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Wissenschaftler: Online-Verwertungsrechte schützen!

Ich weiß nicht, ob es schon jeder mitbekommen hat: am 1. Januar 2008 tritt der zweite Korb des neuen Urheberrechts in Kraft. Damit ist das Internet endgültig auch im Urheberrecht angekommen: die Online-Verwertung ist dann nämlich nicht mehr wie bisher eine “unbekannte Nutzungsform”. Konkret bedeutet das: Wenn man als Autor nicht explizit Widerspruch einlegt, fallen die Rechte für eine Online-Verwertung der zwischen dem 1. Januar 1966 und dem 31. Dezember 1994 veröffentlichten Texte automatisch an den Verlag, der die Print-Verwertungsrechte an diesen Texten besitzt. Besonders problematisch ist an der Angelegenheit, dass man selbst als Autor durch diese Rechteübertragung die Möglichkeit verliert, die eigenen Texte auf fachlichen oder institutionellen Servern oder Open Access Servern publizieren zu dürfen. Das heißt, man könnte unter Umständen Probleme bekommen, wenn man die eigenen Texte auf der Institutshomepage veröffentlichen möchte.

Will man nicht, dass der Verlag die eigenen Texte unbegrenzt online verwerten kann, sollte man bis zum 31. Dezember 2007 aktiv werden und seine Rechte geltend machen:

  • Hier gibt es einen Musterbrief, mit dem man seinem Verlag mitteilen kann, dass man der Übertragung der zum damaligen Zeitpunkt unbekannten Nutzungsarten widerspricht.
  • Eine andere, noch elegantere Lösung liegt darin, die einfachen Online-Nutzungsrechte an den eigenen Publikationen einer Bibliothek zu übertragen. Auch hierfür gibt es einen Musterbrief.

Man kann als Sozialwissenschaftler die Rechte an den eigenen Publikationen zum Beispiel dem DFG-geförderten Social Science Open Access Repository (SSOAR) übertragen, als Psychologe dem Repositorium PsyDok und als Pädagoge paedocs. Die Deutsche Initiative für Netzwerkinformationen (DINI) hält eine umfangreiche Liste deutscher Dokumenten- und Publikationsserver bereit, die für eine Rechteübertragung in Frage kommen könnten.

Generell sollte man bei neuen Publikationen darauf achten, dass man kein ausschließliches Nutzungsrecht an den Verlag überträgt und für sich selbst wenigstens ein einfaches Nutzungsrecht an den eigenen Arbeiten behält. Wenn man sich nicht ganz sicher ist, was zu tun ist: Fragen Sie Ihren Bibliothekar.

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    nyt.pngDas Experiment der New York Times scheint aufzugehen. Im September hatte der Verlag beschlossen, sowohl die aktuellen Ausgaben als auch Teile des Archivs freizugeben. Die Abogebühr für den Online-Content (“Times Select”) ist damit weggefallen. Jetzt gibt es die ersten Zahlen, die belegen, dass sich dieser Schritt gelohnt hat – auch wenn man zunächst nicht ganz ausschließen kann, dass ein Teil des Traffic-Anstiegs auf die generierte Aufmerksamkeit zurückzuführen ist und sich womöglich nicht in Online-Stammleser überführen lässt. Jedenfalls liegt die Online-New York Times den aktuellen Nielsen-Zahlen zufolge nun weit, weit vor der zweitplatzierten USATODAY.com.

    In reaching 17.5 million uniques, the paper had its best month ever, a Times spokeswoman told me. The numbers are up from 14.6 million in September (Quelle: beet.tv, dort gibt es außerdem noch ein Interview mit Vivian Schiller, Managerin von NYTimes.com)

    Ziemlich euphorisch sieht sich die Zeitung jetzt nicht mehr allein im Wettbewerb mit anderen überregionalen Zeitungen, sondern auch mit Nachrichtenportalen und -sendern. Man darf allerdings nicht vergessen, dass sich dieser September-Sprung von immerhin 20% im Kontext des massiven Abwärtstrends gemessen an der prozentualen WWW-Reichweite, der im Februar 2006 begonnen hatte, doch etwas bescheiden ausnimmt (siehe rote Markierung):
    nyt_alexa.png
    Ziemlich deutlich wird das zum Beispiel im Vergleich mit Facebook:
    fb_alexa.png
    Immerhin haben sie das erkannt und versuchen nun, mit einer Facebook-Microsite dort auch etwas Aufmerksamkeit abzubekommen. Olaf hat diese Variante vor kurzem so kommentiert: “Erinnert alles irgendwie an die Glaskästen in denen [...] die aufgeblätterten Zeitungen ausgestellt werden.”



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    Natürlich wird Wissen nicht allein dadurch besser, dass es in Open-Access-Zeitschriften frei verfügbar ist. Aber besser zugänglich. Mittlerweile haben sich im Directory of Open Access Journals auch einige sozialwissenschaftliche Zeitschriften angesammelt. Hier die meiner Ansicht nach spannendsten OA-Zeitschriften aus Soziologie, Sozialforschung und Medienwissenschaften:

    Eine besondere Publikation ist das eJournal Philica, das nicht nur alle denkbaren disziplinären Richtungen abdeckt, von der Soziologie bis zur Kosmologie, sondern auch einen transparenten und dynamischen Reviewprozess besitzt: jeder kann die Gutachten einsehen und diese können auch mit der Zeit geändert werden. Das führt dann zu Erkenntnissen der merkwürdigen Art wie zum Beispiel über das tageszeitenabhängige Überholverhalten von Autofahrern.



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    Und schon wieder sind 25 USD plus Mehrwertsteuer notwendig, damit ich zu dem Wissen komme, das ich brauche.

    Schade.



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    Manchmal stehen zwischen mir und einer möglicherweise wichtigen Erkenntnis 25 USD:

    econsoc.PNG

    Die Möglichkeit, Abstracts und Keywords zahlreicher wichtiger Journals auf informaworld zu durchsuchen, ist auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Aber dann kommt diese Schranke. Warum kein Open Access, Routledge?



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    Manchmal stehen zwischen mir und einer möglicherweise wichtigen Erkenntnis 10 Euro:

    kzfss.png

    Die Möglichkeit, alle Artikel der VS-Journals im Volltext zu durchsuchen, ist auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Aber dann kommt diese Schranke. Warum kein Open Access, VS-Verlag?



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