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Leben in 140 Zeichen

Twitter ist irrelevant? Twitter ist banal? Twitter ist belanglos? Vielleicht für Journalisten, die aufgrund ihrer déformation professionelle darauf achten müssen, was eine “allgemeine Öffentlichkeit” interessieren könnte. Für alle anderen gilt: Auf Twitter findet das ganz normale Leben statt. Menschen sterben, Menschen werden geboren. “Unser Leben währet siebzig Jahre, und wenn’s hoch kommt, so sind’s achtzig Jahre, und wenn’s köstlich gewesen ist, so ist es Mühe und Arbeit gewesen; denn es fährt schnell dahin, als flögen wir davon.” (Psalm 90) Ein kurzer Ausschnitt aus den letzten Stunden Tod und Leben in 140 Zeichen:

Tod

Heute bin ich sehr nah am Wasser gebaut: Meine Mutter wäre heute 60 geworden. Leider ist sie vor fast 15 Jahren gestorben.

My yorkie-poo, Mimzy, was run over and killed today. We all are so sad, me, hubby, and the kiddies :[

Das war ein trauriger Tag. Ein Lehrer ist vor Kurzem gestorben und heute war der Gedenkgottesdienst

My dog charlotte died today. This song is for you, sweetie.

Found out my uncle died today. Altering weekend plans to attend the funeral on Sunday in Tyler

A bad day today , my dog died :( I'm soooo sad ..

...missing my dad today.....he died 5 months ago....without him I would not be the music fanatic I am today.....R.I.P.

Really sad news to report. Our babysitter fell on our new puppy, Timmy today and he was fatally injured. He died at 6.30pm. I'm gutted.

my 16 yr old cousin died unexpectedly a year ago today. it still hurts me inside :-( . i miss him.

sitting in a meeting and i just got an email that a good friend of the family died today. i'm wrecked.

Leben

I have become a great aunt today - for the 9th time! My newest niece, Olivia Anne, was born in Iowa today! 13 nieces & nephews; 9 greats.

My nephew was born today: Alexander, 6lbs 13oz, 20 1/2in.

Mijn nieuwe nichtje Zoe is gisteren geboren. 3500 gram en helemaal gezond...WHIOE :-)

Mattis ist da! 0:44 Uhr hat er das Licht der Welt erblickt. Er ist putzmutter und kerngesund! #Geburt

it's a girl, Baby Ceira. =]

Holy Shit Monkey my sister is in labor!!!!

I have the most precious little newborn baby boy in my arms right now! He is 10 days old..he is so tiny:)

It’s a girl. =)

Wassup, world? My name is Max Armstrong and I just arrived. My Mommy is healthy and so am I!

It’s a girl, my friend Jen gave birth to a baby girl on June 4! Welcome to the world little girl.

It’s a girl!!!

It’s a boy!!!!!! My grandson was born this morning at 3:14 am this morning, Kaden Wayne

it’s a girl !!!!! Ella Grace in t-10 weeks :)

back home… FINALLY… it’s a girl :)

It’s a boy!

Wer das alles als “belangloses Gezwitscher” abtut und sich von dem Leben und Sterben anderer Menschen genervt fühlt, dem möchte ich einfach nicht mehr zuhören.



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    picfog1

    In dem Moment, in dem ich die neue Echtzeit-Bildersuche PicFog das erste Mal gesehen habe, wurde mir klar: das ist genau das, was Marshall McLuhan hier gemeint hat:

    Electric circuitry profoundly involves men with one another. Information pours upon us, instantaneously and continuously. As soon as information is acquired, it is very rapidly replaced by still newer information.

