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	<title>viralmythen &#187; kommunikation</title>
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		<title>Internationale Diplomatie auf Twitter</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Jan 2009 14:40:04 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ich bin kein Freund dieser ewigen Deutschland-USA-Vergleiche. Aber ein Unterschied ist doch bemerkenswert: Während in Deutschland über Politiker, die versuchen, mit Medien wie Twitter in einen direkten Kontakt zu ihren Wählern zu treten, immer wieder Hohn und Spott ausgegossen werden, scheint diese Art zu kommunizieren in den USA auf allen Ebenen zunehmend akzeptiert zu sein. [...]]]></description>
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<p>Ich bin kein Freund dieser ewigen Deutschland-USA-Vergleiche. Aber ein Unterschied ist doch bemerkenswert: Während in Deutschland über Politiker, die versuchen, mit Medien wie Twitter in einen direkten Kontakt zu ihren Wählern zu treten, immer wieder Hohn und Spott ausgegossen werden, scheint diese Art zu kommunizieren in den USA auf allen Ebenen zunehmend akzeptiert zu sein.</p>
<p>Vor kurzem habe ich ein faszinierendes Beispiel für diese neue politische Kommunikationsform entdeckt: Den <a href="http://twitter.com/simccormack">Twitterstream</a> von <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Sean_McCormack">Sean McCormack</a>, Sprecher des US-Außenministeriums. In dieser Funktion war er beispielsweise bis gestern in New York an den Sitzungen des UN-Sicherheitsrats zum Gaza-Konflikt beteiligt und hat über Twitter und Twitpic eine äußerst spannende Innensicht der internationalen Krisendiplomatie gegeben.</p>
<p><a href="http://twitpic.com/photos/simccormack">Die Handyfotos</a> unterscheiden sich dabei deutlich von der sonst üblichen Presseperspektive auf derartige Veranstaltungen. Anders als der sorgfältig arrangierte und in den immergleichen Pressekonferenzräumen und Pressebereichen aufgenommene Bildjournalismus, sieht man hier das ganze aus einer fast schon ethnologischen teilnehmenden Beobachterperspektive.</p>
<p>Besonders eindrucksvoll finde ich das folgende Bild, das die scheidende US-Außenministerin <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Condoleeza_Rice">Condoleeza Rice</a> in einem Konferenzraum direkt neben dem Raum des UN-Sicherheitsrates zeigt:</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-975" title="UN" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2009/01/17067901.jpg" alt="UN" width="473" height="630" /></p>
<p>Ein weiteres eindrucksvolles Bild ist dieses hier: <a href="http://twitpic.com/10yb6">Die Abstimmung zur UN-Resolution</a>. Während das Bildmaterial über den Sicherheitsrat in der Regel <a href="http://images.google.de/images?q=un+security+council">von schräg oben</a> fotografiert ist, sieht man hier die &#8220;Bodenperspektive&#8221;.</p>
<p>Dabei wird der Twitter-Stream hier nicht als kommunikative Einbahnstraße genutzt (was gerade in Krisensituationen wie den Mumbai-Anschlägen <a href="http://twitter.com/simccormack/status/1025360656">durchaus sinnvoll sein kann</a>), sondern Sean McCormack beantwortet Fragen zu seiner Tätigkeit, zu den Plänen des US-Außenministeriums, aber auch zu Social Media- und Kommunikationsthemen. Wer noch einmal behauptet, dass Social Media zwangsläufig bedeutet, dass hier die journalistischen Inhalte der &#8220;echten&#8221; Massenmedien kopiert werden, sollte sich diesen Twitter-Stream unbedingt einmal ansehen. Ich bin gespannt, ob dieser neue Kommunikationsstil auch unter der künftigen Außenministerin Hillary Clinton weitergeführt oder -entwickelt wird.</p>
<p>Die spannende Frage ist: Wenn die politischen und diplomatischen Akteure mit Medien wie Twitter sehr viel schneller und flexibler von Ereignissen wie einer UN-Sicherheitsratssitzung berichten können, <strong>wozu brauchen wir überhaupt noch die Dopplung durch die journalistische Berichterstattung?</strong> In Zukunft wird die Rolle der Journalisten noch viel mehr darin liegen, die unterschiedlichen Informationsquellen zu sammeln, vergleichen, bewerten und kommentieren. Die Vorort-Berichterstattung wird nicht mehr zu den journalistischen Kernaufgaben gehören. Nachrichtenportale binden in Zukunft zum Beispiel die Twitter-Streams von den wichtigsten politischen und diplomatischen Akteuren vor Ort in aggregierter Form auf ihrer Seite ein und beschränken sich auf das Kommentieren und Bewerten.</p>
<p>Die Zeit der Pressekonferenzen ist endlich vorbei.</p>
<p>Weitere Links zum Thema:</p>
<ul>
<li><a href="http://twitter.com/usembassyzambia">Twitterstream der US-Botschaft in Zambia</a></li>
<li><a href="http://twitter.com/Colleen_Graffy">Twitterstream von Colleen Graffy</a> (Deputy Assistant Secretary for Public Diplomacy im US-Außenministerium)</li>
<li><a href="http://blogs.state.gov/">Blog des US-Außenministeriums</a></li>
<li>Dreiteilige Analyse des Consortium for Strategic Communication (COMOPS) über die Bloggingstrategie des US-Außenministeriums (<a href="http://comops.org/journal/2008/10/09/state-dept-blogging-one-year-later-part-1-success-despite-challenges/">Teil 1</a>, <a href="http://comops.org/journal/2008/10/25/state-dept-blogging-one-year-later-part-2-themes-and-categories/">Teil 2</a>, <a href="http://comops.org/journal/2008/11/20/state-dept-blogging-one-year-later-part-3-what-dipnote-readers-have-to-say/">Teil 3</a>)</li>
</ul>
<p>(Foto mit freundlicher Genehmigung von Sean McCormack)</p>
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		<title>Von Obama lernen: Die drei Grundsätze der Politik 2.0</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/11/14/von-obama-lernen-die-drei-grundsaetze-der-politik-20/</link>
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		<pubDate>Fri, 14 Nov 2008 00:56:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Zusammenhang mit dem furiosen Social-Media-Wahlkampf von Barack Obama wurde immer wieder versucht, das ganze auf Deutschland zu übertragen. Oder zumindest Anregungen dafür zu bekommen, wie man erfolgreiche Wahlkämpfe im sozialen Netz führt. Ebenso häufig wurde angemerkt, dass sich die Erfahrungen der Obama-Kampagne nicht übertragen lassen, schon gar nicht eins-zu-eins. Zu einmalig war der Kontext [...]]]></description>
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<p>Im Zusammenhang mit dem furiosen Social-Media-Wahlkampf von Barack Obama wurde immer wieder versucht, das ganze auf Deutschland zu übertragen. Oder zumindest <a href="http://www.netzinkulturation.de/obama-der-erste-web-20-prasident/web20/2008/11/09/">Anregungen</a> dafür zu bekommen, wie man erfolgreiche <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2008/11/08/changegov/">Wahlkämpfe im sozialen Netz</a> führt.</p>
<p>Ebenso häufig wurde angemerkt, dass sich die Erfahrungen der Obama-Kampagne nicht übertragen lassen, schon <a href="http://netzpolitik.org/2008/vergleich-obama-kampagne-und-deutscher-internetwahlkampf/">gar nicht eins-zu-eins</a>. Zu einmalig war der Kontext 2008 und zu unterschiedlich sind die Parteien- und Mediensysteme der USA und Deutschland.</p>
<p>Ich bin jedoch überzeugt, dass man nur nur ein wenig abstrahieren muss, um auch für den deutschen Kontext Anregungen für den &#8220;Wahlkampf 2.0&#8243; gewinnen zu können. Angeregt durch <a href="http://blogs.forrester.com/groundswell/2008/11/tell-obama-to-e.html">Josh Bernoff&#8217;s Beobachtungen</a> von Obamas Übergangsseite <a href="http://www.change.gov">change.gov</a> hier nun drei zentrale Punkte, die dazu beitragen können, den Rahmen für eine Art politische &#8220;Brand Community&#8221; zu schaffen:</p>
<ol>
<li><strong>Informationen nicht nur verbreiten, sondern auch einsammeln</strong>. Weg von der Einbahnstraßenkommunikation (Pressemitteilungen, News, Videocasts) und hin zum aktiven Zuhören, Anregen und Einholen von Kommunikationen &#8211; nicht nur der Befürworter, sondern auch der Kritiker. Ganz gleich, ob das per Forum, Twitter, Social Network, Blog oder Widgets geschieht. Je niedriger die Partizipationsschwelle, desto besser. <a href="http://off-the-record.de/2008/10/23/fans-und-fakes-die-parteien-vor-dem-wahlkampf-und-die-obama-mania/">Social-Networks für Parteien</a> wie myFDP, CDUnet oder meineSPD sind wichtig, aber nicht für die Kommunikation mit der breiten Öffentlichkeit, dem Souverän, geeignet.
<li><strong>Die eingesammelten Informationen dürfen nicht verschwinden</strong>. Das Ergebnis eines klassischen Kontaktformulars lautet &#8220;Vielen Dank für Ihre Nachricht!&#8221; Für den Nutzer, der hier bereits den Schritt vom Rezipienten zum Produzenten geschafft hat, bleibt völlig unklar, was mit seinem Beitrag passiert. Noch schlimmer: andere (potentielle) Nutzer bekommen davon gar nichts mit. Deshalb: Den Input am besten gleich für alle sichtbar anzeigen.
<li><strong>Die Organisation schweigt nicht, sondern reagiert auf die von den Nutzern geposteten Anregungen.</strong> So wichtig die Diskussionen der Nutzer untereinander auch sind &#8211; die Organisation (egal ob Partei, Verband oder Verein) oder die Kandidatin sollte nicht schweigen, sondern durch ihre Reaktionen zeigen, dass die Beiträge der Nutzer nicht nur zur Kenntnis, sondern Ernst genommen werden.
</ol>
<p>Diese drei Punkte stellen für mich so eine Art Minimalprogram von Politik 2.0 dar. Eine Kampagne, die diese drei Handlungsleitlinien nicht ernst nimmt, sollte man nicht als Social-Media-Kampagne bezeichnen. Und in Feldern, in denen man sich diese kommunikative Offenheit nicht leisten kann oder will, sollte man vielleicht auch gar nicht erst versuchen, &#8220;zwonullig&#8221; zu wirken. Aber ich bin sehr optimistisch, dass es genügend Felder gibt, auf denen diese Dialoge <a href="http://twitter.com/furukama/statuses/992235269">möglich sind</a>. Auch in Deutschland.</p>
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		<title>Alles Avatare?</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/09/30/alles-avatare/</link>
		<comments>http://blog.metaroll.de/2008/09/30/alles-avatare/#comments</comments>
		<pubDate>Tue, 30 Sep 2008 13:36:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Gerade bin ich auf ein Missverständnis, vielleicht auch eher eine Unschärfe gestoßen, die in vielen soziologischen Neue-Medien- bzw. Internettheorien zu finden ist. Tilmann Sutter schreibt in seinem Aufsatz über die Interaktivität neuer Medien folgendes: Die Nutzer von Computern interagieren nicht mit Personen, sondern mit Texten bzw. symbolischen Repräsentationen [...] Es geht nicht um Beziehungen zwischen [...]]]></description>
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<p>Gerade bin ich auf ein Missverständnis, vielleicht auch eher eine Unschärfe gestoßen, die in vielen soziologischen Neue-Medien- bzw. Internettheorien zu finden ist. Tilmann Sutter schreibt in seinem Aufsatz über die Interaktivität neuer Medien folgendes:</p>
<blockquote><p>
Die Nutzer von Computern interagieren nicht mit Personen, sondern mit Texten bzw. symbolischen Repräsentationen [...] Es geht nicht um Beziehungen zwischen konkreten Personen, die sich als Personen wahrnehmen und identifizieren, sondern um Intertextualität.
