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Zahlen zur Veralltäglichung des Internet

Interessante Zahlen gab es heute aus Wiesbaden. Dort stellte das Statistische Bundesamt die aktuellen Daten der amtlichen Befragung privater Haushalte zur Nutzung von Informations- und Kommunikationstechnologien vor. Im Mittelpunkt steht die Beobachtung, dass mittlerweile (also im ersten Quartal 2007) 68 Prozent der über 10-Jährigen in der BRD das Internet nutzen (vor einem Jahr lag dieser Wert noch bei 65 Prozent). Da der Abstand zwischen der Internet- und der Computernutzung (74 Prozent) nicht allzu groß ist, kann man hier die Vermutung bestätigt finden, dass das Internet zur absoluten “Killeranwendung” für den PC geworden ist.

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Besonders spannend ist natürlich mal wieder die Altersaufteilung. Denn, betrachtet man nur die 10- bis 24-Jährigen, so kommt man auf unglaubliche 94 Prozent Internetnutzer in dieser Altersgruppe. Ebenfalls erstaunlich ist der hohe Anteil der täglichen Internetnutzer: insgesamt sind 61 Prozent der Internetnutzer jeden Tag oder fast jeden Tag im Netz – in der Altersgruppe 10-24 sind es sogar 65 Prozent. Auch die “silver surfer” sind, obwohl insgesamt noch deutlich weniger Internet-affin (nur ein Drittel der über 54-Jährigen sind online), wenn sie das Internet nutzen, ziemlich regelmäßig dabei: 53 Prozent täglich oder fast täglich.

Das Geschlechterverhältnis zeigt sich in den Destatis-Zahlen nicht ausgeglichen: 73 Prozent der Männer sind online, aber nur 63 Prozent der Frauen. Spannend daran ist, dass dieser Geschlechterunterschied vor allem durch die älteren Internetnutzer hervorgerufen wird: bei den 10- bis 24-Jährigen überwiegen sogar die Surferinnen, bei den 25- bis 54-Jährigen sind es etwas mehr Männer, während der Unterschied bei den über 54-Jährigen gravierend ist: 25 Prozent der Frauen stehen hier 42 Prozent der Männer gegenüber. Ich denke, dass es sich bei der Geschlechterungleichheit bezüglich der Internetnutzung tatsächlich um eine “Kinderkrankheit” des Internet handelt. Die Zahlen werden sich mit dem Älterwerden der early adopter- und digital native-Generationen noch weiter angleichen. Nicht auszuschließen ist, jedoch, dass zugleich andere Ungleichheiten wichtiger werden – Ungleichheiten, die sich aber nicht mehr an dem “Ob” der Internetnutzung festmachen lassen, sondern an dem “Wie”, “Wo” und “Wozu”. Das deutet sich bereits bei den jungen Internetnutzern an, wo das Merkmal “nutzt das Internet” eigentlich keine Aussagekraft mehr besitzt, so dass man hier gar nicht mehr sinnvoll von den “Onlinern” sprechen kann (ebenso wie der Begriff “TV-Nutzer” nur wenig aussagt).

Aber das schönste an der Pressemitteilung war ihr erster Satz: “Das Internet ist hierzulande Bestandteil des Lebensalltags von immer mehr Menschen.”

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