Archive for the 'socialsoftware' Category

Scholarz und eine Einführung in Web 2.0 für Sozialwissenschaftler

scholarz.pngLiest sich schon einmal interessant, was die Mitarbeiter des Forschungsprojekts “Wissenschaftlich Arbeiten im Web 2.0″ (Projektleiter: Daniel Koch) an der Uni Würzburg alles vorhaben (via Schmidtmitdete):

scholarz.net” nennen wir unsere eigens programmierte Online-Software für wissenschaftliches Arbeiten, die sich derzeit noch im Test befindet. Gereift im Zuge des Forschungsprojektes “Wissenschaftlich Arbeiten im Web 2.0? der Universität Würzburg basteln wir weiter an einem “Alleskönner” aus internetbasierter Literaturverwaltung, anspruchsvollem Wissensmanagement, Social Knowledge und Wissenschaftlernetzwerk.

Momentan ist die Software allerdings noch nicht öffentlich zugänglich – ich würde mich natürlich sehr über eine Einladung zum Alphatest freuen -, aber gebloggt wird schon eifrig auf dem dazugehörigen Scholarz-Blog.

Ich bin gespannt, wie es mit dem Projekt weitergeht, denn gerade in den Sozial- und Geisteswissenschaften sind Web2.0-Anwendungen noch nicht so besonders stark verbreitet – zumindest im Vergleich mit den Medienpädagogen und Kommunikationswissenschaftlern.

Vor einiger Zeit hatte ich selbst einmal mit der Arbeit an einen Einführungstext zum Thema “Web 2.0 für Sozialwissenschaftler – Einsatzmöglichkeiten von Wikis, Weblogs und Social Bookmarking in Forschung und Lehre” (download als pdf) begonnen. Zwar ist der Text noch nicht ganz fertig, aber ich kann ihn ja trotzdem hier einmal zur Diskussion stellen. Ich bin gespannt auf eure Kommentare.



Verwandte Artikel:
  • Kurzer Blick auf scholarz.net
  • Blogclouds: Die dynamischsten Wissenschaftsblogs II/08
  • Kostenloser Ratgeber für Journalisten 2.0
  • Was ist Googles Open Social und wozu brauche ich das?

    Sehr schön zu beobachten, wie Google mit einer Neuentwicklung an die Öffentlichkeit geht, und die Diskussionen darüber, ob Google nun die Welt regieren wird oder nicht, brechen los. Nur, was genau Googles Open Social sein soll, haben wohl die allerwenigsten verstanden. Allmählich lichtet sich der Nebel und die ersten verständlichen Erklärungen tauchen auf. Zuallererst: Open Social ist kein neues Netzwerk. Kein Closed Beta des Facebook von Morgen. Es bringt also nichts, Inviteshare um Einladungen anzuhauen, neue Profilfotos beim Fotografen in Auftrag zu geben und den Lebenslauf noch einmal durchzugehen. Aber wenn kein neues Netzwerk – was ist es dann?

    • Lars Hinrichs zum Beispiel weist im OpenBlog auf die Vorteile offener APIs und Standards hin: “Our members themselves can choose which applications they adopt—who better? The freedom of such an approach is infinitely superior to a walled garden approach.”
    • Marc Andreessen erklärt: “Open Social’s API is based entirely on Javascript. If you know HTML and Javascript today, you will be able to immediately use Open Social to turn your web applications and web sites into Open Social apps.” Dabei geht es um zwei verschiedene Komponenten: Container (darunter sind z.B. soziale Netzwerke wie Ning, OpenBC oder MySpace zu verstehen) und Applikationen. Der Witz an Open Social ist, dass die Netzwerke weder an bestimmte Container gebunden sind, noch an bestimmte proprietäre Sprachen wie es zum Beispiel bei den Facebook-Anwendungen der Fall ist.
    • Die von Google bereitgestellten JavaScript-Anwendungen ermöglicht also den Programmierern von Anwendungen für Social Software, in drei Dimensionen Informationen aus einem (oder mehreren) bestimmten Netzwerk(en) abzurufen: Profil-Informationen (Name, Adresse, Beruf), Kontakte (“Freunde”) sowie Aktivitäten (z.B. Feeds). Dimension2K ist begeistert: “Zumindest aus Entwicklersicht bietet OpenSocial fast unendlich viele Möglichkeiten, Applikationen für diverse Networks zu schreiben, ohne sich dabei ständig mit neuen Markup-Sprachen auseinandersetzen zu müssen.”
    • Ob auch ein Authentifizierungsmechanismus dabei sein wird, ist nicht ganz klar. Fischmarkt befürchtet, das könnte das Ende von OpenID bedeuten.

    Also: Open Social ist zunächst vor allem für Programmierer interessant, die Anwendungen für Social Networks schreiben wollen oder verschiedene Social Networks miteinander vernetzen wollen (Cem Basman nennt das “seamless social networking”, ich würde es eher “noserubbing” nennen). Aber damit ist noch nicht gesagt, dass das von Google für den 5. November angekündigte “Second Generation Social Network” (GoogleContacts?) nicht auf der Grundlage von Open Social das ein oder andere spannende Alleinstellungsmerkmal besitzen wird.

    Was könnte daraus entstehen?

