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	<title>viralmythen &#187; twitter</title>
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		<title>Networking auf dem DLD</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 21:43:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nebenan bei im hübschen Datenblog habe ich mir einmal die Twitter-Diskussionen zur diesjährigen DLD-Konferenz vom Kongressvorabend bis zum heutigen Montag angesehen. Man sieht sehr schön, wie sich die Aufmerksamkeit von Tag zu Tag im Netzwerk verschiebt. Ich bin gespannt, wie sich das zum letzten Tag noch einmal ändert. Außerdem werde ich abschließend auch noch einmal [...]]]></description>
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<p><a href="http://beautifuldata.net/2012/01/networking-dld/">Nebenan bei im hübschen Datenblog</a> habe ich mir einmal die Twitter-Diskussionen zur diesjährigen DLD-Konferenz vom Kongressvorabend bis zum heutigen Montag angesehen. Man sieht sehr schön, wie sich die Aufmerksamkeit von Tag zu Tag im Netzwerk verschiebt. Ich bin gespannt, wie sich das zum letzten Tag noch einmal ändert. Außerdem werde ich abschließend auch noch einmal die Twitternachrichten selbst betrachten, um Muster herauszufinden. Das zum Beispiel war der Montag:</p>
<p><a href="http://beautifuldata.net/wp-content/uploads/2012/01/DLD12_EarlyMonday.png"><img class="aligncenter size-medium wp-image-97" title="DLD12_EarlyMonday" src="http://beautifuldata.net/wp-content/uploads/2012/01/DLD12_EarlyMonday-300x300.png" alt="" width="300" height="300" /></a></p>
<p><a href="http://beautifuldata.net/2012/01/networking-dld/">Hier geht&#8217;s zum Artikel.</a></p>
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		<title>Katzenbilder sind der Kitt der Gesellschaft &#8211; oder: Die drei Arten von Information im Internetzeitalter</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2011/12/27/katzenbilder-sind-der-kitt-der-gesellschaft/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 23:46:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<category><![CDATA[katzenbilder]]></category>
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		<description><![CDATA[Indem der Zeitungsleser beobachtet, wie exakte Duplikate seiner Zeitung in der U-Bahn, beim Friseur, in seiner Nachbarschaft konsumiert werden, erhält er ununterbrochen die Gewißheit, daß die vorgestellte Welt sichtbar im Alltagsleben verwurzelt ist. Benedict Anderson Lagerfeuer Zwei Sentenzen hört man immer wieder, wenn es um die gesellschaftliche Funktion von Medien geht. Der erste Satz lautet: [...]]]></description>
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<p style="text-align: right;"><em>Indem der Zeitungsleser beobachtet,<br />
</em><span style="font-style: italic;">wie exakte Duplikate seiner Zeitung in der U-Bahn,<br />
beim Friseur, in seiner Nachbarschaft konsumiert werden,<br />
erhält er ununterbrochen die Gewißheit,<br />
daß die vorgestellte Welt sichtbar im Alltagsleben verwurzelt ist.</span></p>
<p style="text-align: right;">Benedict Anderson</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://getfile2.posterous.com/getfile/files.posterous.com/metaroll/AAbjulukJFftzvFpuDJgnbFcCEutqduHjttkDFDBExzcDbgsImGEwFliHJyt/p559.jpg.scaled1000.jpg" alt="" width="500" /></p>
<p><strong>Lagerfeuer</strong></p>
<p>Zwei Sentenzen hört man immer wieder, wenn es um die gesellschaftliche Funktion von Medien geht. Der erste Satz lautet: &#8220;Das Fernsehen ist das Lagerfeuer der Nation&#8221;. Je nachdem, aus welcher Generation man stammt, mögen die Assoziationen unterschiedlich sein und von Wandervögeln über Pfadfinder bis Indianern reichen. Impliziert sind aber immer die folgenden Dinge: Geselligkeit, Gesang, manchmal: Bohnen aus der Dose.</p>
<p>Immer jedoch geht es um ein Leuchten inmitten einer dunklen Nacht, das von irgendjemandem bewacht werden muss. Die kalte Einheit der Nation wird durch das Lagerfeuer zu einem spürbar warmen Zusammenhalt. So zumindest die Ideologie der Fernsehmacher, die diesen Satz gerne immer wieder aufwärmen.</p>
<p><strong>Klebstoff</strong></p>
<p>Der zweite Satz lautet: &#8220;Informationen sind der Kitt der Gesellschaft.&#8221; Immerhin, dieser Satz kommt ohne das wärmende Feuer des Fernsehbildes aus und beschränkt sich auf die formale Feststellung, dass Informationen die Gesellschaft zusammenhalten. Geht man von einigermaßen orthodoxen Interpretationen der Systemtheorie aus, ist der Satz eine bloße Tautologie. Wenn Gesellschaft zum Beispiel nach Luhmann das größte soziale System darstellt und soziale Systeme aus Kommunikationen bestehen, versteht sich der Satz von selbst.</p>
<p>Aber meistens ist dieser Satz viel normativer gemeint (Luhmann würde diese normative Deutung nicht mit einer Zange anfassen). Dann geht es nämlich um den normativ guten Zusammenhalt, der bedroht ist, wenn die Information nicht mehr das leistet, was sie tut &#8211; integrieren. Das klingt <a href="http://www.zeit.de/campus/2012/01/sprechstunde-miriam-meckel/komplettansicht">bei Meckel</a> dann so:</p>
<blockquote><p>Es gäbe keinen kritischen Diskurs mehr, und damit würde unser System auseinanderfallen. Informationen sind der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. In meinem Buch treibe ich diese Idee auf die Spitze: Die Menschheit schafft sich durch die Perfektionierung der Algorithmen selbst ab.</p></blockquote>
<p>Je mehr die Algorithmen uns in einer Filterblase einlullen, desto geringer die Chance der systemintegrierenden Informationen, uns noch zu erreichen. Irgendwann fällt die Gesellschaft dann auseinander. An dieser Stelle wird es aber spannend. Meckel hat gar nicht einmal Unrecht mit der gesellschaftlichen Funktion der Medien. Medien stützen, ja schaffen sogar Gesellschaften. Die ersten Nationalstaaten des 19. Jahrhunderts waren Drucksachen. Erst die massenhafte Vervielfältigung immer derselben Informationen schaffte in den Köpfen der Menschen eine homogene Vorstellung von Gesellschaft und Nation.</p>
<p>Aber Meckel verwendet die falsche Zeitform. Informationen waren dieser Kitt, haben diese Funktion aber in der Gegenwart verloren. Nach wie vor sind heute, im Informationszeitalter, Informationen eine Art Kitt. Aber, was dadurch zusammengeklebt wird, ist nicht mehr die eine Gesellschaft, sondern sind viele unterschiedliche, überlappende, große, kleinere, feste, lose Gemeinschaften. Oder wie es der Presseschauer formuliert: <a href="http://www.theeuropean.de/presseschauer/5394-bedeutungsverlust-der-zeitungen">Katzenbilder sind der Kitt der Gesellschaft</a>.</p>
<p>Vor allem hat sich die Art der Information verändert. Es geht nicht mehr um die journalistisch recherchierten und nach Maßgabe der Aufmerksamkeitsfaktoren aufbereiteten Nachrichten für ein <a href="http://blog.metaroll.de/2011/12/26/das-internet-die-gatekeeper-und-die-qualitat/">durchschnittliches allgemein-gebildetes Publikum</a>. Stattdessen spielen für die Gemeinschaften im Internetzeitalter folgende drei Formen der Information die zentrale Rolle:</p>
<p><strong>Die drei Arten von Information der Internetgesellschaft</strong></p>
<ul>
<li><strong>Schwarmähnliche Status- und Positionsmeldungen</strong>, mit denen wir den anderen Mitgliedern unserer virtuellen Stämme mitteilen, wo wir uns gerade aufhalten und wie unsere Koordinaten relativ zu den anderen Mitgliedern aussehen. Diese Informationsaufnahme geschieht häufig gar nicht voll bewusst, sondern diese &#8220;<a href="http://blog.metaroll.de/2009/05/21/the-twitter-is-the-message-willkommen-in-der-reload-gesellschaft/">ambient intimacy</a>&#8221; wird reflexartig hergestellt. Wir merken vor allem das Fehlen eines Signals / einer Statusmeldung, zumal uns diese Aufmerksamkeit immer stärker von Technologien abgenommen wird. Wenn die Signale vorhanden sind, ist alles in Ordnung, die Gewissheit der (sozialen) Welt kann weiter bestehen.</li>
<li><strong>Hermetische Symbolkommunikation</strong>, also <a href="http://www.slow-media.net/memetic-turn">Meme</a>, die nur innerhalb einer bestimmten Community verständlich ist, außerhalb aber nur als Rauschen oder &#8220;Gibberish&#8221; wahrgenommen wird. Katzenbilder fallen in diese Kategorie, obwohl sie zu den exoterischsten Spielarten dieser Form von Informationen gehören. Sie können zumindest im Rahmen von Parametern wie &#8220;süß&#8221; oder &#8220;seltsam&#8221; auch außerhalb der Gemeinschaften dekodiert werden.</li>
<li><strong>Kommunikative Feedbackschleifen</strong>, die sehr schnell zu kreisenden oder sich aufschaukelnden und schließlich eskalierenden Erregungszuständen führen können. Zahlreiche jüngere Beispiele zeigen die systemzersetzende Wirkung dieser Kommunikationsform. Hier ist die Information alles andere als Kitt, sondern gesellschaftlicher Sprengstoff.</li>
</ul>
<p>Alle drei Arten taugen nicht recht als gesellschaftlicher Kitt, sondern lösen gesellschaftliche Strukturen auf oder stärken tribale Formen der Vergemeinschaftung. Die Statusmeldungen, weil sie reflexartig ablaufen, die Meme, weil sie soziale Substrukturen fördern und die Feedbackschleifen auf Grund der Neigung zur Eskalation.</p>
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		<title>Twitteranalyse for Dummies</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2011/12/15/twitteranalyse-for-dummies/</link>
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		<pubDate>Thu, 15 Dec 2011 21:37:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<category><![CDATA[netzwerkanalyse]]></category>
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		<description><![CDATA[Als ich vor drei Jahren die Twitter-Analysesoftware BrandTweet geschrieben habe (damals noch unter dem ursprünglichen Namen TwitterFriends), dachte ich schon, ich hätte mit diesem Lob von Tim O&#8217;Reilly höchstpersönlich alles erreicht, was man im Bereich Web 2.0 erreichen kann. Ich meine, er hat das Web 2.0 erfunden! Twitter friends shows my conversation quotient as 74.2%. [...]]]></description>
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<p>Als ich vor drei Jahren die Twitter-Analysesoftware BrandTweet geschrieben habe (damals noch unter dem ursprünglichen Namen TwitterFriends), dachte ich schon, ich hätte mit diesem Lob von Tim O&#8217;Reilly höchstpersönlich alles erreicht, was man im Bereich Web 2.0 erreichen kann. Ich meine, er hat das Web 2.0 erfunden!</p>
<blockquote class="twitter-tweet" lang="de"><p>Twitter friends shows my conversation quotient as 74.2%. <a href="http://twitter-friends.com">http://twitter-friends.com</a> This is actually a cool service, unlike most of these</p>
<p>&mdash; Tim O&#8217;Reilly (@timoreilly) <a href="https://twitter.com/timoreilly/status/1063833735" data-datetime="2008-12-17T23:28:07+00:00">Dezember 17, 2008</a></p></blockquote>
<p><script src="//platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script></p>
