Kevin Kelley hat diese Matrix der Werbung im Web gezeichnet:

Unten links ist die klassische Werbung, in der beide Seiten darüber entscheiden, welche Werbung an welcher Stelle erscheint. Das AdSense-Modell liegt rechts daneben, denn im Unterschied zum klassischen Fall hat der Herausgeber nur einen minimalen Einfluss darauf, welche Werbung tatsächlich auf der Seite entscheiden wird. Oben links befinden sich die neuen AdChoice-Widgets, die zum Beispiel ein Blogger beliebig auf seiner Seite platzieren kann. Ein Sektor ist leer geblieben. Genau dort liegt möglicherweise die Zukunft der Web-Werbung:
Here there might be publishing vehicles where both the editorial content and the advertising content are generated by contextual search and inquiry.
Das ist nichts anderes als Werbung im semantischen Netz. Die Rechner der Werbevermarkter und der Herausgeber unterhalten sich in dieser Utopie selbständig miteinander und handeln Art, Preis und Platzierung der Werbeeinblendung aus. (via)
Wie lange wird es wohl dauern, bis die Web 2.0-
Unternehmen entdecken, dass sich Privatsphäre auch verkaufen lässt? Wann werden Anbieter von Social Networks unterschiedliche Typen von Mitgliedschaft anbieten:
- die gewöhnliche “free membership“, die allerdings beinhaltet, dass Benutzerdaten weiterverwendet werden können und dass die von diesem Nutzer produzierten Inhalte (user generated content) von dem Unternehmen weltweit genutzt werden können, sowie
- eine “premium membership“, die strengere Datenschutzbedingungen garantiert und darüber hinaus alle Rechte an den produzierten Inhalte bei dem User verbleiben?
(Abbildung “Quacksalber auf dem Markt” von Jan Victors, 1635, Quelle: http://www.zeno.org – Zenodot Verlagsgesellschaft mbH)
Im Zusammenhang mit der Meldung der NY Times ist auch auf den Dienst von Zenodot hinzuweisen, einem Ableger des Berliner Verlags Directmedia Publishing, der auf seiner Webseite hinter einer angenehm reduzierten Suchmaske den Volltext-Zugriff auf zahlreiche Nachschlagewerke der Digitalen Bibliothek ermöglicht. Mit dabei sind nicht nur Lexika (Brockhaus, Herder oder Pierer), sondern auch philosophische Wörterbücher (Eisler, Kirchner, Mauthner), Werke zu Geschichtswissenschaft (Mommsen, Burckhardt, Droysen), Mythologie und Kulturgeschichte sowie die digitale Ausgabe der Werke von Max Weber und Franz Kafka.
Finanziert werden soll das ganze vermutlich über Google-Anzeigen, die bislang allerdings nur auf der Startseite eingeblendet werden. Die Abfragen gehen angenehm schnell, wenn auch z.B. an der Bezeichnung der Bände noch etwas gearbeitet werden könnte. Oder ist allgemein bekannt, dass mit friedländer das spannende Werk “Interessante Kriminalprozesse” gemeint ist? Demnächst sollen auch noch die verschiedenen Literaturanthologien der Digitalen Bibliothek hinzukommen: “allen vorweg natürlich die “Deutsche Literatur von Luther bis Tucholsky”, außerde die Weltliteratur, die Erotische Literatur, die Autobiographien, die Faust-Anthologie … und weitere Lexika.”
(Abbildung Pietro Longh: “Besuch in der Bibliothek” (um 1741). Quelle: http://www.zeno.org – Zenodot Verlagsgesellschaft mbH)
Wie dieser Mitteilung auf CNN zu entnehmen ist, will das US-Unternehmen comScore nun mit seinem “comScore Conversational Media Report” präzise Zahlen über die Blogosphäre liefern. Es geht dabei um
a new service that provides enhanced worldwide measurement of the audiences for blogging sites in the burgeoning conversational media space, which includes mainstream and niche blogs and social networking sites.
Und zu welchen Erkenntnissen kommen comScore? Zum Beispiel stellen die Chicagoer fest, dass die Kategorie eines Weblogs entscheidend dafür ist, wie es von seinen Besuchern aufgenommen wird. Besonders gut funktionieren Weblogs, die sich mit Bekleidung, Speisen und Getränken oder mit Billigprodukten befassen. Dagegen sind Weblogs über “ernste” Dinge wie Versicherungen, Finanzdienstleistungen und Medikamente nicht so besonders günstig. Interessanterweise geht es hier nicht nur um Besucherzahlen, sondern um die Intensität und Qualität der Interaktion zwischen Besuchern und Bloggern, die sich zum Beispiel in Besuchertreue oder Kommentaren äußert. Diese Daten, so die Überzeugung von comScore, sind für Werbevermarkter besonders interessant, denn
this audience measurement tool will help advertisers that in general are spending more on online media better allocate their marketing dollars across Web properties and subchannels.
Die Daten werden aus Logfiles von zwei Millionen Verbrauchern generiert, deren Bewegungen und Transaktionen im Internet im Detail protokolliert werden. (via)
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