    Bereits im Jahr 1967 schrieb er über das Internet (“electric circuitry”), Microblogging (“information pours upon us”) und die automatischen Reloadmechanismen (“very rapidly replaced”). Durch diese schnellen Informationen – wir sprechen hier von Echtzeit (“gedacht – getippt”, “gesehen – gepostet”) – sind wir nicht mehr in der Lage, Botschaften oder Bilder logisch zu klassifizieren, sondern können nur noch entweder grobe Muster erkennen.

    picfog2

    PicFog aggregiert alle möglichen Bilder, die Microblogger auf die verschiedenen Plattformen von Twitpic bis yfrog hochladen und stellt sie als visuellen Strom dar. Jemand fotografiert die S-Bahnstation, durch die er gerade fährt. Im nächsten Augenblick taucht sie neben vielen anderen Bildern auf der PicFog-Startseite auf. Beim nächsten automatischen Reload der Seite ist das Bild nach unten gerückt und wurde durch zahlreiche aktuellere Bilder ersetzt. Bilder aus Indien, USA, Österreich oder Japan.

    Wenn Google Insights for Search abbildet, was die Menschen suchen oder sich wünschen (eine globale Datenbank der Wünsche), zeigen Dienste wie PicFog, was die Menschen sehen. “All media are extensions of some human faculty”. Noch so ein McLuhanspruch, der hier wahr wird.

    Mit PicFog kann ich nicht nur meine Augen sehen, sondern auch mit den Augen vieler anderer Menschen weltweit. Mit den Augen von Fremden und Freunden. Von Frauen und Männern. Von Rentnern und Schülern. Obwohl es zunächst ganz ähnlich klingt, sind das nicht die Tausend Augen des Dr. Mabuse, denn Dr. Mabuse konnte nur auf die anderen Menschen herabsehen, nicht aber durch die anderen Menschen sehen. Being John Malkovich ist vielleicht die passendere filmische Assoziation, nur dass man nicht nur in den Kopf eines Schauspielers schlüpft, sondern in den Kopf vieler Menschen zugleich. Der Begriff “Überwachung” trifft hier nicht zu, aber einen treffenden Begriff für dieses Eintauchen in die Welt habe ich noch nicht gefunden. Vielleicht Empathie? Oder ethnologischer Blick?

    picfog3

    Teilhard de Chardin sprach in den 1950er Jahren immer wieder von der “Noosphäre” als einem Stadium der menschlichen Entwicklung, in dem die Einzelbewusstseine zu einem globalen Bewusstsein zusammenwachsen würden. Als jesuitischer Theologe nannte er diesen Bezugspunkt auch Omegapunkt, also den Augenblick der Vereinigung in Christi. McLuhan hat diesen Gedanken elektrifiziert und aus der fernen Zukunft (Ende der Geschichte) in die Gegenwart geholt. Seine Feststellung: Dieses technische Weltbewusstsein gibt es schon.

    Dabei verändert sich die Art, wie wir die Welt wahrnehmen. Nicht mehr analytisch zergliedernd, sondern synthetisch als Gesamtbild. Als waberndes, sich immer wieder veränderndes Muster, in dem man immer wieder Bekanntes, Vertrautes sieht. Leisa Reichelt hat zur Beschreibung des Microbloggens oder Twitterns den schönen Begriff der “ambient intimacy” geprägt. Genau das ist es, was wir auf PicFog wahrnehmen. Intime Einblicke (eigentlich eher “Durchblicke” oder “Mitblicke”, s.o.) in das Leben der Anderen. Aber diese Blicke sind nicht fixiert oder fokussiert, sondern unscharf. Innerhalb weniger Sekunden befindet man sich bereits an einem ganz anderen Ort, in einer ganz anderen Person. Dennoch: Diese frei fluktuierende Intimität, die in diesem “Bildernebel” entsteht, kommt tatsächlich den Vorstellungen McLuhans von der Rückkehr präliterarischer “tribal emotions” sehr nahe.

    Dazu passt auch die Feststellung, dass die auf dem Microblogging basierenden Echtzeitbildersuche ersten Eindrücken nach im Vergleich mit der klassischen Google-Bildersuche nicht nur aktuellere Ergebnisse zu Tage fördert, sondern in vielen Fällen auch relevantere Ergebnisse. Kein Wunder, dass Google fieberhaft überlegt, wie sich dieses Echtzeitmoment auf ihre Suchverfahren übertragen lässt. Schon mit Erscheinen des Buches “What Would Google Do?” von Jeff Jarvis, sind wir schon wieder einen Schritt weiter. Die entscheidende Frage lautet nun: “What Would Twitter Do?” Nicht unbedingt, was das Geschäftsmodell betrifft, aber was die kognitiven Möglichkeiten betrifft.