</p></blockquote>
<p>Auf den ersten Blick naheliegend. Ich spreche auf Twitter, Facebook oder in einer Email nicht mit einer anderen Person, sondern tippe Buchstaben, die dann codiert und übertragen werden. Zwischen die Kommunikationspartner tritt also eine Vermittlung. Aber ist das nicht auch im Fall der Interaktion von Angesicht zu Angesicht der Fall? Auch in diesem Fall können keine Beziehungen ohne Codierung hergestellt werden. Schon mal mit jemandem unterhalten, der nur eine fremde Sprache spricht? Auch in diesem Fall wird ein Medium verwendet, denn die Bewusstseine werden nicht aneinandergekoppelt. Hier ist es kein elektronisches Medium, sondern ein akustisches. Die Stimmen werden durch die Luft als Schallwellen übertragen. Auch die Face-to-Face-Interaktion beruht also auf Technik, Codierung und Vermittlung.</p>
<p>Ich würde sogar sagen, dass es ebenfalls symbolische Repräsentationen geschaffen werden. Das Timbre der Stimme, der Gesichtsausdruck, die Gesten &#8211; alles Beobachtungen, die mit Bedeutungen versehen und zu einer Repräsentation der anderen Person verdichtet werden. Wen oder was ich als &#8220;konkrete Person&#8221; wahrnehme, ist kulturell gerahmt und hängt von der Einübung bestimmter Kulturtechniken ab. Das Sprechen von Angesicht zu Angesicht hat gegenüber Twitternachrichten oder SMS einen unleugbaren historischen Vorteil. Das führt aber bisweilen dafür, dass man das Eingeübte mit dem Natürlichen verwechselt. Wenn ich nur lange genug twittere, komme ich allmählich dazu, den medialen Kontext auszublenden und spreche nicht mehr mit Avataren, sondern mit &#8220;konkreten Personen&#8221;.</p>
<p>Dass es Unterschiede zwischen mündlicher und schriftlicher Kommunikation (mit McLuhan vielleicht besser allgemein: visueller Kommunikation) gibt, bestreite ich gar nicht. Nur liegen sie nicht darin, dass die eine Form &#8220;konkreter&#8221; und im wahrsten Sinne des Wortes &#8220;persönlicher&#8221; sei als die andere.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wissenschaft im Dialog &#8211; welche Rolle spielen Blogs?</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/09/25/wissenschaft-im-dialog-welche-rolle-spielen-blogs/</link>
		<comments>http://blog.metaroll.de/2008/09/25/wissenschaft-im-dialog-welche-rolle-spielen-blogs/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 25 Sep 2008 12:30:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[authentizität]]></category>
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		<category><![CDATA[scienceblogs]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Ob eine Konferenz gut ist oder nicht, merkt man eigentlich sehr schnell an den Gesprächen in den Pausen oder beim gemeinsamen Abendessen. Im Fall des ersten Symposiums zur Wissenschaftskommunikation, die von der Initiative &#8220;Wissenschaft im Dialog&#8221; gestern und heute veranstaltet wurde, ist mir sehr schnell klar geworden: Selten habe ich mit so vielen Leuten gesprochen, [...]]]></description>
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<p>Ob eine Konferenz gut ist oder nicht, merkt man eigentlich sehr schnell an den Gesprächen in den Pausen oder beim gemeinsamen Abendessen. Im Fall des ersten Symposiums zur Wissenschaftskommunikation, die von der Initiative &#8220;Wissenschaft im Dialog&#8221; gestern und heute veranstaltet wurde, ist mir sehr schnell klar geworden: Selten habe ich mit so vielen Leuten gesprochen, die das Gefühl vermittelten, am Anfang von etwas neuem zu stehen. Das Thema Wissenschaftsdialog scheint sich zu einem absoluten Renner zu entwickeln.</p>
<p>Eigentlich ist die Idee schon recht alt. Am Anfang stand ein <a href="http://www.wissenschaft-im-dialog.de/de/wir-ueber-uns/memorandum.html#c478">Memorandum</a> (1999) der Wissenschaftsstiftungen und -organisationen in Deutschland, das die Rolle der allgemeinverständlichen Kommunikation von Wissenschaft ganz klar in den Mittelpunkt rückte. Darin stehen Dinge wie:</p>
<blockquote><p>
In Abstimmung mit den wissenschaftsfördernden Einrichtungen des Bundes und der Länder, der Hochschulen und Forschungseinrichtungen sowie Repräsentanten aus Wirtschaft und Politik wird ein den einzelnen Institutionen angemessenes Anreizsystem entwickelt, das geeignet ist, Belohnungen für diejenigen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Aussicht zu stellen, die sich aktiv im Dialog mit der Öffentlichkeit engagieren. Das Engagement für diesen Dialog darf dem wissenschaftlichen Ruf nicht abträglich sein, es sollte zu einem zusätzlichen Merkmal wissenschaftlicher Reputation werden.
</p></blockquote>
<p>Oder wie das folgende:</p>
<blockquote><p>
Die Würdigung von Leistungen im Dialog mit der Öffentlichkeit soll im Rahmen der internen und externen Begutachtung bzw. Evaluation zusätzlich zur Würdigung der wissenschaftlichen Leistung erfolgen. Geeignete Formen der Anerkennung sollen entwickelt werden.
</p></blockquote>
<p>klingen auch nach fast zehn Jahren noch revolutionär. Aber, wenn man sich ausführlich mit den Wissenschaftskommunikatoren aus Universitäten, Stiftungen, Museen und diversen Initiativen unterhält, wird schnell deutlich, dass sich hier gerade jetzt sehr viel verändert. Die Zeiten, in denen Professoren ihre Interviews in TV und Print bewusst einschränken mussten, um ihre wissenschaftliche Glaubwürdigkeit nicht aufs Spiel zu setzen, scheint allmählich überwunden. Nicht in allen Disziplinen &#8211; die Geistes- und Sozialwissenschaften scheinen hier den Natur- und Technikwissenschaften noch etwas hinterherzuhinken. Aber auch hier gibt es Bewegung.</p>
<p>Für mich das schönste Beispiel ist das Aufblühen von Wissenschaftsblogs in den unterschiedlichsten Bereichen. Allen gemeinsam ist jedoch die Betonung von dialogischen Elementen. Vilém Flusser hat sehr plausibel zwischen diskursiven Kommunikationsstrukturen, die auf der möglichst unverfälschten Weitergabe von Informationen beruht, und der dialogischen Kommunikation, in der die Partner ihre Informationen zusammenbringen, um etwas Neues daraus zu schaffen, unterschieden. Wissenschaft im Dialog heißt, das ist heute in vielen Vorträgen deutlich geworden, mehr als nur Wissenschaftskommunikation oder <em>public understanding of science</em>.</p>
<p>Das Ziel sollte sein, die Öffentlichkeit in den Prozess der Wissenschaft zu involvieren &#8211; was natürlich je nach Fachgebiet unterschiedlich aussehen kann -, und Blogs ebenso wie <a href="http://blog.metaroll.de/2008/08/11/ich-habe-die-zukunft-der-nachrichten-gesehen/">Microblogs</a> stellen für mich ein vielversprechendes Werkzeug für diesen Zweck dar:</p>
<ul>
<li>Blogs sind <strong>authentischer</strong>: In Blogs schreibt man anders als in Journals. Näher an der Person, weniger ausführlich und häufig auch offener. Mit Blogs kann man auch Institutionen ein Gesicht geben, die bislang in der Öffentlichkeit weitgehend unbekannt waren.
<li>Blogs sind <strong>dialogisch</strong>: Die Leser oder Zuschauer müssen nicht passiv bleiben, sondern können Fragen stellen, auf weitere Informationen verweisen und mit anderen diskutieren. Blogs forden zum Engagement auf.
<li>Blogs sind <strong>unmittelbarer</strong>: Spannende Experimente lassen sich mit Blogs und noch besser mit Microblogs in Tickertempo miterleben. Aber im Unterschied zum Ticker, der immer one-to-many funktioniert, kann hier ein echter Austausch funktionieren. Eines der schönsten Beispiele ist für mich nach wie vor der <a href="http://twitter.com/marsphoenix">Mars-Phoenix-Twitteraccount</a>.
<li>Blogs sind <strong>offener</strong>: Auch die Wissenschaftsblogger können Fragen stellen. Fragen sind als Format für Wissenschaftskommunikationen unterrepräsentiert. Publiziert werden meistens nur die Antworten. Auch Misserfolge können in Blogs auf informelle Weise vorgestellt und diskutiert werden. Den gewaltigen Bias aller bisherigen Wissenschaftskommunikationen in Richtung gelungene Experimente und bestätigte Hypothesen ist legendär.
<li>Blogs erreichen <strong>jüngere Zielgruppen</strong>: Nachwuchssicherung in der Wissenschaft ist eines der wichtigsten Ziele der Organisationen. Blogs erreichen eine jüngere Zielgruppe als Wissenschaftsmagazine.
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Woher kommen die Nutzer?</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/09/25/woher-kommen-die-nutzer/</link>
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		<pubDate>Thu, 25 Sep 2008 08:32:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[dfg]]></category>
		<category><![CDATA[google]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[seo]]></category>
		<category><![CDATA[suchmaschinen]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerade habe ich bei Turi2 folgendes Zitat von Manfred Hasenbeck (Burda-Yukom) gelesen: Sie können heute die schönsten medialen Weihnachtsbäume ins Netz stellen. Wenn der Rezipient nicht weiß, dass es sie gibt, wird er sie nicht finden. Ganz ähnliche Kommentare habe ich in den letzten Tagen auch immer gehört, wenn es um die Produktion neuer, zum [...]]]></description>
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<p>Gerade habe ich bei <a href="http://turi-2.blog.de/2008/09/25/heute2-ard-zdf-bauer-4776437">Turi2</a> folgendes Zitat von Manfred Hasenbeck (Burda-Yukom) gelesen:</p>
<blockquote><p>
Sie können heute die schönsten medialen Weihnachtsbäume ins Netz stellen. Wenn der Rezipient nicht weiß, dass es sie gibt, wird er sie nicht finden.
</p></blockquote>
<p>Ganz ähnliche Kommentare habe ich in den letzten Tagen auch immer gehört, wenn es um die Produktion neuer, zum Teil crossmedialer Angebote der Wissenschaftskommunikation geht: &#8220;Was ist denn, wenn wir mit großem Aufwand tolle Filme über Wissenschaftler herstellen, und dann findet diese Filme niemand im Netz?&#8221;</p>
<p>Der Denkfehler liegt darin, dass es gar nicht so sehr darum geht, dass die Rezipienten (hoffentlich landet dieses Schimpfwort zusammen mit dem Konsumenten auf dem diskursiven Müllhaufen) selbst diese Inhalte finden. Natürlich guckt der normale Nutzer nicht täglich auf die Seiten der <a href="http://www.dfg.de/">Deutschen Forschungsgemeinschaft</a>, um nachzusehen, ob es da womöglich <a href="http://dfg-science-tv.de/">neue Multimediainhalte</a> gibt. Was für eine seltsame Vorstellung.</p>
<p>Nutzer suchen nach Themen. Die meisten suchen auf Google. Deshalb gilt: Wenn die Inhalte gut sind und über Suchmaschinen wie Google gut auffindbar sind (also gut verschlagwortet), dann werden sie gefunden. Wenn ich meine Angebote im Deep Web verstecke, brauche ich mich nicht wundern, dass sie nicht gefunden werden.</p>
<p>Also: stellt eure schönen medialen Weihnachtsbäume ins Netz, sorgt dafür, dass Google damit etwas anfangen kann. Wenn die Inhalte gut sind, dann werden die Nutzer auch kommen.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Wissenschaftkommunikation und Mediendialog</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/09/16/wissenschaftkommunikation-und-mediendialog/</link>
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		<pubDate>Tue, 16 Sep 2008 08:57:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nächste Woche geht&#8217;s nach Bremerhaven, um dort in einem Workshop des Symposiums der Initiative &#8220;Wissenschaft im Dialog&#8221; etwas zum Thema Wissenschaftsbloggen zu erzählen. Das Programm für meinen Input sieht in etwa so aus: Die Zeichen stehen auf Öffnung. Public Understanding of Science, Wissenschaftskommunikation oder Wissenschaftsmündigkeit &#8211; mit Schlagworten wie diesen wird gerade in den letzten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/09/faust.jpg"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/09/faust.jpg" alt="" title="Faust" class="alignright size-thumbnail wp-image-609" /></a>Nächste Woche geht&#8217;s nach Bremerhaven, um dort in einem Workshop des <a href="http://www.wissenschaft-im-dialog.de/wissenschaftskommunikation/forum-wissenschaftskommunikation/programm.html">Symposiums</a> der Initiative &#8220;Wissenschaft im Dialog&#8221; etwas zum Thema Wissenschaftsbloggen zu erzählen. Das Programm für meinen Input sieht in etwa so aus:</p>
<blockquote><p>
Die Zeichen stehen auf Öffnung. Public Understanding of Science, Wissenschaftskommunikation oder <a href="http://cspannagel.wordpress.com/2008/03/15/ein-pladoyer-fur-eine-wissenschaftsmundige-gesellschaft/">Wissenschaftsmündigkeit</a> &#8211; mit Schlagworten wie diesen wird gerade in den letzten Jahren immer stärker eine Wissenschaft gefordert, die nicht nur forscht, sondern auch kommuniziert, ja gar in einen Dialog mit der Öffentlichkeit tritt. Die Wissenschaftler sollen also endlich ihre Alchemistenlabors verlassen und der Welt mitteilen, was sie tun und was das für die Gesellschaft bedeutet.</p>
<p>Sind Blogs als typische <a href="/2008/04/14/blogs-als-diskurs-und-dialogmedien/">dialogische Medien</a> der Königsweg zu diesem Ziel? Wie lassen sich Blogs für die interne und externe, formelle und informelle Wissenschaftskommunikation einsetzen? Welche Arten <a href="/2008/03/21/prof-dr-wordpress/">wissenschaftlicher Blogs</a> sind tatsächlich in der freien Wildbahn (in erster Linie der deutschsprachigen Blogosphäre) zu beobachten? Wo liegen die spezifischen Vorteile von Weblogkommunikationen und welche Herausforderungen für Öffentlichkeit und Wissenschaft sind damit verbunden?</p>
<p>In meinem Referat werde ich versuchen, einige Antworten auf diese Fragen vorzustellen &#8211; verbunden mit einigen praktischen Anregungen, das Wissenschaftsbloggen selbst einmal auszuprobieren.
