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	<title>viralmythen &#187; internet</title>
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		<title>Networking auf dem DLD</title>
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		<pubDate>Mon, 23 Jan 2012 21:43:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nebenan bei im hübschen Datenblog habe ich mir einmal die Twitter-Diskussionen zur diesjährigen DLD-Konferenz vom Kongressvorabend bis zum heutigen Montag angesehen. Man sieht sehr schön, wie sich die Aufmerksamkeit von Tag zu Tag im Netzwerk verschiebt. Ich bin gespannt, wie sich das zum letzten Tag noch einmal ändert. Außerdem werde ich abschließend auch noch einmal [...]]]></description>
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<p><a href="http://beautifuldata.net/2012/01/networking-dld/">Nebenan bei im hübschen Datenblog</a> habe ich mir einmal die Twitter-Diskussionen zur diesjährigen DLD-Konferenz vom Kongressvorabend bis zum heutigen Montag angesehen. Man sieht sehr schön, wie sich die Aufmerksamkeit von Tag zu Tag im Netzwerk verschiebt. Ich bin gespannt, wie sich das zum letzten Tag noch einmal ändert. Außerdem werde ich abschließend auch noch einmal die Twitternachrichten selbst betrachten, um Muster herauszufinden. Das zum Beispiel war der Montag:</p>
<p><a href="http://beautifuldata.net/wp-content/uploads/2012/01/DLD12_EarlyMonday.png"><img class="aligncenter size-medium wp-image-97" title="DLD12_EarlyMonday" src="http://beautifuldata.net/wp-content/uploads/2012/01/DLD12_EarlyMonday-300x300.png" alt="" width="300" height="300" /></a></p>
<p><a href="http://beautifuldata.net/2012/01/networking-dld/">Hier geht&#8217;s zum Artikel.</a></p>
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		<title>Der Appstore als Netzwerk &#8211; Newsreader, Newsportale und digitale Zeitungen</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Jan 2012 13:46:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Why then the world&#8217;s mine network Which I with software will open. Der Vorteil einer abstrakten Methode wie der Social Network Analysis ist es, dass sich fast alle Daten, die irgendwie zusammenhängen, als Netzwerk betrachten und analysieren lassen. Das Paradebeispiel sind natürlich die Empfehlungsalgorithmen, die Nutzern von Google, Youtube oder Amazon erzählen, was sie sonst [...]]]></description>
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<p style="text-align: right;"><em>Why then the world&#8217;s mine network<br />
Which I with software will open.</em></p>
<p style="text-align: left;">Der Vorteil einer abstrakten Methode wie der Social Network Analysis ist es, dass sich <a href="http://blog.metaroll.de/2011/12/20/das-finanzierungsnetzwerk-der-social-networks/">fast alle Daten, die irgendwie zusammenhängen</a>, als Netzwerk betrachten und analysieren lassen. Das Paradebeispiel sind natürlich die Empfehlungsalgorithmen, die Nutzern von <a href="http://blog.metaroll.de/2012/01/03/der-kontextvektor-des-bundesprasidenten/">Google</a>, Youtube oder <a href="http://blog.metaroll.de/2008/02/20/der-heilige-gral-der-konsumkulturen/">Amazon</a> erzählen, was sie sonst noch interessieren könnte. Überall dort, wo es empfohlene Produkte oder Produkte, die andere Kunden auch gekauft haben, gibt, kann man sehr einfach mit den Methoden der Netzwerkanalyse angreifen. Auf diese Weise wird aus den isolierten Paaren oder Mengen verwandter Produkte eine große Verwandtschaftskarte, auf der nicht nur Beziehungen, sondern auch Muster und Schwerpunkte erkennbar sind.</p>
<p style="text-align: left;">Ich habe mir einmal den iTunes-Appstore vorgenommen. Auf jeder (bzw. fast jeder) Downloadseite einer App sind weitere fünf Apps verzeichnet, die überdurchschnittlich häufig gemeinsam mit dieser App heruntergeladen oder gekauft werden. Das Netzwerk springt einem hier förmlich entgegen. Wenn man die <a href="http://itunes.apple.com/de/genre/ios-nachrichten/id6009?mt=8">240 beliebtesten Apps der Kategorie Nachrichten</a> auf diese Beziehungen hin erfasst, erhält man folgendes Netzwerk der Nachrichten-Applandschaft (Klick zum Vergrößern):</p>
<p><a title="Social network visualization of app downloads by metaroll, on Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/metaroll/6650109871/"><img src="http://farm8.staticflickr.com/7152/6650109871_63ef375ab9_z.jpg" alt="Social network visualization of app downloads" width="500" /></a></p>
<p>Die Größe der Knoten steht für die Anzahl der Bewertungen der Apps &#8211; solange es keinen Zugriff auf die Downloadzahlen der Apps gibt, könnte das eine Annäherung an die Bedeutung oder Verbreitung einer App sein. Die Farbe zeigt die unterschiedlichen Cluster von Apps, die besonders eng miteinander verbunden sind: Links in Hellblau und rechts in Dunkelblau sind zwei Cluster von Nachrichtenapps. Rechts findet man die Zeitungsapps von FAZ, Bild, Süddeutsche, Abendzeitung, Weserkurier etc., während links eher die iPad-Varianten von Onlineportalen wie Spiegel, Focus Online, Süddeutsche.de zu finden sind. Oben in Violett ist ein kleines Cluster von redaktionsunabhängigen Newsaggregatoren wie Pulse, Flipboard oder Reeder. Ganz rechts liegt Österreich, während im Süden die Türkei zu finden ist. Dazwischen ein Applecluster mit Apfeltech und Macwelt. Ganz im Norden ist das Review-stärkste Cluster von Nachrichtenaggregatoren und App-Nachrichten-Apps, das von MeinProspekt dominiert wird.</p>
<p>Die Apps mit den meisten Reviews in dieser Karte sind:</p>
<ol>
<li>Mein Prospekt XL &#8211; 39.382 Reviews</li>
<li>n-tv iPhone edition &#8211; 16.140 Reviews</li>
<li>DER SPIEGEL eReader &#8211; 12.759 Reviews</li>
<li>FOCUS Online &#8211; 10.300 Reviews</li>
<li>DIE WELT &#8211; 9.312 Reviews</li>
<li>Flipboard &#8211; 6.394 Reviews</li>
<li>BILD HD &#8211; 5.722 Reviews</li>
<li>Tagesschau &#8211; 5.705 Reviews</li>
<li>NYTimes &#8211; 5.533 Reviews</li>
<li>AppTicker Push &#8211; 5.524 Reviews</li>
</ol>
<p>In dieser Aufzählung fehlt die normale Version von BILD mit 24.146 Reviews, die ein isolierter Knoten ist, da für diese App keine verwandten Apps angegeben sind und auch keine der anderen Apps auf sie verweist &#8211; eine echte Anomalie, die ich mir im Moment nicht erklären kann.</p>
<p>Interessant ist auch der Blick auf die Anzahl der eingehenden Links, d.h. welche Apps besonders häufig als verwandte Apps genannt werden. Der Durchschnitt liegt bei 2,3.  Hier sieht die Liste ganz anders aus:</p>
<ol>
<li>The Wall Street Journal &#8211; 51 Nennungen</li>
<li>AppAdvice &#8211; 45 Nennungen</li>
<li>Blastr &#8211; 40 Nennungen</li>
<li>NPR for iPad &#8211; 39 Nennungen</li>
<li>Flo&#8217;s Weblog &#8211; 27 Nennungen</li>
<li>eGazety Reader &#8211; 27 Nennungen</li>
<li>??-??? ????? a &#8211; 25 Nennungen</li>
<li>SAPO News &#8211; 23 Nennungen</li>
<li>DVICE &#8211; 20 Nennungen</li>
<li>DER SPIEGEL &#8211; 18 Nennungen</li>
</ol>
<p>Dieselben Apps erhält man bei der Berechnung des PageRank, d.h. der Wahrscheinlichkeit, beim Abwandern des Netzwerks zufällig auf die verschiedenen Apps zu stoßen. Die Anzahl der Verbindungen zwischen den Apps, also der Vernetzungsgrad ist relativ niedrig, da für jede App nur jeweils 5 verwandte Produkte angezeigt werden &#8211; insgesamt sind die 451 Knoten durch 1.055 Kanten verbunden.</p>
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		<title>Der Aufstieg der Datenwissenschaftler</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2012/01/04/der-aufstieg-der-datenwissenschaftler/</link>
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		<pubDate>Wed, 04 Jan 2012 22:35:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Eines der wichtigsten Buzzwords im Marktforschungs- und Wissenschaftsjahr 2012 ist mit Sicherheit &#8220;Big Data&#8221;. Sogar die Zukunft eines Intenretriesen wie Yahoo! wird auf diese Frage zugespitzt: Wie hältst du es mit den großen Daten (dazu auch lesenswert das AdAge-Interview mit dem neuen CEO Scott Thompson)? Auf den ersten Blick ist das Phänomen, das sich dahinter [...]]]></description>
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<p>Eines der wichtigsten Buzzwords im Marktforschungs- und Wissenschaftsjahr 2012 ist mit Sicherheit &#8220;Big Data&#8221;. Sogar die Zukunft eines Intenretriesen wie Yahoo! wird auf diese Frage zugespitzt: <a href="http://www.zdnet.com/blog/btl/can-yahoos-new-ceo-thompson-harness-big-data-analytics/66160">Wie hältst du es mit den großen Daten</a> (dazu auch lesenswert das <a href="http://adage.com/article/digital/key-yahoo-s-long-term-health-data-ceo/231902/">AdAge-Interview</a> mit dem neuen CEO Scott Thompson)?</p>
