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		<title>Schwarz-gelb-rot</title>
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		<pubDate>Sun, 11 Jul 2010 20:12:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2010]]></category>

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		<description><![CDATA[Während halb Deutschland vor dem Fernseher sitzt und das &#8220;kleine Finale&#8221; ansieht (die ein oder anderen Kim-Leonies oder Lucas sicher unfreiwillig von ihren geographisch-herausgeforderten Eltern mit den Farben der belgischen Trikolore bemalt), beschäftige ich mich lieber mit zwei der großen Köstlichkeiten meiner Brüsseler Jugend: Tomate aux crevettes (gefüllte Tomaten mit Krabben) und Vol-au-vent (mit Hühnerragout [...]]]></description>
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<p>Während halb Deutschland vor dem Fernseher sitzt und das &#8220;kleine Finale&#8221; ansieht (die ein oder anderen Kim-Leonies oder Lucas sicher unfreiwillig von ihren geographisch-herausgeforderten Eltern mit den Farben der belgischen Trikolore bemalt), beschäftige ich mich lieber mit zwei der großen Köstlichkeiten meiner Brüsseler Jugend: Tomate aux crevettes (gefüllte Tomaten mit Krabben) und Vol-au-vent (mit Hühnerragout gefüllte Blätterteigpasteten).</p>
<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/07/volauvent.jpg"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/07/volauvent.jpg" alt="" title="volauvent" width="375" height="500" class="aligncenter size-full wp-image-1284" /></a></p>
<p>Die ausgehöhlten und mit einer Krabbenmischung gefüllten Tomaten sind so eine Art heimliches Nationalgericht der Belgier &#8211; vielleicht deshalb, weil die drei Hauptzutaten ebenso schwierig zusammenpassen wollen wie die drei Bevölkerungsgruppen der Belgier? Die Frische der Tomaten, die cremig-süße Fülle der Mayonnaise und dazu dann die salzig-fischigen Garnelen. Die Petersilie wäre dann wahrscheinlich die belgische Hauptstadt, die zu keiner der drei Landesteile gehört, sondern auf den ersten Blick den Eurokraten und auf dem zweiten Blick den Antiquitätensammlern gehört. Sobald man aber die erste Gabel in den Mund geschoben hat, passt auf einmal alles zusammen. Vielleicht ein Taschenspielertrick? Mag sein, aber das politische Konstrukt Belgien hält nun auch schon 180 Jahre.</p>
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		<title>Der twitternde Bundestag</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/07/10/der-twitternde-bundestag/</link>
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		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 10:45:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2010]]></category>

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		<description><![CDATA[Inspiriert von Christoph Zeuchs Liste der twitternden Bundestagsabgeordneten habe ich mir die twitternden Fraktionen angesehen (hier dasselbe für die Twitterer im Bayerischen Landtag). Hier reicht es für Union und FDP für die absolute Mehrheit, wenn man sich die Verteilung der Twitterer ansieht: Wer den Bundestagsabgeordneten auf Twitter zuhören möchte, kann es mit diesen Listen tun: FDP [...]]]></description>
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<p>Inspiriert von <a href="https://twitter.com/christoph_z/politik-bundestag-mdb-all">Christoph Zeuchs Liste der twitternden Bundestagsabgeordneten</a> habe ich mir die twitternden Fraktionen angesehen (hier dasselbe für die Twitterer im <a href="http://blog.metaroll.de/2010/07/08/no-taxation-without-microblogging-oder-karriereplanung-fur-politiker/">Bayerischen Landtag</a>). Hier reicht es für Union und FDP für die absolute Mehrheit, wenn man sich die Verteilung der Twitterer ansieht:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://chart.apis.google.com/chart?cht=p&amp;chd=t:42,7,39,31,41,11&amp;chs=400x200&amp;chl=FDP|CSU|CDU|Gr%C3%BCne|SPD|Linke&amp;chco=f6ea00|3fbee7|3fbee7|75b835|f27e03|df007d&amp;chp=4.71" alt="" /></p>
<p style="text-align: left;">Wer den Bundestagsabgeordneten auf Twitter zuhören möchte, kann es mit diesen Listen tun:</p>
<ul>
<li><a href="https://twitter.com/furukama/bundestag-fdp">FDP</a></li>
<li><a href="https://twitter.com/furukama/bundestag-csu">CSU</a></li>
<li><a href="https://twitter.com/furukama/bundestag-cdu">CDU</a></li>
<li><a href="https://twitter.com/furukama/bundestag-gruene">Grüne</a></li>
<li><a href="https://twitter.com/furukama/bundestag-spd">SPD</a></li>
<li><a href="https://twitter.com/furukama/bundestag-linke">Linke</a></li>
</ul>
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		<title>No taxation without microblogging oder: Karriereplanung für Politiker</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/07/08/no-taxation-without-microblogging-oder-karriereplanung-fur-politiker/</link>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 14:07:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[bayern]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[politiker]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch wenn ich eher kritisch oder besorgt bin, was die Möglichkeiten der digitalen Demokratie betrifft und normalerweise auch nicht dazu neige, pauschal bestimmte Social-Media-Plattformen zu empfehlen: Ich bin der Meinung, dass jeder Politiker twittern sollte. Politiker werden wie Wissenschaftler oder öffentlich-rechtliche Moderatoren von uns, den Steuerzahlern bezahlt, die im Gegenzug dafür das Recht haben, zu [...]]]></description>
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<p>Auch wenn ich eher kritisch oder besorgt bin, was die Möglichkeiten der digitalen Demokratie betrifft und normalerweise auch nicht dazu neige, pauschal bestimmte Social-Media-Plattformen zu empfehlen: Ich bin der Meinung, dass jeder Politiker twittern sollte.</p>
<p>Politiker werden wie Wissenschaftler oder öffentlich-rechtliche Moderatoren von uns, den Steuerzahlern bezahlt, die im Gegenzug dafür das Recht haben, zu erfahren, was ihre Mandatsträger für ihr Wohl leisten. Man könnte es auch so formulieren: &#8220;No taxation without microblogging.&#8221; Das gilt genauso natürlich auch für das System der Wissenschaft, das sich noch schwerer mit Transparenz und Dialog tut. Aber davon ein anderes Mal. Besonders wichtig finde ich dieses Prinzip auf den politischen Ebenen, die dem Bürger relativ nah sind wie zum Beispiel die Landtage.</p>
<p>Eventuell sollte es dafür eine Art Staatstwitter geben, das anders als Twitter nicht auf eine globale Skalierbarkeit ausgerichtet ist und sich, viel wichtiger, nicht von den ökonomischen Interessen von Investoren beeinflussen lassen muss.</p>
<p>Aber das auf 140 Zeichen zugespitzte Berichten über die eigene Arbeit sollte nicht nur ein Anspruch der Öffentlichkeit sein, sondern liegt auch im Interesse der Politiker. Kein Amt wird auf Lebenszeit vergeben. Jede Legislaturperiode ist irgendwann einmal zu Ende und auch Politiker müssen sich von Zeit zu Zeit ihrer eigenen Karriereplanung widmen. Social Media, zu denen auch Twitter gehört, sind ein hervorragend geeignetes Instrument, um Spuren zu hinterlassen, die auch dann noch sichtbar sind, wenn die Mandate ausgelaufen sind. Bislang ist der Fokus bei Social Media viel zu sehr auf dem Echtzeit-Aspekt gelegen. Klar, Social Media sind die schnellsten Medien. Aber gleichzeitig sind Social Media auch die nachhaltigsten Medien. Hier versendet sich kaum etwas.</p>
<p>Wenn man sich einmal ansieht, wie diese Möglichkeiten von den Politikern genutzt werden, dann erkennt man schnell, <a href="http://www.eberhard-sinner.de/main/index.php?webcode=twitter">welches Potential in diesen Kurzmitteilungen steckt</a>, aber auch, wie viel Luft hier noch nach oben ist. Im Bayerischen Landtag zum Beispiel mit seinen 187 Abgeordneten twittern gerade einmal 22 Abgeordnete mehr oder weniger regelmäßig. Bemerkenswert ist hier, dass die größte Microbloggingquote nicht bei den großen Volksparteien bzw. der großen Volkspartei CSU zu finden ist, sondern bei den kleinen, allen voran die FDP.</p>
<p><img class="aligncenter" src="http://chart.apis.google.com/chart?cht=p&amp;chd=t:32,31,14,14,18&amp;chs=400x200&amp;chl=CSU|FDP|FW|SPD|Gr%C3%BCne&amp;chco=2190c8|fff200|ec9c11|d82832|2f9f3b&amp;chp=4.71" alt="" /><br />
<small class="aligncenter">Verteilung der twitternden MdL</small></p>
<p><a title="Thomas Hacker tanzt beschwingt mit Miriam GruÃ? beim Sommerfe... on Twitpic" href="http://twitpic.com/22s83c"><img class="alignleft" style="margin: 5px;" src="http://twitpic.com/show/thumb/22s83c.jpg" alt="Thomas Hacker tanzt beschwingt mit Miriam GruÃ? beim Sommerfe... on Twitpic" width="79" height="79" /></a>Was die Abgeordneten auf Twitter über ihre Arbeit publizieren, liefert in vielen Fällen einen guten Überblick über ihre Arbeit in Ausschüssen, öffentlichen Einrichtungen und <a href="http://twitpic.com/22s83c">Abendveranstaltungen</a>. <a title="Die Bundesversammlung hat begonnen!" href="http://tweetphoto.com/29960185"><img class="alignright" style="margin: 5px;" src="http://cdn.cloudfiles.mosso.com/c54112/x2_1c927f9" alt="Die Bundesversammlung hat begonnen!" width="79" height="79" /></a>Einige Landtagsmitglieder machen sich sogar die Mühe, ihren politischen Alltag mit Bildern zu dokumentieren. So findet man zum Beispiel dieses interessante zeitgeschichtliche <a href="http://tweetphoto.com/29960185">Dokument aus der Bundesversammlung</a> bei der Wahl des Bundespräsidenten Wulff. Oder ein Bild der <a href="http://tweetphoto.com/29835495">politischen Führungsriege Bayerns</a>.</p>
<p><a title="Ein Herz und eine Seele, CSU aus einem Guß. So sieht die Realität aus!" href="http://tweetphoto.com/29835495"><img class="alignleft" style="margin: 5px;" src="http://cdn.cloudfiles.mosso.com/c54112/x2_1c740e7" alt="Ein Herz und eine Seele, CSU aus einem Guß. So sieht die Realität aus!" width="79" height="79" /></a>Was mich stark überrascht hat: Auch Landespolitiker in Ministerrang finden momentan auf Twitter nur eine sehr kleines Publikum. Jeder nebenberufliche Social-Media-Berater hat nach einem Monat Retweeten von Mashable- oder Techcrunch-Meldungen mehr Follower als beispielsweise die <a href="http://twitter.com/MdLBeateMerk">bayerische Justiz- und Verbraucherschutzministerin</a>.</p>
<p>Dafür gibt es eigentlich nur eine Erklärung: Die regionalen Medien, deren Aufmerksamkeit eigentlich vor allem den Ereignissen in der Landespolitik gelten sollte, haben noch nichts von dem Wandel mitbekommen. In den Redaktionen von Abendzeitung, SZ, Münchener Merkur oder tz scheint man viel mehr damit beschäftigt, die eigenen Meldungen per Twitter in die Welt zu broadcasten als sich auf die Entdeckungsreise zu begeben, was die Objekte (eigentlich: Subjekte) ihrer Berichterstattung oder gar ihre Leser zu sagen haben, wenn sie auf einer halb-offiziellen Bühne stehen. Schade, denn gerade hier gäbe es journalistisch noch viel zu erforschen.</p>