<p>Aber so etwas lässt sich durchaus noch steigern. Denn das Tool hat es jetzt sogar an sehr prominenter Stelle in den Ratgeber &#8220;Twitter Marketing for Dummies&#8221; (Wiley-Verlag) geschafft, wo es neben Tweetdeck und HootSuite eines von &#8220;Ten Tools for Twitter Productivity&#8221; <a href="http://books.google.de/books?hl=de&#038;id=kzxacmDGaLsC&#038;q=twitterfriends#v=snippet&#038;q=twitterfriends&#038;f=false">genannt und beschrieben wird</a>:</p>
<p><img src="http://books.google.de/books?id=kzxacmDGaLsC&#038;hl=de&#038;pg=PA281&#038;img=1&#038;pgis=1&#038;dq=twitterfriends&#038;sig=ACfU3U2AAUkH0AjZJeZcztDz4sG4HPZ2QA&#038;edge=0"></p>
<p>Das Tool ist nach zwei Namensänderungen unter dieser URL zu finden: <a href="http://stats.brandtweet.com/">stats.brandtweet.com</a>.</p>
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		<title>Schlafende Hunde</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/06/20/schlafende-hunde/</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 18:41:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vielleicht ist es gar nicht so sinnvoll, immer in die Tiefe zu bohren. Insbesondere, wenn sich dort Dinge verbergen, die man gar nicht wissen möchte. Eine Art Schlusswort zu dem Reichstagsmärchen habe ich auf dem Slow Media-Blog geschrieben. Mögen die Hunde süß weiterschlafen.]]></description>
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<p><img src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/wald_1.jpg" /><br />
Vielleicht ist es gar nicht so sinnvoll, immer in die Tiefe zu bohren. Insbesondere, wenn sich dort Dinge verbergen, die man gar nicht wissen möchte. Eine Art Schlusswort zu dem Reichstagsmärchen habe ich <a href="http://www.slow-media.net/versunkene-orte">auf dem Slow Media-Blog geschrieben</a>. Mögen die Hunde süß weiterschlafen.</p>
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		<title>Die Communitas der Early Adopters</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/04/11/die-communitas-der-early-adopters/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Apr 2010 21:51:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Über den Begriff &#8220;Communitas&#8221; bin ich in meinen Ethnologieseminaren immer wieder gestolpert. Der große Symboldeuter Victor Turner hatte diesen Begriff verwendet, um eine Erfahrung zu beschreiben, die häufig in Zusammenhang mit einem Übergang auftritt. In vielen Ritualen tauchen solche Schwellenzustände auf, in denen auf einmal die gewöhnlichen Strukturen des Alltags aufgehoben werden und alle auf [...]]]></description>
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<p>Über den Begriff &#8220;Communitas&#8221; bin ich in meinen Ethnologieseminaren immer wieder gestolpert. Der große Symboldeuter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Turner">Victor Turner</a> hatte diesen Begriff verwendet, um eine Erfahrung zu beschreiben, die häufig in Zusammenhang mit einem Übergang auftritt. In <a href="http://books.google.de/books?id=IBRuiOX8VEEC">vielen Ritualen</a> tauchen solche Schwellenzustände auf, in denen auf einmal die gewöhnlichen Strukturen des Alltags aufgehoben werden und alle auf derselben Stufe stehen (wobei es eigentlich gar keine Stufen mehr gibt). Wenn die Schwelle dann überschritten wird, festigt sich die Struktur wieder und die Teilnehmer des Rituals haben sich auf einmal verändert und besitzen z.B. einen neuen sozialen Status.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d3/Technology-Adoption-Lifecycle.png" alt="" width="500" /></p>
<p>Ich glaube, dass die Faszination der Early Adopters diesem Communitas-Zustand, also einem ganz intensiven Gefühl, gerade etwas bedeutendes gemeinsam zu erleben, ähnelt. Gerade Social-Media-Plattformen wie Twitter, Pownce (&#8220;egak&#8221;), Second Life, Facebook oder Foursquare hatten für mich in der Anfangszeit deutliche Ansätze einer liminalen Communitas-Erfahrung. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, wie man auf diese Plattformen kommt. Entweder man gehört zu den <strong>Spätzündern</strong>, die von einem größeren Freundes- oder Bekanntenkreis dorthin gezogen werden (man gehört also zur kritischen Masse, im Gegensatz zur unkritischen Communitas). Die anderen haben sich dort schon eingerichtet, wissen über die Möglichkeiten und Grenzen der Plattformen Bescheid und können den Nachzüglern jederzeit eine Kurzeinführung geben. Soziologen würden hier von Sozialisation sprechen. Eine sehr schöne Beschreibung habe ich auf dem Savage-Minds-Blog <a href="http://savageminds.org/2010/04/06/two-books-on-indigenous-methods">gefunden</a>:</p>
<blockquote><p>I am a late adopter of Twitter (r3×0r — feel free to follow me), and one of the nice things about being late to the party is that all of your old friends have already arrived and had a few drinks by the time you find a place to park.</p></blockquote>
<p>Ganz anders die <strong>Early Adopters</strong>. Sie warten die ganze Zeit darauf, dass das &#8220;next shiny toy&#8221; am Horizont auftaucht, und wenn die Türe zum Alpha- oder Betatest geöffnet werden, strömen sie auf die Plattform und beginnen damit gemeinsam herauszufinden, was man mit diesem neuen Spielzeug alles anfangen kann. In den zum Teil nächtelangen Sitzungen entsteht dabei, da es sich oft im Kern um dieselben Personen handelt, die man schon von anderen Plattformen kannte, eine Erfahrung, gerade an einem mehr oder weniger bedeutenden Moment der Geschichte des Internets teilzunehmen &#8211; oder besser: sie gerade gemeinsam zu schreiben. Jeder fängt gleichermaßen bei Null an, so dass es ganz im Turnerschen Sinne in diesem Moment kaum feste Strukturen gibt, sondern nur eine undefinierte, aber gemeinsame Erfahrung. Das Spannende und Faszinierende daran (nicht nur für den Early Adopter, sondern auch für den Plattformbetreiber) ist gerade die Möglichkeit, mit anzusehen, wie sich diese Strukturen allmählich entwickeln.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mit dem Blackberry im Methusalemkomplott</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/12/19/mit-dem-blackberry-im-methusalemkomplott/</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 17:51:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
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		<category><![CDATA[philosophie]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich muss gestehen, dass mich bisher die Debatte um die digitale Überforderung &#8211; zum Wortführer dieser Scheinbewegung hat sich Frank Schirrmacher gemacht &#8211; wenig berührt hat. Vielleicht ist mit folgender abgewandelter Tocotronic-Textzeile seine Position so weit zusammengefasst, dass man sich alle weitere Lektüre sparen kann: Wahrscheinlich hat Schirrmacher gar keine Zeit, Twitter ist gut doch [...]]]></description>
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<p><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2009/12/IMG_06221-139x300.jpg" alt="Informationsflut" title="Informationsflut" width="139" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-1139" />Ich muss gestehen, dass mich bisher die <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,665806,00.html">Debatte</a> um die digitale Überforderung &#8211; zum Wortführer dieser Scheinbewegung hat sich <a href="http://carta.info/18949/algorithmen-im-alltag-wie-das-werkzeug-seinen-erfinder-umarbeitet/">Frank Schirrmacher</a> gemacht &#8211; wenig berührt hat. Vielleicht ist mit folgender abgewandelter <a href="http://www.youtube.com/watch?v=LEcgFCYdadg">Tocotronic-Textzeile</a> seine Position so weit zusammengefasst, dass man sich alle weitere Lektüre sparen kann:</p>
<blockquote><p>
Wahrscheinlich hat Schirrmacher gar keine Zeit,<br />
Twitter ist gut doch die Welt noch nicht bereit.
</p></blockquote>
<p>Natürlich kommen bei mir mehr Informationen an als ich verarbeiten kann. Das würde ich aber nicht unbedingt auf das Internet oder das Social Web im Besonderen zurückführen. Eine Mailbox, in der sich 2578 ungelesene Emails virtuell stapeln ist hat für mich keinen sehr viel größeren Aufforderungscharakter als der Stapel un- oder halbgelesener Bücher, die sich in meinem Haus physisch stapeln. Warum sollte mein Hirneiweiß durch den einen Informationsstau veranlasst sehen, neue Formen des Verklumpens zu bilden als bei dem anderen Informationsstau?</p>
<p>Zwar gibt es deutliche Unterschiede zwischen dem gedruckten Informationsüberfluss &#8211; jeder, der schon einmal eine Zeitung wie z.B. Schirrmachers FAZ abonniert hatte, weiß wie alte Zeitungsausgaben dazu neigen, den Lebensraum zu verstopfen &#8211; und der neuen digitalen Unübersichtlichkeit. Aber begleitend zu den neuen Überforderungsphänomenen gibt es neue Coping-Mechanismen. Zum Beispiel Blackberry: Klar signalisiert mir das blinkende rote Licht immer wieder, dass neue Informationen abgerufen oder aufgenommen werden wollen. Wenn ich das Smartphone umdrehe, so dass die rote Leuchte nach unten zeigt, sehe ich das Blinken nicht mehr. Ein einfacher Trick, millionenfach bewährt.</p>
<p>Und auch für digitale Informationskanäle wie Twitter gibt es so etwas. Das Geheimrezept lautet &#8220;einfach mal ignorieren&#8221;. Vielleicht ist es hierbei von Vorteil, wenn man sowieso so vielen Menschen folgt, dass man mit dem Lesen nicht mehr hinterherkommt? Ich folge knapp 2.500 Menschen auf Twitter. Keine Chance, auch nur annähernd up to date zu bleiben mit all ihren Gedanken, Ängsten, Banalitäten, Entdeckungen etc. Das schnelle Tempo führt dazu, dass ich mich ganz bewusst an bestimmten Informationen oder Personen orientiere. Was jemand explizit mir mitteilen möchte (also <a href="http://search.twitter.com/search?q=@furukama">@furukama-Botschaften</a>), bekomme ich mit. Ebenso alles, was die Handvoll Menschen schreibt, die mir besonders wichtig sind (dafür habe ich eine Twitter-Liste). Für den ganzen Rest entwickelt sich so eine Art <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flow_%28Psychologie%29">Flow</a>-Gefühl, ein Schweben über dem Informationsstrom, von dem ich nur hin und wieder einzelne Gedanken mitbekomme, mehr nicht.</p>
<p>Der einzige Punkt, der an dieser Debatte wirklich interessant ist: Wie passen die Diagnosen der letzten Schirrmacher-Werke zusammen? Hier wird es wirklich spannend. Auf der einen Seite der Methusalem-Komplott in dem die Älteren die Macht übernehmen und den Staat von oben bis unten umkrempeln. Auf der anderen Seite die immer schwächeren nachwachsenden Generationen, die aber mit Twitter, iPhone und Facebook das, was sie an Masse und Macht verloren haben, durch Geschwindigkeit wieder wettmachen wollen? Droht hier tatsächlich ein Krieg der Alten gegen die Jungen bzw. der jederzeit erreichbaren Echtzeitgehirne gegen die in Offline-Idyllen schwelgenden Altersrassisten? Und vor allem: Wo steht ein Schirrmacher in diesem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tohuwabohu">Tohuwabohu</a>?</p>