</p></blockquote>
<p>Sehr gut gefällt mir, dass es nicht nur um das übliche <em>public understanding of science</em> einer erwachsenen Öffentlichkeit geht, sondern dass die Veranstalter Wissenschaftskommunikation bereits im Kindergarten beginnen lassen. Ich glaube, dass wir mehr derartige ganzheitliche, lebenslange Herangehensweisen benötigen.</p>
<p>Warum sollte man nicht auch schon in der Grundschule anfangen, mit den Schülern über den Umgang mit sozialen Medien zu sprechen? Dabei könnten nicht nur die Schüler einen Eindruck von den Möglichkeiten aber auch Gefahren der digitalen Werkzeuge (SchülerVZ, Wikipedia, ICQ etc.) erlangen, die sie sowieso nahezu täglich verwenden. Auch die Lehrer könnten ein realistisches Bild davon bekommen, wie das Aufwachsen in einer hochmedialisierten Gesellschaft aussieht. <a href="http://vlog.rheingold.com/">Howard Rheingold</a> scheint sich gerade intensiv mit diesen Fragen zu befassen &#8211; ich bin gespannt, welche Ideen zu einer <em>Lebenslangen Medienpädagogik</em> oder vielleicht besser: einem <em>Lebenslangen Mediendialog</em> noch alle auftauchen werden.</p>
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		<title>Soziale Medien als heroisches Projekt</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/07/24/soziale-medien-als-heroisches-projekt/</link>
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		<pubDate>Wed, 23 Jul 2008 22:24:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Meistens sind es gar nicht die neuen Gedanken, die einen brillianten Denker ausmachen. Oft ist es viel mehr die Fähigkeit, einen Gedanken so zu formulieren, dass seine Bedeutung, seine Folgen deutlich werden. Ein gutes Beispiel dafür ist die Definition von &#8220;Kultur&#8221; wie auch &#8220;Kommunikation&#8221; (beide Begriffe gehören hier eng zusammen), wie sie Vilém Flusser vornimmt: [...]]]></description>
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<p>Meistens sind es gar nicht die neuen Gedanken, die einen brillianten Denker ausmachen. Oft ist es viel mehr die Fähigkeit, einen Gedanken so zu formulieren, dass seine Bedeutung, seine Folgen deutlich werden. Ein gutes Beispiel dafür ist die Definition von &#8220;Kultur&#8221; wie auch &#8220;Kommunikation&#8221; (beide Begriffe gehören hier eng zusammen), wie sie <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Vil%C3%A9m_Flusser">Vilém Flusser</a> <a href="http://flusserstream.khm.de/flusserstream/show_chapters.php">vornimmt</a>:</p>
<blockquote><p>Denn worum geht es in der menschlichen Kommunikation? Es geht darum, erworbene Informationen zu speichern, zu prozessieren und weiterzugeben.
</p></blockquote>
<p>In diesem Satz steckt ein zutiefst antibiologisches Menschenbild. Der kommunizierende oder kulturschaffende Mensch lehnt sich gegen die Natur auf. Warum? Weil er damit bewusst gegen zwei Grundgesetze der Naturwissenschaften verstößt.</p>
<p>Auf der einen Seite gegen den <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Entropie">zweiten Hauptsatz der Thermodynamik</a>, der besagt, dass das Universum immer wahrscheinlicher, immer gleichmäßiger verteilt wird, dass also die Unordnung oder Uninformation auf lange Sicht zunimmt. Das Speichern von Informationen ist genau das Gegenteil davon. Das steckt bereits im Begriff der In-Formation, des Einprägen einer Form in einen Gegenstand. Also: Herstellen von Ordnung.</p>
<p>Auf der anderen Seite verstößt dieser Kultur- und Kommunikationsbegriff gegen die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Mendelsche_Regeln">Mendelsche Regel</a>, dass erworbene Informationen nicht genetisch weitergeben werden können. Kultur vererbt dagegen auch erworbene Informationen. Flusser bezeichnet dies treffend als Engagement gegen den eigenen Tod, so wie man auch den ersten Punkt als Engagement gegen die Unordnung &#8211; Philip K. Dick-Lesern auch als &#8220;<a href="http://www.43folders.com/2007/12/12/dick-kipple">Kipple</a>&#8221; bekannt &#8211; lesen kann. Dennoch ist der Mensch beiden Prozessen unausweichlich ausgesetzt. In diesem tragischen Spannungsfeld findet menschliche Kommunikation statt. Kein Wunder, dass Flusser seine Kommunikologie als Forschungsfeld von universeller und grundlegender Bedeutung ansah.</p>
<p>Was mich jetzt besonders interessiert und weshalb ich denke, dass es eine Philosophie der sozialen Medien geben müsste (wenn es sie nicht schon gibt): Welche Schlüsse lassen sich daraus für soziale Medien (<em>social media</em>) ziehen? Sind Blogs, Facebook-Profile, Twitter-Statusmeldungen und Lebensströme (man beachte den Namen!) wie Friendfeed nicht ebenfalls aus dieser Perspektive zu betrachten? Nur sind es nicht mehr außergewöhnliche Individuen (Künstler) oder professionell dafür zuständige Menschen (Journalisten), die sich um diesen anti-entropischen Prozess kümmern, sondern ganz gewöhnliche Leute.</p>
<p>Welche Folgen hat diese Potenzierung der Kommunikationen? Auf der einen Seite könnte man positiv sagen, dass Computer und Internet noch viel mehr Scheinerfolge im Kampf mit der Entropie erlauben. Auf der anderen Seite ist jede derartige Ausweitung immer auch auf inflationäre Effekte zu befragen. Wird dadurch, dass ich immer mehr Handlungen meines Lebens über das Netz vermittle, nicht der Informationswert sinken? Wenn jeder bloggen würde, wäre das negative oder positive Entropie?</p>
<p>Es heißt immer wieder: <a href="http://www.google.de/search?q=internet%20vergisst%20nichts&#038;sa=N&#038;tab=bw">Das Internet vergisst nichts</a>. Handelt es sich hier vielleicht um das bislang heroischste Projekt des Menschen in der Auseinandersetzung mit seiner eigenen <em>condition humaine</em>?</p>
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		<title>Twitter, Metcalfe&#8217;s Law und die Kommunikation mit verschwommenen Gruppen</title>
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		<pubDate>Fri, 23 May 2008 08:46:50 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<category><![CDATA[kommunikation]]></category>
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		<description><![CDATA[Metcalfe&#8217;s Law, Reed&#8217;s Law oder Geburtstagsparadox &#8211; es gibt mehrere Bezeichnungen für das Phänomen, dass Netzwerke exponentiell wachsen. Mit jedem neuen Mitglied erhöht sich die Anzahl der möglichen Kommunikationspartner (ähnlich gilt dies auch für die möglichen Untergruppen) nicht um eins, sondern um die Zahl der bisher vorhandenen Mitglieder. Genau das scheint auch das Problem zu [...]]]></description>
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<p><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/05/180px-simmel_01.jpg" width="180" height="240" class="right" align='right' /><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Metcalfesches_Gesetz">Metcalfe&#8217;s Law</a>, <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Reedsches_Gesetz">Reed&#8217;s Law</a> oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Geburtstagsparadox">Geburtstagsparadox</a> &#8211; es gibt mehrere Bezeichnungen für das Phänomen, dass Netzwerke exponentiell wachsen. Mit jedem neuen Mitglied erhöht sich die Anzahl der möglichen Kommunikationspartner (ähnlich gilt dies auch für die möglichen Untergruppen) nicht um eins, sondern um die Zahl der bisher vorhandenen Mitglieder.</p>
<p>Genau das scheint auch das Problem zu sein, mit dem der <a href="http://kratochvil.com/blog/2007/07/22/es-kann-nicht-nur-einen-geben-twitter-pownce-und-co/">Mikrobloggingdienst</a> <a href="http://twitter.com/furukama/">Twitter</a> gerade zu kämpfen hat. Seit sich die Anzeichen dafür mehren, dass Twitter allmählich in den Mainstream einsickert, und dementsprechend mehr Menschen sich dort anmelden, hat die <a href="http://www.25hoursaday.com/weblog/2008/05/23/SomeThoughtsOnTwittersAvailabilityProblems.aspx">Leistung rapide abgenommen</a>. Die vielen Ausfälle der letzten Tage (die SMS-Benachrichtigung scheint schon länger nicht mehr zu funktionieren) haben viele der digitalen Avantgarde zum Lifestreamanbieter Friendfeed <a href="http://unintendedpurpose.wordpress.com/2008/05/21/twitter-sucks-big-time-aber-friendfeed-begeistert-mich-zusehends/">getrieben</a> (hier z.B. <a href="http://friendfeed.com/metaroll">mein Feed</a>). <a href="http://friendfeed.com/scobleizer">Robert Scoble</a> ist dort, <a href="http://friendfeed.com/loic">Loic Le Meur</a> und <a href="http://friendfeed.com/techcrunch">Michael Arrington</a> auch.</p>
<p>Während die Direktnachrichten bei Twitter keine größeren Probleme darstellen dürften und auch die <a href="http://twitter.com/public_timeline">öffentliche Zeitleiste</a> unproblematisch sein dürfte, liegt die Schwierigkeit darin, dass jede Freundesliste bei Twitter eine ziemlich einzigartige Kombination von Kontakten darstellt (das müsste man einmal genauer untersuchen). Hier ist deutlich erkennbar, was der deutsche Soziologe <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Georg_Simmel">Georg Simmel</a> Ende des 19. Jahrhunderts gemeint hat, als er die Individualität einer Person als <a href="http://socio.ch/sim/dif5.htm">Kreuzung unterschiedlicher sozialer Kreise</a> bezeichnet hat.</p>
<p>Das Problem von Twitter liegt womöglich in der <a href="http://www.techcrunch.com/2008/05/22/twitter-at-scale-will-it-work/">ungleich größeren Herausforderung</a>, Botschaften (&#8220;Tweets&#8221;) an jeweils ganz unterschiedliche Personengruppen zu senden. Twitter ist eben weder ein reines Kommunikationsmedium (Direktnachrichten), noch ein reines Broadcastmedium (Öffentliche Zeitleiste). Ja, es ist nicht einmal ein Gruppenkommunikationsmedium, als das, wofür Email ursprünglich entwickelt wurde, denn Personen, die auf eine Twitternachricht von mir reagieren, senden ihre Antworten wiederum an eine ganz andere Gruppe. <strong>Twitter ist Kommunikation zwischen verschwommenen, unscharfen Gruppen</strong> (fuzzy groups). Genau das ist der <a href="http://twitterdings.de/2008/05/21/faszination-twitter-der-puls/">Reiz</a> des Mediums, aber vermutlich auch die neuartige technische Herausforderung.</p>
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		<title>Stapelverarbeitung &#8211; 16.4.2008</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/04/16/stapelverarbeitung-1642008/</link>
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		<pubDate>Wed, 16 Apr 2008 09:16:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der Stapel für heute enthält wieder einmal einiges zu Twitter, aber auch ein paar grundsätzliche Gedanken zum Web 2.0 bzw. Social Media. Mythen des Web 2.0 John Dodds hat ein klein wenig Diskursforschung betrieben und die fünf besten erfundenen Wörter des Web 2.0 zusammengestellt: Conversation, Community, Relationship, Content und Authenticity. Diese Begriffe werden jedoch viel [...]]]></description>
