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Scientific American versucht sich am Prinzip Trackback

Anscheinend hat die populärwissenschaftliche US-Zeitschrift “Scientific American” (in Deutschland Spektrum der Wissenschaft) die Bedeutung der Blogosphäre für die wissenschaftliche Kommunikation erkannt: nicht nur kann man auf der Internetseite die einzelnen Artikel kommentieren (allerdings erst nach Registrierung), sondern in der Seitenleiste wird auch angezeigt, welches Blog bereits über den jeweiligen Artikel berichtet hat (“Who’s Blogging This”) bzw. welche SciAm-Artikel am häufigsten in Weblogs auftauchen (“Most Blogged”).

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Zugegeben, das Feature funktioniert noch nicht optimal:

  • Die Links führen nicht zu den jeweiligen Blogbeiträgen, in denen über den Artikel geschrieben wurde, sondern auf die Startseite des Blogs
  • Die Links in der Rubrik “Who’s Blogging This” bleiben konstant, egal, welchen Artikel man gerade liest – worauf beziehen sie sich denn überhaupt?
  • Es ist nicht klar, auf welchen Zeitraum sich das “Most Blogged” bezieht.

Aber die Idee dahinter ist wichtig (ganz im Sinne von Ferdinand Thönnies “nur eine Tendenz, aber Tendenzen sind wichtig”): Man sieht direkt auf den Seiten der Zeitschriften (natürlich momentan nur der Onlineausgaben), welche Blogger sich auf dieses Thema beziehen (das Prinzip “Trackback” also). Ich bin gespannt, wann dieses Feature auch in deutschen Wissenschaftsmagazinen und -portalen auftaucht – und wann es auch hierzulande “Kommentar” statt “Leserbrief” heißen wird.



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    Aha, allmählich bevölkert sich die Wissenschaftsblog-Szene in Deutschland. Diesen Monat neu hinzugekommen ist die Blogabteilung des Magazins Gehirn&Geist der Verlagsgruppe Spektrum der Wissenschaft (Holtzbrinck). Unter dem grünen Titel und Logo “brainlogs” bloggen hier sieben Wissenschaftler und Wissenschaftsjournalisten zu psychologischen und neurowissenschaftlichen Themen:

    Ob freier Wille oder Neuro-Enhancement, Online-Dating oder Alzheimer-WG, Kinofilme oder Anekdoten aus dem Forschungsalltag: Was immer Psyche und Gehirn betrifft – die Brainlogs-Blogger spießen es auf. Mal ernsthaft und tiefgründig, mal humorvoll mit einem zwinkernden Auge. Und jeder ist eingeladen, mit zu diskutieren!

    Das Ziel ist die Verschränkung von Online- und Offlineangebot der Zeitschrift. So sollen die Blogs auch im Heft gefeatured werden und ich vermute, dass die Blogs immer mal wieder auch Themen aus dem Heft aufnehmen werden.

    Ein paar Bemerkungen dazu: Momentan scheint das Portal eher noch im Betastadium zu sein: es fehlt eine vernünftige Navigation zu den älteren Beiträgen, eine persönliche Blogroll, ebenso eine Übersicht der unter dem Label firmierenden Blogs – sind es überhaupt sieben BloggerInnen? Auch besitzen die einzelnen Blogs (noch) keine eigene Identität, sondern man merkt nur an einem kleinen Foto des Autors oben im Header sowie einem versteckten anonymen Punkt “zur Person”, dass man sich in einem bestimmten Blog befindet. Hier sollte man doch den BloggerInnen eine kurzbiografische Darstellung gönnen, die von jedem Beitrag aus einsehbar ist. Da das Gefühl, im einem persönlichen Gespräch mit dem Autor zu stehen, eines der Kernpunkte des Bloggens ist (das hat Paguet 2002 so beobachtet und es gilt noch heute), bleibt hier einiges Potential ungenutzt.

    Und wie wird das Blogexperiment aufgenommen? Wenn man die Kommentare betrachtet, so zeigt sich, dass auch hier vor allem Themen von den Rändern der Wissenschaft (Stichwort: “science + x” oder “Gott und die Welt”) besonders rege diskutiert werden. Hier die Top 3:

    Was ich vielleicht am meisten vermisse: die Alltagspsychologiebloggerin Katja Schwab war einst stolze Trägerin des wunderbaren Hard-Bloggin-Scientists-Buttons. Den konnte ich auf der neuen Seite nicht mehr finden.



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