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	<title>viralmythen &#187; politik</title>
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		<title>Der Kontextvektor des Bundespräsidenten</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 18:22:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor Jahren hatte ich an dieser Stelle schon über die große Bedeutung der gespeicherten Google-Suchanfragen als &#8220;Datenbank der Wünsche&#8221; geschrieben. Die Begriffe, die Menschen in das Google-Eingabefeld schreiben, spiegeln sehr genau ihre Wünsche wider &#8211; sowohl die offen kommunizierten als auch die geheimen. Als Nebenbemerkung: Man könnte vermuten, dass Menschen mittlerweile ehrlicher zu ihrer Suchmaschine [...]]]></description>
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<p>Vor Jahren hatte ich an dieser Stelle schon über die große Bedeutung der gespeicherten Google-Suchanfragen als &#8220;<a href="http://blog.metaroll.de/2008/04/25/datenbank-der-wuensche/">Datenbank der Wünsche</a>&#8221; geschrieben. Die Begriffe, die Menschen in das Google-Eingabefeld schreiben, spiegeln sehr genau ihre Wünsche wider &#8211; sowohl die offen kommunizierten als auch die geheimen.</p>
<p>Als Nebenbemerkung: Man könnte vermuten, dass Menschen mittlerweile ehrlicher zu ihrer Suchmaschine sind als zu ihren engsten Verwandten. Insofern sollte man intensiv über eine besondere Sorgfaltspflicht und einen besonderen Schutz dieser Daten nachdenken. Vielleicht gibt es bald neben der ärztlichen und der anwaltlichen Schweigepflicht auch so eine Art &#8220;Suchmaschinengeheimnis&#8221;, das garantiert, dass, was wir in einer Websuche über uns offenbaren, nicht in falsche Hände gerät.</p>
<p>Neben dieser besonderen Vertrauensstellung dieser Datenbanken, beeindruckt vor allem das hier sekündlich anfallende Wissen. Dadurch, welche Begriffe gemeinsam eingegeben werden, und welche überhaupt nicht, oder dadurch, welche Treffer dann tatsächlich angeklickt werden, und welche überlesen werden, entsteht eine Wissensdatenbank, die vielleicht sogar größer als die Wikipedia ist, da sie sich viel schneller ändert. Die Assoziation von &#8220;Bundespräsident&#8221; und &#8220;Anrufbeantworter&#8221; dürfte zum Beispiel ein sehr junges Phänomen sein. Ja, wenn es um diese aktuellsten Phänomene geht, scheinen die Algorithmen von Google sogar die Rolle eines politischen Beraters einzunehmen, der dem amtierenden Staatsoberhaupt Handlungsempfehlungen gibt:</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 258px"><a title="Vorschlag by metaroll, on Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/metaroll/6628295169/"><img title="Der Algorithmus schlägt den Rücktritt des Präsidenten vor" src="http://farm8.staticflickr.com/7151/6628295169_c60cf1aebc.jpg" alt="Der Algorithmus schlägt den Rücktritt des Präsidenten vor" width="248" height="65" /></a><p class="wp-caption-text">Der Algorithmus schlägt den Rücktritt des Präsidenten vor</p></div>
<p>Diese scheinbare Empfehlung entsteht schlicht daraus, dass diese beiden Begriffe in den letzten Tagen, Stunden besonders häufig gemeinsam in Suchabfragen verwendet wurden bzw. besonders häufig gemeinsam in Webseiten auftauchen. Diese überdurchschnittliche gemeinsamen Vorkommen (oder: Kollokationen) verwandeln die Suchmaschine aber gleichzeitig in eine neue Art von Wissensspeicher. Anhand der Struktur der sekündlich eingehenden Suchabfragen (bei Google waren es <a href="http://www.comscore.com/Press_Events/Press_Releases/2011/12/comScore_Releases_November_2011_U.S._Search_Engine_Rankings">laut ComScore</a> allein in den USA im November 13 Milliarden Abfragen) können Maschinen sehr viel darüber lernen, wie wir Menschen Begriffe und Wissen organisieren.</p>
<p>Eine praktische Anwendung dieses Wissensspeichers habe ich in einem schon etwas älteren, aber einflussreichen Paper (Google Scholar <a href="http://scholar.google.com/scholar?cites=18128757180642144267&amp;as_sdt=2005&amp;sciodt=0,5&amp;hl=en">zählt</a> 246 Zitationen) der beiden Google-Mitarbeiter Mehran Sahami und Timothy D. Heilman &#8220;<a href="http://static.googleusercontent.com/external_content/untrusted_dlcp/research.google.com/en//pubs/archive/32.pdf">A Web­based Kernel Function for Measuring the Similarity<br />
of Short Text Snippets</a>&#8220;. Darin geht es um das Problem, die inhaltliche Ähnlichkeit von sehr kurzen Textschnippseln zu erkennen. Da es sich hierbei nur um wenige Wörter handelt, versagen klassische Methoden des Textminings wie zum Beispiel das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kosinus-%C3%84hnlichkeit">Kosinus-Ähnlichkeitsmaß</a>. Die Anzahl der Datenpunkte ist schlicht zu klein, um Aussagen über die Ähnlichkeit zu treffen.</p>
<p>Die Google-Wissenschaftler verwenden die Suchtreffer, die eine Suchmaschine wie Google auswirft, wenn man sie mit den Textschnippseln füttert, als Kontext-Vektor, mit dem sie dann die Übereinstimmung berechnen können, da er nun nicht mehr wenige Worte umfasst, sondern ein großer Corpus aus hunderten Dokumenten bzw. 1000-Zeichen langen Ausschnitten daraus darstellt. Das von ihnen beschriebene Verfahren stellt z.B. zwischen &#8220;Steve Ballmer&#8221; und &#8220;Microsoft CEO&#8221; eine Übereinstimmung von 0.838 fest, während das Kosinusmaß hier auf einen Wert von 0 gekommen wäre. Auch zwischen dem früheren CEO &#8220;Bill Gates&#8221; und &#8220;Microsoft CEO&#8221; gibt es eine Ähnlichkeit von immerhin 0.317 &#8211; aber auch seine korrekte Beziehung zu Microsoft findet dieses Maß heraus: &#8220;Bill Gates&#8221; und &#8220;Microsoft Founder&#8221; erzielt 0.677.</p>
<div id="attachment_1472" class="wp-caption aligncenter" style="width: 476px"><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2012/01/KernelFunction.jpg"><img class="size-full wp-image-1472 " title="KernelFunctions" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2012/01/KernelFunction.jpg" alt="Abb. aus Sahami/Heilman (2006), S. 4" width="466" height="252" /></a><p class="wp-caption-text">Abb. aus Sahami/Heilman (2006), S. 4</p></div>
<p>Der erste Anwendungsfall dieses Verfahrens, der hier in den Sinn kommt, sind natürlich die automatischen Vorschläge bei Suchabfragen. Insofern ist das oben beschriebene Wulff-Beispiel also nicht unbedingt eine politische Handlungsempfehlung, sondern das Ergebnis des Vergleichs von Kontextvektoren.</p>
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		<title>No taxation without microblogging oder: Karriereplanung für Politiker</title>
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		<pubDate>Thu, 08 Jul 2010 14:07:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[bayern]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[politiker]]></category>

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		<description><![CDATA[Auch wenn ich eher kritisch oder besorgt bin, was die Möglichkeiten der digitalen Demokratie betrifft und normalerweise auch nicht dazu neige, pauschal bestimmte Social-Media-Plattformen zu empfehlen: Ich bin der Meinung, dass jeder Politiker twittern sollte. Politiker werden wie Wissenschaftler oder öffentlich-rechtliche Moderatoren von uns, den Steuerzahlern bezahlt, die im Gegenzug dafür das Recht haben, zu [...]]]></description>
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<p>Auch wenn ich eher kritisch oder besorgt bin, was die Möglichkeiten der digitalen Demokratie betrifft und normalerweise auch nicht dazu neige, pauschal bestimmte Social-Media-Plattformen zu empfehlen: Ich bin der Meinung, dass jeder Politiker twittern sollte.</p>
<p>Politiker werden wie Wissenschaftler oder öffentlich-rechtliche Moderatoren von uns, den Steuerzahlern bezahlt, die im Gegenzug dafür das Recht haben, zu erfahren, was ihre Mandatsträger für ihr Wohl leisten. Man könnte es auch so formulieren: &#8220;No taxation without microblogging.&#8221; Das gilt genauso natürlich auch für das System der Wissenschaft, das sich noch schwerer mit Transparenz und Dialog tut. Aber davon ein anderes Mal. Besonders wichtig finde ich dieses Prinzip auf den politischen Ebenen, die dem Bürger relativ nah sind wie zum Beispiel die Landtage.</p>
<p>Eventuell sollte es dafür eine Art Staatstwitter geben, das anders als Twitter nicht auf eine globale Skalierbarkeit ausgerichtet ist und sich, viel wichtiger, nicht von den ökonomischen Interessen von Investoren beeinflussen lassen muss.</p>
<p>Aber das auf 140 Zeichen zugespitzte Berichten über die eigene Arbeit sollte nicht nur ein Anspruch der Öffentlichkeit sein, sondern liegt auch im Interesse der Politiker. Kein Amt wird auf Lebenszeit vergeben. Jede Legislaturperiode ist irgendwann einmal zu Ende und auch Politiker müssen sich von Zeit zu Zeit ihrer eigenen Karriereplanung widmen. Social Media, zu denen auch Twitter gehört, sind ein hervorragend geeignetes Instrument, um Spuren zu hinterlassen, die auch dann noch sichtbar sind, wenn die Mandate ausgelaufen sind. Bislang ist der Fokus bei Social Media viel zu sehr auf dem Echtzeit-Aspekt gelegen. Klar, Social Media sind die schnellsten Medien. Aber gleichzeitig sind Social Media auch die nachhaltigsten Medien. Hier versendet sich kaum etwas.</p>
<p>Wenn man sich einmal ansieht, wie diese Möglichkeiten von den Politikern genutzt werden, dann erkennt man schnell, <a href="http://www.eberhard-sinner.de/main/index.php?webcode=twitter">welches Potential in diesen Kurzmitteilungen steckt</a>, aber auch, wie viel Luft hier noch nach oben ist. Im Bayerischen Landtag zum Beispiel mit seinen 187 Abgeordneten twittern gerade einmal 22 Abgeordnete mehr oder weniger regelmäßig. Bemerkenswert ist hier, dass die größte Microbloggingquote nicht bei den großen Volksparteien bzw. der großen Volkspartei CSU zu finden ist, sondern bei den kleinen, allen voran die FDP.</p>
<p><img class="aligncenter" src="http://chart.apis.google.com/chart?cht=p&amp;chd=t:32,31,14,14,18&amp;chs=400x200&amp;chl=CSU|FDP|FW|SPD|Gr%C3%BCne&amp;chco=2190c8|fff200|ec9c11|d82832|2f9f3b&amp;chp=4.71" alt="" /><br />
<small class="aligncenter">Verteilung der twitternden MdL</small></p>
<p><a title="Thomas Hacker tanzt beschwingt mit Miriam GruÃ? beim Sommerfe... on Twitpic" href="http://twitpic.com/22s83c"><img class="alignleft" style="margin: 5px;" src="http://twitpic.com/show/thumb/22s83c.jpg" alt="Thomas Hacker tanzt beschwingt mit Miriam GruÃ? beim Sommerfe... on Twitpic" width="79" height="79" /></a>Was die Abgeordneten auf Twitter über ihre Arbeit publizieren, liefert in vielen Fällen einen guten Überblick über ihre Arbeit in Ausschüssen, öffentlichen Einrichtungen und <a href="http://twitpic.com/22s83c">Abendveranstaltungen</a>. <a title="Die Bundesversammlung hat begonnen!" href="http://tweetphoto.com/29960185"><img class="alignright" style="margin: 5px;" src="http://cdn.cloudfiles.mosso.com/c54112/x2_1c927f9" alt="Die Bundesversammlung hat begonnen!" width="79" height="79" /></a>Einige Landtagsmitglieder machen sich sogar die Mühe, ihren politischen Alltag mit Bildern zu dokumentieren. So findet man zum Beispiel dieses interessante zeitgeschichtliche <a href="http://tweetphoto.com/29960185">Dokument aus der Bundesversammlung</a> bei der Wahl des Bundespräsidenten Wulff. Oder ein Bild der <a href="http://tweetphoto.com/29835495">politischen Führungsriege Bayerns</a>.</p>
<p><a title="Ein Herz und eine Seele, CSU aus einem Guß. So sieht die Realität aus!" href="http://tweetphoto.com/29835495"><img class="alignleft" style="margin: 5px;" src="http://cdn.cloudfiles.mosso.com/c54112/x2_1c740e7" alt="Ein Herz und eine Seele, CSU aus einem Guß. So sieht die Realität aus!" width="79" height="79" /></a>Was mich stark überrascht hat: Auch Landespolitiker in Ministerrang finden momentan auf Twitter nur eine sehr kleines Publikum. Jeder nebenberufliche Social-Media-Berater hat nach einem Monat Retweeten von Mashable- oder Techcrunch-Meldungen mehr Follower als beispielsweise die <a href="http://twitter.com/MdLBeateMerk">bayerische Justiz- und Verbraucherschutzministerin</a>.</p>
<p>Dafür gibt es eigentlich nur eine Erklärung: Die regionalen Medien, deren Aufmerksamkeit eigentlich vor allem den Ereignissen in der Landespolitik gelten sollte, haben noch nichts von dem Wandel mitbekommen. In den Redaktionen von Abendzeitung, SZ, Münchener Merkur oder tz scheint man viel mehr damit beschäftigt, die eigenen Meldungen per Twitter in die Welt zu broadcasten als sich auf die Entdeckungsreise zu begeben, was die Objekte (eigentlich: Subjekte) ihrer Berichterstattung oder gar ihre Leser zu sagen haben, wenn sie auf einer halb-offiziellen Bühne stehen. Schade, denn gerade hier gäbe es journalistisch noch viel zu erforschen.</p>
<p>Für den Einstieg in diese Welt habe ich hier schon einmal eine <a href="http://twitter.com/furukama/landtagbayern">Liste der twitternden bayerischen MdL</a> angelegt. Ergänzungen bitte in die Kommentare.</p>
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		<title>Enter-Polls statt Exit-Polls?</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/06/29/enter-polls-statt-exit-polls/</link>
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		<pubDate>Mon, 29 Jun 2009 13:47:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[bundestagswahl]]></category>
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		<description><![CDATA[Hier gehts direkt zu den Ergebnissen &#8211; und hier zur Stimmabgabe Wahrscheinlich wissen die meisten Menschen gar nicht, was sich hinter dem seltsamen Begriff &#8220;Exit-Poll&#8221; verbirgt. Es geht dabei nicht um eine Abstimmung, wann man am besten das Zeitliche segnen sollte, sondern um die Befragung von Wählern beim Verlassen (= Exit) des Wahllokals. Die dabei [...]]]></description>
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<p><strong>Hier gehts <a href="http://politologo.net/enterpoll/results.php">direkt zu den Ergebnissen</a> &#8211; und <a href="http://politologo.net/enterpoll/">hier zur Stimmabgabe</a><br />
</strong><br />
<a href="http://politologo.net/enterpoll/"><img class="alignleft" title="Enterpoll" src="http://politologo.net/enterpoll/enterpoll.jpg" alt="" /></a>Wahrscheinlich wissen die meisten Menschen gar nicht, was sich hinter dem seltsamen Begriff &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Wahltagsbefragung">Exit-Poll</a>&#8221; verbirgt. Es geht dabei nicht um eine Abstimmung, wann man am besten das Zeitliche segnen sollte, sondern um die Befragung von Wählern beim Verlassen (= Exit) des Wahllokals. Die dabei erhobenen Daten werden verwendet, um Hochrechnungen zu erstellen, die dann in den ersten Betaversionen bereits in der Mittagszeit den Parteien zur Verfügung gestellt werden. Damit sie bei einem unerwarteten Wahldebakel schnell noch den Champagner abbestellen und stattdessen Mineralwasser ordern können.</p>