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<p>Der Stapel für heute enthält wieder einmal einiges zu Twitter, aber auch ein paar grundsätzliche Gedanken zum Web 2.0 bzw. Social Media.</p>
<h4>Mythen des Web 2.0</h4>
<p>John Dodds hat ein klein wenig Diskursforschung betrieben und die <a href="http://makemarketinghistory.blogspot.com/2008/04/top-5-made-up-words-of-web-20.html">fünf besten erfundenen Wörter des Web 2.0</a> zusammengestellt: Conversation, Community, Relationship, Content und Authenticity. Diese Begriffe werden jedoch viel zu häufig missverstanden: Web 2.0 bedeutet für ihn eine Rückkehr zur &#8220;guten alten&#8221; Kundenorientierung auf Grundlage einer gesteigerten Reaktionsfähigkeit. Was sich aber nicht ändert: die Kunden. &#8220;It doesn&#8217;t mean that your customers want a conversation with you. They generally want a quiet life without unwanted noise from you.&#8221; Zu so einem Ergebnis kommt man aber nur, wenn man die empirisch gut belegte Veränderung in der Mediennutzung der Menschen ignoriert.</p>
<h4>Corporate-Twitter</h4>
<p>Allmählich entdecken die Unternehmen die mit Twitter mögliche Instantkommunikation (sowie: die dort Tag für Tag erreichbare Premium-Zielgruppe). Daniel Riveoung hat sich das <a href="http://mediabullseye.com/mb/2008/04/twitter-a-case-study-on-social.html">näher angesehen</a>. Mit dabei sind z.B. schon <a href="http://twitter.com/hrblock">H&#038;R Block</a>, <a href="http://twitter.com/downingstreet">10 Downing Street</a>, <a href="http://twitter.com/zappos">Zappos</a>, <a href="http://twitter.com/bbcnews">BBC News</a>, Yahoo Marketing, Amazon.com oder der <a href="http://twitter.com/lga">LaGuardia-Flughafen in New York</a>. Warum twittern sie alle? Zum einen ist das eine Gelegenheit, sich auf praktischem Wege Knowhow für die Verwendung von Social Media anzueignen. Zum anderen bekommen sie dort mit, wie die &#8220;Linkerati&#8221;, also die &#8220;bleeding edge of early adopters&#8221; ticken. Über Twitter können sich Unternehmen überdies ein menschliches Antlitz geben, zum Beispiel indem sich Corporate Twitterer ab und zu an Nonsense-Gesprächen (&#8220;occasional fart-related humour&#8221;) beteiligen. Aber auch als Mikro-Presseverteiler und für das Reputationsmonitoring lässt sich Twitter einsetzen. Wann twittern Merkel, Fraport oder die Deutsche Bank?</p>
<h4>Social Media-Experte</h4>
<p>Wenn man einen Blick auf Netzwerke wie Xing wirft, dann gewinnt man den Eindruck, dass dieses Land geradezu vor Expertise strotzt. Social Media-Experten überall. Doch was sollte ein Social Media-Experte eigentlich alles wissen und können, damit diese Bezeichnung gerechtfertigt ist? Chris Brogan hat in seiner Reihe &#8220;100 nützliche Blogposts über Social Media&#8221; <a href="http://www.chrisbrogan.com/what-i-want-a-social-media-expert-to-know/">einige Anhaltspunkte für die Beantwortung dieser Frage gegeben</a>. Er unterscheidet zwischen strategischen Fähigkeiten (z.B. integrierte Medienkampagnen durchzuführen, 100 Leute aus dem Bereich kennen oder den Stand einer Community in 2 Minuten zusammenfassen zu können) und technischen Fähigkeiten (z.B. Blogsoftware installieren, Social Networks nutzen können oder Suchmaschinenoptimierung). Mal sehen, wie lange es dauert, bis diese Fähigkeitsliste in die amtlichen Beschreibungen der Bundesagentur für Arbeit Eingang findet.</p>
<h4>Das kuratierte Netz</h4>
<p>Fred Stutzman <a href="http://chimprawk.blogspot.com/2008/04/social-softwares-curation-era.html">erkennt</a>: Das Web 2.0, das für ihn das Ende der Ressourcenknappheit darstellt (Speicherplatz, Rechenpower, Zugangsschwellen), benötigt digitale &#8220;Kurateure&#8221; (oder Redakteure), die mit diesem Überfluss umgehen können. Die Zukunft liegt in kleinen, überschaubaren weil handverlesenen Netzwerken wie Twitter, Tumblr oder Seesmic und nicht in großen überkomplexen monolithischen Plattformen wie Facebook. Die Technologien sind nicht mehr das Problem, sondern der kreative Umgang damit. Dafür verwendet er dann den Lévi-Strauss&#8217;schen Begriff der &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bricolage">Bricolage</a>&#8220;: &#8220;To this extent, the fuel of the next web is bricolage, as opposed to the more inherently techno-capitalist notions of mashup and remix.&#8221;</p>
<h4>Twitter als Radiogerät</h4>
<p>Hartmut Wöhlbier <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/27/27677/1.html">sieht</a> durch <a href="http://blog.kooptech.de/index.php?/archives/288-UEber-sich-veraendernde-Diskussionsraeume.html">Aggregatoren</a> wie Friendfeed, Socialthing und <a href="http://www.zweinull.cc/facebook-der-erste-schritt-zum-lifestreaming/">demnächst auch Facebook</a> einen &#8220;volatilen Kommunikationsraum einer völlig neuen Art&#8221; entstehen: &#8220;Mit der Authentizität der Lifestreams vergegenwärtigt sich die Person bei anderen und bildet so eine verteilte Präsenz aus: Man wird von verschieden Menschen an verschieden Orten wahrgenommen und tritt mit diesen wiederum in Kontakt.&#8221; Anzumerken ist, dass die Möglichkeit, Informationen rundfunkartig beliebigen Personen zur Verfügung zu stellen, nichts neues ist (Stichwort: Fernsehen). Neu ist jedoch, dass dies nun für (fast) jeden möglich ist, und zwar &#8220;zeitnah von jedem Ort&#8221;. Mit Flusser gesprochen: Es geht also um eine Konvergenz amphitheatralischer <a href="http://blog.metaroll.de/2008/04/14/blogs-als-diskurs-und-dialogmedien/">Diskursmedien</a> wie dem Fernsehen und ortsungebundenen Dialogmedien wie der SMS.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Über Twitter: Identitäts-, Beziehungs- und Wissensmanagement mit Microbloggingdiensten</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/03/27/ueber-twitter-identitaets-beziehungs-und-wissensmanagement-mit-microbloggingdiensten/</link>
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		<pubDate>Thu, 27 Mar 2008 09:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wittgenstein 2.0:Was sich überhaupt sagen läßt,läßt sich twittern.off_the_record (via Twitter) Jan Schmidt hat (z.B. hier) für seine Analysen der Blogosphäre ein Analyseraster entwickelt, das drei Grundfunktionen von Social Media im Allgemeinen und Blogs im Besonderen unterscheidet: Identitätsmanagement: Meistens ist das persönliche Blog, sofern es nicht anonym geführt wird, einer der ersten Treffer bei der Googlesuche [...]]]></description>
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<p><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2007/12/twitter.png" class='left' align='left' />
<div align='right' class='right'><em>Wittgenstein 2.0:<br/>Was sich überhaupt sagen läßt,<br />läßt sich twittern.</em><br/><a href="http://www.off-the-record.de/">off_the_record</a> (<a href="http://twitter.com/off_the_record/statuses/777898715">via Twitter</a>)</div>
<p>Jan Schmidt hat (z.B. <a href="http://www.schmidtmitdete.de/archives/22">hier</a>) für seine Analysen der Blogosphäre ein Analyseraster entwickelt, das drei Grundfunktionen von Social Media im Allgemeinen und Blogs im Besonderen unterscheidet:</p>
<ul>
<li><b>Identitätsmanagement</b>: Meistens ist das persönliche Blog, sofern es nicht anonym geführt wird, einer der ersten Treffer bei der <a href="http://blog.metaroll.de/2007/12/19/vom-ego-googeln-zum-reputationsmanagement-vier-fragen-an-klaus-eck/">Googlesuche nach einer Person</a> (der bekannte Blogbias der Suchmaschinenöffentlichkeit). Deshalb spielen die dort präsentierten Informationen eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, sich ein Bild dieser Person zu machen. Blogs sind also ein Instrument der Selbstdarstellung. Mit ihrer Hilfe kann man sich so darstellen, wie man nach außen wirken möchte (bei Goffman heißt das &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/The_Presentation_of_Self_in_Everyday_Life">presentation of self in everyday life</a>&#8220;). Das gilt natürlich auch für andere digitale Identitäten von der klassischen Homepage über das <a href="https://www.xing.com/profile/Benedikt_Koehler">Xingprofil</a> bis zum <a href="http://friendfeed.com/metaroll">Lifefeed</a>, aber aufgrund der großen Sichtbarkeit und einfachen Aktualisierung haben Blogs hier eine prominente Bedeutung erlangt.
<li><b>Beziehungsmanagement</b>: Dieser Punkt lässt sich aus dem vorangegangenen Punkt ableiten. Selbstdarstellung ist immer ein sozialer Akt. Sie bedarf eines Publikums, einer Bühne. Weblogs dienen deshalb schon in ihrer einfachsten Erscheinungsform als digitales Tagebuch als Beziehungswerkzeug. Denn auch wenn man nicht explizit für ein Publikum schreibt, die Wahl des Internets als Medium der Selbstdarstellung nimmt Sozialität zumindest in Kauf. Die sich in der Blogosphäre entwickelte Kultur der Verlinkung (<em>culture of links</em>) fördert diesen Charakter noch, insbesondere durch das automatisierte Setzen von Referenzen (<a href="http://blog.metaroll.de/2008/02/06/10-gruende-fuer-oder-gegen-trackbacklinks-in-der-blogosphaere/">Trackbacks und Pingbacks</a>) sowie die Neigung vieler Blogger, ihr soziales Kapital, das mit Angeboten wie Technorati direkt quantifizierbar scheint, zu vermehren.
<li><b>Informations- oder Wissensmanagement</b>: Die beiden ersten Punkte skizzieren die Entwicklung vom digitalen Tagebuch zur entwickelten, gut vernetzten Blogosphäre. Aber man kann die <a href="http://blog.metaroll.de/2007/12/20/abbildung-die-genealogie-der-weblogs/">Geschichte der Weblogs</a> auch von einem anderen Startpunkt aus erzählen: der kommentierten Linkliste. In viele frühen Noch-nicht-ganz-Blogs wie zum Beispiel denen von <a href="http://webkompetenz.blogspot.com/2007/08/hypertext-9-tim-berners-lee-world-wide.html">Tim Berners-Lee</a> oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Marc_Andreessen">Marc Andreessen</a> bestanden die Einträge aus einer Sammlung Hyperlinks, die teilweise mit kurzen Kommentaren versehen waren, in etwas so wie die gegenwärtigen <a href="http://del.icio.us">del.icio.us-Feeds</a>. Hier geht es weniger um Identität oder soziale Beziehung, sondern der Fokus liegt hier auf dem Archivieren und Dokumentieren von Wissen. Diese Funktion findet man auch in vielen zeitgenössischen Weblogs wieder, so lassen sich meine viralmythen auch als elektronischer Zettelkasten betrachten und dienen auch der Vermittlung und Vernetzung von Wissen.