<p>Für den Einstieg in diese Welt habe ich hier schon einmal eine <a href="http://twitter.com/furukama/landtagbayern">Liste der twitternden bayerischen MdL</a> angelegt. Ergänzungen bitte in die Kommentare.</p>
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		<title>Mein zweiter Tag als Foursquare-Zombie</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/07/07/mein-zweiter-tag-als-foursquare-zombie/</link>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 08:14:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[foursquare]]></category>
		<category><![CDATA[socialmedia]]></category>

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		<description><![CDATA[Am zweiten Tag nachdem ich auf Foursquare mein Profil &#8220;gelöscht&#8221; habe, habe ich spaßeshalber einmal ausprobiert mich einzuchecken. Über das Mobilinterface geht das wunderbar. Ich habe dafür sogar wieder ein Abzeichen bekommen: Ein bisschen komisch fühlt es sich schon an, Foursquare als Zombie mit einem gelöschten Profil zu verwenden. Aber vielleicht gewöhne ich mich mit [...]]]></description>
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<p>Am zweiten Tag nachdem ich <a href="http://blog.metaroll.de/2010/07/05/its-not-personal-foursquare-its-strictly-business/">auf Foursquare mein Profil &#8220;gelöscht&#8221;</a> habe, habe ich spaßeshalber einmal ausprobiert mich einzuchecken. Über das Mobilinterface geht das wunderbar. Ich habe dafür sogar wieder ein Abzeichen bekommen:<br />
<a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/07/first_checkin.jpg"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/07/first_checkin.jpg" alt="" title="first_checkin" width="291" height="93" class="aligncenter size-full wp-image-1260" /></a><br />
Ein bisschen komisch fühlt es sich schon an, Foursquare als Zombie mit einem gelöschten Profil zu verwenden. Aber vielleicht gewöhne ich mich mit der Zeit daran.</p>
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		</item>
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		<title>It&#8217;s not personal, Foursquare, it&#8217;s strictly business</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/07/05/its-not-personal-foursquare-its-strictly-business/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 Jul 2010 09:39:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[foursquare]]></category>
		<category><![CDATA[nutzerzahlen]]></category>
		<category><![CDATA[professionalisierung]]></category>
		<category><![CDATA[profil]]></category>
		<category><![CDATA[qype]]></category>
		<category><![CDATA[selbstversuch]]></category>

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		<description><![CDATA[Der entscheidende Unterschied zwischen funktional differenzierten und traditionellen Gesellschaften im Wirtschaftsleben liegt nach Luhmann in der Professionalisierung von Beziehungen. Wenn ich ein Produkt oder eine Dienstleistung erwerben möchte, ist allein entscheidend, ob ich genügend Geld dafür in der Hosentasche habe. Ob der Verkäufer gerade einen schlechten Tag hat oder meine Frisur nicht mag, spielt dagegen [...]]]></description>
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<p>Der entscheidende Unterschied zwischen funktional differenzierten und traditionellen Gesellschaften im Wirtschaftsleben liegt nach Luhmann in der Professionalisierung von Beziehungen. Wenn ich ein Produkt oder eine Dienstleistung erwerben möchte, ist allein entscheidend, ob ich genügend Geld dafür in der Hosentasche habe. Ob der Verkäufer gerade einen schlechten Tag hat oder meine Frisur nicht mag, spielt dagegen keine Rolle mehr.</p>
<p>Zu dieser Professionalisierung gehört auch, dass das Ende einer Geschäftsbeziehung nicht persönlich genommen wird, sondern genauso kalt und technisch abläuft wie der Beginn dieser Beziehung. &#8220;It&#8217;s not personal, it&#8217;s strictly business,&#8221; würde Michael Corleone dazu sagen.</p>
<p>Insofern ist die Handhabung von Kündigungen auch ein zentraler Lackmustest für die Professionalisierung neuer Kommunikationsplattformen wie z.B. Foursquare. Auf den ersten Blick scheint dies hier schon weit fortgeschritten zu sein. Der Punkt &#8220;delete account&#8221; ist sehr gut sichtbar unter den Einstellungen (&#8220;Settings&#8221;) platziert:</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/07/foursquare_settings.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1246" title="foursquare_settings" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/07/foursquare_settings.jpg" alt="" width="380" height="527" /></a></p>
<p>Wenn man auf den Löschen-Link klickt, kommt man auf eine Sicherheitsabfrage, die nicht so richtig dem Luhmannschen Prinzip der Professionalisierung entspricht. Nun, man wollte wahrscheinlich witzig sein. Anders lassen sich Formulierungen wie &#8220;I hope we can still be friends&#8221; nicht erklären.</p>
<p style="text-align: center;"><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/07/foursquare_delete.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1247" title="foursquare_delete" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/07/foursquare_delete.jpg" alt="" width="471" height="296" /></a></p>
<blockquote><p>[...] once you click the big blue button, your account and check-in history will be deleted completely from our system.</p></blockquote>
<p>Gesagt, gelöscht. Nach dem Klick auf &#8220;Delete me&#8221; wird man wieder auf die Startseite umgeleitet und ist nicht mehr eingeloggt. Und tatsächlich, wenn man die Seiten der Orte betrachtet, an denen man häufiger eingecheckt hatte oder deren Mayor man war &#8211; hier fehlt von dem eigenen Profil jetzt jede Spur. Also wirklich eine Komplettlöschung? Ich bin davon ausgegangen und hatte Foursquare im Geist schon als professionalisierte Plattform abgelegt, die man auch ohne Probleme und mit wenigen Mausklicks wieder verlassen kann.</p>
<p>Bis in meinem Postfach eine Email von Foursquare auftauchte, derzufolge irgendjemand mein Freund auf Foursquare werden wollte. Wer möchte denn Freund eines toten Profils, eines Plattformzombies werden? Also habe ich auf den Link geklickt und mich eingeloggt. Die große Überraschung: Bis auf meine Kontakte und meine Check-ins waren alle meine persönlichen Daten noch in Foursquare: Profilbild, Telefonnummer, letzter Aufenthaltsort und sogar Verbindung mit den Twitter und Facebook-Accounts. So sieht also ein &#8220;completely deleted&#8221; Profil aus:</p>
<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/07/foursquare_deadprofile.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1251" title="foursquare_deadprofile" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/07/foursquare_deadprofile.jpg" alt="" width="381" height="526" /></a></p>
<p>Diese Plattform scheitert also kläglich am Lackmustest der Professionalisierung. Mal sehen, ob Foursquare dieses Problem (oder Feature) bekannt ist. Für eine Anwendung, die in der jüngsten Finanzierungsrunde mit 20 Mio USD ausgestattet wurde, finde ich diesen offensichtlichen Widerspruch zwischen &#8220;completely deleted&#8221; und dem tatsächlich auch nach der Löschung weiter bestehenden Profil bemerkenswert.</p>
<p>Von Qype kannte ich das schon. Meine <a href="http://blog.metaroll.de/2009/07/22/qype-scheint-seine-experten-nicht-mehr-zu-brauchen/#comment-41600">Kündigung ist jetzt schon 10 Monate her</a> und immer noch ist mein Profil aktiv und ich bekomme Mails. Allerdings habe ich bei Qype keine Funktion gefunden, mit der man direkt sein Profil löschen kann, sondern man wird aufgefordert, dem Support eine Email zu schicken. Was recht lustig ist: <a href="http://www.qype.com/forums/1/topics/9844-Wie-kann-ich-mein-QYPE-loeschen-">Hier</a> wird erklärt, wie das funktioniert. Der Klick auf den <a href="http://www.qype.com/home/feedback">Link</a> führt dann aber ins Leere.</p>
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		<title>Kontrollverlierer</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/06/24/kontrollverlierer/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 21:49:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[weblogs]]></category>

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		<description><![CDATA[In formalen Organisationen passiert so etwas regelmäßig. Jemand legt sich mit den Strukturen und Prozessen der Organisation an und bekommt dafür die Rechnung. Dazu muss man keine Funktionen und Folgen formaler Organisationen gelesen zu haben, um vorhersehen zu können, dass ein Blogger, der seit kurzem bei einer großen Tageszeitung als CTRL-Verlustblogger engagiert wurde, im Ernstfall [...]]]></description>
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<p>In formalen Organisationen passiert so etwas regelmäßig. Jemand legt sich mit den Strukturen und Prozessen der Organisation an und bekommt dafür die Rechnung. Dazu muss man keine Funktionen und Folgen formaler Organisationen gelesen zu haben, um vorhersehen zu können, dass ein Blogger, der seit kurzem bei einer großen Tageszeitung als CTRL-Verlustblogger engagiert wurde, im Ernstfall eines Streits mit der <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2010/06/24/kontrollverlust-paradox/">Organisation</a> keine allzu guten Karten besitzt. Das hat dann auch nichts mit <a href="http://carta.info/29643/clash-der-publizistischen-kulturen-mspr0-und-faz-net/">unterschiedlichen Publikationskulturen</a> oder Dezentralität versus Zentralismus zu tun, sondern schlicht damit, wie kreativ man die Regeln, unter den man eingestellt wurde, auslegen kann, bevor es knallt.</p>
<p>Einigermaßen bemerkenswert ist allerdings doch, wie <a href="http://mspr0.de/?p=1468">dieses Ereignis</a> nun in <a href="http://www.sichelputzer.de/2010/06/24/sperren-loeschen-oder-pressefreiheit-fuer-ein-faz-blog/">anderen Blogs</a> als &#8220;eklatanter Widerspruch zur Pressefreiheit&#8221; oder besonders daneben als &#8220;<a href="https://twitter.com/sixtus/status/16944119065">Bücherverbrennung</a>&#8221; deklariert wird. Mit Pressefreiheit hat das nämlich überhaupt nichts zu tun. Pressefreiheit beschreibt nicht das Recht eines Bloggers, für seine Blogposts und nicht einmal selbstgeschossenen Fotos, eine reichweitenstarke Präsenz wie die FAZ als Bühne verwenden zu können. Pressefreiheit ist kein Recht darauf, gehört zu werden, sondern ein Abwehrrecht dagegen, zum Schweigen gebracht zu werden.</p>
