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	<title>viralmythen &#187; medien</title>
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		<title>Katzenbilder sind der Kitt der Gesellschaft &#8211; oder: Die drei Arten von Information im Internetzeitalter</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2011/12/27/katzenbilder-sind-der-kitt-der-gesellschaft/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 23:46:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2011]]></category>
		<category><![CDATA[katzenbilder]]></category>
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		<description><![CDATA[Indem der Zeitungsleser beobachtet, wie exakte Duplikate seiner Zeitung in der U-Bahn, beim Friseur, in seiner Nachbarschaft konsumiert werden, erhält er ununterbrochen die Gewißheit, daß die vorgestellte Welt sichtbar im Alltagsleben verwurzelt ist. Benedict Anderson Lagerfeuer Zwei Sentenzen hört man immer wieder, wenn es um die gesellschaftliche Funktion von Medien geht. Der erste Satz lautet: [...]]]></description>
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<p style="text-align: right;"><em>Indem der Zeitungsleser beobachtet,<br />
</em><span style="font-style: italic;">wie exakte Duplikate seiner Zeitung in der U-Bahn,<br />
beim Friseur, in seiner Nachbarschaft konsumiert werden,<br />
erhält er ununterbrochen die Gewißheit,<br />
daß die vorgestellte Welt sichtbar im Alltagsleben verwurzelt ist.</span></p>
<p style="text-align: right;">Benedict Anderson</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://getfile2.posterous.com/getfile/files.posterous.com/metaroll/AAbjulukJFftzvFpuDJgnbFcCEutqduHjttkDFDBExzcDbgsImGEwFliHJyt/p559.jpg.scaled1000.jpg" alt="" width="500" /></p>
<p><strong>Lagerfeuer</strong></p>
<p>Zwei Sentenzen hört man immer wieder, wenn es um die gesellschaftliche Funktion von Medien geht. Der erste Satz lautet: &#8220;Das Fernsehen ist das Lagerfeuer der Nation&#8221;. Je nachdem, aus welcher Generation man stammt, mögen die Assoziationen unterschiedlich sein und von Wandervögeln über Pfadfinder bis Indianern reichen. Impliziert sind aber immer die folgenden Dinge: Geselligkeit, Gesang, manchmal: Bohnen aus der Dose.</p>
<p>Immer jedoch geht es um ein Leuchten inmitten einer dunklen Nacht, das von irgendjemandem bewacht werden muss. Die kalte Einheit der Nation wird durch das Lagerfeuer zu einem spürbar warmen Zusammenhalt. So zumindest die Ideologie der Fernsehmacher, die diesen Satz gerne immer wieder aufwärmen.</p>
<p><strong>Klebstoff</strong></p>
<p>Der zweite Satz lautet: &#8220;Informationen sind der Kitt der Gesellschaft.&#8221; Immerhin, dieser Satz kommt ohne das wärmende Feuer des Fernsehbildes aus und beschränkt sich auf die formale Feststellung, dass Informationen die Gesellschaft zusammenhalten. Geht man von einigermaßen orthodoxen Interpretationen der Systemtheorie aus, ist der Satz eine bloße Tautologie. Wenn Gesellschaft zum Beispiel nach Luhmann das größte soziale System darstellt und soziale Systeme aus Kommunikationen bestehen, versteht sich der Satz von selbst.</p>
<p>Aber meistens ist dieser Satz viel normativer gemeint (Luhmann würde diese normative Deutung nicht mit einer Zange anfassen). Dann geht es nämlich um den normativ guten Zusammenhalt, der bedroht ist, wenn die Information nicht mehr das leistet, was sie tut &#8211; integrieren. Das klingt <a href="http://www.zeit.de/campus/2012/01/sprechstunde-miriam-meckel/komplettansicht">bei Meckel</a> dann so:</p>
<blockquote><p>Es gäbe keinen kritischen Diskurs mehr, und damit würde unser System auseinanderfallen. Informationen sind der Kitt, der unsere Gesellschaft zusammenhält. In meinem Buch treibe ich diese Idee auf die Spitze: Die Menschheit schafft sich durch die Perfektionierung der Algorithmen selbst ab.</p></blockquote>
<p>Je mehr die Algorithmen uns in einer Filterblase einlullen, desto geringer die Chance der systemintegrierenden Informationen, uns noch zu erreichen. Irgendwann fällt die Gesellschaft dann auseinander. An dieser Stelle wird es aber spannend. Meckel hat gar nicht einmal Unrecht mit der gesellschaftlichen Funktion der Medien. Medien stützen, ja schaffen sogar Gesellschaften. Die ersten Nationalstaaten des 19. Jahrhunderts waren Drucksachen. Erst die massenhafte Vervielfältigung immer derselben Informationen schaffte in den Köpfen der Menschen eine homogene Vorstellung von Gesellschaft und Nation.</p>
<p>Aber Meckel verwendet die falsche Zeitform. Informationen waren dieser Kitt, haben diese Funktion aber in der Gegenwart verloren. Nach wie vor sind heute, im Informationszeitalter, Informationen eine Art Kitt. Aber, was dadurch zusammengeklebt wird, ist nicht mehr die eine Gesellschaft, sondern sind viele unterschiedliche, überlappende, große, kleinere, feste, lose Gemeinschaften. Oder wie es der Presseschauer formuliert: <a href="http://www.theeuropean.de/presseschauer/5394-bedeutungsverlust-der-zeitungen">Katzenbilder sind der Kitt der Gesellschaft</a>.</p>
<p>Vor allem hat sich die Art der Information verändert. Es geht nicht mehr um die journalistisch recherchierten und nach Maßgabe der Aufmerksamkeitsfaktoren aufbereiteten Nachrichten für ein <a href="http://blog.metaroll.de/2011/12/26/das-internet-die-gatekeeper-und-die-qualitat/">durchschnittliches allgemein-gebildetes Publikum</a>. Stattdessen spielen für die Gemeinschaften im Internetzeitalter folgende drei Formen der Information die zentrale Rolle:</p>
<p><strong>Die drei Arten von Information der Internetgesellschaft</strong></p>
<ul>
<li><strong>Schwarmähnliche Status- und Positionsmeldungen</strong>, mit denen wir den anderen Mitgliedern unserer virtuellen Stämme mitteilen, wo wir uns gerade aufhalten und wie unsere Koordinaten relativ zu den anderen Mitgliedern aussehen. Diese Informationsaufnahme geschieht häufig gar nicht voll bewusst, sondern diese &#8220;<a href="http://blog.metaroll.de/2009/05/21/the-twitter-is-the-message-willkommen-in-der-reload-gesellschaft/">ambient intimacy</a>&#8221; wird reflexartig hergestellt. Wir merken vor allem das Fehlen eines Signals / einer Statusmeldung, zumal uns diese Aufmerksamkeit immer stärker von Technologien abgenommen wird. Wenn die Signale vorhanden sind, ist alles in Ordnung, die Gewissheit der (sozialen) Welt kann weiter bestehen.</li>
<li><strong>Hermetische Symbolkommunikation</strong>, also <a href="http://www.slow-media.net/memetic-turn">Meme</a>, die nur innerhalb einer bestimmten Community verständlich ist, außerhalb aber nur als Rauschen oder &#8220;Gibberish&#8221; wahrgenommen wird. Katzenbilder fallen in diese Kategorie, obwohl sie zu den exoterischsten Spielarten dieser Form von Informationen gehören. Sie können zumindest im Rahmen von Parametern wie &#8220;süß&#8221; oder &#8220;seltsam&#8221; auch außerhalb der Gemeinschaften dekodiert werden.</li>
<li><strong>Kommunikative Feedbackschleifen</strong>, die sehr schnell zu kreisenden oder sich aufschaukelnden und schließlich eskalierenden Erregungszuständen führen können. Zahlreiche jüngere Beispiele zeigen die systemzersetzende Wirkung dieser Kommunikationsform. Hier ist die Information alles andere als Kitt, sondern gesellschaftlicher Sprengstoff.</li>
</ul>
<p>Alle drei Arten taugen nicht recht als gesellschaftlicher Kitt, sondern lösen gesellschaftliche Strukturen auf oder stärken tribale Formen der Vergemeinschaftung. Die Statusmeldungen, weil sie reflexartig ablaufen, die Meme, weil sie soziale Substrukturen fördern und die Feedbackschleifen auf Grund der Neigung zur Eskalation.</p>
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		<title>Kontrollverlierer</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/06/24/kontrollverlierer/</link>
		<comments>http://blog.metaroll.de/2010/06/24/kontrollverlierer/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 21:49:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[weblogs]]></category>

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		<description><![CDATA[In formalen Organisationen passiert so etwas regelmäßig. Jemand legt sich mit den Strukturen und Prozessen der Organisation an und bekommt dafür die Rechnung. Dazu muss man keine Funktionen und Folgen formaler Organisationen gelesen zu haben, um vorhersehen zu können, dass ein Blogger, der seit kurzem bei einer großen Tageszeitung als CTRL-Verlustblogger engagiert wurde, im Ernstfall [...]]]></description>
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<p>In formalen Organisationen passiert so etwas regelmäßig. Jemand legt sich mit den Strukturen und Prozessen der Organisation an und bekommt dafür die Rechnung. Dazu muss man keine Funktionen und Folgen formaler Organisationen gelesen zu haben, um vorhersehen zu können, dass ein Blogger, der seit kurzem bei einer großen Tageszeitung als CTRL-Verlustblogger engagiert wurde, im Ernstfall eines Streits mit der <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2010/06/24/kontrollverlust-paradox/">Organisation</a> keine allzu guten Karten besitzt. Das hat dann auch nichts mit <a href="http://carta.info/29643/clash-der-publizistischen-kulturen-mspr0-und-faz-net/">unterschiedlichen Publikationskulturen</a> oder Dezentralität versus Zentralismus zu tun, sondern schlicht damit, wie kreativ man die Regeln, unter den man eingestellt wurde, auslegen kann, bevor es knallt.</p>
<p>Einigermaßen bemerkenswert ist allerdings doch, wie <a href="http://mspr0.de/?p=1468">dieses Ereignis</a> nun in <a href="http://www.sichelputzer.de/2010/06/24/sperren-loeschen-oder-pressefreiheit-fuer-ein-faz-blog/">anderen Blogs</a> als &#8220;eklatanter Widerspruch zur Pressefreiheit&#8221; oder besonders daneben als &#8220;<a href="https://twitter.com/sixtus/status/16944119065">Bücherverbrennung</a>&#8221; deklariert wird. Mit Pressefreiheit hat das nämlich überhaupt nichts zu tun. Pressefreiheit beschreibt nicht das Recht eines Bloggers, für seine Blogposts und nicht einmal selbstgeschossenen Fotos, eine reichweitenstarke Präsenz wie die FAZ als Bühne verwenden zu können. Pressefreiheit ist kein Recht darauf, gehört zu werden, sondern ein Abwehrrecht dagegen, zum Schweigen gebracht zu werden.</p>
<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/michael_untermais.jpg"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/michael_untermais.jpg" alt="" title="michael_untermais" width="333" height="333" class="aligncenter size-full wp-image-1235" /></a></p>
<p>Ist es nicht eine herrliche Ironie, dass der Gründungsherausgeber der FAZ, Paul Sethe, 1965 folgende bitterbösen Sätze geschrieben hat, die heute in keiner Journalistikvorlesung fehlen:</p>
<blockquote><p>Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten&#8230; Da die Herstellung von Zeitungen und Zeitschriften immer größeres Kapital erfordert, wird der Kreis der Personen, die Presseorgane herausgeben, immer kleiner. Damit wird unsere Abhängigkeit immer größer und immer gefährlicher.</p></blockquote>
