestellt &#8211; über ZVAB, direkt bei den Verlagen und auch bei Amazon. Ich nehme mir auch immer wieder einmal vor, den lokalen Buchhandel zu unterstützen. Aber jedes Mal, wenn ich dann in einem Buchhandel bin, weiß ich, warum es mit uns nichts wird: Die Bücher, die mich interessieren, gibt es nicht vor Ort. Und die Bücher, die es vor Ort gibt, lösen bei mir Fluchtreflexe aus (ich sage nur: Geschenkbände, modernes Antiquariat und Non-Books). Kurz: Ich kaufe meine Bücher nicht online, weil mir das so viel Spaß macht, sondern weil mir die Buchhandlungen so wenig Spaß machen.</p>
<p>Vielleicht hat es der Buchhandel einfach nur Jahre lang versäumt, das eigene Geschäftsmodell umzubauen und Argumente zu finden, warum Menschen ihre wertvolle Zeit damit verbringen sollten, dorthin zu fahren, sich durch die Regale zu wühlen, in der Schlange zu stehen und dann wieder nach Hause zu fahren. Vielleicht sollten sich die Buchhändler einmal unser <a href="http://slow-media.net/">Slow-Media-Manifest</a> mit ins Bett nehmen. Sie dürften zur Zeit sowieso keinen ruhigen Schlaf haben.</p>
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		<title>Technologie und Gesellschaft in der Küche</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/09/26/technologie-und-gesellschaft-in-der-kuche/</link>
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		<pubDate>Sun, 26 Sep 2010 09:56:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[küche]]></category>
		<category><![CDATA[messertuch]]></category>
		<category><![CDATA[textilien]]></category>

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		<description><![CDATA[Darüber, wie Technologie und Gesellschaftsformen zusammenhängen, gibt es viele Theorien. Fest steht, manche Technologien verschwinden auf einmal von der Bildfläche, genauso wie die mit ihnen verbundenen sozialen Praktiken oder Strukturen. Die einen sagen, mit dem technologischen Wandel verschwinden auch die dazugehörigen Produktionsverhältnisse. Die anderen sagen, der soziale Wandel macht bestimmte Technologien überflüssig. Auf dem Slow [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/09/dienstbotenbuch.jpg"><img class="alignleft size-full wp-image-1296" style="margin-top: 0px; margin-bottom: 0px; margin-left: 10px; margin-right: 10px; border: 0px initial initial;" title="dienstbotenbuch" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/09/dienstbotenbuch.jpg" alt="" width="250" height="212" /></a>Darüber, wie Technologie und Gesellschaftsformen zusammenhängen, gibt es viele Theorien. Fest steht, manche Technologien verschwinden auf einmal von der Bildfläche, genauso wie die mit ihnen verbundenen sozialen Praktiken oder Strukturen. Die einen sagen, mit dem technologischen Wandel verschwinden auch die dazugehörigen Produktionsverhältnisse. Die anderen sagen, der soziale Wandel macht bestimmte Technologien überflüssig. Auf dem Slow Fashion-Blog habe ich über eine dieser untergegangenen Technologien, das Messertuch, gebloggt. Auf den ersten Blick ein harmloses Küchenutensil. Bis man dann die Gesellschaftsstrukturen in den Blick bekommt, die damit verbunden sind &#8230; <a href="http://slow-fashion.net/das-messertuch">Hier weiterlesen.</a></p>
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