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Gastbeitrag für KoopTech: Messen nach dem Ende der Massengesellschaft

Massengesellschaft

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Schon vor längerer Zeit hatte ich Christiane versprochen, einen Gastbeitrag für ihr KoopTech-Blog zu verfassen. Nun bin ich endlich dazu gekommen und habe meine Gedanken zum Thema “Messen nach dem Ende der Massengesellschaft – über Reichweiten- und Relevanzmaße” niedergeschrieben. Darin versuche ich, das Thema Social Media Measurement aus drei Perspektiven – der Messtheorie, Goodhart’s Law und Gesellschaftstheorie – näher zu beleuchten. Hier geht’s zum Artikel.

(Abbildung “So many ducks… Ducking hell” von Gaetan Lee, CC-Lizenz)



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    Blogcharts überall: Die Deutschen Blogcharts wurden aktualisiert (was diesem Blog den erfreulichen 100. Platz einbrachte), die Wissenschaftsblog-Charts des Wissenschafts-Cafés gibt es in einer neuen Ausgabe und auch die Medienblogcharts wurden auf den jüngsten Stand gebracht (unter dem schönen, wenn auch nicht ganz zutreffenden Titel “Bloggerland scheint ausgebrannt“. Deshalb hier ebenfalls ein Blick auf die aktuellen Veränderungen in der Blogdynamik.

    Kurze Erklärung: Diese Blogclouds zeigen den Zuwachs der Verlinkungen (gemessen durch Technorati) in den letzten 30 bzw. 7 Tagen. Dabei handelt es sich um den absoluten Zuwachs, das heißt: wenn ein Blog von 2 auf 12 Punkte klettert wird das genauso gewertet als ein Blog, das von 202 auf 212 Punkte wächst. Junge Blogs haben dadurch einen leichten Vorteil, da sie nur zulegen können, denn Technorati misst die Links innerhalb von sechs Monaten. Erst mit einem Alter von mehr als sechs Monaten können Blogs Links verlieren. Je größer der Name des Blogs in der Blogcloud, desto größer der absolute Zuwachs.

    Hier die aktuelle Blogcloud der Wissenschaftsblogs:

    Die 25 dynamischsten Wissenschaftsblogs (30 Tage)

    Viel hat sich nicht geändert in den letzten zwei Wochen. Die meisten Blogs sind also auf ihrem Wachstumskurs geblieben. Neu dabei ist das Scholarz-Blog, das Begleitblog zu einer an der Uni-Würzburg entwickelten Forschungs-Social-Software. Dieses Blog hier hat ebenfalls ein deutliches Wachstum hingelegt. Ansonsten setzt sich die Blogcloud immer noch zur Hälfte aus Scienceblogs zusammen, die eine wachsende Aufmerksamkeit in der Blogosphäre auf sich ziehen konnten. In den letzten 30 Tagen hat die gesamte Subblogosphäre der Wissenschaftsblog weiter zugelegt und 603 Links dazugewonnen (fast 15 Prozent).

    Ein anderes Bild ergibt sich, wenn man nur die Entwicklungen der letzten sieben Tage betrachtet:

    Die 25 dynamischsten Wissenschaftsblogs (7 Tage)

    In diesem Zeitabschnitt haben andere Blogs wie zum Beispiel das Weiterbildungsblog “Informelles Lernen“, das Blog der “Forschungsgruppe Kooperationssysteme” der Bundeswehruniversität Neubiberg, die Klimalounge, die soeben durch eine spektakuläre Wette Aufsehen erregt hat, sowie die Kulturwissenschaftliche Technikforschung. Vielleicht schaffen es ja einige dieser Blogs ihr Moment auch in die Monatswertung einzubringen.