<p>Auf den ersten Blick ist das Phänomen, das sich dahinter verbirgt, nichts neues: es gibt riesige Mengen an Daten, die darauf warten, analysiert und interpretiert zu werden. Diese Datenberge gab es früher auch schon &#8211; man denke nur an die gewaltigen Kundentransaktionsdaten, die klassischen Webzugriffslogs oder die Himmelsdaten aus den Observatorien.</p>
<p><a href="http://www.flickr.com/photos/metaroll/6637427465/" title="bigdata_network by metaroll, on Flickr"><img src="http://farm8.staticflickr.com/7152/6637427465_2fb4695630.jpg" width="500" height="500" alt="bigdata_network"></a></p>
<p>Besonders spannend sind folgende Entwicklungen und Dimensionen des Big-Data-Phänomens:</p>
<p><strong>Demokratisierung der Technik</strong>: Zum einen sind die Werkzeuge, um Datensätze in Terabytegröße zu analysieren, mittlerweile demokratisiert. Jeder, der ein paar alte Rechner im Keller stehen hat, kann daraus ein leistungsfähiges <a href="http://hadoop.apache.org/">Hadoop</a>-Cluster aufbauen und damit in die Analyse großer Daten einsteigen. Die Software, die man für Datenerfassung, Speicherung, Analyse und Visualisierung benötigt, ist größtenteils frei verfügbare Open-Source-Software. Wer zu Hause keine Rechner herumstehen hat, kann sich die Rechenzeit bei <a href="http://aws.amazon.com/de/elasticmapreduce/">Amazon</a> kaufen.</p>
<p><strong>Ein neues Ökosystem</strong>: Mittlerweile hat sich hier eine lebendige <a href="http://blog.metaroll.de/2011/12/26/das-internet-die-gatekeeper-und-die-qualitat/">Bastlerszene</a> der <a href="http://blog.metaroll.de/2011/12/18/big-data-hacker/">Big-Data-Hacker</a> entwickelt, die an den verschiedenen Big-Data-Technologien arbeitet und in Präsentationen und Aufsätzen die unterschiedlichen Anwendungsszenarien demonstrieren. Wenn man sich die Biographien der Big-Data-Community ansieht, fällt aber auch, dass man es sehr viel weniger mit Forschergruppen an Universitäten zu tun hat, sondern um Wissenschaftler (&#8220;data scientists&#8221;), die in den großen Internetunternehmen wie Google, Yahoo, Twitter oder Facebook arbeiten. Das ist zum Beispiel bei der Python-Entwicklergemeinde oder der <a href="http://www.r-bloggers.com/">R-Statistikercommunity</a> anders. Im Augenblick sieht es sogar so aus, als verliefe der typische Karrierepfad an der US-Westküste weg von den Internetgiganten und hin zu neuen Big-Data-Startups.</p>
<p><strong>Visualisierung von Netzwerken</strong>: Die visuelle Darstellung der Daten ist mittlerweile fast wichtiger geworden als klassische statistische Methoden, die nach Kausalitäten suchen. In diesem Zusammenhang hat auch die Netzwerkanalyse wieder stark an Bedeutung gewonnen. Fast alle soziale Phänomene und großen Datensätze von <a href="http://blog.metaroll.de/2011/12/20/das-finanzierungsnetzwerk-der-social-networks/">Venture Capitalists</a> bis <a href="http://blog.metaroll.de/2011/12/27/katzenbilder-sind-der-kitt-der-gesellschaft/">Katzenbildern</a> können als Netzwerke visualisiert und exploriert werden. Auch hier spielen Open-Source-Software und offene Datenschnittstellen eine große Rolle. Programme wie die Netzwerkvisualisierungssoftware Gephi können sich in naher Zukunft direkt mit den Schnittstellen (APIs) der Plattformen Facebook, Twitter, Wikipedia oder Google verbinden und die abgerufenen Daten gleich weiterverarbeiten.</p>
<p><strong>Neue Fähigkeiten und Stellenbeschreibungen</strong>: Eines der heißesten Buzzwords in der Big-Data-Szene ist der &#8220;Data Scientist&#8221;, der jetzt in klassischen Unternehmen genauso wie in Internetunternehmen für die Erhebung und Auswertung der anfallenden Daten sorgen soll. Auf <a href="http://www.smartplanet.com/blog/business-brains/skills-now-in-short-supply-at-data-driven-organizations/20965">Smart Planet</a> habe ich eine gute Beschreibung der Fertigkeiten dieser &#8220;Datenjobs&#8221; gefunden: 1) Die <strong>Systemadministratoren</strong>, die sich mit Aufsetzen und Wartung der Hadoop-Cluster befassen und sicherstellen, dass der Datenfluss nicht gebremst wird. 2) Die <strong>Entwickler</strong> (oder <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/MapReduce">&#8220;Map-Reducer&#8221;</a>), die Anwendungen entwickeln, mit denen die Daten aus den Datenbanken abgerufen und verarbeitet werden. 3) Die eigentlichen <strong>Datenwissenschaftler</strong> oder Analysten, deren Aufgabe es ist, mit den Daten Geschichten zu erzählen und aus ihnen Produkte und Lösungen zu entwickeln. 4) Die <strong>Datenkuratoren</strong>, die für die Qualitätssicherung und Verknüpfung der Daten zuständig sind.</p>
<p>Um einen besseren Eindruck davon zu gewinnen, wie sich die Big-Data-Community selbst sieht, habe ich die Twitter-Kurzbiographien der 200 wichtigsten Big-Data-Analysten, -Entwickler, -kaufleute einer Netzwerkanalyse unterzogen: Ich habe die Kurztexte in ein Netzwerk transformiert, in dem die Begriffe die Knoten darstellen und gemeinsame Erwähnungen in einer Twitter-Bio die Kanten. Das heißt, jedes mal, wenn jemand in seiner Bio &#8220;Hadoop Committer&#8221; stehen hat, gibt es in dem Netzwerk eine neue Kante zwischen &#8220;Hadoop&#8221; und &#8220;Committer&#8221;. Insgesamt besteht dieses Netzwerk aus knapp 800 Begriffen und 3200 Verbindungen zwischen den Begriffen. Das Netzwerk habe ich dann auf ca. 15% des Umfangs reduziert, indem ich mich auf die am häufigsten verwendeten Begriffe konzentriert habe (z.B. Big Data, Founder, Analytics, Cloudera, Apache, Committer, Hadoop, Computer). Das mit Gephi visualisierte Ergebnis ist oben zu sehen.</p>
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		<title>Der Kontextvektor des Bundespräsidenten</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Jan 2012 18:22:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Vor Jahren hatte ich an dieser Stelle schon über die große Bedeutung der gespeicherten Google-Suchanfragen als &#8220;Datenbank der Wünsche&#8221; geschrieben. Die Begriffe, die Menschen in das Google-Eingabefeld schreiben, spiegeln sehr genau ihre Wünsche wider &#8211; sowohl die offen kommunizierten als auch die geheimen. Als Nebenbemerkung: Man könnte vermuten, dass Menschen mittlerweile ehrlicher zu ihrer Suchmaschine [...]]]></description>
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<p>Vor Jahren hatte ich an dieser Stelle schon über die große Bedeutung der gespeicherten Google-Suchanfragen als &#8220;<a href="http://blog.metaroll.de/2008/04/25/datenbank-der-wuensche/">Datenbank der Wünsche</a>&#8221; geschrieben. Die Begriffe, die Menschen in das Google-Eingabefeld schreiben, spiegeln sehr genau ihre Wünsche wider &#8211; sowohl die offen kommunizierten als auch die geheimen.</p>
<p>Als Nebenbemerkung: Man könnte vermuten, dass Menschen mittlerweile ehrlicher zu ihrer Suchmaschine sind als zu ihren engsten Verwandten. Insofern sollte man intensiv über eine besondere Sorgfaltspflicht und einen besonderen Schutz dieser Daten nachdenken. Vielleicht gibt es bald neben der ärztlichen und der anwaltlichen Schweigepflicht auch so eine Art &#8220;Suchmaschinengeheimnis&#8221;, das garantiert, dass, was wir in einer Websuche über uns offenbaren, nicht in falsche Hände gerät.</p>
<p>Neben dieser besonderen Vertrauensstellung dieser Datenbanken, beeindruckt vor allem das hier sekündlich anfallende Wissen. Dadurch, welche Begriffe gemeinsam eingegeben werden, und welche überhaupt nicht, oder dadurch, welche Treffer dann tatsächlich angeklickt werden, und welche überlesen werden, entsteht eine Wissensdatenbank, die vielleicht sogar größer als die Wikipedia ist, da sie sich viel schneller ändert. Die Assoziation von &#8220;Bundespräsident&#8221; und &#8220;Anrufbeantworter&#8221; dürfte zum Beispiel ein sehr junges Phänomen sein. Ja, wenn es um diese aktuellsten Phänomene geht, scheinen die Algorithmen von Google sogar die Rolle eines politischen Beraters einzunehmen, der dem amtierenden Staatsoberhaupt Handlungsempfehlungen gibt:</p>
<div class="wp-caption aligncenter" style="width: 258px"><a title="Vorschlag by metaroll, on Flickr" href="http://www.flickr.com/photos/metaroll/6628295169/"><img title="Der Algorithmus schlägt den Rücktritt des Präsidenten vor" src="http://farm8.staticflickr.com/7151/6628295169_c60cf1aebc.jpg" alt="Der Algorithmus schlägt den Rücktritt des Präsidenten vor" width="248" height="65" /></a><p class="wp-caption-text">Der Algorithmus schlägt den Rücktritt des Präsidenten vor</p></div>