    Willkommen in der Reload-Gesellschaft!



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    Dienste wie Twitter werden für die politische Kommunikation noch eine große Zukunft haben. Davon bin ich überzeugt. In 140 Zeichen können hier Politiker in den direkten Dialog mit der Bevölkerung (momentan freilich noch: einer überdurchschnittlich gebildeten, kommunikationsfreudigen und technophilen Bevölkerung) treten und einen Einblick in den politischen Alltag bieten, für den es sonst kein Format gibt. Ungefiltert, authentisch und informell.

    Wenn sie das Medium gut handhaben, können Politiker auf diese Weise abseits der Massenmedien politische Meinungen ausdrücken, die weder als der übliche glattgeschliffene Polit-Talk aufgenommen werden noch als peinliche Anbiederungs- und Missionierungsversuche. Letztlich geht es hier um eine Personalisierung der Politik ohne Populismus.

    Volker Beck (Grünes Bundestagsmitglied) twittert zwar erst seit dem 17. September. Aber er scheint das Medium begriffen zu haben (oder einen guten Berater zu haben, mittlerweile hat Volker Beck mir per Twitter bestätigt, er habe keinen Twitter-Berater): Keine Pressemitteilungen, sondern authentisch wirkende Tweets (“Merkel steinmeiert jetzt auch in der Russlandpolitik“) und immer mehr Dialoge mit anderen Twitterati. Bislang hat er erst acht 61 121 Follower, aber das wird sich sehr, sehr schnell ändern.

    Hubertus Heil (Generalsekretär der SPD) hat mit seiner Twitter-Berichterstattung von dem Nominierungsparteitag der Demokraten in Denver als erster dafür gesorgt, dass sich auch die deutschen Massenmedien mit dem Phänomen Twitter in der Politik auseinandersetzten. Die meisten Zeitungen haben entweder nicht verstanden, worum es bei diesem neuen Medium geht, oder aber sie haben eine vage Ahnung davon bekommen, dass hier völlig außerhalb des klassischen politischen Mediensystems ein neuer Kanal entsteht, mit dem sie nichts zu tun haben. Ein Monopol aus Insiderinformationen, Echtzeitinformationen und persönlichem Zugriff auf die Politiker geht allmählich verloren. Hubertus dagegen hat das Medium aber sehr gut verstanden. Politiker halten nicht nur Reden, sondern kaufen auch mal ein oder tanzen. Aber vor allem: sie reden mit anderen. Auch über Twitter. Die spannende Frage ist hier die Nachhaltigkeit dieser Kommunikation. Hubertus hat mittlerweile über 1.000 Follower. Ein beachtliches Netzwerk, das wiederum aus zahlreichen Multiplikatoren und Impulsgebern besteht. Es wäre spannend, hier nachhaltige Kommunikationsstrategien zu entwickeln, die über die Berichterstattung von einem Event und ein paar vereinzelten Nachzügler-Tweets hinausreichen.

    Was macht die FDP mit diesem Medium? Immerhin versucht sie immer wieder, sich das Thema Innovation und Medien auf die Fahnen zu schreiben. Prominente Twitterer habe ich in den Reihen der Liberalen leider nicht gefunden. Immerhin gibt es aber einen Twitter-Account der Bundestagsfraktion, die im übrigen auch ziemlich rege bloggt. Leider werden die spezifischen Vorteile des Mikrobloggens nicht genutzt. Der Twitter-Feed der Bundestagsfraktion ist (im Augenblick noch) ein schnöder Newsticker, der auf neu eingestellte Beiträge der Homepage hinweist. Ganz selten wird ohne Link auf die Homepage getwittert oder auf andere Twitter-Nutzer reagiert. Aber immerhin scheint jemand die Reaktionen auf den Feed zu monitoren. Das ist nicht selbstverständlich. Mit dabei seit Ende August und erst 23 133 Follower. Das ist eindeutig ausbaufähig, insbesondere fehlt hier einfach eine authentische Stimme. Wer spricht hier überhaupt? In der Twittersphäre geht es um Dialoge, aber wer möchte sich schon mit Tickern unterhalten?