<p>Der Witz an der Sache ist, dass genau dieser Zusammenhang 45 Jahre später nicht mehr zwangsläufig ist. Das Herstellen von Zeitungen und Zeitschriften mag immer noch einen zu großen Kapitalaufwand bedeuten, um das als Individuum stemmen zu können. Aber das Verbreiten der eigenen Meinung ist nicht mehr nur eine Frage des ökonomischen Kapitals. Jeder kann sich mit Hilfe von freien und kostenlosen Programmen wie der WordPress-Blogsoftware eine eigene Publikationsplattform schaffen und seine Meinung publizieren &#8211; &#8220;<a href="http://www.ring2.de/archives/faz-blog-der-absolute-kontrollverlust/index.php">aus einer gemütlichen Stube heraus</a>&#8220;. Das ist dann freilich noch keine Garantie dafür, dass die eigene Meinung dann auch gelesen wird, aber genau das ist auch Pressefreiheit. Im Web haben ein großer Verlag und ein einzelner Blogger wenigstens prinzipiell die gleichen Startbedingungen, ein gutes, lesenswertes Medium zu schaffen und dafür dann auch ein Publikum zu finden.</p>
<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/michael_untermais2.jpg"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/michael_untermais2.jpg" alt="" title="michael_untermais2" width="500" height="235" class="aligncenter size-full wp-image-1236" /></a></p>
<p>Genau an diesem Punkt wird es dann aber höchst politisch, denn dazu gehört z.B. auch, dass die Inhalte nicht aufgrund ökonomischer Erwägungen aus den wichtigen Distributions- und Informationskanälen wie Suchmaschinen, Videoplattformen, Wikis etc. herausgelöscht werden wie z.B. im Fall des Wikileaks-Videos &#8220;Collateral Damage&#8221; von Youtube geschehen. Dazu meine Slow-Media-Kollege Jörg Blumtritt, der einen &#8220;<a href="http://www.slow-media.net/virtueller-rundfunk">Virtuellen Rundfunk</a>&#8221; fordert:</p>
<blockquote><p>Eine Website, die auf Google nicht gelistet wird, existiert de facto nicht; ein Buch, dass Amazon nicht anbietet, kann man gleich wieder einstampfen; Musik, die i-tunes nicht listet, wird kaum gehört werden. Es ist höchste Zeit, dass wir – als Gesellschaft– aktiv werden, Initiative ergreifen, die Stimme erheben. Und zwar nicht, indem wir versuchen, über Regelungen und Gesetze alles in den alten Bahnen festzuzementierten (das wird ohnehin nichts bewirken). Nein, es ist vielmehr wichtig, eine aktive Rolle einzunehmen und nicht nur zu reagieren.</p></blockquote>
<p>Das Problem ist nicht der Kontrollverlust eines Bloggers gegenüber einem Unternehmen, mit dem er ein für ihn wie auch immer missverständliches <a href="http://blogbar.de/archiv/2010/06/24/ein-paar-fakten-und-personliche-worte-uber-das-bloggen-bei-der-faz/">Vertragsverhältnis</a> eingegangen ist, sondern der drohende Kontrollverlust gegenüber einer immer mächtigeren Informationsinfrastruktur, deren wesentliche Bausteine nicht in öffentlicher, sondern privater Hand sind. Da hat der alte Sethe dann doch noch seine Relevanz.</p>
<p><small>Ergänzung: Die Blogosphäre wäre eine viel interessantere Welt, wenn alle Blogger ihre Fotos selbst machen würden.</small></p>
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		<title>Reichsparteitagsmärchen im ZDF</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/06/13/reichsparteitagsmarchen-im-zdf/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 20:45:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Ohne das Internet hätte es wahrscheinlich kaum jemand gemerkt. In der Halbzeitpause sprechen die ZDF-Moderatorin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn über das Tor von Miroslav Klose im ersten Spiel der WM mit deutscher Beteiligung. Dabei rutscht Müller-Hohenstein die zweifelhafte Formulierung &#8220;Das war für Miroslav Klose ein innerer Reichsparteitag&#8221; heraus. Zu diesem Zeitpunkt ist das Publikum normalerweise [...]]]></description>
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<p>Ohne das Internet hätte es wahrscheinlich kaum jemand gemerkt. In der Halbzeitpause sprechen die ZDF-Moderatorin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn über das Tor von Miroslav Klose im ersten Spiel der WM mit deutscher Beteiligung. Dabei rutscht Müller-Hohenstein die zweifelhafte Formulierung &#8220;Das war für Miroslav Klose ein innerer Reichsparteitag&#8221; heraus. Zu diesem Zeitpunkt ist das Publikum normalerweise auf dem Weg in den Keller um noch ein Bier zu holen oder geht kurz auf die Toilette. Heute sitzt man nebenbei am Computer und kommentiert das Spiel auf Facebook oder Twitter:</p>
<p><object width="500" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/7hL6HWhMpJM&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xd0d0d0&#038;hl=en_US&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/7hL6HWhMpJM&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xd0d0d0&#038;hl=en_US&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowScriptAccess="always" width="500" height="385"></embed></object></p>
<p>Noch in derselben Sekunde werden die ersten Twitter-Nachrichten verschickt, die mit der Wortwahl der Moderatorin, vorsichtig ausgedrückt, überhaupt nicht zufrieden sind. Nahezu ebenso schnell schlagen die ersten Nutzer im Wiktionary nach und verharmlosen die seltsame Wortwahl als gängige umgangssprachliche Redewendung (kurzer Hinweis: darum geht es gar nicht, sondern darum, dass eine Formel, die im Dritten Reich üblich war in der Primetime auf dem ZDF gesendet wird &#8211; ohne jede Distanz). Es folgen dann zum Teil sehr seltsame Begründungen, warum so eine Redewendung unproblematisch sei:</p>
<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/andereparteien.jpg"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/andereparteien.jpg" alt="" title="andereparteien" width="373" height="79" class="aligncenter size-full wp-image-1217" /></a><br />
oder<br />
<a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/zitat2.png"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/zitat2.png" alt="" title="zitat2" width="428" height="71" class="aligncenter size-full wp-image-1219" /></a></p>
<p>Aber nicht nur das Publikum sitzt an den Rechnern, sondern auch der Sender. Und auch hier wird per Twitter das Gesagte kommentiert:</p>
<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/zdfonline.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1209" title="zdfonline" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/zdfonline.jpg" alt="" width="500" /></a></p>
<p>Diese Twitter-Nachricht hat das Potential für mich zu meinem bisherigen Twitter-Tiefpunkt zu werden. So kommuniziert der offizielle Kanal einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt? Redewendungen, die im Dritten Reich gängig waren und heute noch in der Umgangssprache weiterleben finden nicht nur über eines der reichweitenstärkste Fernsehformat einen Weg in den öffentlichen Sprachgebrauch, sondern werden auch noch als einfache Redewendung entschuldigt &#8211; Reichsparteitag steht hier auch für eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt für Stolz und Befriedigung. That&#8217;s it? Ich hoffe nicht.</p>
<p><b>UPDATE</b>: Auch die <a href="http://www.welt.de/fernsehen/article8032421/Mueller-Hohenstein-spricht-von-Reichsparteitag.html">Welt</a> und die <a href="http://www.taz.de/1/sport/wm-2010/artikel/1/irre-40-nazi-skandal-beim-zdf/">taz</a> haben das Thema schon aufgegriffen. F!XMBR widmen dem Thema <a href="http://www.fixmbr.de/der-innere-reichsparteitag-des-zdf/">zwei</a> <a href="http://www.fixmbr.de/der-innere-reichsparteitag-des-zdf-2/">Blogposts</a> und auch auf <a href="http://wortreich.in/der-reichsparteitag-in-dir-zdf-blamiert-sich/">Wortreich</a> und dem <a href="http://medium.blogsport.de/2010/06/13/innerer-reichsparteitag/">medium-Blog</a> finden sich Posts dazu.</p>
<p><b>UPDATE 2</b>: In der taz hat der WDR-&#8221;Kultreporter&#8221; 2005 in einem <a href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=le&#038;dig=2005%2F11%2F01%2Fa0029&#038;cHash=f4750fc08b">Interview</a> von einem ähnlichen Fehlgriff erzählt: &#8220;Es gab ein Spiel Fortuna Düsseldorf gegen Nürnberg. Der Spieler Detlef Szymanek, zuvor von Düsseldorf nach Nürnberg gewechselt, erzielte ein Tor und ich benutzte ausgerechnet die Formulierung &#8220;das war für ihn ein innerer Reichsparteitag&#8221;. In dem Moment als ich den Satz gesprochen hatte war mir klar, dass gibt Ärger. Und so war es auch.&#8221;</p>
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		<title>Wasserspiele</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/06/05/wasserspiele/</link>
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		<pubDate>Sat, 05 Jun 2010 20:09:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[soziologie]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal sind Wasserspiele einfach nur eine willkommene Erfrischung an einem heißen Sommertag. Die Lektüre von Gartenbauliteratur von 17. bis 19.  Jahrhundert zeigt aber, dass man Springbrunnen auch als Medium beobachten kann. Als sehr langsames Medium &#8211; deshalb habe ich auf dem Slow Media Blog einen Beitrag über &#8220;Springende Strahlen&#8221; geschrieben. Am besten lesen, so lange [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><img style="margin: 5px;" src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/gehler_springbrunnen-300x77.jpg" alt="" width="300" height="77" align="left" />Manchmal sind Wasserspiele einfach nur eine willkommene Erfrischung an einem heißen Sommertag. Die Lektüre von Gartenbauliteratur von 17. bis 19.  Jahrhundert zeigt aber, dass man Springbrunnen auch als Medium beobachten kann. Als sehr langsames Medium &#8211; deshalb habe ich auf dem Slow Media Blog einen Beitrag über &#8220;<a href="http://www.slow-media.net/springende-strahlen">Springende Strahlen</a>&#8221; geschrieben. Am besten lesen, so lange das Sommerwetter anhält.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mit dem Blackberry im Methusalemkomplott</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/12/19/mit-dem-blackberry-im-methusalemkomplott/</link>
		<comments>http://blog.metaroll.de/2009/12/19/mit-dem-blackberry-im-methusalemkomplott/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 17:51:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[web2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich muss gestehen, dass mich bisher die Debatte um die digitale Überforderung &#8211; zum Wortführer dieser Scheinbewegung hat sich Frank Schirrmacher gemacht &#8211; wenig berührt hat. Vielleicht ist mit folgender abgewandelter Tocotronic-Textzeile seine Position so weit zusammengefasst, dass man sich alle weitere Lektüre sparen kann: Wahrscheinlich hat Schirrmacher gar keine Zeit, Twitter ist gut doch [...]]]></description>
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<p><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2009/12/IMG_06221-139x300.jpg" alt="Informationsflut" title="Informationsflut" width="139" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-1139" />Ich muss gestehen, dass mich bisher die <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,665806,00.html">Debatte</a> um die digitale Überforderung &#8211; zum Wortführer dieser Scheinbewegung hat sich <a href="http://carta.info/18949/algorithmen-im-alltag-wie-das-werkzeug-seinen-erfinder-umarbeitet/">Frank Schirrmacher</a> gemacht &#8211; wenig berührt hat. Vielleicht ist mit folgender abgewandelter <a href="http://www.youtube.com/watch?v=LEcgFCYdadg">Tocotronic-Textzeile</a> seine Position so weit zusammengefasst, dass man sich alle weitere Lektüre sparen kann:</p>
<blockquote><p>
Wahrscheinlich hat Schirrmacher gar keine Zeit,<br />
Twitter ist gut doch die Welt noch nicht bereit.