<p>Vielleicht zum Abschluss noch einen theologischen Gedanken. Das passt ganz gut zur Adventszeit, die übrigens ebenfalls zwei Gesichter hat: ein helles, fröhliches Süßer-die-Glocken-nie-klingen-Gesicht, und gleichzeitig aber auch ein kulturgeschichtlich sehr viel älteres düsteres Gesicht einer Endzeit, in der man schwarz getragen hat und gefastet hat und weder heiraten, noch sich in der öffentlichkeit freuen durfte. Die glückselige Informationsarmut des vom Netz genommenen Methusalems ähnelt tatsächlich einem paradiesischen Zustand. Das Paradies ist nämlich sogar etymologisch nichts anderes als ein früher &#8220;<a href="http://www.isarrunde.de/isarrunden/40/1/1/17/das_netz_als_sammlung_vieler_walled_garden.html">walled garden</a>&#8221; (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gartenkunst_im_Vorderen_Orient">pairidaeza</a>), in dem es keine Information gibt, da es sich um einen statischen Zustand handelt und Information immer bedeutet: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Gregory_Bateson">ein Unterschied, der einen Unterschied macht</a>. Ich finde hier die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=5zNdMc6wGtU">Theologie der Talking Heads</a> am überzeugendsten, die den Himmel wie folgt beschreiben:</p>
<blockquote><p>
Heaven, heaven is a place,<br />
a place where nothing, nothing ever happens<br />
Heaven, heaven is a place,<br />
a place where nothing, nothing ever happens
</p></blockquote>
<p>Das Gegenteil von dieser himmlischen Zeitlosigkeit sind die zutiefst irdischen digitalen Echtzeit-Informationsströme, in denen jeden Tag etwas neues passiert, jeden Tag neue Personen in den Timelines auftauchen, jeden Tag andere Verknüpfungen der potentiell globalen Netzwerkgesellschaft aktualisiert werden.</p>
<p>Siehe dazu auch:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.michaelreuter.org/2009/12/haben-sie-eine-payback-card-oder-kommunizieren-ist-%C3%BCbungssache.html">Haben Sie eine Payback-Card &#8211; oder Kommunizieren ist Übungssache</a> von Michael Reuter</li>
<li><a href="http://www.isarrunde.de/empfehlungen/43/1/1/17/absaufen_in_der_informationsflut.html">Absaufen in der Informationsflut</a> auf dem Isarrunde-Blog</li>
<li><a href="http://www.text-raum.de/zweiraum/diskurs-ein-hin-und-hergehendes-gesprach">Diskurs: ein hin- und hergehendes Gespräch</a> von Sabria David
</ul>
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		<title>Das tribale Internet</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/11/07/das-tribale-internet/</link>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 11:17:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[ethnologie]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[web2.0]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Michael Reuter stellt in seinem Blog anlässlich des Todes von Claude Lévi-Strauss die wichtige Frage: Ist es denkbar, dass durch die zunehmende Transparenz des Wissens, der Meinungen und der Aktivitäten der Teilnehmer des Netzes gerade die für eine biologische und kulturelle Entwicklung notwendigen Unterschiede individueller, abgekapselter Gruppen verlorengehen? Oder anders ausgedrückt: Ist das Internet (bzw. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><a href="http://www.michaelreuter.org/2009/11/gedanke-zur-bedeutung-von-claude-l%C3%A9vystrauss-traurigen-tropen-f%C3%BCr-das-internet.html">Michael Reuter</a> stellt in seinem Blog anlässlich des Todes von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Lévi-Strauss">Claude Lévi-Strauss</a> die wichtige Frage:</p>
<blockquote><p>Ist es denkbar, dass durch die zunehmende Transparenz des Wissens, der Meinungen und der Aktivitäten der Teilnehmer des Netzes gerade die für eine biologische und kulturelle Entwicklung notwendigen Unterschiede individueller, abgekapselter Gruppen verlorengehen?</p></blockquote>
<p>Oder anders ausgedrückt: Ist das Internet (bzw. heute das <a href="/2009/06/06/leben-in-140-zeichen/">Echtzeitinternet</a> und das soziale Internet) ein großer Gleichmacher? Ich glaube nicht.</p>
<p>Zum einen hatten wir in der Ethnologie diese Diskussion schon vor längerer Zeit ausführlich am Beispiel des Fernsehens durchgespielt. Klar, eine &#8220;Eingeborenenfamilie&#8221; im tiefsten Busch, deren jüngster Sohn leidenschaftlicher Rambo-Fan ist und deren Eltern zu Dallas-Experten geworden sind, sprechen auf den ersten Blick für den Erfolg eines neuen universalistischen Mediums, das die gesamte Erde planiert (&#8220;<a href="/2008/07/16/die-welt-ist-nicht-geschrumpft-sondern-zerknittert/">a flat earth</a>&#8220;) und sämtliche kulturelle Unterschiede zerstört. Das wirkt aber nur auf den ersten oberflächlichen Blick so. Wenn man nämlich damit anfängt, diese Menschen zu verstehen, dann merkt man, dass der Rambo, den sie sehen, ein ganz anderer ist als derjenige, den wir sehen. Auch die immer wieder beschwörte Amerikanisierung unserer Kultur betrifft in erster Linie die Oberflächen (den von Lévi-Strauss zitierten warmen Lackgeruch und den Wintergreen-Tee) und nicht die Rezeption, Umdeutung und Aneignung dieser Stoffe. <a href="http://www.aber.ac.uk/media/Modules/TF33120/katzlieb.html">Katz und Liebes</a> hatten in einer großen empirischen Studie gezeigt, wie ein und dieselbe Fernsehserie (Dallas) in unterschiedlichen kulturellen Gruppen ganz unterschiedlich wahrgenommen werden.</p>
<p>Aber dennoch: der technologische Unterbau des Internet ist tatsächlich zu einer universellen Geschichte geworden, die weltweit sehr gleichförmig ist. Das indische TCP/IP scheint sich nicht von dem brasilianischen zu unterscheiden. In Deutschland verwendet man HTML ähnlich wie in Japan &#8211; bzw. vielleicht fehlen uns noch kulturwissenschaftliche Studien, die hier dann doch Unterschiede finden. Und zum Teil sind auch die politischen Fragen, die sich hieran knüpfen, ähnliche: Soll man den Zugang für alle frei schalten oder auf bestimmte Personenkreise beschränken? Soll man zensieren oder nicht? Die Antworten freilich fallen je nach kulturellem und politischen Kontext höchst unterschiedlich aus.</p>
<p>Das Internet und auch das Web 2.0 ist keine globale Monokultur. Natürlich ist es potentiell möglich, dass, wie Reuter sagt, &#8220;letztlich alle wissen, was irgendwo passiert und was irgendwer macht&#8221;. Nur bleibt diese Tatsache immer im Konjunktiv. De facto nutzen wir Plattformen wie Twitter, Facebook oder auch Blogs tendenziell eher tribalistisch als esperantistisch. Die meisten meiner Kontakte, mit denen ich täglich über Twitter kommuniziere, kommen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Schon, wenn ich nach Italienern suche, wird es schwierig. Und dann habe ich noch gar nicht nach dem Bildungsgrad und dem räumlichen Kontext gefragt. Das weltumspannende Kommunikationsnetz funktioniert für Sensationen wie zum Beispiel Erdbeben oder politische Umstürze. Aber auch dort ist es nicht die Masse, die hier kommuniziert, sondern nur eine Elite, die sowieso relativ homogen ist. Also die berühmten &#8220;kosmopolitischen Vielflieger&#8221;.</p>
<p>Ich würde noch weiter gehen: Gerade Social Media haben ein großes Potential, die Bildung von stammesähnlichen Gebilden zu unterstützen. Also von sehr traditionalistischen Organisationsformen, die jedoch auf Grundlage einer weltweit standardisierten Technologie nicht mehr an räumliche Nähe gebunden sind (hier darf natürlich auch der <a href="http://twitter.com/jbenno/status/5504489366">wichtige Hinweis</a> auf McLuhan nicht fehlen). Diese Stämme sind aber aufgrund ihrer Ortsunabhängigkeit nicht offen sichtbar wie z.B. die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Yanomami">Yanomami</a> der 1960er Jahre, sondern wirken diffus. Erst mit Hilfe von Netzwerkanalysen werden diese Strukturen sichtbar. Erst ein ethnologisches Eindringen in diese Zusammenhänge offenbart dann die Stammes-Partikularismen vor einem universalistischen techno-politischen Hintergrund.</p>
<p>Auf eine Formel gebracht: <strong>Es gibt nicht nur ein Social Web, sondern viele</strong>. Aber eigentlich steckt das alles schon im Begriff des Internets.</p>
<p><strong>Literatur zum Thema:</strong></p>
<ul>
<li>Claude Lévi-Strauss: Traurige Tropen. Frankfurt, 1978.
<li>Manuel Castells: The Rise of the Network Society. Oxford, 1996.
<li>Marshall McLuhan / Quentin Fiore: War and Peace in the Global Village. New York, 1968.
<li>Tamar Liebes / Elihu Katz: The Export of Meaning: Cross-Cultural Readings of Dallas. Oxford, 1990.
</ul>
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		<title>Enter-Polls statt Exit-Polls?</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/06/29/enter-polls-statt-exit-polls/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 13:47:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[bundestagswahl]]></category>
		<category><![CDATA[enter-polls]]></category>
		<category><![CDATA[exit-polls]]></category>
		<category><![CDATA[information]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Hier gehts direkt zu den Ergebnissen &#8211; und hier zur Stimmabgabe Wahrscheinlich wissen die meisten Menschen gar nicht, was sich hinter dem seltsamen Begriff &#8220;Exit-Poll&#8221; verbirgt. Es geht dabei nicht um eine Abstimmung, wann man am besten das Zeitliche segnen sollte, sondern um die Befragung von Wählern beim Verlassen (= Exit) des Wahllokals. Die dabei [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><strong>Hier gehts <a href="http://politologo.net/enterpoll/results.php">direkt zu den Ergebnissen</a> &#8211; und <a href="http://politologo.net/enterpoll/">hier zur Stimmabgabe</a><br />
</strong><br />
<a href="http://politologo.net/enterpoll/"><img class="alignleft" title="Enterpoll" src="http://politologo.net/enterpoll/enterpoll.jpg" alt="" /></a>Wahrscheinlich wissen die meisten Menschen gar nicht, was sich hinter dem seltsamen Begriff &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wahltagsbefragung">Exit-Poll</a>&#8221; verbirgt. Es geht dabei nicht um eine Abstimmung, wann man am besten das Zeitliche segnen sollte, sondern um die Befragung von Wählern beim Verlassen (= Exit) des Wahllokals. Die dabei erhobenen Daten werden verwendet, um Hochrechnungen zu erstellen, die dann in den ersten Betaversionen bereits in der Mittagszeit den Parteien zur Verfügung gestellt werden. Damit sie bei einem unerwarteten Wahldebakel schnell noch den Champagner abbestellen und stattdessen Mineralwasser ordern können.</p>
<p>Durch Social Media-Anwendungen wie Twitter oder Facebook, auf denen man in Echtzeit Nachrichten verbreiten kann, befürchten die Politiker, dass diese Vorabergebnisse nicht mehr unter Verschluss gehalten werden können, sondern von übereifrigen Kommunikatoren <a href="http://nice-bastard.blogspot.com/2009/06/exit-polls-twitter-schlu-mit-dem.html">ausgeplaudert werden könnten</a> (die Erinnerungen an die <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2009/05/26/peinliche-twitter-schlammschlacht-nach-der-bundespraesidentenwahl/">Wahl des Bundespräsidenten</a> sind noch zu frisch). Das bedeutet zum einen, dass ein Informationsmonopol verschwindet und zum anderen, dass diese Zahlen verwendet werden könnten, um am Wahlabend noch verstärkt zu mobilisieren.</p>