<p>Durch Social Media-Anwendungen wie Twitter oder Facebook, auf denen man in Echtzeit Nachrichten verbreiten kann, befürchten die Politiker, dass diese Vorabergebnisse nicht mehr unter Verschluss gehalten werden können, sondern von übereifrigen Kommunikatoren <a href="http://nice-bastard.blogspot.com/2009/06/exit-polls-twitter-schlu-mit-dem.html">ausgeplaudert werden könnten</a> (die Erinnerungen an die <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2009/05/26/peinliche-twitter-schlammschlacht-nach-der-bundespraesidentenwahl/">Wahl des Bundespräsidenten</a> sind noch zu frisch). Das bedeutet zum einen, dass ein Informationsmonopol verschwindet und zum anderen, dass diese Zahlen verwendet werden könnten, um am Wahlabend noch verstärkt zu mobilisieren.</p>
<p>Beides &#8211; Transparenz und eine <a href="http://www.sebsn.de/2009/06/28/twitter-und-die-gefahrlichen-exit-polls/">höhere Wahlbeteiligung</a> &#8211; scheint nicht besonders im Interesse der Parteien zu liegen, und deshalb werden jetzt die <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,632942,00.html">ersten Pläne geschmiedet</a>, wie man diese Twitterer stoppen könnte. Der <a href="http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_09/">Bundeswahlleiter</a> lässt sich zitieren mit den Worten: &#8220;Es wäre der GAU, wenn die Wählerbefragungen vor Schließung der Wahllokale öffentlich bekannt würden&#8221;. Darüber, anstelle des Twitterns darüber kurzerhand die <a href="http://www.spitblog.de/2009/06/27/wer-braucht-schon-exit-polls/">Exit-Polls abzuschaffen</a> und mit der Bekanntgabe der ersten Zahlen einfach zu warten, bis diese aus den Wahllokalen vorliegen, scheint niemand nachzudenken. Schließlich sind diese Daten die einzigen verfügbaren Daten darüber, welche soziodemographischen Gruppen wie gewählt haben und welche Wählerwanderungen es gegeben hat.</p>
<p>Vielleicht wäre es aber sinnvoll, beides zusammenzubringen: Twitter und Wählerbefragungen. Nach einer kurzen Diskussion auf Twitter entstand die Idee, ein auf Twitter basierendes &#8220;<a href="http://politologo.net/enterpoll/enterpoll.php">Enter-Poll-System</a>&#8221; ins Leben zu rufen. Ich stelle mir das so vor: Jeder Twitterer hat genau eine Stimme, die er vor dem Wahltag einer Partei seiner Wahl geben kann. Die Authentifizierung bei Twitter (über OAuth, d.h. es werden keine Passwörter übertragen) stellt sicher, dass jeder Twitternick nur einmal abstimmen kann. Dadurch, dass die bereits abgestimmten Twitternicks und die eigentlichen Wahldaten in unterschiedlichen Datenbanktabellen abgespeichert werden, können beide Informationen nicht miteinander verknüpft werden. Die virtuelle Stimmabgabe ist also anonym.</p>
<p>Da mit der Wahlentscheidung auch die Wahlentscheidung der letzten Bundestagswahl abgefragt wird, können anschließend Auswertungen über die Wählerwanderungen getroffen werden. Und die soziodemographischen Merkmale erlauben zudem eine Segmentierung nach Alter und Geschlecht.</p>
<p>Der Betatest beginnt genau &#8230; <a href="http://politologo.net/enterpoll/enterpoll.php">jetzt</a>.</p>
<p>[<strong>UPDATE, 17:33</strong>] Das Tool darf natürlich am Wahltag selbst bis 18:00 keine Ergebnisse veröffentlichen, da dies laut BWahlG eine Ordnungswidrigkeit darstellen würde, die mit <a href="http://www.gesetze-im-internet.de/bwahlg/__49a.html">bis zu 50.000 EUR Geldbuße</a> geahndet werden kann.</p>
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		<title>Du bist peinlich</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/05/23/du-bist-peinlich/</link>
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		<pubDate>Sat, 23 May 2009 09:26:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es zeugt schon von einem besonderen historischen Bewusstsein, am Jubiläumstag des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland eine Abmahndrohung an einen Studenten zu schicken, der sich auf einer Webseite sehr originell mit einer Werbekampagne auseinandersetzt. Alexander Lehmann hat in seiner Abschlussarbeit unter dem Titel &#8220;Du bist ein Terrorist&#8221; ein Video erstellt, das den zunehmenden Überwachungswahn und die [...]]]></description>
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<p>Es zeugt schon von einem besonderen historischen Bewusstsein, am Jubiläumstag des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland eine Abmahndrohung an einen Studenten zu schicken, der sich auf einer Webseite sehr originell mit einer Werbekampagne auseinandersetzt. <a href="http://alexanderlehmann.blogspot.com/">Alexander Lehmann</a> hat in seiner Abschlussarbeit unter dem Titel &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=SGD2q2vewzQ">Du bist ein Terrorist</a>&#8221; ein Video erstellt, das den zunehmenden Überwachungswahn und die Einschneidung der Grundrechte &#8211; die wir eigentlich heute feiern sollten &#8211; thematisiert. Jetzt hat er, <a href="http://netzpolitik.org/2009/du-wirst-abgemahnt-de/">so berichtet netzpolitik.org</a>, von der KemperTrautmann, einer der Agenturen der Kampagne &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Du_bist_Deutschland">Du bist Deutschland</a>&#8221; eine Abmahndrohung bekommen, die ihn auffordert,</p>
<blockquote><p>jegliche Bezüge zur “du bist deutschland” &#8211; Kampagne zu entfernen und die Adresse <a href="http://www.dubistterrorist.de/">dubistterrorist.de</a> nicht mehr zu verwenden. Er hat drei Tage Zeit, alles wie gewünscht zu entfernen. Als Begründung wird das Markenrecht an “Du bist Deutschland” genannt.</p></blockquote>
<p>Die Kampagne Du bist Deutschland startete 2005 mit einem ebenso wirren wie blumigen <a href="http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article355173/Das-Manifest-Du-bist-Deutschland-im-Wortlaut.html">Manifest</a>, in dem unter anderem zu lesen war:</p>
<blockquote><p>Ein Schmetterling kann einen Taifun auslösen. Der Windstoß, der durch seinen Flügelschlag verdrängt wird, entwurzelt vielleicht ein paar Kilometer weiter Bäume. Genauso, wie sich ein Lufthauch zu einem Sturm entwickelt, kann deine Tat wirken.</p></blockquote>
<p>Das war natürlich alles nicht so gemeint. Denn Deutschland ist natürlich kein Land der Bäume-Entwurzler, der Mauern-Einreißer, der Runter-von-der-Bremse-Geher, sondern ein Land, dem Abmahnungsdrohungen mehr Wert sind als Kreativität. Du bist peinlich.</p>
<p><strong>UPDATE:</strong> Eine weitere Pointe, auf die mich Fischer in den <a href="http://blog.metaroll.de/2009/05/23/du-bist-peinlich/#comment-24364">Kommentaren</a> hingewiesen hat: Historisches Bewusstsein kann man auch darin zu erkennen, eine wissenschaftliche Forschungsarbeit am Grundgesetzfeiertag zerstören zu wollen. Soviel zum Thema &#8220;<a href="http://bundesrecht.juris.de/gg/art_5.html">Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.</a>&#8221;</p>
<p><strong>UPDATE:</strong> Aus der Angelegenheit ist zum Glück keine neue Causa Streisand geworden. Michael Trautmann und Alexander Lehmann haben, wie hier zu lesen ist, <a href="http://netzpolitik.org/2009/du-wirst-abgemahnt-de/#comment-310724">miteinander telefoniert </a>und sich darauf geeinigt, dass die Kinderbilder von der Seite dubistterrorist.de entfernt werden. “Du bist Deutschland” wird nicht weiter gegen “Du Bist Terrorist” vorgehen. Das Telefon. Ein längst vergessen geglaubtes Kommunikationsmittel. Manchmal aber sehr sinnvoll. Das nächste Mal vielleicht sogar vor der Abmahndrohung?</p>
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		</item>
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		<title>50.000 Unterschriften gegen Internetzensur</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/05/08/50000-unterschriften-gegen-internetzensur/</link>
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		<pubDate>Thu, 07 May 2009 23:37:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nur zu oft habe ich gelesen, dass die deutschsprachige Blogosphäre unpolitisch ist. Dass die winzige Menge von geschätzten 27.000 Twitter-Nutzern in Deutschland keine relevante Größe darstellen oder auch, dass sich in 140 Zeichen keine Politik machen lässt. Spätestens seit dem 8. Mai 2009 0:59 gelten diese Social-Media-Gesetze für Deutschland nicht mehr. Innerhalb von vier Tagen [...]]]></description>
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<p><img class="alignleft size-full wp-image-1017" title="Petition" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2009/05/mitzeichnung1.jpg" alt="Petition" width="312" height="173" />Nur zu oft habe ich gelesen, dass die deutschsprachige Blogosphäre unpolitisch ist. Dass die winzige Menge von geschätzten <a href="http://freshzweinull.de/2009/03/zum-gluck-erst-38000-twitter-nutzer-in-deutschland/">27.000 Twitter-Nutzern</a> in Deutschland keine relevante Größe darstellen oder auch, dass sich in 140 Zeichen keine Politik machen lässt.</p>
<p>Spätestens seit dem 8. Mai 2009 0:59 gelten diese Social-Media-Gesetze für Deutschland nicht mehr. Innerhalb von vier Tagen haben es Aktivisten auf unterschiedlichen Social-Media-Plattformen <a href="http://netzpolitik.org/2009/buerger-machen-politik-petition-gegen-internetsperren-erreicht-50000-mitzeichner-in-nur-vier-tagen/">geschafft</a>, mehr als 50.000 Mitzeichner für die <a href="http://netzpolitik.org/2009/petition-gegen-internetzensur-kompakte-argumente/">Petition</a> &#8220;<a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860">Internet &#8211; Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten</a>&#8221; von Franziska Heine zu motivieren. So schnell hat bislang noch keine Petition in Deutschland die notwendige Zahl von Zeichnern erreicht.</p>
<p>Auch wenn diese Unterschriften noch lange nicht das Aus für die <a href="http://lumma.de/2009/01/15/filter-leyen-und-die-schadliche-symbolpolitik/">internetfeindliche Symbolpolitik</a> der Bundesregierung bedeutet, sind sie ein deutliches Zeichen, dass sich in diesem noch weitgehend <a href="/2009/05/02/instant-maertyrer/">unverstandenen Medium</a> ein <a href="http://www.zeit.de/online/2009/19/internetsperre-datenschutz-gesetz">Protestpotential</a> verbirgt, dass früher oder später zu einer Größe von Gewicht werden wird.</p>
<p>In Relation (zum Beispiel mit der Zahl der ca. 60 Mio. Wahlberechtigten in Deutschland) gebracht ist die Zahl 50.000 selbstverständlich nur eine winzige Zahl. Die spannende Frage ist deshalb, wie dieser Netz-Aktivismus weitergehen wird. Entsteht daraus eine liberale Strömung, die auch von den etablierten Parteien aufgenommen wird? Entwickelt sich diese Bewegung in eine neue außerparlamentarische Opposition?</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Internationale Diplomatie auf Twitter</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/01/09/internationale-diplomatie-auf-twitter/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Jan 2009 14:40:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[außenministerium]]></category>
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		<category><![CDATA[politik]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich bin kein Freund dieser ewigen Deutschland-USA-Vergleiche. Aber ein Unterschied ist doch bemerkenswert: Während in Deutschland über Politiker, die versuchen, mit Medien wie Twitter in einen direkten Kontakt zu ihren Wählern zu treten, immer wieder Hohn und Spott ausgegossen werden, scheint diese Art zu kommunizieren in den USA auf allen Ebenen zunehmend akzeptiert zu sein. [...]]]></description>
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<p>Ich bin kein Freund dieser ewigen Deutschland-USA-Vergleiche. Aber ein Unterschied ist doch bemerkenswert: Während in Deutschland über Politiker, die versuchen, mit Medien wie Twitter in einen direkten Kontakt zu ihren Wählern zu treten, immer wieder Hohn und Spott ausgegossen werden, scheint diese Art zu kommunizieren in den USA auf allen Ebenen zunehmend akzeptiert zu sein.</p>
<p>Vor kurzem habe ich ein faszinierendes Beispiel für diese neue politische Kommunikationsform entdeckt: Den <a href="http://twitter.com/simccormack">Twitterstream</a> von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sean_McCormack">Sean McCormack</a>, Sprecher des US-Außenministeriums. In dieser Funktion war er beispielsweise bis gestern in New York an den Sitzungen des UN-Sicherheitsrats zum Gaza-Konflikt beteiligt und hat über Twitter und Twitpic eine äußerst spannende Innensicht der internationalen Krisendiplomatie gegeben.</p>
<p><a href="http://twitpic.com/photos/simccormack">Die Handyfotos</a> unterscheiden sich dabei deutlich von der sonst üblichen Presseperspektive auf derartige Veranstaltungen. Anders als der sorgfältig arrangierte und in den immergleichen Pressekonferenzräumen und Pressebereichen aufgenommene Bildjournalismus, sieht man hier das ganze aus einer fast schon ethnologischen teilnehmenden Beobachterperspektive.</p>
<p>Besonders eindrucksvoll finde ich das folgende Bild, das die scheidende US-Außenministerin <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Condoleeza_Rice">Condoleeza Rice</a> in einem Konferenzraum direkt neben dem Raum des UN-Sicherheitsrates zeigt:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-975" title="UN" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2009/01/17067901.jpg" alt="UN" width="473" height="630" /></p>
<p>Ein weiteres eindrucksvolles Bild ist dieses hier: <a href="http://twitpic.com/10yb6">Die Abstimmung zur UN-Resolution</a>. Während das Bildmaterial über den Sicherheitsrat in der Regel <a href="http://images.google.de/images?q=un+security+council">von schräg oben</a> fotografiert ist, sieht man hier die &#8220;Bodenperspektive&#8221;.</p>
<p>Dabei wird der Twitter-Stream hier nicht als kommunikative Einbahnstraße genutzt (was gerade in Krisensituationen wie den Mumbai-Anschlägen <a href="http://twitter.com/simccormack/status/1025360656">durchaus sinnvoll sein kann</a>), sondern Sean McCormack beantwortet Fragen zu seiner Tätigkeit, zu den Plänen des US-Außenministeriums, aber auch zu Social Media- und Kommunikationsthemen. Wer noch einmal behauptet, dass Social Media zwangsläufig bedeutet, dass hier die journalistischen Inhalte der &#8220;echten&#8221; Massenmedien kopiert werden, sollte sich diesen Twitter-Stream unbedingt einmal ansehen. Ich bin gespannt, ob dieser neue Kommunikationsstil auch unter der künftigen Außenministerin Hillary Clinton weitergeführt oder -entwickelt wird.</p>
<p>Die spannende Frage ist: Wenn die politischen und diplomatischen Akteure mit Medien wie Twitter sehr viel schneller und flexibler von Ereignissen wie einer UN-Sicherheitsratssitzung berichten können, <strong>wozu brauchen wir überhaupt noch die Dopplung durch die journalistische Berichterstattung?</strong> In Zukunft wird die Rolle der Journalisten noch viel mehr darin liegen, die unterschiedlichen Informationsquellen zu sammeln, vergleichen, bewerten und kommentieren. Die Vorort-Berichterstattung wird nicht mehr zu den journalistischen Kernaufgaben gehören. Nachrichtenportale binden in Zukunft zum Beispiel die Twitter-Streams von den wichtigsten politischen und diplomatischen Akteuren vor Ort in aggregierter Form auf ihrer Seite ein und beschränken sich auf das Kommentieren und Bewerten.</p>
<p>Die Zeit der Pressekonferenzen ist endlich vorbei.</p>