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    Eine weitere interessante Maßzahl kann nun über die metaroll-Channels abgerufen werden: die quantitative Entwicklung der Technorati-Authority eines Channels bzw. einer Subblogosphäre. Was bedeutet das? Während über die Sparklines der einzelnen Blogs abgelesen werden kann, ob ein Blog in den letzten 30 Tagen Links dazugewonnen oder verloren hat, kann man mit der neuen Maßzahl Aussagen über eine gesamte Subblogosphäre treffen, z.B. über die Wissenschafts-, Medien-, Karriere- oder Foodblogs. Diese Angaben findet man ganz unten auf den Channelseiten, direkt über der dynamischen Blogcloud:

    Die 282 in der metaroll verzeichneten Wissenschaftsblogs haben im Beobachtungszeitraum 637 neue Links dazugewinnen können. Wobei es sich hier um den Nettozugewinn handelt, denn im selben Zeitraum gab es selbstverständlich auch Verluste, die jedoch in der Zahl schon berücksichtigt sind. Die Wissenschaftsblogosphäre hat damit um fast 16 Prozent zugelegt. Ein ziemlich beachtliches Ergebnis, insbesonders wenn man es im Vergleich mit den anderen Subblogosphären betrachtet.

    Denn die 79 verzeichneten Medienblogs haben im selben Zeitraum sogar 176 Links verloren. Ihre Technorati-Authority ist damit um fast 2 Prozent geschrumpft. Zumindest hier scheint der Spruch vom ausgebrannten Bloggerland einigermaßen zuzutreffen. Noch stärker hat es die 76 Foodblogs getroffen. Sie mussten 158 Links abgeben, was einen Rückgang um über 3 Prozent bedeutet. Die 90 Jobblogs der metaroll konnten dagegen 98 Links dazugewinnen, was ein Wachstum von knapp 3 Prozent bedeutet. Wenn man sich die Zahlen nur für die letzten sieben Tage betrachtet, bleibt der Trend ähnlich, wenn auch deutlich schwächer: Wissenschaftsblogs +2%, Medienblogs -0%, Jobblogs +2%, Foodblogs +0%.

    Kurz: Während die Jobblogs nur leicht zugelegt haben und die Food- und Medienblogs sogar an Technorati-Authority verloren haben, haben die Wissenschaftsblogs in der letzten Zeit einen regelrechten Boom erlebt. Das hat sich dann unter anderem auch darin ausgedrückt, dass endlich wieder ein Wissenschaftsblog unter den Top 100 Blogs in Deutschland vertreten ist.



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    meinvz.pngErst lässt man die Blogosphäre ein wenig über den genauen Namen des künftigen StudiVZ für Ex-Studenten spekulieren, dann geht man gegen die Verwendung der Buchstabenkombination VZ vor und schließlich dann die große Enthüllung des neuen Netzwerks meinVZ.

    Wenn man den Buzz beobachtet, den diese Ereignisse in der letzten Zeit in der deutschsprachigen Blogosphäre erzeugt haben, kann man nur zu dem Ergebnis kommen, dass die Strategie zumindest in dieser Hinsicht aufgegangen ist:


    (Monatsansicht)


    (Wochenansicht)

    Gerade die Marke studiVZ, die bisher, was die Erwähnungen in der deutschsprachigen Blogosphäre betrifft, hinter Facebook und MySpace an dritter Stelle gelegen ist, hat sich dadurch an die erste Stelle katapultiert. Dieser Buzz nützt aber auch der Konkurrenz, die dadurch ebenfalls wieder ins Gespräch kommen und zum Teil neue Februar-Höchstwerte erreichen können. Der meinVZ-Hype könnte sich also zu einem neuen Community-Hype entwickeln. Betrachtet man den Querschnitt für gestern und heute, dann erwähnen zwei von drei Blogbeiträgen mit Bezug auf Social Networks eines der Holtzbrinck-VZe:

    Das spiegelt sich dann natürlich auch darin wieder, das die Holtzbrinck-Gruppe gerade die Blogkonversationen dominiert und Bertelsmann, Springer und Burda auf die Plätze verweist:

    Ich bin jedenfalls gespannt, wie sich das in den nächsten Tagen und Wochen weiterentwickeln wird.

    UPDATE: Wie man hier erkennen kann, hat studiVZ gestern weiter Buzz erzeugt und meinVZ ist nun das am zweithäufigsten erwähnte Social Network in der deutschen Blogosphäre. Dabei gab es einen time lag zwischen studiVZ und meinVZ, das erst einen Tag später einen entsprechenden “Sprung” gemacht hat:

    Was schreiben die anderen zum Thema meinVZ?

