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“Einen eigenen Computer hat Heinz von Foerster nie besessen …”

“… weil er offenbar glaubt, selber einer zu sein”, heißt es in dem Ausschnitt aus Lutz Dammbecks Film über den Kybernetiker, den Tom Levold auf YouTube entdeckt hat. Da ich mir gerade erst Gedanken darüber gemacht habe, was Heinz von Foerster wohl über den Evolutionismus/Kreationismus-Streit denken würde, verlinke ich einfach einmal den Film zusammen mit meinem Kommentar zu dem Thema:

Natürlich hat kein ID [Intelligent Design]-Verfechter je von Heinz von Foerster gehört und auch die Gegenseite wird sich wohl davor hüten, seine Gedanken ernst zu nehmen. Die Frage nach dem Ursprung der Welt als Phänomen ohne Beobachter gehört für Heinz von Foerster klar in den Bereich der nicht entscheidbaren Fragen – ist also Aufgabe der Metaphysik. Die eine Antwort darauf, die theologische, ist zeitlich vor der anderen, der wissenschaftlichen, entstanden, was jedoch nichts daran ändert, dass hier eine Entscheidung eines Unentscheidbaren vorgenommen wird. Jetzt habe ich dann doch noch einmal in einem seiner Bücher nachgesehen. Und tatsächlich, die letzte Seite von “Wissen und Gewissen” enthält die folgende Passage:

“Ontologisch Unerklärbares kann sich als ontogenetische Notwendigkeit erweisen. Der Nabel ist ein ontologischer Witz, ein Schnörkel, ein barockes Rätsel auf dem eigenen Bauch. Ontogenetisch würden wir jedoch ohne ihn nicht sein. Evolutionisten und Kreationisten suchen gleichermaßen eine ontogenetische Erklärung für ein andernfalls unerklärbares Phänomen: Wir sind da!”

Wahrscheinlich würde diese “Debatte” wirklich davon profitieren, wenn jeder ab und zu einfach einmal dorthin sehen würde: auf seinen/ihren Nabel.



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