Archive for the 'weblogs' Category

Kontrollverlierer

In formalen Organisationen passiert so etwas regelmäßig. Jemand legt sich mit den Strukturen und Prozessen der Organisation an und bekommt dafür die Rechnung. Dazu muss man keine Funktionen und Folgen formaler Organisationen gelesen zu haben, um vorhersehen zu können, dass ein Blogger, der seit kurzem bei einer großen Tageszeitung als CTRL-Verlustblogger engagiert wurde, im Ernstfall eines Streits mit der Organisation keine allzu guten Karten besitzt. Das hat dann auch nichts mit unterschiedlichen Publikationskulturen oder Dezentralität versus Zentralismus zu tun, sondern schlicht damit, wie kreativ man die Regeln, unter den man eingestellt wurde, auslegen kann, bevor es knallt.

Einigermaßen bemerkenswert ist allerdings doch, wie dieses Ereignis nun in anderen Blogs als “eklatanter Widerspruch zur Pressefreiheit” oder besonders daneben als “Bücherverbrennung” deklariert wird. Mit Pressefreiheit hat das nämlich überhaupt nichts zu tun. Pressefreiheit beschreibt nicht das Recht eines Bloggers, für seine Blogposts und nicht einmal selbstgeschossenen Fotos, eine reichweitenstarke Präsenz wie die FAZ als Bühne verwenden zu können. Pressefreiheit ist kein Recht darauf, gehört zu werden, sondern ein Abwehrrecht dagegen, zum Schweigen gebracht zu werden.

Ist es nicht eine herrliche Ironie, dass der Gründungsherausgeber der FAZ, Paul Sethe, 1965 folgende bitterbösen Sätze geschrieben hat, die heute in keiner Journalistikvorlesung fehlen:

Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten… Da die Herstellung von Zeitungen und Zeitschriften immer größeres Kapital erfordert, wird der Kreis der Personen, die Presseorgane herausgeben, immer kleiner. Damit wird unsere Abhängigkeit immer größer und immer gefährlicher.

Der Witz an der Sache ist, dass genau dieser Zusammenhang 45 Jahre später nicht mehr zwangsläufig ist. Das Herstellen von Zeitungen und Zeitschriften mag immer noch einen zu großen Kapitalaufwand bedeuten, um das als Individuum stemmen zu können. Aber das Verbreiten der eigenen Meinung ist nicht mehr nur eine Frage des ökonomischen Kapitals. Jeder kann sich mit Hilfe von freien und kostenlosen Programmen wie der WordPress-Blogsoftware eine eigene Publikationsplattform schaffen und seine Meinung publizieren – “aus einer gemütlichen Stube heraus“. Das ist dann freilich noch keine Garantie dafür, dass die eigene Meinung dann auch gelesen wird, aber genau das ist auch Pressefreiheit. Im Web haben ein großer Verlag und ein einzelner Blogger wenigstens prinzipiell die gleichen Startbedingungen, ein gutes, lesenswertes Medium zu schaffen und dafür dann auch ein Publikum zu finden.

Genau an diesem Punkt wird es dann aber höchst politisch, denn dazu gehört z.B. auch, dass die Inhalte nicht aufgrund ökonomischer Erwägungen aus den wichtigen Distributions- und Informationskanälen wie Suchmaschinen, Videoplattformen, Wikis etc. herausgelöscht werden wie z.B. im Fall des Wikileaks-Videos “Collateral Damage” von Youtube geschehen. Dazu meine Slow-Media-Kollege Jörg Blumtritt, der einen “Virtuellen Rundfunk” fordert:

Eine Website, die auf Google nicht gelistet wird, existiert de facto nicht; ein Buch, dass Amazon nicht anbietet, kann man gleich wieder einstampfen; Musik, die i-tunes nicht listet, wird kaum gehört werden. Es ist höchste Zeit, dass wir – als Gesellschaft– aktiv werden, Initiative ergreifen, die Stimme erheben. Und zwar nicht, indem wir versuchen, über Regelungen und Gesetze alles in den alten Bahnen festzuzementierten (das wird ohnehin nichts bewirken). Nein, es ist vielmehr wichtig, eine aktive Rolle einzunehmen und nicht nur zu reagieren.