</p></blockquote>
<p>Natürlich kommen bei mir mehr Informationen an als ich verarbeiten kann. Das würde ich aber nicht unbedingt auf das Internet oder das Social Web im Besonderen zurückführen. Eine Mailbox, in der sich 2578 ungelesene Emails virtuell stapeln ist hat für mich keinen sehr viel größeren Aufforderungscharakter als der Stapel un- oder halbgelesener Bücher, die sich in meinem Haus physisch stapeln. Warum sollte mein Hirneiweiß durch den einen Informationsstau veranlasst sehen, neue Formen des Verklumpens zu bilden als bei dem anderen Informationsstau?</p>
<p>Zwar gibt es deutliche Unterschiede zwischen dem gedruckten Informationsüberfluss &#8211; jeder, der schon einmal eine Zeitung wie z.B. Schirrmachers FAZ abonniert hatte, weiß wie alte Zeitungsausgaben dazu neigen, den Lebensraum zu verstopfen &#8211; und der neuen digitalen Unübersichtlichkeit. Aber begleitend zu den neuen Überforderungsphänomenen gibt es neue Coping-Mechanismen. Zum Beispiel Blackberry: Klar signalisiert mir das blinkende rote Licht immer wieder, dass neue Informationen abgerufen oder aufgenommen werden wollen. Wenn ich das Smartphone umdrehe, so dass die rote Leuchte nach unten zeigt, sehe ich das Blinken nicht mehr. Ein einfacher Trick, millionenfach bewährt.</p>
<p>Und auch für digitale Informationskanäle wie Twitter gibt es so etwas. Das Geheimrezept lautet &#8220;einfach mal ignorieren&#8221;. Vielleicht ist es hierbei von Vorteil, wenn man sowieso so vielen Menschen folgt, dass man mit dem Lesen nicht mehr hinterherkommt? Ich folge knapp 2.500 Menschen auf Twitter. Keine Chance, auch nur annähernd up to date zu bleiben mit all ihren Gedanken, Ängsten, Banalitäten, Entdeckungen etc. Das schnelle Tempo führt dazu, dass ich mich ganz bewusst an bestimmten Informationen oder Personen orientiere. Was jemand explizit mir mitteilen möchte (also <a href="http://search.twitter.com/search?q=@furukama">@furukama-Botschaften</a>), bekomme ich mit. Ebenso alles, was die Handvoll Menschen schreibt, die mir besonders wichtig sind (dafür habe ich eine Twitter-Liste). Für den ganzen Rest entwickelt sich so eine Art <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flow_%28Psychologie%29">Flow</a>-Gefühl, ein Schweben über dem Informationsstrom, von dem ich nur hin und wieder einzelne Gedanken mitbekomme, mehr nicht.</p>
<p>Der einzige Punkt, der an dieser Debatte wirklich interessant ist: Wie passen die Diagnosen der letzten Schirrmacher-Werke zusammen? Hier wird es wirklich spannend. Auf der einen Seite der Methusalem-Komplott in dem die Älteren die Macht übernehmen und den Staat von oben bis unten umkrempeln. Auf der anderen Seite die immer schwächeren nachwachsenden Generationen, die aber mit Twitter, iPhone und Facebook das, was sie an Masse und Macht verloren haben, durch Geschwindigkeit wieder wettmachen wollen? Droht hier tatsächlich ein Krieg der Alten gegen die Jungen bzw. der jederzeit erreichbaren Echtzeitgehirne gegen die in Offline-Idyllen schwelgenden Altersrassisten? Und vor allem: Wo steht ein Schirrmacher in diesem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tohuwabohu">Tohuwabohu</a>?</p>
<p>Vielleicht zum Abschluss noch einen theologischen Gedanken. Das passt ganz gut zur Adventszeit, die übrigens ebenfalls zwei Gesichter hat: ein helles, fröhliches Süßer-die-Glocken-nie-klingen-Gesicht, und gleichzeitig aber auch ein kulturgeschichtlich sehr viel älteres düsteres Gesicht einer Endzeit, in der man schwarz getragen hat und gefastet hat und weder heiraten, noch sich in der öffentlichkeit freuen durfte. Die glückselige Informationsarmut des vom Netz genommenen Methusalems ähnelt tatsächlich einem paradiesischen Zustand. Das Paradies ist nämlich sogar etymologisch nichts anderes als ein früher &#8220;<a href="http://www.isarrunde.de/isarrunden/40/1/1/17/das_netz_als_sammlung_vieler_walled_garden.html">walled garden</a>&#8221; (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gartenkunst_im_Vorderen_Orient">pairidaeza</a>), in dem es keine Information gibt, da es sich um einen statischen Zustand handelt und Information immer bedeutet: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Gregory_Bateson">ein Unterschied, der einen Unterschied macht</a>. Ich finde hier die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=5zNdMc6wGtU">Theologie der Talking Heads</a> am überzeugendsten, die den Himmel wie folgt beschreiben:</p>
<blockquote><p>
Heaven, heaven is a place,<br />
a place where nothing, nothing ever happens<br />
Heaven, heaven is a place,<br />
a place where nothing, nothing ever happens
</p></blockquote>
<p>Das Gegenteil von dieser himmlischen Zeitlosigkeit sind die zutiefst irdischen digitalen Echtzeit-Informationsströme, in denen jeden Tag etwas neues passiert, jeden Tag neue Personen in den Timelines auftauchen, jeden Tag andere Verknüpfungen der potentiell globalen Netzwerkgesellschaft aktualisiert werden.</p>
<p>Siehe dazu auch:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.michaelreuter.org/2009/12/haben-sie-eine-payback-card-oder-kommunizieren-ist-%C3%BCbungssache.html">Haben Sie eine Payback-Card &#8211; oder Kommunizieren ist Übungssache</a> von Michael Reuter</li>
<li><a href="http://www.isarrunde.de/empfehlungen/43/1/1/17/absaufen_in_der_informationsflut.html">Absaufen in der Informationsflut</a> auf dem Isarrunde-Blog</li>
<li><a href="http://www.text-raum.de/zweiraum/diskurs-ein-hin-und-hergehendes-gesprach">Diskurs: ein hin- und hergehendes Gespräch</a> von Sabria David
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Das tribale Internet</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/11/07/das-tribale-internet/</link>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 11:17:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[ethnologie]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[web2.0]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Michael Reuter stellt in seinem Blog anlässlich des Todes von Claude Lévi-Strauss die wichtige Frage: Ist es denkbar, dass durch die zunehmende Transparenz des Wissens, der Meinungen und der Aktivitäten der Teilnehmer des Netzes gerade die für eine biologische und kulturelle Entwicklung notwendigen Unterschiede individueller, abgekapselter Gruppen verlorengehen? Oder anders ausgedrückt: Ist das Internet (bzw. [...]]]></description>
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<p><a href="http://www.michaelreuter.org/2009/11/gedanke-zur-bedeutung-von-claude-l%C3%A9vystrauss-traurigen-tropen-f%C3%BCr-das-internet.html">Michael Reuter</a> stellt in seinem Blog anlässlich des Todes von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Lévi-Strauss">Claude Lévi-Strauss</a> die wichtige Frage:</p>
<blockquote><p>Ist es denkbar, dass durch die zunehmende Transparenz des Wissens, der Meinungen und der Aktivitäten der Teilnehmer des Netzes gerade die für eine biologische und kulturelle Entwicklung notwendigen Unterschiede individueller, abgekapselter Gruppen verlorengehen?</p></blockquote>
<p>Oder anders ausgedrückt: Ist das Internet (bzw. heute das <a href="/2009/06/06/leben-in-140-zeichen/">Echtzeitinternet</a> und das soziale Internet) ein großer Gleichmacher? Ich glaube nicht.</p>
<p>Zum einen hatten wir in der Ethnologie diese Diskussion schon vor längerer Zeit ausführlich am Beispiel des Fernsehens durchgespielt. Klar, eine &#8220;Eingeborenenfamilie&#8221; im tiefsten Busch, deren jüngster Sohn leidenschaftlicher Rambo-Fan ist und deren Eltern zu Dallas-Experten geworden sind, sprechen auf den ersten Blick für den Erfolg eines neuen universalistischen Mediums, das die gesamte Erde planiert (&#8220;<a href="/2008/07/16/die-welt-ist-nicht-geschrumpft-sondern-zerknittert/">a flat earth</a>&#8220;) und sämtliche kulturelle Unterschiede zerstört. Das wirkt aber nur auf den ersten oberflächlichen Blick so. Wenn man nämlich damit anfängt, diese Menschen zu verstehen, dann merkt man, dass der Rambo, den sie sehen, ein ganz anderer ist als derjenige, den wir sehen. Auch die immer wieder beschwörte Amerikanisierung unserer Kultur betrifft in erster Linie die Oberflächen (den von Lévi-Strauss zitierten warmen Lackgeruch und den Wintergreen-Tee) und nicht die Rezeption, Umdeutung und Aneignung dieser Stoffe. <a href="http://www.aber.ac.uk/media/Modules/TF33120/katzlieb.html">Katz und Liebes</a> hatten in einer großen empirischen Studie gezeigt, wie ein und dieselbe Fernsehserie (Dallas) in unterschiedlichen kulturellen Gruppen ganz unterschiedlich wahrgenommen werden.</p>
<p>Aber dennoch: der technologische Unterbau des Internet ist tatsächlich zu einer universellen Geschichte geworden, die weltweit sehr gleichförmig ist. Das indische TCP/IP scheint sich nicht von dem brasilianischen zu unterscheiden. In Deutschland verwendet man HTML ähnlich wie in Japan &#8211; bzw. vielleicht fehlen uns noch kulturwissenschaftliche Studien, die hier dann doch Unterschiede finden. Und zum Teil sind auch die politischen Fragen, die sich hieran knüpfen, ähnliche: Soll man den Zugang für alle frei schalten oder auf bestimmte Personenkreise beschränken? Soll man zensieren oder nicht? Die Antworten freilich fallen je nach kulturellem und politischen Kontext höchst unterschiedlich aus.</p>
<p>Das Internet und auch das Web 2.0 ist keine globale Monokultur. Natürlich ist es potentiell möglich, dass, wie Reuter sagt, &#8220;letztlich alle wissen, was irgendwo passiert und was irgendwer macht&#8221;. Nur bleibt diese Tatsache immer im Konjunktiv. De facto nutzen wir Plattformen wie Twitter, Facebook oder auch Blogs tendenziell eher tribalistisch als esperantistisch. Die meisten meiner Kontakte, mit denen ich täglich über Twitter kommuniziere, kommen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Schon, wenn ich nach Italienern suche, wird es schwierig. Und dann habe ich noch gar nicht nach dem Bildungsgrad und dem räumlichen Kontext gefragt. Das weltumspannende Kommunikationsnetz funktioniert für Sensationen wie zum Beispiel Erdbeben oder politische Umstürze. Aber auch dort ist es nicht die Masse, die hier kommuniziert, sondern nur eine Elite, die sowieso relativ homogen ist. Also die berühmten &#8220;kosmopolitischen Vielflieger&#8221;.</p>
<p>Ich würde noch weiter gehen: Gerade Social Media haben ein großes Potential, die Bildung von stammesähnlichen Gebilden zu unterstützen. Also von sehr traditionalistischen Organisationsformen, die jedoch auf Grundlage einer weltweit standardisierten Technologie nicht mehr an räumliche Nähe gebunden sind (hier darf natürlich auch der <a href="http://twitter.com/jbenno/status/5504489366">wichtige Hinweis</a> auf McLuhan nicht fehlen). Diese Stämme sind aber aufgrund ihrer Ortsunabhängigkeit nicht offen sichtbar wie z.B. die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Yanomami">Yanomami</a> der 1960er Jahre, sondern wirken diffus. Erst mit Hilfe von Netzwerkanalysen werden diese Strukturen sichtbar. Erst ein ethnologisches Eindringen in diese Zusammenhänge offenbart dann die Stammes-Partikularismen vor einem universalistischen techno-politischen Hintergrund.</p>
<p>Auf eine Formel gebracht: <strong>Es gibt nicht nur ein Social Web, sondern viele</strong>. Aber eigentlich steckt das alles schon im Begriff des Internets.</p>
<p><strong>Literatur zum Thema:</strong></p>
<ul>
<li>Claude Lévi-Strauss: Traurige Tropen. Frankfurt, 1978.
<li>Manuel Castells: The Rise of the Network Society. Oxford, 1996.
<li>Marshall McLuhan / Quentin Fiore: War and Peace in the Global Village. New York, 1968.
<li>Tamar Liebes / Elihu Katz: The Export of Meaning: Cross-Cultural Readings of Dallas. Oxford, 1990.