<p>Beides &#8211; Transparenz und eine <a href="http://www.sebsn.de/2009/06/28/twitter-und-die-gefahrlichen-exit-polls/">höhere Wahlbeteiligung</a> &#8211; scheint nicht besonders im Interesse der Parteien zu liegen, und deshalb werden jetzt die <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,632942,00.html">ersten Pläne geschmiedet</a>, wie man diese Twitterer stoppen könnte. Der <a href="http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_09/">Bundeswahlleiter</a> lässt sich zitieren mit den Worten: &#8220;Es wäre der GAU, wenn die Wählerbefragungen vor Schließung der Wahllokale öffentlich bekannt würden&#8221;. Darüber, anstelle des Twitterns darüber kurzerhand die <a href="http://www.spitblog.de/2009/06/27/wer-braucht-schon-exit-polls/">Exit-Polls abzuschaffen</a> und mit der Bekanntgabe der ersten Zahlen einfach zu warten, bis diese aus den Wahllokalen vorliegen, scheint niemand nachzudenken. Schließlich sind diese Daten die einzigen verfügbaren Daten darüber, welche soziodemographischen Gruppen wie gewählt haben und welche Wählerwanderungen es gegeben hat.</p>
<p>Vielleicht wäre es aber sinnvoll, beides zusammenzubringen: Twitter und Wählerbefragungen. Nach einer kurzen Diskussion auf Twitter entstand die Idee, ein auf Twitter basierendes &#8220;<a href="http://politologo.net/enterpoll/enterpoll.php">Enter-Poll-System</a>&#8221; ins Leben zu rufen. Ich stelle mir das so vor: Jeder Twitterer hat genau eine Stimme, die er vor dem Wahltag einer Partei seiner Wahl geben kann. Die Authentifizierung bei Twitter (über OAuth, d.h. es werden keine Passwörter übertragen) stellt sicher, dass jeder Twitternick nur einmal abstimmen kann. Dadurch, dass die bereits abgestimmten Twitternicks und die eigentlichen Wahldaten in unterschiedlichen Datenbanktabellen abgespeichert werden, können beide Informationen nicht miteinander verknüpft werden. Die virtuelle Stimmabgabe ist also anonym.</p>
<p>Da mit der Wahlentscheidung auch die Wahlentscheidung der letzten Bundestagswahl abgefragt wird, können anschließend Auswertungen über die Wählerwanderungen getroffen werden. Und die soziodemographischen Merkmale erlauben zudem eine Segmentierung nach Alter und Geschlecht.</p>
<p>Der Betatest beginnt genau &#8230; <a href="http://politologo.net/enterpoll/enterpoll.php">jetzt</a>.</p>
<p>[<strong>UPDATE, 17:33</strong>] Das Tool darf natürlich am Wahltag selbst bis 18:00 keine Ergebnisse veröffentlichen, da dies laut BWahlG eine Ordnungswidrigkeit darstellen würde, die mit <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bwahlg/__49a.html">bis zu 50.000 EUR Geldbuße</a> geahndet werden kann.</p>
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		<title>Leben in 140 Zeichen</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/06/06/leben-in-140-zeichen/</link>
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		<pubDate>Sat, 06 Jun 2009 01:04:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[journalismus]]></category>
		<category><![CDATA[leben]]></category>
		<category><![CDATA[menschen]]></category>
		<category><![CDATA[microblogging]]></category>
		<category><![CDATA[sterben]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Twitter ist irrelevant? Twitter ist banal? Twitter ist belanglos? Vielleicht für Journalisten, die aufgrund ihrer déformation professionelle darauf achten müssen, was eine &#8220;allgemeine Öffentlichkeit&#8221; interessieren könnte. Für alle anderen gilt: Auf Twitter findet das ganz normale Leben statt. Menschen sterben, Menschen werden geboren. &#8220;Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn&#8217;s hoch kommt, so sind&#8217;s achtzig [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Twitter ist irrelevant? Twitter ist banal? Twitter ist belanglos? Vielleicht für <a href="http://www.zeit.de/online/2009/24/twitter-kritik">Journalisten</a>, die aufgrund ihrer déformation professionelle darauf achten müssen, was eine &#8220;allgemeine Öffentlichkeit&#8221; interessieren könnte. Für alle anderen gilt: Auf Twitter findet das ganz normale Leben statt. Menschen sterben, Menschen werden geboren. &#8220;Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn&#8217;s hoch kommt, so sind&#8217;s achtzig Jahre, und wenn&#8217;s köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon.&#8221; (Psalm 90) Ein kurzer Ausschnitt aus den letzten Stunden Tod und Leben in 140 Zeichen:</p>
<p><strong>Tod</strong></p>
<p>Heute bin ich sehr nah am Wasser gebaut: Meine Mutter wäre heute 60 geworden. Leider ist sie vor fast 15 Jahren gestorben.</p>
<p>My yorkie-poo, Mimzy, was run over and killed today. We all are so sad, me, hubby, and the kiddies :[</p>
<p>Das war ein trauriger Tag. Ein Lehrer ist vor Kurzem gestorben und heute war der Gedenkgottesdienst</p>
<p>My dog charlotte died today. This song is for you, sweetie.</p>
<p>Found out my uncle died today. Altering weekend plans to attend the funeral on Sunday in Tyler</p>
<p>A bad day today , my dog died <img src='http://blog.metaroll.de/wp-includes/images/smilies/icon_sad.gif' alt=':(' class='wp-smiley' /> I'm soooo sad ..</p>
<p>...missing my dad today.....he died 5 months ago....without him I would not be the music fanatic I am today.....R.I.P.</p>
<p>Really sad news to report. Our babysitter fell on our new puppy, Timmy today and he was fatally injured. He died at 6.30pm. I'm gutted.</p>
<p>my 16 yr old cousin died unexpectedly a year ago today. it still hurts me inside <img src='http://blog.metaroll.de/wp-includes/images/smilies/icon_sad.gif' alt=':-(' class='wp-smiley' /> . i miss him.</p>
<p>sitting in a meeting and i just got an email that a good friend of the family died today. i'm wrecked.</p>
<p><strong>Leben</strong></p>
<p>I have become a great aunt today - for the 9th time! My newest niece, Olivia Anne, was born in Iowa today! 13 nieces & nephews; 9 greats.</p>
<p>My nephew was born today: Alexander, 6lbs 13oz, 20 1/2in.</p>
<p>Mijn nieuwe nichtje Zoe is gisteren geboren. 3500 gram en helemaal gezond...WHIOE <img src='http://blog.metaroll.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':-)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>Mattis ist da! 0:44 Uhr hat er das Licht der Welt erblickt. Er ist putzmutter und kerngesund! #Geburt</p>
<p>it's a girl, Baby Ceira. =]</p>
<p>Holy Shit Monkey my sister is in labor!!!!</p>
<p>I have the most precious little newborn baby boy in my arms right now! He is 10 days old..he is so tiny:)</p>
<p>It&#8217;s a girl. =)</p>
<p>Wassup, world? My name is Max Armstrong and I just arrived. My Mommy is healthy and so am I! </p>
<p>It&#8217;s a girl, my friend Jen gave birth to a baby girl on June 4! Welcome to the world little girl.</p>
<p>It&#8217;s a girl!!!</p>
<p>It&#8217;s a boy!!!!!! My grandson was born this morning at 3:14 am this morning, Kaden Wayne</p>
<p>it&#8217;s a girl !!!!! Ella Grace in t-10 weeks <img src='http://blog.metaroll.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>back home&#8230; FINALLY&#8230; it&#8217;s a girl <img src='http://blog.metaroll.de/wp-includes/images/smilies/icon_smile.gif' alt=':)' class='wp-smiley' /> </p>
<p>It&#8217;s a boy!</p>
<p><strong>Wer das alles als &#8220;belangloses Gezwitscher&#8221; abtut und sich von dem Leben und Sterben anderer Menschen <a href="http://www.zeit.de/zeit-wissen/2009/04/Kiosk-Schluss-Mit">genervt fühlt</a>, dem möchte ich einfach nicht mehr zuhören.</strong></p>
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		</item>
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		<title>Twitter überholt die NY Times</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/06/01/twitter-ueberholt-die-ny-times/</link>
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		<pubDate>Mon, 01 Jun 2009 19:06:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[buschfunk]]></category>
		<category><![CDATA[facebook]]></category>
		<category><![CDATA[meinvz]]></category>
		<category><![CDATA[new york times]]></category>
		<category><![CDATA[schülervz]]></category>
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		<category><![CDATA[traffic]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[unique users]]></category>

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		<description><![CDATA[Was schon länger in diversen Analystenblogs vorhergesagt wurde, ist nun geschehen: der Traffic auf twitter.com hat den Traffic auf dem Onlineangebot der New York Times deutlich überholt: Im April 2009 hat Compete für Twitter 19,4 Mio Unique Users ermittelt gegenüber nur 15,6 Mio für die New York Times. Dazu kommt freilich noch eine wahrscheinlich noch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Was schon länger in diversen Analystenblogs <a href="http://industry.bnet.com/media/10001662/compete-twitter-passes-new-york-times/">vorhergesagt</a> wurde, ist <a href="http://www.huffingtonpost.com/2009/05/12/twitter-traffic-surpasses_n_202003.html">nun geschehen</a>: der Traffic auf twitter.com hat den Traffic auf dem Onlineangebot der New York Times deutlich überholt:<br />
<a href='http://siteanalytics.compete.com/twitter.com+nytimes.com/?metric=uv'><img src='http://grapher.compete.com/twitter.com+nytimes.com_uv_460.png' /></a><br />
Im April 2009 hat Compete für Twitter 19,4 Mio Unique Users ermittelt gegenüber nur 15,6 Mio für die New York Times. Dazu kommt freilich noch eine wahrscheinlich noch einmal so große Zahl von Menschen, die Twitter über eine der zahlreichen Clients verwenden &#8211; und im Fall der New York Times noch eine vermutlich geringere Anzahl von Leuten, die ihre Zeitung über RSS lesen. Dazu kommt: Die Besucherzahlen der New York Times stagniert, während Twitter weiter wächst.<br />
Doch wenn man dieses Wachstum in Relation zu den wirklich großen Seiten wie Google oder Facebook setzt, verändert sich der Eindruck etwas.<br />
<a href='http://siteanalytics.compete.com/facebook.com+google.com+twitter.com/?metric=uv'><img src='http://grapher.compete.com/facebook.com+google.com+twitter.com_uv_460.png' /></a><br />
Facebook z.B. liegt mit 104,1 Mio Unique Users weit vor Twitter &#8211; und kann sogar eine noch steilere Wachstumskurve vorweisen. Da auch Facebook mittlerweile stark von den Statusmitteilungen lebt, könnte man als Indiz dafür lesen, dass für das &#8220;Twittern&#8221; längst nicht mehr die namensgebende Plattform entscheidend ist (und noch viel weniger die ursprünglichen Konkurrenten wie Pownce oder Jaiku), sondern dass die großen Networks diese Kommunikationsform an sich gezogen haben.<br />
Diese Zahlen beziehen sich darüber hinaus auf den US-Markt. Die Nutzung in Deutschland wird von Compete nicht erhoben. Hier kann man aber einen Eindruck gewinnen, wenn man sich die Zahlen von Googles AdPlanner ansieht. Twitter kommt hierzulande auf etwa 1 Mio Unique Users, und die Süddeutsche Zeitung mit 3,1 Mio Besuchern liegt hier noch deutlich vorne. Noch. Auch hier hat Facebook etwa fünfmal mehr Besucher.<br />