<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/michael_untermais.jpg"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/michael_untermais.jpg" alt="" title="michael_untermais" width="333" height="333" class="aligncenter size-full wp-image-1235" /></a></p>
<p>Ist es nicht eine herrliche Ironie, dass der Gründungsherausgeber der FAZ, Paul Sethe, 1965 folgende bitterbösen Sätze geschrieben hat, die heute in keiner Journalistikvorlesung fehlen:</p>
<blockquote><p>Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten&#8230; Da die Herstellung von Zeitungen und Zeitschriften immer größeres Kapital erfordert, wird der Kreis der Personen, die Presseorgane herausgeben, immer kleiner. Damit wird unsere Abhängigkeit immer größer und immer gefährlicher.</p></blockquote>
<p>Der Witz an der Sache ist, dass genau dieser Zusammenhang 45 Jahre später nicht mehr zwangsläufig ist. Das Herstellen von Zeitungen und Zeitschriften mag immer noch einen zu großen Kapitalaufwand bedeuten, um das als Individuum stemmen zu können. Aber das Verbreiten der eigenen Meinung ist nicht mehr nur eine Frage des ökonomischen Kapitals. Jeder kann sich mit Hilfe von freien und kostenlosen Programmen wie der WordPress-Blogsoftware eine eigene Publikationsplattform schaffen und seine Meinung publizieren &#8211; &#8220;<a href="http://www.ring2.de/archives/faz-blog-der-absolute-kontrollverlust/index.php">aus einer gemütlichen Stube heraus</a>&#8220;. Das ist dann freilich noch keine Garantie dafür, dass die eigene Meinung dann auch gelesen wird, aber genau das ist auch Pressefreiheit. Im Web haben ein großer Verlag und ein einzelner Blogger wenigstens prinzipiell die gleichen Startbedingungen, ein gutes, lesenswertes Medium zu schaffen und dafür dann auch ein Publikum zu finden.</p>
<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/michael_untermais2.jpg"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/michael_untermais2.jpg" alt="" title="michael_untermais2" width="500" height="235" class="aligncenter size-full wp-image-1236" /></a></p>
<p>Genau an diesem Punkt wird es dann aber höchst politisch, denn dazu gehört z.B. auch, dass die Inhalte nicht aufgrund ökonomischer Erwägungen aus den wichtigen Distributions- und Informationskanälen wie Suchmaschinen, Videoplattformen, Wikis etc. herausgelöscht werden wie z.B. im Fall des Wikileaks-Videos &#8220;Collateral Damage&#8221; von Youtube geschehen. Dazu meine Slow-Media-Kollege Jörg Blumtritt, der einen &#8220;<a href="http://www.slow-media.net/virtueller-rundfunk">Virtuellen Rundfunk</a>&#8221; fordert:</p>
<blockquote><p>Eine Website, die auf Google nicht gelistet wird, existiert de facto nicht; ein Buch, dass Amazon nicht anbietet, kann man gleich wieder einstampfen; Musik, die i-tunes nicht listet, wird kaum gehört werden. Es ist höchste Zeit, dass wir – als Gesellschaft– aktiv werden, Initiative ergreifen, die Stimme erheben. Und zwar nicht, indem wir versuchen, über Regelungen und Gesetze alles in den alten Bahnen festzuzementierten (das wird ohnehin nichts bewirken). Nein, es ist vielmehr wichtig, eine aktive Rolle einzunehmen und nicht nur zu reagieren.</p></blockquote>
<p>Das Problem ist nicht der Kontrollverlust eines Bloggers gegenüber einem Unternehmen, mit dem er ein für ihn wie auch immer missverständliches <a href="http://blogbar.de/archiv/2010/06/24/ein-paar-fakten-und-personliche-worte-uber-das-bloggen-bei-der-faz/">Vertragsverhältnis</a> eingegangen ist, sondern der drohende Kontrollverlust gegenüber einer immer mächtigeren Informationsinfrastruktur, deren wesentliche Bausteine nicht in öffentlicher, sondern privater Hand sind. Da hat der alte Sethe dann doch noch seine Relevanz.</p>
<p><small>Ergänzung: Die Blogosphäre wäre eine viel interessantere Welt, wenn alle Blogger ihre Fotos selbst machen würden.</small></p>
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		<title>Schlafende Hunde</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/06/20/schlafende-hunde/</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 18:41:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[reichsparteitag]]></category>
		<category><![CDATA[wm]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielleicht ist es gar nicht so sinnvoll, immer in die Tiefe zu bohren. Insbesondere, wenn sich dort Dinge verbergen, die man gar nicht wissen möchte. Eine Art Schlusswort zu dem Reichstagsmärchen habe ich auf dem Slow Media-Blog geschrieben. Mögen die Hunde süß weiterschlafen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><img src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/wald_1.jpg" /><br />
Vielleicht ist es gar nicht so sinnvoll, immer in die Tiefe zu bohren. Insbesondere, wenn sich dort Dinge verbergen, die man gar nicht wissen möchte. Eine Art Schlusswort zu dem Reichstagsmärchen habe ich <a href="http://www.slow-media.net/versunkene-orte">auf dem Slow Media-Blog geschrieben</a>. Mögen die Hunde süß weiterschlafen.</p>
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		<title>Reichsparteitagsmärchen im ZDF</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/06/13/reichsparteitagsmarchen-im-zdf/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 20:45:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Ohne das Internet hätte es wahrscheinlich kaum jemand gemerkt. In der Halbzeitpause sprechen die ZDF-Moderatorin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn über das Tor von Miroslav Klose im ersten Spiel der WM mit deutscher Beteiligung. Dabei rutscht Müller-Hohenstein die zweifelhafte Formulierung &#8220;Das war für Miroslav Klose ein innerer Reichsparteitag&#8221; heraus. Zu diesem Zeitpunkt ist das Publikum normalerweise [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Ohne das Internet hätte es wahrscheinlich kaum jemand gemerkt. In der Halbzeitpause sprechen die ZDF-Moderatorin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn über das Tor von Miroslav Klose im ersten Spiel der WM mit deutscher Beteiligung. Dabei rutscht Müller-Hohenstein die zweifelhafte Formulierung &#8220;Das war für Miroslav Klose ein innerer Reichsparteitag&#8221; heraus. Zu diesem Zeitpunkt ist das Publikum normalerweise auf dem Weg in den Keller um noch ein Bier zu holen oder geht kurz auf die Toilette. Heute sitzt man nebenbei am Computer und kommentiert das Spiel auf Facebook oder Twitter:</p>
<p><object width="500" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/7hL6HWhMpJM&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xd0d0d0&#038;hl=en_US&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/7hL6HWhMpJM&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xd0d0d0&#038;hl=en_US&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowScriptAccess="always" width="500" height="385"></embed></object></p>
<p>Noch in derselben Sekunde werden die ersten Twitter-Nachrichten verschickt, die mit der Wortwahl der Moderatorin, vorsichtig ausgedrückt, überhaupt nicht zufrieden sind. Nahezu ebenso schnell schlagen die ersten Nutzer im Wiktionary nach und verharmlosen die seltsame Wortwahl als gängige umgangssprachliche Redewendung (kurzer Hinweis: darum geht es gar nicht, sondern darum, dass eine Formel, die im Dritten Reich üblich war in der Primetime auf dem ZDF gesendet wird &#8211; ohne jede Distanz). Es folgen dann zum Teil sehr seltsame Begründungen, warum so eine Redewendung unproblematisch sei:</p>
<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/andereparteien.jpg"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/andereparteien.jpg" alt="" title="andereparteien" width="373" height="79" class="aligncenter size-full wp-image-1217" /></a><br />
oder<br />
<a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/zitat2.png"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/zitat2.png" alt="" title="zitat2" width="428" height="71" class="aligncenter size-full wp-image-1219" /></a></p>
<p>Aber nicht nur das Publikum sitzt an den Rechnern, sondern auch der Sender. Und auch hier wird per Twitter das Gesagte kommentiert:</p>
<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/zdfonline.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1209" title="zdfonline" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/zdfonline.jpg" alt="" width="500" /></a></p>
<p>Diese Twitter-Nachricht hat das Potential für mich zu meinem bisherigen Twitter-Tiefpunkt zu werden. So kommuniziert der offizielle Kanal einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt? Redewendungen, die im Dritten Reich gängig waren und heute noch in der Umgangssprache weiterleben finden nicht nur über eines der reichweitenstärkste Fernsehformat einen Weg in den öffentlichen Sprachgebrauch, sondern werden auch noch als einfache Redewendung entschuldigt &#8211; Reichsparteitag steht hier auch für eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt für Stolz und Befriedigung. That&#8217;s it? Ich hoffe nicht.</p>
<p><b>UPDATE</b>: Auch die <a href="http://www.welt.de/fernsehen/article8032421/Mueller-Hohenstein-spricht-von-Reichsparteitag.html">Welt</a> und die <a href="http://www.taz.de/1/sport/wm-2010/artikel/1/irre-40-nazi-skandal-beim-zdf/">taz</a> haben das Thema schon aufgegriffen. F!XMBR widmen dem Thema <a href="http://www.fixmbr.de/der-innere-reichsparteitag-des-zdf/">zwei</a> <a href="http://www.fixmbr.de/der-innere-reichsparteitag-des-zdf-2/">Blogposts</a> und auch auf <a href="http://wortreich.in/der-reichsparteitag-in-dir-zdf-blamiert-sich/">Wortreich</a> und dem <a href="http://medium.blogsport.de/2010/06/13/innerer-reichsparteitag/">medium-Blog</a> finden sich Posts dazu.</p>
<p><b>UPDATE 2</b>: In der taz hat der WDR-&#8221;Kultreporter&#8221; 2005 in einem <a href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=le&#038;dig=2005%2F11%2F01%2Fa0029&#038;cHash=f4750fc08b">Interview</a> von einem ähnlichen Fehlgriff erzählt: &#8220;Es gab ein Spiel Fortuna Düsseldorf gegen Nürnberg. Der Spieler Detlef Szymanek, zuvor von Düsseldorf nach Nürnberg gewechselt, erzielte ein Tor und ich benutzte ausgerechnet die Formulierung &#8220;das war für ihn ein innerer Reichsparteitag&#8221;. In dem Moment als ich den Satz gesprochen hatte war mir klar, dass gibt Ärger. Und so war es auch.&#8221;</p>
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		<title>Wasserspiele</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/06/05/wasserspiele/</link>