</ul>
<p>Keine der drei Funktionen ist neu. Die eigene Identität lässt sich auch über ein papiernes Tagebuch konstruieren, Beziehungen per Visitenkartenaustausch pflegen und Wissen lässt sich in Büchern speichern oder in Briefen austauschen. Weblogs sind jedoch eine ungewöhnliche Kulturtechnik, in der diese drei Funktionen konvergieren und sich gegenseitig steigern lassen.</p>
<p>Nun stellt sich die Frage, ob das alles auch für Mikrobloggingtechniken wie <a href="http://twitter.com/">Twitter</a>, <a href="http://pownce.com">Pownce</a> oder <a href="http://jaiku.com/">Jaiku</a> gilt. Also: Wie sehen Identitäts-, Beziehungs- und Wissensmanagement im mikrobloggerischen Kontext aus?</p>
<ul>
<li><b>Identitätsmanagement</b>: Ebenso wie mit Blogs lässt sich auch per Twitter die eigene Identität konstruieren und repräsentieren. Nur: 140 Zeichen sind natürlich viel zu wenig, um komplexe Gedankengänge auszudrücken, so dass es hier meist bei stenographischen Äußerungen bleibt, die sich immer wieder auf neue Technologien, Orte, Fernsehsendungen und Internetseiten beziehen. Viele Twitterati stellen ihre eigene Identität dementsprechend als technikkompetente, hypermobile, prokrastinierende Internetavantgarde mit einem chronisch untererfüllten Schlafbedürfnis dar (&#8220;3 Stunden Schlaf ist einfach zu wenig auf Dauer&#8221;).
<p>Bemerkenswert ist die Tatsache, dass man sich hier weniger als das Darstellt, was man ist oder erreicht hat (vergleiche die doch recht konventionellen Lebensläufe bei Facebook oder Xing), sondern als das, was man im Moment tut oder denkt. Für Psychologen ist es nichts neues, aber hier kann man das ganz konkret erfahren: Identität als Prozess.</p>
<li><b>Beziehungsmanagement</b>: Mikrobloggen ist <a href="http://www.copyblogger.com/twitter-marketing/">sozial</a>. Vielleicht sogar etwas zu sozial. Denn wenn man nur die Statusmeldungen (&#8220;Tweets&#8221;) einer Person beobachtet (&#8220;follow&#8221;), dann wird man schnell bemerken, dass diese für sich nicht entschlüsselbar sind. Immer wieder (unter meinen Twitterkontakten variiert zwischen 1/5 und 1/4 liegen) taucht das Zeichen &#8220;@&#8221; auf, das für Reaktionen auf andere Tweets steht. Ohne die Ursprungsnachrichten sind diese Tweets unverständlich.
<p>Insofern besteht ein epistemologischer Anreiz zur Sozialität: Je mehr Kontakten man followt, desto mehr vollständigere Konversationen bekommt man mit (dem ist natürlich aufgrund der Netzwerkstruktur nicht so, denn mit jedem neuen Kontakt kommen neue unvollständigere Gespräche dazu). Mit Twitter lässt sich aber auch eine basale Kontaktpflege betreiben, da es die Grundfunktionen eines Social Networks besitzt (Profil, Kontakte hinzufügen und bestätigen, Avatare).</p>
<li><b>Wissensmanagement</b>: Die Funktion des Wissensmanagements lässt sich mit Twitter, so hat es zunächst den Anschein, denkbar schlecht erfüllen. Denn es gibt nur rudimentäre Möglichkeiten, eigene oder fremde Nachrichten zu speichern und vor allem wiederzufinden. Die einzige Möglichkeit, die Twitter von sich aus mitbringt: Man kann bestimmte Nachrichten anderer Twitterati als Favorit abspeichern. Mittlerweile hat sich aber auch das Taggen von Nachrichten mit <a href="http://hashtags.org/">Hashtags</a> (z.B. &#8220;<a href="http://hashtags.org/tag/politik/">#politik</a>&#8220;) durchgesetzt und wird von Drittanbietern unterstützt, die sich der Twitter-Datenschnittstelle (<a href="http://twitter.com/help/api">API</a>) bedienen. Dasselbe gilt für die Suche, auch hierfür gibt es <a href="http://twittermap.com/search">mittlerweile Lösungen</a>. Dennoch: Als digitales Notizbuch lässt sich Twitter schon aufgrund der Beschränkung auf 140 Zeichen nur schwer einsetzen.
<p>Aber: denkt man nicht nur in den klassischen Kategorien von Informationsspeicherung und -retrieval, dann lässt sich hier doch ein interessantes Potential von Twitter und anderen Mikroblogs erkennen: Die fragmenarischen, oft aphoristischen Meldungen sind immer wieder für Irritationen oder Anregungen gut (bisweilen erinnert das an Brian Enos <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Oblique_Strategies">Oblique Strategies</a>), zudem erhält man auf diese Weise, je nachdem wer die eigenen Kontakt sind, täglich unzählige Links auf andere Internetseiten (Wissen in Gestalt von Hyperlinks). Die unvollständige Sozialität hat auch Folgen für das Wissensmanagement, denn oft sind interessante Gedanken erst in der Abfolge mehrerer &#8211; und vor allem verteilter! &#8211; Tweets erkennbar. Es kommt zu einer Sozialisierung des Wissens, einem <a href="http://www.wired.com/techbiz/media/magazine/15-07/st_thompson">sozialen sechsten Sinn</a>, der sich durchaus in Richtung des Teilhard&#8217;schen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Noosph%C3%A4re">Noosphäre</a> denken lässt.
</ul>
<p>Letztlich lässt sich, glaube ich, recht plausibel die These vertreten, dass auch per Twitter, Pownce und Jaiku Identitäts-, Beziehungs- und Wissensmanagement möglich sind. Aber die Einschränkung auf 140 Zeichen, die nur rudimentäre Vernetzung (es gibt zwar Permalinks, aber Antworten werden auf Personen, nicht Nachrichten bezogen, außerdem fehlen Track- und Pingbacks) sowie das nur wenig ausgearbeite Informationsretrieval lassen das Microblogging zunächst als defizitäre Variante des richtigen &#8220;Voll-Bloggens&#8221; erscheinen. Bei näherer Betrachtung zeigt sich aber, dass in diesen Einschränkungen gerade auch der Reiz und die Innovativität dieses Systems liegen, die Schlagworte lauten: Identität als Prozess, unvollständige Sozialität, aphoristisch-fragmentarisches Wissen. Für <a href="http://marcellomedia.blogs.com/mrb/2007/07/twitter-soziolo.html">Twitter-Soziologen</a> scheint genügend Material da zu sein.</p>
<p>Nebenbei: <a href="http://twitter.com/furukama">Hier geht&#8217;s zu meinem Twitter-Feed</a></p>
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		<title>Die Feed-Malaise</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/03/25/die-feed-malaise/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Mar 2008 09:00:14 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[demokratie]]></category>
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		<category><![CDATA[internet]]></category>
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		<category><![CDATA[kommentarhaftung]]></category>
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		<category><![CDATA[philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[socialthing]]></category>
		<category><![CDATA[wordpress]]></category>

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		<description><![CDATA[Jürgen Habermas betont in seiner vielbeachteten Rede zur politischen Kommunikation in der Mediengesellschaft, die gerade eben auch in einem Suhrkamp-Bändchen abgedruckt wurde, die Wichtigkeit einer Feedbackschleife zwischen Politik und Zivilgesellschaft. Nur so können die Grundprinzipien der deliberativen Demokratie verwirklicht werden, die anders als die liberale (Freiheit) oder republikanische (Partizipation) auf eine wahrnehmbare öffentliche Meinung als [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><img src='http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/03/180px-juergenhabermas.jpg' alt='180px-juergenhabermas.jpg' class='left' align='left' /><a href="http://de.wikipedia.org/wiki/J%C3%BCrgen_Habermas">Jürgen Habermas</a> <a href="http://www.blackwell-synergy.com/doi/pdf/10.1111/j.1468-2885.2006.00280.x?cookieSet=1">betont</a> in seiner <a href="http://snurb.info/node/621">vielbeachteten</a> Rede zur politischen Kommunikation in der Mediengesellschaft, die gerade eben auch in einem <a href="http://www.suhrkamp.de/titel/titel.cfm?bestellnr=12551">Suhrkamp-Bändchen</a> <a href="http://weblog.histnet.ch/archives/892">abgedruckt wurde</a>, die Wichtigkeit einer Feedbackschleife zwischen Politik und Zivilgesellschaft. Nur so können die Grundprinzipien der deliberativen Demokratie verwirklicht werden, die anders als die liberale (Freiheit) oder republikanische (Partizipation) auf eine wahrnehmbare öffentliche Meinung als Öffnung der Politik für die Gesellschaft setzt. Die veröffentlichten Meinungen dienen als &#8220;networks for wild flows of messages&#8221; als Deliberationsarena auf politischer Grassroots-Ebene.</p>
<p>Natürlich ist die Unabhängigkeit und Selbst-Regulierung des Mediensystems eine wesentliche Bedingung für einen unverzerrten öffentlichen Diskurs &#8212; Gegenbeispiel sind Banalisierung (Berlusconi) oder Verfälschung (Irakkrieg) der Medienberichterstattung. Insofern müssten doch eigentlich die vielen Weblogs ein wertvolles deliberatives Element in der Mediengesellschaft darstellen, oder? Habermas sieht das in dem Fall gegeben, wenn es gegen die autoritäre geht: Weblogs können hier einen zusätzlichen, authentischen Nachrichten- und Meinungskanal eröffnen und der öffentlichen Meinung zur Veröffentlichung helfen (das <a href="http://heinz.typepad.com/lostandfound/2008/03/jeff-jarvis-ber.html">hält</a> auch Jeff Jarvis für ein wichtiges Element einer &#8220;Open Source-Demokratie&#8221;).</p>
<p>Dann kommt aber Habermas kritische Einschränkung: In liberalen Regimen mit unabhängigen Mediensystemen ist diese Funktion überflüssig und Grassrootsmedien wie Weblogs sind eher eine bedrohliche Erscheinung, da sie zur Fragmentierung der politischen Öffentlichkeit in zahlreiche Mikroöffentlichkeiten beitragen. Mit Jan Schmidt kann man dieses Phänomen auch als &#8220;persönliche Öffentlichkeiten&#8221; beschreieben, also winzige Gruppen von zum Teil namentlich bekannten Personen, für die manche Mikropublisher schreiben.</p>
<p><img src='http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/03/friendfeed.png' alt='friendfeed.png' class='right' align='right' />Verstärkt wird dieses Phänomen zudem durch die Syndizierungsmöglichkeiten von Web 2.0-Inhalten. Mittels RSS- und Atom-Feeds können Bloginhalte nicht mehr nur auf der Bloghomepage selber gelesen werden, sondern auch mit Feedreadern online und offline. Dienste wie FriendFeeds ermöglichen darüber hinaus auch noch, die Feeds an anderer Stelle &#8211; eben auf dem eigenen FriendFeed &#8211; zu kommentieren: &#8220;Verlagerung der Diskussionen&#8221; <a href="http://www.lumma.de/eintrag.php?id=3772">lautet</a> mittlerweile die gängige Formel dafür. Die Diskussion über die in einem Blogpost vertretene Meinung wird damit noch weiter fragmentiert, so dass die Autorin teilweise <a href="http://www.blogherald.com/2008/03/19/people-are-commenting-on-your-blog-posts-on-other-websites/">gar nicht mehr mitbekommt</a>, ob und wo über ihren Beitrag diskutiert wird. Habermas würde das nicht gefallen. Denn so wird nicht nur die politische Öffentlichkeit &#8220;into a huge number of isolated issue publics&#8221; zersplittert, sondern auch der Diskurs in eine große Zahl isolierter Diskursfädchen. Niemand hat mehr einen Überblick über den Stand der Debatte, so dass die Aufmerksamkeit in dieser <a href="http://lifestreamblog.com/how-twitter-friendfeed-lifestreaming-are-transforming-the-web/">Mikrokultur</a> zunehmend zerfasert.</p>
<p>Aber diese Entwicklung lässt sich womöglich auch ins Positive wenden. Ein wesentliches Hindernis für die Entfaltung wirklich freier Konversationen in der Blogosphäre ist die Kommentarhaftung des Betreibers. In Kurzform: Wenn jemand in einem Kommentar auf einen Blogpost das Maß überschreitet, wird nicht diese Person selbst zur Verantwortung gezogen, sondern der Betreiber muss für seine Ausfälle haften. So als müsste für eine Beleidigung im Landtag der Landtagspräsident die Konsequenzen tragen. Viele Blogger werden dadurch unfreiwillig in Blogwarte oder <a href="http://blog.handelsblatt.de/indiskretion/eintrag.php?id=1729">breitschultrige Türsteher</a> verwandelt, was im Gegensatz zu einer medienmündigen &#8220;sich-selbst-veröffentlichenden Gesellschaft&#8221; steht.</p>
<p>Ich fürchte, die Rechtslage diesbezüglich ist noch nicht geklärt, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass ich für die Äußerungen anderer Personen in &#8220;meinem&#8221; <a href="http://friendfeed.com/">FriendFeed</a>, <a href="http://socialthing.com/">SocialThing</a> oder <a href="http://noserub.com/">Noserub</a> oder <a href="http://www.readwriteweb.com/archives/the_conversation_has_left_the_blogosphere.php">anderen derartigen Diensten</a> verantwortlich gemacht werden kann. Insofern bietet die Fragmentierung der Kommunikation den Vorteil, auch kontroverse Artikel an einem &#8220;sicheren Diskurshafen&#8221; diskutieren zu können. Könnten nicht zum Beispiel Niggemeiers CallActive-Beiträge, bei denen aus nachvollziehbaren Gründen die Kommentarfunktion deaktiviert ist, dort einem öffentlichen Diskurs zugänglich gemacht werden?</p>