</ul>
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		<title>Internationale Diplomatie auf Twitter</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/01/09/internationale-diplomatie-auf-twitter/</link>
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		<pubDate>Fri, 09 Jan 2009 14:40:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[außenministerium]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich bin kein Freund dieser ewigen Deutschland-USA-Vergleiche. Aber ein Unterschied ist doch bemerkenswert: Während in Deutschland über Politiker, die versuchen, mit Medien wie Twitter in einen direkten Kontakt zu ihren Wählern zu treten, immer wieder Hohn und Spott ausgegossen werden, scheint diese Art zu kommunizieren in den USA auf allen Ebenen zunehmend akzeptiert zu sein. [...]]]></description>
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<p>Ich bin kein Freund dieser ewigen Deutschland-USA-Vergleiche. Aber ein Unterschied ist doch bemerkenswert: Während in Deutschland über Politiker, die versuchen, mit Medien wie Twitter in einen direkten Kontakt zu ihren Wählern zu treten, immer wieder Hohn und Spott ausgegossen werden, scheint diese Art zu kommunizieren in den USA auf allen Ebenen zunehmend akzeptiert zu sein.</p>
<p>Vor kurzem habe ich ein faszinierendes Beispiel für diese neue politische Kommunikationsform entdeckt: Den <a href="http://twitter.com/simccormack">Twitterstream</a> von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sean_McCormack">Sean McCormack</a>, Sprecher des US-Außenministeriums. In dieser Funktion war er beispielsweise bis gestern in New York an den Sitzungen des UN-Sicherheitsrats zum Gaza-Konflikt beteiligt und hat über Twitter und Twitpic eine äußerst spannende Innensicht der internationalen Krisendiplomatie gegeben.</p>
<p><a href="http://twitpic.com/photos/simccormack">Die Handyfotos</a> unterscheiden sich dabei deutlich von der sonst üblichen Presseperspektive auf derartige Veranstaltungen. Anders als der sorgfältig arrangierte und in den immergleichen Pressekonferenzräumen und Pressebereichen aufgenommene Bildjournalismus, sieht man hier das ganze aus einer fast schon ethnologischen teilnehmenden Beobachterperspektive.</p>
<p>Besonders eindrucksvoll finde ich das folgende Bild, das die scheidende US-Außenministerin <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Condoleeza_Rice">Condoleeza Rice</a> in einem Konferenzraum direkt neben dem Raum des UN-Sicherheitsrates zeigt:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-975" title="UN" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2009/01/17067901.jpg" alt="UN" width="473" height="630" /></p>
<p>Ein weiteres eindrucksvolles Bild ist dieses hier: <a href="http://twitpic.com/10yb6">Die Abstimmung zur UN-Resolution</a>. Während das Bildmaterial über den Sicherheitsrat in der Regel <a href="http://images.google.de/images?q=un+security+council">von schräg oben</a> fotografiert ist, sieht man hier die &#8220;Bodenperspektive&#8221;.</p>
<p>Dabei wird der Twitter-Stream hier nicht als kommunikative Einbahnstraße genutzt (was gerade in Krisensituationen wie den Mumbai-Anschlägen <a href="http://twitter.com/simccormack/status/1025360656">durchaus sinnvoll sein kann</a>), sondern Sean McCormack beantwortet Fragen zu seiner Tätigkeit, zu den Plänen des US-Außenministeriums, aber auch zu Social Media- und Kommunikationsthemen. Wer noch einmal behauptet, dass Social Media zwangsläufig bedeutet, dass hier die journalistischen Inhalte der &#8220;echten&#8221; Massenmedien kopiert werden, sollte sich diesen Twitter-Stream unbedingt einmal ansehen. Ich bin gespannt, ob dieser neue Kommunikationsstil auch unter der künftigen Außenministerin Hillary Clinton weitergeführt oder -entwickelt wird.</p>
<p>Die spannende Frage ist: Wenn die politischen und diplomatischen Akteure mit Medien wie Twitter sehr viel schneller und flexibler von Ereignissen wie einer UN-Sicherheitsratssitzung berichten können, <strong>wozu brauchen wir überhaupt noch die Dopplung durch die journalistische Berichterstattung?</strong> In Zukunft wird die Rolle der Journalisten noch viel mehr darin liegen, die unterschiedlichen Informationsquellen zu sammeln, vergleichen, bewerten und kommentieren. Die Vorort-Berichterstattung wird nicht mehr zu den journalistischen Kernaufgaben gehören. Nachrichtenportale binden in Zukunft zum Beispiel die Twitter-Streams von den wichtigsten politischen und diplomatischen Akteuren vor Ort in aggregierter Form auf ihrer Seite ein und beschränken sich auf das Kommentieren und Bewerten.</p>
<p>Die Zeit der Pressekonferenzen ist endlich vorbei.</p>
<p>Weitere Links zum Thema:</p>
<ul>
<li><a href="http://twitter.com/usembassyzambia">Twitterstream der US-Botschaft in Zambia</a></li>
<li><a href="http://twitter.com/Colleen_Graffy">Twitterstream von Colleen Graffy</a> (Deputy Assistant Secretary for Public Diplomacy im US-Außenministerium)</li>
<li><a href="http://blogs.state.gov/">Blog des US-Außenministeriums</a></li>
<li>Dreiteilige Analyse des Consortium for Strategic Communication (COMOPS) über die Bloggingstrategie des US-Außenministeriums (<a href="http://comops.org/journal/2008/10/09/state-dept-blogging-one-year-later-part-1-success-despite-challenges/">Teil 1</a>, <a href="http://comops.org/journal/2008/10/25/state-dept-blogging-one-year-later-part-2-themes-and-categories/">Teil 2</a>, <a href="http://comops.org/journal/2008/11/20/state-dept-blogging-one-year-later-part-3-what-dipnote-readers-have-to-say/">Teil 3</a>)</li>
</ul>
<p>(Foto mit freundlicher Genehmigung von Sean McCormack)</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wer vertraut wem? Firmenblogs genießen besonders wenig Vertrauen</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/12/09/wer-vertraut-wem-firmenblogs-geniessen-besonders-wenig-vertrauen/</link>
		<comments>http://blog.metaroll.de/2008/12/09/wer-vertraut-wem-firmenblogs-geniessen-besonders-wenig-vertrauen/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 09 Dec 2008 17:28:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gerade auf dem Groundswellblog gefunden: eine Umfrage von Forrester zum Vertrauen in unterschiedliche Nachrichtenkanäle (nach einer mehr oder weniger kurzen Registrierung &#8211; je nachdem wieviele Fehler man im Formular macht &#8211; bekommt man auch den gesamten Bericht als pdf). So etwas ähnliches hatte ich vor kurzem ja auch für die StudentInnen. Jetzt geht es um [...]]]></description>
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<p>Gerade auf dem Groundswellblog <a href="http://blogs.forrester.com/groundswell/2008/12/people-dont-tru.html">gefunden</a>: eine Umfrage von Forrester zum Vertrauen in unterschiedliche Nachrichtenkanäle (nach einer mehr oder weniger kurzen Registrierung &#8211; je nachdem wieviele Fehler man im Formular macht &#8211; bekommt man auch den gesamten Bericht als pdf). So etwas ähnliches hatte ich <a href="http://blog.metaroll.de/2008/11/25/studium-20-vertrauen-studenten-der-wikipedia/">vor kurzem</a> ja auch für die StudentInnen. Jetzt geht es um einen repräsentativen Schnitt durch die US-Onlinebevölkerung. Die Ergebnisse in Kurzform:</p>
<ul>
<li>Am stärksten vertrauen die Leute ihren <strong>Bekannten und Freunden</strong>. Besonders glaubwürdig werden die Informationen dann, wenn sie über das klassische Digitalmedium &#8220;Email&#8221; übertragen werden. 77% geben an, dieser Quelle völlig zu vertrauen oder zu vertrauen. Merkwürdigerweise wirkt das Social-Network-Profil eines Bekannten nur noch auf 43% der Nutzer vertrauenswürdig. Vielleicht ein Effekt des deutlich sichtbaren Branding der Seiten oder der Werbeeinblendungen? Das Medium spielt in diesem Fall doch eine deutliche Rolle. <a href="http://blog.metaroll.com/2008/08/09/marshall-mcluhans-premonitions-about-the-internet/">McLuhan </a>würde sich freuen.</li>
<li>Ebenfalls sehr glaubwürdig sind <strong>Produktrezensionen</strong>. Darin liegt der große Vorteil von Amazon gegenüber seinen Mitbewerbern ohne nutzergenerierte Rezensionen. Nicht nur werden auf diese Weise Millionen von Seiten gefüllt und immer wieder aktualisiert, sondern diese Inhalte werden auch noch als besonders vertrauensvoll wahrgenommen. Auch, wenn sie von Unbekannten geschrieben wurden. Für mich ist das ein deutlicher Hinweis, dass Unternehmen, Organisationen, Parteien etc. sich verstärkt diesen Plattformen zuwenden sollten. Sowohl zuhörend, um zu erfahren, wie sie bewertet werden, als auch aktivierend, also selbst Kritiken und Bewertungen anstoßend.</li>
<li>Die <strong>Massenmedien </strong>liegen im Mittelfeld des Vertrauens und erreichen Werte zwischen 48% (gedruckte Branchenverzeichnisse) oder 46% (gedruckte Zeitungen) und 39% (Radio) oder 38% (TV).</li>
<li><strong>Wikis </strong>(33%) liegen in den Vertrauenswerten unterhalb von professionellen Nachrichtenangeboten im Web (39%), aber immer noch vor Unternehmensemails (28%) oder Forenbeiträgen (21%).</li>
<li>Nun zur schlechten Nachricht: Besonders schlecht schneiden <strong>Unternehmensblogs </strong>ab, die nur von 16% der Befragten als vertrauensvoll bewertet werden. Das ist sehr wenig, aber private Blogs liegen mit 18% auch nicht sehr viel weiter vorne. Allerdings handelt es sich hier um sehr neue Arten der Unternehmenskommunikation, mit denen sowohl die Produzenten als auch die Nutzer noch längst nicht so souverän umgehen wie zum Beispiel mit den klassischen Massenmedien.</li>
<li>Sehr spannend ist die Differenzierung nach der Nutzerkategorie, also die<strong> Unterschiede zwischen allen Onlinern, Bloglesern und Blogschreibern</strong>. Besonders deutlich sind die Unterschiede, wenn es um das Vertrauen in Blogs geht. Blogschreiber vertrauen Unternehmensblogs (fast 40%) und privaten Blogs (fast 50%) stärker. Aber auch Wikis profitieren von der Vertrautheit mit Social Media. Sie liegen bei ihnen gleich auf mit professionellen Onlinenachrichtenangeboten und Printzeitschriften. Social-Network-Profile von Bekannten liegen bei aktiven Bloggern, was das Vertrauen betrifft, an dritter Stelle hinter Email und Produktbewertungen.</li>
<li>Dabei ist besonders interessant, dass auch klassische Massenmedien davon profitieren. Blogger und Blogleser scheinen insgesamt den Medien mehr Vertrauen zu schenken als Nicht-Blogger. Womöglich steckt dahinter eine Art <strong>generalisiertes Medienvertrauen oder media literacy</strong>, das sowohl dazu führt, dass Menschen sich in Blogs ausdrücken als auch dazu, dass sie anderen Medien stärker vertrauen. Eine Schlussfolgerung: Auch klassische Medien wie Zeitschriften oder Printzeitungen sollten sich demnach verstärkt um diese medienaffinen Nutzer bemühen anstatt in ihnen allein eine Bedrohung zu sehen.</li>
</ul>
<div>Ein Kritikpunkt ist, dass nicht danach gefragt wurde, um welche Inhalte es jeweils geht. Ich vermute, dass sich das Medienvertrauen deutlich unterscheidet, je nachdem ob es um Informationen über einen Bombenanschlag in Mumbai geht oder um Erfahrungen mit dem neuen EEE-PC oder um das Leben der Paris Hilton. Ein zweiter Punkt ist, dass nicht zeitlich differenziert wird, um welche Stadien der Informationsgewinnung es sich handelt: ob um die zwanglose Recherche, das Überprüfen von Informationen oder um breaking news. Überhaupt wäre es interessant, auch einmal die wahrgenommenen Geschwindigkeiten zu überprüfen. Das ist schließlich auch ein Faktor, der einen Informationskanal kennzeichnet: der Informationsdurchsatz.</div>
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		</item>
		<item>
		<title>Alles Avatare?</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/09/30/alles-avatare/</link>
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		<pubDate>Tue, 30 Sep 2008 13:36:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[avatare]]></category>
		<category><![CDATA[interaktion]]></category>
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		<category><![CDATA[twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerade bin ich auf ein Missverständnis, vielleicht auch eher eine Unschärfe gestoßen, die in vielen soziologischen Neue-Medien- bzw. Internettheorien zu finden ist. Tilmann Sutter schreibt in seinem Aufsatz über die Interaktivität neuer Medien folgendes: Die Nutzer von Computern interagieren nicht mit Personen, sondern mit Texten bzw. symbolischen Repräsentationen [...] Es geht nicht um Beziehungen zwischen [...]]]></description>
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<p>Gerade bin ich auf ein Missverständnis, vielleicht auch eher eine Unschärfe gestoßen, die in vielen soziologischen Neue-Medien- bzw. Internettheorien zu finden ist. Tilmann Sutter schreibt in seinem Aufsatz über die Interaktivität neuer Medien folgendes:</p>
<blockquote><p>
Die Nutzer von Computern interagieren nicht mit Personen, sondern mit Texten bzw. symbolischen Repräsentationen [...] Es geht nicht um Beziehungen zwischen konkreten Personen, die sich als Personen wahrnehmen und identifizieren, sondern um Intertextualität.
