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Wissenschaftsblogs – eine Erfolgsgeschichte

Eine weitere interessante Maßzahl kann nun über die metaroll-Channels abgerufen werden: die quantitative Entwicklung der Technorati-Authority eines Channels bzw. einer Subblogosphäre. Was bedeutet das? Während über die Sparklines der einzelnen Blogs abgelesen werden kann, ob ein Blog in den letzten 30 Tagen Links dazugewonnen oder verloren hat, kann man mit der neuen Maßzahl Aussagen über eine gesamte Subblogosphäre treffen, z.B. über die Wissenschafts-, Medien-, Karriere- oder Foodblogs. Diese Angaben findet man ganz unten auf den Channelseiten, direkt über der dynamischen Blogcloud:

Die 282 in der metaroll verzeichneten Wissenschaftsblogs haben im Beobachtungszeitraum 637 neue Links dazugewinnen können. Wobei es sich hier um den Nettozugewinn handelt, denn im selben Zeitraum gab es selbstverständlich auch Verluste, die jedoch in der Zahl schon berücksichtigt sind. Die Wissenschaftsblogosphäre hat damit um fast 16 Prozent zugelegt. Ein ziemlich beachtliches Ergebnis, insbesonders wenn man es im Vergleich mit den anderen Subblogosphären betrachtet.

Denn die 79 verzeichneten Medienblogs haben im selben Zeitraum sogar 176 Links verloren. Ihre Technorati-Authority ist damit um fast 2 Prozent geschrumpft. Zumindest hier scheint der Spruch vom ausgebrannten Bloggerland einigermaßen zuzutreffen. Noch stärker hat es die 76 Foodblogs getroffen. Sie mussten 158 Links abgeben, was einen Rückgang um über 3 Prozent bedeutet. Die 90 Jobblogs der metaroll konnten dagegen 98 Links dazugewinnen, was ein Wachstum von knapp 3 Prozent bedeutet. Wenn man sich die Zahlen nur für die letzten sieben Tage betrachtet, bleibt der Trend ähnlich, wenn auch deutlich schwächer: Wissenschaftsblogs +2%, Medienblogs -0%, Jobblogs +2%, Foodblogs +0%.

Kurz: Während die Jobblogs nur leicht zugelegt haben und die Food- und Medienblogs sogar an Technorati-Authority verloren haben, haben die Wissenschaftsblogs in der letzten Zeit einen regelrechten Boom erlebt. Das hat sich dann unter anderem auch darin ausgedrückt, dass endlich wieder ein Wissenschaftsblog unter den Top 100 Blogs in Deutschland vertreten ist.



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    Aus dem ausführlichen Gespräch über Wissenschaftsblogs, das ich am Mittwoch mit Marcus Bösch geführt habe, hat es immerhin ein Satz in die aktuelle “Blogschau” der Deutschen Welle geschafft. Dass daraus dann auch noch ein virtuelles Zwiegespräch mit Marc aus der Wissenswerkstatt geworden ist, freut mich noch viel mehr.

    Zugleich zeigt es doch, welche Grenzen diese Form der medialen Informationsvermittlung hat. Ganz abgesehen davon, dass aus Einzelinterviews nur mit ganz viel Glück ein wirkliches Zwiegespräch, ein Dialog, in dessen Verlauf aus einzelnen Bauteilen neue Informationen werden, zusammengestellt werden kann – das ist klar. Auch die Reaktionsmöglichkeiten sind bei Broadcastmedien selbstverständlich äußerst reduziert (obwohl man hier das Internet als Rückkanal nutzen kann).