Das Problem ist nicht der Kontrollverlust eines Bloggers gegenüber einem Unternehmen, mit dem er ein für ihn wie auch immer missverständliches Vertragsverhältnis eingegangen ist, sondern der drohende Kontrollverlust gegenüber einer immer mächtigeren Informationsinfrastruktur, deren wesentliche Bausteine nicht in öffentlicher, sondern privater Hand sind. Da hat der alte Sethe dann doch noch seine Relevanz.

Ergänzung: Die Blogosphäre wäre eine viel interessantere Welt, wenn alle Blogger ihre Fotos selbst machen würden.



Verwandte Artikel:
  • No related posts
  • Reichweite oder Relevanz?

    Scott Karp empfiehlt John Batelles Buch “The Search” noch einmal zur eindringlichen Lektüre und arbeitet in diesem Beitrag einen zentralen Meilenstein in der Entwicklung von Googles Werbeprogramm AdWords heraus: 2002 hat Google sein Programm zum einen in Anlehnung an Overture von einem klassischen TKM-Modell zu einem Pay-per-Click-Modell umgestellt.

    Damit entstand ein Auktionsmodell, in dem die Werbetreibenden in einer Auktion um Werbeplätze bieten konnten. Damit gilt also zunächst: Wer am meisten Geld für die Klicks bietet, bekommt die größte Reichweite. Aber: Reichweite allein genügt nicht, wenn sie nicht relevant ist!

    Denn in diesen Auktionen kann sich jeder, vorausgesetzt die finanziellen Mittel sind da, an die Spitze bieten und damit das größte Publikum erreichen. Aber wenn diese Werbung niemanden interessiert, wird sie auch nicht geklickt. Das Ergebnis: Die Anzeige wird zwar sehr oft gezeigt, der Anzeigenkunde muss jedoch für diese Reichweite nicht zahlen. Ein schlechtes Geschäftsmodell.

    Google ist dieser Problematik jedoch aus dem Weg gegangen, in dem eine weitere Metrik in die Berechnungen mit einbezogen wurde: die Click-through-Rate, also das Verhältnis der tatsächlich angeklickten zur insgesamt angezeigten Werbung. Die CTR geht eher in Richtung Relevanzmaß, da dieses Maß anzeigt, wie relevant die Werbung für die Nutzer wirklich ist – was sich dann zum Beispiel in den Adklicks zeigt.

    In diesem Fall wurde also ein Reichweitenmodell erst dann richtig erfolgreich, als es mit einem Relevanzmaß verknüpft wurde. Die Reichweite allein hätte nicht funktioniert.

    Ich glaube, dass sich eine ähnliche Entwicklung auch anderswo, zum Beispiel im Bereich Social Media, abspielen könnte. Auch hier wird momentan noch sehr stark mit Reichweitenmaßen gearbeitet. Die Frage, wie relevant diese Reichweiten überhaupt sind, hört man dagegen noch viel zu selten.

    Ein schönes Beispiel bringt Anthony LaFauce:

    Living in DC everyone wants to get into the Washington Post. The Post has an amazing reach and finds its way into the homes of people all around the country. Is that good? Sure every client I have ever had wanted to get in the Post but it wasn’t always in their best interest.

    So what if the Post reaches half a million people a day, are they the right people? This is where social media can really shine even with a smaller metric.

    Momentan fehlen allerdings die geeigneten Indikatoren, um diesen “Glanz” der sozialen Medien entsprechend vermitteln zu können.



    Verwandte Artikel:
  • Caramba! Relevanz, Blogblues und Werbehuren revisited
  • CV
  • Interview für die Blogschau und die Parasitenthese der Blogosphäre
  • Interview für die Blogschau und die Parasitenthese der Blogosphäre

    Aus dem ausführlichen Gespräch über Wissenschaftsblogs, das ich am Mittwoch mit Marcus Bösch geführt habe, hat es immerhin ein Satz in die aktuelle “Blogschau” der Deutschen Welle geschafft. Dass daraus dann auch noch ein virtuelles Zwiegespräch mit Marc aus der Wissenswerkstatt geworden ist, freut mich noch viel mehr.

    Zugleich zeigt es doch, welche Grenzen diese Form der medialen Informationsvermittlung hat. Ganz abgesehen davon, dass aus Einzelinterviews nur mit ganz viel Glück ein wirkliches Zwiegespräch, ein Dialog, in dessen Verlauf aus einzelnen Bauteilen neue Informationen werden, zusammengestellt werden kann – das ist klar. Auch die Reaktionsmöglichkeiten sind bei Broadcastmedien selbstverständlich äußerst reduziert (obwohl man hier das Internet als Rückkanal nutzen kann).