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		<pubDate>Sat, 05 Jun 2010 20:09:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[soziologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal sind Wasserspiele einfach nur eine willkommene Erfrischung an einem heißen Sommertag. Die Lektüre von Gartenbauliteratur von 17. bis 19.  Jahrhundert zeigt aber, dass man Springbrunnen auch als Medium beobachten kann. Als sehr langsames Medium &#8211; deshalb habe ich auf dem Slow Media Blog einen Beitrag über &#8220;Springende Strahlen&#8221; geschrieben. Am besten lesen, so lange [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><img style="margin: 5px;" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/gehler_springbrunnen-300x77.jpg" alt="" width="300" height="77" align="left" />Manchmal sind Wasserspiele einfach nur eine willkommene Erfrischung an einem heißen Sommertag. Die Lektüre von Gartenbauliteratur von 17. bis 19.  Jahrhundert zeigt aber, dass man Springbrunnen auch als Medium beobachten kann. Als sehr langsames Medium &#8211; deshalb habe ich auf dem Slow Media Blog einen Beitrag über &#8220;<a href="http://www.slow-media.net/springende-strahlen">Springende Strahlen</a>&#8221; geschrieben. Am besten lesen, so lange das Sommerwetter anhält.</p>
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		<title>Internetkritikkritik</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/04/18/internetkritikkritik/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 21:29:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[internet]]></category>

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		<description><![CDATA[Was Douglas Adams vor gut 10 Jahren über die Internetkritiker geschrieben hat, gilt heute &#8230; ähm &#8230; immer noch für die Internetkritiker, aber auch für die Kritiker der Internetkritiker (und wahrscheinlich auch für die Slow-Media-Kritiker): &#8220;I suppose earlier generations had to sit through all this huffing and puffing with the invention of television, the phone, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Was Douglas Adams <a href="http://www.douglasadams.com/dna/19990901-00-a.html">vor gut 10 Jahren</a> über die Internetkritiker<br />
geschrieben hat, gilt heute &#8230; ähm &#8230; immer noch für die<br />
Internetkritiker, aber auch für die Kritiker der Internetkritiker (und<br />
wahrscheinlich auch für die <a href="http://slow-media.net">Slow-Media-Kritiker</a>):</p>
<p>&#8220;I suppose earlier generations had to sit through all this huffing and<br />
puffing with the invention of television, the phone, cinema, radio,<br />
the car, the bicycle, printing, the wheel and so on, but you would<br />
think we would learn the way these things work, which is this:</p>
<p>1) everything that’s already in the world when you’re born is just normal;</p>
<p>2) anything that gets invented between then and before you turn thirty<br />
is incredibly exciting and creative and with any luck you can make a<br />
career out of it;</p>
<p>3) anything that gets invented after you’re thirty is against the<br />
natural order of things and the beginning of the end of civilisation<br />
as we know it until it’s been around for about ten years when it<br />
gradually turns out to be alright really.</p>
<p>Apply this list to movies, rock music, word processors and mobile<br />
phones to work out how old you are.&#8221;</p>
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		<title>Die Communitas der Early Adopters</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/04/11/die-communitas-der-early-adopters/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Apr 2010 21:51:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[ethnologie]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[web2.0]]></category>
		<category><![CDATA[communitas]]></category>
		<category><![CDATA[early adopters]]></category>
		<category><![CDATA[liminalitas]]></category>
		<category><![CDATA[victor turner]]></category>

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		<description><![CDATA[Über den Begriff &#8220;Communitas&#8221; bin ich in meinen Ethnologieseminaren immer wieder gestolpert. Der große Symboldeuter Victor Turner hatte diesen Begriff verwendet, um eine Erfahrung zu beschreiben, die häufig in Zusammenhang mit einem Übergang auftritt. In vielen Ritualen tauchen solche Schwellenzustände auf, in denen auf einmal die gewöhnlichen Strukturen des Alltags aufgehoben werden und alle auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Über den Begriff &#8220;Communitas&#8221; bin ich in meinen Ethnologieseminaren immer wieder gestolpert. Der große Symboldeuter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Turner">Victor Turner</a> hatte diesen Begriff verwendet, um eine Erfahrung zu beschreiben, die häufig in Zusammenhang mit einem Übergang auftritt. In <a href="http://books.google.de/books?id=IBRuiOX8VEEC">vielen Ritualen</a> tauchen solche Schwellenzustände auf, in denen auf einmal die gewöhnlichen Strukturen des Alltags aufgehoben werden und alle auf derselben Stufe stehen (wobei es eigentlich gar keine Stufen mehr gibt). Wenn die Schwelle dann überschritten wird, festigt sich die Struktur wieder und die Teilnehmer des Rituals haben sich auf einmal verändert und besitzen z.B. einen neuen sozialen Status.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d3/Technology-Adoption-Lifecycle.png" alt="" width="500" /></p>
<p>Ich glaube, dass die Faszination der Early Adopters diesem Communitas-Zustand, also einem ganz intensiven Gefühl, gerade etwas bedeutendes gemeinsam zu erleben, ähnelt. Gerade Social-Media-Plattformen wie Twitter, Pownce (&#8220;egak&#8221;), Second Life, Facebook oder Foursquare hatten für mich in der Anfangszeit deutliche Ansätze einer liminalen Communitas-Erfahrung. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, wie man auf diese Plattformen kommt. Entweder man gehört zu den <strong>Spätzündern</strong>, die von einem größeren Freundes- oder Bekanntenkreis dorthin gezogen werden (man gehört also zur kritischen Masse, im Gegensatz zur unkritischen Communitas). Die anderen haben sich dort schon eingerichtet, wissen über die Möglichkeiten und Grenzen der Plattformen Bescheid und können den Nachzüglern jederzeit eine Kurzeinführung geben. Soziologen würden hier von Sozialisation sprechen. Eine sehr schöne Beschreibung habe ich auf dem Savage-Minds-Blog <a href="http://savageminds.org/2010/04/06/two-books-on-indigenous-methods">gefunden</a>:</p>
<blockquote><p>I am a late adopter of Twitter (r3×0r — feel free to follow me), and one of the nice things about being late to the party is that all of your old friends have already arrived and had a few drinks by the time you find a place to park.</p></blockquote>
<p>Ganz anders die <strong>Early Adopters</strong>. Sie warten die ganze Zeit darauf, dass das &#8220;next shiny toy&#8221; am Horizont auftaucht, und wenn die Türe zum Alpha- oder Betatest geöffnet werden, strömen sie auf die Plattform und beginnen damit gemeinsam herauszufinden, was man mit diesem neuen Spielzeug alles anfangen kann. In den zum Teil nächtelangen Sitzungen entsteht dabei, da es sich oft im Kern um dieselben Personen handelt, die man schon von anderen Plattformen kannte, eine Erfahrung, gerade an einem mehr oder weniger bedeutenden Moment der Geschichte des Internets teilzunehmen &#8211; oder besser: sie gerade gemeinsam zu schreiben. Jeder fängt gleichermaßen bei Null an, so dass es ganz im Turnerschen Sinne in diesem Moment kaum feste Strukturen gibt, sondern nur eine undefinierte, aber gemeinsame Erfahrung. Das Spannende und Faszinierende daran (nicht nur für den Early Adopter, sondern auch für den Plattformbetreiber) ist gerade die Möglichkeit, mit anzusehen, wie sich diese Strukturen allmählich entwickeln.</p>
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		<item>
		<title>Das Internet ist keine Modeerscheinung</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/02/17/das-internet-ist-keine-modeerscheinung/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Feb 2010 22:44:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2010]]></category>

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		<description><![CDATA[Was ist eigentlich das Faszinierende an der gegenwärtigen Debatte über das Internet, die sich unter anderem auf Frank Schirrmachers Buch Payback bezieht? Für mich ist es gar nicht so sehr der Austausch an Argumenten und Missverständnissen. Vielmehr bin ich überrascht, wie wenig selbstbewusst und gelassen die sogenannten &#8220;Internetbefürworter&#8221; sich hier verhalten. Hier scheint es tatsächlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Was ist eigentlich das Faszinierende an der gegenwärtigen Debatte über das Internet, die sich unter anderem auf Frank Schirrmachers Buch Payback bezieht? Für mich ist es gar nicht so sehr der Austausch an Argumenten und Missverständnissen. Vielmehr bin ich überrascht, wie wenig selbstbewusst und gelassen die sogenannten &#8220;Internetbefürworter&#8221; sich hier verhalten. Hier scheint es tatsächlich die Befürchtung zu geben, dass ein paar kritisch-nachdenkliche Zeitungsartikel das Internet kaputtreden könnten. Ich glaube es ist lange her, das dem Feuilleton so viel Macht eingeräumt wurde.</p>
<p>Die frohe Botschaft lautet: Auch zehn Paybacks werden und können uns nicht wieder in die internetfreien 1950er Jahre zurückbringen. Paradoxerweise ist sich die Fraktion der Kritiker dieser Tatsache viel bewusster als es die Verteidiger sind:</p>
<blockquote><p>&#8220;Wir sollten unsere Zeit nicht damit verschwenden, zu diskutieren, ob man das Internet braucht oder nicht, ob irgendjemand es abschaffen oder vorantreiben will.&#8221; (Frank Schirrmacher im <a href="http://www.isarrunde.de/empfehlungen/43/1/1/17/absaufen_in_der_informationsflut.html">Isarrunden-Blog</a>)</p></blockquote>
<p>Eigentlich muss man sich nur Zahlen wie diese kürzlich von Nielsen veröffentlichen <a href="http://thenextweb.com/us/2010/02/16/facebook-users-spend-7-hours-monthly-site-buries-internet-top-10-usage/">Nutzungsdaten der Top 10 Internetmarken in den USA</a> ansehen. Sieben Stunden beträgt die durchschnittliche monatliche Nutzungsdauer von Facebook:<br />
<a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/02/Facebook-Users-Spend-7-Hours-Monthly-On-The-Site-Buries-The-Internet-Top-10-In-Usage.png"><img class="aligncenter size-medium wp-image-1175" title="Facebook-Users-Spend-7-Hours-Monthly-On-The-Site-Buries-The-Internet-Top-10-In-Usage" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/02/Facebook-Users-Spend-7-Hours-Monthly-On-The-Site-Buries-The-Internet-Top-10-In-Usage.png" alt="" width="500" /></a><br />