<p>Eigentlich müsste es doch möglich sein, ein WordPress-Plugin zu entwickeln, das die verteilten Kommentare aus FriendFeed, del.icio.us oder Digg einsammelt und mit dem Blogeintrag zusammen anzeigt. Oder gibt es das schon?</p>
<p><small>(Bild: &#8220;Jürgen Habermas&#8221;, Quelle: <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bild:JuergenHabermas.jpg">Wikipedia</a>, <a href="http://creativecommons.org/licenses/by-sa/2.0/de/deed.de">CC-Lizenz</a>)</small></p>
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		<title>Warum Twittern?</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2007/12/28/warum-twittern/</link>
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		<pubDate>Fri, 28 Dec 2007 17:05:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[medium]]></category>
		<category><![CDATA[microblogging]]></category>
		<category><![CDATA[nachrichten]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>

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		<description><![CDATA[Dan York stellt in seinem Blog &#8220;Disruptive Conversations&#8221; eine &#8211; wie sollte es auch anders sein &#8211; Zehnpunkteliste der Gründe vor, warum er twittert, bzw. warum es sich lohnen kann, zu twittern. Einige der Punkte beziehen sich auf die Möglichkeit, über Twitter zu senden, andere auf das Lesen von Tweets und einige wenige auf die [...]]]></description>
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<p><img src='http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2007/12/twitter.png' alt='twitter.png' class='left' align='left' />Dan York stellt in seinem Blog &#8220;Disruptive Conversations&#8221; eine &#8211; wie sollte es auch anders sein &#8211; <a href="http://www.disruptiveconversations.com/2007/12/the-10-ways-i-l.html">Zehnpunkteliste</a> der Gründe vor, warum er twittert, bzw. warum es sich lohnen kann, zu twittern. Einige der Punkte beziehen sich auf die Möglichkeit, über Twitter zu senden, andere auf das Lesen von Tweets und einige wenige auf die Möglichkeiten, über dieses Medium zu interagieren.</p>
<ol>
<li><strong>Nachrichten</strong>: York nennt als aktuelles Beispiel die <a href="http://news.google.com/news?ie=UTF-8&#038;oe=UTF-8&#038;sourceid=navclient&#038;gfns=1&#038;q=assassination+of+Benazir+Bhutto&#038;um=1&#038;hl=en&#038;sa=X&#038;oi=news_result&#038;resnum=4&#038;ct=title">Ermordung der pakistanischen Politikerin Benazir Bhutto</a>, von der er zuerst in einem Twitterpost erfahren hat (siehe zur Medienkomplementarität von Twitter und anderen Nachrichtenquellen auch <a href="http://blogs.zdnet.com/Howlett/?p=269">hier</a>). Wenn ich mir die Twitterfeeds meiner ca. 200 Kontakte so ansehe, sind tagesaktuelle Nachrichten eher in der Unterzahl, aber ab und zu ist auch mir schon etwas ähnliches passiert, gerade bei Nachrichten aus dem Tech-/Web2.0-Bereich. Ich hatte z.B. von dem Facebook/MS-Deal zuerst auf Twitter gehört. Gerade wenn es um das Neueste in der Blogosphäre geht, könnte das Twittern als &#8220;<a href="http://www.twistimage.com/blog/archives/a-new-use-for-twitter-the-social-pulse/">The Social Pulse of life</a>&#8221; in Zukunft das RSS-Lesen fast überflüssig machen.
<li><strong>Wissensnetzwerk</strong>: Aber Twitter kann auch als kollektives Wissensnetzwerk verwendet werden: auf manche Fragen bekommt man (mehr oder sinnvolle) Antworten. Das hängt aber sehr stark davon ab, wieviele der eigenen Kontakte an dem entsprechenden Zeitpunkt online sind sowie natürlich von der Komplexität der Frage.
<li><strong>Virtueller Wasserkühler</strong>: Damit meint York, dass über Twitter &#8220;the fabric that binds together the stories of our colleague&#8217;s/friend&#8217;s lives&#8221; erfahrbar wird. Das Aufschnappen von Tweets über Lieblingsweine, gute Bücher, neue Gadgets führt dazu, dass man etwas über seine Twitter-Mitmenschen erfährt und das Gefühl hat, an ihrem Leben teilzunehmen. Gerade für digitale Heimarbeiter könnte das ein Ersatz für Küchen- und Flurgespräche sein.
<li><strong>Auf dem Laufenden bleiben</strong>: Twitter ermöglicht es zudem, dass man auf relativ einfachem Weg auf dem Laufenden bleibt, was den eigenen Freundeskreis angeht. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass dieser Freundeskreis einigermaßen umfänglich im Twitterspace abgebildet ist.
<li><strong>Reisetagebuch</strong>: Besonders spannend (und für die Kontakte lesenswert) sind kurze Reisenotizen, die über Handy oder mobile Webzugänge unterwegs abgeschickt werden.
<li><strong>Konferenznachrichten</strong>: Eng damit verbunden ist die Anwendung von Twitter als Konferenznachrichtenkanal. Da auf Tech-Konferenzen oder Barcamps viel getwittert wird und es zum Teil sogar eigene Kanäle dafür gibt, kann man sich über sehr gut über Parallelveranstaltungen informieren und rein theoretisch sogar über Backchannel-Kommentare daran teilnehmen. Der Traum von der gleichzeitigen Anwesenheit an mehreren Orten rückt damit wenigstens ein Stückchen näher.
<li><strong>Marketinginstrument</strong>: Durch das Posten von URLs zu eigenen Blogbeiträgen lässt sich Traffic von Twitter auf das eigene Blog lenken. Siehe auch <a href="http://klauseck.typepad.com/prblogger/2007/07/twitter-googlen.html">diesen Beitrag</a> von Klaus Eck über die Verwendung von Twitter für das persönliche Reputationsmanagement.
<li><strong>Lerninstrument</strong>: Über die Vielfalt der Interessen und Beobachtungen der eigenen Twitterkontakte hat man die Chance fast täglich etwas dazuzulernen.
<li><strong>Spaß</strong>: Ein großer Teil der Tweets sind eher humoristische Kommentare. Twitter kann also auch Spaß machen, wenn man nicht zuviel Percolat auf einmal verschluckt.
<li><strong>Bescheidenheit</strong>: Durch die Zeichenbegrenzung lernt man sich kurzzufassen, &#8220;to distill your message down into something short and sweet&#8221;. Twitter als Art meditative Haiku-Kommunikation?
</ol>
<p>Was ist mit Twitter noch möglich? Twitter als künstlerischer Ausdruck? Twitter als Medium der &#8220;Presentation of Self in Everyday Life&#8221; oder aber als Rollenspiel? Als Soziologe denke ich natürlich sofort an die Möglichkeit, Twitterkontakte und -kommunikationen z.B. netzwerkanalytisch auszuwerten. Fallen euch noch weitere sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten ein? </p>
<p>Siehe zu diesem Thema auch:</p>
<ul>
<li>Mein <a href="http://twitter.com/furukama">Twitterfeed</a>
<li>&#8220;<a href="http://klauseck.typepad.com/prblogger/2007/03/twitter.html">10 Thesen, die für Twitter sprechen</a>&#8221; vom PR-Blogger
<li>&#8220;<a href="http://www.webworkblogger.de/index.php?/archives/139-17-sinnvolle-Anwendungsideen-fuer-Twitter-und-es-bringt-doch-etwas%21.html">17 sinnvolle Anwendungsideen für Twitter</a>&#8221; im Webworkblogger
<li><a href="http://www.twitterholic.com/">Twitter-Charts</a> bei Twitterholic
<li><a href="http://twitterposter.com/">Die einflussreichsten Twitterer</a> bei Twitterposter (<a href="http://twitterposter.com/de">hier</a> für die deutsche Twittersphäre)
<li><a href="http://twittermap.com/search">Suche</a> über twittersearch
<li><a href="http://twittervision.com/">Geovisualisierung</a> bei Twittervision
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Food for thought: Liste sozialwissenschaftlicher Open-Access-Zeitschriften</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2007/10/22/food-for-thought-liste-sozialwissenschaftlicher-open-access-zeitschriften/</link>
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		<pubDate>Mon, 22 Oct 2007 15:50:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[astronomie]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
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		<category><![CDATA[review]]></category>
		<category><![CDATA[sozialforschung]]></category>
		<category><![CDATA[soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[theorie]]></category>
		<category><![CDATA[verkehr]]></category>
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		<category><![CDATA[zeitschriften]]></category>

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		<description><![CDATA[Natürlich wird Wissen nicht allein dadurch besser, dass es in Open-Access-Zeitschriften frei verfügbar ist. Aber besser zugänglich. Mittlerweile haben sich im Directory of Open Access Journals auch einige sozialwissenschaftliche Zeitschriften angesammelt. Hier die meiner Ansicht nach spannendsten OA-Zeitschriften aus Soziologie, Sozialforschung und Medienwissenschaften: American Communication Journal Baudrillard Studies Computer Sciences and Telecommunication Culture Machine Deutsche [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Natürlich wird Wissen nicht allein dadurch besser, dass es in <a href="http://open-access.net/de/startseite/">Open-Access</a>-Zeitschriften frei verfügbar ist. Aber besser zugänglich. Mittlerweile haben sich im <a href="http://www.doaj.org/doaj?func=subject&#038;cpid=131">Directory of Open Access Journals</a> auch einige sozialwissenschaftliche Zeitschriften angesammelt. Hier die meiner Ansicht nach spannendsten OA-Zeitschriften aus Soziologie, Sozialforschung und Medienwissenschaften:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.acjournal.org/">American Communication Journal</a>
<li><a href="http://www.ubishops.ca/baudrillardstudies/">Baudrillard Studies</a>
<li><a href="http://gesj.internet-academy.org.ge/en/title_en.php?b_sec=&#038;section_l=comp">Computer Sciences and Telecommunication</a>
<li><a href="http://www.culturemachine.net/">Culture Machine</a>
<li><a href="http://www.difu.de/index.shtml?/publikationen/dfk/">Deutsche Zeitschrift für Kommunalwissenschaften</a>
<li><a href="http://extra.shu.ac.uk/daol/index.html">Discourse Analysis Online</a>
<li><a href="http://econsoc.mpifg.de/Newsletter/newsletter_current.asp">Economic Sociology</a>
<li><a href="http://www.ejournalism.au.com/ejournalist.htm">eJournalist</a>
<li><a href="http://www.sociology.org/">Electronic Journal of Sociology</a>
<li><a href="http://www.qualitative-research.net/fqs/fqs-d/rubriken-d.htm">Forum Qualitative Sozialforschung</a>
<li><a href="http://www.foucault-studies.com">Foucault Studies</a>
<li><a href="http://gamestudies.org/">Game Studies</a>
<li><a href="http://lass.calumet.purdue.edu/cca/gmj/">Global Media Journal</a>
<li><a href="http://www.hamburg-review.com/">Hamburg Review of Social Sciences</a>
<li><a href="http://www.ideajournal.com/">IDEA</a>
<li><a href="http://inform.nu/">Informing Science</a>
<li><a href="http://ijoc.org/ojs/index.php/ijoc">International Journal of Communication</a>
<li><a href="http://www.academypublisher.com/jcm/">Journal of Communication</a>
<li><a href="http://jcom.sissa.it/">Journal of Science Communication</a>
<li><a href="http://www.kommunikation-gesellschaft.de/">Kommunikation @ Gesellschaft</a>
<li><a href="http://journal.media-culture.org.au/index.php">M/C-Journal</a>
<li><a href="http://www.othervoices.org/index.php">Open Voices</a>
<li><a href="http://www.qualitativesociologyreview.org/ENG/index_eng.php">Qualitative Sociology Review</a>
<li><a href="http://sozmag.soziologie.ch/">sozmag</a>
<li><a href="http://www.surveillance-and-society.org/">Surveillance and Society</a>
<li><a href="http://w4.ub.uni-konstanz.de/srm/">Survey Research Methods</a>
<li><a href="http://theoryandscience.icaap.org/">Theory and Science</a>
<li><a href="http://german.berkeley.edu/transit/">Transit</a>
</ul>
<p>Eine besondere Publikation ist das eJournal Philica, das nicht nur alle denkbaren disziplinären Richtungen abdeckt, von der <a href="http://socio.philica.com/">Soziologie</a> bis zur <a href="http://astro.philica.com/">Kosmologie</a>, sondern auch einen transparenten und dynamischen Reviewprozess besitzt: jeder kann die Gutachten einsehen und diese können auch mit der Zeit geändert werden. Das führt dann zu Erkenntnissen der merkwürdigen Art wie zum Beispiel über das <a href="http://philica.com/display_article.php?article_id=24">tageszeitenabhängige Überholverhalten von Autofahrern</a>.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Galerie des Wissens 1.0 (Folge 3)</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2007/10/17/galerie-des-wissens-10-folge-3/</link>
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		<pubDate>Wed, 17 Oct 2007 13:12:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2007]]></category>