    • Eine erhebliche Expansion des Marktes für Social Software-Applikationen
    • Sehr viele, differenzierte Nutzerprofile, die sich für gezielte Werbevermarktung nutzen lassen (à la Facebook Flyer). Durch die Vernetzung der Profile entsteht, so finyard, eine “unglaubliche Flut an persönlichen Daten, die sich wunderbar in personalisierte Werbung umwandeln lässt.”
    • Ein Soziales Netz der Netze, das zum Beispiel als Informationskanal genutzt werden kann (“Publicity Network“)
    • Ein Brücken-API, das früher oder später die Mobilität zwischen sozialen Netzwerken kontrollieren wird und Google eine weitere Monopolstellung ermöglicht (Andreas Göldi fasst das mit “Kontext ist King” schön zusammen)
    • Vielleicht, wie auch Robert Basic hofft, irgendwann eine stärkere Interoperabilität der Social Network Services, die bedeutet, dass ich die Dienste eines Netzwerkes auch aus einem anderen heraus nutzen kann.
    • Das Netzwerkparadigma wird sich weiter durchsetzen und Leuten wie mir, die sich mit der social network analysis befassen, viel Freude und harte Arbeit verschaffen. Yes!


    Verwandte Artikel:
  • Amerikaner wünschen sich mehr Social Media im Kundendialog
  • Open Social in Wort und Bild
  • Die walled gardens öffnen sich ein Stückchen: Google, Facebook und Plaxo engagieren sich für Datenportabilität
  • Facebook als Flirtbörse? Zur Soziodemographie der Facebook-Nutzer

    Martin Weigert hat über die Möglichkeit berichtet, mittels der Facebook-Applikation Flyers Pro soziodemographische und Einstellungsdaten der Facebook-Nutzer zu gewinnen. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen, auch einmal ein paar soziodemographische Rahmendaten zu extrahieren. Zum Beispiel zur Geschlechterverteilung der Facebook-Nutzer in verschiedenen Ländern.

    • Das deutsche Facebook ist geschlechterneutral: Was das Geschlechterverhältnis angeht, unterscheiden sich die Facebook-Nutzer deutlich von den, sagen wir einmal, Besuchern eines Barcamp: nur 49,4% derjenigen, die zum Geschlecht eine Angabe gemacht haben (74,1% der “Germans”), sind männlich und 50,6% weiblich. Das entspricht ziemlich genau der Verteilung in der Bevölkerung insgesamt.
    • Die Hälfte sind Singles: So sieht es zumindest aus, wenn man die Verteilung auf die Kategorien betrachtet: 14,8% sind verheiratet, 0,3% verlobt, 35,4% in einer Beziehung und 46,6% Singles. Allerdings neigen womöglich Singles stärker dazu, in diesem Punkt eine Angabe zu machen, da sie eventuell auf diesem Weg Kontakte suchen. Insgesamt haben nur 54,4% der “Germans” hier eine Angabe gemacht.
    • Mehr männliche Singles: Obwohl das Geschlechterverhältnis sowie der Beziehungsstatus einigermaßen ausgewogen sind, unterscheiden sich die weiblichen und männlichen Nutzer deutlich in ihrem Beziehungsstatus: 53,5% der Männer geben an, Single zu sein, während 46,5% sich auf irgendeine Weise in einer Beziehung befinden. Bei den Frauen ist es genau umgekehrt: 41,7% sind Single gegenüber 58,3% in Beziehungen. Interessant, dass nur 65,8% der Nutzerinnen zu ihrem Beziehungsstatus eine Angabe machen und 70,0% der Nutzer.
    • Internationales Phänomen: Dass es sich hierbei nicht um ein deutsches Phänomen handelt, zeigt der Blick ins Ausland. Auch in den USA überwiegen die weiblichen Facebook-Nutzer (54,8%), während die Singlequote bei den Männern mit 61,2% deutlich über der weiblichen Singlequote (46,5%) liegt. In Frankreich sieht es ähnlich aus: 52,4% der Nutzer sind weiblich. 52,8% der männlichen Nutzer geben an, Single zu sein, aber nur 41,9% der weiblichen Nutzer. Auch in Kanada, UK, Irland, Niederlande, Schweden, Schweiz, Italien, Spanien, Südafrika, Malaysia, Singapur, Australien, Neuseeland, China, Japan, Kolumbien, Mexiko und der Dominikanischen Republik überwiegen die weiblichen Nutzer. Nur in Ägypten, Israel, Libanon, Saudi-Arabien, VAE, Indien, Pakistan und der Türkei sieht es anders aus: dort überwiegen die männlichen Nutzer – aber nur leicht.

    Das ist natürlich nur eine von mehreren Variablen, die sich mit der Applikation beschreiben und zielgerichtet für die Platzierung von Werbung ansteuern lässt (siehe auch Techcrunch):

    Abbildung oben: Pierre-Auguste Renoir, Der Tanz in Bougival, 1882–1883, Quelle: http://www.zeno.org – Zenodot Verlagsgesellschaft mbH



    Verwandte Artikel:
  • Gruscheln als Alternative zum Nachrichtenkonsum?
  • Jenseits der Virus-Analogie
  • MS Facebook
  • Coming soon …

    Bald auf der metaroll:

    Ideen und Anregungen? Außerdem: Wer möchte MBetatester werden (hier entlang)?



    Verwandte Artikel:
  • Von Infovöllerei und Infogourmets
  • Wird Google die Spielregeln für das Social Networking verändern?
  • Die Zukunft des WWW (Richard MacManus)