Der Wandel, der dahinter steckt &#8211; und der auch noch keine Anzeichen der Verlangsamung aufweist -, zeigt deutlich, dass das Internet sich in ein neues Massenmedium verwandelt, das mittlerweile die <a href="http://lumma.de/2010/02/17/7-stunden-facebook-pro-monat/">neue Primetime</a> darstellt. Diesen Punkt sollten wir in der Diskussion endlich einmal als gegeben setzen. Das Internet ist eine technische, kulturelle und soziale Realität. Punkt. Denn erst dann fängt die spannende Debatte darüber an, was dieses neue Meta-Medium mit uns (und den Geschäftsmodellen des 20. Jahrhunderts) macht oder <a href="http://blog.metaroll.de/2010/02/06/rt-homo-sapiens-sapiens/">was für ein Internet wir überhaupt wollen</a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>RT: Homo sapiens sapiens</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/02/06/rt-homo-sapiens-sapiens/</link>
		<comments>http://blog.metaroll.de/2010/02/06/rt-homo-sapiens-sapiens/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 06 Feb 2010 14:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[marshall mcluhan]]></category>
		<category><![CDATA[vernetzung]]></category>
		<category><![CDATA[vilem flusser]]></category>

		<guid isPermaLink="false">http://blog.metaroll.de/?p=1165</guid>
		<description><![CDATA[Die FAZ hat mit ihrer Serie über das digitale Denken ein Denk-Vakuum ausgefüllt und verblüfft von Woche zu Woche mit intelligenten Gastbeiträgen zu dieser entscheidenden Frage der digitalen Kultur. Ganz zentral geht es darum, was mit unserer Art zu Denken passiert, wenn wir immer mehr Informationen auf externe Speicher auslagern, in einem immer schnelleren Tempo [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<div id="attachment_1172" class="wp-caption alignleft" style="width: 310px"><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/02/rtlobo.jpg"><img class="size-medium wp-image-1172" title="Die Retweet-Gesellschaft" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/02/rtlobo-300x177.jpg" alt="" width="300" height="177" /></a><p class="wp-caption-text">Die Retweet-Gesellschaft</p></div>
<p>Die FAZ hat mit ihrer Serie über das digitale Denken ein Denk-Vakuum ausgefüllt und verblüfft von Woche zu Woche mit intelligenten Gastbeiträgen zu dieser entscheidenden Frage der digitalen Kultur. Ganz zentral geht es darum, was mit unserer Art zu Denken passiert, wenn wir immer mehr Informationen auf externe Speicher auslagern, in einem immer schnelleren Tempo Informationen senden und empfangen und wenn diese Prozesse noch dazu in einer Art instabilem und opakem Kollektiv stattfinden &#8211; Cloudsourcing. Die drei Herausforderungen lauten also: Externalisierung, Beschleunigung und Sozialisierung.</p>
<p>In dem jüngsten FAZ-Beitrag schreibt <a href="http://thenumerati.net/">Stephen Baker</a> über die erste dieser drei Fragen, nämlich &#8220;<a href="http://www.faz.net/s/RubCEB3712D41B64C3094E31BDC1446D18E/Doc~EFE324AEB56D9453787F300D7644D93D6~ATpl~Ecommon~Scontent.html">Was lassen wir in unseren Köpfen</a>&#8220;. Er stellt fest, dass die zunehmende Externalisierung von Informationen und Denkprozessen (ein neuer Höhepunkt wurde mit dem Cloud-Computing erreicht) einen neuen Entwicklungsschub der Homo sapiens-Gehirne bedeutet &#8211; nach 40.000 Jahren Stabilität gibt es nun wieder einen neuen Schub:</p>
<blockquote><p>Jahr für Jahr verdoppelt dieses globale Gehirn die Zahl seiner Transistoren. Es wird stärker. Und während es stärker wird, türmt es nicht nur Berge, sondern ganze Gebirgsketten von Daten auf.</p></blockquote>
<p>Für die frühen Theoretiker des digitalen Zeitalters wie McLuhan war dies noch eine Entwicklung, die man ins Transzendentale verlängern konnte und so die Herausbildung eines Weltbewusstseins &#8211; einer <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Noosph%C3%A4re">Noosphäre</a> &#8211; als etwas positives betrachten konnte. Es scheint seit McLuhans Visionen nichts grundlegendes passiert zu sein, dennoch fällt es zunehmend schwerer, an die Heilserwartung der Noosphäre noch ernsthaft zu glauben. Der gnostische Optimismus ist zerbrochen. Aber woran?</p>
<p>Ich habe darauf noch keine schlüssige Antwort. Ein Anhaltspunkt liefert aber der Flussersche Begriff des Automaten. Wir wissen, dass Medien nichts anderes sind als Verlängerungen menschlicher Organe &#8211; in der Regel Sinnesorgane. Werkzeuge also, die Menschen bedienen können, um z.B. weiter, lauter oder schneller kommunizieren zu können. Automaten sind etwas anderes. Automaten sind Wechselbeziehungen zwischen Menschen und Vorrichtungen. Die Vorrichtung ist (wie beim Werkzeug) eine Funktion des Menschen. Aber hier sind die Menschen gleichzeitig auch Funktionen der Vorrichtung.</p>
<p>Für mich ist eine der bedrohlichsten Entwicklungen der digitalen Kultur nicht so sehr die Tatsache, dass wir durch Algorithmen immer besser überwachbar und vorhersagbar werden. Nein, die gefährliche Pointe liegt darin, dass wir uns immer besser überwachbar und vorhersagbarer machen. Noch wirkt es wie ein Sketch, wenn Menschen mit dem Mittagessen warten, bis sie ein Foto davon auf Facebook gepostet haben, vor der Kneipe stehen bleiben bis Foursquare ihnen das erfolgreiche Einchecken bestätigt hat oder reflexartig die Kurzgedanken der digitalen Prominenz per Retweet auf Twitter weiterverbreiten. In diesen Fällen &#8211; und das ist nur die zur Karikatur überformte Spitze &#8211; machen wir uns zur Vorrichtung von Codes, Datenbanken, Clouds, APIs und neuen Meta-Medienkonzernen wie Apple und Google.</p>
<p>Damit ist mir auch etwas klarer geworden, wass wir mit unserem <a href="http://www.slow-media.net/">Slow-Media-Gedanken</a> eigentlich im Sinn haben: Einen Ausbruch aus dieser Matrix. Das Sammeln von Medien, in denen wir uns als Persönlichkeiten wiederfinden und nicht als Automaten. Ein bisschen erinnert mich das an die Erinnerungsgemeinschaft in <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fahrenheit_451">Fahrenheit 451</a> &#8211; geht es darin nicht genau um die Frage, was wir in unseren Köpfen bewahren können?</p>
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		<title>Let it slow! &#8211; 2010 wird das Jahr der Slow Media</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/01/03/let-it-slow-2010-wird-das-jahr-der-slow-media/</link>
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		<pubDate>Sun, 03 Jan 2010 12:40:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[manifest]]></category>
		<category><![CDATA[slow food]]></category>
		<category><![CDATA[slow media]]></category>

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		<description><![CDATA[Ein bisschen war es das Ergebnis der Diskussion mit Frank Schirrmacher über die Informationsflut und die Folgen sozialer Technologien auf dem Isarrunden-Blog. Ein bisschen scheint es aber auch in der Luft zu liegen. Wenn man von McLuhans Beschreibung von Medien als Erweiterungen des menschlichen Körpers ausgeht, kann einen mitten im Social-Media-Sturm ab und zu das [...]]]></description>
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<p>Ein bisschen war es das Ergebnis der Diskussion mit Frank Schirrmacher über die Informationsflut und die Folgen sozialer Technologien auf dem <a href="http://isarrunde.de/empfehlungen/43/0/1/17/absaufen_in_der_informationsflut.html">Isarrunden-Blog</a>. Ein bisschen scheint es aber auch in der Luft zu liegen. Wenn man von McLuhans Beschreibung von Medien als Erweiterungen des menschlichen Körpers ausgeht, kann einen mitten im Social-Media-Sturm ab und zu das Gefühl beschleichen, zum medialen Tausendfüßler geworden zu sein. So viele Kanäle, so viele Technologien, so viele Netzwerke. Deshalb glaube ich, dass wir nach der spannenden Phase der Erfindungen jetzt in eine Phase der Entdeckungen kommen werden, in der er darum geht, herauszufinden, wie wir die ganzen neuen Kommunikationskanälen einsetzen können, um &#8211; Achtung! Jetzt wird es pathetisch! &#8211; die Welt oder das eigene Leben zu einem besseren zu machen. Ein erster Schritt in diese Richtung ist das gemeinsam mit Sabria David und Jörg Blumtritt geschriebene &#8220;<a href="http://www.slow-media.net/manifest/">Slow Media Manifest</a>&#8221; (begleitend dazu gibt es auch ein neues <a href="http://www.slow-media.net">Slow-Media-Blog</a>, das unsere Vorstellungen von Slow Media Tag für Tag mit Beispielen demonstriert):</p>
<p><strong>Das Slow Media Manifest</strong></p>
<p>Im ersten Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts, den so genannten Nuller-Jahren, haben sich die technologischen Grundlagen der Medienlandschaft tiefgreifend verändert: die wichtigsten Schlagworte lauten: Vernetzung, Internet und soziale Medien. Im zweiten Jahrzehnt wird es weniger darum gehen, neue Technologien zu finden, die das Produzieren von Inhalten noch leichter, schneller und kostengünstiger gestalten. Stattdessen wird es darum gehen, angemessene Reaktionen auf diese Medienrevolution zu entwickeln – sie politisch, kulturell und gesellschaftlich zu integrieren und konstruktiv zu nutzen. Das Konzept “Slow” – Slow wie in Slow Food und nicht wie in Slow Down – ist ein wichtiger Schlüssel hierfür. Analog zu Slow Food geht es bei Slow Media nicht um schnelle Konsumierbarkeit, sondern um Aufmerksamkeit bei der Wahl der Zutaten und um Konzentration in der Zubereitung. Slow Media sind auch einladend und gastfreundlich. Sie teilen gerne.</p>
<p><strong>1. Slow Media sind ein Beitrag zur Nachhaltigkeit</strong>: Nachhaltigkeit bezieht sich auf die verwendeten Rohstoffe und Prozesse und die Arbeitsbedingungen, auf deren Grundlage ein Medium produziert wird. Ausbeutung und Niedriglohnsektoren können ebenso wie das bedingungslose Ausschlachten der Nutzerdaten keine nachhaltigen Medien zum Ergebnis haben. Zugleich bezieht sich der Begriff auch auf den nachhaltigen Konsum von Slow Media.</p>
<p><strong>2. Slow Media fördern Monotasking</strong>: Slow Media lassen sich nicht nebenbei konsumieren, sondern provozieren die Konzentration der Nutzer. So wie die Herstellung eines guten Essens die volle Aufmerksamkeit aller Sinne eines Koches und seiner Gäste erfordert, können Slow Media nur in fokussierter Wachheit mit Genuss konsumiert werden.</p>
<p><strong>3. Slow Media zielen auf Perfektionierung</strong>: Slow Media zeichnen sich nicht notwendig dadurch aus, dass sie etwas ganz Neues auf dem Markt darstellen. Viel wichtiger ist der Aspekt eines immer weiter verbesserten und bewährten Benutzerinterfaces, das robust, zugänglich und perfekt auf die Mediennutzungsgewohnheiten der Menschen zugeschnitten ist.</p>