<p>Diese scheinbare Empfehlung entsteht schlicht daraus, dass diese beiden Begriffe in den letzten Tagen, Stunden besonders häufig gemeinsam in Suchabfragen verwendet wurden bzw. besonders häufig gemeinsam in Webseiten auftauchen. Diese überdurchschnittliche gemeinsamen Vorkommen (oder: Kollokationen) verwandeln die Suchmaschine aber gleichzeitig in eine neue Art von Wissensspeicher. Anhand der Struktur der sekündlich eingehenden Suchabfragen (bei Google waren es <a href="http://www.comscore.com/Press_Events/Press_Releases/2011/12/comScore_Releases_November_2011_U.S._Search_Engine_Rankings">laut ComScore</a> allein in den USA im November 13 Milliarden Abfragen) können Maschinen sehr viel darüber lernen, wie wir Menschen Begriffe und Wissen organisieren.</p>
<p>Eine praktische Anwendung dieses Wissensspeichers habe ich in einem schon etwas älteren, aber einflussreichen Paper (Google Scholar <a href="http://scholar.google.com/scholar?cites=18128757180642144267&amp;as_sdt=2005&amp;sciodt=0,5&amp;hl=en">zählt</a> 246 Zitationen) der beiden Google-Mitarbeiter Mehran Sahami und Timothy D. Heilman &#8220;<a href="http://static.googleusercontent.com/external_content/untrusted_dlcp/research.google.com/en//pubs/archive/32.pdf">A Web­based Kernel Function for Measuring the Similarity<br />
of Short Text Snippets</a>&#8220;. Darin geht es um das Problem, die inhaltliche Ähnlichkeit von sehr kurzen Textschnippseln zu erkennen. Da es sich hierbei nur um wenige Wörter handelt, versagen klassische Methoden des Textminings wie zum Beispiel das <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Kosinus-%C3%84hnlichkeit">Kosinus-Ähnlichkeitsmaß</a>. Die Anzahl der Datenpunkte ist schlicht zu klein, um Aussagen über die Ähnlichkeit zu treffen.</p>
<p>Die Google-Wissenschaftler verwenden die Suchtreffer, die eine Suchmaschine wie Google auswirft, wenn man sie mit den Textschnippseln füttert, als Kontext-Vektor, mit dem sie dann die Übereinstimmung berechnen können, da er nun nicht mehr wenige Worte umfasst, sondern ein großer Corpus aus hunderten Dokumenten bzw. 1000-Zeichen langen Ausschnitten daraus darstellt. Das von ihnen beschriebene Verfahren stellt z.B. zwischen &#8220;Steve Ballmer&#8221; und &#8220;Microsoft CEO&#8221; eine Übereinstimmung von 0.838 fest, während das Kosinusmaß hier auf einen Wert von 0 gekommen wäre. Auch zwischen dem früheren CEO &#8220;Bill Gates&#8221; und &#8220;Microsoft CEO&#8221; gibt es eine Ähnlichkeit von immerhin 0.317 &#8211; aber auch seine korrekte Beziehung zu Microsoft findet dieses Maß heraus: &#8220;Bill Gates&#8221; und &#8220;Microsoft Founder&#8221; erzielt 0.677.</p>
<div id="attachment_1472" class="wp-caption aligncenter" style="width: 476px"><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2012/01/KernelFunction.jpg"><img class="size-full wp-image-1472 " title="KernelFunctions" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2012/01/KernelFunction.jpg" alt="Abb. aus Sahami/Heilman (2006), S. 4" width="466" height="252" /></a><p class="wp-caption-text">Abb. aus Sahami/Heilman (2006), S. 4</p></div>
<p>Der erste Anwendungsfall dieses Verfahrens, der hier in den Sinn kommt, sind natürlich die automatischen Vorschläge bei Suchabfragen. Insofern ist das oben beschriebene Wulff-Beispiel also nicht unbedingt eine politische Handlungsempfehlung, sondern das Ergebnis des Vergleichs von Kontextvektoren.</p>
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		<title>Das Internet, die Gatekeeper und die Qualität</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2011/12/26/das-internet-die-gatekeeper-und-die-qualitat/</link>
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		<pubDate>Mon, 26 Dec 2011 12:26:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Fragt man nach den Auswirkungen des Internets auf die Qualität, dann erhält man, je nachdem, wem man diese Frage stellt, unterschiedliche Antworten: In der ersten Variante hat das Internet zu einem unglaublichen Abfall der Qualität geführt. In diese Argumentation passt die Polemik gegen die Klowände genauso wie die etwas ruhiger verlaufende Debatte über das Kuratieren [...]]]></description>
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<p>Fragt man nach den Auswirkungen des Internets auf die Qualität, dann erhält man, je nachdem, wem man diese Frage stellt, unterschiedliche Antworten:</p>
<p>In der ersten Variante hat das Internet zu einem unglaublichen <em>Abfall der Qualität</em> geführt. In diese Argumentation passt die <a href="http://blog.metaroll.de/2009/05/23/du-bist-peinlich/">Polemik</a> gegen die Klowände genauso wie die etwas ruhiger verlaufende Debatte über das Kuratieren als neue Aufgabe der Redaktionen. Als Beispiel für den massiven Qualitätsverlust durch das Internet wird üblicherweise die Wikipedia zitiert, in der es sehr viele miserabel recherchierte, tendenziös geschriebene und immer wieder von Vandalismus heimgesuchte Artikel gibt. </p>
<p>Früher sorgten in den Massenmedien Redakteure oder im <a href="http://blog.metaroll.de/2007/09/14/tis-all-in-pieces-all-coherence-gone-wissenschaftskommunikation-im-web-20/">Wissenschaftssystem</a> langwierige Peer-Review-Prozesse dafür, dass am Ende nur geprüfte Qualität gedruckt bzw. publiziert wurde. Wenn diese Instanzen wegfallen &#8211; und im Internet kann man an ihnen vorbei publizieren &#8211; gibt es keinen Garant mehr für die Qualität der Veröffentlichungen. &#8220;<a href="http://blog.metaroll.de/2008/09/24/journalismus-heisst-verhinderung-von-nutzergenerierten-inhalten/">Da kann ja jeder herkommen und etwas veröffentlichen!</a>&#8221;</p>
<p>In der zweiten Variante ist durch das Internet ein bisher nicht dagewesener <em>Anstieg der Qualität</em> möglich geworden. Jeder kann im Web ein Blog eröffnen und über seine Erfahrungen in Beruf, Leben, Politik, Familie &#8230; publizieren. Wissenschaftler, die über Randgebiete von Orchideenfächer forschen, erreichen im Internet mit ihren Forschungsergebnissen genau diejenigen fünf über die Welt verteilten Kolleginnen, die sich für genau dieselben Phänomene interessieren. Jeder kann schreiben, filmen, fotografieren, komponieren &#8230; und seine Werke dann auf Plattformen wie Tumblr, Instagram, Vimeo oder Soundcloud hochladen und der Öffentlichkeit zugänglich machen. Als Beispiel für die unglaubliche Qualitätssteigerung durch das Internet wird üblicherweise die Wikipedia zitiert, in der es sehr viele umfassend recherchierte, objektiv geschriebene und immer wieder verbessert, ergänzt und kommentierte Artikel gibt.</p>
<p>Zu den Aufgaben der Redakteure und Peer-Reviewer gehörte nicht nur die Qualitätssicherung nach unten, sondern auch nach oben. Die wirklich brillanten Forscher und Künstler hatten zu Lebzeiten große Schwierigkeiten, in das offizielle gesellschaftliche Publikationssystem zu gelangen, da ihre Gedanken und Werke damals von den Gatekeepern nicht verstanden oder gefürchtet wurden. Qualitätssicherung heißt immer auch Bewahrung, Innovationsfeindlichkeit und dadurch letztlich Förderung des Mittelmaßes.</p>
<p>Das kommt auch schon daher, dass die Gatekeeper die Aufgabe haben, auf den Bedarf und die Möglichkeiten eines bestimmten Publikums zu achten &#8211; eines Publikums mit bestimmten Voraussetzungen und Beschränkungen. Im Fall der Redakteure ist dies häufig eine &#8220;allgemein-gebildete Öffentlichkeit&#8221;, im Fall der Wissenschaftler die &#8220;scientific community&#8221;. Um die Arbeit der Gatekeeper zu erleichtern, nimmt man bei beiden Öffentlichkeiten zum Beispiel einen bestimmten Bildungsgrad an. Die französische Revolution kann hier als bekannt vorausgesetzt werden, während die Oberbayerische Postbauschule erklärt werden muss. Ganz ähnlich funktioniert das in der Wissenschaft, da hier zwar viel mehr Fachwissen vorhanden ist, aber jeder Wissenschaftler in fast allen Disziplinen und Subdisziplinen außer der eigenen ein Laie ist.</p>
<p>Im Internet ist niemand dafür zuständig, für Rücksicht auf die Bedürfnisse und Voraussetzungen der unterschiedlichen Öffentlichkeiten zu sorgen. Jeder kann (und dies geschieht natürlich auch) so schreiben, dass es nur eine einzige Person &#8211; nämlich sie oder er selbst &#8211; verstehen kann. Aber noch häufiger richtet sich der Autor an eine mehr oder weniger esoterische Deutungs- oder Erlebnis-Gemeinschaft. Das Schreiben ins Internet zerstört die klaren Vorstellungen von Massen- und Durchschnittsöffentlichkeiten und ähnelt damit eher den hoch-metaphorischen hermetischen Texten der Alchemisten als den Fernsehnachrichten um 20 Uhr.</p>