    Aus Sicht der Blogger ist mit am problematischsten, dass durch die mangelnde Verlinkung der Quellen deren Relevanz insgesamt nach wie vor unterschätzt wird. Auf der einen Seite ist es fast schon zu einem Grundgesetz der Blogosphäre geworden, die Inhalte, auf die man Bezug nimmt, zu verlinken. Dadurch werden pseudointelligente Aggregations- und Sortierdienste wie Rivva möglich. Umgekehrt verlinken Zeitungen, Onlinemagazine und Radiobeiträge nur in Ausnahmefällen (Heises Telepolis ist hier ein lobenswertes Beispiel) auf die referenzierten Blogbeiträge. Auf diese Weise wird der schiefe Eindruck verstärkt, dass die Blogosphäre andere Mediensysteme parasitiert, während Printpresse, TV und Radio ihre Inhalte aus eigener Kraft schaffen (vgl. zur Parasitenthese v.a. den Aufsatz “Are blogs a ‘parasitic’ medium?” von Robert Niles). Durch dieses auch für die empirische Forschung schwer durchsichtige (Nicht-)Linkverhalten wird die Relevanz der Blogosphäre systematisch unterschätzt.



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    Häufig wird das Buzzword “Social Media” (die deutsche Übersetzung “soziale Medien” klingt leider etwas missverständlich) verwendet, um zu die Veränderungen in der Medienlandschaft gegen Anfang des 21. Jahrhunderts zu beschreiben. Wikipedia definiert den Begriff im Augenblick wie folgt:

    Social Media (auch Soziale Medien) ist ein Schlagwort mit dem Webdienste und Plattformen zum gegenseitigen Austausch von Meinungen, Eindrücken und Erfahrungen beschrieben werden. Als Kommunikationsmittel wird dabei Text, Bild, Audio oder Video verwendet. Populäre Medien sind dabei Internetforen, Mailinglisten, Weblogs, Podcasting, Vlogs, Wikis, und Social-Bookmarking-Dienste.

    Diese Definition stellt also im Wesentlichen auf die Dialogfähigkeit der Anwendungen ab (“gegenseitiger Austausch”). Also gehören nicht nur die genannten Phänomene dazu, sondern auch ICQ, Chat und IM müssten dieser Definition nach soziale Medien sein. Auf der anderen Seite ist nicht ganz mir nicht ganz klar, inwiefern Podcasts tatsächlich als Dialogmedien betrachtet werden sollten, oder nicht viel mehr als eine demokratisierte Weiterentwicklung des Radios mit sehr viel niedrigeren Zugangsbarrieren. Das Konzept “gegenseitiger Austausch” scheint also nicht zu genügen, um Social Media zu definieren. Robert Scoble hat vor etwa einem Jahr eine Neun-Punkte-Liste für die Definition des Begriffs zur Diskussion gestellt. Seiner Meinung lassen sich soziale Medien wie folgt definieren:

    • Veränderbarkeit: Einträge in Blogs u.ä. lassen sich schnell revidieren oder aktualisieren, falls sich der Wissensstand in der Zwischenzeit geändert hat.
    • Interaktivität: Das zielt in dieselbe Richtung wie die Wikipedia-Definition. Scoble vergisst allerdings zu erwähnen, dass es nicht nur um Interaktivität als solche geht (“Leserbrief”), sondern darum, dass die Reaktionen in demselben Medium stattfinden können (siehe auch hier).
    • Granulare Erfolgsmessung in Echtzeit: Bei Inhalten, die in sozialen Medien publiziert werden, kann die Popularität z.B. anhand von Kommentaren oder Backlinks nahezu in Echtzeit erfasst werden. Dabei ist allerdings umstritten, welche Maße für welche Zwecke angewendet werden sollen.
    • Leichte Zugänglichkeit der Archive: Bei diesem Kriterium wäre ich vorsichtig, da nicht klar ist, was ein “leichter” Zugang sein soll. Außerdem dürften Microblogging-Dienste nach diesem Kriterium eigentlich nicht zu den sozialen Medien gerechnet werden – sie haben zwar Archive, die sind aber nur schwer zugänglich.
    • Medienmischung: In sozialen Medien können unterschiedliche Medien wie Text oder Bewegtbilder kombiniert werden. Dabei wird allerdings der Medienbegriff problematisch. Was sind in diesem Fall die sozialen Medien? Die Inhalt allein oder erst eine spezifische Form ihrer Kombination?
    • Unmittelbare Publikation: Anders als in klassischen Medien (= “asoziale Medien”?) steht zwischen der Produktion von Inhalten und ihrer Publikation keine Instanz wie z.B. ein Herausgeber, der darüber entscheidet, wann und in welcher Form eine Veröffentlichung vorgesehen ist.
    • Unbegrenzte Länge und Quantität: Ein weiterer spannender Punkt, der sehr gut zu Weinbergers Konzept “Everything is miscellaneous” passt. Social Media-Inhalte können sich über die üblichen Restriktionen bezüglich Länge, Quantität und Sortierung hinwegsetzen. So kann man Youtube nicht sinnvoll mit einem Fernsehsender vergleichen, wird doch an einem einzigen Tag mehr Filmmaterial auf die Server hochgeladen als ein Mensch in seinem gesamten Leben ansehen könnte.
    • Syndizierbarkeit und Verlinkbarkeit: Social Media zeichnen sich auch dadurch aus, dass die Inhalte leicht weiterverwertet werden können, entweder durch die Verlinkung oder die automatische Wiedergabe der Inhalte in einem anderen Kontexte. Dieser Punkt ist insbesonder deshalb spannend, weil damit die klassischen Messverfahren der Reichweitenfeststellung beeinträchtigt sind. Dadurch, dass die Inhalte so leicht reproduziert werden können, erscheint ein integrierter Multi-Site-Ansatz notwendig, um Relevanz und Wirkung von Social Media-Inhalten wirklich schlüssig nachweisen zu können. Dies ist ein wichtiges Aktionsfeld der neu gegründeten Arbeitsgemeinschaft Social Media.
    • Vermischung mit Daten aus anderen Quellen: Nicht nur können die Inhalte an anderen Orten reproduziert werden, sondern es können auch Daten aus anderen Quellen einbezogen werden. Social Media sind mashable.

    So verführerisch diese Auflistung von Merkmalen erscheint, es fehlt nach wie vor eine schlüssige theoretische Grundlage, die einen Zusammenhang zwischen den einzelnen Eigenschaften herstellt oder verdeutlicht, welche der Punkte notwendige bzw. hinreichende Kriterien darstellen.

    Für mich ist ein wichtiger Punkt die Theatralität von Social Media-Kommunikationen. Im Unterschied zu klassischen Dialogmedien wie dem Telefon finden hier die Gespräche auf einer Art Bühne statt, die von anderen Personen beobachtbar ist. Im Social Web wird der dialogische Austausch sendefähig und kann ein quasi-massenmediales Publikum erreichen. Diese Publikum kann allerdings jederzeit die passive Rezipientenrolle verlassen und die Bühne betreten, z.B. indem man einen Kommentar verfasst oder sich mit dem @-Symbol in eine Twitter-Unterhaltung einmischt. Ebenfalls sehr wichtig: Der mit Social Media verknüpfte Medienwandel lässt sich nicht auf ebendiese Medien beschränken, sondern verändert den gesamten Bezugsrahmen für die Beurteilung von Medienwirkungen. Social Media verändern also auch die klassischen Medien. Auch die Printzeitung nach Social Media ist eine andere als davor – und das nicht nur indem Redaktionen zu twittern anfangen oder mit Quick-Response-Codes experimentiert wird.



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  • Wie politisch ist die Blogosphäre?

    SPD und Union dominieren den Diskurs der politischen Blogosphäre. Bei den Jugendorganisationen ist das Bild ausgewogener.

    Vor kurzem konnte man auf Heise Online ein Interview mit Jan Schmidt zum Thema Parteien im Netz lesen. Darin stellt er fest, dass sich das Onlineengagement der deutschen Parteien im Gegensatz zu den USA noch in einer Experimentierphase befindet. Die politische Meinungsbildung bleibe demnach weiterhin stark printzentriert:

    Die überregionale Printpresse bleibt trotz aller Probleme stark. Vielleicht ist das Bedürfnis nach Alternativ-Öffentlichkeiten deshalb niedriger als anderswo.