<p><strong>4. Slow Media machen Qualität spürbar</strong>: Slow Media messen sich selbst in Produktion, Anmutung und Inhalt an hohen Qualitätsmaßstäben und heben sich dadurch von ihren schnellen und kurzlebigen Pendants ab. Sei es durch eine hochwertige Oberfläche oder ein ästhetisch begeisterndes Layout.</p>
<p><strong>5. Slow Media fördern Prosumenten – Menschen, die aktiv bestimmen, was und wie sie konsumieren und produzieren wollen</strong>: An die Stelle des passiven Konsumenten tritt bei Slow Media der aktive Prosument, der von seiner Mediennutzung zu neuen Ideen und Handlungen angeregt wird. Randnotizen in einem Buch oder angeregte Diskussionen über eine Platte mit Freunden sind gute Zeichen hierfür. Slow Media inspirieren, wirken in dem Denken und Handeln der Nutzer nach und sind auch noch Jahre später spürbar.</p>
<p><strong>6. Slow Media sind diskursiv und dialogisch</strong>: Sie suchen ein Gegenüber, mit dem sie in Kontakt treten können. Die Wahl des Mediums ist dabei zweitrangig. Das Zuhören ist bei Slow Media ebenso wichtig wie das Sprechen. “Slow” bedeutet hier: aufmerksam und zugewandt sein und auch eigene Positionen aus einer anderen Perspektive betrachten und hinterfragen zu können.</p>
<p><strong>7. Slow Media sind soziale Medien</strong>: Um Slow Media bilden sich lebendige Gemeinschaften oder Stämme, gleich ob es sich um einen lebenden Autor handelt, der mit seinen Lesern in den Austausch tritt, oder einen verstorbenen Musiker, um dessen Musik sich eine aktive Deutungsgemeinschaft bildet.So fördern Slow Media die Vielfalt und respektieren kulturelle und lokale Besonderheiten.</p>
<p><strong>8. Slow Media nehmen ihre Nutzer ernst</strong>: Slow Media treten ihren Nutzern selbstbewusst-freundschaftlich gegenüber und haben ein gutes Gespür dafür, für wieviel Komplexität und Ironie ihre Nutzer bereit sind. Slow Media sehen weder belehrend auf ihre Nutzer herab noch begegnen sie ihnen unterwürfig-anbiedernd.</p>
<p><strong>9. Slow Media werden empfohlen statt beworben</strong>: Der Erfolg von Slow Media liegt nicht in einem überwältigenden Werbedruck auf allen Kanälen, sondern in den Empfehlungen in Freundes-, Kollegen- und Familienkreisen. Ein Buch, das man sich fünfmal kauft, um es an die besten Freunde zu verteilen, ist ein gutes Beispiel dafür.</p>
<p><strong>10. Slow Media sind zeitlos</strong>: Slow Media haben eine hohe Lebensdauer und wirken auch nach mehreren Jahren oder Jahrzehnten noch frisch. Sie verlieren mit der Zeit nicht ihre Qualität, sondern bekommen allenfalls eine Patina, die den gefühlten Wert sogar steigern.</p>
<p><strong>11. Slow Media sind auratisch</strong>: Slow Media strahlen eine besondere Aura aus. Sie erzeugen in dem Nutzer das Gefühl, dass das Medium genau in diesen Augenblick seines Lebens gehört. Auch wenn Slow Media industriell erzeugt sind oder teilweise auf industriellen Produktionsmitteln basieren, vermitteln sie den Eindruck von Einmaligkeit und weisen über sich selbst hinaus.</p>
<p><strong>12. Slow Media sind progressiv, nicht reaktionär</strong>: Slow Media bauen auf ihren technischen Errungenschaften und der Lebensweise in der Netzwerkgesellschaft auf. Gerade durch die Beschleunigung in zahlreichen Lebensbereichen werden Inseln der bewussten Langsamkeit möglich, aber auch überlebenswichtig. Slow Media sind kein Gegensatz zur Geschwindigkeit und Gleichzeitigkeit von Twitter, Blogs und Social Networks, sondern eine Haltung und Art sie zu nutzen.</p>
<p><strong>13. Slow Media setzen auf Qualität – sowohl in der Produktion wie bei der Rezeption von Medieninhalten</strong>: Kulturwissenschaftliches Handwerk wie Quellenkritik, die Einordnung und Gewichtung von Informationsquellen, gewinnt gerade mit der zunehmenden Verfügbarkeit von Informationen an Bedeutung.</p>
<p><strong>14. Slow Media werben um Vertrauen und nehmen sich Zeit, glaubwürdig zu sein. Hinter Slow Media stehen echte Menschen. Und das merkt man auch.</strong></p>
<p><em>Stockdorf und Bonn, den 02.01.2010</em></p>
<p>Benedikt Köhler<br />
Sabria David<br />
Jörg Blumtritt</p>
<p>Literatur zum Thema:<br />
<a href="http://www.huffingtonpost.com/elissa-altman/move-over-slow-food-intro_b_367517.html">http://www.huffingtonpost.com/elissa-altman/move-over-slow-food-intro_b_367517.html</a><br />
<a href="http://marketplace.publicradio.org/display/web/2009/11/17/pm-slow-media/">http://marketplace.publicradio.org/display/web/2009/11/17/pm-slow-media/</a><br />
<a href="http://www.huffingtonpost.com/arianna-huffington/announcing-my-first-pick-_b_310544.html">http://www.huffingtonpost.com/arianna-huffington/announcing-my-first-pick-_b_310544.html</a><br />
<a href="http://blog.oup.com/2008/11/slow_blog/">http://blog.oup.com/2008/11/slow_blog/</a><br />
<a href="http://www.shep.ca/?p=132">http://www.shep.ca/?p=132</a><br />
<a href="http://blog.stuttgarter-zeitung.de/?p=5122">http://blog.stuttgarter-zeitung.de/?p=5122</a><br />
<a href="http://www.giarts.org/library_additional/library_additional_show.htm?doc_id=448395">http://www.giarts.org/library_additional/library_additional_show.htm?doc_id=448395</a></p>
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		<title>Kulturelle Vielfalt oder Einheitsbrei?</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/12/20/kulturelle-vielfalt-oder-einheitsbrei/</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Dec 2009 22:48:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[differenz]]></category>
		<category><![CDATA[ethnologie]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[isarrunde]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
		<category><![CDATA[soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[theorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Die aktuelle Folge der Isarrunde ist ein wunderschönes Beispiel dafür, wie das Web funktioniert. Man trifft sich online und offline, diskutiert über Ereignisse, die einen bewegt haben, wie zum Beispiel den Tod des Ethnologen Claude Lévi-Strauss. Dann schreibt jemand einen Blogbeitrag darüber, inwiefern sich ein zentrales Motiv daraus (das Zerstören oder Verwestlichen von kulturellen Unterschieden [...]]]></description>
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<p>Die aktuelle Folge der <a href="http://isarrunde.de">Isarrunde</a> ist ein wunderschönes Beispiel dafür, wie das Web funktioniert. Man trifft sich online und offline, diskutiert über Ereignisse, die einen bewegt haben, wie zum Beispiel den Tod des Ethnologen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Lévi-Strauss">Claude Lévi-Strauss</a>. Dann schreibt jemand <a href="http://www.michaelreuter.org/2009/11/gedanke-zur-bedeutung-von-claude-l%C3%A9vystrauss-traurigen-tropen-f%C3%BCr-das-internet.html">einen Blogbeitrag darüber</a>, inwiefern sich ein zentrales Motiv daraus (das Zerstören oder Verwestlichen von kulturellen Unterschieden durch das Reisen) auch auf das Internet übertragen lässt. Anschließend entfaltet sich auf Twitter in zahlreichen 140-Zeichenbeiträgen eine kontroverse Diskussion über dieses Thema und es folgen weitere Blogeinträge <a href="http://www.text-raum.de/zweiraum/wird-das-andere-weniger">hier</a>, <a href="http://www.thorstena.de/?p=1769">hier</a> und <a href="/2009/11/07/das-tribale-internet/">hier</a> &#8211; und <a href="http://drultra.posterous.com/das-ende-der-kultur-findet-nicht-statt">hier</a> wird sogar ein Blog eigens für diesen Zweck wieder reaktiviert. Dieses Diskursnetzwerk liefert dann das fruchtbare Ferment für eine Isarrundendiskussion <a href="http://isarrunde.de/isarrunden/38/0/1/17/ist_das_web_ein_gleichmacher_oder_quelle_der_vielfalt.html">wie die folgende</a>:<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/bteil_r5Pzc&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;hl=en_US&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/bteil_r5Pzc&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;hl=en_US&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowScriptAccess="always" width="425" height="344"></embed></object></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mit dem Blackberry im Methusalemkomplott</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/12/19/mit-dem-blackberry-im-methusalemkomplott/</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 17:51:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[web2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich muss gestehen, dass mich bisher die Debatte um die digitale Überforderung &#8211; zum Wortführer dieser Scheinbewegung hat sich Frank Schirrmacher gemacht &#8211; wenig berührt hat. Vielleicht ist mit folgender abgewandelter Tocotronic-Textzeile seine Position so weit zusammengefasst, dass man sich alle weitere Lektüre sparen kann: Wahrscheinlich hat Schirrmacher gar keine Zeit, Twitter ist gut doch [...]]]></description>
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<p><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2009/12/IMG_06221-139x300.jpg" alt="Informationsflut" title="Informationsflut" width="139" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-1139" />Ich muss gestehen, dass mich bisher die <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,665806,00.html">Debatte</a> um die digitale Überforderung &#8211; zum Wortführer dieser Scheinbewegung hat sich <a href="http://carta.info/18949/algorithmen-im-alltag-wie-das-werkzeug-seinen-erfinder-umarbeitet/">Frank Schirrmacher</a> gemacht &#8211; wenig berührt hat. Vielleicht ist mit folgender abgewandelter <a href="http://www.youtube.com/watch?v=LEcgFCYdadg">Tocotronic-Textzeile</a> seine Position so weit zusammengefasst, dass man sich alle weitere Lektüre sparen kann:</p>
<blockquote><p>
Wahrscheinlich hat Schirrmacher gar keine Zeit,<br />
Twitter ist gut doch die Welt noch nicht bereit.
</p></blockquote>
<p>Natürlich kommen bei mir mehr Informationen an als ich verarbeiten kann. Das würde ich aber nicht unbedingt auf das Internet oder das Social Web im Besonderen zurückführen. Eine Mailbox, in der sich 2578 ungelesene Emails virtuell stapeln ist hat für mich keinen sehr viel größeren Aufforderungscharakter als der Stapel un- oder halbgelesener Bücher, die sich in meinem Haus physisch stapeln. Warum sollte mein Hirneiweiß durch den einen Informationsstau veranlasst sehen, neue Formen des Verklumpens zu bilden als bei dem anderen Informationsstau?</p>
<p>Zwar gibt es deutliche Unterschiede zwischen dem gedruckten Informationsüberfluss &#8211; jeder, der schon einmal eine Zeitung wie z.B. Schirrmachers FAZ abonniert hatte, weiß wie alte Zeitungsausgaben dazu neigen, den Lebensraum zu verstopfen &#8211; und der neuen digitalen Unübersichtlichkeit. Aber begleitend zu den neuen Überforderungsphänomenen gibt es neue Coping-Mechanismen. Zum Beispiel Blackberry: Klar signalisiert mir das blinkende rote Licht immer wieder, dass neue Informationen abgerufen oder aufgenommen werden wollen. Wenn ich das Smartphone umdrehe, so dass die rote Leuchte nach unten zeigt, sehe ich das Blinken nicht mehr. Ein einfacher Trick, millionenfach bewährt.</p>