    Aus Sicht der Blogger ist mit am problematischsten, dass durch die mangelnde Verlinkung der Quellen deren Relevanz insgesamt nach wie vor unterschätzt wird. Auf der einen Seite ist es fast schon zu einem Grundgesetz der Blogosphäre geworden, die Inhalte, auf die man Bezug nimmt, zu verlinken. Dadurch werden pseudointelligente Aggregations- und Sortierdienste wie Rivva möglich. Umgekehrt verlinken Zeitungen, Onlinemagazine und Radiobeiträge nur in Ausnahmefällen (Heises Telepolis ist hier ein lobenswertes Beispiel) auf die referenzierten Blogbeiträge. Auf diese Weise wird der schiefe Eindruck verstärkt, dass die Blogosphäre andere Mediensysteme parasitiert, während Printpresse, TV und Radio ihre Inhalte aus eigener Kraft schaffen (vgl. zur Parasitenthese v.a. den Aufsatz “Are blogs a ‘parasitic’ medium?” von Robert Niles). Durch dieses auch für die empirische Forschung schwer durchsichtige (Nicht-)Linkverhalten wird die Relevanz der Blogosphäre systematisch unterschätzt.



    Verwandte Artikel:
  • Patterns of mobilization in the blogosphere (English version)
  • Als der Retweet noch Trackback hieß
  • Interview zum Wissenschaftsbloggen und zur Arbeitsgemeinschaft Social Media
  • Hinweg mit dem sinnlosen Zeitungspapier! Warum Zeitungen sterben und Zeitschriften überleben werden

    Ganz gleich, wie oft man ihn wiederholt: Der Satz “Print ist tot” wird dadurch einfach nicht wahrer. Manche Printerzeugnisse werden fortbestehen und zum Teil noch an Bedeutung zulegen während andere zum Fall für die Geschichtsbücher werden (siehe zum Beispiel diese Meldung). Das Zeitalter der Tageszeitung ist vorbei – Hochglanzzeitschriften werden auch noch in 30 Jahren gelesen werden.

    Doch es scheinen unterschiedliche Gründe hinter dem Untergang der Tageszeitungen bzw. ihrer Verwandlung in ein Luxusgut für ältere Menschen mit viel Zeit und dem Fortbestehen der Zeitschriften zu stecken.

    Das Ende der Tageszeitungen

    Das Ende der Tageszeitungen, also des Prinzips neueste Nachrichten in gedruckter Form diskursiv zu verbreiten, liegt ganz wesentlich daran, dass die Gatekeeperfunktion des Journalismus ad absurdum geführt wird. Früher bedeutete Gatekeeper, dass hier jemand (ein Journalist) ist, der komplexe Informationen und Hintergründe allgemeinverständlich aufbereitet und dadurch einen Informationskanal öffnet. Heute blockieren und verstopfen Journalisten diesen Kanal. Jeder hat potentiell über das Internet Zugang zu den aktuellen Nachrichten, in den ersten Fällen ist die Twitter-Öffentlichkeit sogar schneller informiert als die Presseagenturen. Die Funktion des Journalismus als Verwalter eines knappen Gutes Information wird überflüssig.

    Aber nicht nur der Zugang zu den Informationen hat sich strukturell verändert, sondern mittlerweile hat jeder die Möglichkeit, per Blog Nachrichten zu publizieren. Früher brauchte man dazu eine Druckerpresse, heute genügt eine Blogsoftware oder ein kostenloser Account bei einem der vielen Bloganbieter (siehe dazu auch das dritte Kapitel in Clay Shirkys “Here Comes Everybody“). Wie bezeichnend, dass sich zwei Webloginstallationen mit ihrem Namen in die Tradition des Buchdrucks einordnen: WordPress (“Wörterpresse”) und Movable Type (“bewegliche Lettern”).

    Wie ernst die Lage tatsächlich ist, wird schnell deutlich, wenn man sich etwa die aktuell “Nationale Initiative Printmedien” ansieht. Jetzt muss die Bedeutung des Gedruckten schon offiziell beschworen werden. Das war schon immer ein sicheres Zeichen einer bevorstehenden Pleite.