<p>Weitere Links zum Thema:</p>
<ul>
<li><a href="http://twitter.com/usembassyzambia">Twitterstream der US-Botschaft in Zambia</a></li>
<li><a href="http://twitter.com/Colleen_Graffy">Twitterstream von Colleen Graffy</a> (Deputy Assistant Secretary for Public Diplomacy im US-Außenministerium)</li>
<li><a href="http://blogs.state.gov/">Blog des US-Außenministeriums</a></li>
<li>Dreiteilige Analyse des Consortium for Strategic Communication (COMOPS) über die Bloggingstrategie des US-Außenministeriums (<a href="http://comops.org/journal/2008/10/09/state-dept-blogging-one-year-later-part-1-success-despite-challenges/">Teil 1</a>, <a href="http://comops.org/journal/2008/10/25/state-dept-blogging-one-year-later-part-2-themes-and-categories/">Teil 2</a>, <a href="http://comops.org/journal/2008/11/20/state-dept-blogging-one-year-later-part-3-what-dipnote-readers-have-to-say/">Teil 3</a>)</li>
</ul>
<p>(Foto mit freundlicher Genehmigung von Sean McCormack)</p>
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		<title>Von Obama lernen: Die drei Grundsätze der Politik 2.0</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/11/14/von-obama-lernen-die-drei-grundsaetze-der-politik-20/</link>
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		<pubDate>Fri, 14 Nov 2008 00:56:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[crowdsourcing]]></category>
		<category><![CDATA[deutschland]]></category>
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		<category><![CDATA[parteien]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[social media]]></category>
		<category><![CDATA[usa]]></category>
		<category><![CDATA[wahlkampf]]></category>

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		<description><![CDATA[Im Zusammenhang mit dem furiosen Social-Media-Wahlkampf von Barack Obama wurde immer wieder versucht, das ganze auf Deutschland zu übertragen. Oder zumindest Anregungen dafür zu bekommen, wie man erfolgreiche Wahlkämpfe im sozialen Netz führt. Ebenso häufig wurde angemerkt, dass sich die Erfahrungen der Obama-Kampagne nicht übertragen lassen, schon gar nicht eins-zu-eins. Zu einmalig war der Kontext [...]]]></description>
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<p>Im Zusammenhang mit dem furiosen Social-Media-Wahlkampf von Barack Obama wurde immer wieder versucht, das ganze auf Deutschland zu übertragen. Oder zumindest <a href="http://www.netzinkulturation.de/obama-der-erste-web-20-prasident/web20/2008/11/09/">Anregungen</a> dafür zu bekommen, wie man erfolgreiche <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2008/11/08/changegov/">Wahlkämpfe im sozialen Netz</a> führt.</p>
<p>Ebenso häufig wurde angemerkt, dass sich die Erfahrungen der Obama-Kampagne nicht übertragen lassen, schon <a href="http://netzpolitik.org/2008/vergleich-obama-kampagne-und-deutscher-internetwahlkampf/">gar nicht eins-zu-eins</a>. Zu einmalig war der Kontext 2008 und zu unterschiedlich sind die Parteien- und Mediensysteme der USA und Deutschland.</p>
<p>Ich bin jedoch überzeugt, dass man nur nur ein wenig abstrahieren muss, um auch für den deutschen Kontext Anregungen für den &#8220;Wahlkampf 2.0&#8243; gewinnen zu können. Angeregt durch <a href="http://blogs.forrester.com/groundswell/2008/11/tell-obama-to-e.html">Josh Bernoff&#8217;s Beobachtungen</a> von Obamas Übergangsseite <a href="http://www.change.gov">change.gov</a> hier nun drei zentrale Punkte, die dazu beitragen können, den Rahmen für eine Art politische &#8220;Brand Community&#8221; zu schaffen:</p>
<ol>
<li><strong>Informationen nicht nur verbreiten, sondern auch einsammeln</strong>. Weg von der Einbahnstraßenkommunikation (Pressemitteilungen, News, Videocasts) und hin zum aktiven Zuhören, Anregen und Einholen von Kommunikationen &#8211; nicht nur der Befürworter, sondern auch der Kritiker. Ganz gleich, ob das per Forum, Twitter, Social Network, Blog oder Widgets geschieht. Je niedriger die Partizipationsschwelle, desto besser. <a href="http://off-the-record.de/2008/10/23/fans-und-fakes-die-parteien-vor-dem-wahlkampf-und-die-obama-mania/">Social-Networks für Parteien</a> wie myFDP, CDUnet oder meineSPD sind wichtig, aber nicht für die Kommunikation mit der breiten Öffentlichkeit, dem Souverän, geeignet.
<li><strong>Die eingesammelten Informationen dürfen nicht verschwinden</strong>. Das Ergebnis eines klassischen Kontaktformulars lautet &#8220;Vielen Dank für Ihre Nachricht!&#8221; Für den Nutzer, der hier bereits den Schritt vom Rezipienten zum Produzenten geschafft hat, bleibt völlig unklar, was mit seinem Beitrag passiert. Noch schlimmer: andere (potentielle) Nutzer bekommen davon gar nichts mit. Deshalb: Den Input am besten gleich für alle sichtbar anzeigen.
<li><strong>Die Organisation schweigt nicht, sondern reagiert auf die von den Nutzern geposteten Anregungen.</strong> So wichtig die Diskussionen der Nutzer untereinander auch sind &#8211; die Organisation (egal ob Partei, Verband oder Verein) oder die Kandidatin sollte nicht schweigen, sondern durch ihre Reaktionen zeigen, dass die Beiträge der Nutzer nicht nur zur Kenntnis, sondern Ernst genommen werden.
</ol>
<p>Diese drei Punkte stellen für mich so eine Art Minimalprogram von Politik 2.0 dar. Eine Kampagne, die diese drei Handlungsleitlinien nicht ernst nimmt, sollte man nicht als Social-Media-Kampagne bezeichnen. Und in Feldern, in denen man sich diese kommunikative Offenheit nicht leisten kann oder will, sollte man vielleicht auch gar nicht erst versuchen, &#8220;zwonullig&#8221; zu wirken. Aber ich bin sehr optimistisch, dass es genügend Felder gibt, auf denen diese Dialoge <a href="http://twitter.com/furukama/statuses/992235269">möglich sind</a>. Auch in Deutschland.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Die We-Generation wählt</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/11/04/us-wahl-in-echtzeit/</link>
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		<pubDate>Tue, 04 Nov 2008 14:37:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[barack obama]]></category>
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		<category><![CDATA[usa]]></category>
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		<description><![CDATA[Die heutige Wahl des 44. Präsidenten der USA ist eine Internet-Wahl. Wer Twitter, Friendfeed und natürlich auch die amerikanische Blogosphäre aufmerksam beobachtet hat, wusste es schon etwas länger, aber jetzt dürfte es auch dem durchschnittlichen 61jährigen ZDF-Gucker auffallen: drei von fünf der Interviewpartner, die sich in der langen ZDF-Wahlnacht mit Anchor Claus Kleber die Zeit [...]]]></description>
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<p>Die heutige Wahl des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/US-Präsident">44. Präsidenten der USA</a> ist eine Internet-Wahl. Wer Twitter, Friendfeed und natürlich auch die amerikanische Blogosphäre aufmerksam beobachtet hat, wusste es schon etwas länger, aber jetzt dürfte es auch dem durchschnittlichen 61jährigen ZDF-Gucker auffallen: drei von fünf der Interviewpartner, die sich in der langen <a href="http://nachtimnetz.zdf.de/ZDFheute/inhalt/15/0,3672,7396687,00.html">ZDF-Wahlnacht mit Anchor Claus Kleber</a> die Zeit vertreiben, sind Blogger. <a href="http://wirres.net/">Felix Schwenzel</a>, <a href="http://hiphoprepublican.blogspot.com/">Marcus Skelton</a> und <a href="http://internetundpolitik.wordpress.com/">Christoph Bieber</a> dürfen die Reaktionen im Netz deuten. Sogar externe Links hat das ZDF dafür angelegt.</p>
<p>Besonders spannend sind jedoch Echtzeitmedien wie Twitter, die es ermöglichen, gleichzeitig aus unterschiedlichen Teilen der USA Meldungen zur Wahl zu sammeln und zu publizieren. Das Fernsehen ist nur in Ausnahmefällen wie einer solchen Wahlnacht live dabei und gehorcht zudem einer sequentiellen Logik. Wenn mich ein Lagebericht aus Ohio interessiert, im Fernsehen aber gerade ein Korrespondent aus Florida berichtet, muss ich warten. Ich will aber nicht warten.</p>
<p>Auf <a href="http://twittervotereport.com/">TwitterVoteReport</a> kann man zum Beispiel sehen, wie lange die Wartezeiten in den Wahllokalen gewesen sind und ob den Wählern dort irgendetwas aufgefallen ist:</p>
<p><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/11/tvr.png" alt="Twitter VoteReport" title="Twitter VoteReport" width="500" height="382" class="size-full wp-image-780" /></p>
<p>Auf <a href="http://search.twitter.com/search?q=vote+twitpic">Twitpic</a> gibt es im Minutentakt Fotos von leeren oder ausgefüllten Stimmzetteln wie <a href="http://twitpic.com/jv91">zum Beispiel hier</a> oder von den <a href="http://twitpic.com/jvyg">Schlangen vor den Wahllokalen</a>. Das ist eine neue Art von Authentizität. Keine Fernsehkameras, die ein möglichst eindrucksvolles Bild zusammenstellen, sondern ein Twitternutzer, der gerade zur Wahl geht, in der Schlange steht und mit seinem Handy ein Foto macht. Ein unmittelbarer Eindruck.</p>
<p>Am schnellsten ist aber natürlich der Twitter-Wahlfeed, auf dem alle Tweets zur Wahl aggregiert werden. Auf den ersten Blick sieht das wie ein gewöhnlicher Ticker aus. Aber es ist nicht eine Nachrichtenredaktion, die bestimmt, welche Nachrichten in welchen Abständen gepostet werden, sondern es sind Twitternutzer auf der ganzen Welt, die zu einem gewaltigen Massengespräch beitragen &#8211; ganz gleich, ob sie einfach nur Neuigkeiten posten, kommentieren oder sich mit anderen darüber austauschen. Was der Ticker für die alte hierarchische Nachrichtenwelt war, ist dieser Dialogstream für den Schwarm oder die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Noosphäre">Noosphäre</a>:</p>
<p><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/11/election_twitter.png" alt="Election Twitter" title="Election Twitter" width="500" height="298" class="size-full wp-image-782" /></p>
<p>Sogar Wahlumfragen werden per Twitter durchgeführt. Auf <a href="http://twitvote.twitmarks.com/">TwitVote</a> liegt beispielsweise Barack Obama mit 15.370 Stimmen zu 2.719 Stimmen für John McCain weit in Führung:</p>
<p><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/11/twitvote.png" alt="" title="twitvote" width="500" height="319" class="aligncenter size-full wp-image-785" /></p>
<p>Oder man <a href="http://shout.setfive.com/2008/11/04/guestimating-the-election-with-twitter/">zählt die Tweets</a>, die sich für Obama oder McCain aussprechen, sortiert sie nach Staaten und kommt dann zu <a href="http://election.setfive.com/">folgendem Ergebnis</a> (blau = Obama, rot = McCain):</p>
<p><img src="http://chart.apis.google.com/chart?chd=s:9999999s99999999999999999999999999999999y9999999999&#038;chco=ffffff,FF0000,FF3333,FF4040,FFC1C1,BCD2EE,5993E5,1464F4,0147FA&#038;chf=bg,s,eaf7fe&#038;chtm=usa&#038;chld=ALAKAZARCACOCTDEDCFLGAHIIDILINIAKSKYLAMEMDMAMIMNMSMOMTNENVNHNJNMNYNCNDOHOKORPARISCSDTNTXUTVTVAWAWVWIWY&#038;chs=440x220&#038;cht=t" /></p>
<p>Dialup-Internetnutzer scheinen dagegen sehr viel konservativer zu sein. Eine entsprechende &#8211; ebenso wenig repräsentative &#8211; Umfrage unter AOL-Nutzern <a href="http://www.alleyinsider.com/2008/11/in-landslide-john-mccain-is-the-president-of-aol-com">zeigt</a> eine ebenso klare Mehrheit für McCain:</p>
<p><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/11/aolvotes.jpg" alt="" title="aolvotes" width="446" height="391" class="aligncenter size-full wp-image-786" /></p>
<p>Durch all diese digitalen netzförmigen Kommunikationsmedien ist es möglich, den Wahlabend &#8211; bei uns eher: die Wahlnacht &#8211; gemeinsam mit Hunderttausenden zu verbringen. Und anders als in der berühmten Redewendung von den &#8220;Millionen vor den Fernsehgeräten&#8221; gibt es hier tatsächlich die Möglichkeit, zu interagieren, Fragen zu stellen und die Vorgänge zu kommentieren. Warum also nicht zum Beispiel <a href="http://nielsenhayden.com/makinglight/archives/010725.html">in diesem Thread</a> die Wahlnacht über mit <a href="http://www.schneier.com/blog/">Bruce Schneier</a> über die Sicherheit von Wahlautomaten diskutieren? Oder mit <a href="http://www.scripting.com/stories/2008/11/03/ircForElectionDay.html">Dave Winer</a> im <a href="irc://irc.freenode.net/#electionDay">Election-Day-Chat</a>? Oder auf <a href="http://twitter.com/furukama">Twitter</a>?</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Auch Kommentare könnten gesammelt werden, Schutz von Urheberrechten unklar: Die Antwort der Deutschen Nationalbibliothek</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/10/28/auch-kommentare-koennten-gesammelt-werden-copyright-bleibt-unklar-die-antwort-der-deutschen-nationalbibliothek/</link>
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		<pubDate>Tue, 28 Oct 2008 10:32:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[ablieferung]]></category>
		<category><![CDATA[blogs]]></category>
		<category><![CDATA[briefe]]></category>
		<category><![CDATA[deutsche nationalbibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[dnb]]></category>
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		<category><![CDATA[pflichtexemplar]]></category>
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		<category><![CDATA[regulierung]]></category>

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		<description><![CDATA[Letzte Woche hatte ich ein paar Fragen an die Deutsche Nationalbibliothek geschickt, die meiner Ansicht nach in der Pflichtablieferungsverordnung nicht genügend ausgeführt werden. Heute kam die Antwort. Schnell sind sie ja in Frankfurt, das muss man ihnen lassen. Im Folgenden die Antworten der Nationalbibliothek: 1) Nach welchen Kriterien werden “private Zwecke” von “nicht-privaten Zwecken” unterschieden? [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Letzte Woche hatte ich ein <a href="http://blog.metaroll.de/2008/10/24/brief-an-die-deutsche-nationalbibliothek/">paar Fragen</a> an die Deutsche Nationalbibliothek geschickt, die meiner Ansicht nach in der Pflichtablieferungsverordnung nicht genügend ausgeführt werden. Heute kam die Antwort. Schnell sind sie ja in Frankfurt, das muss man ihnen lassen. Im Folgenden die Antworten der Nationalbibliothek:</p>
<p>1) Nach welchen Kriterien werden “private Zwecke” von “nicht-privaten Zwecken” unterschieden? Ist die Reichweite entscheidend oder die Gewinnabsicht oder der organisatorische Kontext?</p>
<blockquote><p>
Die Entscheidung, ob etwas sammelpflichtig ist oder nicht, wird aufgrund der Pflichtablieferungsverordnung und der noch zu veröffentlichenden Sammelrichtlinien getroffen. Die Sammelrichtlinien werden die Pflichtablieferungsverordnung noch konkretisieren. Private Websites werden nicht gesammelt, wenn sie nur das private Umfeld oder Kunden interessieren. Wenn Sie jedoch themen- oder personenbezogene Informationen enthalten, die von öffentlichem Interesse sind, wie z. B. über Personen des öffentlichen Lebens oder über Kleintierzucht, sind sie sammelpflichtig. Die Reichweite, die Gewinnabsicht oder der organisatorische Kontext sind dabei unerheblich.
