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Begegnung mit dem turi2-Videofragebogen

Eine der Institutionen der Web 2.0-Medienwelt ist schon seit einiger Zeit der turi2-Köpfe-Fragebogen. Wer hat dort nicht schon alles geistreiche, humorvolle oder einfach nur interessante Antworten gegeben. Felix Schwenzel war da, ebenso Mercedes Bunz und Christoph Keese sowie gerade eben erst Robert Basic. Auf der re:publica hat es dann fast wie aus heiterem Himmel mich erwischt. Ich hatte das Geistreiche-Antworten-für-den-Videofragebogen-Ausdenken zwar schon auf meiner Todo-Liste, aber da ich kein allzu großer Getting-Things-Done-Fan bin, ist dieser Punkt aus dem Blick geraten. Insofern kann ich hier nur 5 Minuten Improvisation eines “bloggenden Soziologen aus München” anbieten:

Eine Antwort möchte ich nachträglich ergänzen, denn ich werde meinen Kindern auf jedenfall den Rat mitgeben, sich auf den turi2-Videofragebogen gut vorzubereiten.



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    Allmählich werde ich mich hier auf diesem Blog an die Nachbereitung der 2008er re:publica machen. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, mich aus Berlin ab und zu einmal per Blog zu melden, aber die vielen guten Gespräche haben mir keine Zeit dazu gelassen. Außerdem gab es noch ein paar Vorträge vorzubereiten und Interviews zu geben. Dazu aber später noch mehr.

    An dieser Stelle aber wenigstens schon einmal der Foliensatz und ein paar Anmerkungen zu der von Geraldine Bastion moderierten Session zum Thema “Advocacy 2.0: Digitaler Aktivismus” am Donnerstag, 3. April. Wer die Veranstaltung nicht gesehen hat, kann sie sich hier ansehen.

    Ich muss sagen, dass mich insbesondere das “Wir haben ganz viele geile Kampagnen”- bzw. “Und das haben wir so gut gemacht”-Gerede des Greenpeace-PR-Menschen neben mir ziemlich enttäuscht hat. Und wenn dann noch die Kooptation der “A Greener Apple”-Kampagne durch Apple als wichtiger Erfolg gewertet wird, dann sieht man deutlich, wie weit sich diese NGO von ihrer Anfangszeit, in der sie wirklich neue Maßstäbe für politischen Aktivismus gesetzt hatten, entfernt haben. Wenn mitgeholfen wird, Computerschrott als Beitrag zum Umweltschutz umzudefinieren, rückt das für mich gefährlich in die Nähe des Greenwashing. Dann kann man gleich, wie ein Kommentator auf der SMS-Wall anmerkte, auch einmal über “grünen Atomstrom” nachdenken.

    Die vielen Zahlen, die der Vertreter von Aktion Mensch genannt hat, zeigen ziemlich deutlich, dass zwischen Online und Offline im Bereich des sozialen Engagements doch noch eine große Kluft besteht. Immerhin hat die Aktion Sorgenkind relativ früh die mögliche Bedeitung des Web 2.0 erkannt: Im Jahr 2001 haben sie das von Christiane Schulzki-Haddouti entwickelte Projekt Cybertagebuch, das, 1996 gegründet, zu den frühsten “Proto-Blogportalen” in Deutschland gehört, übernommen.

    Hier die Folien der Präsentation von Marc Scheloske und mir, wir werden in den nächsten Tagen auch noch in unseren Blogs darüber berichten, wie hier gewünscht.

    Andere über diese Veranstaltung



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    re:publica in Berlin

    Auch hier ist Aufbruchstimmung, denn wie so viele andere aus der Nachbarschaft zieht es auch mich nach Berlin auf dieses seltsame, umstrittene Ritual re:publica. Der Ethnologe in mir ist besonders gespannt. Da Marc in der Wissenswerkstatt schon ausführlich das Vortragsprogramm dargestellt hat, das im wesentlichen auch für mich gilt, kann ich mich hier kurz fassen:

    • Donnerstag, 3.4., 10:00 in der Radebergerlounge: “Forschungsgruppe Social Media” oder “Arbeitsgemeinschaft Blog- und Communityforschung”. Hier wollen wir die Möglichkeiten einer solchen Arbeitsgemeinschaft sondieren, mit deren Hilfe die Blogosphäre ihre eigene Erforschung und Vermessung in die Hände nehmen könnte: Graswurzelforschung also. Wer will, kann sich hier für die Veranstaltung anmelden, Kurzentschlossene können natürlich sehr gerne auch einfach in die Veranstaltung kommen.
    • Donnerstag, 3.4., 16:00 im Großen Saal: Advocacy 2.0: Digitaler Aktivismus. Dort werden Marc und ich Befunde aus unserer Free-Burma-Begleitforschung präsentieren und auch den Versuch unternehmen, das ganze auch theoretisch auf den Punkt zu bringen.
    • Freitag, 4.4., 15:00 Workshop: Social Media in der Wissenschaft. Dort werde ich am Beispiel der Soziologie darstellen, dass es manchmal auch heißen kann: “Keine Social Media in der Wissenschaft”. Etwas ausführlicher klingt das dann so:

      Es ist ein Widerspruch, an dem Paradoxie-Gourmets wie Niklas Luhmann sicher ihre Freude gehabt hätte: Auf der einen Seite tummeln sich die Studenten an deutschen Unis munter auf Facebook oder StudiVZ und der Gedanke, eine Seminararbeit ohne Wikipedia-Recherche zu schreiben, ist phantastisches Wunschdenken altmodischer Zettelkasten-Dozenten. Auf der anderen Seite findet das Internet (über das Web 2.0 brauchen wir gar nicht zu reden) in den Lehrplänen kaum statt. Ich möchte diese Aussage mit ein paar Beobachtungen und Zahlen aus der deutschen Universitätslandschaft belegen und nach möglichen Gründen suchen. Liegt es daran, dass das Internet deshalb nicht als solches vorkommt, weil es als Querschnittphänomen überall Eingang gefunden hat? Oder liegt es an der Selbstverständlichkeit der Internetnutzung, die ihre Beobachtung unmöglich macht? Ist es eine postmarxistische Abneigung dieses durchkommerzialisierten Mediums? Wenn ja, wo bleibt dann die Kritik? Oder gibt es vielleicht doch einige “Leuchttürme” oder “thematische Inseln” in der Soziologie, wo das Internet nicht nur ernst genommen, sondern sogar verstanden wurde?

    Aber eigentlich geht es natürlich darum, einmal wieder diesen angenehmen Schauer zu spüren, der sich unweigerlich einstellt, wenn man erkennt: Hinter jedem der 200.000 Blogs in Deutschland steckt ein Mensch.



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