    • In der Gründerszene gibt’s ein Videointerview mit den StudiVZ-Gründern Michael Brehm und Dennis Bemmann
    • Martin Weigert kündigt den meinVZ-Start an und verursacht eine lebhafte Diskussion.
    • Auf turi-2 gibt es die ersten Screenshots des neuen VZs.
    • Brandkraft hat ein Video entdeckt, das die Zielgruppe von meinVZ darstellen soll.
    • Markus relativiert den Hype etwas und verweist auf eine Le Monde-Karte, auf der man sehen kann, in welchen Netzwerke Nord- und Süd-Amerikaner, Europäer, Afrikaner und Asiaten am liebsten gruscheln.
    • Und Robert Basic findet das alles nicht besonders spannend, während der Sichelputzer nicht davon lassen konnte, es gleich einmal am eigenen Leib auszuprobieren.


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    Der Bundesverband Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien, kurz BITKOM, kommt in einer aktuellen Auszählung von Eurostat-Daten zu dem Ergebnis, dass gut ein Fünftel der Deutschen in der Altersgruppe 16-74 Jahre Nachrichtenportale im Internet besucht. Nachrichtenportale werden dabei als

    Angebote definiert, die ausschließlich und tagesaktuell über Politik-, Wirtschafts-, Sport- oder Fachthemen berichten.

    newsportale_20_02_2008.JPG

    Das sind also Portale wie Spiegel Online, Welt Online, heise.de oder sueddeutsche.de Also unsere Internetleitmedien. Ich bin schon etwas verwundert, dass nur 21 Prozent der Deutschen diese Seiten aufrufen, während doch die Internetdurchdringung bei dieser Altersgruppe etwa bei zwei Drittel liegt. Also: 50 Millionen Internetnutzer gibt es in Deutschland und darunter sind 35 Millionen, die keine dieser Nachrichtenportale besuchen? Das kann ich mir nicht vorstellen. Klar haben Webmail, YouTube, Google und MySpace gewaltige Reichweiten – und dann gibt es noch den long tail. Aber doch nicht ausschließlich. Oder geht es um die tägliche Lektüre der Newsportale? Oder ist das einfach nur ein weiteres Beispiel dafür, wie man aus ein bisschen Nichts eine Nachricht macht?

    Der Vergleich der beiden Einzelgrafiken zeigt zwar deutlich, dass die Besuche bei den 20 größten Nachrichtenportalen schneller wächst als der Anteil der Deutschen, die überhaupt diese Portale frequentieren. Aber woran das liegt, an einer zunehmenden Konzentration oder an einer höheren Zahl der Besuche pro Besucher, geht aus der Grafik leider ebenfalls nicht hervor.



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    Nachdem ich gestern hier ein paar Maßzahlen vorgestellt habe, mit denen man den Erfolg oder Einfluss eines Weblogs bestimmen könnte, habe ich zwei dieser Maßzahlen einmal an den Top 20-Blogs der Deutschen Blogcharts ermittelt: das Alter und den Einfluss (also die Position in den Blogcharts, die auf der Technorati-Authority beruht). Weil es so schön ist, habe ich auch noch gleich die Titel der ersten Blogposts mit dazu geschrieben – erinnert sich vielleicht noch jemand an diese Beiträge?