</p></blockquote>
<p>Auf den ersten Blick naheliegend. Ich spreche auf Twitter, Facebook oder in einer Email nicht mit einer anderen Person, sondern tippe Buchstaben, die dann codiert und übertragen werden. Zwischen die Kommunikationspartner tritt also eine Vermittlung. Aber ist das nicht auch im Fall der Interaktion von Angesicht zu Angesicht der Fall? Auch in diesem Fall können keine Beziehungen ohne Codierung hergestellt werden. Schon mal mit jemandem unterhalten, der nur eine fremde Sprache spricht? Auch in diesem Fall wird ein Medium verwendet, denn die Bewusstseine werden nicht aneinandergekoppelt. Hier ist es kein elektronisches Medium, sondern ein akustisches. Die Stimmen werden durch die Luft als Schallwellen übertragen. Auch die Face-to-Face-Interaktion beruht also auf Technik, Codierung und Vermittlung.</p>
<p>Ich würde sogar sagen, dass es ebenfalls symbolische Repräsentationen geschaffen werden. Das Timbre der Stimme, der Gesichtsausdruck, die Gesten &#8211; alles Beobachtungen, die mit Bedeutungen versehen und zu einer Repräsentation der anderen Person verdichtet werden. Wen oder was ich als &#8220;konkrete Person&#8221; wahrnehme, ist kulturell gerahmt und hängt von der Einübung bestimmter Kulturtechniken ab. Das Sprechen von Angesicht zu Angesicht hat gegenüber Twitternachrichten oder SMS einen unleugbaren historischen Vorteil. Das führt aber bisweilen dafür, dass man das Eingeübte mit dem Natürlichen verwechselt. Wenn ich nur lange genug twittere, komme ich allmählich dazu, den medialen Kontext auszublenden und spreche nicht mehr mit Avataren, sondern mit &#8220;konkreten Personen&#8221;.</p>
<p>Dass es Unterschiede zwischen mündlicher und schriftlicher Kommunikation (mit McLuhan vielleicht besser allgemein: visueller Kommunikation) gibt, bestreite ich gar nicht. Nur liegen sie nicht darin, dass die eine Form &#8220;konkreter&#8221; und im wahrsten Sinne des Wortes &#8220;persönlicher&#8221; sei als die andere.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Neue Medientheorie</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/07/07/neue-medientheorie/</link>
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		<pubDate>Mon, 07 Jul 2008 10:31:24 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[buch]]></category>
		<category><![CDATA[computer]]></category>
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		<category><![CDATA[kulturwissenschaften]]></category>
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		<category><![CDATA[theorie]]></category>
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		<description><![CDATA[Wie ich bereits erwähnt habe, liegt gerade der &#8220;Reader Neue Medien&#8221; von Karin Bruns und Ramón Reichert auf meinem Schreibtisch (hier gibt&#8217;s eine Leseprobe). Sieht auf den ersten Blick sehr interessant aus zumal mir die sehr &#8220;Transcriptische&#8221; Perspektive, unter der dieser Band zusammengestellt wurde, sehr sympathisch ist: &#8220;Der Schwerpunkt &#8230; liegt auf einem kulturwissenschaftlichen Ansatz, [...]]]></description>
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<p><a href='http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3899423399/wwweigenarbeo-21/'><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/07/ts339g-180x300.jpg" alt="" title="ts339g" width="180" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-522" /></a>Wie ich <a href="http://twitter.com/furukama/statuses/851836262">bereits erwähnt</a> habe, liegt gerade der &#8220;<a href="http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3899423399/wwweigenarbeo-21/">Reader Neue Medien</a>&#8221; von Karin Bruns und Ramón Reichert auf meinem Schreibtisch (<a href="http://www.transcript-verlag.de/ts339/ts339l.php?">hier</a> gibt&#8217;s eine Leseprobe). Sieht auf den ersten Blick sehr interessant aus zumal mir die sehr &#8220;Transcriptische&#8221; Perspektive, unter der dieser Band zusammengestellt wurde, sehr sympathisch ist: </p>
<blockquote><p>
&#8220;Der Schwerpunkt &#8230; liegt auf einem kulturwissenschaftlichen Ansatz, der den Computer als Bedeutung generierendes Medium versteht, mit dem sich Macht erzeugen, Politik betreiben und Kunst hervorbringen lässt.&#8221;
</p></blockquote>
<p>Auf stolzen 540 Seiten werden die Themen Digitalisierung, Virtualität, Hypertext, Cyberfeminismus, Networking, Spiele und Avatare in 38 grundlegenden Texten abgehandelt. Dabei fällt auf, dass es vor allem angelsächsische Autoren sind, die für die Theorie Neuer Medien für einflussreich gehalten werden. Die deutschsprachige Medientheorie ist durch die <em>usual suspects</em> <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Max Bense">Max Bense</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Friedrich Kittler">Friedrich Kittler</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claus Pias">Claus Pias</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Siegfried J. Schmidt">Siegfried J. Schmidt</a> sowie noch Marie-Luise Angerer vertreten.</p>
<p>Bei der Auswahl der Texte, von denen ich viele schon aus anderen Zusammenhängen kenne (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Alan Turing">Alan Turing</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vannevar Bush">Vannevar Bush</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Esther Dyson">Esther Dyson</a>, John B. Barlow, Donna Haraway, Steven Levy, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Howard Rheingold">Howard Rheingold</a>, Sherry Turkle), erkennt man deutlich die Problematik der Zusammenstellung eines solchen Readers: Auf der einen Seite möchte man aktuelles Material bieten, das den <em>state of the art</em> des Nachdenkens über Neue Medien repräsentiert. Auf der anderen Seite müssen die Texte aber schon ein wenig &#8220;abgehangen&#8221; sein, so dass sich überhaupt beurteilen lässt, welche Entwürfe Bestand haben werden und eine Diskussion hervorgebracht haben. So lässt sich erklären, dass nur ein einziger Beitrag jünger als fünf Jahre ist.</p>
<p>Nur bedeutet das, dass der hier präsentierte Blick auf digitale Medien das Mainstreaming vieler Webanwendungen, die durch das mobile Netz mögliche Durchdringung von virtuellen und materiellen Welten sowie die Entstehung eines <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Noosph%C3%A4re">Teilhardschen globalen Bewusstseins (&#8220;Noosphäre&#8221;</a>) noch nicht im Blick hat.</p>
<p>Außerdem fehlen Beiträge von ausgerechnet den beiden Theoretikern, in deren Theorien die jüngsten Entwicklungen tatsächlich schon auftauchen: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vilém Flusser">Vilém Flusser</a> und <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marshall McLuhan">Marshall McLuhan</a>.</p>
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		<title>Internet ist einflussreichstes Medium</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/06/16/internet-ist-einflussreichstes-medium/</link>
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		<pubDate>Mon, 16 Jun 2008 15:29:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[einfluss]]></category>
		<category><![CDATA[fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[forschung]]></category>
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		<description><![CDATA[Das Internet ist mittlerweile das einflussreichste Medium geworden. Dieses Fazit zieht zumindest die gerade veröffentlichte &#8220;Digital Influence Index Study&#8221; von Fleishman Hillard und Harris Interactive. Normalerweise vergleicht man Medien wie Zeitung, TV, Zeitschriften, Radio und Internet Indikator für Indikator. Geht es um die Reichweite, die Nutzungsdauern oder auch die Glaubwürdigkeit liegt das Internet meistens auf [...]]]></description>
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<p>Das Internet ist mittlerweile das einflussreichste Medium geworden. Dieses Fazit zieht zumindest die gerade veröffentlichte &#8220;<a href="http://www.fhdigital.net/InfluenceIndex/the-Digital-Influence-Index-2008.pdf">Digital Influence Index Study</a>&#8221; von Fleishman Hillard und Harris Interactive.</p>
<p>Normalerweise vergleicht man Medien wie Zeitung, TV, Zeitschriften, Radio und Internet Indikator für Indikator. Geht es um die Reichweite, die Nutzungsdauern oder auch die Glaubwürdigkeit liegt das Internet meistens auf dem zweiten oder dritten Platz hinter &#8211; es kommt darauf, welchen Indikator man betrachtet &#8211; Zeitung und TV.</p>
<p>Wenn man allerdings mehrere Indikatoren gemeinsam betrachtet und z.B. Nutzungsdauer und Glaubwürdigkeit multiplikativ verknüpft, dann rückt das Internet auf einmal an die erste Stelle. Der Digitale Einflussindex errechnet sich als &#8220;the amount of time consumers spent on a given medium combined with the relative importance they attach to that medium.&#8221; Das Ergebnis ist ein prozentuales Maß für den Anteil verschiedener Medien am gesamten Einfluss auf die Konsumenten. In Deutschland liegt das Internet mit 40% klar vor den anderen Kanälen TV (22%), Radio (13%), Zeitungen (14%) und Zeitschriften (11%).</p>
<p>Der Bericht versteht sich als Bestätigung der These, dass zwar auf der einen Seite das Bedürfnis der Konsumenten nach Nachrichten ungebrochen ist, jedoch zunehmend über das Internet befriedigt wird: &#8220;In fact, one could argue that the digital form of the written word is more powerful than its ink-on-paper predecessor&#8221;. Wenn man sich die ebenfalls in dieser Studie erhobenen Zahlen der Printverweigerer &#8211; also der Personen, die in einer typischen Woche keine gedruckten Zeitungen oder Zeitschriften gelesen haben &#8211; betrachtet, dann sind die deutschen Zahlen (13% Zeitschriftenverweigerer und 14% Zeitungsverweigerer) im Vergleich mit den britischen und französischen Lesern noch vergleichsweise niedrig. Dort liegen nur die französischen Zeitschriften unter einer Verweigerungsquote von 25%.</p>
<p>Trotz des deutlichen Einflussvorsprungs von Online sind die Werbeausgaben noch nicht entsprechend umgeschichtet worden. Aber es wäre auch falsch, wie es der Bericht suggeriert, hier einen Automatismus zu vermuten. Denn gerade, wenn es um die neuen Aktivitäten im Internet geht &#8211; sowohl um den Ausdruck der eigenen Person in Blogs oder Social Networks als auch um mobile Internetanwendungen auf dem Handy &#8211; fehlen zuverlässige Ergebnisse zur Werbewirkungsforschung noch. Für die klassischen Anwendungsfälle des Web 1.0 &#8211; die Studie nennt hier das Recherchieren, Kommunizieren und Einkaufen &#8211; sieht es dagegen etwas besser aus. Das Forschungsprogramm für die nächsten Jahre dürfte damit klar sein. Wer packt es an?</p>
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		<title>Der Neuigkeitswert von RSS-Feeds</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/06/13/der-neuigkeitswert-von-rss-feeds/</link>
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		<pubDate>Fri, 13 Jun 2008 13:26:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[bildungsforschung]]></category>
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		<description><![CDATA[Wir leben noch in einer Ära, in der das Einrichten eines RSS-Feeds auf einer Internetseite eine eigene Pressemitteilung wert ist: Pressemitteilung MPI für Bildungsforschung bietet RSS-Feed Dr. Petra Fox-Kuchenbecker, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Max-Planck-Institut für Bildungsforschung 13.06.2008 Die Bibliothek des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung bietet ab sofort einen Informationsdienst an, der es Interessierten weltweit erlaubt, die Anzeige [...]]]></description>
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<p><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/06/institutionlogo2218.gif" alt="" title="institutionlogo2218" width="200" height="50" class="alignright size-medium wp-image-508" />Wir leben noch in einer Ära, in der das Einrichten eines <a href="http://library.mpib-berlin.mpg.de/libraryrss/iv/ivall.xml">RSS-Feeds</a> auf einer Internetseite eine eigene Pressemitteilung wert ist:</p>
<blockquote><p>
Pressemitteilung<br />
MPI für Bildungsforschung bietet RSS-Feed<br />
Dr. Petra Fox-Kuchenbecker, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit<br />
Max-Planck-Institut für Bildungsforschung<br />
13.06.2008</p>
<p>Die Bibliothek des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung bietet ab sofort einen Informationsdienst an, der es Interessierten weltweit erlaubt, die Anzeige neuer Publikationen aus dem Institut zu abonnieren.<br />
Alle, die sich für die Forschungsergebnisse des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung interessieren, müssen künftig nicht mehr mühsam die Publikationen-Webseite des Instituts nach Beiträgen durchsuchen. Stattdessen erhalten Sie automatisch eine Nachricht, wenn die Veröffentlichung erscheint. Ein link führt dann zur vollständigen Titelanzeige.<br />