</p></blockquote>
<p>2) In zahlreichen Netzpublikationen sind multimediale Inhalte ein essentieller Bestandteil. Aus Ihrer Seite geht hervor, dass “alle Darstellungen in Schrift, Bild und Ton, die in öffentlichen Netzen zugänglich gemacht werden” betroffen sind. In Ihrer Auflistung der bevorzugten Dateiformate stehen jedoch keine Bewegtbild- oder Audioformate. In welcher Form sollen Netzpublikationen abgeliefert werden, die hauptsächlich multimedial sind?</p>
<blockquote><p>
Multimediale Netzpublikationen werden z. Zt. noch nicht gesammelt und müssen nicht abgeliefert werden.
</p></blockquote>
<p>3) Wie verfahre ich mit Veröffentlichungen, die Bestandteile enthalten, die nur für den Zweck der Veröffentlichung in meiner Netzpublikation freigegeben sind und keine Weitergabe an Dritte erlauben?</p>
<blockquote><p>
Für diese Frage muss ich Rücksprache mit dem Justitiariat halten. Die Antwort wird Ihnen nachgereicht.
</p></blockquote>
<p>4-6) Wie ist mit Inhalten aus anderen Netzpublikationen zu verfahren, die dynamisch in meine Netzpublikation eingebunden sind (”Widgets”)? Fallen diese, wenn sie das Erscheinungsbild meiner Netzpublikation maßgeblich prägen, ebenfalls unter die Ablieferungspflicht?</p>
<p>Zahlreiche Netzpublikationen bestehen zu einem überwiegenden Teil aus nutzergenerierten Inhalten wie zum Beispiel Kommentaren oder von Nutzern hochgeladenen Bildern. Fallen diese nutzergenerierten Inhalte ebenfalls unter die Ablieferungspflicht? Sind diese Inhalte gesammelt oder einzeln abzuliefern? In welcher zeitlichen Periodizität?</p>
<p>In ihrem Glossar verweisen Sie auf “Datenbanken” als einen Typus von Netzpublikationen. Bin ich dazu verpflichtet, die Datenbanken, auf denen meine Netzpublikation abgespeichert ist, ebenfalls abzuliefern?</p>
<blockquote><p>
Alle Bestandteile der Veröffentlichung fallen unter die Sammelpflicht. Da aber in der momentanen Entwicklungsstufe nur Netzpublikationen mit Entsprechung zum Printbereich, also z. B. elektronische Zeitschriften, E-Books, Hochschulprüfungsarbeiten oder Digitalisate gesammelt werden, ist keine Ablieferung von Webseiten aller Art erforderlich.
</p></blockquote>
<p>Was ich daraus gelernt habe:</p>
<ul>
<li>Vieles ist tatsächlich noch im Unklaren. Es werden aber Sammelrichtlinien formuliert, in denen genaueres geregelt wird. Vielleicht ist die Deutsche Nationalbibliothek so kooperativ und offen, dass sie <a href="http://www.presseschauer.de/?p=309">nach dem Beispiel der BLM</a> eine Veranstaltung zu diesen Sammelrichtlinien ausrichtet, an der auch potentiell betroffene Blogger und Netzpublizisten teilnehmen und auf der auch die Kritiker gehört werden?
<li>Die <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2008/10/22/mein-blog-kommt-in-die-nationalbibliothek-2/">zum Beispiel hier</a> zu lesende Annahme, dass Blogs von privaten Betreibern nicht betroffen seien, ist haltlos. Es geht nicht darum, ob mit einem Blog Geld verdient wird oder nicht. Sobald es um Themen geht, die von öffentlichem Interesse sind, greift die Verordnung. Diese Antwort steht auch in den <a href="http://www.d-nb.de/netzpub/info/np_faq.htm#np_welche">DNB-FAQ</a>.
<li>Wenn dann irgendwann nicht mehr nur &#8220;Netzpublikationen mit Entsprechung zum Printbereich&#8221; gesammelt werden, sondern auch Blogs, dann wird es kompliziert. Auch Widgets, Datenbanken und Kommentare wären als Bestandteile eines Blogposts ablieferungspflichtig. Wie man das technisch und rechtlich regeln will, ist mir völlig unklar. Der Nationalbibliothek aber anscheinend auch.
<li>Das Hauptproblem sehe ich nach wie vor darin, dass in dem Moment, in dem bestimmte Netzpublikationen abgeliefert werden, Seiten, die dies nicht tun, theoretisch abgemahnt werden könnten (z.B. Konkurrenten, die durch die Nicht-Ablieferung einen Vorteil hätten). Dann wird sich zeigen, welchen Wert die zahlreichen &#8220;Noch-Nichts&#8221; der Nationalbibliothek haben.
</ul>
<p>Bleibt nur die Frage: <strong>Gibt es eigentlich gar keine Qualitätsanforderungen für die Verabschiedung von Verordnungen?</strong> Zumindest für das politische Feld &#8220;Internet&#8221; kann ich nichts dergleichen erkennen.</p>
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		<item>
		<title>Brief an die Deutsche Nationalbibliothek</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/10/24/brief-an-die-deutsche-nationalbibliothek/</link>
		<comments>http://blog.metaroll.de/2008/10/24/brief-an-die-deutsche-nationalbibliothek/#comments</comments>
		<pubDate>Fri, 24 Oct 2008 10:15:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[brief]]></category>
		<category><![CDATA[fragen]]></category>
		<category><![CDATA[nationalbibliothek]]></category>
		<category><![CDATA[netzpublikationen]]></category>
		<category><![CDATA[pflav]]></category>
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		<category><![CDATA[politik]]></category>

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		<description><![CDATA[Da völlig unklar ist, wie die gestern in Kraft getretene Verordnung für die Ablieferung von Pflichtexemplaren von Netzpublikationen umzusetzen ist, habe ich mich bei der Deutschen Nationalbibliothek, Service Netzpublikationen, jetzt mit dieser Email nach den Rahmenbedingungen der Ablieferung erkundigt. Mal sehen, was dabei herauskommt. Sehr geehrte Damen und Herren, seit gestern bin ich als Netzpublizist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Da völlig unklar ist, wie die gestern in Kraft getretene <a href="/2008/10/24/ab-in-den-zettelkasten-die-deutsche-nationalbibliothek-will-das-internet-archivieren/">Verordnung für die Ablieferung von Pflichtexemplaren von Netzpublikationen</a> umzusetzen ist, habe ich mich bei der Deutschen Nationalbibliothek, Service Netzpublikationen, jetzt mit dieser Email nach den Rahmenbedingungen der Ablieferung erkundigt. Mal sehen, was dabei herauskommt.</p>
<blockquote><p>
Sehr geehrte Damen und Herren,</p>
<p>seit gestern bin ich als Netzpublizist anscheinend dazu verpflichtet, Pflichtexemplare meiner Netzpublikationen der Deutschen Nationalbibliothek zur Verfügung zu stellen. Da an einigen Stellen noch Unklarheit herrscht, würde ich mich freuen, wenn Sie mir die folgenden Fragen beantworten könnten:</p>
<p>1) Nach welchen Kriterien werden &#8220;private Zwecke&#8221; von &#8220;nicht-privaten Zwecken&#8221; unterschieden? Ist die Reichweite entscheidend oder die Gewinnabsicht oder der organisatorische Kontext?</p>
<p>2) In zahlreichen Netzpublikationen sind multimediale Inhalte ein essentieller Bestandteil. Aus Ihrer Seite geht hervor, dass &#8220;alle Darstellungen in Schrift, Bild und Ton, die in öffentlichen Netzen zugänglich gemacht werden&#8221; betroffen sind. In Ihrer Auflistung der bevorzugten Dateiformate stehen jedoch keine Bewegtbild- oder Audioformate. In welcher Form sollen Netzpublikationen abgeliefert werden, die hauptsächlich multimedial sind?</p>
<p>3) Wie verfahre ich mit Veröffentlichungen, die Bestandteile enthalten, die nur für den Zweck der Veröffentlichung in meiner Netzpublikation freigegeben sind und keine Weitergabe an Dritte erlauben?</p>
<p>4) Wie ist mit Inhalten aus anderen Netzpublikationen zu verfahren, die dynamisch in meine Netzpublikation eingebunden sind (&#8220;Widgets&#8221;)? Fallen diese, wenn sie das Erscheinungsbild meiner Netzpublikation maßgeblich prägen, ebenfalls unter die Ablieferungspflicht?</p>
<p>5) Zahlreiche Netzpublikationen bestehen zu einem überwiegenden Teil aus nutzergenerierten Inhalten wie zum Beispiel Kommentaren oder von Nutzern hochgeladenen Bildern. Fallen diese nutzergenerierten Inhalte ebenfalls unter die Ablieferungspflicht? Sind diese Inhalte gesammelt oder einzeln abzuliefern? In welcher zeitlichen Periodizität?</p>
<p>6) In ihrem Glossar verweisen Sie auf &#8220;Datenbanken&#8221; als einen Typus von Netzpublikationen. Bin ich dazu verpflichtet, die Datenbanken, auf denen meine Netzpublikation abgespeichert ist, ebenfalls abzuliefern?</p>
<p>Ich würde mich freuen, wenn Sie mir die Fragen möglichst zeitnah beantworten können, damit ich meiner Ablieferungspflicht nachkommen kann. Vielen Dank für Ihre Bemühungen.</p>
<p>Mit freundlichen Grüßen<br />
Benedikt Köhler
</p></blockquote>
<p>Siehe zu diesem Thema auch:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.heise.de/newsticker/Verordnung-zur-Pflichtablieferung-von-Netzpublikationen-tritt-in-Kraft--/meldung/117817">Verordnung zur Pflichtablieferung von Netzpublikationen tritt in Kraft</a> (Heise)
<li><a href="http://wikipedistik.de/2008/10/23/heute-schon-die-wikipedia-zur-bibliothek-gebracht/">Heute schon die Wikipedia zur Bibliothek gebracht?</a> (Wikipedistik)
<li><a href="http://www.medienrauschen.de/archiv/die-archivierung-des-internet-durch-die-deutsche-nationalbibliothek/">Die Archivierung des Internet durch die Deutsche Nationalbibliothek</a> (Medienrauschen)
<li><a href="http://www.lilith-blog.de/?p=448">Laut DNBG ab heute PflAV an die DNB! Ach, LMD!</a> (Lilith)
<li><a href="http://www.telemedicus.info/article/1018-Ablieferung-von-Netzpublikationen-Stillhalten-und-nichts-machen.html">Ablieferung von Netzpublikationen: „Stillhalten und nichts machen“</a> (Telemedicus)
<li><a href="http://www.e-fee.de/blog/archives/186-Was-gehoert-als-Pflichtexemplar-in-eine-Deutsche-Nationalbibliothek.html">Was gehört als Pflichtexemplar in eine Deutsche Nationalbibliothek?</a> (E-Fee)
<li><a href="http://www.blogh.de/870">Deutsche Nationalbibliothek verschont uns</a> (Blog Age)
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Ab in den Zettelkasten &#8211; die Deutsche Nationalbibliothek will das Internet archivieren</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/10/24/ab-in-den-zettelkasten-die-deutsche-nationalbibliothek-will-das-internet-archivieren/</link>
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		<pubDate>Fri, 24 Oct 2008 09:02:37 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[absurdität]]></category>
		<category><![CDATA[dnb]]></category>
		<category><![CDATA[gesetze]]></category>
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		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[regulierung]]></category>
		<category><![CDATA[verordnung]]></category>

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		<description><![CDATA[In der gerade eben in Kraft getretenen &#8220;Verordnung über die Pflichtablieferung von Medienwerken an die Deutsche Nationalbibliothek&#8221; (kurz: PflAV) werden explizit auch digitale Werke aufgeführt. Abzuliefern ist demnach fast alles, was nicht geschützt ist oder nicht bereits in anderer Form abgeliefert wurde. So wie ich den Text lese, sind das auch Blogs, Twitternachrichten, Friendfeed-Streams, Xing-Diskussionsforen: [...]]]></description>
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<p>In der gerade eben in Kraft getretenen &#8220;<a href="http://www.bgblportal.de/BGBL/bgbl1f/bgbl108s2013.pdf">Verordnung über die Pflichtablieferung von Medienwerken an die Deutsche Nationalbibliothek</a>&#8221; (kurz: PflAV) werden explizit auch digitale Werke aufgeführt. Abzuliefern ist demnach fast alles, was nicht geschützt ist oder nicht bereits in anderer Form abgeliefert wurde. So wie ich den Text lese, sind das auch Blogs, Twitternachrichten, Friendfeed-Streams, Xing-Diskussionsforen: &#8220;Die DNB strebt nach eigenen Angaben an, die Archivierung auch auf &#8216;originär dem Web&#8217; entsprungene Publikationsformen wie Blogs, Wikis oder Foren nach und nach auszudehnen.&#8221; heißt es dazu auf <a href="http://www.heise.de/newsticker/Verordnung-zur-Pflichtablieferung-von-Netzpublikationen-tritt-in-Kraft--/meldung/117817">Heise Online</a>. Und wer das nicht tut, riskiert eine Abmahnung sowie eine Geldstrafe bis zu 10.000 Euro.</p>