    Das ist natürlich nur eine Auswahl aus dem guten Dutzend mir bekannter Politik-Twitterer in Deutschland, wozu dann noch einmal mindestens ebenso viele Fake-Accounts kommen. Welche Politiker-Tweets lest ihr am liebsten? Wird Twitter die politische Kommunikationslandschaft nachhaltig verändern?

    Ach ja, und falls hier politische Kommunikatoren oder Politiker mitlesen: Ich würde mich gerne einmal mit euch über Erfahrungen und Potentiale des politischen Twitterns unterhalten.



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    Immer wieder wurde die Frage laut, welchem Zweck Microblogging-Dienste wie Twitter eigentlich dienen. An dem aktuellen Beispiel des Erdbebens mit Stärke 7,2 auf der Richterskala, das sich heute Nacht im chinesischen Xinjiang ereignete, wird deutlich: trotz des chaotischen und bisweiligen etwas schrägen Eindrucks, den die Twitter-Nutzer (“Twitterati”) manchmal erwecken, erfährt man von solchen Ereignissen als erstes. Noch kein Nachrichtendienst hat von dem Erdbeben berichtet, aber dank Twitter weiß man schon seit einiger Zeit, wo und wann es sich ereignet hat, dass man die Wellen bis in die Schweiz spüren konnte und kann den genauen Ort auf einer Karte betrachten.

    Ganz unabhängig davon, wie wichtig es ist, von diesem Ereignis im fernen China eine Stunde oder mehr vor den klassischen Nachrichtenmedien zu erfahren, sagt dieser Fall einiges über die Bedeutung des Microbloggens als neue Kulturtechnik:

    • Twitter ist eine Art “weltweite Gerüchteküche” (“World Wide Grapevine”), durch die man alles mögliche erfahren kann – von weltbewegenden Ereignissen bis zu Dingen, die nur für eine sehr persönliche Öffentlichkeit relevant sein dürften.
    • Die hohe Aktualität: Viele Dinge erfährt man über Twitter als erstes: Artikel oder Blogposts, die gerade geschrieben werden, Gerüchte über Meldungen, die in Kürze publik werden oder sogar Augenzeugenberichte.
    • Man kann, ähnlich wie im face-to-face-Gerüchtewesen, seine Aufmerksamkeit nicht besonders gut fokussieren, sondern bekommt einen langen Strom von Meldungen mit ganz unterschiedlicher Thematik, Reichweite und Wichtigkeit. Es handelt sich also eher um eine frei flottierende Aufmerksamkeit.
    • Der ausgesprochen unordendliche Netzwerkcharakter des Systems und die unterschiedlichen Kontakte (mit Simmel könnte man hier vielleicht sogar von sozialen Kreisen sprechen), an die jeder Twitter-Nutzer seine Statusmeldungen verschickt, bringen mit sich, dass Meldungen verloren gehen können bzw. ähnliche Meldungen vielfach empfangen werden.

    Ein vielköpfiges Flurgespräch über Kontinente hinweg – wahrscheinlich gibt es momentan kaum bessere Beispiele für den Wandel globaler Kommunikationsstrukturen (Mikromedien statt Massenmedien).



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    twitter.pngDan York stellt in seinem Blog “Disruptive Conversations” eine – wie sollte es auch anders sein – Zehnpunkteliste der Gründe vor, warum er twittert, bzw. warum es sich lohnen kann, zu twittern. Einige der Punkte beziehen sich auf die Möglichkeit, über Twitter zu senden, andere auf das Lesen von Tweets und einige wenige auf die Möglichkeiten, über dieses Medium zu interagieren.

