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Corporate Twitter: Die Liste

Märkte sind Gespräche. Das merkt man zur Zeit an dem starken Anstieg der twitternden Unternehmen (Corporate Twitter). Hier eine Liste (anzumerken ist jedoch, dass es sich in den meisten vielen Fällen um Feeds handelt, die automatisch auch in Twitter eingespeist werden):

Transport
Deutsche Bahn (seit 11.4.2008, Feed)

Medien
Bild Newsticker (seit 9.10.2007, Feed, letzte Meldung vor zwei Wochen)
Bunte Online (seit 22.8.2007, Feed, letzte Meldung vor fünf Monaten)
Computerwoche (seit 10.4.2008, Feed)
Der Westen (seit 10.6.2008, Dialog)

Deutsche Welle (seit 14.5.2007, Feed)
Focus Online (seit 26.4.2007, Feed, letzte Meldung vor zwei Wochen)
Hannoversche Allgemeine Zeitung (seit 17.10.2008, Dialog)
Heise Online (seit 2.4.2007, Feed, letzte Meldung vor zwei Monaten)
iBusiness.de (seit 4.4.2008, Feed)
NZZ (seit 31.3.2008, Feed)
Online PC (seit 4.3.2008, Feed)
Sevenload (seit 23.3.2007, Links)
Spex (seit 6.4.2008, Dialog)
Stern.de (seit 1.11.2007, Feed)
T3N Magazine (seit 11.12.2007, Feed)
Tagesanzeiger (seit 10.5.2007, Feed)
Titanic (seit 22.1.2008, Feed)
Welt Kompakt (seit 13.3.2008, Dialog)
Welt Online (seit 7.9.2007, Feed)
Zeit Online (seit 2.5.2007, Feed, letzte Meldung vor zwei Wochen)

Handel
Lehmann’s Buchhandlung (seit 6.10.2008, Dialog)

Mode
A better tomorrow (seit 13.4.2007, Dialog)
Spreadshirt (seit 8.3.2008, Dialog)

Internet
Blogpiloten (seit 10.1.2008, Dialog)
DocInsider (seit 17.7.2008, Dialog)
Hitflip (seit 12.3.2007, Dialog)
hype! (seit 11.12.2007, Feed)
Mixxt (seit 1.11.2007, Dialog, auch englisch)
NETFORMIC (seit 4.3.2008, Dialog)
Netzathleten (seit 4.9.2007, Dialog)
Preisbock (seit 21.12.2007, Feed)
Qype (seit 29.3.2007, Dialog)
Travello (seit 10.8.2007, Dialog)
Yeebase (seit 11.12.2007, Dialog)

Technologie
Cellity (seit 11.4.2008, Dialog)
Newthinking Store (seit 4.4.2008, Dialog)

Telekommunikation
O2 Surf Stick (seit 19.1.2009, Dialog)

Agenturen
Ad!Think (seit 16.9.2008, Dialog)
conosco (seit 22.4.2008)
Kehrseite (gerade eben begonnen)
KMTO (seit 12.10.2007, Dialog)
nugg.ad (seit 7.12.2007, Dialog)
sinnerschrader (seit 28.8.2007, Dialog)
Smaboo (seit 1.4.2008, Dialog)

Genuss
Lamian Restaurant (seit 16.4.2008, Dialog)
MyMuesli (seit 12.4.2008, Dialog)
Saftblog (seit 24.4.2008, Dialog)
San Lorenzo (seit 30.1.2008, Dialog)
Sonntagmorgen (seit 29.8.2007, Dialog)
Südafrika Weininformation (seit 16.4.2008, Dialog)
verkostet.de (seit 2.4.2008, Dialog)
Viva-Vino (seit 14.11.2007, Dialog)
Weingut Probst (seit 13.4.2008, erst ein Update)
Weingut Staffelter Hof (seit 12.4.2008, Dialog)

NGOs
Ärzte ohne Grenzen Österreich (seit 29.8.2008, Feed)
Greenpeace Hamburg (seit 17.1.2008, Dialog)
pl0gbar (seit 16.3.2007, Dialog)

Kunst
Galerie Royal (seit 16.5.2008)

Siehe dazu auch:



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    Eines der Hauptargumente, warum Arbeitgeber ihren Mitarbeitern den Zugang von sozialen Netzwerkplattformen verbieten, ist die Befürchtung, sie würden dadurch von ihrer eigentlichen Arbeit abgelenkt beziehungsweise sie würden durch die Zeit, die sie auf diesen Seiten verbringen, nicht mehr so viel Arbeit erledigen wie zuvor. Um welche Seiten geht es dabei? Die Liste, die in einer aktuellen Befragung von 430 PR-Angestellten zustande kam, ergibt eine schöne Momentaufnahme des social web:

    * Facebook
    * MySpace
    * YouTube
    * Flickr
    * Twitter
    * Squidoo
    * Second Life
    * Blogs
    * Podcasts
    * Video-sharing sites
    * Anything streaming
    * Almost everything. I work for the military. It’s considered a threat.
    * EVERYTHING!

    Deutlich wurde in der Umfrage, dass es meistens nicht um technische Probleme geht (zum Beispiel den hohen Traffic durch das Streamen von Videos, den das US-Verteidigungsministerium als Grund für die Sperrung der Web 2.0-Seiten angegeben hatte), sondern um die Kontrolle der Mitarbeiter.