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		<description><![CDATA[Und schon wieder sind 25 USD plus Mehrwertsteuer notwendig, damit ich zu dem Wissen komme, das ich brauche. Schade.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Und schon wieder sind 25 USD plus Mehrwertsteuer notwendig, damit ich zu dem <a href="http://www.informaworld.com/openurl?genre=article&#038;issn=1369%2d118X&#038;volume=10&#038;issue=5&#038;spage=714">Wissen</a> komme, das ich brauche.</p>
<p><img src='http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2007/10/ics.png' alt='' class='center' align='center' /></p>
<p>Schade.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Galerie des Wissens 1.0 (Folge 2)</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2007/09/25/galerie-des-wissens-10-folge-2/</link>
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		<pubDate>Tue, 25 Sep 2007 11:32:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[kommunikation]]></category>
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		<description><![CDATA[Manchmal stehen zwischen mir und einer möglicherweise wichtigen Erkenntnis 25 USD: Die Möglichkeit, Abstracts und Keywords zahlreicher wichtiger Journals auf informaworld zu durchsuchen, ist auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Aber dann kommt diese Schranke. Warum kein Open Access, Routledge?]]></description>
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<p>Manchmal stehen zwischen mir und einer <a href="http://www.informaworld.com/smpp/content~content=a782292642">möglicherweise wichtigen Erkenntnis</a> 25 USD:</p>
<p><img src='http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2007/09/econsoc.PNG' alt='econsoc.PNG' align='center' class='center' /></p>
<p>Die Möglichkeit, Abstracts und Keywords zahlreicher wichtiger Journals auf <a href="http://www.informaworld.com/smpp/home~db=all">informaworld</a> zu durchsuchen, ist auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Aber dann kommt diese Schranke. Warum kein Open Access, Routledge?</p>
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		<title>Galerie des Wissens 1.0</title>
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		<pubDate>Mon, 24 Sep 2007 12:29:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[openaccess]]></category>
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		<category><![CDATA[science]]></category>
		<category><![CDATA[soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Manchmal stehen zwischen mir und einer möglicherweise wichtigen Erkenntnis 10 Euro: Die Möglichkeit, alle Artikel der VS-Journals im Volltext zu durchsuchen, ist auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Aber dann kommt diese Schranke. Warum kein Open Access, VS-Verlag?]]></description>
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<p><a href="http://www.vsjournals.de/index.php;do=show_article/site=kzfss/area=soz/id=3695">Manchmal</a> stehen zwischen mir und einer möglicherweise wichtigen Erkenntnis 10 Euro:</p>
<p><img src='http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2007/09/kzfss.png' alt='kzfss.png' align='center' class='center' /></p>
<p>Die Möglichkeit, alle Artikel der <a href="http://www.vsjournals.de">VS-Journals</a> im Volltext zu durchsuchen, ist auf jeden Fall ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung. Aber dann kommt diese Schranke. Warum kein <a href="http://openaccess-germany.de/">Open Access</a>, VS-Verlag?</p>
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		<title>Die Framing-Science-Debatte</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2007/09/16/die-framing-science-debatte/</link>
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		<pubDate>Sun, 16 Sep 2007 00:14:10 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2007]]></category>
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		<description><![CDATA[Eine der interessanteren Debatten auf dem Feld der Wissenschaftskommunikation dreht sich um den Artikel &#8220;Framing Science&#8220;, den Matthew Nisbet und Chris Mooney in der Aprilausgabe von Science veröffentlicht haben. Darin vertreten sie die These, dass die &#8220;Rahmung&#8221; (framing) von wissenschaftlichen Informationen entscheidend ist, um sie für bestimmte Öffentlichkeiten interessant und relevant zu machen. Einige Beispiele [...]]]></description>
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<p><img src='http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2007/09/pandora.thumbnail.png' alt='pandora.png' class='right' align='right' />Eine der interessanteren Debatten auf dem Feld der Wissenschaftskommunikation dreht sich um den Artikel &#8220;<a href="http://www.sciencemag.org/cgi/content/full/316/5821/56?ijkey=DPepoGfe19d4Q&#038;keytype=ref&#038;siteid=sci">Framing Science</a>&#8220;, den Matthew Nisbet und <a href="http://scienceblogs.com/intersection/">Chris Mooney</a> in der Aprilausgabe von Science <a href="http://www.sciencemag.org/cgi/content/full/316/5821/56">veröffentlicht</a> haben. Darin vertreten sie die These, dass die &#8220;Rahmung&#8221; (<em>framing</em>) von wissenschaftlichen Informationen entscheidend ist, um sie für bestimmte Öffentlichkeiten interessant und relevant zu machen. Einige Beispiele aus aktuellen (und in der Öffentlichkeit ausgetragenen) wissenschaftlichen Debatten machen deutlich, was die Autoren mit dem Begriff meinen. So kann zum Beispiel die Frage nach der globalen Erwärmung auf der einen Seite in einen skeptischen Rahmen (&#8220;wissenschaftliche Unsicherheit&#8221;) oder einen ökonomischen Rahmen eingebettet werden (&#8220;ökonomische Kosten&#8221;). Auf der anderen Seite kann man das Problem aber auch als &#8220;Büchse der Pandora&#8221; beschreiben (vgl. Abbildung, Quelle: Wikipedia) bzw. nach &#8220;Alarmsignalen&#8221; suchen. Für einen Wissenssoziologen sind das keine neuen Erkenntnisse, verwandte Phänomene sind unter Begriffen wie &#8220;Interpretationsfiguren&#8221;, &#8220;Deutungsmuster&#8221; oder &#8220;Storylines&#8221; zentrale Bestandteile der qualitativen Diskursanalyse.</p>
<p>Dass der Artikel, der mit einem Plädoyer für eine zielgruppensensibleres Vorgehen der Wissenschaftler auf der öffentlichen Bühne endet (&#8220;In short, as unnatural as it might feel, in many cases, scientists should strategically avoid emphasizing the technical details of science when trying to defend it&#8221;), in den USA eine derart große Resonanz hervorrufen konnte, dass z.B. <a href="http://sciencepolitics.blogspot.com/2007/04/one-stop-shopping-for-framing-science.html">auf dieser Seite</a> hunderte Links zu Reaktionen auf den Beitrag aufgelistet sind (oftmals wieder mit zahlreichen Kommentaren) oder, dass die beiden Autoren seit einiger Zeit nahezu täglich in den Universitäten der USA zu dem Thema <a href="http://scienceblogs.com/framing-science/2007/09/update_new_fall_speaking_event.php">vortragen</a>, ist ein Indiz dafür, dass die wissenschaftliche Öffentlichkeit mittlerweile &#8220;reif&#8221; für eine derartige kritische Intervention zu sein scheint.</p>
<p>Sieht man näher hin, dann erkennt man, dass es vor allem Wissenschaftsblogs sind, die sich in der Folge mit diesem Thema auseinandersetzen. Auf der einen Seite: Science 1.0, also Wissenschaftler, die jegliche Anpassung ihrer Wissenschaftskommunikationen an politische oder massenmediale Kontexte als Verrat an den ewigen Idealen der Wissenschaft sehen (&#8220;Manipulation&#8221;) und die Framing-Science-Debatte als ketzerisch empfinden. Auf der anderen Seite: Science 2.0, in der die strikte Trennung zwischen Wissenschaft, Öffentlichkeit und Politik infrage gestellt wird &#8211; häufig findet man hier einen ausgesprochen kulturalistisches Verständnis von Wissenschaft &#8211; und &#8220;Framing&#8221; (auch unter anderen Begriffen wie &#8220;Pädagogik&#8221; oder &#8220;Spin&#8221;) als alltäglicher Teil der wissenschaftlichen Arbeit und Kommunikation verstanden wird. Hier wird dann die Feststellung, dass &#8220;citizens do not use the news media as scientists assume&#8221; relevant. Anzunehmen ist, dass gerade Wissenschaftsblogger sich mit genau dieser Schlüsselfrage von Science 2.0 immer intensiver auseinandersetzen (müssen): <em>Woher können wir überhaupt wissen, wie die Leute Wissenschaftskommunikationen gebrauchen bzw. verstehen?</em></p>
<p>Aber ist nicht diese Debatte selbst ein schönes Beispiel für die Rahmung wissenschaftlicher Diskurse? Sind nicht Science 1.0 bzw. Science 2.0 mit den oben genannten Schlagwörtern &#8220;Manipulation&#8221; vs. &#8220;Pädagogik&#8221; immer auch als politische Strategien zu verstehen, eine wissenschaftliche Debatte (auch hier: vergleichsweise unabhängig von den tatsächlichen zugrundeliegenden Details) in Übereinstimmung mit den eigenen Einstellungen oder Interessen zu rahmen? Aber, um die Heftigkeit der Debatte in den USA (aus deutschsprachigen Medien sind mir nur <a href="http://science.orf.at/science/news/147809">einige</a> <a href="http://evilunderthesun.blogspot.com/2007/04/bullshit-bleibt-bullshit.html">vereinzelte</a> <a href="http://evilunderthesun.blogspot.com/2007/04/eins-noch-dann-ist-aber-schluss.html">Beiträge</a> <a href="http://evilunderthesun.blogspot.com/2007/09/framing-mal-wieder.html">bekannt</a>) zu erklären, muss man noch einen weiteren Rahmen in Betracht ziehen: die Kreationismus/Intelligent Design-Debatte, die in dem ursprünglichen Beitrag nur am Rande gestreift wurde (&#8220;[M]any scientists not only fail to think strategically about how to communicate on evolution, but belittle and insult others&#8217; religious beliefs&#8221;), aber von vielen Kommentatoren in den Mittelpunkt gestellt wurde. Nisbet und Mooney mussten also <a href="http://scienceblogs.com/authority/2007/09/the_unholy_wars_back_into_the.php">selbst erfahren</a>, wie sie auf einmal in einen Rahmen gebracht wurden, der beinhält, auch Pseudowissenschaften anzuerkennen.</p>
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		<title>Tis all in pieces, all coherence gone &#8211; Wissenschaftskommunikation im Web 2.0</title>
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		<pubDate>Fri, 14 Sep 2007 15:13:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[burda]]></category>
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		<description><![CDATA[Am 22. September wird Marc vom Wissenswerkstattsblog in Bamberg etwas über den &#8220;schwierigen Weg zur Wissenschaft 2.0&#8243; erzählen. Darin wird es (sofern sich der Vortrag nicht allzustark von diesem ersten Abstract weg entwickelt hat) vor allem um die spannede Frage gehen, warum die akademische Welt so große Schwierigkeiten hat, sich dem neuen Netz zu öffnen. [...]]]></description>
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<p><img src='http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2007/09/god.thumbnail.png' alt='god.png' class='left' align='left' />Am 22. September wird Marc vom Wissenswerkstattsblog <a href="http://www.dasneuenetz.de">in Bamberg</a> etwas über den &#8220;schwierigen Weg zur Wissenschaft 2.0&#8243; erzählen. Darin wird es (sofern sich der Vortrag nicht allzustark von <a href="http://www.wissenswerkstatt.net/2007/09/12/kraenkungen-blindheit-und-traditionen-im-zeitalter-der-digitalisierten-wissenschaft-der-schwierige-weg-zur-wissenschaft-20/">diesem ersten Abstract</a> weg entwickelt hat) vor allem um die spannede Frage gehen, warum die akademische Welt so große Schwierigkeiten hat, sich dem neuen Netz zu öffnen. Mit einigem systemtheoretischen Theoriefundament kommt Marc dann zu seiner These: &#8220;so wie sich das Internet gerade in der Spielart des Web 2.0 präsentiert und konstituiert, stellt es eine Provokation und gleichzeitig eine Heraus­forderung für das etablierte Wissenschaftssystem und seine tradierten Publikationspraxen dar.&#8221; Vor allem die folgenden vier Punkte beschreiben die Probleme der Wissenschaft (welcher eigentlich? bzw: gilt dies auch für die Naturwissenschaften?) mit dem Read/Write-Web:</p>
<ol>
<li>Das grundlegende Erfordernis, die <em>Systemgrenzen</em> der &#8220;Wissenschaft&#8221; stabil zu halten (Stichwort: &#8220;Wahrheitsfähigkeit&#8221;), verhindert eine allzu große Öffnung zu anderen Gesellschaftsbereichen (vulgo: Subsystemen). Aber: Inwiefern ist das wirklich ein Problem? Da Wissenschaftlichkeit ein Kriterium ist, das stets durch einen Beobachter zugewiesen wird, kann dies doch ebenso auf elektronische Kommunikationen und kollaborative Prozesse angewendet werden.