Aber <a href="https://www.google.com/adplanner/planning/site_details#siteDetails?identifier=studivz.net&#038;geo=DE&#038;trait_type=1&#038;lp=false">StudiVZ</a>, <a href="https://www.google.com/adplanner/planning/site_details#siteDetails?identifier=meinvz.net&#038;geo=DE&#038;trait_type=1&#038;lp=false">MeinVZ</a> und <a href="https://www.google.com/adplanner/planning/site_details#siteDetails?identifier=schuelervz.net&#038;geo=DE&#038;trait_type=1&#038;lp=false">SchülerVZ</a> kommen laut AdPlanner insgesamt sogar auf 18 Mio Besucher im Monat. Da StudiVZ <a href="http://www.zdnet.de/news/wirtschaft_telekommunikation_studivz_fuehrt_twitter_imitat__buschfunk__ein_story-39001023-41003810-1.htm">seit kurzem</a> ebenfalls ein Kurzmitteilungssystem namens &#8220;Buschfunk&#8221; besitzt, könnte es durchaus sein, dass früher oder später die VZ-Gruppe das meistgenutzte Microbloggingsystem in Deutschland besitzt.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>The Twitter is the Message &#8211; Willkommen in der Reload-Gesellschaft</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/05/21/the-twitter-is-the-message-willkommen-in-der-reload-gesellschaft/</link>
		<comments>http://blog.metaroll.de/2009/05/21/the-twitter-is-the-message-willkommen-in-der-reload-gesellschaft/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 21 May 2009 09:34:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[ambient intimacy]]></category>
		<category><![CDATA[bilder]]></category>
		<category><![CDATA[google]]></category>
		<category><![CDATA[jeff jarvis]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
		<category><![CDATA[lisa reichelt]]></category>
		<category><![CDATA[marshall mcluhan]]></category>
		<category><![CDATA[microblogging]]></category>
		<category><![CDATA[picfog]]></category>
		<category><![CDATA[psychologie]]></category>
		<category><![CDATA[teilhard de chardin]]></category>
		<category><![CDATA[twitpic]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[wahrnehmung]]></category>

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		<description><![CDATA[In dem Moment, in dem ich die neue Echtzeit-Bildersuche PicFog das erste Mal gesehen habe, wurde mir klar: das ist genau das, was Marshall McLuhan hier gemeint hat: Electric circuitry profoundly involves men with one another. Information pours upon us, instantaneously and continuously. As soon as information is acquired, it is very rapidly replaced by [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-1046" title="picfog1" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2009/05/picfog1-300x184.jpg" alt="picfog1" width="300" height="184" /></p>
<p>In dem Moment, in dem ich die neue Echtzeit-Bildersuche <a href="http://picfog.com">PicFog</a> das erste Mal gesehen habe, wurde mir klar: das ist genau das, was <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marshall_McLuhan">Marshall McLuhan</a> hier gemeint hat:</p>
<blockquote><p>Electric circuitry profoundly involves men with one another. Information pours upon us, instantaneously and continuously. As soon as information is acquired, it is very rapidly replaced by still newer information.</p></blockquote>
<p>Bereits im Jahr 1967 schrieb er über das Internet (&#8220;electric circuitry&#8221;), Microblogging (&#8220;information pours upon us&#8221;) und die automatischen Reloadmechanismen (&#8220;very rapidly replaced&#8221;). Durch diese schnellen Informationen &#8211; wir sprechen hier von Echtzeit (&#8220;gedacht &#8211; getippt&#8221;, &#8220;gesehen &#8211; gepostet&#8221;) &#8211; sind wir nicht mehr in der Lage, Botschaften oder Bilder logisch zu klassifizieren, sondern können nur noch entweder grobe Muster erkennen.</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-1048" title="picfog2" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2009/05/picfog2-300x186.jpg" alt="picfog2" width="300" height="186" /></p>
<p>PicFog aggregiert alle möglichen Bilder, die Microblogger auf die verschiedenen Plattformen von Twitpic bis yfrog hochladen und stellt sie als visuellen Strom dar. Jemand <a href="http://twitpic.com/5m1i9">fotografiert die S-Bahnstation, durch die er gerade fährt</a>. Im nächsten Augenblick taucht sie neben vielen anderen Bildern auf der PicFog-Startseite auf. Beim nächsten automatischen <strong>Reload </strong>der Seite ist das Bild nach unten gerückt und wurde durch zahlreiche aktuellere Bilder ersetzt. Bilder aus Indien, USA, Österreich oder Japan.</p>
<p>Wenn <a href="http://www.google.com/insights/search/">Google Insights for Search</a> abbildet, was die Menschen suchen oder sich wünschen (eine globale <a href="http://blog.metaroll.de/2008/04/25/datenbank-der-wuensche/">Datenbank der Wünsche</a>), zeigen Dienste wie PicFog, was die Menschen sehen. &#8220;All media are extensions of some human faculty&#8221;. Noch so ein McLuhanspruch, der hier wahr wird.</p>
<p>Mit PicFog kann ich nicht nur meine Augen sehen, sondern auch mit den Augen vieler anderer Menschen weltweit. Mit den Augen von Fremden und Freunden. Von Frauen und Männern. Von Rentnern und Schülern. Obwohl es zunächst ganz ähnlich klingt, sind das nicht die <a href="http://www.imdb.de/title/tt0054371/">Tausend Augen des Dr. Mabuse</a>, denn Dr. Mabuse konnte nur <strong>auf</strong> die anderen Menschen herabsehen, nicht aber <strong>durch </strong>die anderen Menschen sehen. <a href="http://www.imdb.de/title/tt0120601/">Being John Malkovich</a> ist vielleicht die passendere filmische Assoziation, nur dass man nicht nur in den Kopf eines Schauspielers schlüpft, sondern in den Kopf vieler Menschen zugleich. Der Begriff &#8220;Überwachung&#8221; trifft hier nicht zu, aber einen treffenden Begriff für dieses Eintauchen in die Welt habe ich noch nicht gefunden. Vielleicht Empathie? Oder ethnologischer Blick?</p>
<p><img class="aligncenter size-medium wp-image-1050" title="picfog3" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2009/05/picfog3-300x185.jpg" alt="picfog3" width="300" height="185" /></p>
<p><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Pierre_Teilhard_de_Chardin">Teilhard de Chardin</a> sprach in den 1950er Jahren immer wieder von der &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Noosph%C3%A4re">Noosphäre</a>&#8221; als einem Stadium der menschlichen Entwicklung, in dem die Einzelbewusstseine zu einem globalen Bewusstsein zusammenwachsen würden. Als jesuitischer Theologe nannte er diesen Bezugspunkt auch Omegapunkt, also den Augenblick der Vereinigung in Christi. McLuhan hat diesen Gedanken elektrifiziert und aus der fernen Zukunft (Ende der Geschichte) in die Gegenwart geholt. Seine Feststellung: Dieses technische Weltbewusstsein gibt es schon.</p>
<p>Dabei verändert sich die Art, wie wir die Welt wahrnehmen. Nicht mehr analytisch zergliedernd, sondern synthetisch als Gesamtbild. Als waberndes, sich immer wieder veränderndes Muster, in dem man immer wieder Bekanntes, Vertrautes sieht. Leisa Reichelt hat zur Beschreibung des Microbloggens oder Twitterns den schönen Begriff der &#8220;<a href="http://www.disambiguity.com/ambient-intimacy/">ambient intimacy</a>&#8221; geprägt. Genau das ist es, was wir auf PicFog wahrnehmen. Intime Einblicke (eigentlich eher &#8220;Durchblicke&#8221; oder &#8220;Mitblicke&#8221;, s.o.) in das <a href="http://www.imdb.de/title/tt0405094/">Leben der Anderen</a>. Aber diese Blicke sind nicht fixiert oder fokussiert, sondern unscharf. Innerhalb weniger Sekunden befindet man sich bereits an einem ganz anderen Ort, in einer ganz anderen Person. Dennoch: Diese frei fluktuierende Intimität, die in diesem &#8220;Bildernebel&#8221; entsteht, kommt tatsächlich den Vorstellungen McLuhans von der Rückkehr präliterarischer &#8220;tribal emotions&#8221; sehr nahe.</p>
<p>Dazu passt auch die Feststellung, dass die auf dem Microblogging basierenden Echtzeitbildersuche ersten Eindrücken nach <a href="http://mashable.com/2009/05/20/picfog/">im Vergleich mit der klassischen Google-Bildersuche</a> nicht nur aktuellere Ergebnisse zu Tage fördert, sondern in vielen Fällen auch relevantere Ergebnisse. Kein Wunder, dass Google <a href="http://mashable.com/2009/05/20/google-twitter-partnership/">fieberhaft überlegt</a>, wie sich dieses Echtzeitmoment auf ihre Suchverfahren übertragen lässt. Schon mit Erscheinen des Buches &#8220;<a href="http://www.newsweek.com/id/181829">What Would Google Do?</a>&#8221; von <a href="http://www.buzzmachine.com/">Jeff Jarvis</a>, sind wir schon wieder einen Schritt weiter. Die entscheidende Frage lautet nun: &#8220;What Would Twitter Do?&#8221; Nicht unbedingt, was das Geschäftsmodell betrifft, aber was die kognitiven Möglichkeiten betrifft.</p>
<p>Willkommen in der Reload-Gesellschaft!</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die deutschsprachigen Top-Twitterer auf einen Blick</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/05/10/die-deutschsprachigen-top-twitterer-auf-einen-blick/</link>
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		<pubDate>Sun, 10 May 2009 20:55:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[charts]]></category>
		<category><![CDATA[davewiner]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
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		<description><![CDATA[Diese Idee von Dave Winer war einfach zu schön (&#8220;standing on the shoulders of &#8230;&#8221;), um sie nicht auf die deutschsprachige Twittersphäre zu übertragen: Eine Seite, auf der automatisch die aktuellsten Tweets der beliebtesten Twitterer angezeigt werden. Ich habe das Winersche Vorbild 100TWT kurzerhand nachprogrammiert und die 75 meistgelesenen Twitterer der Deutschen Twittercharts des popkulturjunkies [...]]]></description>
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<p>Diese Idee von Dave Winer war einfach zu schön (&#8220;standing on the shoulders of &#8230;&#8221;), um sie nicht auf die deutschsprachige Twittersphäre zu übertragen: Eine Seite, auf der automatisch die aktuellsten Tweets der beliebtesten Twitterer angezeigt werden. Ich habe das Winersche Vorbild <a href="http://100twt.com/">100TWT</a> kurzerhand nachprogrammiert und die <a href="http://www.popkulturjunkie.de/wp/?p=4230">75 meistgelesenen Twitterer der Deutschen Twittercharts des popkulturjunkies</a> als Grundlage dafür genommen. Das <a href="http://twitter-friends.com/top100.php">Ergebnis</a> sieht dann so aus:</p>
<p><a href="http://twitter-friends.com/top100.php"><img class="aligncenter size-full wp-image-1027" title="75twitterer" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2009/05/75twitterer.jpg" alt="75twitterer" width="500" height="437" /></a></p>
<p>Sinnvoll für Twitterer-Einsteiger? Unsinnige Spielerei? Was fehlt? Was ist überflüssig?</p>
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		<title>Instant-Märtyrer</title>
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		<pubDate>Sat, 02 May 2009 22:54:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<category><![CDATA[gaschke]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