<p>Ich war eigentlich der Überzeugung, die <a href="http://www.presseschauer.de/?p=309">Regulierungsideen der Bayerischen Landesanstalt für Neue Medien</a> wären absurd, aber das hier stellt den BLM-Murks problemlos in den Schatten. Nicht nur fehlt an ganz zentraler Stelle die Definition von &#8220;privaten Zwecken&#8221;, sondern auch die technischen Grundlagen der Ablieferung sind völlig unklar. Mal sehen, was passiert, wenn alle Blogger, Forenmitglieder, Newsletteradministratoren, Wikipedianer und Twitterer alle produzierten Bits und Bytes der <a href="http://www.d-nb.de/">DNB</a> schicken. Immer mehr und immer mehr. Am besten noch fein säuberlich auf Papier ausgedruckt.</p>
<p><object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/c9jlLujeydE&#038;hl=de&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/c9jlLujeydE&#038;hl=de&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" width="425" height="344"></embed></object></p>
<p>Die Frage, die sich mir stellt: Ist ein zentralistisches Modell der Kulturbewahrung, wie es die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Deutsche_Nationalbibliothek">Deutsche Bibliothek</a> seit 1913 repräsentiert, überhaupt noch zeitgemäß? Kultur kein einheitlicher, von Beamten geführter riesiger Zettelkasten, sondern ein lebendiges, schillerndes Netzwerk aus ganz unterschiedlichen Akteuren, Praktiken und Objekten. Wer will darüber urteilen, wo hier die Grenzen zwischen Kultur und privater Kommunikation liegt? Die Zeit zentraler Wissensspeicher, und genau das ist die Rolle einer Nationalbibliothek, ist vorbei.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Volker Beck, Hubertus Heil und die FDP &#8211; die Politik entdeckt die Macht des Mikrobloggens</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/09/30/volker-beck-hubertus-heil-und-die-fdp-die-politik-entdeckt-die-macht-des-mikrobloggens/</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Sep 2008 16:22:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Dienste wie Twitter werden für die politische Kommunikation noch eine große Zukunft haben. Davon bin ich überzeugt. In 140 Zeichen können hier Politiker in den direkten Dialog mit der Bevölkerung (momentan freilich noch: einer überdurchschnittlich gebildeten, kommunikationsfreudigen und technophilen Bevölkerung) treten und einen Einblick in den politischen Alltag bieten, für den es sonst kein Format [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Dienste wie Twitter werden für die politische Kommunikation noch eine große Zukunft haben. Davon bin ich <a href="http://blog.metaroll.de/2008/09/28/politik-in-140-zeichen/">überzeugt</a>. In 140 Zeichen können hier Politiker in den direkten Dialog mit der Bevölkerung (momentan freilich noch: einer überdurchschnittlich gebildeten, kommunikationsfreudigen und technophilen Bevölkerung) treten und einen Einblick in den politischen Alltag bieten, für den es sonst kein Format gibt. Ungefiltert, authentisch und informell.</p>
<p>Wenn sie das Medium gut handhaben, können Politiker auf diese Weise abseits der Massenmedien politische Meinungen ausdrücken, die weder als der übliche glattgeschliffene Polit-Talk aufgenommen werden noch als peinliche Anbiederungs- und Missionierungsversuche. Letztlich geht es hier um eine Personalisierung der Politik ohne Populismus.</p>
<p><a href="http://twitter.com/Volker_Beck"><img src="http://s3.amazonaws.com/twitter_production/profile_images/60403836/csd_berlin07_2_bigger.jpg" class="left" align="left" />Volker Beck</a> (<a href="http://www.volkerbeck.de/">Grünes Bundestagsmitglied</a>) twittert zwar erst seit dem 17. September. Aber er scheint das Medium begriffen zu haben (<del datetime="2008-10-14T12:11:55+00:00">oder einen guten Berater zu haben</del>, mittlerweile hat Volker Beck mir <a href="http://twitter.com/Volker_Beck/statuses/954403842">per Twitter bestätigt</a>, er habe keinen Twitter-Berater): Keine Pressemitteilungen, sondern authentisch wirkende Tweets (&#8220;<a href="http://twitter.com/Volker_Beck/statuses/940296520">Merkel steinmeiert jetzt auch in der Russlandpolitik</a>&#8220;) und <a href="http://twitter.com/Volker_Beck/statuses/938427477">immer mehr Dialoge</a> mit anderen Twitterati. Bislang hat er erst <del datetime="2008-09-30T18:38:40+00:00">acht</del> <del datetime="2008-10-14T12:13:20+00:00">61</del> 121 Follower, aber das wird sich sehr, sehr schnell ändern.</p>
<p><a href="http://twitter.com/Hubertus_Heil"><img src="http://s3.amazonaws.com/twitter_production/profile_images/58857175/spd_bigger.jpg" class="left" align="left" />Hubertus Heil</a> (<a href="http://www.hubertus-heil.de/">Generalsekretär der SPD</a>) hat mit seiner Twitter-Berichterstattung von dem Nominierungsparteitag der Demokraten in Denver als erster dafür gesorgt, dass sich auch die deutschen Massenmedien mit dem Phänomen Twitter in der Politik auseinandersetzten. Die meisten Zeitungen haben entweder <a href="http://www.sueddeutsche.de/politik/924/307874/text/">nicht</a> <a href="http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,574521,00.html">verstanden</a>, worum es bei diesem neuen Medium geht, oder aber sie haben eine vage Ahnung davon bekommen, dass hier völlig außerhalb des klassischen politischen Mediensystems ein neuer Kanal entsteht, mit dem sie nichts zu tun haben. Ein Monopol aus Insiderinformationen, Echtzeitinformationen und persönlichem Zugriff auf die Politiker geht allmählich verloren. Hubertus dagegen hat das Medium aber sehr gut verstanden. Politiker halten nicht nur Reden, sondern <a href="http://twitter.com/hubertus_heil/statuses/898663113">kaufen auch mal ein</a> oder <a href="http://twitter.com/hubertus_heil/statuses/902404263">tanzen</a>. Aber vor allem: sie reden mit anderen. Auch über Twitter. Die spannende Frage ist hier die Nachhaltigkeit dieser Kommunikation. Hubertus hat mittlerweile über 1.000 Follower. Ein beachtliches Netzwerk, das wiederum aus zahlreichen Multiplikatoren und Impulsgebern besteht. Es wäre spannend, hier nachhaltige Kommunikationsstrategien zu entwickeln, die über die Berichterstattung von einem Event und ein paar vereinzelten Nachzügler-Tweets hinausreichen.</p>
<p><a href="http://twitter.com/FDP_Fraktion"><img src="http://s3.amazonaws.com/twitter_production/profile_images/58222634/logo_bigger.JPG" class="left" align="left" /></a>Was macht die FDP mit diesem Medium? Immerhin versucht sie immer wieder, sich das Thema Innovation und Medien auf die Fahnen zu schreiben. Prominente Twitterer habe ich in den Reihen der Liberalen leider nicht gefunden. Immerhin gibt es aber einen Twitter-Account der <a href="http://www.fdp-fraktion.de/">Bundestagsfraktion</a>, die im übrigen auch ziemlich rege <a href="http://fdpbundestagsfraktion.wordpress.com/">bloggt</a>. Leider werden die spezifischen Vorteile des Mikrobloggens nicht genutzt. Der Twitter-Feed der Bundestagsfraktion ist (im Augenblick noch) ein schnöder Newsticker, der auf neu eingestellte Beiträge der Homepage hinweist. Ganz selten wird <a href="http://twitter.com/FDP_Fraktion/statuses/930482010">ohne Link</a> auf die Homepage getwittert oder auf andere Twitter-Nutzer <a href="http://twitter.com/FDP_Fraktion/statuses/925646455">reagiert</a>. Aber immerhin scheint jemand die Reaktionen auf den Feed zu monitoren. Das ist nicht selbstverständlich. Mit dabei seit Ende August und erst <del datetime="2008-10-14T12:13:20+00:00">23</del> 133 Follower. Das ist eindeutig ausbaufähig, insbesondere fehlt hier einfach eine authentische Stimme. Wer spricht hier überhaupt? In der Twittersphäre geht es um Dialoge, aber wer möchte sich schon mit Tickern unterhalten?</p>
<p>Das ist natürlich nur eine Auswahl aus dem guten Dutzend mir bekannter <a href="http://metaroll.de/politwit.php">Politik-Twitterer in Deutschland</a>, wozu dann noch einmal mindestens ebenso viele <a href="http://www.medienpeter.de/?p=197">Fake-Accounts</a> kommen. Welche Politiker-Tweets lest ihr am liebsten? Wird Twitter die politische Kommunikationslandschaft nachhaltig verändern?</p>
<p>Ach ja, und falls hier politische Kommunikatoren oder Politiker mitlesen: Ich würde mich gerne einmal mit euch über Erfahrungen und Potentiale des politischen Twitterns unterhalten.</p>
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		<item>
		<title>Politik in 140 Zeichen</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/09/28/politik-in-140-zeichen/</link>
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		<pubDate>Sun, 28 Sep 2008 20:53:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[authentizität]]></category>
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		<category><![CDATA[wahlkampf]]></category>

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		<description><![CDATA[Kaum ist man einmal durch ein paar Konferenzen nicht in der Lage, die Twittersphäre aufmerksam zu verfolgen, entdecken die Parteien nun Twitter als Kommunikationsinstrument. Hubertus Heil, der Generalsekretär der SPD hatte als erster Promi-Politiker versucht, in seinen Tweets vom Nominierungsparteitag der US-Demokraten einen Blick hinter die politische Bühne zu geben. Jetzt gibt es auch in [...]]]></description>
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<p>Kaum ist man einmal durch ein paar Konferenzen nicht in der Lage, die Twittersphäre aufmerksam zu verfolgen, entdecken die Parteien nun Twitter als Kommunikationsinstrument. Hubertus Heil, der Generalsekretär der SPD hatte als erster Promi-Politiker <a href="http://lumma.de/eintrag.php?id=3855">versucht</a>, in seinen <a href="http://twitter.com/hubertus_heil">Tweets</a> vom Nominierungsparteitag der US-Demokraten einen Blick hinter die politische Bühne zu geben.</p>
<p>Jetzt gibt es auch in Bayern politisches Getwitter: Nach dem <a href="http://www.penzweb.de/blog/2008/08/18/die-gruenen-twittern-auch/">Bundesverband</a> twittert nun auch der Bayerische Landesverband der Grünen. Auf der Homepage ist der Link zum <a href="http://twitter.com/Gruene_Bayern">Twitter-Account</a> sogar prominent in der Navigationsleiste angebracht:</p>
<p><a href="http://www.gruene-bayern.de/"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/09/gruene_twitter.png" alt="" title="Grünes Twittern" width="500" height="212" class="aligncenter size-full wp-image-644" /></a></p>
<p>Was mir an diesen Experimenten gut gefällt: Es geht nicht nur um das Copy&#038;Paste von Pressemitteilungen, sondern das Ganze zeigt deutliche Elemente einer dialogischen Kommunikation. Fragen der anderen Twitter-Nutzer werden beantwortet und in einigen Fällen werden sogar eigene Fragen gestellt. Das ist mutig und auf jeden Fall ausbaufähig. Besonders angesichts der Tatsache, dass den Teil mit dem Dialog viele immer noch nicht <a href="http://www.taz.de/1/politik/deutschland/artikel/1/obamas-schwarze-socken/">begriffen</a> haben. Eigentlich ist es doch ganz <a href="http://www.capital.de/politik/100010226.html?eid=100005249">einfach</a>:</p>
<blockquote><p>
Das Microblogging über Twitter ersetzt nicht die bekannten Formen politischer Kommunikation, aber es eröffnet einen neuen Kanal mit neuer Ausrichtung: Authentizität statt Analyse, Momentaufnahmen statt Einordnungen.