Dieser Dienst, der technisch als RSS-Feed realisiert ist, kann für alle Publikationen des Instituts oder getrennt nach Forschungsbereichen abonniert werden. Sie erreichen den Dienst unter http://library.mpib-berlin.mpg.de/iv/iv.php?year=2008-</p>
<p>Weitere Informationen:</p>
<p>http://www.mpib-berlin.mpg.de</p>
</blockquote>
<p>(<a href="http://idw-online.de/pages/de/news265483">via</a>)</p>
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		</item>
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		<title>Was ist ein Blog?</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/05/20/was-ist-ein-blog/</link>
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		<pubDate>Tue, 20 May 2008 14:30:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[blog]]></category>
		<category><![CDATA[blogosphäre]]></category>
		<category><![CDATA[definition]]></category>
		<category><![CDATA[dialog]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich habe es schon über Twitter gepostet, aber der Vollständigkeit halber füge ich diese Abbildung auch noch in mein Blog ein. Gesucht war eine möglichst verständliche Antwort auf die ewige Frage &#8220;Was ist ein Blog?&#8221; Wenn ich das Prinzip &#8220;Blog&#8221; auf vier Punkte reduzieren müsste, wären es die folgenden (Klick zum Vergrößern): Für mich ist [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Ich habe es schon <a href="http://twitpic.com/19qk">über Twitter gepostet</a>, aber der Vollständigkeit halber füge ich diese Abbildung auch noch in mein Blog ein. Gesucht war eine möglichst verständliche Antwort auf die ewige Frage &#8220;Was ist ein Blog?&#8221; Wenn ich das Prinzip &#8220;Blog&#8221; auf vier Punkte reduzieren müsste, wären es die folgenden (Klick zum Vergrößern):</p>
<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/05/hamburg_blog.png"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/05/hamburg_blog_s.png" alt="" title="hamburg_blog" width="500" height="375" class="center" align="center" /></a></p>
<p>Für mich ist insbesondere der zweite Punkt wichtig: Im Grunde genommen sind Blogs so etwas wie geronnene Datenströme, die jederzeit wieder &#8220;aufgetaut&#8221; werden können und in ganz andere Formen gebracht werden können (Stichwort: Data Portability). Dieser Punkt wird vor allem in der &#8220;The Conversation has left the Blogosphere&#8221;-Diskussion deutlich, als auf einmal klar wurde, dass man gar nicht mehr überblicken, geschweige denn kontrollieren kann, wo die eigenen Bloginhalte (als Ströme) auftauchen und von anderen kommentiert werden.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wissenschaftsblogs &#8211; eine Erfolgsgeschichte</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/05/06/wissenschaftsblogs-eine-erfolgsgeschichte/</link>
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		<pubDate>Tue, 06 May 2008 10:00:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[blogs]]></category>
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		<category><![CDATA[food]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine weitere interessante Maßzahl kann nun über die metaroll-Channels abgerufen werden: die quantitative Entwicklung der Technorati-Authority eines Channels bzw. einer Subblogosphäre. Was bedeutet das? Während über die Sparklines der einzelnen Blogs abgelesen werden kann, ob ein Blog in den letzten 30 Tagen Links dazugewonnen oder verloren hat, kann man mit der neuen Maßzahl Aussagen über [...]]]></description>
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<p>Eine weitere interessante Maßzahl kann nun über die metaroll-Channels abgerufen werden: die quantitative Entwicklung der <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/06/23/wie-funktioniert-der-technorati-linkcount/">Technorati-Authority</a> eines Channels bzw. einer Subblogosphäre. Was bedeutet das? Während über die <a href="http://www.edwardtufte.com/bboard/q-and-a-fetch-msg?msg_id=0001OR&#038;topic_id=1">Sparklines</a> der einzelnen Blogs <a href="http://blog.metaroll.de/2008/04/24/die-25-dynamischsten-wissenschaftsblogs/">abgelesen</a> werden kann, ob ein Blog in den letzten 30 Tagen Links dazugewonnen oder verloren hat, kann man mit der neuen Maßzahl Aussagen über eine gesamte Subblogosphäre treffen, z.B. über die Wissenschafts-, Medien-, Karriere- oder Foodblogs. Diese Angaben findet man ganz unten auf den Channelseiten, direkt über der dynamischen Blogcloud:</p>
<p><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/05/metaroll_gesamtauthority.png" alt="" title="metaroll_gesamtauthority" width="450" height="73" class="center" align="center" /></p>
<p>Die 282 in der metaroll verzeichneten <a href="http://www.metaroll.de/science"><strong>Wissenschaftsblogs</strong></a> haben im Beobachtungszeitraum <strong>637 neue Links</strong> dazugewinnen können. Wobei es sich hier um den Nettozugewinn handelt, denn im selben Zeitraum gab es selbstverständlich auch Verluste, die jedoch in der Zahl schon berücksichtigt sind. Die Wissenschaftsblogosphäre hat damit <strong>um fast 16 Prozent zugelegt</strong>. Ein ziemlich beachtliches Ergebnis, insbesonders wenn man es im Vergleich mit den anderen Subblogosphären betrachtet.</p>
<p>Denn die 79 verzeichneten <a href="http://www.metaroll.de/media"><strong>Medienblogs</strong></a> haben im selben Zeitraum sogar 176 Links verloren. Ihre Technorati-Authority ist damit um fast 2 Prozent geschrumpft. Zumindest hier scheint der <a href="http://medienlese.com/2008/05/05/medienblogcharts-bloggerland-scheint-ausgebrannt/">Spruch vom ausgebrannten Bloggerland</a> einigermaßen zuzutreffen. Noch stärker hat es die 76 <a href="http://www.metaroll.de/food"><strong>Foodblogs</strong></a> getroffen. Sie mussten 158 Links abgeben, was einen Rückgang um über 3 Prozent bedeutet. Die 90 <a href="http://www.metaroll.de/job"><strong>Jobblogs</strong></a> der metaroll konnten dagegen 98 Links dazugewinnen, was ein Wachstum von knapp 3 Prozent bedeutet. Wenn man sich die Zahlen nur für die letzten sieben Tage betrachtet, bleibt der Trend ähnlich, wenn auch deutlich schwächer: Wissenschaftsblogs +2%, Medienblogs -0%, Jobblogs +2%, Foodblogs +0%.</p>
<p>Kurz: <strong>Während die Jobblogs nur leicht zugelegt haben und die Food- und Medienblogs sogar an Technorati-Authority verloren haben, haben die Wissenschaftsblogs in der letzten Zeit einen regelrechten Boom erlebt.</strong> Das hat sich dann unter anderem auch darin ausgedrückt, dass <a href="http://blog.metaroll.de/2008/04/22/das-erste-wissenschaftsblog-in-der-a-liste/">endlich wieder ein Wissenschaftsblog unter den Top 100 Blogs in Deutschland</a> vertreten ist.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Kein Besucher bleibt ewig! Zeitungen sollen sich nicht neu erfinden, sondern das Verlinken lernen</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/05/05/kein-besucher-bleibt-ewig-zeitungen-sollen-sich-nicht-neu-erfinden-sondern-das-verlinken-lernen/</link>
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		<pubDate>Mon, 05 May 2008 16:53:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[magazin]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[presse]]></category>
		<category><![CDATA[wandel]]></category>
		<category><![CDATA[zeitungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Steffen Büffels Antwort auf die von mir kürzlich vorgestellten und erweiterten Thesen von Doc Searls zur Rettung der Zeitung hat mir wieder einmal die Bedeutung der &#8220;Kultur der Verlinkung&#8221; gezeigt, die sich gerade in den Weblogs so eindrucksvoll zeigt. Steffen rät den Zeitungsmachern nämlich: Wedelt mit guten Content-Teasern lieber an den Boulevards der großen Onlinenetzwerke. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Steffen Büffels <a href="http://www.media-ocean.de/2008/05/05/bitte-rettet-die-zeitung-nicht-erfindet-sie-neu-5-forderungen/">Antwort</a> auf die von mir <a href="http://blog.metaroll.de/2008/05/02/searls-10-thesen-zur-rettung-der-zeitung-revisited/">kürzlich</a> vorgestellten und erweiterten Thesen von <a href="http://blogs.law.harvard.edu/doc/">Doc Searls</a> zur Rettung der Zeitung hat mir wieder einmal die Bedeutung der &#8220;Kultur der Verlinkung&#8221; gezeigt, die sich gerade in den Weblogs so eindrucksvoll zeigt. Steffen rät den Zeitungsmachern nämlich:</p>
<blockquote><p>
Wedelt mit guten Content-Teasern lieber an den Boulevards der großen Onlinenetzwerke. Dann schaue ich gerne mal rein und klicke durch eure PI-gierigen Seiten. Und wenn ihr mich dann wieder an viele tolle Stellen wegschickt, komme ich umso lieber zurück.
</p></blockquote>
<p>Das ist meiner Ansicht nach <a href="http://blog.metaroll.de/2008/04/26/wie-bloggig-sind-die-zeitungen-mittlerweile-geworden/">der große Graben</a> zwischen ins Internet gedruckten Zeitungen und echten Digitalformaten wie Blogs. Süddeutsche, Spiegel etc. geizen mit Links nach draußen aus Angst, dadurch den Leserstrom von den eigenen Inhalten wegzuleiten. Sie haben nicht begriffen, dass Links Informationen sind, die einen Mehrwert bieten. Das Denkmodell ist immer noch die klassische &#8220;Ausgabe&#8221;. Also ein Inhaltsbündel, das man von vorn bis hinten durchliest bzw. durchklickt. Ein Inhaltsbündel, dass man auch nur als Bündel erwerben kann.</p>
<p>Im Internet wird jedoch kreuz und quer gelesen &#8211; Inhalte gibt es hier nicht im Bündel oder auf der Rolle, sondern in einem Netzwerk. Ich komme über einen Link auf einen interessanten Beitrag, lese ihn und sehe mir die Links an, die von dort auf andere Seiten verweisen. Eine Wahrheit, die unsere Onlinezeitungsmacher anscheinend noch nicht begriffen haben: <strong>Kein Besucher bleibt ewig</strong>. Die Frage lautet nur: <strong>Ist deine Seite eine Sackgasse oder ein Knotenpunkt in einem dicht gewobenen Netzwerk?</strong> Verlassen die Besucher die Seite per &#8220;Tab schließen&#8221; oder über den Link zu einer anderen Seite, die ihnen genau die Informationen bietet, nach denen sie suchen? Und von der sie dann vielleicht früher oder später wieder zurückkommen, weil diese Seite ebenfalls auf Verlinkung setzt?</p>
<p>Ich muss wohl nicht eigens betonen, dass ich die zweite Option für die zukunftssichere halte. Wenn die Zeitungen wirklich auf irgendeine Weise in den neuen digitalen Dialogen mitreden wollen, müssen sie lernen, zu verlinken. In einem Netzwerk liegen Punkte, von denen kaum eigene Verbindungen ausgehen, am Rand.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Hinweg mit dem sinnlosen Zeitungspapier! Warum Zeitungen sterben und Zeitschriften überleben werden</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/05/01/hinweg-mit-dem-sinnlosen-zeitungspapier/</link>
		<comments>http://blog.metaroll.de/2008/05/01/hinweg-mit-dem-sinnlosen-zeitungspapier/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 01 May 2008 10:27:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[flusser]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[medientheorie]]></category>
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		<category><![CDATA[weblogs]]></category>
		<category><![CDATA[zeitschriften]]></category>
		<category><![CDATA[zeitungen]]></category>

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		<description><![CDATA[Ganz gleich, wie oft man ihn wiederholt: Der Satz &#8220;Print ist tot&#8221; wird dadurch einfach nicht wahrer. Manche Printerzeugnisse werden fortbestehen und zum Teil noch an Bedeutung zulegen während andere zum Fall für die Geschichtsbücher werden (siehe zum Beispiel diese Meldung). Das Zeitalter der Tageszeitung ist vorbei &#8211; Hochglanzzeitschriften werden auch noch in 30 Jahren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/05/320732976_5dc14ce008.jpg" alt="" title="Zeitschriften" width="500" height="338" class="aligncenter size-full wp-image-480" /></p>
<p>Ganz gleich, wie oft man ihn wiederholt: Der Satz &#8220;<a href="http://www.wortgefecht.net/medien/print-ist-tot-wirklich/">Print ist tot</a>&#8221; wird dadurch einfach nicht wahrer. Manche Printerzeugnisse werden fortbestehen und zum Teil noch an Bedeutung zulegen während andere zum Fall für die Geschichtsbücher werden (siehe zum Beispiel <a href="http://www.horizont.net/aktuell/medien/pages/protected/show.php?id=75882">diese Meldung</a>). Das Zeitalter der Tageszeitung ist vorbei &#8211; Hochglanzzeitschriften werden auch noch in 30 Jahren gelesen werden.</p>
<p>Doch es scheinen unterschiedliche Gründe hinter dem Untergang der Tageszeitungen bzw. ihrer Verwandlung in ein Luxusgut für ältere Menschen mit viel Zeit und dem Fortbestehen der Zeitschriften zu stecken.</p>
<h4>Das Ende der Tageszeitungen</h4>