<p>Und auch für digitale Informationskanäle wie Twitter gibt es so etwas. Das Geheimrezept lautet &#8220;einfach mal ignorieren&#8221;. Vielleicht ist es hierbei von Vorteil, wenn man sowieso so vielen Menschen folgt, dass man mit dem Lesen nicht mehr hinterherkommt? Ich folge knapp 2.500 Menschen auf Twitter. Keine Chance, auch nur annähernd up to date zu bleiben mit all ihren Gedanken, Ängsten, Banalitäten, Entdeckungen etc. Das schnelle Tempo führt dazu, dass ich mich ganz bewusst an bestimmten Informationen oder Personen orientiere. Was jemand explizit mir mitteilen möchte (also <a href="http://search.twitter.com/search?q=@furukama">@furukama-Botschaften</a>), bekomme ich mit. Ebenso alles, was die Handvoll Menschen schreibt, die mir besonders wichtig sind (dafür habe ich eine Twitter-Liste). Für den ganzen Rest entwickelt sich so eine Art <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flow_%28Psychologie%29">Flow</a>-Gefühl, ein Schweben über dem Informationsstrom, von dem ich nur hin und wieder einzelne Gedanken mitbekomme, mehr nicht.</p>
<p>Der einzige Punkt, der an dieser Debatte wirklich interessant ist: Wie passen die Diagnosen der letzten Schirrmacher-Werke zusammen? Hier wird es wirklich spannend. Auf der einen Seite der Methusalem-Komplott in dem die Älteren die Macht übernehmen und den Staat von oben bis unten umkrempeln. Auf der anderen Seite die immer schwächeren nachwachsenden Generationen, die aber mit Twitter, iPhone und Facebook das, was sie an Masse und Macht verloren haben, durch Geschwindigkeit wieder wettmachen wollen? Droht hier tatsächlich ein Krieg der Alten gegen die Jungen bzw. der jederzeit erreichbaren Echtzeitgehirne gegen die in Offline-Idyllen schwelgenden Altersrassisten? Und vor allem: Wo steht ein Schirrmacher in diesem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tohuwabohu">Tohuwabohu</a>?</p>
<p>Vielleicht zum Abschluss noch einen theologischen Gedanken. Das passt ganz gut zur Adventszeit, die übrigens ebenfalls zwei Gesichter hat: ein helles, fröhliches Süßer-die-Glocken-nie-klingen-Gesicht, und gleichzeitig aber auch ein kulturgeschichtlich sehr viel älteres düsteres Gesicht einer Endzeit, in der man schwarz getragen hat und gefastet hat und weder heiraten, noch sich in der öffentlichkeit freuen durfte. Die glückselige Informationsarmut des vom Netz genommenen Methusalems ähnelt tatsächlich einem paradiesischen Zustand. Das Paradies ist nämlich sogar etymologisch nichts anderes als ein früher &#8220;<a href="http://www.isarrunde.de/isarrunden/40/1/1/17/das_netz_als_sammlung_vieler_walled_garden.html">walled garden</a>&#8221; (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gartenkunst_im_Vorderen_Orient">pairidaeza</a>), in dem es keine Information gibt, da es sich um einen statischen Zustand handelt und Information immer bedeutet: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Gregory_Bateson">ein Unterschied, der einen Unterschied macht</a>. Ich finde hier die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=5zNdMc6wGtU">Theologie der Talking Heads</a> am überzeugendsten, die den Himmel wie folgt beschreiben:</p>
<blockquote><p>
Heaven, heaven is a place,<br />
a place where nothing, nothing ever happens<br />
Heaven, heaven is a place,<br />
a place where nothing, nothing ever happens
</p></blockquote>
<p>Das Gegenteil von dieser himmlischen Zeitlosigkeit sind die zutiefst irdischen digitalen Echtzeit-Informationsströme, in denen jeden Tag etwas neues passiert, jeden Tag neue Personen in den Timelines auftauchen, jeden Tag andere Verknüpfungen der potentiell globalen Netzwerkgesellschaft aktualisiert werden.</p>
<p>Siehe dazu auch:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.michaelreuter.org/2009/12/haben-sie-eine-payback-card-oder-kommunizieren-ist-%C3%BCbungssache.html">Haben Sie eine Payback-Card &#8211; oder Kommunizieren ist Übungssache</a> von Michael Reuter</li>
<li><a href="http://www.isarrunde.de/empfehlungen/43/1/1/17/absaufen_in_der_informationsflut.html">Absaufen in der Informationsflut</a> auf dem Isarrunde-Blog</li>
<li><a href="http://www.text-raum.de/zweiraum/diskurs-ein-hin-und-hergehendes-gesprach">Diskurs: ein hin- und hergehendes Gespräch</a> von Sabria David
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Das tribale Internet</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/11/07/das-tribale-internet/</link>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 11:17:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[ethnologie]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[web2.0]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Michael Reuter stellt in seinem Blog anlässlich des Todes von Claude Lévi-Strauss die wichtige Frage: Ist es denkbar, dass durch die zunehmende Transparenz des Wissens, der Meinungen und der Aktivitäten der Teilnehmer des Netzes gerade die für eine biologische und kulturelle Entwicklung notwendigen Unterschiede individueller, abgekapselter Gruppen verlorengehen? Oder anders ausgedrückt: Ist das Internet (bzw. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><a href="http://www.michaelreuter.org/2009/11/gedanke-zur-bedeutung-von-claude-l%C3%A9vystrauss-traurigen-tropen-f%C3%BCr-das-internet.html">Michael Reuter</a> stellt in seinem Blog anlässlich des Todes von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Lévi-Strauss">Claude Lévi-Strauss</a> die wichtige Frage:</p>
<blockquote><p>Ist es denkbar, dass durch die zunehmende Transparenz des Wissens, der Meinungen und der Aktivitäten der Teilnehmer des Netzes gerade die für eine biologische und kulturelle Entwicklung notwendigen Unterschiede individueller, abgekapselter Gruppen verlorengehen?</p></blockquote>
<p>Oder anders ausgedrückt: Ist das Internet (bzw. heute das <a href="/2009/06/06/leben-in-140-zeichen/">Echtzeitinternet</a> und das soziale Internet) ein großer Gleichmacher? Ich glaube nicht.</p>
<p>Zum einen hatten wir in der Ethnologie diese Diskussion schon vor längerer Zeit ausführlich am Beispiel des Fernsehens durchgespielt. Klar, eine &#8220;Eingeborenenfamilie&#8221; im tiefsten Busch, deren jüngster Sohn leidenschaftlicher Rambo-Fan ist und deren Eltern zu Dallas-Experten geworden sind, sprechen auf den ersten Blick für den Erfolg eines neuen universalistischen Mediums, das die gesamte Erde planiert (&#8220;<a href="/2008/07/16/die-welt-ist-nicht-geschrumpft-sondern-zerknittert/">a flat earth</a>&#8220;) und sämtliche kulturelle Unterschiede zerstört. Das wirkt aber nur auf den ersten oberflächlichen Blick so. Wenn man nämlich damit anfängt, diese Menschen zu verstehen, dann merkt man, dass der Rambo, den sie sehen, ein ganz anderer ist als derjenige, den wir sehen. Auch die immer wieder beschwörte Amerikanisierung unserer Kultur betrifft in erster Linie die Oberflächen (den von Lévi-Strauss zitierten warmen Lackgeruch und den Wintergreen-Tee) und nicht die Rezeption, Umdeutung und Aneignung dieser Stoffe. <a href="http://www.aber.ac.uk/media/Modules/TF33120/katzlieb.html">Katz und Liebes</a> hatten in einer großen empirischen Studie gezeigt, wie ein und dieselbe Fernsehserie (Dallas) in unterschiedlichen kulturellen Gruppen ganz unterschiedlich wahrgenommen werden.</p>
<p>Aber dennoch: der technologische Unterbau des Internet ist tatsächlich zu einer universellen Geschichte geworden, die weltweit sehr gleichförmig ist. Das indische TCP/IP scheint sich nicht von dem brasilianischen zu unterscheiden. In Deutschland verwendet man HTML ähnlich wie in Japan &#8211; bzw. vielleicht fehlen uns noch kulturwissenschaftliche Studien, die hier dann doch Unterschiede finden. Und zum Teil sind auch die politischen Fragen, die sich hieran knüpfen, ähnliche: Soll man den Zugang für alle frei schalten oder auf bestimmte Personenkreise beschränken? Soll man zensieren oder nicht? Die Antworten freilich fallen je nach kulturellem und politischen Kontext höchst unterschiedlich aus.</p>
<p>Das Internet und auch das Web 2.0 ist keine globale Monokultur. Natürlich ist es potentiell möglich, dass, wie Reuter sagt, &#8220;letztlich alle wissen, was irgendwo passiert und was irgendwer macht&#8221;. Nur bleibt diese Tatsache immer im Konjunktiv. De facto nutzen wir Plattformen wie Twitter, Facebook oder auch Blogs tendenziell eher tribalistisch als esperantistisch. Die meisten meiner Kontakte, mit denen ich täglich über Twitter kommuniziere, kommen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Schon, wenn ich nach Italienern suche, wird es schwierig. Und dann habe ich noch gar nicht nach dem Bildungsgrad und dem räumlichen Kontext gefragt. Das weltumspannende Kommunikationsnetz funktioniert für Sensationen wie zum Beispiel Erdbeben oder politische Umstürze. Aber auch dort ist es nicht die Masse, die hier kommuniziert, sondern nur eine Elite, die sowieso relativ homogen ist. Also die berühmten &#8220;kosmopolitischen Vielflieger&#8221;.</p>
<p>Ich würde noch weiter gehen: Gerade Social Media haben ein großes Potential, die Bildung von stammesähnlichen Gebilden zu unterstützen. Also von sehr traditionalistischen Organisationsformen, die jedoch auf Grundlage einer weltweit standardisierten Technologie nicht mehr an räumliche Nähe gebunden sind (hier darf natürlich auch der <a href="http://twitter.com/jbenno/status/5504489366">wichtige Hinweis</a> auf McLuhan nicht fehlen). Diese Stämme sind aber aufgrund ihrer Ortsunabhängigkeit nicht offen sichtbar wie z.B. die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Yanomami">Yanomami</a> der 1960er Jahre, sondern wirken diffus. Erst mit Hilfe von Netzwerkanalysen werden diese Strukturen sichtbar. Erst ein ethnologisches Eindringen in diese Zusammenhänge offenbart dann die Stammes-Partikularismen vor einem universalistischen techno-politischen Hintergrund.</p>
<p>Auf eine Formel gebracht: <strong>Es gibt nicht nur ein Social Web, sondern viele</strong>. Aber eigentlich steckt das alles schon im Begriff des Internets.</p>
<p><strong>Literatur zum Thema:</strong></p>
<ul>
<li>Claude Lévi-Strauss: Traurige Tropen. Frankfurt, 1978.
<li>Manuel Castells: The Rise of the Network Society. Oxford, 1996.
<li>Marshall McLuhan / Quentin Fiore: War and Peace in the Global Village. New York, 1968.
<li>Tamar Liebes / Elihu Katz: The Export of Meaning: Cross-Cultural Readings of Dallas. Oxford, 1990.