</p></blockquote>
<p>Twitter eignet sich hervorragend dafür kurze, authentische Einblicke in den politischen Alltag zu ermöglichen. So ein Format der politischen Kommunikation gab es bislang noch nicht. Aber mindestens ebenso spannend ist es, mit Twitter den Leuten zuzuhören. Nicht nur broadcasten, sondern zuhören, Gespräche führen, Themen entdecken, Meinungsbilder einholen &#8211; und das alles in Echtzeit. <strong>Twitter ist ein Sende- und Empfangsgerät.</strong></p>
<p>Ganz besonders würde mich außerdem interessieren, ob diese Experimente weiter gehen oder tatsächlich nur wie <a href="http://gruene-bayern.de/Einzelansicht-der-News.42.0.html?&#038;tx_ttnews[tt_news]=112&#038;tx_ttnews[backPid]=181&#038;cHash=9d38772b8c">angekündigt</a> auf bestimmte Ereignisse bezogen waren (Parteitag bzw. Landtagswahl). Gibt es Überlegungen zu nachhaltigen Twitter-Strategien?</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Bloggen als politische Tätigkeit</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/07/29/bloggen-als-politische-taetigkeit/</link>
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		<pubDate>Tue, 29 Jul 2008 13:31:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[blog]]></category>
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		<description><![CDATA[Ohne die Debatte noch einmal aufwärmen zu wollen, gibt es doch noch den einen oder anderen Punkt zur Frage der politischen Blogosphäre zu sagen. Der Spiegel-Artikel ist nicht das erste Mal, dass das Fehlen einer politischen Bloggergegenöffentlichkeit kritisiert wurde. Dies Aussage wird dann schnell mit anekdotischer Evidenz belegt, nämlich, dass man so wenige Blogs in [...]]]></description>
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<div id="attachment_556" class="wp-caption alignleft" style="width: 160px"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/07/78c200c-150x150.jpg" alt="Die Eisenbahn, ein Teufelswerk" title="Die Eisenbahn, ein Teufelswerk" width="150" height="150" class="size-thumbnail wp-image-556" /><p class="wp-caption-text"><small>Die Eisenbahn, welch ein Teufelswerk</small></p></div>
<p>Ohne die Debatte noch einmal aufwärmen zu wollen, gibt es doch noch den einen oder anderen Punkt zur Frage der politischen Blogosphäre zu sagen. Der Spiegel-Artikel ist nicht das erste Mal, dass das Fehlen einer politischen Bloggergegenöffentlichkeit kritisiert wurde. Dies Aussage wird dann schnell mit anekdotischer Evidenz belegt, nämlich, dass man so wenige Blogs in Deutschland findet, die sich mit Politik befassen. Stattdessen interessieren sich die Blogger, so scheint es, eher für Technik, Essen und Mode.</p>
<p>Davon ganz abgesehen, dass dasselbe Argument selbstverständlich auch für die Print-Welt gelten würde, denn: Wieviele Politikmagazine kommen auf all die Technik-, Essens- und Modezeitschriften? Ist der Anteil hier tatsächlich größer als in der Blogosphäre? Ich bezweifle das.</p>
<p>Nein, mein Punkt ist ein anderer. Bloggen ist doch im Prinzip nichts anderes als das Öffentlich-Machen von Privatem. Ganz gleich, ob es sich um Meinungen, Gedanken, Gefühle oder Beobachtungen. Immer wird etwas aus dem Innersten herausgeholt und an die Öffentlichkeit &#8211; ganz gleich, wie groß diese sein mag und aus wem diese besteht &#8211; gebracht. Diese Dinge werden publiziert, also publik gemacht, mit Hilfe eines Mediums. Durch diese mediale Rahmung werden sie erst zu Inhalten (&#8220;Content&#8221;).</p>
<p><em>Dieser Akt des Sich-selbst-Publizierens ist ein hochgradig politischer Akt.</em> Ich behaupte: Man kann gar nicht unpolitisch bloggen. Immer geht es um die Grenze zwischen Privatem und Öffentlichen. Oft nur implizit, häufig aber auch explizit, nur wird dies oft mit &#8220;Selbstreferentialität&#8221; verwechselt. Auch wenn sich nur die wenigsten Blogs mit der Parteienpolitik befassen &#8211; hier gibt es in der Tat deutliche Unterschiede zu den USA oder zu Frankreich &#8211; ist das Politische in einem viel grundlegenderem Sinn immer Thema.</p>
<p>Als These würde ich das wie folgt formulieren: Blogs sind zur Zeit eine der wichtigsten subpolitischen Arenen, auf denen die Grenze zwischen Privatheit und Öffentlichkeit verhandelt werden. Dies erkennt man negativ gewendet in den Horrorgeschichten um Identitätsklau oder onlineverursachte Karrierebrüche und positiv gewendet an den vielen neuen Tätigkeitsfeldern, die sich mit dieser Grenze in ihrer digitalen Ausprägung befassen, wie zum Beispiel dem Reputationsmanagement.</p>
<p>In der nicht-digitalen Welt ist die Grenze zwischen privat und öffentlich sehr viel deutlicher markiert: Man tritt aus der Haustür und ist im Prinzip ein öffentlicher Mensch. <em>Wo aber sind die Haustüren in einer Gesellschaft, in der eine Vielzahl von Tätigkeiten, privat wie beruflich, über das Internet abgewickelt werden?</em></p>
<p>Nachtrag: Jetzt klicke ich in der WordPress-Oberfläche auf &#8220;Veröffentlichen&#8221;, eine Geste, die in naher Zukunft möglicherweise einen tieferen politischen Gehalt haben wird als das Ausfüllen eines Wahlzettels.</p>
<p><small>(Bild &#8220;Die Eisenbahn&#8221; von Honoré Daumier, 1855, Quelle: <a href="http://www.zeno.org/Kunstwerke/B/Daumier,+Honor%C3%A9%3A+Die+Eisenbahn?hl=karikatur">Zeno</a>)</small></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Gespräch über &#8220;Deutschland, deine Blogs&#8221; im Bayerischen Rundfunk</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/07/24/gespraech-ueber-deutschland-deine-blogs-im-bayerischen-rundfunk/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Jul 2008 13:30:56 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[blogs]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[radio]]></category>

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		<description><![CDATA[Gleich mache ich mich auf zum Rundfunkplatz 1 (wird es irgendwann einmal auch einen Social-Media-Platz geben?), um auf on3radio, der Jugendwelle des Bayerischen Rundfunk, etwas über Politik in Weblogs und die Unterschiede zwischen Deutschland und den USA zu erzählen. Ich bin ja einmal gespannt, wieviel aus dem Fragenkatalog der Vorankündigung sich zweimal sieben Minuten Interview [...]]]></description>
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<p>Gleich mache ich mich auf zum Rundfunkplatz 1 (wird es irgendwann einmal auch einen Social-Media-Platz geben?), um auf <a href="http://www.br-online.de/on3radio/index.xml">on3radio</a>, der Jugendwelle des Bayerischen Rundfunk, etwas über Politik in Weblogs und die Unterschiede zwischen Deutschland und den USA zu erzählen. Ich bin ja einmal gespannt, wieviel aus dem Fragenkatalog der Vorankündigung sich zweimal sieben Minuten Interview packen lassen:</p>
<blockquote><p>
In den USA prägen Blogs wie &#8220;Huffington Post&#8221; die Tagespolitik. In Deutschland übernehmen diese Aufgabe immer noch und fast ausnahmslos die klassischen Medien. Wenn es im Internet beachtenswerte Beiträge zu Debatten gibt, dann meist als zweitverwertete Stücke aus Radio, Fernsehen oder Zeitung. Derweil dämmern die deutschen Blogs vor sich hin, im aktuellen Spiegel werden sie als &#8220;unpolitisch und rechthaberisch, selbstbezogen und unprofessionell&#8221; bezeichnet. Wir fragen uns: Stimmt das? Und wenn ja: Woran liegt das?</p>
<p>Dr. Benedikt Köhler von der Universität der Bundeswehr München ist Soziologe mit Interessensschwerpunkt auf der Soziologie des Internets – und selbst Blogger. Heute ist er bei uns um Studio und wird sich mit Laury über deutsches Internet und deutsche Blogs unterhalten. Sind die deutschen Blogs, die deutschen Blogger wirklich so schlecht? Ist die Tatsache, dass in Deutschland nur wenige etablierte Journalisten ins Internet flüchten, anders beispielsweise als in Frankreich und den USA, nicht eigentlich ein Kompliment für die hiesige Medienlandschaft? Brauchen wir vielleicht gar keine Debatte im Internet, weil wir schon eine haben: in Radio, Fernsehen und Zeitung, mit Meinungen vom rechten bis zum linken Rand der politischen Lager? Wollen es die deutschen Internetnutzer vielleicht gar nicht anders, ist Politik im Internet für sie eher schnelle Information als große Diskussion? Und welche Rolle spielt das deutsche Parteiensystem, das nicht nur Demokraten und Republikaner kennt, sondern auch kleinere Parteien, die immer wieder neue Aspekte in große politische Debatten einbringen?
</p></blockquote>
<p>Eines dürfte aber klar sein: Der These, die deutschen Blogger seien &#8220;unpolitisch und rechthaberisch, selbstbezogen und unprofessionell&#8221; kann ich in dieser Form nicht zustimmen. Zumal es <em>den</em> deutschen Blogger oder <em>die</em> deutsche Bloggerin sowieso nicht gibt. Überhaupt: Je mehr sich das Medium Blog durchsetzt, desto schwieriger wird es, Gemeinsamkeiten zwischen den Nutzern zu finden. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass BloggerInnen früher oder später nicht mehr sehr viel mehr gemeinsam haben als die Briefe-Schreiber früher oder die Handynutzer heute. Was meint ihr?</p>
<p>Das Gespräch wird zwischen 17 und 18 Uhr <a href="http://www.br-online.de/streaming/on3radio/on3player.html">hier auch online</a> übertragen.</p>
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		<item>
		<title>Flusser, Twitter, Lobo &#8211; für ein dialogisches Fernsehen</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/05/07/flusser-twitter-lobo-fuer-ein-dialogisches-fernsehen/</link>
		<comments>http://blog.metaroll.de/2008/05/07/flusser-twitter-lobo-fuer-ein-dialogisches-fernsehen/#comments</comments>
		<pubDate>Wed, 07 May 2008 08:54:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[dialog]]></category>
		<category><![CDATA[fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[phänomenologie]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[sascha lobo]]></category>
		<category><![CDATA[tv]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[vilem flusser]]></category>

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		<description><![CDATA[Eine der intelligentesten Analysen des Fernsehens hat der kosmopolitische Medienphilosoph Vilém Flusser 1974 unter dem Titel &#8220;Für eine Phänomenologie des Fernsehens&#8221; vorgelegt. Darin versucht er sich durch die Ausblendung alles Vorwissens (bei Husserl heißt das Epoché oder Innehalten, Enthaltung) das Wesen des Fernsehens zu beschreiben, wie es sich dem Phänomenologen unmittelbar präsentiert (&#8220;Unter den Möbeln [...]]]></description>
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<p>Eine der intelligentesten Analysen des Fernsehens hat der kosmopolitische Medienphilosoph <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vil%C3%A9m_Flusser">Vilém Flusser</a> 1974 unter dem Titel &#8220;Für eine Phänomenologie des Fernsehens&#8221; vorgelegt. Darin versucht er sich durch die Ausblendung alles Vorwissens (bei Husserl heißt das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Epoch%C3%A9">Epoché</a> oder Innehalten, Enthaltung) das Wesen des Fernsehens zu beschreiben, wie es sich dem Phänomenologen unmittelbar präsentiert (&#8220;Unter den Möbeln eines Wohnraums steht eine Kiste. Sie hat ein fensterähnliches Glas und verschiedene Knöpfe &#8230;&#8221;).</p>
<p>Das Fernsehen erscheint aus dieser Betrachtungsweise als &#8220;Fenster zum Blicken auf die Welt&#8221;, ein Fenster, das in manchen Punkten dem klassischen Fenster überlegen ist (Möglichkeit der Vergrößerung und Verkleinerung von Dingen sowie eine unbeschränkte Aussicht). In anderen Punkten ist der Fernseher dem gewöhnlichen Fenster unterlegen, denn er unterbricht den Dreischritt Orientierung (Ausblick), Engagement (Vorstoß durch die Tür), Einkehr (Rückkehr in die vier Wände). Fernsehen ist passiv.</p>
<p>Noch spannender sind die politischen Mängel des Fernsehens, also diejenigen, die mit dem Verhältnis von Privatsphäre und Öffentlichkeit zu tun haben. Zunächst einmal ermöglicht das Fernsehen z.B. Politikern, das private Wohnzimmer der Leute zu betreten. Aber diese Beziehung ist minderwertig, denn:</p>
<blockquote><p>
Erstens erlaubt die Kiste, die den Politiker in den Privatraum projiziert, keinen Dialog mit ihm, und der Dialog ist die Struktur des politischen Lebens. Und zweitens sind die Millionen von Kisten, die in der Gesellschaft verteilt sind, zwar alle mit demselben Sender (dem Politiker), aber nicht untereinander verbunden. Sie erlauben also keinen Dialog zwischen den Empfängern [...] Es führt einerseits zur Vereinsamung, zur Entpolitisierung des Empfängers und andererseits zur allgemeinen Invasion des Privaten, zum Totalitarismus.