     BlogErster EintragDatumBlogcharts
    1Spreeblick„Politik Pur“06.04.023
    2Basic Thinking„Mein erster Eintrag“03.02.031
    3law blog„Terminplan“26.03.036
    4Werbeblogger„Deutscher Markenverband: Kampagne umstritten“06.10.039
    5Chilloutzone.de„flash4 treecrashtraining“13.05.0416
    6Blogbar„Open“16.05.0412
    7Bild Blog„Frage zum Anfang“06.06.042
    8MC Winkels weBlog„Fieser Scheitel“28.07.0417
    9netzpolitik.org„FSFE & LinuxTag e.V.“10.08.045
    101x umrühren bitte„Einladung“17.09.0418
    11WordPress Deutschland„Willkommen“01.11.0420
    12Der Shopblogger„Spirituosen in Mehrwegflaschen“24.01.0514
    13Indiskretion Ehrensache„Wie alles beginnt …“28.01.0510
    14Nerdcore„Nerdcore Online!“21.03.058
    15bueltge.de„Allg – Update bueltge.de“24.07.0515
    16Beetlebum.de„my first blog :)12.08.0519
    17software guide„Willkommen auf der neuen Seite“13.09.057
    18GoogleWatchBlog„GoogleWatch“27.10.0513
    19Ehrensenf„Bill Gates & Steve Jobs; schöne U-Bahnhöfe; faule Demonstranten;“01.11.0511
    20Stefan Niggemeier„Turi & Fonsi“27.07.064

    Allerdings sind zwei Zahlen nicht eindeutig: am 24. Juli 2005 ist bueltge.de von einer Eigenbaulösung auf WordPress umgestiegen, wobei ich die älteren Beiträge auch über archive.org nicht finden konnte. (UPDATE: Die alte Seite gibt es hier, sie ist aber kein Blog gewesen, siehe Franks Kommentar) Bei MC Winkel bezieht sich der 28. Juli 2004 auf den Umbau des Tagebuchs (MC Winkel’s Diary) in ein echtes Weblog. Das Tagebuch besteht bereits seit dem 25. Januar 2001!

    kor.pngDer Zusammenhang zwischen dem Einfluss der Weblogs und dem Alter ist schwach positiv, aber nicht signifikant. Zumindest für diese Top 20 gilt also nicht, je älter desto weiter oben. Wie Bernd in den Kommentaren demonstriert, wird dieser Zusammenhang aber deutlicher, wenn man nicht nur den Rang, sondern auch das absolute Alter in Tagen für die Berechnung verwendet. Interessant ist aber, das bis auf ein Blog alle schon länger als zwei Jahre dabei sind. Außerdem (damit renne ich hier sowieso offene Türen ein, aber trotzdem) ist damit der Spruch von der Kurzlebigkeit des Internet zumindest für die Blogs klar widerlegt. Viele der erwähnten ersten Beiträge sind nach wie vor im Archiv des Blogs auffindbar. Und für die Fälle, wo das – meistens aufgrund des Wechsels zu einer anderen Blogsoftware oder einem anderen Bloghoster – nicht möglich ist, gibt es das Internet Archiv.

    Mein persönlicher Favorit: Thomas Knüwers Begründung seines Blogs als Neujahrsvorsatz 2005:

    Jawohl, mein Vorsatz für das Jahr 2005 lautet (mit etwas Verspätung vorgetragen): Ich will ein Blog starten und regelmäßig, möglichst täglich, bestücken.

    UPDATE: So sieht die Tabelle für die Top 30 aus:

     BlogErster EintragDatumBlogcharts
    1wirres.net„kanaldeckelficker mit fettansatz“11.07.0029
    2Spreeblick„Politik Pur“06.04.023
    3Basic Thinking„Mein erster Eintrag“03.02.031
    4law blog„Terminplan“26.03.036
    5fscklog„Weiteres zu X.3“26.03.0323
    6Werbeblogger„Deutscher Markenverband: Kampagne umstritten“06.10.039
    7Fontblog„Sonderzeichen Europa“12.02.0425
    8Dr. Web Weblog„Symbole, Buttons und Icons zum Download“14.03.0421
    8Slanted„Versus nun erhältlich“02.04.0424
    10Chilloutzone.de„flash4 treecrashtraining“13.05.0416
    11Blogbar„Open“16.05.0412
    12Bild Blog„Frage zum Anfang“06.06.042
    13MC Winkels weBlog„Fieser Scheitel“28.07.0417
    14netzpolitik.org„FSFE & LinuxTag e.V.“10.08.045
    151x umrühren bitte„Einladung“17.09.0418
    16WordPress Deutschland„Willkommen“01.11.0420
    17Der Shopblogger„Spirituosen in Mehrwegflaschen“24.01.0514
    18Indiskretion Ehrensache„Wie alles beginnt …“28.01.0510
    19Nerdcore„Nerdcore Online!“21.03.058
    20bueltge.de„Allg – Update bueltge.de“24.07.0515
    21Beetlebum.de„my first blog :)12.08.0519
    22software guide„Willkommen auf der neuen Seite“13.09.057
    23GoogleWatchBlog„GoogleWatch“27.10.0513
    24Ehrensenf„Bill Gates & Steve Jobs; schöne U-Bahnhöfe; faule Demonstranten;“01.11.0511
    25Politically Incorrect 05.01.0630
    26Stefan Niggemeier„Turi & Fonsi“27.07.064
    27Upload„Anstiftung zur Revolution“20.11.0627
    28Der Spiegelfechter„Willkommen beim Spiegelfechter“04.04.0722
    29deutsche startups„Jetzt geht’s los“14.04.0726
    30Bestatterweblog„Rittersporn für Kurt“16.04.0728