    Das Überleben der Zeitschriften

    Sucht man nach Gründen für das Überleben der Hochglanzzeitschriften, so wird man einmal mehr bei dem Medienphilosophen Vilém Flusser (“Lob der Oberflächlichkeit“) fündig. Zeitschriften sind weniger im alphanumerischen Code verfasst, der sequentiell – Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort, Aussage für Aussage – aufgenommen werden muss, sondern wirken im Wesentlichen als farbige, ahistorische Oberflächen, die man eher mit dem Auge kreisend aufnimmt. Nach Flusser “deutet die gegenwärtige Farbenexplosion auf ein Ansteigen der Wichtigkeit zweidimensionaler Codes. Oder umgekehrt: Eindimensionale Codes wie das Alphabet neigen gegenwärtig dazu, an Wichtigkeit zu verlieren” (“Die kodifizierte Welt”, 1978).

    Während jeder einen Zugang zu den neuesten Nachrichten hat und als Nachrichtensender agieren kann, kann nicht jeder hochwertige Oberflächen produzieren. Die Produktionsmittel sind hier ungleich verteilt. Das Internet hilft in diesem Fall nicht weiter, da Farbtreue und Farbtiefe noch zu weit weg von den gedruckten Zeitschriften entfernt sind, ganz zu schweigen von dem Fehlen der haptischen Dimension. Webseiten lassen sich nicht mit den Fingerspitzen lesen. Bisherige Versuche, digitale Hochglanzseiten zu entwerfen, überzeugen noch nicht. Wir bleiben hier also auch in Zukunft noch angewiesen auf professionelle Oberflächenproduzenten und auf das Papier als Medium für Glanz und Farbe. Die Lücke zwischen Flüssigkristallen und Hochglanzpapier ist zumindest für die nächsten Jahre oder Jahrzehnte die Überlebensgarantie der Zeitschriften.

    (Abbildung “Zeitschriften” von cld, CC-Lizenz)



    Verwandte Artikel:
  • Searls 10 Thesen zur Rettung der Zeitung revisited
  • Twitter als World Wide Grapevine
  • Wie misst man den Erfolg eines Weblogs?
  • Wie bloggig sind die Zeitungen mittlerweile geworden?

    Lutz Hachmeister weist in einem Interview für den Rheinischen Merkur darauf hin, dass die Unterscheidung zwischen “Internet” hier und “Fernsehen” da möglicherweise ein Auslaufmodell ist. Eine ähnliche Konvergenz könnte man nun auch zwischen “Zeitung” und “Weblog” feststellen, zumindest wenn man die Onlineausgaben der Zeitungen betrachtet. Einige in dieser Hinsicht fortschrittliche Verlage haben bereits ihr Onlineangebot zum primären Informationskanal erklärt – die Devise lautet: “Online first“. Ich habe mir einmal die Internetangebote einiger Tages- und einer Wochenzeitung angesehen, um herauszufinden, wie “bloggig” diese Seiten schon geworden sind. Dazu habe ich 16 Merkmale untersucht, die für mich ein idealtypisches Blog ausmachen und dann einen gewichteten Index gebildet, der Auskunft darüber geben soll, wie nah ein Onlineangebot an diesem idealtypischen Blog ist. Hier zunächst das Ergebnis, dann die Erklärung der einzelnen Merkmale:

      SZ Taz FAZ NYTimes Welt Guardian Tagesspiegel Zeit
    RSS + - + + + + + +
    Kommentare + + + - + - + +
    Stapel - - + - - - + -
    Volltext - + - + + + + +
    Permalinks + + + + + + + +
    Tags - - - - + + - +
    Autorenkat. - - - + - + - -
    Trackbacks - - - - - - - -
    Links - - - - - - - -
    Archiv - + - + - + - -
    Blogroll - - - - - - - -
    Kategorien + + + + + + + +
    Related + + + + + + + +
    Share + - + + - + + +
    Navigation - - - + + - + -
    Suche + + + + + + + +
    Score 10 10 12 13 14 14 15 15

    Die “bloggigsten” Zeitungen sind also Die Zeit und der Tagesspiegel (beide 15), danach der Guardian und die Welt (beide 14), dann die New York Times (13) und die FAZ (12) und die Schlusslichter sind taz und Süddeutsche Zeitung (beide 10). Wenn man dieselben Kriterien für einige Weblogs betrachtet, dann kommt das Bildblog nur auf 13 Punkte, während zum Beispiel wirres.net 17 Punkt und Basic Thinking 19 Punkte erreichen, beide also deutlich mehr als die untersuchten Tageszeitungen. Einige Onlineangebote von Zeitungen kann man also auch als Blogs betrachten – freilich bezieht sich das nur auf die genannten formalen Kriterien und nicht auf die Professionalität der Autoren oder die jeweiligen Inhalte. Interessant ist auch die Heterogenität der Onlinestrategien. Keine Zeitungen haben, was diese Indikatoren betrifft, ein identisches Profil. Es scheint also noch kein Best Practice auf diesem Gebiet zu geben.