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		<category><![CDATA[netzkultur]]></category>
		<category><![CDATA[technologie]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gibt die eine oder andere Zeitung, von der bin ich Polemiken gegen und zwanghaftes Unverständnis für alles, was über das DSL-Kabel in den Rechner kommt, gewohnt. Jetzt ist auch die FAZ dazu gekommen und lässt Susanne Gaschke eine ebenso wirre wie peinliche Polemik gegen das Internet schreiben. [UPDATE: Die FAZ ist konsequent und hat [...]]]></description>
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<div id="attachment_1008" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-1008" title="hermes" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2009/05/hermes.jpg" alt="Das Internet - eine hermetische Technologie" width="200" height="197" /><p class="wp-caption-text">Das Internet - eine hermetische Technologie</p></div>
<p>Es gibt die eine oder andere Zeitung, von der bin ich Polemiken gegen und zwanghaftes Unverständnis für alles, was über das DSL-Kabel in den Rechner kommt, gewohnt. Jetzt ist auch die FAZ dazu gekommen und lässt Susanne Gaschke eine <a href="http://www.faz.net/s/Rub4C34FD0B1A7E46B88B0653D6358499FF/Doc~EF43047F1D4E7491C9E7DEE82DCB199A1~ATpl~Ecommon~Scontent.html">ebenso wirre wie peinliche Polemik gegen das Internet</a> schreiben. [<strong>UPDATE</strong>: Die FAZ ist konsequent und hat diesen netzkritischen Artikel mittlerweile hinter einer 2€-schweren Paywall versteckt. Der alte Link führt deshalb ins Leere. What would Google do? <a href="http://209.85.129.132/search?q=cache:Q6SMtX9FcI4J:www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EF43047F1D4E7491C9E7DEE82DCB199A1~ATpl~Epalmversion~Scontent.html%20die%20netzanbeter&amp;hl=de&amp;client=firefox-a&amp;gl=de&amp;strip=1">Eine gespeicherte Version anbieten</a>.]</p>
<p>Hut ab. Normalerweise schimpft man gegen die Banalität der Echtzeitnachrichten auf Twitter (okay, kommt in dem Artikel auch vor unter der etwas unbeholfenen Formel &#8220;Klima der Jederzeitigkeit&#8221;) oder gegen die undurchsichtige dunkle Macht GOOGLE (auch das kommt vor, gleich am Anfang). Aber hier geht es aufs Ganze: Das Internet ist schlecht. Und alle, die daran glauben, sind es ebenfalls.</p>
<p>Technologien, die jünger sind als das Felder-Bestellen der neolithischen Revolution, sind böse, weil man sie nicht intuitiv versteht. Weil diejenigen, die sich damit auseinandersetzen eine andere Sprache verwenden (&#8220;Cookies&#8221;, &#8220;Open Source Software&#8221; oder &#8220;Soziale Netzwerke&#8221;, ach wie schlimm, diese hermetische Sprachzauberey!) und ein Fachwissen besitzen, das nicht jedem zugänglich ist:</p>
<blockquote><p>Ein großer Teil unseres Alltags, unserer Kommunikation mit anderen Menschen und der Art und Weise, wie wir uns informieren, liegt damit in der Hand von Experten, deren Überlegungen wir kaum nachvollziehen können.</p></blockquote>
<p>[An dieser Stelle möge jeder Leser nach eigenem Geschmack eine Parallele zu dem ihr/ihm am gruseligsten erscheinenden Totalitarismus einfügen, der sich mit Sicherheit ebenfalls vehement gegen das Wissen der Experten ausgesprochen hat.]</p>
<p>Undurchsichtige Experten, Neoliberalismus und 70er-Jahre-Marxismus. Das ist in Gaschkes Augen der Konsens über das Netz im Jahr 2009. Und wer versucht, &#8220;zaghafte Kritik&#8221; an diesem Konsens anzubringen, wird sofort von den Netzjüngern mundtot gemacht: &#8220;Wer nicht uneingeschränkt für das Netz ist, ist gegen es.&#8221; Ein Argumentationsmuster, das Sektierer und Radikale aller Couleur in ihren Rhetorikschnellkursen gelernt zu haben scheinen: Zeichne ein Bild der Gesellschaft, in der die Gegenposition der Mainstream ist und mit einem Schlag bist du der aufrechte Streiter für eine vielfältige Meinung. Instant-Märtyrer.</p>
<p>Mit Kritik hat dieser Beitrag von Gaschke nichts mehr zu tun. <a href="http://www.blogfrei.de/metalust/2006/05/was_ist_kritik.html">Kritik</a> heißt: einen Blick hinter die als gegeben erscheinende Wirklichkeit werfen, zeigen, wie es dazu kommen konnte. Davon findet man leider keine Spur.</p>
<p>Dabei hat sie in einigen Punkten tatsächlich recht. Zum Beispiel, was die Abhängigkeit von der Großtechnologie Internet betrifft. Ja, moderne Gesellschaften sind davon abhängig. Aber wahrscheinlich viel weniger deshalb, weil man bei einem Ausfall des Internets keine Online-Wahlkämpfe mehr führen könnte, weil man nicht mehr mit Begeisterung über &#8220;Cookies&#8221; sprechen könnte und sich auch dem &#8220;Online-Exhibitionismus&#8221; oder der &#8220;Sinnlos-Kommunikation&#8221; nicht mehr widmen könnte, sondern weil gesellschaftliche Teilsysteme von Wirtschaft über Bildung und Verkehr bis zur Strafverfolgung ohne das Internet nicht mehr voll einsatzfähig wären.</p>
<p>Das wäre für mich ein sinnvoller Ansatzpunkt für eine Kritik des Internet als Großtechnologie. Aber das, was Gaschke daraus macht, ist so &#8230; deutsch.</p>
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		<title>Einübung und Gewöhnung &#8211; Twitter ist noch lange nicht am Ende</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/03/19/einuebung-und-gewoehnung-twitter-ist-noch-lange-nicht-am-ende/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Mar 2009 09:44:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[sms]]></category>
		<category><![CDATA[technologie]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[In einem sehr lesenswerten Beitrag über Internetanwendungen prognostiziert Andreas Göldi dem Microblogging-Dienst Twitter: &#8220;Es droht unter seinem eigenen Gewicht zusammenzubrechen, weil das Verhältnis an unnützem Rauschen zur nützlichen Information langsam unverhältnismässig wird.&#8221; Das kommt ganz darauf an, wozu man so etwas wie Twitter verwenden will. Wenn ich es zum Beispiel nutze, um ein digitales Tagebuch [...]]]></description>
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<p>In einem sehr lesenswerten Beitrag über Internetanwendungen <a href="http://netzwertig.com/2009/03/18/social-networking-haben-twitter-und-faceboook-ihren-hoehepunkt-ueberschritten/">prognostiziert</a> Andreas Göldi dem Microblogging-Dienst Twitter: &#8220;Es droht unter seinem eigenen Gewicht zusammenzubrechen, weil das Verhältnis an unnützem Rauschen zur nützlichen Information langsam unverhältnismässig wird.&#8221;</p>
<p>Das kommt ganz darauf an, wozu man so etwas wie Twitter verwenden will. Wenn ich es zum Beispiel nutze, um ein digitales Tagebuch zu führen, in dem ich dokumentiere, wo ich gewesen bin, was ich gegessen, was ich gesehen habe, ist die signal/noise-ratio irrelevant. Ebenso, wenn es darum geht, mit meinen Freunden, meiner Familie in Kontakt zu bleiben. Gerade, weil Twitter so chaotisch ist, bietet es so viele kreative Aneignungsformen, die sich eben nicht alle in das massenmediale Muster &#8220;Twitter als Recherchetool und Informationsquelle&#8221; pressen.</p>
<p>Die spannende Frage ist meiner Meinung nach: Warum spielen GeoCities, Friendster und SixDegrees keine Rolle mehr, aber SMS wird nach wie vor sehr rege genutzt? Ich sehe Twitter eher auf der Ebene von SMS als auf der Ebene der anderen genannten Internetanwendungen. Twitter oder Microblogging allgemein &#8211; ich glaube, dass sich Twitter den Microblogging-Kuchen in Zukunft mit Facebook, MySpace und weiteren Anbietern (Windows Live? Google?) teilen wird &#8211; ist für mich eine der ganz wenigen echten kommunikativen Innovationen des Internetzeitalters, denn es ist:</p>
<ul>
<li><strong>global</strong>: hier wird der alte Traum eines globalen Dorfes oder einer kosmopolitischen Gemeinde wahr &#8211; <em>Twitter never sleeps!</em>
<li><strong>offen</strong>: sowohl thematisch als auch nutzerbezogen gibt es nur wenige Vorschriften und Voraussetzungen. Von Diskussionen über Benjamins Aurabegriff bis zum Paketsendungstracking ist alles möglich &#8211; <em>Mein Twitter ist nicht dasselbe wie dein Twitter!</em>
<li><strong>fluid</strong>: es lassen sich problemlos andere Medieninhalte in den Strom einfügen oder Inhalte in andere Plattformen oder Ströme einspeisen &#8211; <em>Twitter ist überall!</em>
</ul>
<p>Was aber verschwinden wird, beziehungsweise im Moment abzuklingen scheint, ist die Euphorie der Early Adopters. Die nachfolgenden Twitter-Generationen der &#8220;digitalen Eingeborenen&#8221; werden Twitter ebenso unemotional verwenden wie heute SMS verwendet werden. Unemotional bezieht sich dabei nur auf die verwendete Technologie: die Inhalte können selbstverständlich traurig wie hoffnungsvoll oder fröhlich sein. </p>
<p>Neu ist: Die Tatsache, dass man diese Emotionen in Kurzmitteilungen verpackt mitteilen kann, löst keine Begeisterung mehr aus. Diese Versachlichung durch Einübung und Gewöhnung ist nichts neues, das war bei der Eisenbahn nicht anders und vermutlich waren auch die Early Adopter von Faustkeilen euphorisch über die Möglichkeiten, die sich ihnen mit dieser neuen Technologie bieten.</p>
<p>Nur darf man diese Versachlichung nicht mit Dekadenz und Abschwung verwechseln. Das ist nämlich eine ganz andere Geschichte.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Warum twittern die deutschen Unternehmen? Warum sollten Verlage twittern?</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/02/11/warum-twittern-die-deutschen-unternehmen-warum-sollten-verlage-twittern/</link>
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		<pubDate>Wed, 11 Feb 2009 08:18:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[buchhandel]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
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		<description><![CDATA[Hier nur ein kurzer Hinweis auf zwei Beiträge zum Wert von Twitter für Unternehmen, die an anderer Stelle erschienen sind: Im Weblog meines Arbeitgebers ethority habe ich in Anlehnung an diesen Mashable-Beitrag acht deutschen Corporate Twitterern einige Fragen zu ihrer Twitterverwendung gestellt: Hannoversche Allgemeine Zeitung, Welt Kompakt, N24, Turi2, Spreadshirt, GLS Bank, eBay Deutschland und [...]]]></description>
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<p>Hier nur ein kurzer Hinweis auf zwei Beiträge zum Wert von Twitter für Unternehmen, die an anderer Stelle erschienen sind:</p>
<ul>
<li>Im Weblog meines Arbeitgebers <a href="http://www.ethority.de/weblog/2009/02/09/corporate-twitterer-in-deutschland-ein-blick-hinter-die-kulissen/">ethority</a> habe ich in Anlehnung an diesen <a href="http://mashable.com/2009/01/21/best-twitter-brands/">Mashable-Beitrag</a> acht deutschen Corporate Twitterern einige Fragen zu ihrer Twitterverwendung gestellt: Hannoversche Allgemeine Zeitung, Welt Kompakt, N24, Turi2, Spreadshirt, GLS Bank, eBay Deutschland und Greenpeace Hamburg. Darin findet man Antworten von den Menschen hinter den Corporate Twitter-Accounts zu ihrer Motivation, ihren Erwartungen und spannenden Twitter-Erlebnissen.