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    Interessante Zahlen gab es heute aus Wiesbaden. Dort stellte das Statistische Bundesamt die aktuellen Daten der amtlichen Befragung privater Haushalte zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien vor. Im Mittelpunkt steht die Beobachtung, dass mittlerweile (also im ersten Quartal 2007) 68 Prozent der über 10-Jährigen in der BRD das Internet nutzen (vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 65 Prozent). Da der Abstand zwischen der Internet- und der Computernutzung (74 Prozent) nicht allzu groß ist, kann man hier die Vermutung bestätigt finden, dass das Internet zur absoluten “Killeranwendung” für den PC geworden ist.

    internetnutzung.png

    Besonders spannend ist natürlich mal wieder die Altersaufteilung. Denn, betrachtet man nur die 10- bis 24-Jährigen, so kommt man auf unglaubliche 94 Prozent Internetnutzer in dieser Altersgruppe. Ebenfalls erstaunlich ist der hohe Anteil der täglichen Internetnutzer: insgesamt sind 61 Prozent der Internetnutzer jeden Tag oder fast jeden Tag im Netz – in der Altersgruppe 10-24 sind es sogar 65 Prozent. Auch die “silver surfer” sind, obwohl insgesamt noch deutlich weniger Internet-affin (nur ein Drittel der über 54-Jährigen sind online), wenn sie das Internet nutzen, ziemlich regelmäßig dabei: 53 Prozent täglich oder fast täglich.

    Das Geschlechterverhältnis zeigt sich in den Destatis-Zahlen nicht ausgeglichen: 73 Prozent der Männer sind online, aber nur 63 Prozent der Frauen. Spannend daran ist, dass dieser Geschlechterunterschied vor allem durch die älteren Internetnutzer hervorgerufen wird: bei den 10- bis 24-Jährigen überwiegen sogar die Surferinnen, bei den 25- bis 54-Jährigen sind es etwas mehr Männer, während der Unterschied bei den über 54-Jährigen gravierend ist: 25 Prozent der Frauen stehen hier 42 Prozent der Männer gegenüber. Ich denke, dass es sich bei der Geschlechterungleichheit bezüglich der Internetnutzung tatsächlich um eine “Kinderkrankheit” des Internet handelt. Die Zahlen werden sich mit dem Älterwerden der early adopter- und digital native-Generationen noch weiter angleichen. Nicht auszuschließen ist, jedoch, dass zugleich andere Ungleichheiten wichtiger werden – Ungleichheiten, die sich aber nicht mehr an dem “Ob” der Internetnutzung festmachen lassen, sondern an dem “Wie”, “Wo” und “Wozu”. Das deutet sich bereits bei den jungen Internetnutzern an, wo das Merkmal “nutzt das Internet” eigentlich keine Aussagekraft mehr besitzt, so dass man hier gar nicht mehr sinnvoll von den “Onlinern” sprechen kann (ebenso wie der Begriff “TV-Nutzer” nur wenig aussagt).

    Aber das schönste an der Pressemitteilung war ihr erster Satz: “Das Internet ist hierzulande Bestandteil des Lebensalltags von immer mehr Menschen.”