</ul>
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		<item>
		<title>Qype scheint seine Experten nicht mehr zu brauchen</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/07/22/qype-scheint-seine-experten-nicht-mehr-zu-brauchen/</link>
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		<pubDate>Wed, 22 Jul 2009 12:49:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[experten]]></category>
		<category><![CDATA[fail]]></category>
		<category><![CDATA[qype]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine der Schlüsselfragen des Community Managements: Wie schafft man ein angenehmes und inspirierendes Umfeld, das die aktiven Träger einer Community (man denke an die 90-9-1-Regel oder die Social Technographics-Profile von Forrester) dazu anregt, sich immer stärker mit der Community zu identifizieren? Wie richtet man intelligente Verstärkungsmechanismen ein, die an den innersten Gefühlen und Leidenschaften der [...]]]></description>
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<p>Eine der Schlüsselfragen des Community Managements: Wie schafft man ein angenehmes und inspirierendes Umfeld, das die aktiven Träger einer Community (man denke an die 90-9-1-Regel oder die <a href="http://www.forrester.com/Groundswell/profile_tool.html">Social Technographics-Profile</a> von Forrester) dazu anregt, sich immer stärker mit der Community zu identifizieren? Wie richtet man intelligente Verstärkungsmechanismen ein, die an den innersten Gefühlen und Leidenschaften der Nutzer rühren? Wie erhält man eine begeisterte Gemeinschaft, die ihre Begeisterung ohne jegliche monetäre Belohnung (intrinsische Motivation) nach außen trägt?</p>
<p>So jedenfalls nicht:</p>
<blockquote><p>
From: QYPE <no-reply@qype.com><br />
To: eigenarbeit@gmail.com</p>
<p>Date: Wed, Jul 22, 2009 at 2:19 PM<br />
Subject: system_1000_points_downgrade subject</p>
<p>Hallo,</p>
<p>wir haben festgestellt, dass Du seit mindestens 2 Monaten nicht mehr geqypt hast und haben darum Deinen Experten-Status rückgängig gemacht.<br />
Es ist schade aber Du verstehst ganz bestimmt, dass ein Experte ohne neue Beiträge für die Community ein bisschen wie ein Sommertag ohne Sonne ist.<br />
Wenn Du Deinen Status wieder erhalten willst, weisst Du, was Du zu tun hast <img src='http://blog.metaroll.de/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Danke.</p>
<p>Dein Qype-Team&#8211;
</p></blockquote>
<p>Wenn die Wikipedia so einen Mist erlauben würde, stünden wir jetzt wahrscheinlich bei 93 und nicht bei 933.000 Einträgen. Wer nur ein winziges bisschen Psychologie in seinem Leben mitbekommen hat, weiß, dass das Wegnehmen einer Belohnung (&#8220;Deprivation&#8221;) eine der schlimmsten Bestrafungsmöglichkeiten ist. Das Beenden der Strafe (&#8220;negative Verstärkung&#8221;) wirkt dagegen nur schwach.</p>
<p><strong>UPDATE</strong>: Alle meine Beiträge habe ich gesichert und gelöscht. Alle Vorschläge, wo ich meine seit April 2006 mehr oder weniger regelmäßig verfassten Rezensionen veröffentlichen kann, sind willkommen. Auf einem Wiki? Auf einem Blog?</p>
<p><strong>UPDATE 2</strong>: Ich bin wohl nicht der einzige &#8220;Experte&#8221;, der diese unhöfliche Email bekommen hat. Über Twitter und Directmails haben sich noch einige weitere Betroffene gemeldet. Ich habe das Gefühl, dass diese Strafaktion vielleicht genau das Gegenteil erreichen könnte als eigentlich beabsichtigt.</p>
<p><strong>UPDATE 3</strong>: Die Antwort von Qype kam sehr schnell per Twitter: &#8220;@furukama den Status erhält man sofort wieder, wenn man wieder aktiv ist. So wird der Status der aktiven Mitglieder aufgewertet.&#8221; Stimmt. Aber nur derjenigen, die nach so einer unhöflichen Mail dann tatsächlich bleiben.</p>
<p><strong>UPDATE 4</strong>: Stephan Mosel von Qype hat &#8220;<a href="http://blog.metaroll.de/2009/07/22/qype-scheint-seine-experten-nicht-mehr-zu-brauchen/#comment-28157">telefoniert, gemeetet und gemailt</a>&#8221; mit dem Ergebnis, dass es diese Status-Downgrades so nicht mehr geben wird. Hier geht&#8217;s zum <a href="http://www.qype.com/forums/8/topics/13995-Der-Qype-Experten-Status">Qype-Forenbeitrag dazu</a>.</p>
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		</item>
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		<title>Enter-Polls statt Exit-Polls?</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/06/29/enter-polls-statt-exit-polls/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 13:47:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[enter-polls]]></category>
		<category><![CDATA[exit-polls]]></category>
		<category><![CDATA[information]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier gehts direkt zu den Ergebnissen &#8211; und hier zur Stimmabgabe Wahrscheinlich wissen die meisten Menschen gar nicht, was sich hinter dem seltsamen Begriff &#8220;Exit-Poll&#8221; verbirgt. Es geht dabei nicht um eine Abstimmung, wann man am besten das Zeitliche segnen sollte, sondern um die Befragung von Wählern beim Verlassen (= Exit) des Wahllokals. Die dabei [...]]]></description>
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<p><strong>Hier gehts <a href="http://politologo.net/enterpoll/results.php">direkt zu den Ergebnissen</a> &#8211; und <a href="http://politologo.net/enterpoll/">hier zur Stimmabgabe</a><br />
</strong><br />
<a href="http://politologo.net/enterpoll/"><img class="alignleft" title="Enterpoll" src="http://politologo.net/enterpoll/enterpoll.jpg" alt="" /></a>Wahrscheinlich wissen die meisten Menschen gar nicht, was sich hinter dem seltsamen Begriff &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wahltagsbefragung">Exit-Poll</a>&#8221; verbirgt. Es geht dabei nicht um eine Abstimmung, wann man am besten das Zeitliche segnen sollte, sondern um die Befragung von Wählern beim Verlassen (= Exit) des Wahllokals. Die dabei erhobenen Daten werden verwendet, um Hochrechnungen zu erstellen, die dann in den ersten Betaversionen bereits in der Mittagszeit den Parteien zur Verfügung gestellt werden. Damit sie bei einem unerwarteten Wahldebakel schnell noch den Champagner abbestellen und stattdessen Mineralwasser ordern können.</p>
<p>Durch Social Media-Anwendungen wie Twitter oder Facebook, auf denen man in Echtzeit Nachrichten verbreiten kann, befürchten die Politiker, dass diese Vorabergebnisse nicht mehr unter Verschluss gehalten werden können, sondern von übereifrigen Kommunikatoren <a href="http://nice-bastard.blogspot.com/2009/06/exit-polls-twitter-schlu-mit-dem.html">ausgeplaudert werden könnten</a> (die Erinnerungen an die <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2009/05/26/peinliche-twitter-schlammschlacht-nach-der-bundespraesidentenwahl/">Wahl des Bundespräsidenten</a> sind noch zu frisch). Das bedeutet zum einen, dass ein Informationsmonopol verschwindet und zum anderen, dass diese Zahlen verwendet werden könnten, um am Wahlabend noch verstärkt zu mobilisieren.</p>
<p>Beides &#8211; Transparenz und eine <a href="http://www.sebsn.de/2009/06/28/twitter-und-die-gefahrlichen-exit-polls/">höhere Wahlbeteiligung</a> &#8211; scheint nicht besonders im Interesse der Parteien zu liegen, und deshalb werden jetzt die <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,632942,00.html">ersten Pläne geschmiedet</a>, wie man diese Twitterer stoppen könnte. Der <a href="http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_09/">Bundeswahlleiter</a> lässt sich zitieren mit den Worten: &#8220;Es wäre der GAU, wenn die Wählerbefragungen vor Schließung der Wahllokale öffentlich bekannt würden&#8221;. Darüber, anstelle des Twitterns darüber kurzerhand die <a href="http://www.spitblog.de/2009/06/27/wer-braucht-schon-exit-polls/">Exit-Polls abzuschaffen</a> und mit der Bekanntgabe der ersten Zahlen einfach zu warten, bis diese aus den Wahllokalen vorliegen, scheint niemand nachzudenken. Schließlich sind diese Daten die einzigen verfügbaren Daten darüber, welche soziodemographischen Gruppen wie gewählt haben und welche Wählerwanderungen es gegeben hat.</p>
<p>Vielleicht wäre es aber sinnvoll, beides zusammenzubringen: Twitter und Wählerbefragungen. Nach einer kurzen Diskussion auf Twitter entstand die Idee, ein auf Twitter basierendes &#8220;<a href="http://politologo.net/enterpoll/enterpoll.php">Enter-Poll-System</a>&#8221; ins Leben zu rufen. Ich stelle mir das so vor: Jeder Twitterer hat genau eine Stimme, die er vor dem Wahltag einer Partei seiner Wahl geben kann. Die Authentifizierung bei Twitter (über OAuth, d.h. es werden keine Passwörter übertragen) stellt sicher, dass jeder Twitternick nur einmal abstimmen kann. Dadurch, dass die bereits abgestimmten Twitternicks und die eigentlichen Wahldaten in unterschiedlichen Datenbanktabellen abgespeichert werden, können beide Informationen nicht miteinander verknüpft werden. Die virtuelle Stimmabgabe ist also anonym.</p>
<p>Da mit der Wahlentscheidung auch die Wahlentscheidung der letzten Bundestagswahl abgefragt wird, können anschließend Auswertungen über die Wählerwanderungen getroffen werden. Und die soziodemographischen Merkmale erlauben zudem eine Segmentierung nach Alter und Geschlecht.</p>
<p>Der Betatest beginnt genau &#8230; <a href="http://politologo.net/enterpoll/enterpoll.php">jetzt</a>.</p>
<p>[<strong>UPDATE, 17:33</strong>] Das Tool darf natürlich am Wahltag selbst bis 18:00 keine Ergebnisse veröffentlichen, da dies laut BWahlG eine Ordnungswidrigkeit darstellen würde, die mit <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bwahlg/__49a.html">bis zu 50.000 EUR Geldbuße</a> geahndet werden kann.</p>
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		<title>Antwort aus dem Paralleluniversum</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/06/06/antwort-aus-dem-paralleluniversum/</link>
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		<pubDate>Sat, 06 Jun 2009 20:20:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[jens jessen]]></category>
		<category><![CDATA[kinderpornographie]]></category>
		<category><![CDATA[netzneutralität]]></category>
		<category><![CDATA[netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[paralleluniversum]]></category>
		<category><![CDATA[zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Kurze Vorbemerkung: Ich mache mir bereits Gedanken über Textbausteine, mit denen sich die immergleichen Internetschmähreden in Zeit, Süddeutscher Zeitung und Co. automatisiert beantworten lassen. Noch habe ich diese Bausteine nicht, deshalb hier eine manuell getippte Kurzantwort auf das Videostatement von Jens Jessen, der darin Abschaffung der Anonymität im Internet (gähn) fordert. Ein kurzer Ausschnitt daraus: [...]]]></description>
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<p>Kurze Vorbemerkung: Ich mache mir bereits Gedanken über Textbausteine, mit denen sich die immergleichen Internetschmähreden in Zeit, Süddeutscher Zeitung und Co. automatisiert beantworten lassen. Noch habe ich diese Bausteine nicht, deshalb hier eine manuell getippte Kurzantwort auf das <a href="http://www.zeit.de/video/player?videoID=2009052981ebae">Videostatement von Jens Jessen</a>, der darin Abschaffung der Anonymität im Internet (<a href="http://www.realname-diskussion.info/">gähn</a>) fordert. Ein kurzer Ausschnitt daraus:</p>
<blockquote><p>Im Internet wird gestohlen &#8211; wir meinen die notorischen Urheberrechtsverletzungen. Im Internet wird vergewaltigt &#8211; wir meinen die Kinderpornographie. Und es werden mit der unverfrorendsten Unschuldsmiene Menschen diffamiert, diskriminiert und mit Gewaltdrohungen verfolgt. All dies, sagen die Internetverteidiger, gehöre nun einmal zu der großen, einzigartigen und schützenswerten Freiheit des Internets, die nun einmal einige zu tolerierende Nachtseiten hat.</p></blockquote>
<p>Jens Jessen hat die Kritik dieser &#8220;Internetverteidiger&#8221; entweder nicht wahrgenommen oder aber nicht verstanden. Kriminalität ist Kriminalität, egal ob sie auf der Straße, im Schlafzimmer oder im Internet stattfindet. Und die Verteidiger der Netzneutralität fordern auch kein gleicher Recht auf Internetnutzung für gesetzliche wie ungesetzliche Handlungen.</p>
<p>Nur: Urheberrechtsverletzungen im Internet sollten mit als Urheberrechtsverletzungen verfolgt werden, Kinderpornographie als Kinderpornographie und Verleumdung als Verleumdung. Das sind alles keine spezifischen Internetdelikte, sondern Verstöße oder Verbrechen, die substantiell verfolgt werden müssen. Denn, das hat Jessen immerhin mitbekommen, das Internet ist kein ausgeflipptes Hirngespinst aus Bits und Bytes, sondern ein sozialer Raum, in dem dieselbe Ordnung gilt wie anderswo auch. Meines Wissens kennt weder die deutsche, noch die europäische Rechtsprechung so etwas wie &#8220;Paralleluniversen&#8221;.</p>
<p>Übrigens: Ist es ein Zufall, dass für das Internet ganz ähnliche Begriffe verwendet werden wie für die von den Leitkulturfanatikern und Teilzeitspenglerianern der Zeit ebenso wenig verstandene und geliebte ethnische Pluralisierung der Gesellschaft?</p>
<p>Das heißt aber auch: Recht auf informationelle Selbstbestimmung, Recht auf Unversehrtheit der Wohnung oder Meinungsfreiheit sind Dinge, die (<a href="http://www.presseschauer.de/?p=663">zum Glück</a>) auch im Netz gelten. Artikel 5 des Grundgesetzes ist <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20885/1.html">blind dafür</a>, ob man seine Meinung im eigenen Namen äußert oder anonym.</p>
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