<li>Das Börsenblatt hat ein <a href="http://www.boersenblatt.net/304614/">Interview mit mir zum Thema Twitter für Buchhändler und Verlage</a> abgedruckt, in dem ich etwas über die Marketingrelevanz dieses Kanals erzähle. Der Artikel hat mittlerweile auch eine Replik von Wolfgang Tischer mit dem Titel &#8220;Warum Twitter bei Verlagen und Buchhandlungen nicht funktionieren wird&#8221; hervorgerufen, die jedoch am Punkt vorbeischießt: dass Twitter für jeden Verlag und jeden Buchhändler funktionieren muss, ist selbstverständlich illusorisch, darin unterscheidet sich Twitter nicht von anderen Kommunikationsmitteln. Ebenso wenig überrascht die Feststellung, dass persönliche Tweets persönlicher sind als in Twitter gekippte RSS-Feeds. Völlig falsch ist dagegen die Behauptung, es gäbe keine guten Verlags- und Buchhändlertwitterer. Da hat Wolfgang Tischer schlicht nicht genug gesucht. <a href="http://sites.google.com/site/smmverlage/verlage">Hier</a> ist z.B. eine Liste mit 413 Social Media-Kanälen aus dieser Branche, darunter auch viele Twitter-Accounts. Nicht alle davon sind persönlich gehalten, aber einige sind es doch schon geworden. Ich sehe es wie Corinna Lange vom <a href="http://twitter.com/OReilly_Verlag">O&#8217;Reilly-Verlag</a>, die in einem Kommentar schreibt: &#8220;Und es macht übrigens sehr viel Spaß, direkt ansprechbar zu sein und auch direkt teilhaben zu können.&#8221;
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Das Ende der Blogsphäre</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/02/09/das-ende-der-blogsphaere/</link>
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		<pubDate>Mon, 09 Feb 2009 12:47:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[bloggertreffen]]></category>
		<category><![CDATA[blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[blogs]]></category>
		<category><![CDATA[social media]]></category>
		<category><![CDATA[statistik]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[wandel]]></category>
		<category><![CDATA[web2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Eigentlich hätte ich nie gedacht, dass ich in diesem Blog einmal einen Post über das Ende der Blogosphäre schreiben würde, aber jetzt ist es so weit. Die Blogosphäre, sowieso von Anfang an ein fragiles, hauchdünnes Gewebe, fasert und franst zunehmend aus. Das &#8220;Bloggen&#8221; als verbindende Gemeinsamkeit ist hinfällig, nachdem es Blogs mittlerweile als allgemein akzeptiertes [...]]]></description>
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<p>Eigentlich hätte ich nie gedacht, dass ich in diesem Blog einmal einen Post über das Ende der Blogosphäre schreiben würde, aber jetzt ist es so weit. Die Blogosphäre, sowieso von Anfang an ein fragiles, hauchdünnes Gewebe, fasert und franst zunehmend aus. Das &#8220;Bloggen&#8221; als verbindende Gemeinsamkeit ist hinfällig, nachdem es Blogs mittlerweile als allgemein akzeptiertes mediales Design Pattern auch auf die Onlineangebote traditioneller Massenmedien geschafft hat. Die typische Bloggerin oder den typischen Blogger als solches kann man wahrscheinlich ebenso schwer beschreiben wie typische Autofahrer oder typische Mobilfunknutzer.</p>
<p>Mein Indikator für diese Entwicklung war das diesjährige Bloggertreffen in München, das <a href="http://klauseck.typepad.com/prblogger/2009/01/bloggertreffen.html">nun</a> <a href="http://klauseck.typepad.com/prblogger/2008/01/bloggertreffen.html">schon zum</a> <a href="http://klauseck.typepad.com/prblogger/2007/01/einladung_zum_m.html">dritten Mal</a> im Vorfeld des DLD stattgefunden hat. Nicht, dass dieses Bloggertreffen ein Misserfolg gewesen wäre &#8211; im Gegenteil! Noch nie gab es so viele Teilnehmer auf einem Münchener Bloggertreffen. Nur: die dort versammelte Menschenmenge lässt sich nicht mehr als &#8220;Blogger&#8221; beschreiben. Besonders deutlich sieht man den Wandel der letzten Jahre an der Resonanz, die dieses Bloggertreffen in der Teilöffentlichkeit formerly known as &#8220;Blogosphäre&#8221; erkennen.</p>
<p>In der folgenden Grafik ist die Entwicklung der Anzahl der Anmeldungen zu dem Bloggertreffen von 106 im Jahr 2007 zu 216 im Jahr 2009 aufgezeichnet und außerdem die Entwicklung der Vor- und Nachberichterstattung über das Bloggertreffen, die von 59 Posts im Jahr 2007 auf 23 Posts im Jahr 2009 zurückgegangen ist.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://chart.apis.google.com/chart?cht=lc&amp;chs=350x200&amp;chd=t:98,52,38|42,54,86&amp;chco=3072F3,ff0000&amp;chdl=Blogposts|Anmeldungen&amp;chxt=x,y,r&amp;chxl=0:|2007|2008|2009|1:|0|30|60|2:|0|50|100|150|200|250&amp;chtt=Bloggertreffen+MUC" alt="" /></p>
<p>Das Verhältnis Blogposts pro Teilnehmer ist also in diesen drei Jahren von 56% auf 11% gesunken. 2007 hatte das Bloggertreffen tatsächlich noch etwas von einem Vereins- oder Klassentreffen und die Erlebnisse und neuen Bekanntschaften wurden ausführlich in den Tagen danach geschildert. In den Tagen davor waren die Blogs ein Mobilisierungs- und Informationskanal, in den Tagen danach eine Ping- und Trackback-basierende Vernetzungsmaschine. Die erste Funktion hat heute Twitter übernommen, die zweite Facebook, LinkedIn und Xing (teilweise auch Twitter).</p>
<p>Wozu also noch Blogs? Der Erfolg dieses Formats hat zum einen dafür gesorgt, dass Blogs mittlerweile weder als &#8220;next big thing&#8221; angesehen werden, noch als besonders sexy Form der Kommunikation. Aber damit ist die (<a href="http://blog.metaroll.de/2007/12/10/die-aeltesten-der-top-100-blogs/">kurze</a>) <a href="http://blog.metaroll.de/2007/12/08/die-geschichte-der-deutschsprachigen-blogosphaere-als-zeitstrahl/">Geschichte der Blogs</a> noch längst nicht vorbei. Ich bin hier ganz <a href="http://saschalobo.com/2009/02/04/morgendaemmerung-der-bloglandschaft/">Saschas Meinung</a>, denn nach wie vor eignen sich Blogs hervorragend</p>
<ul>
<li>als Bündelung zahlreicher Onlineaktivitäten und -profile auf einer Seite
<li>als Dialogplattform, wenn es um eine sehr große Anzahl Kommentare geht
<li>als Format für onlinepublizistische Langformen
<li>als <a href="http://blog.metaroll.de/2008/04/26/wie-bloggig-sind-die-zeitungen-mittlerweile-geworden/">Scharnier</a> zwischen der alten Welt der Massenmedien und der neuen Welt der Dialogmedien
</ul>
<p>Insofern bedeutet das Ende der Blogosphäre nicht das Ende der Weblogs, denn diese Geschichte beginnt gerade erst so richtig spannend zu werden.</p>
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		<title>Internationale Diplomatie auf Twitter</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/01/09/internationale-diplomatie-auf-twitter/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Jan 2009 14:40:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[außenministerium]]></category>
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		<category><![CDATA[vereinte nationen]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich bin kein Freund dieser ewigen Deutschland-USA-Vergleiche. Aber ein Unterschied ist doch bemerkenswert: Während in Deutschland über Politiker, die versuchen, mit Medien wie Twitter in einen direkten Kontakt zu ihren Wählern zu treten, immer wieder Hohn und Spott ausgegossen werden, scheint diese Art zu kommunizieren in den USA auf allen Ebenen zunehmend akzeptiert zu sein. [...]]]></description>
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<p>Ich bin kein Freund dieser ewigen Deutschland-USA-Vergleiche. Aber ein Unterschied ist doch bemerkenswert: Während in Deutschland über Politiker, die versuchen, mit Medien wie Twitter in einen direkten Kontakt zu ihren Wählern zu treten, immer wieder Hohn und Spott ausgegossen werden, scheint diese Art zu kommunizieren in den USA auf allen Ebenen zunehmend akzeptiert zu sein.</p>
<p>Vor kurzem habe ich ein faszinierendes Beispiel für diese neue politische Kommunikationsform entdeckt: Den <a href="http://twitter.com/simccormack">Twitterstream</a> von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sean_McCormack">Sean McCormack</a>, Sprecher des US-Außenministeriums. In dieser Funktion war er beispielsweise bis gestern in New York an den Sitzungen des UN-Sicherheitsrats zum Gaza-Konflikt beteiligt und hat über Twitter und Twitpic eine äußerst spannende Innensicht der internationalen Krisendiplomatie gegeben.</p>
<p><a href="http://twitpic.com/photos/simccormack">Die Handyfotos</a> unterscheiden sich dabei deutlich von der sonst üblichen Presseperspektive auf derartige Veranstaltungen. Anders als der sorgfältig arrangierte und in den immergleichen Pressekonferenzräumen und Pressebereichen aufgenommene Bildjournalismus, sieht man hier das ganze aus einer fast schon ethnologischen teilnehmenden Beobachterperspektive.</p>
<p>Besonders eindrucksvoll finde ich das folgende Bild, das die scheidende US-Außenministerin <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Condoleeza_Rice">Condoleeza Rice</a> in einem Konferenzraum direkt neben dem Raum des UN-Sicherheitsrates zeigt:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-975" title="UN" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2009/01/17067901.jpg" alt="UN" width="473" height="630" /></p>
<p>Ein weiteres eindrucksvolles Bild ist dieses hier: <a href="http://twitpic.com/10yb6">Die Abstimmung zur UN-Resolution</a>. Während das Bildmaterial über den Sicherheitsrat in der Regel <a href="http://images.google.de/images?q=un+security+council">von schräg oben</a> fotografiert ist, sieht man hier die &#8220;Bodenperspektive&#8221;.</p>
<p>Dabei wird der Twitter-Stream hier nicht als kommunikative Einbahnstraße genutzt (was gerade in Krisensituationen wie den Mumbai-Anschlägen <a href="http://twitter.com/simccormack/status/1025360656">durchaus sinnvoll sein kann</a>), sondern Sean McCormack beantwortet Fragen zu seiner Tätigkeit, zu den Plänen des US-Außenministeriums, aber auch zu Social Media- und Kommunikationsthemen. Wer noch einmal behauptet, dass Social Media zwangsläufig bedeutet, dass hier die journalistischen Inhalte der &#8220;echten&#8221; Massenmedien kopiert werden, sollte sich diesen Twitter-Stream unbedingt einmal ansehen. Ich bin gespannt, ob dieser neue Kommunikationsstil auch unter der künftigen Außenministerin Hillary Clinton weitergeführt oder -entwickelt wird.</p>
<p>Die spannende Frage ist: Wenn die politischen und diplomatischen Akteure mit Medien wie Twitter sehr viel schneller und flexibler von Ereignissen wie einer UN-Sicherheitsratssitzung berichten können, <strong>wozu brauchen wir überhaupt noch die Dopplung durch die journalistische Berichterstattung?</strong> In Zukunft wird die Rolle der Journalisten noch viel mehr darin liegen, die unterschiedlichen Informationsquellen zu sammeln, vergleichen, bewerten und kommentieren. Die Vorort-Berichterstattung wird nicht mehr zu den journalistischen Kernaufgaben gehören. Nachrichtenportale binden in Zukunft zum Beispiel die Twitter-Streams von den wichtigsten politischen und diplomatischen Akteuren vor Ort in aggregierter Form auf ihrer Seite ein und beschränken sich auf das Kommentieren und Bewerten.</p>
<p>Die Zeit der Pressekonferenzen ist endlich vorbei.</p>
<p>Weitere Links zum Thema:</p>
<ul>
<li><a href="http://twitter.com/usembassyzambia">Twitterstream der US-Botschaft in Zambia</a></li>
<li><a href="http://twitter.com/Colleen_Graffy">Twitterstream von Colleen Graffy</a> (Deputy Assistant Secretary for Public Diplomacy im US-Außenministerium)</li>
<li><a href="http://blogs.state.gov/">Blog des US-Außenministeriums</a></li>
<li>Dreiteilige Analyse des Consortium for Strategic Communication (COMOPS) über die Bloggingstrategie des US-Außenministeriums (<a href="http://comops.org/journal/2008/10/09/state-dept-blogging-one-year-later-part-1-success-despite-challenges/">Teil 1</a>, <a href="http://comops.org/journal/2008/10/25/state-dept-blogging-one-year-later-part-2-themes-and-categories/">Teil 2</a>, <a href="http://comops.org/journal/2008/11/20/state-dept-blogging-one-year-later-part-3-what-dipnote-readers-have-to-say/">Teil 3</a>)</li>
</ul>
<p>(Foto mit freundlicher Genehmigung von Sean McCormack)</p>
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		<title>Twitter Starter-Kit: Die zehn wichtigsten Twitterstreams</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/12/30/twitter-starter-kit-die-zehn-wichtigsten-twitterstreams/</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Dec 2008 11:26:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[einsteiger]]></category>
		<category><![CDATA[empfehlungen]]></category>
		<category><![CDATA[howto]]></category>
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		<description><![CDATA[Jeder, der schon einmal versucht hat, eine Bekannte, einen Freund oder ein Familienmitglied zum Twittern zu bringen, hat vermutlich diese Erfahrung schon einmal gemacht: Man erklärt lang und breit, wie wichtig es heutzutage ist, das Mittagessen, die eigenen Reiserouten und hin und wieder einen guten Link zu twittern. Die Person legt sich dann brav einen Twitter-Account an [...]]]></description>
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<p>Jeder, der schon einmal versucht hat, eine Bekannte, einen Freund oder ein Familienmitglied zum Twittern zu bringen, hat vermutlich diese Erfahrung schon einmal gemacht: Man erklärt lang und breit, wie wichtig es heutzutage ist, das Mittagessen, die eigenen Reiserouten und hin und wieder einen guten Link zu twittern. Die Person legt sich dann brav einen Twitter-Account an und dann kommt ein paar Tage später eine Mail, in der steht: &#8220;Hi, ich habe jetzt dieses Twitter ausprobiert, sitze jeden Tag ein paar Minuten davor, schreibe ein paar Updates, aber es tut sich absolut gar nichts. Nada. Niente. So ein langweiliges Ding. Ich bin enttäuscht&#8221;.</p>
<p>Deshalb ist es wichtig, einer Twittereinsteigerin gleich von Anfang an eine Liste von, sagen wir einmal, zehn Personen mitzugeben, damit Bewegung in die Timeline kommt. Mir erscheinen die folgenden zehn Accounts besonders folgewürdig (natürlich eine höchst subjektive Auswahl):</p>
<ul>
<li><a href="http://twitter.com/stephenfry">Stephen Fry</a>: Der <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Stephen_Fry">kosmopolitischer Autor</a> twittert übers Joggen und über <a href="http://twitpic.com/lcy9">madegassische Spinnen</a>.