</p></blockquote>
<p>Gestern abend habe ich erlebt, wie dieser Mangel kurzzeitig korrigiert werden konnte. Durch Twitter. In der &#8220;Kiste&#8221; kam eine Sendung von Menschen bei Maischberger, bei der auch <a href="http://twitter.com/saschalobo">Sascha Lobo</a>, einer der aktivsten Twitterer zu Gast war. Dementsprechend groß war die <a href="http://tweetscan.com/index.php?s=maischberger&#038;u=&#038;d=">Aufmerksamkeit</a> <a href="http://tweetscan.com/index.php?s=saschalobo&#038;u=&#038;d=">auf Twitter</a>. Die vielen maximal 140 Zeichen langen Botschaften lieferten genau den Dialog zwischen den Empfängern, den Flusser im Fall des nackten Fernsehens so vermisst. Und dazu kommt, dass auch einer der im Fernsehen erscheinenden Protagonisten per Twitter direkt ansprechbar war und seinerseits den eigenen Auftritt im Fernsehen zeitversetzt kommentieren konnte.</p>
<p>Die kurzen Kommentare der Twitter-Zuseher reichten von Politik</p>
<blockquote><p>
 Ach so, Steuern haben nix mit Abgaben zu tun. Politiker sind Fachidioten mit Scheuklappen. Im Realleben laufen solche Leute vor die Wand
</p></blockquote>
<p>über Ästhetik,</p>
<blockquote><p>
 möglicherweise wurde @saschalobo nur als roter Teppich eingeladen. was fatal wäre. #laufenüberiro
</p></blockquote>
<p>Wissenschaft</p>
<blockquote><p>
&#8220;Diskontinuierliche Arbeits- und Erwerbsbiographien&#8221; wären das Stichwort! #saschalobo #maischberger
</p></blockquote>
<p>oder Rhetorik</p>
<blockquote><p>
@saschalobo guter einstieg, angenehmes tempo
</p></blockquote>
<p>Eine mögliche Nebenfolge des intensiven Begleittwitterns ist, dass die bei solchen Ereignissen übliche Aufarbeitung der Sendung in den Weblogs bisher eher <a href="http://www.amazeman.com/2008/05/07/mitmach-und-meinungsfernsehen/">schleppend</a> voran geht.</p>
<p>Unabhängig von der Frage, ob man in 140 Zeichen tatsächlich einen politischen Dialog führen kann, halte ich dieses Experiment für gelungen. Um die 50 Personen sehen gemeinsam eine Fernsehsendung und verwandeln sie durch ihr Getwitter von einem starren diskursiven Broadcast in einen Dialog. Die zweite Einseitigkeit &#8211; also das Fehlen einer Verbindung zwischen Empfängern und Sender &#8211; wird dadurch vermutlich nicht beeinflusst. Aber ich hoffe, dass früher oder später vielleicht auch die Rundfunkverantwortlichen dieses dialogische Potential entdecken werden, das unendlich wirkungsvoller und ehrlicher ist als die oft so dämlichen Zuschaueranrufe, die von Redakteuren ausgewählt und ins Studio durchgestellt werden.</p>
<p><strong>Ein dialogisches Fernsehen wäre ein sinnvoller Auftrag für das öffentlich-rechtliche Fernsehen. Vielleicht sogar der einzige, der geblieben ist.</strong></p>
<p>Wer mir auf Twitter folgen möchte, kann <a href="http://twitter.com/furukama">das hier tun</a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Greenpeace hat &#8220;ganz viele geile Kampagnen&#8221; &#8211; Digital Advocacy auf der re:publica 2008</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/04/06/greenpeace-hat-ganz-viele-geile-kampagnen-digital-advocacy-auf-der-republica-2008/</link>
		<comments>http://blog.metaroll.de/2008/04/06/greenpeace-hat-ganz-viele-geile-kampagnen-digital-advocacy-auf-der-republica-2008/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 05 Apr 2008 23:25:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[aktion mensch]]></category>
		<category><![CDATA[apple]]></category>
		<category><![CDATA[burma]]></category>
		<category><![CDATA[cybertagebuch]]></category>
		<category><![CDATA[greenpeace]]></category>
		<category><![CDATA[greenwashing]]></category>
		<category><![CDATA[kampagne]]></category>
		<category><![CDATA[netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[re-publica08]]></category>
		<category><![CDATA[republica08]]></category>
		<category><![CDATA[rp08]]></category>
		<category><![CDATA[weblogs]]></category>

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		<description><![CDATA[Allmählich werde ich mich hier auf diesem Blog an die Nachbereitung der 2008er re:publica machen. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, mich aus Berlin ab und zu einmal per Blog zu melden, aber die vielen guten Gespräche haben mir keine Zeit dazu gelassen. Außerdem gab es noch ein paar Vorträge vorzubereiten und Interviews zu geben. Dazu [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Allmählich werde ich mich hier auf diesem Blog an die Nachbereitung der 2008er re:publica machen. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, mich aus Berlin ab und zu einmal per Blog zu melden, aber die vielen guten Gespräche haben mir keine Zeit dazu gelassen. Außerdem gab es noch ein paar Vorträge vorzubereiten und Interviews zu geben. Dazu aber später noch mehr.</p>
<p>An dieser Stelle aber wenigstens schon einmal der Foliensatz und ein paar Anmerkungen zu der von Geraldine Bastion moderierten Session zum Thema &#8220;<a href="http://programm.re-publica.de/2008/events/138.de.html">Advocacy 2.0: Digitaler Aktivismus</a>&#8221; am Donnerstag, 3. April. Wer die Veranstaltung nicht gesehen hat, kann sie sich hier <a href="http://www.hobnox.com/index.1042.html?stg[content_id]=dbbca5008f6d9fcce7c7914efb378d14">ansehen</a>.</p>
<p>Ich muss sagen, dass mich insbesondere das &#8220;Wir haben ganz viele geile Kampagnen&#8221;- bzw. &#8220;Und das haben wir so gut gemacht&#8221;-Gerede des Greenpeace-PR-Menschen neben mir ziemlich enttäuscht hat. Und wenn dann noch die Kooptation der &#8220;A Greener Apple&#8221;-Kampagne durch Apple als wichtiger Erfolg gewertet wird, dann sieht man deutlich, wie weit sich diese NGO von ihrer Anfangszeit, in der sie wirklich neue Maßstäbe für politischen Aktivismus gesetzt hatten, entfernt haben. Wenn mitgeholfen wird, <a href="http://www.greenpeace.org/international/news/tasty-apple-news-020507">Computerschrott als Beitrag zum Umweltschutz</a> umzudefinieren, rückt das für mich gefährlich in die Nähe des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Greenwashing">Greenwashing</a>. Dann kann man gleich, wie ein Kommentator auf der SMS-Wall anmerkte, auch einmal über &#8220;grünen Atomstrom&#8221; nachdenken.</p>
<p>Die vielen Zahlen, die der Vertreter von Aktion Mensch genannt hat, zeigen ziemlich deutlich, dass zwischen Online und Offline im Bereich des sozialen Engagements doch noch eine große Kluft besteht. Immerhin hat die Aktion Sorgenkind relativ früh die mögliche Bedeitung des Web 2.0 erkannt: Im Jahr 2001 haben sie das von <a href="http://blog.kooptech.de/">Christiane Schulzki-Haddouti</a> entwickelte Projekt <a href="https://www.cybertagebuch.de/faq_anonym.html#faq02">Cybertagebuch</a>, das, 1996 gegründet, zu den frühsten &#8220;Proto-Blogportalen&#8221; in Deutschland gehört, übernommen.</p>
<p>Hier die Folien der Präsentation von <a href="http://www.wissenswerkstatt.net/">Marc Scheloske</a> und mir, wir werden in den nächsten Tagen auch noch in unseren Blogs darüber berichten, wie <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2008/04/04/republica-alive-in-baghdad/">hier</a> gewünscht.</p>
<div style="width:425px;text-align:left" id="__ss_337942"><object style="margin:0px" width="425" height="355"><param name="movie" value="http://static.slideshare.net/swf/ssplayer2.swf?doc=burmapraesentationrepublica-1207422557542133-9"/><param name="allowFullScreen" value="true"/><param name="allowScriptAccess" value="always"/><embed src="http://static.slideshare.net/swf/ssplayer2.swf?doc=burmapraesentationrepublica-1207422557542133-9" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="425" height="355"></embed></object>
<div style="font-size:11px;font-family:tahoma,arial;height:26px;padding-top:2px;"><a href="http://www.slideshare.net/?src=embed"><img src="http://static.slideshare.net/swf/logo_embd.png" style="border:0px none;margin-bottom:-5px" alt="SlideShare"/></a> | <a href="http://www.slideshare.net/benediktk/burma-prsentation-republica-2008?src=embed" title="View 'Burma Präsentation re:publica 2008' on SlideShare">View</a> | <a href="http://www.slideshare.net/upload?src=embed">Upload your own</a></div>
</div>
<h4>Andere über diese Veranstaltung</h4>
<ul>
<li>2punk0.org: <a href="http://www.2punkt0.org/2008/04/03/advocacy-20-digitaler-aktivismus-kampagnen-und-ngos-im-netz/">Advocacy 2.0 &#8211; Digitaler Aktivismus, Kampagnen und NGOs im Netz</a>
<li><a href="http://i.rrhoblog.de/2008/04/03/republica-advocacy-20/">[i:rrhoblog]: re:publica: Advocacy 2.0</a>
<li>Africa-Help.org: <a href="http://africahelp.org/blog/innovative-hilfe/republica-08-aktivismus-20/">re:publica 08: Advocacy 2.0</a>
<li>Telekonsum: <a href="http://telekonsum.de/webentwicklung/republica-kognitive-identifikation-als-antrieb-fur-online-aktivismus.html">re:publica: Kognitive Identifikation als Antrieb für Online-Aktivismus</a>
<li>betterplace: <a href="http://betterplacede.wordpress.com/2008/04/04/rucblick-republica-vorschau-social-camp/">Rücblick Re:publica &#8211; Vorschau Social Camp</a>
<li>Alles, was gerecht ist: <a href="http://alles-was-gerecht-ist.de/2008/04/05/denken-und-schenken-ein-besuch-auf-der-%E2%80%9Erepublica%E2%80%9D/">Denken und schenken &#8211; ein Besuch auf der „re:publica”</a>
</ul>
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			<wfw:commentRss>http://blog.metaroll.de/2008/04/06/greenpeace-hat-ganz-viele-geile-kampagnen-digital-advocacy-auf-der-republica-2008/feed/</wfw:commentRss>
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		</item>
		<item>
		<title>Wie politisch ist die Blogosphäre?</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/03/28/wie-politisch-ist-die-blogosphaere/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Mar 2008 13:15:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[blogbuzz]]></category>
		<category><![CDATA[blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[blogreach]]></category>
		<category><![CDATA[buzz]]></category>
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		<category><![CDATA[öffentlichkeit]]></category>

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		<description><![CDATA[SPD und Union dominieren den Diskurs der politischen Blogosphäre. Bei den Jugendorganisationen ist das Bild ausgewogener. Vor kurzem konnte man auf Heise Online ein Interview mit Jan Schmidt zum Thema Parteien im Netz lesen. Darin stellt er fest, dass sich das Onlineengagement der deutschen Parteien im Gegensatz zu den USA noch in einer Experimentierphase befindet. [...]]]></description>
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<p><b>SPD und Union dominieren den Diskurs der politischen Blogosphäre. Bei den Jugendorganisationen ist das Bild ausgewogener.</b></p>
<p>Vor kurzem konnte man auf Heise Online ein <a href="http://www.heise.de/newsticker/Deutsche-Parteien-experimentieren-im-Netz--/meldung/105544/from/rss09">Interview mit Jan Schmidt</a> zum Thema Parteien im Netz lesen. Darin stellt er fest, dass sich das Onlineengagement der deutschen Parteien im Gegensatz zu den USA noch in einer Experimentierphase befindet. Die politische Meinungsbildung bleibe demnach weiterhin stark printzentriert:</p>
<blockquote><p>Die überregionale Printpresse bleibt trotz aller Probleme stark. Vielleicht ist das Bedürfnis nach Alternativ-Öffentlichkeiten deshalb niedriger als anderswo.</p></blockquote>
<p>Schon vor längerem habe ich mich gefragt: Wie politisch ist die Blogosphäre? Entsprechen die politischen Einstellungen von Bloggern dem Bevölkerungsdurchschnitt? Oder tendiert die digitale Avantgarde zu liberalen, techno-utopistischen politischen Ideen? Spielen politische Parteien in der Blogosphäre überhaupt eine Rolle oder sind es andere, vernetzte Initiativen und Kampagnen, die hier relevant sind? Beispiele dafür wären zum Beispiel <a href="http://www.abgeordnetenwatch.de/">abgeordnetenwatch.de</a>, der <a href="http://www.vorratsdatenspeicherung.de/">Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung</a> oder <a href="http://www.trupoli.com/de/">trupoli</a>.</p>
<p>Zumindest die Frage nach den politischen Parteien lässt sich mit Hilfe <a href="http://metaroll.de/rw.php?type=pol2&#038;show=7d">meines Blogbuzz-Tools</a> beantworten, das zählt, wie oft die einzelnen Parteien in der Blogosphäre an einem bestimmten Zeitpunkt erwähnt werden. Damit ist natürlich noch nichts über die Bewertung der Parteien gesagt – ob es um Lob oder Kritik geht, lässt sich an diesen Zahlen nicht feststellen. Aber man kann erkennen, wie sich die Aufmerksamkeit auf die einzelnen Parteien verteilt, was in der digitalen Aufmerksamkeitsökonomie eine wichtige Währung darstellt.</p>
<p>Die folgende Grafik fasst alle Parteierwähnungen des letzten Monats (Februar 2008) zusammen:</p>
<p><img src="http://chart.apis.google.com/chart?cht=p3&#038;chd=t:34.5,47.4,2.2,15.1,0.9&#038;chl=CDU/CSU%2034.5%|SPD%2047.4%|Die+Gruenen%202.2%|FDP%2015.1%|Die+Linke%200.9%&#038;chs=500x200&#038;chco=333333,fe0000,669900,ffcc33,cb3398" class='center' align='center' /></p>
<p>Man erkennt hier verglichen mit der Forsa-Sonntagsfrage vom 27. Februar nahezu identische Werte für die Unionsparteien (36 Prozent Forsa vs. 35 Prozent Blogs), aber das war es auch schon an ähnlichkeiten. Die SPD ist die Partei, die im Februar am häufigsten in der Blogosphäre genannt wird – fast jeder zweite Blogeintrag, in dem eine Partei vorkommt, nennt die Sozialdemokraten. Auch die FDP schneidet mit 15 Prozent sehr stark ab, während die Grünen und die Linke hier nur ein minimales Maß an Aufmerksamkeit auf sich ziehen können. Die großen Volksparteien bestimmen also ganz klar die Aufmerksamkeitsökonomie der Blogosphäre, auch wenn sie in den Wahlen immer seltener die Massenbasis erreichen können. Die politische Blogosphäre ist also keineswegs ein Fünfparteiensystem.</p>
<p>In der Längsschnittbetrachtung kann man einzelne blogmediale Ereignisse finden, die zu einer Aufmerksamkeitsspitze für einzelne Parteien führen. In dieser Grafik, die die Werte für den letzten Monat darstellen, kann man am 25. deutlich eine Spitze für die CDU und die Grünen finden, die sich mit den <a href="http://julia-seeliger.de/oswald-metzger-mal-nicht-ignorieren/">Parteiwechsel von Metzger</a> in Verbindung lässt. Zudem erkennt man einen ebensolchen <em>peak</em> für die CSU am 3. und 4. März – hier hat in der Blogosphäre die Aufbereitung der bayerischen Kommunalwahlen stattgefunden:</p>
<p><img src="http://chart.apis.google.com/chart?cht=lc&#038;chd=t:96.98,96.48,97.49,61.31,66.33,77.89,94.47,62.81,75.38,88.94,60.3,51.76,76.38,72.36,69.35,73.37,54.27,43.72,41.71,65.83,44.72,57.29,39.7,35.18,21.11,23.12,32.16,90.45,47.74,41.21|44.22,36.18,31.16,23.62,75.38,88.44,65.33,34.17,33.17,28.64,22.11,19.6,23.62,24.62,31.16,30.65,23.62,16.08,31.16,27.64,23.12,25.63,15.08,10.05,7.54,16.08,26.13,27.14,20.1,22.61|99.5,97.99,98.99,99.5,99.5,96.98,99.5,98.49,98.99,97.99,97.49,99.5,99.5,98.49,97.99,96.98,100,55.78,65.83,90.45,63.82,80.9,53.27,37.69,29.15,17.09,20.1,36.18,47.24,73.87|56.78,52.26,50.25,30.15,32.66,53.27,53.27,40.7,38.69,51.76,30.65,42.21,41.21,37.19,30.15,24.12,19.1,17.09,17.09,22.61,18.59,16.08,12.06,16.08,13.57,6.03,6.53,28.64,18.09,14.57|82.91,72.86,56.28,34.17,40.7,52.76,73.87,42.21,42.21,51.76,37.69,31.66,42.71,42.21,40.7,36.68,40.2,24.62,21.11,32.16,17.59,27.64,29.15,18.09,10.05,4.52,10.05,15.08,27.14,20.1|29.65,21.61,17.09,24.62,14.07,16.58,26.63,13.57,16.58,21.11,13.57,14.57,18.59,17.09,13.57,16.08,13.57,5.53,5.03,9.05,6.53,4.02,3.02,4.02,3.02,1.01,1.01,2.01,1.51,2.51&#038;chxt=x,y&#038;chdl=CDU|CSU|SPD|Die+Gruenen|FDP|Die+Linke&#038;chs=500x300&#038;chco=333333,0089cf,fe0000,669900,ffcc33,cb3398&#038;chxl=1:|0|199|0:|27.2.2008||||2.3.2008||||6.3.2008||||10.3.2008||||14.3.2008||||18.3.2008||||22.3.2008||||26.3.2008|" class='center' align='center' /></p>
