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Wo bleiben ScienceTracker und ScienceRiver?

Gerade ist mir folgende schicke Rubrik auf der Webseite des American Journal of Sociology aufgefallen:

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Der Verlag University of Chicago Press interessiert sich also dafür, was aus den publizierten wissenschaftlichen Erkenntnissen im öffentlichen Diskurs gemacht wird. Zwar bezieht sich der Presseausschnitt nicht auf den Artikel, den ich gerade gelesen habe, aber immerhin auf dieselbe Zeitschrift. Vielleicht ist das aber nur dann der Fall, wenn der betreffende Artikel noch nicht zitiert wurde. Ich finde das eine sehr spannende Möglichkeit, zu verfolgen, wie wissenschaftliche Forschungsergebnisse popularisiert werden, welche Elemente übernommen werden, welche weggelassen werden usw. Gerade bei OpenAccess-Journals, deren Artikel jedem im Volltext zugänglich sind, wäre das besonders sinnvoll. Vielleicht könnte man dann auch noch Weblogs mit einbeziehen könnte, dann hätte man einen crossmedialen Memetracker. So eine Art “ScienceRiver” und so ein Ding möchte ich bitte haben.

Bei deutschen Verlagen bzw. Fachzeitschriften konnte ich so eine Funktion noch nicht entdecken, gibt es das hier auch schon? Wenn nicht, wäre das nicht eine Idee für Zeitschriften wie k@g oder M&K, Jan?



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    Eine der zentralen Fragen der Wissenschaftsforschung lautet: Welche Struktur hat das System der Wissenschaft? Insbesondere die quantitativen Wissenschaftsforscher (Scientometricians) haben sich vorgenommen, aus dem Zitierverhalten in wissenschaftlichen Publikationen abzulesen, wie sich die Disziplinen und Subdisziplinen zueinander verhalten. Mit dem Science Citation Index (SCI) des Institute of Scientific Information (ISI) gibt es eine umfangreiche Datenbank, aus der man zum Beispiel genau ablesen kann, in welchen Journals wie oft auf welche andere Journals verwiesen wird und ob diese Verweise auch erwiedert werden. Ein Paradies für Netzwerkforscher!

    In ihrem jüngsten Papier “A Global Map of Science Based on the ISI Subject Categories “versuchen Loet Leydesdorff und Ismael Rafols auf Grundlage von Faktoren- und Netzwerkanalysen der 22 Hauptkategorien und 172 Themenfelder des ISI den Zusammenhang der wissenschaftlichen Disziplinen und Subdisziplinen zu ergründen (aufgrund der unterschiedlichen Zitierverhalten geht es dabei nur um naturwissenschaftliche Felder, also die englischen sciences). Dabei sind sie auf 14 Makrodisziplinen und drei große Cluster gestoßen:

    • Biologie-Medizin,
    • Physik-Material-Ingenieurswissenschaften-Informatik
    • Umwelt-Ökologie-Geowissenschaften

    Unter den 14 Makrodisziplinen sind die Biomedizin (gelb), aber auch die Chemie (orange), was die Zitierhäufigkeit angeht, besonders prominent (interessanterweise sind die Wikipedia-Einträge zur Biomedizin trotz ihrer innerwissenschaftlichen Bedeutung sehr klein bzw. unvollständig)

    (Hier gibt es diese Karte in groß und navigierbar.)

    Man sieht deutlich, dass die Chemie eine vermittelnde Position (“broker”) zwischen dem medizinischen Pol links und dem “hard-science”-Pol auf der rechten Seite einnimmt. Aber es gibt auch noch eine Verbindungslinie zwischen der Informatik und einigen medizinischen Spezialfeldern sowie eine Verbindung über das Umweltthema. Geht man auf die Ebene der Unterkategorien, so zeigt sich, dass auch die Biologie als interdisziplinäres Feld betrachtet werden kann.

    Sehr erfreulich ist, dass das Forscherteam ihre Datengrundlage als Excel-Datei zur Verfügung stellen, so dass andere die Möglichkeit haben, ihre Schlussfolgerungen zu überprüfen.



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    Manchmal stehen zwischen mir und einer möglicherweise wichtigen Erkenntnis 25 USD:

    econsoc.PNG

    Die Möglichkeit, Abstracts und Keywords zahlreicher wichtiger Journals auf informaworld zu durchsuchen, ist auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Aber dann kommt diese Schranke. Warum kein Open Access, Routledge?



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