    Nun kurz zu den Indikatoren, über die man sich natürlich streiten kann:

    • RSS: Die Verfügbarkeit eines RSS- oder Atom-Feeds. Fast alle Zeitungen bieten dies an, in der Regel auch für einzelne Ressorts.
    • Kommentare: Die Möglichkeit, einen Eintrag zu kommentieren. Dieses Feature findet man bei allen deutschsprachigen, nicht aber bei den englischsprachigen Zeitungen.
    • Stapel: Die Organisation der Homepage als ein Stapel, bei dem die neuesten Beiträge oben eingefügt werden, während ältere Beiträge unten herausfallen (bzw. ins Archiv wandern).
    • Volltext: Die Verfügbarkeit aller Texte aus den Printausgaben.
    • Permalinks: Die Möglichkeit, einen Artikel über eine stabile URL zu erreichen. Alle Zeitungen haben dieses Feature.
    • Tags: Die Verschlagwortung eines Artikels mit horizontalen Tags. Ein Tag kann auf mehrere Artikel verweisen, ein Artikel kann mehrere Tags haben.
    • Autorenkategorie: Die Möglichkeit, sich nur Beiträge eines bestimmten Autors anzusehen.
    • Trackbacks: Die Registrierung einkommender Trackbacklinks. Dieses Feature, das eine wesentliche Grundlage der intensiven Vernetzung der Blogosphäre ist, findet man bei keinem Onlineangebot.
    • Links: Auch externe Links findet man nur in Ausnahmefällen (Werbung). Zeitungen verlinken auf in der Zeitachse, d.h. auf eigene Beiträge.
    • Archiv: Ein Archiv, in dem man blättern kann und sich z.B. alle Beiträge anzeigen lassen kann, die im letzten Januar erschienen sind.
    • Blogroll: Auch die Anzeige von interessanten Blogs ist ein Blog-exklusives Feature.
    • Kategorien: Die Möglichkeit, sich Beiträge einer bestimmten Kategorie anzuzeigen, haben alle Zeitungen – unter dem Namen “Ressort”.
    • Related Items: Alle Onlineausgaben zeigen interne Links an, die zu einem bestimmten Beitrag inhaltlich passen.
    • Share: Die Möglichkeit, einen Beitrag bei del.icio.us, Mr. Wong etc. abzuspeichern und für andere verfügbar zu machen.
    • Artikelnavigation: Die Möglichkeit von einem Artikel zum vorherigen bzw. nächsten zu surfen.
    • Suche: Auch das ist ein ubiquitäres Feature.

    Doppelt gewertet wurden die ersten sechs Merkmale, da ich sie für besonders wesentlich für Blogs halte.



    Verwandte Artikel:
  • Kein Besucher bleibt ewig! Zeitungen sollen sich nicht neu erfinden, sondern das Verlinken lernen
  • Das Requiem auf Print
  • Das Ende der Blogsphäre
  • Stau in der metaroll: Technorati-API auf 500 Anfragen limitiert

    Leider komme ich zur Zeit überhaupt nicht hinterher, die neuen Blogs in die metaroll einzutragen. Für die Neuenträge hole ich mir die aktuellen Metadaten über ein Blog für gewöhnlich über das Technorati-API. Zugleich aktualisiere ich auch die Technorati-Authority für die metaroll-Channels (Wissenschaft, Medien, Jobs und Genuss) über dieses API. Aber ich kann über meinen API-Key nur 500 Anfragen machen:

    You can make up to 500 Technorati API calls per day, and there is no charge.

    Hat jemand Erfahrungen damit, welche Möglichkeiten es gibt, dieses Limit etwas zu erhöhen? Es darf auch etwas kosten, aber bei Technorati habe ich dazu keine Angaben gefunden und auf Anfragen scheint man dort auch nicht allzu eifrig zu reagieren (sprich: keine Antwort).