<li>Im neuen Netz wird die Grenze zwischen <em>Wissensproduktion und -darstellung</em> unscharf. Die Frage ist, ob man hier wirklich, gerade von einem systemtheoretischen Unterbau aus, von einer kategorialen Trennung sprechen sollte. Schließlich sind doch beides kommunikative, auf Anschlussfähigkeit ausgelegte Akte (der romantisch-genialische Geisteswissenschaftler, der erst Jahrzehnte nach seinem Tod rezipiert wird, ist sicher eine Extremfigur). Oder: Wissenschaftskommunikation ist Wissensproduktion.
<li>Das kollaborative Schreiben führt zudem dazu, dass <em>Autorschaft</em> nicht mehr einwandfrei zugerechnet werden kann. Dazu würde ich sagen, dass die Zuschreibung von Autorschaft, gerade wenn es um Entdeckungen und Erfindungen geht, schon immer problematisch gewesen ist. Aber dafür haben wir schließlich die Wissenschaftsgeschichte, die dann genau diese Zuschreibungen leistet. Übrigens können auch Wikipedia-Wissenskommunikationen können mit den entsprechenden (neuen) <a href="http://wikidashboard.parc.com/">Werkzeugen</a> in ihren Autorenbeiträgen aufgeschlüsselt werden, wie ich gerade gelesen habe (vgl. dazu <a href="http://chimprawk.blogspot.com/2007/09/truth-in-metadata-wikidashboard.html">diesen Beitrag</a>).
<li>Mit dem bisherigen Fokus auf die Frage des <em>Open Access</em> (und damit: der Zirkulation von Wissen) &#8211; ich würde an dieser Stelle auch noch auf die ebenfalls einflussreiche Debatte um &#8220;<em>Public Understanding of Science</em>&#8221; (PUS) hinweisen, in der es ebenfalls vor allem um die Kommunikation und Rezeption bereits produzierten Wissens geht &#8211; verstellt sich die Wissenschaft den Blick auf die neue spannende Frage danach, wie Wissen kollborativ und offen produziert werden kann.
</ol>
<p>Die Frage, die mich an diesem Thema besonders interessiert, wäre allerdings: Entwickeln sich im neuen Netz tatsächlich neue wissenschaftliche Textgenres (also neben dem Artikel, der Monographie und der Presentation)? Gerade dem <em>Bloggen</em> würde ich in dieser Hinsicht ein hohes Innovationspotential zusprechen, da es sich in einem Punkt deutlich von den anderen wissenschaftlichen Textsorten unterscheidet: in der <em>Eindringlichkeit der Kommentierungen</em>. Seitdem es durch das exponentielle Wachstum wissenschaftlicher Veröffentlichungen einer einzigen Person nicht mehr möglich war, alle relevanten Texte auch nur im eigenen Fachgebiet vollständig zu rezipieren, konnte man Kommunikationen (Nachfragen, Kritiken, Vorschläge) ignorieren ohne damit ein großes Risiko einzugehen. Genau das ist in Weblogs nicht möglich, da die Antworten auf die eigenen Texte am selben Ort erscheinen wie die Ausgangstexte. Das Ignorieren wird damit beobachtbar und nahezu zwangsläufig zugerechnet. Oder anders ausgedrückt: das Prinzip der Anschlussfähigkeit gerät sehr viel stärker ins Blickfeld des Autors sowie anderer Beobachter.</p>
<p>Interessanterweise wurde gerade jetzt wieder einmal die Frage nach den &#8220;<em>bloggenden Professoren</em>&#8221; <a href="http://www.basicthinking.de/blog/2007/09/03/bloggende-professoren/">gestellt</a> und die zahlreichen Antworten demonstrieren, dass man hier eigentlich nicht mehr von einem Ignorieren des Web 2.0 sprechen kann. Eine <a href="http://thomaspleil.wordpress.com/2007/09/13/kollege-bloggt/">wachsende Zahl</a> von Akademikern in unterschiedlichen Disziplinen streckt ihre Fühler schon in diese Richtung aus.</p>
<p>Und noch etwas: Gerade ist <em>Burda</em> bei der US-amerikanischen Seed Media Group <a href="http://turi-2.blog.de/2007/09/14/heute2_burda_scienceblogs_premiere~2977243">eingestiegen</a>, die man nicht nur ihres interessanten <a href="http://seedmagazine.com/ ">Seed Magazines</a> wegen im Auge behalten sollte, sondern auch, weil dazu mittlerweile bereits <a href="http://scienceblogs.com/">65 Wissenschaftsblogs</a> gehören. Und wie sehen die Pläne der Burda Media Group aus? Nach <a href="http://marcellomedia.blogs.com/">Marcel Reichart</a>, Geschäftsführer für Forschung und Entwicklung, <a href="http://www.faz.net/s/RubE2C6E0BCC2F04DD787CDC274993E94C1/Doc~EB0523376D725420084D73D3AAD561A80~ATpl~Ecommon~Scontent.html">soll</a> bereits im nächsten Jahr die deutsche Version von Scienceblogs starten.</p>
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		<title>Was Facebook so unwiderstehlich macht</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2007/09/13/was-facebook-so-unwiderstehlich-macht/</link>
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		<pubDate>Wed, 12 Sep 2007 22:12:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[analyse]]></category>
		<category><![CDATA[facebook]]></category>
		<category><![CDATA[kommunikation]]></category>
		<category><![CDATA[nutzer]]></category>
		<category><![CDATA[theorie]]></category>
		<category><![CDATA[xing]]></category>

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		<description><![CDATA[Viel wurde bereits geschrieben über die Einzig- oder Neuartigkeit des sozialen Netzwerks Facebook. Für mich sind es folgende vier Merkmale, die einen Unterschied machen und mit denen Facebook seinen Konkurrenten deutlich voraus ist: Natürlich ist die Strategie, Third Party Applications nicht nur zuzulassen, sondern bewusst in das System zu integrieren, eine geniale Entscheidung gewesen. Dass [...]]]></description>
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<p>Viel wurde bereits geschrieben über die Einzig- oder Neuartigkeit des sozialen Netzwerks Facebook. Für mich sind es folgende vier Merkmale, die einen Unterschied machen und mit denen Facebook seinen Konkurrenten <a href="http://f8club.de/2007/09/12/facebook-wachst-weiter/">deutlich voraus</a> ist:</p>
<ol>
<li>Natürlich ist die Strategie, <em>Third Party Applications</em> nicht nur zuzulassen, sondern bewusst in das System zu <a href="http://developers.facebook.com/">integrieren</a>, eine <a href="http://www.fischmarkt.de/2007/07/warum_facebook.html">geniale Entscheidung</a> gewesen. Dass auf vielleicht 10-20 <a href="http://www.bamberg-gewinnt.de/wordpress/archives/804">brauchbare </a>Anwendungen massenhaft Schrott kommt, ist wahrscheinlich nicht einmal ein schlechtes Verhältnis.
<li>Der zweite Vorteil von Facebook gegenüber anderen professionellen sozialen Netzwerken ist, dass man ständig das Gefühl hat, <em>dass sich etwas tut</em>. Im Unterschied zu Xing bekommt man hier immer wieder Nachrichten darüber, was der eigene &#8220;Freundeskreis&#8221; gerade tut, schreibt, ausprobiert etc.
<li>Damit eng verbunden ist die Möglichkeit, die eigenen Kontakte mit ausgesprochen <em>niedrigschwelligen Kommunikationsformen</em> zu erreichen. Die Schwelle, einem Kontakt bzw. vielen Kontakten eine Email zu schreiben oder etwas ins Gästebuch zu tippen, dürfte einiges höher liegen, als ein Webfundstück oder einen Blogeintrag als &#8220;Notiz&#8221; kurz zu kommentieren und ins System zu &#8220;heften&#8221;. Der Witz ist, dass man in Wirklichkeit nicht nur &#8220;heftet&#8221;, sondern dass die Notiz direkt auf die Facebook-Startseite von zahlreichen der eigenen &#8220;Freunde&#8221; gelangt.<br />
<img src='http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2007/09/post.png' alt='post.png' align='center' class='center' /><br />
Eine Push-Kommunikation, die sich als Pull-Kommunikation verkleidet hat. Dasselbe passiert, wenn einer der Kontakte in einer der zahlreichen Gruppen etwas schreibt: per Startseite wird meine Aufmerksamkeit genau dorthin gelenkt.</p>
<li>Viertens spricht auch die Binsenweisheit &#8220;Die Leute wollen dort sein, <em>wo auch die anderen Leute sind</em>&#8221; für Facebook. Man braucht nur einen Blick darauf werfen, welche namhaften Soziologen und Medienwissenschaftler (als Fake oder in Person) dort angemeldet sind und sich z.B. an Diskussionsgruppen beteiligen, um zu verstehen, warum dieses Netzwerk momentan in <a href="http://www.bogost.com/blog/a_professors_impressions_of_fa.shtml">bestimmten professionellen Milieus</a> konkurrenzlos ist.
</ol>
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