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    Vorhang auf für die nächste Web2.0-Studie aus der Marktforschung. Diesmal hat TNS Infratest MediaResearch nach dem Nutzungsverhalten im neuen Netz gefragt: “Werden die Menschen im ‘Mitmachnetz’ nun reihenweise von passiven Konsumenten zu aktiven, selbst produzierenden ‘Prosumenten’?” Das Ergebnis: Die Deutschen behandeln das neue Netz nach wie vor wie ein klassisches Medium und nutzen es weitgehend passiv. Nur neun Prozent der über 14-Jährigen fallen der aktuellen Umfrage nach in die Kategorie der Prosumenten, sind also “Nutzer, die Inhalte aktiv ins Internet hochladen, gestalten oder verändern”. Ich frage mich schon etwas, wie man zu der merkwürdigen Annahme kommen kann, die Nutzer würden sich auf einmal “reihenweise” in Web2.0-Prosumenten verwandeln. Und neun Prozent sind immerhin 5,7 Millionen Menschen.

    Darüber hinaus zeigt die Studie, dass die Prosumerisierung der Nutzer ganz eng mit dem Alter zusammenhängt: 4,3 Millionen der deutschen Web2.0-Nutzer fallen nämlich in die Altersgruppe der 14-29-Jährigen. Aber: ist es wirklich das Alter? Ist Web2.0 eine Jugendbeschäftigung? Oder trifft nicht doch eher eine Generationenthese zu, die eine zeitliche Abfolge in der Diffusion von Web2.0-Kulturmustern von den digitalen Eingeborenen zu den digitalen Einwanderern beschreibt? Die Beobachtung, dass der Prosumerismus ebenfalls eng mit der Höhe des Einkommens sowie dem Bildungsgrad korrelliert passt zumindest nicht ganz zu der Altersthese.

    Natürlich gibt es in der Studie auch ein paar Zahlen zu Weblogs:

    Sogenannte Weblogs oder Blogs, also Online-Tagebücher, werden von insgesamt 14 Prozent (9,1 Mio.) aller über 14-Jährigen zumindest gelegentlich gelesen (im Vergleich: Allensbach kam auf 18 Prozent). Eigene Weblogs werden allerdings nur von zwei Prozent (1,3 Mio.) der Bevölkerung veröffentlicht (ACTA: sechs Prozent, aber nur ein Prozent häufiger und zwei Prozent ab und zu).

    Auch hier finde ich das “nur” nicht ganz passend. Wenn tatsächlich 1,3 Millionen Menschen regelmäßig in Weblogs schreiben, ist das sehr viel (besonders im Vergleich mit den von blogcensus ermittelten gut 200.000 deutschen Blogs). Schließlich noch ein paar Zahlen zu social networks:

    Nach den vorliegenden Ergebnissen sind mittlerweile bereits knapp zwölf Prozent (oder 7,5 Mio.) der über 14-Jährigen in Deutschland Mitglied in mindestens einem dieser Online-Netzwerke. Bei den 14- bis 29-Jährigen sind es sogar 39 Prozent. Auch hier finden sich also die bereits erwähnten starken Zusammenhänge zwischen der Mitgliedschaft in einer solchen Community und den Variablen Alter, Bildung und Haushalts-Nettoeinkommen.

    (via w&v)



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    destatis-logo.gifGerade habe ich gesehen, dass der hier angesprochene Zeitartikel “Im Megastore des Wissens” (Wolfgang Gehrmann) über das Statistische Bundesamt über den Pressebereich des Rats für Wirtschafts- und Sozialdaten zugänglich ist. Darin findet sich auch folgendes schöne Zitat zum Wechsel des Leitmediums für die statistische Dissemination:

    »Das Jahrbuch«, sagt PR-Chef Thomas Riede, »ist schon noch unser Klassiker. Aber seine Zahlen sind nicht die aktuellsten. Wirklich zählt, was wir online veröffentlichen. Amtliche Statistik heißt heute Internet.«



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    folien_radermacher_2007.png



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