<p>Insofern ist die Frage nach der Qualität eine überflüssige oder falsch gestellte Frage: Das Internet hat die Qualität stark vermindert, <em>und</em> das Internet hat die Qualität stark gesteigert. Aber vor allem ist es dabei, unsere Vorstellungen einer einheitlichen Zuschauer-, Hörer- und Leserschaft aufzulösen. Mit allen positiven und negativen Folgen.</p>
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		<title>Kontrollverlierer</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/06/24/kontrollverlierer/</link>
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		<pubDate>Thu, 24 Jun 2010 21:49:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[weblogs]]></category>

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		<description><![CDATA[In formalen Organisationen passiert so etwas regelmäßig. Jemand legt sich mit den Strukturen und Prozessen der Organisation an und bekommt dafür die Rechnung. Dazu muss man keine Funktionen und Folgen formaler Organisationen gelesen zu haben, um vorhersehen zu können, dass ein Blogger, der seit kurzem bei einer großen Tageszeitung als CTRL-Verlustblogger engagiert wurde, im Ernstfall [...]]]></description>
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<p>In formalen Organisationen passiert so etwas regelmäßig. Jemand legt sich mit den Strukturen und Prozessen der Organisation an und bekommt dafür die Rechnung. Dazu muss man keine Funktionen und Folgen formaler Organisationen gelesen zu haben, um vorhersehen zu können, dass ein Blogger, der seit kurzem bei einer großen Tageszeitung als CTRL-Verlustblogger engagiert wurde, im Ernstfall eines Streits mit der <a href="http://blog.till-westermayer.de/index.php/2010/06/24/kontrollverlust-paradox/">Organisation</a> keine allzu guten Karten besitzt. Das hat dann auch nichts mit <a href="http://carta.info/29643/clash-der-publizistischen-kulturen-mspr0-und-faz-net/">unterschiedlichen Publikationskulturen</a> oder Dezentralität versus Zentralismus zu tun, sondern schlicht damit, wie kreativ man die Regeln, unter den man eingestellt wurde, auslegen kann, bevor es knallt.</p>
<p>Einigermaßen bemerkenswert ist allerdings doch, wie <a href="http://mspr0.de/?p=1468">dieses Ereignis</a> nun in <a href="http://www.sichelputzer.de/2010/06/24/sperren-loeschen-oder-pressefreiheit-fuer-ein-faz-blog/">anderen Blogs</a> als &#8220;eklatanter Widerspruch zur Pressefreiheit&#8221; oder besonders daneben als &#8220;<a href="https://twitter.com/sixtus/status/16944119065">Bücherverbrennung</a>&#8221; deklariert wird. Mit Pressefreiheit hat das nämlich überhaupt nichts zu tun. Pressefreiheit beschreibt nicht das Recht eines Bloggers, für seine Blogposts und nicht einmal selbstgeschossenen Fotos, eine reichweitenstarke Präsenz wie die FAZ als Bühne verwenden zu können. Pressefreiheit ist kein Recht darauf, gehört zu werden, sondern ein Abwehrrecht dagegen, zum Schweigen gebracht zu werden.</p>
<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/michael_untermais.jpg"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/michael_untermais.jpg" alt="" title="michael_untermais" width="333" height="333" class="aligncenter size-full wp-image-1235" /></a></p>
<p>Ist es nicht eine herrliche Ironie, dass der Gründungsherausgeber der FAZ, Paul Sethe, 1965 folgende bitterbösen Sätze geschrieben hat, die heute in keiner Journalistikvorlesung fehlen:</p>
<blockquote><p>Pressefreiheit ist die Freiheit von 200 reichen Leuten, ihre Meinung zu verbreiten&#8230; Da die Herstellung von Zeitungen und Zeitschriften immer größeres Kapital erfordert, wird der Kreis der Personen, die Presseorgane herausgeben, immer kleiner. Damit wird unsere Abhängigkeit immer größer und immer gefährlicher.</p></blockquote>
<p>Der Witz an der Sache ist, dass genau dieser Zusammenhang 45 Jahre später nicht mehr zwangsläufig ist. Das Herstellen von Zeitungen und Zeitschriften mag immer noch einen zu großen Kapitalaufwand bedeuten, um das als Individuum stemmen zu können. Aber das Verbreiten der eigenen Meinung ist nicht mehr nur eine Frage des ökonomischen Kapitals. Jeder kann sich mit Hilfe von freien und kostenlosen Programmen wie der WordPress-Blogsoftware eine eigene Publikationsplattform schaffen und seine Meinung publizieren &#8211; &#8220;<a href="http://www.ring2.de/archives/faz-blog-der-absolute-kontrollverlust/index.php">aus einer gemütlichen Stube heraus</a>&#8220;. Das ist dann freilich noch keine Garantie dafür, dass die eigene Meinung dann auch gelesen wird, aber genau das ist auch Pressefreiheit. Im Web haben ein großer Verlag und ein einzelner Blogger wenigstens prinzipiell die gleichen Startbedingungen, ein gutes, lesenswertes Medium zu schaffen und dafür dann auch ein Publikum zu finden.</p>
<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/michael_untermais2.jpg"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/michael_untermais2.jpg" alt="" title="michael_untermais2" width="500" height="235" class="aligncenter size-full wp-image-1236" /></a></p>
<p>Genau an diesem Punkt wird es dann aber höchst politisch, denn dazu gehört z.B. auch, dass die Inhalte nicht aufgrund ökonomischer Erwägungen aus den wichtigen Distributions- und Informationskanälen wie Suchmaschinen, Videoplattformen, Wikis etc. herausgelöscht werden wie z.B. im Fall des Wikileaks-Videos &#8220;Collateral Damage&#8221; von Youtube geschehen. Dazu meine Slow-Media-Kollege Jörg Blumtritt, der einen &#8220;<a href="http://www.slow-media.net/virtueller-rundfunk">Virtuellen Rundfunk</a>&#8221; fordert:</p>
<blockquote><p>Eine Website, die auf Google nicht gelistet wird, existiert de facto nicht; ein Buch, dass Amazon nicht anbietet, kann man gleich wieder einstampfen; Musik, die i-tunes nicht listet, wird kaum gehört werden. Es ist höchste Zeit, dass wir – als Gesellschaft– aktiv werden, Initiative ergreifen, die Stimme erheben. Und zwar nicht, indem wir versuchen, über Regelungen und Gesetze alles in den alten Bahnen festzuzementierten (das wird ohnehin nichts bewirken). Nein, es ist vielmehr wichtig, eine aktive Rolle einzunehmen und nicht nur zu reagieren.</p></blockquote>
<p>Das Problem ist nicht der Kontrollverlust eines Bloggers gegenüber einem Unternehmen, mit dem er ein für ihn wie auch immer missverständliches <a href="http://blogbar.de/archiv/2010/06/24/ein-paar-fakten-und-personliche-worte-uber-das-bloggen-bei-der-faz/">Vertragsverhältnis</a> eingegangen ist, sondern der drohende Kontrollverlust gegenüber einer immer mächtigeren Informationsinfrastruktur, deren wesentliche Bausteine nicht in öffentlicher, sondern privater Hand sind. Da hat der alte Sethe dann doch noch seine Relevanz.</p>
<p><small>Ergänzung: Die Blogosphäre wäre eine viel interessantere Welt, wenn alle Blogger ihre Fotos selbst machen würden.</small></p>
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		<title>Schlafende Hunde</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/06/20/schlafende-hunde/</link>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 18:41:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[reichsparteitag]]></category>
		<category><![CDATA[wm]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielleicht ist es gar nicht so sinnvoll, immer in die Tiefe zu bohren. Insbesondere, wenn sich dort Dinge verbergen, die man gar nicht wissen möchte. Eine Art Schlusswort zu dem Reichstagsmärchen habe ich auf dem Slow Media-Blog geschrieben. Mögen die Hunde süß weiterschlafen.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><img src="http://www.slow-media.net/wp-content/uploads/wald_1.jpg" /><br />
Vielleicht ist es gar nicht so sinnvoll, immer in die Tiefe zu bohren. Insbesondere, wenn sich dort Dinge verbergen, die man gar nicht wissen möchte. Eine Art Schlusswort zu dem Reichstagsmärchen habe ich <a href="http://www.slow-media.net/versunkene-orte">auf dem Slow Media-Blog geschrieben</a>. Mögen die Hunde süß weiterschlafen.</p>
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		<title>Reichsparteitagsmärchen im ZDF</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/06/13/reichsparteitagsmarchen-im-zdf/</link>
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		<pubDate>Sun, 13 Jun 2010 20:45:53 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[fernsehen]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>