    Schon vor längerem habe ich mich gefragt: Wie politisch ist die Blogosphäre? Entsprechen die politischen Einstellungen von Bloggern dem Bevölkerungsdurchschnitt? Oder tendiert die digitale Avantgarde zu liberalen, techno-utopistischen politischen Ideen? Spielen politische Parteien in der Blogosphäre überhaupt eine Rolle oder sind es andere, vernetzte Initiativen und Kampagnen, die hier relevant sind? Beispiele dafür wären zum Beispiel abgeordnetenwatch.de, der Arbeitskreis Vorratsdatenspeicherung oder trupoli.

    Zumindest die Frage nach den politischen Parteien lässt sich mit Hilfe meines Blogbuzz-Tools beantworten, das zählt, wie oft die einzelnen Parteien in der Blogosphäre an einem bestimmten Zeitpunkt erwähnt werden. Damit ist natürlich noch nichts über die Bewertung der Parteien gesagt – ob es um Lob oder Kritik geht, lässt sich an diesen Zahlen nicht feststellen. Aber man kann erkennen, wie sich die Aufmerksamkeit auf die einzelnen Parteien verteilt, was in der digitalen Aufmerksamkeitsökonomie eine wichtige Währung darstellt.

    Die folgende Grafik fasst alle Parteierwähnungen des letzten Monats (Februar 2008) zusammen:

    Man erkennt hier verglichen mit der Forsa-Sonntagsfrage vom 27. Februar nahezu identische Werte für die Unionsparteien (36 Prozent Forsa vs. 35 Prozent Blogs), aber das war es auch schon an ähnlichkeiten. Die SPD ist die Partei, die im Februar am häufigsten in der Blogosphäre genannt wird – fast jeder zweite Blogeintrag, in dem eine Partei vorkommt, nennt die Sozialdemokraten. Auch die FDP schneidet mit 15 Prozent sehr stark ab, während die Grünen und die Linke hier nur ein minimales Maß an Aufmerksamkeit auf sich ziehen können. Die großen Volksparteien bestimmen also ganz klar die Aufmerksamkeitsökonomie der Blogosphäre, auch wenn sie in den Wahlen immer seltener die Massenbasis erreichen können. Die politische Blogosphäre ist also keineswegs ein Fünfparteiensystem.

    In der Längsschnittbetrachtung kann man einzelne blogmediale Ereignisse finden, die zu einer Aufmerksamkeitsspitze für einzelne Parteien führen. In dieser Grafik, die die Werte für den letzten Monat darstellen, kann man am 25. deutlich eine Spitze für die CDU und die Grünen finden, die sich mit den Parteiwechsel von Metzger in Verbindung lässt. Zudem erkennt man einen ebensolchen peak für die CSU am 3. und 4. März – hier hat in der Blogosphäre die Aufbereitung der bayerischen Kommunalwahlen stattgefunden:

    Bei den politischen Jugendorganisationen ist das Bild schon etwas ausgeglichener. Hier schneiden insbesondere die Grüne Jugend und die Linksjugend ['solid] im selben Zeitraum deutlich besser ab als entsprechenden Parteien, denen sie nahestehen. Auch die Jungen Liberalen sind etwas stärker vertreten. Dennoch sind auch hier die Jusos mit Abstand am stärksten. Über 40 Prozent der Nennungen von politischen Jugendorganisationen entfallen auf die Jungsozialisten, während die Junge Union nur in gut einem Fünftel der Beiträge genannt wird.