    Verwandte Artikel:
  • Hinweis: Stau in der metaroll
  • Neue Maßzahl für die Metaroll
  • Wissenschaftsblogs – eine Erfolgsgeschichte
  • Die 25 dynamischsten Job-, Karriere- und Produktivitätsblogs

    Innerhalb der deutschsprachigen Blogosophäre gibt es ein ziemliche großes Cluster von Job-, Karriere- und Produktivitätsblogs, an denen man allerdings “vorbeilesen” kann, wenn man gerade nicht auf der Suche nach ein paar Rhetoriktricks, Getting-Things-Done-Weisheiten oder nach einem Karriereberater ist. Ich habe mich in dieser Subcommunity einmal umgesehen – dabei war mir diese umfangreiche Liste eine große Hilfe – und habe Links für die metaroll gesammelt. Auch für diese Blogs lässt sich eine Blogcloud erstellen, die anzeigt, welche der Blogs in den letzten sieben Tagen (für die vollen 30 liegen mir noch keine Daten vor) am dynamischsten gewachsen sind. Fröhliches Selbstmanagement!

    Blogcloud der 25 dynamischsten Jobblogs

    Hier geht es zu den 25 dynamischsten Wissenschaftsblogs und Medienblogs.



    Verwandte Artikel:
  • Die 25 dynamischsten Medienblogs
  • Wissenschaftsblogs – eine Erfolgsgeschichte
  • Weinblogs und -portale fast gleichauf mit Zeitschriften und Sommeliers
  • Die 25 dynamischsten Medienblogs

    Die üblichen Medienblogcharts, die sich an der Technorati-Authority (also der Anzahl der eingehenden Verlinkungen in den letzten sechs Monaten) liefern nur selten überraschende Ergebnisse. Mal kommt ein neues Blog hinzu, mal fällt ein anderes aus der Liste. Aber vorne stehen immer dieselben. Bildblog, Niggemeier, Indiskretion Ehrensache, Blogbar und die Medienlese.

    Sehr viel spannender erscheint mir die Frage, welches Blog gerade im Aufwind ist; welches Blog gerade in den letzten 30 Tagen besonders viele neue Links gewonnen hat. In den metaroll-Channels für Medien-, Wissenschafts-, Karriere- und Genussblogs kann man sich schon seit einiger Zeit an den Sparklines (also diesen Minidiagrammen vor dem Blognamen: ) orientieren.

    Man kann diese Daten jedoch auch automatisch auswerten, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie stark sich ein Blog in einem bestimmten Zeitabschnitt verbessert oder verschlechtert hat. Für die Medienblogs ergibt sich dann folgendes Bild – als Visualisierung habe ich die Form der Tagcloud gewählt, also: je größer der Eintrag, desto stärker das Wachstum in den letzten 30 Tagen.

    Die 25 dynamischsten Medienblogs

    Hier geht’s weiter mit den Wissenschaftsblogs.



    Verwandte Artikel:
  • Die 25 dynamischsten Job-, Karriere- und Produktivitätsblogs
  • Die 25 dynamischsten Wissenschaftsblogs
  • Wissenschaftsblogs – eine Erfolgsgeschichte
  • Das einzige Wissenschaftsblog in der A-Liste

    Nachdem die Wissenswerkstatt schon seit ich damit angefangen habe im tagesaktuellen metaroll-Wissenschaftschannel ganz oben anzutreffen ist, hat mein Lieblingswissenschaftsblog nun einen weiteren Sprung getan und taucht seit ein paar Tagen auch in den Deutschen Blogcharts auf:

    Diese Liste setzt sich zusammen aus den 100 deutschsprachigen Weblogs mit der höchsten Technorati-Authority (Verlinkung durch andere Feedmedien). Damit ist es das erste zweite Mal einem wissenschaftlichen Weblog gelungen, in die A-Liste der deutschsprachigen Blogosphäre vorzudringen. Zwar momentan erst auf Platz 98, aber wenn ich mir die Entwicklung der letzten Zeit ansehe (die Sparkline am Anfang), ist da noch mehr drin.

    Herzlichen Glückwunsch, Marc!