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		<description><![CDATA[Ohne das Internet hätte es wahrscheinlich kaum jemand gemerkt. In der Halbzeitpause sprechen die ZDF-Moderatorin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn über das Tor von Miroslav Klose im ersten Spiel der WM mit deutscher Beteiligung. Dabei rutscht Müller-Hohenstein die zweifelhafte Formulierung &#8220;Das war für Miroslav Klose ein innerer Reichsparteitag&#8221; heraus. Zu diesem Zeitpunkt ist das Publikum normalerweise [...]]]></description>
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<p>Ohne das Internet hätte es wahrscheinlich kaum jemand gemerkt. In der Halbzeitpause sprechen die ZDF-Moderatorin Müller-Hohenstein und Oliver Kahn über das Tor von Miroslav Klose im ersten Spiel der WM mit deutscher Beteiligung. Dabei rutscht Müller-Hohenstein die zweifelhafte Formulierung &#8220;Das war für Miroslav Klose ein innerer Reichsparteitag&#8221; heraus. Zu diesem Zeitpunkt ist das Publikum normalerweise auf dem Weg in den Keller um noch ein Bier zu holen oder geht kurz auf die Toilette. Heute sitzt man nebenbei am Computer und kommentiert das Spiel auf Facebook oder Twitter:</p>
<p><object width="500" height="385"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/7hL6HWhMpJM&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xd0d0d0&#038;hl=en_US&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/7hL6HWhMpJM&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xd0d0d0&#038;hl=en_US&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowScriptAccess="always" width="500" height="385"></embed></object></p>
<p>Noch in derselben Sekunde werden die ersten Twitter-Nachrichten verschickt, die mit der Wortwahl der Moderatorin, vorsichtig ausgedrückt, überhaupt nicht zufrieden sind. Nahezu ebenso schnell schlagen die ersten Nutzer im Wiktionary nach und verharmlosen die seltsame Wortwahl als gängige umgangssprachliche Redewendung (kurzer Hinweis: darum geht es gar nicht, sondern darum, dass eine Formel, die im Dritten Reich üblich war in der Primetime auf dem ZDF gesendet wird &#8211; ohne jede Distanz). Es folgen dann zum Teil sehr seltsame Begründungen, warum so eine Redewendung unproblematisch sei:</p>
<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/andereparteien.jpg"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/andereparteien.jpg" alt="" title="andereparteien" width="373" height="79" class="aligncenter size-full wp-image-1217" /></a><br />
oder<br />
<a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/zitat2.png"><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/zitat2.png" alt="" title="zitat2" width="428" height="71" class="aligncenter size-full wp-image-1219" /></a></p>
<p>Aber nicht nur das Publikum sitzt an den Rechnern, sondern auch der Sender. Und auch hier wird per Twitter das Gesagte kommentiert:</p>
<p><a href="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/zdfonline.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-1209" title="zdfonline" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2010/06/zdfonline.jpg" alt="" width="500" /></a></p>
<p>Diese Twitter-Nachricht hat das Potential für mich zu meinem bisherigen Twitter-Tiefpunkt zu werden. So kommuniziert der offizielle Kanal einer öffentlich-rechtlichen Sendeanstalt? Redewendungen, die im Dritten Reich gängig waren und heute noch in der Umgangssprache weiterleben finden nicht nur über eines der reichweitenstärkste Fernsehformat einen Weg in den öffentlichen Sprachgebrauch, sondern werden auch noch als einfache Redewendung entschuldigt &#8211; Reichsparteitag steht hier auch für eine öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt für Stolz und Befriedigung. That&#8217;s it? Ich hoffe nicht.</p>
<p><b>UPDATE</b>: Auch die <a href="http://www.welt.de/fernsehen/article8032421/Mueller-Hohenstein-spricht-von-Reichsparteitag.html">Welt</a> und die <a href="http://www.taz.de/1/sport/wm-2010/artikel/1/irre-40-nazi-skandal-beim-zdf/">taz</a> haben das Thema schon aufgegriffen. F!XMBR widmen dem Thema <a href="http://www.fixmbr.de/der-innere-reichsparteitag-des-zdf/">zwei</a> <a href="http://www.fixmbr.de/der-innere-reichsparteitag-des-zdf-2/">Blogposts</a> und auch auf <a href="http://wortreich.in/der-reichsparteitag-in-dir-zdf-blamiert-sich/">Wortreich</a> und dem <a href="http://medium.blogsport.de/2010/06/13/innerer-reichsparteitag/">medium-Blog</a> finden sich Posts dazu.</p>
<p><b>UPDATE 2</b>: In der taz hat der WDR-&#8221;Kultreporter&#8221; 2005 in einem <a href="http://www.taz.de/1/archiv/print-archiv/printressorts/digi-artikel/?ressort=le&#038;dig=2005%2F11%2F01%2Fa0029&#038;cHash=f4750fc08b">Interview</a> von einem ähnlichen Fehlgriff erzählt: &#8220;Es gab ein Spiel Fortuna Düsseldorf gegen Nürnberg. Der Spieler Detlef Szymanek, zuvor von Düsseldorf nach Nürnberg gewechselt, erzielte ein Tor und ich benutzte ausgerechnet die Formulierung &#8220;das war für ihn ein innerer Reichsparteitag&#8221;. In dem Moment als ich den Satz gesprochen hatte war mir klar, dass gibt Ärger. Und so war es auch.&#8221;</p>
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		<title>Internetkritikkritik</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/04/18/internetkritikkritik/</link>
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		<pubDate>Sun, 18 Apr 2010 21:29:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[internet]]></category>

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		<description><![CDATA[Was Douglas Adams vor gut 10 Jahren über die Internetkritiker geschrieben hat, gilt heute &#8230; ähm &#8230; immer noch für die Internetkritiker, aber auch für die Kritiker der Internetkritiker (und wahrscheinlich auch für die Slow-Media-Kritiker): &#8220;I suppose earlier generations had to sit through all this huffing and puffing with the invention of television, the phone, [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Was Douglas Adams <a href="http://www.douglasadams.com/dna/19990901-00-a.html">vor gut 10 Jahren</a> über die Internetkritiker<br />
geschrieben hat, gilt heute &#8230; ähm &#8230; immer noch für die<br />
Internetkritiker, aber auch für die Kritiker der Internetkritiker (und<br />
wahrscheinlich auch für die <a href="http://slow-media.net">Slow-Media-Kritiker</a>):</p>
<p>&#8220;I suppose earlier generations had to sit through all this huffing and<br />
puffing with the invention of television, the phone, cinema, radio,<br />
the car, the bicycle, printing, the wheel and so on, but you would<br />
think we would learn the way these things work, which is this:</p>
<p>1) everything that’s already in the world when you’re born is just normal;</p>
<p>2) anything that gets invented between then and before you turn thirty<br />
is incredibly exciting and creative and with any luck you can make a<br />
career out of it;</p>
<p>3) anything that gets invented after you’re thirty is against the<br />
natural order of things and the beginning of the end of civilisation<br />
as we know it until it’s been around for about ten years when it<br />
gradually turns out to be alright really.</p>
<p>Apply this list to movies, rock music, word processors and mobile<br />
phones to work out how old you are.&#8221;</p>
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		<title>Die Communitas der Early Adopters</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2010/04/11/die-communitas-der-early-adopters/</link>
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		<pubDate>Sun, 11 Apr 2010 21:51:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2010]]></category>
		<category><![CDATA[ethnologie]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[web2.0]]></category>
		<category><![CDATA[communitas]]></category>
		<category><![CDATA[early adopters]]></category>
		<category><![CDATA[liminalitas]]></category>
		<category><![CDATA[victor turner]]></category>