    Doch ist die Frage, inwiefern die Nutzen hier die Kosten aufwiegen können, denn mit dem Verbot bestimmter Webangebote setzen die Arbeitgeber nicht nur das Engagement und Commitment ihrer Mitarbeiter aufs Spiel, sondern verpassen womöglich Chancen, diese Netzwerke und Plattformen für die Unternehmenszwecke produktiv einzusetzen. Der PR-Blogger Hans Kullin hat im Rahmen der Studie “BlogSweden 3″ – so einer Art “Wie ich blogge?!” auf Schwedisch (hier die Ergebnisse der Vorjahresstudie) – 747 Blogger gefragt, warum sie Mitglied einer sozialen Netzwerkplattform sind. Dabei ergaben sich zahlreiche Motive, die durchaus im Sinne eines Unternehmens sein könnten:

    * 61.6 said “as a way to stay in touch with former colleagues, classmates or suchlike”
    * 54.1% said “to use as a common channel in which to communicate with friends/colleagues”
    * 31.3% said “to network”
    * 18.7% said “to connect with others in my profession”

    Sehr viel sinnvoller als ein Totalverbot des Web 2.0 erscheint mir a) die Ausarbeitung einer Web 2.0-Strategie, b) die Schulung der Mitarbeiter im verantwortungsvollen Umgang mit Web 2.0-Seiten sowie womöglich c) die Einrichtung von Web 2.0-Angeboten im Intranet.

    Außerdem setzt das Netzwerkverbot in Unternehmen eine klassische Trennung von Arbeitszeit vs. Privatleben voraus, die gerade in den wissensbasierten Berufen schlicht nicht mehr gegeben ist (“flexible Work-Life-Balance”). Dazu Shel Holtz von Stop Blocking:

    The replacement is the idea of work/life integration, which means that if you’re going to expect me to work while I’m at home then you damn well better be prepared to let me live a little bit of my life while I’m at work.



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    Wenn man sich mit sozialen Netzwerken beschäftigt, stößt man schnell auf den etwas seltsamen Doppelcharakter des Netzwerkbegriffs: zum einen ist damit die Methode (also Netzwerkanalyse) benannt, mit der man gesellschaftliche Verbindungen (bzw. Verbindungen aller Art) in Gegenwart und Vergangenheit untersuchen kann (vgl. dazu auch die vielzitierte Analyse der Medici-Familie). Zum anderen schwingt aber immer auch die zweite Bedeutung mit, die darauf verweist, dass moderne Gesellschaften sich zunehmend netzförmig organisieren und insofern Netzwerke einen immer wichtigeren Beobachtungsgegenstand für die empirische sozialwissenschaftliche Forschung darstellen (also Netzwerkanalyse).

    Obwohl diese Bedeutungsfelder häufig zusammenfallen, jedoch findet man nur selten explizite Versuche, gesellschaftstheoretische Aussagen aus der Netzwerkforschung abzuleiten (also jenseits des im allgemeinen Sprachgebrauchs verwendeten Netzwerkbegriffs). Eine spannende Ausnahme ist Barry Wellmans Begriff des “networked individualism”, der auf einen fundamentalen Wandel der Vergesellschaftung von gruppenbasierten hin zu netzwerkförmigen Assoziationsmustern beschreibt (pdf hier). Oder anders ausgedrückt: Die Leute leben nicht mehr in Gruppen, sondern in Netzwerken. Merkmale dieser neuen Lebensweise sind:

    1. Glokalisierung von Gemeinschaft: ausgedehnte (z.T. globale) Netzwerke bei weiter bestehender Bedeutung von home bases wie dem Haushalt oder der Arbeit
    2. Netzwerkmanagement: Man ist nicht nur einem/dem direkten Vorgesetzten rechenschaftspflichtig, sondern mehreren Personen z.T. in unterschiedlichen Arbeitsgruppen
    3. Unternehmensnetze: Auch Unternehmen sind nicht mehr autark, sondern in Netzwerke unterschiedlicher Stärke eingebunden
    4. Politiknetzwerke: Etwas argumentationsbedürftig ist die vierte Feststellung, dass auch die internationale Politik zunehmend netzwerkförmig organisiert ist. Das mag plausibel erscheinen, wenn man die gegenwärtigen wechselnden Koalitionen mit der Blockstruktur des Kalten Krieges vergleicht; geht man aber darüber hinaus erscheint diese These schwierig, zumal mir nicht klar ist, was in diesem Netzwerk die Knoten, was die Kanten sind. Länder? Diplomaten? Verträge?

    Interessanterweise liefert Wellman seine Antithese gleich mit: Nach dem 11. September zieht sich das Sozialleben in einem gegenläufigen Trend immer stärker in “little boxes” zurück. Indizien dafür sind: gated communities, Verkehrshindernisse, Wartezeiten und Sicherheitsanforderungen im Luftverkehr, neue Blockbildungen (Nord-Süd).

    Wellman neigt dazu, diese beiden Perspektiven als Entweder-oder-These zu formulieren. Kann man sich diese beiden Pole nicht z.T. auch als Sowohl-als-Auch, wenn nicht gar als Steigerungsverhältnis vorstellen? Was sagt ihr dazu?



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