<p>Das Ende der Tageszeitungen, also des Prinzips neueste Nachrichten in gedruckter Form diskursiv zu verbreiten, liegt ganz wesentlich daran, dass die Gatekeeperfunktion des Journalismus <em>ad absurdum</em> geführt wird. Früher bedeutete Gatekeeper, dass hier jemand (ein Journalist) ist, der komplexe Informationen und Hintergründe allgemeinverständlich aufbereitet und dadurch einen Informationskanal öffnet. <strong>Heute blockieren und verstopfen Journalisten diesen Kanal.</strong> Jeder hat potentiell über das Internet Zugang zu den aktuellen Nachrichten, in den ersten Fällen ist die Twitter-Öffentlichkeit sogar schneller informiert als die Presseagenturen. Die Funktion des Journalismus als Verwalter eines knappen Gutes Information wird überflüssig.</p>
<p>Aber nicht nur der Zugang zu den Informationen hat sich strukturell verändert, sondern mittlerweile hat jeder die Möglichkeit, per Blog Nachrichten zu publizieren. Früher brauchte man dazu eine Druckerpresse, heute genügt eine Blogsoftware oder ein kostenloser Account bei einem der vielen Bloganbieter (siehe dazu auch das dritte Kapitel in Clay Shirkys &#8220;<a href="http://www.herecomeseverybody.org/">Here Comes Everybody</a>&#8220;). Wie bezeichnend, dass sich zwei Webloginstallationen mit ihrem Namen in die Tradition des Buchdrucks einordnen: WordPress (&#8220;Wörterpresse&#8221;) und Movable Type (&#8220;bewegliche Lettern&#8221;).</p>
<p>Wie ernst die Lage tatsächlich ist, wird schnell deutlich, wenn man sich etwa die aktuell &#8220;Nationale Initiative Printmedien&#8221; <a href="http://medienlese.com/2008/04/18/nationale-initiative-printmedien-schlechte-medizin/">ansieht</a>. Jetzt muss die Bedeutung des Gedruckten schon offiziell beschworen werden. Das war schon immer ein sicheres Zeichen einer <a href="http://www.wissenswerkstatt.net/2008/04/19/auf-zum-letzten-gefecht-die-nationale-initiative-printmedien-ruft-zum-medialen-endkampf-kurzknapp-31/">bevorstehenden Pleite</a>.</p>
<h4>Das Überleben der Zeitschriften</h4>
<p>Sucht man nach Gründen für das Überleben der Hochglanzzeitschriften, so wird man einmal mehr bei dem Medienphilosophen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vil%C3%A9m_Flusser">Vilém Flusser</a> (&#8220;<a href="http://www.txt.de/bollmann/flusser/lob.htm">Lob der Oberflächlichkeit</a>&#8220;) fündig. Zeitschriften sind weniger im alphanumerischen Code verfasst, der sequentiell &#8211; Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort, Aussage für Aussage &#8211; aufgenommen werden muss, sondern wirken im Wesentlichen als farbige, ahistorische Oberflächen, die man eher mit dem Auge kreisend aufnimmt. Nach Flusser &#8220;deutet die gegenwärtige Farbenexplosion auf ein Ansteigen der Wichtigkeit zweidimensionaler Codes. Oder umgekehrt: Eindimensionale Codes wie das Alphabet neigen gegenwärtig dazu, an Wichtigkeit zu verlieren&#8221; (&#8220;Die kodifizierte Welt&#8221;, 1978).</p>
<p>Während jeder einen Zugang zu den neuesten Nachrichten hat und als Nachrichtensender agieren kann, kann nicht jeder hochwertige Oberflächen produzieren. Die Produktionsmittel sind hier ungleich verteilt. Das Internet hilft in diesem Fall nicht weiter, da Farbtreue und Farbtiefe noch zu weit weg von den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Illustrierte">gedruckten Zeitschriften</a> entfernt sind, ganz zu schweigen von dem Fehlen der <a href="http://www.zeitschriftenblog.de/?p=309">haptischen Dimension</a>. Webseiten lassen sich nicht mit den Fingerspitzen lesen. Bisherige Versuche, digitale Hochglanzseiten zu entwerfen, <a href="http://monocle.com/webprogrammes/Quality-of-Life-Index/Hotel-Palafitte-Neuchatel/">überzeugen</a> <a href="http://www.moreintelligentlife.com/node/981">noch</a> <a href="http://bunte.de/">nicht</a>. Wir bleiben hier also auch in Zukunft noch angewiesen auf <a href="http://createordie.de/cod/news/Die-Aera-der-New-Designer-042601.html">professionelle Oberflächenproduzenten</a> und auf das Papier als Medium für Glanz und Farbe. <strong>Die Lücke zwischen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Fl%C3%BCssigkristallbildschirm">Flüssigkristallen</a> und Hochglanzpapier ist zumindest für die nächsten Jahre oder Jahrzehnte die Überlebensgarantie der Zeitschriften.</strong></p>
<p><small>(Abbildung &#8220;<a href="http://flickr.com/photos/cld/320732976/">Zeitschriften</a>&#8221; von cld, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/deed.en">CC-Lizenz</a>)</small></p>
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		<title>Die 25 dynamischsten Medienblogs</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/04/24/die-25-dynamischsten-medienblogs/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Apr 2008 10:00:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die üblichen Medienblogcharts, die sich an der Technorati-Authority (also der Anzahl der eingehenden Verlinkungen in den letzten sechs Monaten) liefern nur selten überraschende Ergebnisse. Mal kommt ein neues Blog hinzu, mal fällt ein anderes aus der Liste. Aber vorne stehen immer dieselben. Bildblog, Niggemeier, Indiskretion Ehrensache, Blogbar und die Medienlese. Sehr viel spannender erscheint mir [...]]]></description>
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<p>Die üblichen Medienblogcharts, die sich an der Technorati-Authority (also der Anzahl der eingehenden Verlinkungen in den letzten sechs Monaten) liefern nur selten überraschende Ergebnisse. Mal kommt ein neues Blog hinzu, mal fällt ein anderes aus der Liste. Aber vorne stehen immer dieselben. Bildblog, Niggemeier, Indiskretion Ehrensache, Blogbar und die Medienlese.</p>
<p>Sehr viel spannender erscheint mir die Frage, welches Blog gerade im Aufwind ist; welches Blog gerade in den letzten 30 Tagen besonders viele neue Links gewonnen hat. In den metaroll-Channels für <a href="http://www.metaroll.de/media">Medien</a>-, <a href="http://www.metaroll.de/science">Wissenschafts</a>-, <a href="http://www.metaroll.de/job">Karriere</a>- und <a href="http://www.metaroll.de/food">Genussblogs</a> kann man sich schon seit einiger Zeit an den Sparklines (also diesen Minidiagrammen vor dem Blognamen: <img src="http://www.metaroll.de/spark.php?data=1042,1104,1046,1047,1045,1050,1050,1052,1051,1059,1061,1066,1069,1070,1047,1038,1041,1043,1045,1033,1034,1035,1033,1039,1039,1035,1029" />) orientieren. </p>
<p>Man kann diese Daten jedoch auch automatisch auswerten, um einen Eindruck davon zu bekommen, wie stark sich ein Blog in einem bestimmten Zeitabschnitt verbessert oder verschlechtert hat. Für die Medienblogs ergibt sich dann folgendes Bild &#8211; als Visualisierung habe ich die Form der Tagcloud gewählt, also: je größer der Eintrag, desto stärker das Wachstum in den letzten 30 Tagen.</p>
<h4>Die 25 dynamischsten Medienblogs</h4>
<div width=90% style="text-align: justify; padding:3px; border:thin solid blue;"><a href="http://blog.50hz.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:8pt"> blog.50hz.de</span></a> <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/"><span style="white-space:nowrap; font-size:11pt">Indiskretion Ehrensache</span></a> <a href="http://blog.kooptech.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:14pt">KoopTech </span></a> <a href="http://blog.metaroll.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:11pt">viralmythen</span></a> <a href="http://blogdessennamenmansichnichtmerkenkann.wordpress.com/"><span style="white-space:nowrap; font-size:21pt"> Journalistenschredder…</span></a> <a href="http://medienmami.uni-ulm.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:7pt">Die Medienmami</span></a> <a href="http://piazza.ifkw.lmu.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:9pt"> Piazza</span></a> <a href="http://skepticashell.wordpress.com/"><span style="white-space:nowrap; font-size:8pt">Skeptic as hell</span></a> <a href="http://turi-2.blog.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:12pt">turi2 &#8211; für Medienmacher</span></a> <a href="http://wissensforum.medialine.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:9pt">Medialine: Wissensforum</span></a> <a href="http://www.blogbote.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:13pt"> Der Blogbote</span></a> <a href="http://www.blogpiloten.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:16pt">Blogpiloten.de</span></a> <a href="http://www.coffeeandtv.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:8pt">Coffee And TV</span></a> <a href="http://www.cp-lounge.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:10pt">Corporate Publishing Lounge</span></a> <a href="http://www.denquer.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:16pt">denQuer</span></a> <a href="http://www.derblindefleck.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:7pt">Der blinde Fleck</span></a> <a href="http://www.katzenbach.info/blog/"><span style="white-space:nowrap; font-size:7pt">katzenbach.info</span></a> <a href="http://www.marco-kitzmann.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:7pt">marco kitzmann</span></a> <a href="http://www.massenpublikum.de/blog/"><span style="white-space:nowrap; font-size:12pt">Massenpublikum </span></a> <a href="http://www.media-ocean.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:16pt">media-ocean </span></a> <a href="http://www.neuemedienblog.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:11pt">NeueMedienBlog.de</span></a> <a href="http://www.peter-schumacher.net/blog/"><span style="white-space:nowrap; font-size:7pt">peter-schumacher.net</span></a> <a href="http://www.sajonara.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:7pt">Sajonara.de</span></a> <a href="http://www.sichelputzer.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:13pt">Telagon Sichelputzer</span></a> <a href="http://www.spiegelkritik.de/"><span style="white-space:nowrap; font-size:13pt">SpiegelKritik </span></a> </div>
<p><a href="/2008/04/24/die-25-dynamischsten-wissenschaftsblogs/">Hier geht&#8217;s weiter mit den Wissenschaftsblogs.</a></p>
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		<title>Email als Elitetechnologie</title>
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		<pubDate>Tue, 22 Apr 2008 09:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Einmal mehr stellt eine Studie über die Internetnutzung fest, dass es eine erhebliche digitale Spaltung gibt: Der Branchenverband BITKOM zeigt im aktuellen Webmonitor, dass die Emailnutzung deutlich von dem Bildungsgrad abhängt. Während zwei Drittel der Personen mit Abitur oder Hochschulabschluss dieses Dialogmedium nutzen, sind es bei den Realschulabsolventen nur knapp die Hälfte und unter den [...]]]></description>
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<p><a href='http://www.bitkom.org/51753_51704.aspx'><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/04/webmonitor_0408_artikel1.jpg" alt="" width="270" height="189" class='left' align='left' /></a>Einmal mehr stellt eine Studie über die Internetnutzung fest, dass es eine erhebliche digitale Spaltung gibt: Der Branchenverband BITKOM <a href="http://www.bitkom.org/51753_51704.aspx">zeigt</a> im aktuellen Webmonitor, dass die Emailnutzung deutlich von dem Bildungsgrad abhängt. Während zwei Drittel der Personen mit Abitur oder Hochschulabschluss dieses Dialogmedium nutzen, sind es bei den Realschulabsolventen nur knapp die Hälfte und unter den Hauptschulabsolventen nur noch ein knappes Drittel. So überrascht es kaum, dass angesichts der großen Wichtigkeit von IT-Kenntnissen und der schlechten Ausstattung der deutschen Schulen eine große Bildungsinitiative gefordert wird.</p>
<p>Man sollte allerdings, ohne das Phänomen der digitalen Spaltung kleinreden zu wollen, einmal darüber nachdenken, dass auch das Diskursmedium Fernsehen in der Anfangszeit ein Elitenphänomen gewesen ist (vgl. dazu die Dissertation &#8220;<a href="http://publikationen.ub.uni-frankfurt.de/volltexte/2003/76/pdf/00000178.pdf">Fernsehen und sozialstruktureller Wandel</a>&#8221; von Rudolf Stumberger). Erst in den 1970er Jahren konnte man in Deutschland von einer Vollversorgung sprechen, in den 1950er und frühen 1960er Jahren kennzeichnete die Besitzer von Fernsehgeräten ein überdurchschnittlicher Bildungsgrad und ein relativ hohes Einkommen. Aber im Falle des Fernsehens kam es sehr schnell zu einer Umkehr: So besaßen die einkommensstärksten 12 Prozent der Bevölkerung Großbritanniens im Jahr 1947 fast die Hälfte der Fernsehgeräte, bereits sechs Jahre später standen über die Hälfte der Geräte in Haushalten der &#8220;Lower 68%&#8221; der Bevölkerung. In Deutschland fand diese Entwicklung entsprechen später statt: Zwischen 1954 und 1963 ist der Anteil der Selbständigen unter den Gerätebesitzern von 59 auf 14 Prozent gesunken, während gleichzeitig der Arbeiteranteil von 9 auf 53 Prozent gestiegen ist.</p>
<p>Insofern ist fraglich, ob wir es bei der <em>digital divide</em> im Fall von Email tatsächlich mit einem Phänomen eigener Art zu tun haben. Denkbar wäre auch eine Kombination aus den folgenden Faktoren:</p>