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		<description><![CDATA[Über den Begriff &#8220;Communitas&#8221; bin ich in meinen Ethnologieseminaren immer wieder gestolpert. Der große Symboldeuter Victor Turner hatte diesen Begriff verwendet, um eine Erfahrung zu beschreiben, die häufig in Zusammenhang mit einem Übergang auftritt. In vielen Ritualen tauchen solche Schwellenzustände auf, in denen auf einmal die gewöhnlichen Strukturen des Alltags aufgehoben werden und alle auf [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p>Über den Begriff &#8220;Communitas&#8221; bin ich in meinen Ethnologieseminaren immer wieder gestolpert. Der große Symboldeuter <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Victor_Turner">Victor Turner</a> hatte diesen Begriff verwendet, um eine Erfahrung zu beschreiben, die häufig in Zusammenhang mit einem Übergang auftritt. In <a href="http://books.google.de/books?id=IBRuiOX8VEEC">vielen Ritualen</a> tauchen solche Schwellenzustände auf, in denen auf einmal die gewöhnlichen Strukturen des Alltags aufgehoben werden und alle auf derselben Stufe stehen (wobei es eigentlich gar keine Stufen mehr gibt). Wenn die Schwelle dann überschritten wird, festigt sich die Struktur wieder und die Teilnehmer des Rituals haben sich auf einmal verändert und besitzen z.B. einen neuen sozialen Status.</p>
<p style="text-align: center;"><img class="aligncenter" src="http://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/d3/Technology-Adoption-Lifecycle.png" alt="" width="500" /></p>
<p>Ich glaube, dass die Faszination der Early Adopters diesem Communitas-Zustand, also einem ganz intensiven Gefühl, gerade etwas bedeutendes gemeinsam zu erleben, ähnelt. Gerade Social-Media-Plattformen wie Twitter, Pownce (&#8220;egak&#8221;), Second Life, Facebook oder Foursquare hatten für mich in der Anfangszeit deutliche Ansätze einer liminalen Communitas-Erfahrung. Grundsätzlich gibt es zwei Möglichkeiten, wie man auf diese Plattformen kommt. Entweder man gehört zu den <strong>Spätzündern</strong>, die von einem größeren Freundes- oder Bekanntenkreis dorthin gezogen werden (man gehört also zur kritischen Masse, im Gegensatz zur unkritischen Communitas). Die anderen haben sich dort schon eingerichtet, wissen über die Möglichkeiten und Grenzen der Plattformen Bescheid und können den Nachzüglern jederzeit eine Kurzeinführung geben. Soziologen würden hier von Sozialisation sprechen. Eine sehr schöne Beschreibung habe ich auf dem Savage-Minds-Blog <a href="http://savageminds.org/2010/04/06/two-books-on-indigenous-methods">gefunden</a>:</p>
<blockquote><p>I am a late adopter of Twitter (r3×0r — feel free to follow me), and one of the nice things about being late to the party is that all of your old friends have already arrived and had a few drinks by the time you find a place to park.</p></blockquote>
<p>Ganz anders die <strong>Early Adopters</strong>. Sie warten die ganze Zeit darauf, dass das &#8220;next shiny toy&#8221; am Horizont auftaucht, und wenn die Türe zum Alpha- oder Betatest geöffnet werden, strömen sie auf die Plattform und beginnen damit gemeinsam herauszufinden, was man mit diesem neuen Spielzeug alles anfangen kann. In den zum Teil nächtelangen Sitzungen entsteht dabei, da es sich oft im Kern um dieselben Personen handelt, die man schon von anderen Plattformen kannte, eine Erfahrung, gerade an einem mehr oder weniger bedeutenden Moment der Geschichte des Internets teilzunehmen &#8211; oder besser: sie gerade gemeinsam zu schreiben. Jeder fängt gleichermaßen bei Null an, so dass es ganz im Turnerschen Sinne in diesem Moment kaum feste Strukturen gibt, sondern nur eine undefinierte, aber gemeinsame Erfahrung. Das Spannende und Faszinierende daran (nicht nur für den Early Adopter, sondern auch für den Plattformbetreiber) ist gerade die Möglichkeit, mit anzusehen, wie sich diese Strukturen allmählich entwickeln.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Kulturelle Vielfalt oder Einheitsbrei?</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/12/20/kulturelle-vielfalt-oder-einheitsbrei/</link>
		<comments>http://blog.metaroll.de/2009/12/20/kulturelle-vielfalt-oder-einheitsbrei/#comments</comments>
		<pubDate>Sun, 20 Dec 2009 22:48:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[differenz]]></category>
		<category><![CDATA[ethnologie]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[isarrunde]]></category>
		<category><![CDATA[kultur]]></category>
		<category><![CDATA[soziologie]]></category>
		<category><![CDATA[theorie]]></category>

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		<description><![CDATA[Die aktuelle Folge der Isarrunde ist ein wunderschönes Beispiel dafür, wie das Web funktioniert. Man trifft sich online und offline, diskutiert über Ereignisse, die einen bewegt haben, wie zum Beispiel den Tod des Ethnologen Claude Lévi-Strauss. Dann schreibt jemand einen Blogbeitrag darüber, inwiefern sich ein zentrales Motiv daraus (das Zerstören oder Verwestlichen von kulturellen Unterschieden [...]]]></description>
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<p>Die aktuelle Folge der <a href="http://isarrunde.de">Isarrunde</a> ist ein wunderschönes Beispiel dafür, wie das Web funktioniert. Man trifft sich online und offline, diskutiert über Ereignisse, die einen bewegt haben, wie zum Beispiel den Tod des Ethnologen <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Lévi-Strauss">Claude Lévi-Strauss</a>. Dann schreibt jemand <a href="http://www.michaelreuter.org/2009/11/gedanke-zur-bedeutung-von-claude-l%C3%A9vystrauss-traurigen-tropen-f%C3%BCr-das-internet.html">einen Blogbeitrag darüber</a>, inwiefern sich ein zentrales Motiv daraus (das Zerstören oder Verwestlichen von kulturellen Unterschieden durch das Reisen) auch auf das Internet übertragen lässt. Anschließend entfaltet sich auf Twitter in zahlreichen 140-Zeichenbeiträgen eine kontroverse Diskussion über dieses Thema und es folgen weitere Blogeinträge <a href="http://www.text-raum.de/zweiraum/wird-das-andere-weniger">hier</a>, <a href="http://www.thorstena.de/?p=1769">hier</a> und <a href="/2009/11/07/das-tribale-internet/">hier</a> &#8211; und <a href="http://drultra.posterous.com/das-ende-der-kultur-findet-nicht-statt">hier</a> wird sogar ein Blog eigens für diesen Zweck wieder reaktiviert. Dieses Diskursnetzwerk liefert dann das fruchtbare Ferment für eine Isarrundendiskussion <a href="http://isarrunde.de/isarrunden/38/0/1/17/ist_das_web_ein_gleichmacher_oder_quelle_der_vielfalt.html">wie die folgende</a>:<br />
<object width="425" height="344"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/bteil_r5Pzc&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;hl=en_US&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowScriptAccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/bteil_r5Pzc&#038;color1=0xb1b1b1&#038;color2=0xcfcfcf&#038;hl=en_US&#038;feature=player_embedded&#038;fs=1" type="application/x-shockwave-flash" allowfullscreen="true" allowScriptAccess="always" width="425" height="344"></embed></object></p>
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		</item>
		<item>
		<title>Mit dem Blackberry im Methusalemkomplott</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/12/19/mit-dem-blackberry-im-methusalemkomplott/</link>
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		<pubDate>Sat, 19 Dec 2009 17:51:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[philosophie]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[web2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Ich muss gestehen, dass mich bisher die Debatte um die digitale Überforderung &#8211; zum Wortführer dieser Scheinbewegung hat sich Frank Schirrmacher gemacht &#8211; wenig berührt hat. Vielleicht ist mit folgender abgewandelter Tocotronic-Textzeile seine Position so weit zusammengefasst, dass man sich alle weitere Lektüre sparen kann: Wahrscheinlich hat Schirrmacher gar keine Zeit, Twitter ist gut doch [...]]]></description>
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<p><img src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2009/12/IMG_06221-139x300.jpg" alt="Informationsflut" title="Informationsflut" width="139" height="300" class="alignleft size-medium wp-image-1139" />Ich muss gestehen, dass mich bisher die <a href="http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,665806,00.html">Debatte</a> um die digitale Überforderung &#8211; zum Wortführer dieser Scheinbewegung hat sich <a href="http://carta.info/18949/algorithmen-im-alltag-wie-das-werkzeug-seinen-erfinder-umarbeitet/">Frank Schirrmacher</a> gemacht &#8211; wenig berührt hat. Vielleicht ist mit folgender abgewandelter <a href="http://www.youtube.com/watch?v=LEcgFCYdadg">Tocotronic-Textzeile</a> seine Position so weit zusammengefasst, dass man sich alle weitere Lektüre sparen kann:</p>
<blockquote><p>
Wahrscheinlich hat Schirrmacher gar keine Zeit,<br />
Twitter ist gut doch die Welt noch nicht bereit.