    1. Nachrichten: York nennt als aktuelles Beispiel die Ermordung der pakistanischen Politikerin Benazir Bhutto, von der er zuerst in einem Twitterpost erfahren hat (siehe zur Medienkomplementarität von Twitter und anderen Nachrichtenquellen auch hier). Wenn ich mir die Twitterfeeds meiner ca. 200 Kontakte so ansehe, sind tagesaktuelle Nachrichten eher in der Unterzahl, aber ab und zu ist auch mir schon etwas ähnliches passiert, gerade bei Nachrichten aus dem Tech-/Web2.0-Bereich. Ich hatte z.B. von dem Facebook/MS-Deal zuerst auf Twitter gehört. Gerade wenn es um das Neueste in der Blogosphäre geht, könnte das Twittern als “The Social Pulse of life” in Zukunft das RSS-Lesen fast überflüssig machen.
    2. Wissensnetzwerk: Aber Twitter kann auch als kollektives Wissensnetzwerk verwendet werden: auf manche Fragen bekommt man (mehr oder sinnvolle) Antworten. Das hängt aber sehr stark davon ab, wieviele der eigenen Kontakte an dem entsprechenden Zeitpunkt online sind sowie natürlich von der Komplexität der Frage.
    3. Virtueller Wasserkühler: Damit meint York, dass über Twitter “the fabric that binds together the stories of our colleague’s/friend’s lives” erfahrbar wird. Das Aufschnappen von Tweets über Lieblingsweine, gute Bücher, neue Gadgets führt dazu, dass man etwas über seine Twitter-Mitmenschen erfährt und das Gefühl hat, an ihrem Leben teilzunehmen. Gerade für digitale Heimarbeiter könnte das ein Ersatz für Küchen- und Flurgespräche sein.
    4. Auf dem Laufenden bleiben: Twitter ermöglicht es zudem, dass man auf relativ einfachem Weg auf dem Laufenden bleibt, was den eigenen Freundeskreis angeht. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass dieser Freundeskreis einigermaßen umfänglich im Twitterspace abgebildet ist.
    5. Reisetagebuch: Besonders spannend (und für die Kontakte lesenswert) sind kurze Reisenotizen, die über Handy oder mobile Webzugänge unterwegs abgeschickt werden.
    6. Konferenznachrichten: Eng damit verbunden ist die Anwendung von Twitter als Konferenznachrichtenkanal. Da auf Tech-Konferenzen oder Barcamps viel getwittert wird und es zum Teil sogar eigene Kanäle dafür gibt, kann man sich über sehr gut über Parallelveranstaltungen informieren und rein theoretisch sogar über Backchannel-Kommentare daran teilnehmen. Der Traum von der gleichzeitigen Anwesenheit an mehreren Orten rückt damit wenigstens ein Stückchen näher.
    7. Marketinginstrument: Durch das Posten von URLs zu eigenen Blogbeiträgen lässt sich Traffic von Twitter auf das eigene Blog lenken. Siehe auch diesen Beitrag von Klaus Eck über die Verwendung von Twitter für das persönliche Reputationsmanagement.
    8. Lerninstrument: Über die Vielfalt der Interessen und Beobachtungen der eigenen Twitterkontakte hat man die Chance fast täglich etwas dazuzulernen.
    9. Spaß: Ein großer Teil der Tweets sind eher humoristische Kommentare. Twitter kann also auch Spaß machen, wenn man nicht zuviel Percolat auf einmal verschluckt.
    10. Bescheidenheit: Durch die Zeichenbegrenzung lernt man sich kurzzufassen, “to distill your message down into something short and sweet”. Twitter als Art meditative Haiku-Kommunikation?

    Was ist mit Twitter noch möglich? Twitter als künstlerischer Ausdruck? Twitter als Medium der “Presentation of Self in Everyday Life” oder aber als Rollenspiel? Als Soziologe denke ich natürlich sofort an die Möglichkeit, Twitterkontakte und -kommunikationen z.B. netzwerkanalytisch auszuwerten. Fallen euch noch weitere sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten ein?

    Siehe zu diesem Thema auch:



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