    Verwandte Artikel:
  • Wissenschaftsblogs – eine Erfolgsgeschichte
  • Twitter Starter-Kit: Die zehn wichtigsten Twitterstreams
  • Bloggende Wissenschaft – eine Typologie
  • Stapelverarbeitung – 14.04.2008

    Wenn ich nur alles ausführlich verbloggen könnte, was mir da tagtäglich durch den Feedreader rutscht … Dann würde ich mich zum Beispiel den folgenden Beiträgen widmen:

    • Robert Scoble stößt einmal mehr eine Diskussion über die Zukunft der Blogosphäre an. Er ist sich nämlich ziemlich sicher, die “era when bloggers could control where the discussion of their stuff took place is totally over.” Dienste wie FriendFeed verteilen die Gespräche nämlich dezentral. Eine wirkliche Beschreibung dieses spannenden Phänomens ist damit aber noch lange nicht erreicht.
    • 1.0, 2.0, 3.0 oder gar 4.0? Diese Frage kann man nicht nur auf das Web beziehen, sondern auch auf die Zukunft der Bibliothek. René Schneider (FH Genf) hat nun die Folien auf Slideshare gestellt, mit denen er die Evolution vom klassischen OPAC über das nutzerorientierte Web 2.0 und das semantischen Netz bis zum künstlich-intelligenten Web 4.0 skizziert. Mich würde interessieren, wie weit man mit Begriffen wie “Bibliothek 4.0” vom bibliothekswissenschaftlichen Mainstream ist? (netbib, Steuereule)
    • Kai-Uwe Hellmann nimmt ausführlich einen klassischen Text (pdf) von Barry Wellman, dem Pionier der Netzwerkanalyse, auseinander und kann der Wellmanschen Idee eines “vernetzten Individualismus” als neue Gemeinschaftsform nicht viel abgewinnen. Zurecht. Hellmanns Fazit sollte man sich im Zeitalter des Social Graph ruhig einmal auf der Zunge zergehen lassen: “Unstrittig ist: Jede ‘Community‘ ist ein ‘social network’, dies gilt umgekehrt
      aber keineswegs.”

    • Mit Amateurvideos gegen den Staat? Das berlin Institute aus, nun, Berlin versucht diesen Trick und hat ein “Video zur fragwürdigen Unabhängigkeit von Tagesschau und NDR-Rundfunkratins Netz gestellt. Das Ziel ist eine möglichst weitläufige virale Ausbreitung des Materials, mit dem nachgewiesen werden soll, dass das gegenwärtige Rundfunkkontrollsystem nicht funktioniert und mehr Transparenz und Expertise verdient hätte. Bis jetzt sieht es ganz gut aus – zumindest was die Viralität betrifft.
    • Weblog-Geringverdiener Jeff Jarvis zeichnet die Zukunft von Medien und Nachrichten in sein Blog. Der alte Filter der Presse – zwischen der Welt und uns – wird ersetzt durch eine heterogene und pluralisierte “Presse-Sphäre”, in der viele Quellen zur individuellen Konstruktion einer Story herangezogen werden können und Feeds dafür sorgen, dass wir auf dem Laufenden bleiben. Der große Unterschied zwischen Print und Online: “In print, the process leads to a product. Online, the process is the product.” Die neuen Nachrichten sind nicht mehr in Ressorts organisiert, sondern um Themen, Tags oder Geschichten, “because the notion of a section is as out of date as the Dewey Decimal System“.
    • Solche Listen werden wir in Zukunft noch häufiger sehen: Josh Bernoff hat neun Gründe gesammelt, warum Menschen Social Media nutzen: Freundschaften pflegen, neue Freunde finden, sozialer Druck, seinen Beitrag leisten, Altruismus, Exhibitionismus, Kreativität, Selbstbestätigung und Affinität. Daraus folgt ein wichtiger Hinweis an die Macher von Social Software: “Respect this diversity.”
    • Auch der Altmeister der Medienkonvergenztheorie, Henry Jenkins, meldet sich wieder zu Wort und erörtert auf dem C3-Blog das Thema: “Why academics should blog…” Er betont insbesondere die Bedeutung von Weblogs für die Sichtbarkeit junger Forscher: “increasingly, younger researchers are using blogs as resources for reputation building, especially in cutting-edge fields that lack established authorities.” Außerdem ermöglichen Wissenschaftlerblogs eine proaktive Haltung gegenüber den Massenmedien: Wir bloggende Wissenschaftler warten nicht mehr, bis wir von Journalisten zu einem Thema befragt werden, sondern reden einfach los. “Just-in-time-Scholarship” nennt Jenkins das.


    Verwandte Artikel:
  • Stapelverarbeitung
  • Stapelverarbeitung – 15.04.2008
  • Stapelverarbeitung – 16.4.2008