</p></blockquote>
<p>Natürlich kommen bei mir mehr Informationen an als ich verarbeiten kann. Das würde ich aber nicht unbedingt auf das Internet oder das Social Web im Besonderen zurückführen. Eine Mailbox, in der sich 2578 ungelesene Emails virtuell stapeln ist hat für mich keinen sehr viel größeren Aufforderungscharakter als der Stapel un- oder halbgelesener Bücher, die sich in meinem Haus physisch stapeln. Warum sollte mein Hirneiweiß durch den einen Informationsstau veranlasst sehen, neue Formen des Verklumpens zu bilden als bei dem anderen Informationsstau?</p>
<p>Zwar gibt es deutliche Unterschiede zwischen dem gedruckten Informationsüberfluss &#8211; jeder, der schon einmal eine Zeitung wie z.B. Schirrmachers FAZ abonniert hatte, weiß wie alte Zeitungsausgaben dazu neigen, den Lebensraum zu verstopfen &#8211; und der neuen digitalen Unübersichtlichkeit. Aber begleitend zu den neuen Überforderungsphänomenen gibt es neue Coping-Mechanismen. Zum Beispiel Blackberry: Klar signalisiert mir das blinkende rote Licht immer wieder, dass neue Informationen abgerufen oder aufgenommen werden wollen. Wenn ich das Smartphone umdrehe, so dass die rote Leuchte nach unten zeigt, sehe ich das Blinken nicht mehr. Ein einfacher Trick, millionenfach bewährt.</p>
<p>Und auch für digitale Informationskanäle wie Twitter gibt es so etwas. Das Geheimrezept lautet &#8220;einfach mal ignorieren&#8221;. Vielleicht ist es hierbei von Vorteil, wenn man sowieso so vielen Menschen folgt, dass man mit dem Lesen nicht mehr hinterherkommt? Ich folge knapp 2.500 Menschen auf Twitter. Keine Chance, auch nur annähernd up to date zu bleiben mit all ihren Gedanken, Ängsten, Banalitäten, Entdeckungen etc. Das schnelle Tempo führt dazu, dass ich mich ganz bewusst an bestimmten Informationen oder Personen orientiere. Was jemand explizit mir mitteilen möchte (also <a href="http://search.twitter.com/search?q=@furukama">@furukama-Botschaften</a>), bekomme ich mit. Ebenso alles, was die Handvoll Menschen schreibt, die mir besonders wichtig sind (dafür habe ich eine Twitter-Liste). Für den ganzen Rest entwickelt sich so eine Art <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Flow_%28Psychologie%29">Flow</a>-Gefühl, ein Schweben über dem Informationsstrom, von dem ich nur hin und wieder einzelne Gedanken mitbekomme, mehr nicht.</p>
<p>Der einzige Punkt, der an dieser Debatte wirklich interessant ist: Wie passen die Diagnosen der letzten Schirrmacher-Werke zusammen? Hier wird es wirklich spannend. Auf der einen Seite der Methusalem-Komplott in dem die Älteren die Macht übernehmen und den Staat von oben bis unten umkrempeln. Auf der anderen Seite die immer schwächeren nachwachsenden Generationen, die aber mit Twitter, iPhone und Facebook das, was sie an Masse und Macht verloren haben, durch Geschwindigkeit wieder wettmachen wollen? Droht hier tatsächlich ein Krieg der Alten gegen die Jungen bzw. der jederzeit erreichbaren Echtzeitgehirne gegen die in Offline-Idyllen schwelgenden Altersrassisten? Und vor allem: Wo steht ein Schirrmacher in diesem <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Tohuwabohu">Tohuwabohu</a>?</p>
<p>Vielleicht zum Abschluss noch einen theologischen Gedanken. Das passt ganz gut zur Adventszeit, die übrigens ebenfalls zwei Gesichter hat: ein helles, fröhliches Süßer-die-Glocken-nie-klingen-Gesicht, und gleichzeitig aber auch ein kulturgeschichtlich sehr viel älteres düsteres Gesicht einer Endzeit, in der man schwarz getragen hat und gefastet hat und weder heiraten, noch sich in der öffentlichkeit freuen durfte. Die glückselige Informationsarmut des vom Netz genommenen Methusalems ähnelt tatsächlich einem paradiesischen Zustand. Das Paradies ist nämlich sogar etymologisch nichts anderes als ein früher &#8220;<a href="http://www.isarrunde.de/isarrunden/40/1/1/17/das_netz_als_sammlung_vieler_walled_garden.html">walled garden</a>&#8221; (<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Gartenkunst_im_Vorderen_Orient">pairidaeza</a>), in dem es keine Information gibt, da es sich um einen statischen Zustand handelt und Information immer bedeutet: <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Gregory_Bateson">ein Unterschied, der einen Unterschied macht</a>. Ich finde hier die <a href="http://www.youtube.com/watch?v=5zNdMc6wGtU">Theologie der Talking Heads</a> am überzeugendsten, die den Himmel wie folgt beschreiben:</p>
<blockquote><p>
Heaven, heaven is a place,<br />
a place where nothing, nothing ever happens<br />
Heaven, heaven is a place,<br />
a place where nothing, nothing ever happens
</p></blockquote>
<p>Das Gegenteil von dieser himmlischen Zeitlosigkeit sind die zutiefst irdischen digitalen Echtzeit-Informationsströme, in denen jeden Tag etwas neues passiert, jeden Tag neue Personen in den Timelines auftauchen, jeden Tag andere Verknüpfungen der potentiell globalen Netzwerkgesellschaft aktualisiert werden.</p>
<p>Siehe dazu auch:</p>
<ul>
<li><a href="http://www.michaelreuter.org/2009/12/haben-sie-eine-payback-card-oder-kommunizieren-ist-%C3%BCbungssache.html">Haben Sie eine Payback-Card &#8211; oder Kommunizieren ist Übungssache</a> von Michael Reuter</li>
<li><a href="http://www.isarrunde.de/empfehlungen/43/1/1/17/absaufen_in_der_informationsflut.html">Absaufen in der Informationsflut</a> auf dem Isarrunde-Blog</li>
<li><a href="http://www.text-raum.de/zweiraum/diskurs-ein-hin-und-hergehendes-gesprach">Diskurs: ein hin- und hergehendes Gespräch</a> von Sabria David
</ul>
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		</item>
		<item>
		<title>Das tribale Internet</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/11/07/das-tribale-internet/</link>
		<comments>http://blog.metaroll.de/2009/11/07/das-tribale-internet/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 11:17:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[ethnologie]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[medien]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[web2.0]]></category>
		<category><![CDATA[wissenschaft]]></category>

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		<description><![CDATA[Michael Reuter stellt in seinem Blog anlässlich des Todes von Claude Lévi-Strauss die wichtige Frage: Ist es denkbar, dass durch die zunehmende Transparenz des Wissens, der Meinungen und der Aktivitäten der Teilnehmer des Netzes gerade die für eine biologische und kulturelle Entwicklung notwendigen Unterschiede individueller, abgekapselter Gruppen verlorengehen? Oder anders ausgedrückt: Ist das Internet (bzw. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><a href="http://www.michaelreuter.org/2009/11/gedanke-zur-bedeutung-von-claude-l%C3%A9vystrauss-traurigen-tropen-f%C3%BCr-das-internet.html">Michael Reuter</a> stellt in seinem Blog anlässlich des Todes von <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Claude_Lévi-Strauss">Claude Lévi-Strauss</a> die wichtige Frage:</p>
<blockquote><p>Ist es denkbar, dass durch die zunehmende Transparenz des Wissens, der Meinungen und der Aktivitäten der Teilnehmer des Netzes gerade die für eine biologische und kulturelle Entwicklung notwendigen Unterschiede individueller, abgekapselter Gruppen verlorengehen?</p></blockquote>
<p>Oder anders ausgedrückt: Ist das Internet (bzw. heute das <a href="/2009/06/06/leben-in-140-zeichen/">Echtzeitinternet</a> und das soziale Internet) ein großer Gleichmacher? Ich glaube nicht.</p>
<p>Zum einen hatten wir in der Ethnologie diese Diskussion schon vor längerer Zeit ausführlich am Beispiel des Fernsehens durchgespielt. Klar, eine &#8220;Eingeborenenfamilie&#8221; im tiefsten Busch, deren jüngster Sohn leidenschaftlicher Rambo-Fan ist und deren Eltern zu Dallas-Experten geworden sind, sprechen auf den ersten Blick für den Erfolg eines neuen universalistischen Mediums, das die gesamte Erde planiert (&#8220;<a href="/2008/07/16/die-welt-ist-nicht-geschrumpft-sondern-zerknittert/">a flat earth</a>&#8220;) und sämtliche kulturelle Unterschiede zerstört. Das wirkt aber nur auf den ersten oberflächlichen Blick so. Wenn man nämlich damit anfängt, diese Menschen zu verstehen, dann merkt man, dass der Rambo, den sie sehen, ein ganz anderer ist als derjenige, den wir sehen. Auch die immer wieder beschwörte Amerikanisierung unserer Kultur betrifft in erster Linie die Oberflächen (den von Lévi-Strauss zitierten warmen Lackgeruch und den Wintergreen-Tee) und nicht die Rezeption, Umdeutung und Aneignung dieser Stoffe. <a href="http://www.aber.ac.uk/media/Modules/TF33120/katzlieb.html">Katz und Liebes</a> hatten in einer großen empirischen Studie gezeigt, wie ein und dieselbe Fernsehserie (Dallas) in unterschiedlichen kulturellen Gruppen ganz unterschiedlich wahrgenommen werden.</p>
<p>Aber dennoch: der technologische Unterbau des Internet ist tatsächlich zu einer universellen Geschichte geworden, die weltweit sehr gleichförmig ist. Das indische TCP/IP scheint sich nicht von dem brasilianischen zu unterscheiden. In Deutschland verwendet man HTML ähnlich wie in Japan &#8211; bzw. vielleicht fehlen uns noch kulturwissenschaftliche Studien, die hier dann doch Unterschiede finden. Und zum Teil sind auch die politischen Fragen, die sich hieran knüpfen, ähnliche: Soll man den Zugang für alle frei schalten oder auf bestimmte Personenkreise beschränken? Soll man zensieren oder nicht? Die Antworten freilich fallen je nach kulturellem und politischen Kontext höchst unterschiedlich aus.</p>
<p>Das Internet und auch das Web 2.0 ist keine globale Monokultur. Natürlich ist es potentiell möglich, dass, wie Reuter sagt, &#8220;letztlich alle wissen, was irgendwo passiert und was irgendwer macht&#8221;. Nur bleibt diese Tatsache immer im Konjunktiv. De facto nutzen wir Plattformen wie Twitter, Facebook oder auch Blogs tendenziell eher tribalistisch als esperantistisch. Die meisten meiner Kontakte, mit denen ich täglich über Twitter kommuniziere, kommen aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz. Schon, wenn ich nach Italienern suche, wird es schwierig. Und dann habe ich noch gar nicht nach dem Bildungsgrad und dem räumlichen Kontext gefragt. Das weltumspannende Kommunikationsnetz funktioniert für Sensationen wie zum Beispiel Erdbeben oder politische Umstürze. Aber auch dort ist es nicht die Masse, die hier kommuniziert, sondern nur eine Elite, die sowieso relativ homogen ist. Also die berühmten &#8220;kosmopolitischen Vielflieger&#8221;.</p>
<p>Ich würde noch weiter gehen: Gerade Social Media haben ein großes Potential, die Bildung von stammesähnlichen Gebilden zu unterstützen. Also von sehr traditionalistischen Organisationsformen, die jedoch auf Grundlage einer weltweit standardisierten Technologie nicht mehr an räumliche Nähe gebunden sind (hier darf natürlich auch der <a href="http://twitter.com/jbenno/status/5504489366">wichtige Hinweis</a> auf McLuhan nicht fehlen). Diese Stämme sind aber aufgrund ihrer Ortsunabhängigkeit nicht offen sichtbar wie z.B. die <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Yanomami">Yanomami</a> der 1960er Jahre, sondern wirken diffus. Erst mit Hilfe von Netzwerkanalysen werden diese Strukturen sichtbar. Erst ein ethnologisches Eindringen in diese Zusammenhänge offenbart dann die Stammes-Partikularismen vor einem universalistischen techno-politischen Hintergrund.</p>
<p>Auf eine Formel gebracht: <strong>Es gibt nicht nur ein Social Web, sondern viele</strong>. Aber eigentlich steckt das alles schon im Begriff des Internets.</p>
<p><strong>Literatur zum Thema:</strong></p>
<ul>
<li>Claude Lévi-Strauss: Traurige Tropen. Frankfurt, 1978.