<p>Bei den politischen Jugendorganisationen ist das Bild schon etwas ausgeglichener. Hier schneiden insbesondere die <a href="http://www.gruene-jugend.de/">Grüne Jugend</a> und die <a href="http://www.solid-web.de/">Linksjugend ['solid]</a> im selben Zeitraum deutlich besser ab als entsprechenden Parteien, denen sie nahestehen. Auch die <a href="http://www.julis.de/">Jungen Liberalen</a> sind etwas stärker vertreten. Dennoch sind auch hier die <a href="http://jusos.de/">Jusos</a> mit Abstand am stärksten. Über 40 Prozent der Nennungen von politischen Jugendorganisationen entfallen auf die Jungsozialisten, während die <a href="http://junge-union.de/content/start/">Junge Union</a> nur in gut einem Fünftel der Beiträge genannt wird.</p>
<p><img src="http://chart.apis.google.com/chart?cht=p3&#038;chd=t:21.9,41.1,12.3,18.9,5.8&#038;chl=Junge+Union%2021.9%|Jusos%2041.1%|Gruene+Jugend%2012.3%|Junge+Liberale%2018.9%|Linksjugend%205.8%&#038;chs=500x200&#038;chco=333333,fe0000,669900,ffcc33,cb3398" class="center" align="center" /></p>
<p>Insgesamt waren es 365 Nennungen in dem untersuchten Zeitraum, wobei Beiträge, in denen zwei Jugendorganisationen erwähnt werden, auch doppelt gezählt wurden. Dagegen findet man bei der Suche nach den politischen Parteien für den Februar 26.149 Nennungen. Auch wenn die Blogosphärenbevölkerung jünger ist als der Bevölkerungsdurchschnitt, liegt der Fokus eindeutig auf den Parteien, während die Jugendorganisationen nur eine marginale Rolle spielen. In dieser Hinsicht besteht also noch Nachholbedarf. Gerade wenn zutrifft, was Jan Schmidt im Heise-Interview feststellt, nämlich &#8220;dass vor allem junge, höher gebildete und internetaffine Menschen für Online-Wahlkämpfe zugänglicher sind&#8221; könnten die Jugendorganisationen noch viel präsenter in den Blogosphärenkonversationen sein.</p>
<p>Auf der re:publica werde ich übrigens zum Thema <a href="http://re-publica.de/08/2008/03/25/advocacy-20-digitaler-aktivismus/">digitaler politischer Aktivismus</a> zusammen mit Marc Scheloske (Wissenswerkstatt, die heute ihren <a href="http://www.wissenswerkstatt.net/2008/03/27/herzblut-statt-kalkuel-die-wissenswerkstatt-feiert-geburtstag-werkstattnotiz-lxxiv/">ersten Geburtstag feiert</a>) noch ein paar Thesen präsentieren, die sich auf die Ergebnisse der <a href="http://blog.metaroll.de/2007/11/26/hat-die-blogosphaere-burma-schon-wieder-vergessen/">Burma-Studie</a> (siehe auch <a href="http://blog.metaroll.de/2007/10/01/mobilisierungsmuster-in-der-blogosphaere/">hier</a>) stützen, die wir letzten Herbst durchgeführt hatte.</p>
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		<title>Die Feed-Malaise</title>
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		<pubDate>Tue, 25 Mar 2008 09:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Jürgen Habermas betont in seiner vielbeachteten Rede zur politischen Kommunikation in der Mediengesellschaft, die gerade eben auch in einem Suhrkamp-Bändchen abgedruckt wurde, die Wichtigkeit einer Feedbackschleife zwischen Politik und Zivilgesellschaft. Nur so können die Grundprinzipien der deliberativen Demokratie verwirklicht werden, die anders als die liberale (Freiheit) oder republikanische (Partizipation) auf eine wahrnehmbare öffentliche Meinung als [...]]]></description>
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<p><img src='http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/03/180px-juergenhabermas.jpg' alt='180px-juergenhabermas.jpg' class='left' align='left' /><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas">Jürgen Habermas</a> <a href="http://www.blackwell-synergy.com/doi/pdf/10.1111/j.1468-2885.2006.00280.x?cookieSet=1">betont</a> in seiner <a href="http://snurb.info/node/621">vielbeachteten</a> Rede zur politischen Kommunikation in der Mediengesellschaft, die gerade eben auch in einem <a href="http://www.suhrkamp.de/titel/titel.cfm?bestellnr=12551">Suhrkamp-Bändchen</a> <a href="http://weblog.histnet.ch/archives/892">abgedruckt wurde</a>, die Wichtigkeit einer Feedbackschleife zwischen Politik und Zivilgesellschaft. Nur so können die Grundprinzipien der deliberativen Demokratie verwirklicht werden, die anders als die liberale (Freiheit) oder republikanische (Partizipation) auf eine wahrnehmbare öffentliche Meinung als Öffnung der Politik für die Gesellschaft setzt. Die veröffentlichten Meinungen dienen als &#8220;networks for wild flows of messages&#8221; als Deliberationsarena auf politischer Grassroots-Ebene.</p>
<p>Natürlich ist die Unabhängigkeit und Selbst-Regulierung des Mediensystems eine wesentliche Bedingung für einen unverzerrten öffentlichen Diskurs &#8212; Gegenbeispiel sind Banalisierung (Berlusconi) oder Verfälschung (Irakkrieg) der Medienberichterstattung. Insofern müssten doch eigentlich die vielen Weblogs ein wertvolles deliberatives Element in der Mediengesellschaft darstellen, oder? Habermas sieht das in dem Fall gegeben, wenn es gegen die autoritäre geht: Weblogs können hier einen zusätzlichen, authentischen Nachrichten- und Meinungskanal eröffnen und der öffentlichen Meinung zur Veröffentlichung helfen (das <a href="http://heinz.typepad.com/lostandfound/2008/03/jeff-jarvis-ber.html">hält</a> auch Jeff Jarvis für ein wichtiges Element einer &#8220;Open Source-Demokratie&#8221;).</p>
<p>Dann kommt aber Habermas kritische Einschränkung: In liberalen Regimen mit unabhängigen Mediensystemen ist diese Funktion überflüssig und Grassrootsmedien wie Weblogs sind eher eine bedrohliche Erscheinung, da sie zur Fragmentierung der politischen Öffentlichkeit in zahlreiche Mikroöffentlichkeiten beitragen. Mit Jan Schmidt kann man dieses Phänomen auch als &#8220;persönliche Öffentlichkeiten&#8221; beschreieben, also winzige Gruppen von zum Teil namentlich bekannten Personen, für die manche Mikropublisher schreiben.</p>
<p><img src='http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/03/friendfeed.png' alt='friendfeed.png' class='right' align='right' />Verstärkt wird dieses Phänomen zudem durch die Syndizierungsmöglichkeiten von Web 2.0-Inhalten. Mittels RSS- und Atom-Feeds können Bloginhalte nicht mehr nur auf der Bloghomepage selber gelesen werden, sondern auch mit Feedreadern online und offline. Dienste wie FriendFeeds ermöglichen darüber hinaus auch noch, die Feeds an anderer Stelle &#8211; eben auf dem eigenen FriendFeed &#8211; zu kommentieren: &#8220;Verlagerung der Diskussionen&#8221; <a href="http://www.lumma.de/eintrag.php?id=3772">lautet</a> mittlerweile die gängige Formel dafür. Die Diskussion über die in einem Blogpost vertretene Meinung wird damit noch weiter fragmentiert, so dass die Autorin teilweise <a href="http://www.blogherald.com/2008/03/19/people-are-commenting-on-your-blog-posts-on-other-websites/">gar nicht mehr mitbekommt</a>, ob und wo über ihren Beitrag diskutiert wird. Habermas würde das nicht gefallen. Denn so wird nicht nur die politische Öffentlichkeit &#8220;into a huge number of isolated issue publics&#8221; zersplittert, sondern auch der Diskurs in eine große Zahl isolierter Diskursfädchen. Niemand hat mehr einen Überblick über den Stand der Debatte, so dass die Aufmerksamkeit in dieser <a href="http://lifestreamblog.com/how-twitter-friendfeed-lifestreaming-are-transforming-the-web/">Mikrokultur</a> zunehmend zerfasert.</p>
<p>Aber diese Entwicklung lässt sich womöglich auch ins Positive wenden. Ein wesentliches Hindernis für die Entfaltung wirklich freier Konversationen in der Blogosphäre ist die Kommentarhaftung des Betreibers. In Kurzform: Wenn jemand in einem Kommentar auf einen Blogpost das Maß überschreitet, wird nicht diese Person selbst zur Verantwortung gezogen, sondern der Betreiber muss für seine Ausfälle haften. So als müsste für eine Beleidigung im Landtag der Landtagspräsident die Konsequenzen tragen. Viele Blogger werden dadurch unfreiwillig in Blogwarte oder <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1729">breitschultrige Türsteher</a> verwandelt, was im Gegensatz zu einer medienmündigen &#8220;sich-selbst-veröffentlichenden Gesellschaft&#8221; steht.</p>
<p>Ich fürchte, die Rechtslage diesbezüglich ist noch nicht geklärt, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich für die Äußerungen anderer Personen in &#8220;meinem&#8221; <a href="http://friendfeed.com/">FriendFeed</a>, <a href="http://socialthing.com/">SocialThing</a> oder <a href="http://noserub.com/">Noserub</a> oder <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/the_conversation_has_left_the_blogosphere.php">anderen derartigen Diensten</a> verantwortlich gemacht werden kann. Insofern bietet die Fragmentierung der Kommunikation den Vorteil, auch kontroverse Artikel an einem &#8220;sicheren Diskurshafen&#8221; diskutieren zu können. Könnten nicht zum Beispiel Niggemeiers CallActive-Beiträge, bei denen aus nachvollziehbaren Gründen die Kommentarfunktion deaktiviert ist, dort einem öffentlichen Diskurs zugänglich gemacht werden?</p>
<p>Eigentlich müsste es doch möglich sein, ein WordPress-Plugin zu entwickeln, das die verteilten Kommentare aus FriendFeed, del.icio.us oder Digg einsammelt und mit dem Blogeintrag zusammen anzeigt. Oder gibt es das schon?</p>
<p><small>(Bild: &#8220;Jürgen Habermas&#8221;, Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:JuergenHabermas.jpg">Wikipedia</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.de">CC-Lizenz</a>)</small></p>
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		<title>Warum wir eine Arbeitsgemeinschaft Blog- und Communityforschung brauchen</title>
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		<pubDate>Wed, 12 Mar 2008 22:16:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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<p><b>UPDATE: Mittlerweile wurde eine <a href="http://ag-sm.de">Arbeitsgemeinschaft Social Media</a> gegründet.</b></p>
<p>Eine spannende Diskussion über die Messbarkeit von Onlinecommunities hat auf dem BarCamp in Hannover stattgefunden (vgl. dazu die Beiträge von <a href="http://markeninstitut.wordpress.com/2008/02/24/community-metrics/">Kai-Uwe Hellmann</a>, <a href="http://www.internetszene.com/2008/02/26/kennzahlen-zur-community-forschung-1/">Michael Ellensohn</a>). Ich war leider nicht dort, hatte jedoch auf diesem Blog ebenfalls <a href="http://blog.metaroll.de/2007/12/07/wie-misst-man-den-erfolg-eines-weblogs/">etwas</a> über diese Thema geschrieben und mit der <a href="http://www.metaroll.de">metaroll</a> den Versuch unternommen, eine alternative Blogrollmetrik zu entwickeln, mit der die langfristige Relevanz von Blogs sowie ihre dauerhafte Vernetzung untereinander dargestellt werden können. <a href="http://www.rivva.de">Rivva</a> bietet Informationen darüber, welche Themen in der Blogosphäre am intensivsten diskutiert werden und welche Blogs „aus Schneebällen Lawinen rollen“, so Frank Westphal. Außerdem gibt es natürlich auch noch die auf der Verlinkung von Einträgen und Blogs basierende <a href="http://www.technorati.com">Technorati-Authority</a>, die z.B. auch die Grundlage für die <a href="http://www.deutscheblogcharts.de/">Deutschen Blogcharts</a> sind.</p>
<p>Zugleich fehlen nach wie vor grundlegende Informationen, zum Beispiel darüber, wie groß die deutschsprachige Blogosphäre überhaupt ist (unter Berücksichtigung von Serien- und Multibloggern sowie Weblogvakanzen), wie relevant die dort diskutierten Themen für massenmediale Öffentlichkeiten sind (die Annahmen reichen von einer selbstreferentiellen <a href="http://www.sueddeutsche.de/kultur/artikel/942/160504/">Copy-and-Paste-Kultur</a> bis hin zum <a href="http://publishing2.com/">Nachfolger der Printzeitungen</a>) und vor allem auch: von wem die Millionen von Einträgen überhaupt gelesen werden. Wie sieht die soziokulturelle und demographische Struktur der Blogleser aus und wie verändert sich diese im Lauf der Zeit? Wie groß ist das <a href="http://www.kaushik.net/avinash/2008/01/measuring-online-engagement-what-role-does-web-analytics-play.html">Engagement</a> im Neuen Netz tatsächlich? Kurz: der Forschungsbedarf ist nicht zu übersehen.</p>
<p>Warum sollte sich die Blogosphäre mit diesem Thema überhaupt auseinandersetzen? Liegt der besondere Charme der Blogs nicht gerade in ihrer Authentizität, Leidenschaftlichkeit und Unprofessionalität? Das mag in zahlreichen Fällen zutreffen. Doch zugleich gilt: Wenn die Blogger das nicht selber machen, wird es jemand anderer für sie erledigen. Im Zweifelsfall sind das die großen Verlage und Medienhäuser, deren Engagement auf dem Web 2.0-Sektor nicht mehr zu übersehen ist (siehe dazu auch den taz-Beitrag &#8220;<a href="http://www.taz.de/1/leben/medien/artikel/1/ein-guetesiegel-muss-her/">Ein Gütesiegel muss her</a>&#8220;).</p>
<p>Um das Heft selbst in der Hand zu behalten und sich nicht fremd bestimmen zu lassen, wäre zum Beispiel die Gründung eines Vereins oder einer <b>Arbeitsgemeinschaft Blog- und Communityforschung</b> denkbar, mit dessen Hilfe sich die Blogosphäre für folgende Ziele einsetzen könnte:</p>
<ul>
<li><b>Wissenschaftliche Erforschung</b> der Blogosphäre und Online-Communities, zum Beispiel in Studien nach dem Modell „Wie ich blogge?!“. Bislang wird dieses Thema regelmäßig und in großem Umfang vor allem von Marktforschungsunternehmen und den Forschungsabteilungen der Medienhäuser bedient. Das Feedback der Ergebnisse in die Blogosphäre lässt dabei zu wünschen übrig. Die sozialwissenschaftliche Forschung ist aufgrund äußerer Bedingungen wie Projektlaufzeiten und Qualifizierungsarbeiten eher episodisch und erlaubt keine Aussagen über die Entwicklung der Blogs im zeitlichen Längsschnitt. Deshalb wäre es wichtig, wenn die Blogosphäre selbst über ihre eigene Vermessung verfügen könnte.
<li>Neben der Forschung wäre eine weitere wichtige Funktion die <b>politische Interessenvertretung</b>. Themen wie Vorratsdatenspeicherung, Onlinedurchsuchung und Kommentarhaftung werden zwar in den Blogs intensiv diskutiert, davon ist jedoch in Berlin zu wenig angekommen, da die Politik keinen Ansprechpartner hat, der die Interessen der Blogger gebündelt vertreten kann. Dabei geht es auf längere Sicht auch um den Schutz von Bloggern unter dem Dach der Pressefreiheit, z.B. was ihren Umgang mit vertraulichen Quellen betrifft. Das heißt aber auch, dass ein solcher Verein das Thema Bloggerethik auf die Tagesordnung setzen müsste.
</ul>
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