<li><a href="http://twitter.com/bosch">Bosch</a>: <a href="http://twitter.com/tknuewer/status/1084567273">Twitterer des Jahres 2008</a> und ein begnadeter <a href="http://twitter.com/bosch/status/1022171646">Aphoristiker</a> (<a href="http://www.boschblog.de/">Blog</a>)
<li><a href="http://twitter.com/DerWesten">DerWesten</a>: Vorbildliches Engagement der größten Regionalzeitung in Deutschland
<li><a href="http://twitter.com/zeitrafferin">Zeitrafferin</a>: Grüne <a href="http://julia-seeliger.de/">Blog</a>- und Twitterpionierin
<li><a href="http://twitter.com/ankegroener">Anke Gröner</a>: Och ja. Ach nee. Och doch. Ach nö. Hm? Näh. Hmmm? <a href="http://twitter.com/ankegroener/status/1084477495">Pffft</a>.
<li><a href="http://twitter.com/evangelium">Evangelium</a>: Jeden Tag bis zu 140 Zeichen aus dem Evangelium
<li><a href="http://twitter.com/nico">Nico Lumma</a>: Der <a href="http://twitter.com/rednix/status/1084736043">wilde Surfer-/Songwriter</a> der deutschen <a href="http://twitterdings.de/">Twitterszene</a>
<li><a href="http://twitter.com/diplix">Diplix</a>: Twittert zuwenig (bloggt dafür aber <a href="http://wirres.net/">ausführlich</a>), aber der erste, der <a href="http://twitter.com/diplix/status/1075487248">auf Twit<del>ter</del>pic geheiratet</a> hat (die erste Twitterhochzeit <a href="http://twitter.com/stijlroyal/statuses/881211815">sah so aus</a> und wurde von <a href="http://twitter.com/stijlroyal">stijlroyal</a> getwittert)
<li><a href="http://twitter.com/scobleizer">Scobleizer</a>: Twittert zuviel, aber der erste, dessen Name zur Internet-Maßeinheit wurde (<a href="http://followcost.com/about/milliscoble">Milliscoble</a>)
<li><a href="http://twitter.com/scheuermann">Scheuermann</a>: Wenn es um getwitterten oder <a href="http://drinktank.blogg.de/">gebloggten</a> Wein geht, die erste Anlaufstelle
</ul>
<p>Mit diesen zehn Namen ist auf jeden Fall schon einmal etwas los auf der <a href="http://twitter.com/furukama">eigenen Twitterseite</a>.</p>
<p>Was sind eure zehn wichtigsten Twitterinnen und Twitterer?</p>
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		<item>
		<title>Netzwerkvisualisierung mit TwitterFriends</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/12/23/netzwerkvisualisierung-mit-twitterfriends/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Dec 2008 19:30:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[design]]></category>
		<category><![CDATA[hidden network]]></category>
		<category><![CDATA[infografik]]></category>
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		<category><![CDATA[netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[netzwerkanalyse]]></category>
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		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[visualisierung]]></category>
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		<description><![CDATA[Gerade eben ist sie endlich fertig geworden, die Netzwerkvisualisierung für TwitterFriends. Dargestellt wird nicht das gesamte Kontaktnetz &#8211; also alle Followees und Followers -, denn das wäre zum einen unübersichtlich groß und zum anderen wenig aussagekräftig, da man Twitterkontakte sehr viel leichter hinzufügt als entfernt. Deshalb stellt TwitterFriends nur das &#8220;relevante Netzwerk&#8221; dar, also die [...]]]></description>
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<p>Gerade eben ist sie <a href="http://blog.metaroll.de/2008/12/12/twitterfriends/">endlich</a> fertig geworden, die Netzwerkvisualisierung für <a href="http://twitter-friends.com">TwitterFriends</a>. Dargestellt wird nicht das gesamte Kontaktnetz &#8211; also alle Followees und Followers -, denn das wäre zum einen unübersichtlich groß und zum anderen <a href="http://blog.metaroll.com/2008/12/11/networks-that-matter-on-twitter-the-crowd/">wenig aussagekräftig</a>, da man Twitterkontakte sehr viel leichter hinzufügt als entfernt. Deshalb stellt TwitterFriends nur das &#8220;<a href="http://blog.metaroll.com/2008/12/12/relevant-networks/">relevante Netzwerk</a>&#8221; dar, also die Kontakte, denen eine Person in der letzten Zeit mindestens zweimal per &#8216;@&#8217; geantwortet oder sich auf sie bezogen hat. Es geht also um das verborgene Netzwerk von Personen, denen eine Person auf Twitter öffentlich ihre Aufmerksamkeit schenkt. Nach Eingabe eines Twitter-Usernamen auf der Startseite von TwitterFriends erscheint das Ego-Netzwerk des Nutzers, hier für meinen Twitter-Account <a href="http://twitter.com/furukama">@furukama</a>:</p>
<div id="attachment_954" class="wp-caption aligncenter" style="width: 445px"><img class="size-full wp-image-954" title="TwitterFriends-Netzwerk für @furukama" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/12/twitterfriends_network_11.jpg" alt="TwitterFriends-Netzwerk für @furukama" width="435" height="384" /><p class="wp-caption-text">TwitterFriends-Netzwerk für @furukama</p></div>
<p>Die Größe der Knoten des Netzwerkes entspricht jeweils der Anzahl von Tweets, mit denen ich mich an sie gerichtet habe. Dargestellt wird also die Intensität der Kommunikation zwischen dem zentralen Knoten (&#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Social_network">Ego</a>&#8220;) und den Kontakten im relevanten Netzwerk. Da diese Visualisierung bei vielen Kontakten schnell unübersichtlich wird, kann man durch dieses Netzwerk surfen: Per Klick auf einen Knoten, wird das Netzwerk um diesen zentriert, so dass man die Vernetzung der Kontakte untereinander analysieren kann:</p>
<div id="attachment_956" class="wp-caption aligncenter" style="width: 473px"><img class="size-full wp-image-956 " title="Blick auf die Vernetzung von @saschalobo im Netzwerk von @furukama" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/12/twitterfriends_network_2.jpg" alt="Blick auf die Vernetzung von @saschalobo im Netzwerk von @furukama" width="463" height="379" /><p class="wp-caption-text">Blick auf die Vernetzung von @saschalobo im Netzwerk von @furukama</p></div>
<p>Unter der Netzwerkgrafik gibt es einen Link, mit dem man zwischen der obigen einfachen Netzwerkdarstellung und der vollen FOAF-Visualisierung (FOAF für &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Friend_of_a_friend">friend of a friend</a>&#8220;) umschalten kann. Die zweite Darstellungsweise zeigt auch die Kontakte meiner Twitterkontakte, die sich nicht in meinem Netzwerk befinden, also auch meine &#8220;Freundesfreunde&#8221;. Hier erhöht sich die Zahl der Knoten noch einmal, aber auch hier kann man sich per Mausklick durch das Netzwerk bewegen:</p>
<div id="attachment_958" class="wp-caption aligncenter" style="width: 477px"><img class="size-full wp-image-958 " title="FOAF-Netzwerk von @furukama" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/12/twitterfriends_network_3.jpg" alt="FOAF-Netzwerk von @furukama" width="467" height="382" /><p class="wp-caption-text">FOAF-Netzwerk von @furukama</p></div>
<p>Die Netzwerkdarstellung benötigt keine zusätzliche installierte Software wie Java oder Flash. Verwendet wird die JavaScript-Visualisierungsbibliothek <a href="http://blog.thejit.org/javascript-information-visualization-toolkit-jit/">JIT</a> von Nicolas Garcia Belmonte. Lauffähig müsste das Ganze auf Firefox, Chrome und Safari sein, mit eingeschränkter Geschwindigkeit auch im Internet-Explorer. <a href="http://twitter-friends.com">Hier geht es zu der Anwendung</a>.</p>
<p><emph>Hinweis:</emph> Bei einigen Twitternutzern erscheint das Netzwerk zunächst noch recht leer, das kann daran liegen, dass die Netzwerkdaten ihrer Kontakte noch nicht im Cache sind. In diesem Fall findet man unter der Netzwerkgrafik eine Liste von Links, mit denen man diese Daten einsammeln kann. Nutzer mit nicht-öffentlichem Profil oder ohne Replies können nicht erfasst werden. Das Ganze funktioniert ohne Eingabe des eigenen Twitterpassworts.</p>
<p>Kommentare und Bugreports am besten per Twitter an <a href="http://twitter.com/furukama">@furukama</a> oder gleich hier in die Kommentare. Danke!</p>
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		<title>TwitterFriends</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/12/12/twitterfriends/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Dec 2008 18:03:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Immer häufiger wird im Zusammenhang mit Social Media bemängelt, dass es sich bei den dort zu beobachtenden &#8220;Freunden&#8221; gar nicht um echte Freunde handelt. Gerade Twitter wird immer wieder als Beispiel für eine &#8220;Freundesinflation&#8221; genannt, haben viele Nutzer dort doch mehrere Tausende &#8220;Followers&#8221;. Aber ist diese Gesamtzahl der Follower überhaupt so wichtig? Mit wie vielen [...]]]></description>
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<p>Immer häufiger wird im Zusammenhang mit Social Media bemängelt, dass es sich bei den dort zu beobachtenden &#8220;Freunden&#8221; gar nicht um echte Freunde handelt. Gerade Twitter wird immer wieder als Beispiel für eine &#8220;Freundesinflation&#8221; genannt, haben viele Nutzer dort doch mehrere Tausende &#8220;Followers&#8221;. Aber ist diese Gesamtzahl der Follower überhaupt so wichtig? Mit wie vielen der eigenen Follower ist man überhaupt in einem direkten Gespräch?</p>
<p>Um diese Frage zu beantworten, habe ich die Webanwendung &#8220;<a href="http://metaroll.de/twitterfriends.php?user=furukama">Twitterfriends</a>&#8221; geschrieben, die die letztem 400 Tweets eines Nutzers auswertet und herausfindet, welchen Personen man mittels @-Antworten man am meisten Aufmerksamkeit geschenkt hat. Umgekehrt lässt sich mit einem Klick auf den anderen Tab herausfinden, welche Twitterer einem selbst am häufigsten mit dem @-Zeichen geantwortet haben. So sieht das dann bei mir aus:</p>
<p><a href="http://metaroll.de/twitterfriends.php?user=furukama"><img class="size-full wp-image-944 " title="TwitterFriends" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/12/twitterfriends.png" alt="TwitterFriends von @furukama" width="501" height="523" /></a></p>
<p>Diese Liste (bzw. eigentlich ist es ein Netzwerk) ist sehr viel aussagekräftiger als die Gesamtliste der Personen, deren Updates ich auf Twitter abonniert habe, da hier die Personen aufgeführt sind, mit denen ich tatsächlich im Gespräch bin. Man könnte auch &#8220;relevantes Netzwerk&#8221; (<a href="http://blog.metaroll.com/2008/12/12/relevant-networks/">relevant net</a>) dazu sagen.</p>
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