<ul>
<li>schichtspezifische Präferenzen und Fähigkeiten, was das freie Verfassen von Texten betrifft,
<li>ein ganz gewöhnlicher <em>lag</em> in der Diffusion von neuen Technologien
<li>das &#8220;Überspringen&#8221; der Technologie Email und eine stärkere Nutzung von Chat, IM oder Direktnachrichten in Social Networks wie SchülerVZ oder Lokalisten
</ul>
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		<title>Stapelverarbeitung &#8211; 16.4.2008</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/04/16/stapelverarbeitung-1642008/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Apr 2008 09:16:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Stapel für heute enthält wieder einmal einiges zu Twitter, aber auch ein paar grundsätzliche Gedanken zum Web 2.0 bzw. Social Media. Mythen des Web 2.0 John Dodds hat ein klein wenig Diskursforschung betrieben und die fünf besten erfundenen Wörter des Web 2.0 zusammengestellt: Conversation, Community, Relationship, Content und Authenticity. Diese Begriffe werden jedoch viel [...]]]></description>
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<p>Der Stapel für heute enthält wieder einmal einiges zu Twitter, aber auch ein paar grundsätzliche Gedanken zum Web 2.0 bzw. Social Media.</p>
<h4>Mythen des Web 2.0</h4>
<p>John Dodds hat ein klein wenig Diskursforschung betrieben und die <a href="http://makemarketinghistory.blogspot.com/2008/04/top-5-made-up-words-of-web-20.html">fünf besten erfundenen Wörter des Web 2.0</a> zusammengestellt: Conversation, Community, Relationship, Content und Authenticity. Diese Begriffe werden jedoch viel zu häufig missverstanden: Web 2.0 bedeutet für ihn eine Rückkehr zur &#8220;guten alten&#8221; Kundenorientierung auf Grundlage einer gesteigerten Reaktionsfähigkeit. Was sich aber nicht ändert: die Kunden. &#8220;It doesn&#8217;t mean that your customers want a conversation with you. They generally want a quiet life without unwanted noise from you.&#8221; Zu so einem Ergebnis kommt man aber nur, wenn man die empirisch gut belegte Veränderung in der Mediennutzung der Menschen ignoriert.</p>
<h4>Corporate-Twitter</h4>
<p>Allmählich entdecken die Unternehmen die mit Twitter mögliche Instantkommunikation (sowie: die dort Tag für Tag erreichbare Premium-Zielgruppe). Daniel Riveoung hat sich das <a href="http://mediabullseye.com/mb/2008/04/twitter-a-case-study-on-social.html">näher angesehen</a>. Mit dabei sind z.B. schon <a href="http://twitter.com/hrblock">H&#038;R Block</a>, <a href="http://twitter.com/downingstreet">10 Downing Street</a>, <a href="http://twitter.com/zappos">Zappos</a>, <a href="http://twitter.com/bbcnews">BBC News</a>, Yahoo Marketing, Amazon.com oder der <a href="http://twitter.com/lga">LaGuardia-Flughafen in New York</a>. Warum twittern sie alle? Zum einen ist das eine Gelegenheit, sich auf praktischem Wege Knowhow für die Verwendung von Social Media anzueignen. Zum anderen bekommen sie dort mit, wie die &#8220;Linkerati&#8221;, also die &#8220;bleeding edge of early adopters&#8221; ticken. Über Twitter können sich Unternehmen überdies ein menschliches Antlitz geben, zum Beispiel indem sich Corporate Twitterer ab und zu an Nonsense-Gesprächen (&#8220;occasional fart-related humour&#8221;) beteiligen. Aber auch als Mikro-Presseverteiler und für das Reputationsmonitoring lässt sich Twitter einsetzen. Wann twittern Merkel, Fraport oder die Deutsche Bank?</p>
<h4>Social Media-Experte</h4>
<p>Wenn man einen Blick auf Netzwerke wie Xing wirft, dann gewinnt man den Eindruck, dass dieses Land geradezu vor Expertise strotzt. Social Media-Experten überall. Doch was sollte ein Social Media-Experte eigentlich alles wissen und können, damit diese Bezeichnung gerechtfertigt ist? Chris Brogan hat in seiner Reihe &#8220;100 nützliche Blogposts über Social Media&#8221; <a href="http://www.chrisbrogan.com/what-i-want-a-social-media-expert-to-know/">einige Anhaltspunkte für die Beantwortung dieser Frage gegeben</a>. Er unterscheidet zwischen strategischen Fähigkeiten (z.B. integrierte Medienkampagnen durchzuführen, 100 Leute aus dem Bereich kennen oder den Stand einer Community in 2 Minuten zusammenfassen zu können) und technischen Fähigkeiten (z.B. Blogsoftware installieren, Social Networks nutzen können oder Suchmaschinenoptimierung). Mal sehen, wie lange es dauert, bis diese Fähigkeitsliste in die amtlichen Beschreibungen der Bundesagentur für Arbeit Eingang findet.</p>
<h4>Das kuratierte Netz</h4>
<p>Fred Stutzman <a href="http://chimprawk.blogspot.com/2008/04/social-softwares-curation-era.html">erkennt</a>: Das Web 2.0, das für ihn das Ende der Ressourcenknappheit darstellt (Speicherplatz, Rechenpower, Zugangsschwellen), benötigt digitale &#8220;Kurateure&#8221; (oder Redakteure), die mit diesem Überfluss umgehen können. Die Zukunft liegt in kleinen, überschaubaren weil handverlesenen Netzwerken wie Twitter, Tumblr oder Seesmic und nicht in großen überkomplexen monolithischen Plattformen wie Facebook. Die Technologien sind nicht mehr das Problem, sondern der kreative Umgang damit. Dafür verwendet er dann den Lévi-Strauss&#8217;schen Begriff der &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bricolage">Bricolage</a>&#8220;: &#8220;To this extent, the fuel of the next web is bricolage, as opposed to the more inherently techno-capitalist notions of mashup and remix.&#8221;</p>
<h4>Twitter als Radiogerät</h4>
<p>Hartmut Wöhlbier <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27677/1.html">sieht</a> durch <a href="http://blog.kooptech.de/index.php?/archives/288-UEber-sich-veraendernde-Diskussionsraeume.html">Aggregatoren</a> wie Friendfeed, Socialthing und <a href="http://www.zweinull.cc/facebook-der-erste-schritt-zum-lifestreaming/">demnächst auch Facebook</a> einen &#8220;volatilen Kommunikationsraum einer völlig neuen Art&#8221; entstehen: &#8220;Mit der Authentizität der Lifestreams vergegenwärtigt sich die Person bei anderen und bildet so eine verteilte Präsenz aus: Man wird von verschieden Menschen an verschieden Orten wahrgenommen und tritt mit diesen wiederum in Kontakt.&#8221; Anzumerken ist, dass die Möglichkeit, Informationen rundfunkartig beliebigen Personen zur Verfügung zu stellen, nichts neues ist (Stichwort: Fernsehen). Neu ist jedoch, dass dies nun für (fast) jeden möglich ist, und zwar &#8220;zeitnah von jedem Ort&#8221;. Mit Flusser gesprochen: Es geht also um eine Konvergenz amphitheatralischer <a href="http://blog.metaroll.de/2008/04/14/blogs-als-diskurs-und-dialogmedien/">Diskursmedien</a> wie dem Fernsehen und ortsungebundenen Dialogmedien wie der SMS.</p>
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		<title>Stapelverarbeitung &#8211; 14.04.2008</title>
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		<pubDate>Mon, 14 Apr 2008 19:42:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wenn ich nur alles ausführlich verbloggen könnte, was mir da tagtäglich durch den Feedreader rutscht &#8230; Dann würde ich mich zum Beispiel den folgenden Beiträgen widmen: Robert Scoble stößt einmal mehr eine Diskussion über die Zukunft der Blogosphäre an. Er ist sich nämlich ziemlich sicher, die &#8220;era when bloggers could control where the discussion of [...]]]></description>
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<p>Wenn ich nur alles ausführlich verbloggen könnte, was mir da tagtäglich durch den Feedreader rutscht &#8230; Dann würde ich mich zum Beispiel den folgenden Beiträgen widmen:</p>
<ul>
<li>Robert Scoble <a href="http://scobleizer.com/2008/04/12/era-of-bloggers-control-is-over/">stößt</a> einmal mehr eine Diskussion über die <strong>Zukunft der Blogosphäre</strong> an. Er ist sich nämlich ziemlich sicher, die &#8220;era when bloggers could control where the discussion of their stuff took place is totally over.&#8221; Dienste wie FriendFeed verteilen die Gespräche nämlich dezentral. Eine wirkliche Beschreibung dieses spannenden Phänomens ist damit aber noch lange nicht erreicht.
<li>1.0, 2.0, 3.0 oder gar 4.0? Diese Frage kann man nicht nur auf das Web beziehen, sondern auch auf die Zukunft der Bibliothek. <a href="http://www.ub.uni-dortmund.de/inetbib2008/abstracts/schneider.html">René Schneider</a> (FH Genf) hat nun die Folien <a href="http://www.slideshare.net/rene.schneider/bibliothek123">auf Slideshare gestellt</a>, mit denen er die Evolution vom klassischen OPAC über das nutzerorientierte Web 2.0 und das semantischen Netz bis zum künstlich-intelligenten Web 4.0 skizziert. Mich würde interessieren, wie weit man mit Begriffen wie &#8220;<strong>Bibliothek 4.0</strong>&#8221; vom bibliothekswissenschaftlichen Mainstream ist? (<a href="http://log.netbib.de/archives/2008/04/11/inetbib-2008-bibliothek-10-20-oder-30/">netbib</a>, <a href="http://raidue.wordpress.com/2008/04/12/bibliothek-10-20-oder-30/">Steuereule</a>)
<li>Kai-Uwe Hellmann <a href="http://markeninstitut.wordpress.com/2008/04/13/communities-social-networks/">nimmt</a> ausführlich einen klassischen Text (<a href="http://www.chass.utoronto.ca/~wellman/publications/lawcomm/lawcomm7.PDF">pdf</a>) von Barry Wellman, dem Pionier der Netzwerkanalyse, auseinander und kann der Wellmanschen Idee eines &#8220;vernetzten Individualismus&#8221; als neue Gemeinschaftsform nicht viel abgewinnen. Zurecht. Hellmanns Fazit sollte man sich im Zeitalter des Social Graph ruhig einmal auf der Zunge zergehen lassen: &#8220;Unstrittig ist: Jede &#8216;<strong>Community</strong>&#8216; ist ein &#8216;social network&#8217;, dies gilt umgekehrt<br />
aber keineswegs.&#8221;</p>
<li>Mit Amateurvideos gegen den Staat? Das <a href="http://www.berlin-institute.de">berlin Institute</a> aus, nun, Berlin versucht diesen Trick und hat ein &#8220;Video zur fragwürdigen Unabhängigkeit von <strong>Tagesschau und NDR-Rundfunkrat</strong>&#8221; <a href="http://www.berlin-institute.de/kgu.html">ins Netz gestellt</a>. Das Ziel ist eine möglichst weitläufige virale Ausbreitung des Materials, mit dem nachgewiesen werden soll, dass das gegenwärtige Rundfunkkontrollsystem nicht funktioniert und mehr Transparenz und Expertise verdient hätte. Bis jetzt <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1757">sieht</a> <a href="http://www.stefan-niggemeier.de/blog/bowling-for-tagesschau/">es</a> <a href="http://medienlese.com/2008/04/14/wie-unabhaengig-ist-die-tagesschau/">ganz</a> <a href="http://www.peter-schumacher.net/blog/2008/04/14/162/">gut</a> aus &#8211; zumindest was die Viralität betrifft.
<li>Weblog-<a href="http://www.guardian.co.uk/media/2008/apr/14/5">Geringverdiener</a> Jeff Jarvis <a href="http://www.buzzmachine.com/2008/04/14/the-press-becomes-the-press-sphere/">zeichnet</a> die Zukunft von Medien und Nachrichten in sein Blog. Der alte Filter der Presse &#8211; zwischen der Welt und uns &#8211; wird ersetzt durch eine <strong>heterogene und pluralisierte &#8220;Presse-Sphäre&#8221;</strong>, in der viele Quellen zur individuellen Konstruktion einer Story herangezogen werden können und Feeds dafür sorgen, dass wir auf dem Laufenden bleiben. Der große Unterschied zwischen Print und Online: &#8220;In print, the process leads to a product. Online, the process is the product.&#8221; Die neuen Nachrichten sind nicht mehr in Ressorts organisiert, sondern um Themen, Tags oder Geschichten, &#8220;because the notion of a section is as out of date as the <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Dewey_Decimal_Classification">Dewey Decimal System</a>&#8220;.
<li>Solche Listen werden wir in Zukunft noch häufiger sehen: Josh Bernoff hat neun Gründe <a href="http://blogs.forrester.com/charleneli/2008/04/why-do-people-p.html">gesammelt</a>, warum Menschen <strong>Social Media</strong> nutzen: Freundschaften pflegen, neue Freunde finden, sozialer Druck, seinen Beitrag leisten, Altruismus, Exhibitionismus, Kreativität, Selbstbestätigung und Affinität. Daraus folgt ein wichtiger Hinweis an die Macher von Social Software: &#8220;Respect this diversity.&#8221;
<li>Auch der Altmeister der Medienkonvergenztheorie, Henry Jenkins, meldet sich wieder zu Wort und erörtert auf dem C3-Blog das Thema: &#8220;<a href="http://www.convergenceculture.org/weblog/2008/04/why_academics_should_blog.php">Why academics should blog&#8230;</a>&#8221; Er betont insbesondere die Bedeutung von Weblogs für die Sichtbarkeit junger Forscher: &#8220;increasingly, younger researchers are using blogs as resources for reputation building, especially in cutting-edge fields that lack established authorities.&#8221; Außerdem ermöglichen <strong>Wissenschaftlerblogs</strong> eine proaktive Haltung gegenüber den Massenmedien: Wir bloggende Wissenschaftler warten nicht mehr, bis wir von Journalisten zu einem Thema befragt werden, sondern reden einfach los. &#8220;Just-in-time-Scholarship&#8221; nennt Jenkins das.
</ul>
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