    Insgesamt waren es 365 Nennungen in dem untersuchten Zeitraum, wobei Beiträge, in denen zwei Jugendorganisationen erwähnt werden, auch doppelt gezählt wurden. Dagegen findet man bei der Suche nach den politischen Parteien für den Februar 26.149 Nennungen. Auch wenn die Blogosphärenbevölkerung jünger ist als der Bevölkerungsdurchschnitt, liegt der Fokus eindeutig auf den Parteien, während die Jugendorganisationen nur eine marginale Rolle spielen. In dieser Hinsicht besteht also noch Nachholbedarf. Gerade wenn zutrifft, was Jan Schmidt im Heise-Interview feststellt, nämlich “dass vor allem junge, höher gebildete und internetaffine Menschen für Online-Wahlkämpfe zugänglicher sind” könnten die Jugendorganisationen noch viel präsenter in den Blogosphärenkonversationen sein.

    Auf der re:publica werde ich übrigens zum Thema digitaler politischer Aktivismus zusammen mit Marc Scheloske (Wissenswerkstatt, die heute ihren ersten Geburtstag feiert) noch ein paar Thesen präsentieren, die sich auf die Ergebnisse der Burma-Studie (siehe auch hier) stützen, die wir letzten Herbst durchgeführt hatte.



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    Nachdem ich gestern hier ein paar Maßzahlen vorgestellt habe, mit denen man den Erfolg oder Einfluss eines Weblogs bestimmen könnte, habe ich zwei dieser Maßzahlen einmal an den Top 20-Blogs der Deutschen Blogcharts ermittelt: das Alter und den Einfluss (also die Position in den Blogcharts, die auf der Technorati-Authority beruht). Weil es so schön ist, habe ich auch noch gleich die Titel der ersten Blogposts mit dazu geschrieben – erinnert sich vielleicht noch jemand an diese Beiträge?

     BlogErster EintragDatumBlogcharts
    1Spreeblick„Politik Pur“06.04.023
    2Basic Thinking„Mein erster Eintrag“03.02.031
    3law blog„Terminplan“26.03.036
    4Werbeblogger„Deutscher Markenverband: Kampagne umstritten“06.10.039
    5Chilloutzone.de„flash4 treecrashtraining“13.05.0416
    6Blogbar„Open“16.05.0412
    7Bild Blog„Frage zum Anfang“06.06.042
    8MC Winkels weBlog„Fieser Scheitel“28.07.0417
    9netzpolitik.org„FSFE & LinuxTag e.V.“10.08.045
    101x umrühren bitte„Einladung“17.09.0418
    11WordPress Deutschland„Willkommen“01.11.0420
    12Der Shopblogger„Spirituosen in Mehrwegflaschen“24.01.0514
    13Indiskretion Ehrensache„Wie alles beginnt …“28.01.0510
    14Nerdcore„Nerdcore Online!“21.03.058
    15bueltge.de„Allg – Update bueltge.de“24.07.0515
    16Beetlebum.de„my first blog :)12.08.0519
    17software guide„Willkommen auf der neuen Seite“13.09.057
    18GoogleWatchBlog„GoogleWatch“27.10.0513
    19Ehrensenf„Bill Gates & Steve Jobs; schöne U-Bahnhöfe; faule Demonstranten;“01.11.0511
    20Stefan Niggemeier„Turi & Fonsi“27.07.064

    Allerdings sind zwei Zahlen nicht eindeutig: am 24. Juli 2005 ist bueltge.de von einer Eigenbaulösung auf WordPress umgestiegen, wobei ich die älteren Beiträge auch über archive.org nicht finden konnte. (UPDATE: Die alte Seite gibt es hier, sie ist aber kein Blog gewesen, siehe Franks Kommentar) Bei MC Winkel bezieht sich der 28. Juli 2004 auf den Umbau des Tagebuchs (MC Winkel’s Diary) in ein echtes Weblog. Das Tagebuch besteht bereits seit dem 25. Januar 2001!

    kor.pngDer Zusammenhang zwischen dem Einfluss der Weblogs und dem Alter ist schwach positiv, aber nicht signifikant. Zumindest für diese Top 20 gilt also nicht, je älter desto weiter oben. Wie Bernd in den Kommentaren demonstriert, wird dieser Zusammenhang aber deutlicher, wenn man nicht nur den Rang, sondern auch das absolute Alter in Tagen für die Berechnung verwendet. Interessant ist aber, das bis auf ein Blog alle schon länger als zwei Jahre dabei sind. Außerdem (damit renne ich hier sowieso offene Türen ein, aber trotzdem) ist damit der Spruch von der Kurzlebigkeit des Internet zumindest für die Blogs klar widerlegt. Viele der erwähnten ersten Beiträge sind nach wie vor im Archiv des Blogs auffindbar. Und für die Fälle, wo das – meistens aufgrund des Wechsels zu einer anderen Blogsoftware oder einem anderen Bloghoster – nicht möglich ist, gibt es das Internet Archiv.

    Mein persönlicher Favorit: Thomas Knüwers Begründung seines Blogs als Neujahrsvorsatz 2005:

    Jawohl, mein Vorsatz für das Jahr 2005 lautet (mit etwas Verspätung vorgetragen): Ich will ein Blog starten und regelmäßig, möglichst täglich, bestücken.

    UPDATE: So sieht die Tabelle für die Top 30 aus:

     BlogErster EintragDatumBlogcharts
    1wirres.net„kanaldeckelficker mit fettansatz“11.07.0029
    2Spreeblick„Politik Pur“06.04.023
    3Basic Thinking„Mein erster Eintrag“03.02.031
    4law blog„Terminplan“26.03.036
    5fscklog„Weiteres zu X.3“26.03.0323
    6Werbeblogger„Deutscher Markenverband: Kampagne umstritten“06.10.039
    7Fontblog„Sonderzeichen Europa“12.02.0425
    8Dr. Web Weblog„Symbole, Buttons und Icons zum Download“14.03.0421
    8Slanted„Versus nun erhältlich“02.04.0424
    10Chilloutzone.de„flash4 treecrashtraining“13.05.0416
    11Blogbar„Open“16.05.0412
    12Bild Blog„Frage zum Anfang“06.06.042
    13MC Winkels weBlog„Fieser Scheitel“28.07.0417
    14netzpolitik.org„FSFE & LinuxTag e.V.“10.08.045
    151x umrühren bitte„Einladung“17.09.0418
    16WordPress Deutschland„Willkommen“01.11.0420
    17Der Shopblogger„Spirituosen in Mehrwegflaschen“24.01.0514
    18Indiskretion Ehrensache„Wie alles beginnt …“28.01.0510
    19Nerdcore„Nerdcore Online!“21.03.058
    20bueltge.de„Allg – Update bueltge.de“24.07.0515
    21Beetlebum.de„my first blog :)12.08.0519
    22software guide„Willkommen auf der neuen Seite“13.09.057
    23GoogleWatchBlog„GoogleWatch“27.10.0513
    24Ehrensenf„Bill Gates & Steve Jobs; schöne U-Bahnhöfe; faule Demonstranten;“01.11.0511
    25Politically Incorrect 05.01.0630
    26Stefan Niggemeier„Turi & Fonsi“27.07.064
    27Upload„Anstiftung zur Revolution“20.11.0627
    28Der Spiegelfechter„Willkommen beim Spiegelfechter“04.04.0722
    29deutsche startups„Jetzt geht’s los“14.04.0726
    30Bestatterweblog„Rittersporn für Kurt“16.04.0728



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    maunaloamap2.jpgWie misst man den “Erfolg” oder die “Wichtigkeit” eines Weblogs? Wenn es um die Werbeanzeigen geht, spielen nach wie vor die Seitenaufrufe (Page Impressions) eine zentrale Rolle, obwohl es mittlerweile eine ganze Reihe alternativer Metriken gibt, mit denen man z.B. den Wert oder das Potential eines Weblogs erkennen kann. Angeregt durch die sehr lesenswerte Zusammenstellung von Avinash Kaushik, hier ein paar Möglichkeiten:

    1. Alter: Wie alt ist das Blog? In vielen Fällen ist das einer der wichtigsten Indikatoren, da er häufig ein Indiz dafür ist, wie wichtig einer Bloggerin das Blog ist. Bisherige Blogstudien haben gezeigt, das die “Sterblichkeit” junger Blogs sehr groß ist und sehr viele Blogger ziemlich bald die Lust und Motivation verlieren.
    2. Volumen: Hier wird einfach der Umfang eines Blogs gemessen. So wie es dicke Wälzer und dünne Broschüren gibt, haben manche Blogs viele Einträge, andere nur sehr wenige. Gemessen wird entweder die Zahl der Beiträge oder die Zahl der Zeichen, die insgesamt in einem Blog publiziert wurden. Allerdings ist die zweite Variante dann schwierig, wenn es sich um Blogs handelt, die viel mit Bildern, Audiodateien oder Videos arbeiten.
    3. Postfrequenz: Mit der Postfrequenz wird nicht die Gesamtzahl der Beiträge erfasst, sondern die Beiträge, die in einem bestimmten Zeitraum veröffentlicht werden, z.B. in der Einheit Beiträge pro Woche. Während das Volumen in der Regel stark vom Alter eines Blogs abhängt, ist die Postfrequenz in dieser Hinsicht neutral. Gezählt wird nur, was in einer durchschnittlichen Woche geschrieben wird.
    4. Aufmerksamkeit: Der klassische Indikator des Web 1.0 misst, wie häufig das Weblog abgerufen wird (Page Impressions) beziehungsweise wie viele Besucher das Blog anziehen kann (Visitors / Unique Visitors). Zu bedenken ist allerdings, dass auch die Abonnenten des RSS-Feeds eines Blogs zum Publikum zu zählen sind.
    5. Einfluss: Der Einfluss eines Blogs zeigt an, wie stark es in der Blogosphäre vernetzt ist, konkret: wie viele andere Blogs sich auf dieses Blog beziehen. Dabei gibt es mehrere Ansatzpunkte um dieses Maß, das sich sehr gut für eine netzwerkanalytische Interpretation eignet, zu operationalisieren: a) anhand der Blogrollverlinkung, die sich besonders gut eignet, Affinitäten abzubilden (“Ich mag Blog X”), jedoch sehr statisch ist und sich über lange Zeit kaum ändert (siehe metaroll), b) anhand der Beitragsverlinkung, also z.B. über Trackbacks oder “via”-Links (siehe Technorati) oder c) anhand der Benutzerbewegungen von einem Blog(beitrag) zu einem anderen (Traffic, früher: blogscout).
    6. Nähe und Betweenness: Neben dem Verlinkungsgrad sind auch noch zwei weitere netzwerkanalytische Maßzahlen denkbar. Die Nähe (closeness) misst, wie weit ein Blog zu den anderen Blogs der Blogosphäre (oder auch: der interessierenden Subcommunity) entfernt ist und mit der Betweenness-Zentralität erfasst man, wie wichtig die Position eines Blogs in einem Blognetzwerk ist, um zwischen anderen Blogs zu makeln.
    7. Kommentarintensität: Mit diesem Indikator wird erfasst, wie sehr es einem Blogger gelingt, seine Leser über die Kommentarfunktion in ein Gespräch zu verwickeln. Außerdem ist eine hohe Kommentarintensität – gemessen als Anzahl der Kommentar pro Post – oftmals ein Indiz dafür, dass die Blogposts sehr kontrovers formuliert sind und viele Leser zum Widersprechen motivieren (vgl. etwa die Posts von Pharyngula)

    Alle diese Indikatoren machen allerdings nur wenig Sinn, wenn sie für ein einzelnes Blog berechnet werden. Erst im Vergleich mit den Werten für andere Weblogs lassen sich die einzelnen Werte in ihrer Bedeutung interpretieren. Oder aber man betrachtet die Entwicklung der Werte für ein einzelnes Blog über die Zeit hinweg und erhält so einen Eindruck davon, ob und in welchem Maße ein Blog an Einfluss etc. gewinnt.



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