<li>Manuel Castells: The Rise of the Network Society. Oxford, 1996.
<li>Marshall McLuhan / Quentin Fiore: War and Peace in the Global Village. New York, 1968.
<li>Tamar Liebes / Elihu Katz: The Export of Meaning: Cross-Cultural Readings of Dallas. Oxford, 1990.
</ul>
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		<title>Antwort aus dem Paralleluniversum</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/06/06/antwort-aus-dem-paralleluniversum/</link>
		<comments>http://blog.metaroll.de/2009/06/06/antwort-aus-dem-paralleluniversum/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 06 Jun 2009 20:20:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[gewalt]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[jens jessen]]></category>
		<category><![CDATA[kinderpornographie]]></category>
		<category><![CDATA[netzneutralität]]></category>
		<category><![CDATA[netzpolitik]]></category>
		<category><![CDATA[paralleluniversum]]></category>
		<category><![CDATA[zeit]]></category>

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		<description><![CDATA[Kurze Vorbemerkung: Ich mache mir bereits Gedanken über Textbausteine, mit denen sich die immergleichen Internetschmähreden in Zeit, Süddeutscher Zeitung und Co. automatisiert beantworten lassen. Noch habe ich diese Bausteine nicht, deshalb hier eine manuell getippte Kurzantwort auf das Videostatement von Jens Jessen, der darin Abschaffung der Anonymität im Internet (gähn) fordert. Ein kurzer Ausschnitt daraus: [...]]]></description>
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<p>Kurze Vorbemerkung: Ich mache mir bereits Gedanken über Textbausteine, mit denen sich die immergleichen Internetschmähreden in Zeit, Süddeutscher Zeitung und Co. automatisiert beantworten lassen. Noch habe ich diese Bausteine nicht, deshalb hier eine manuell getippte Kurzantwort auf das <a href="http://www.zeit.de/video/player?videoID=2009052981ebae">Videostatement von Jens Jessen</a>, der darin Abschaffung der Anonymität im Internet (<a href="http://www.realname-diskussion.info/">gähn</a>) fordert. Ein kurzer Ausschnitt daraus:</p>
<blockquote><p>Im Internet wird gestohlen &#8211; wir meinen die notorischen Urheberrechtsverletzungen. Im Internet wird vergewaltigt &#8211; wir meinen die Kinderpornographie. Und es werden mit der unverfrorendsten Unschuldsmiene Menschen diffamiert, diskriminiert und mit Gewaltdrohungen verfolgt. All dies, sagen die Internetverteidiger, gehöre nun einmal zu der großen, einzigartigen und schützenswerten Freiheit des Internets, die nun einmal einige zu tolerierende Nachtseiten hat.</p></blockquote>
<p>Jens Jessen hat die Kritik dieser &#8220;Internetverteidiger&#8221; entweder nicht wahrgenommen oder aber nicht verstanden. Kriminalität ist Kriminalität, egal ob sie auf der Straße, im Schlafzimmer oder im Internet stattfindet. Und die Verteidiger der Netzneutralität fordern auch kein gleicher Recht auf Internetnutzung für gesetzliche wie ungesetzliche Handlungen.</p>
<p>Nur: Urheberrechtsverletzungen im Internet sollten mit als Urheberrechtsverletzungen verfolgt werden, Kinderpornographie als Kinderpornographie und Verleumdung als Verleumdung. Das sind alles keine spezifischen Internetdelikte, sondern Verstöße oder Verbrechen, die substantiell verfolgt werden müssen. Denn, das hat Jessen immerhin mitbekommen, das Internet ist kein ausgeflipptes Hirngespinst aus Bits und Bytes, sondern ein sozialer Raum, in dem dieselbe Ordnung gilt wie anderswo auch. Meines Wissens kennt weder die deutsche, noch die europäische Rechtsprechung so etwas wie &#8220;Paralleluniversen&#8221;.</p>
<p>Übrigens: Ist es ein Zufall, dass für das Internet ganz ähnliche Begriffe verwendet werden wie für die von den Leitkulturfanatikern und Teilzeitspenglerianern der Zeit ebenso wenig verstandene und geliebte ethnische Pluralisierung der Gesellschaft?</p>
<p>Das heißt aber auch: Recht auf informationelle Selbstbestimmung, Recht auf Unversehrtheit der Wohnung oder Meinungsfreiheit sind Dinge, die (<a href="http://www.presseschauer.de/?p=663">zum Glück</a>) auch im Netz gelten. Artikel 5 des Grundgesetzes ist <a href="http://www.heise.de/tp/r4/artikel/20/20885/1.html">blind dafür</a>, ob man seine Meinung im eigenen Namen äußert oder anonym.</p>
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		</item>
		<item>
		<title>Du bist peinlich</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/05/23/du-bist-peinlich/</link>
		<comments>http://blog.metaroll.de/2009/05/23/du-bist-peinlich/#comments</comments>
		<pubDate>Sat, 23 May 2009 09:26:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[abmahnungen]]></category>
		<category><![CDATA[alexander lehmann]]></category>
		<category><![CDATA[du bist deutschland]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[kempertrautmann]]></category>
		<category><![CDATA[kreativität]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[terrorismus]]></category>
		<category><![CDATA[überwachung]]></category>

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		<description><![CDATA[Es zeugt schon von einem besonderen historischen Bewusstsein, am Jubiläumstag des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland eine Abmahndrohung an einen Studenten zu schicken, der sich auf einer Webseite sehr originell mit einer Werbekampagne auseinandersetzt. Alexander Lehmann hat in seiner Abschlussarbeit unter dem Titel &#8220;Du bist ein Terrorist&#8221; ein Video erstellt, das den zunehmenden Überwachungswahn und die [...]]]></description>
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<p>Es zeugt schon von einem besonderen historischen Bewusstsein, am Jubiläumstag des Grundgesetzes der Bundesrepublik Deutschland eine Abmahndrohung an einen Studenten zu schicken, der sich auf einer Webseite sehr originell mit einer Werbekampagne auseinandersetzt. <a href="http://alexanderlehmann.blogspot.com/">Alexander Lehmann</a> hat in seiner Abschlussarbeit unter dem Titel &#8220;<a href="http://www.youtube.com/watch?v=SGD2q2vewzQ">Du bist ein Terrorist</a>&#8221; ein Video erstellt, das den zunehmenden Überwachungswahn und die Einschneidung der Grundrechte &#8211; die wir eigentlich heute feiern sollten &#8211; thematisiert. Jetzt hat er, <a href="http://netzpolitik.org/2009/du-wirst-abgemahnt-de/">so berichtet netzpolitik.org</a>, von der KemperTrautmann, einer der Agenturen der Kampagne &#8220;<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Du_bist_Deutschland">Du bist Deutschland</a>&#8221; eine Abmahndrohung bekommen, die ihn auffordert,</p>
<blockquote><p>jegliche Bezüge zur “du bist deutschland” &#8211; Kampagne zu entfernen und die Adresse <a href="http://www.dubistterrorist.de/">dubistterrorist.de</a> nicht mehr zu verwenden. Er hat drei Tage Zeit, alles wie gewünscht zu entfernen. Als Begründung wird das Markenrecht an “Du bist Deutschland” genannt.</p></blockquote>
<p>Die Kampagne Du bist Deutschland startete 2005 mit einem ebenso wirren wie blumigen <a href="http://www.abendblatt.de/politik/deutschland/article355173/Das-Manifest-Du-bist-Deutschland-im-Wortlaut.html">Manifest</a>, in dem unter anderem zu lesen war:</p>
<blockquote><p>Ein Schmetterling kann einen Taifun auslösen. Der Windstoß, der durch seinen Flügelschlag verdrängt wird, entwurzelt vielleicht ein paar Kilometer weiter Bäume. Genauso, wie sich ein Lufthauch zu einem Sturm entwickelt, kann deine Tat wirken.</p></blockquote>
<p>Das war natürlich alles nicht so gemeint. Denn Deutschland ist natürlich kein Land der Bäume-Entwurzler, der Mauern-Einreißer, der Runter-von-der-Bremse-Geher, sondern ein Land, dem Abmahnungsdrohungen mehr Wert sind als Kreativität. Du bist peinlich.</p>
<p><strong>UPDATE:</strong> Eine weitere Pointe, auf die mich Fischer in den <a href="http://blog.metaroll.de/2009/05/23/du-bist-peinlich/#comment-24364">Kommentaren</a> hingewiesen hat: Historisches Bewusstsein kann man auch darin zu erkennen, eine wissenschaftliche Forschungsarbeit am Grundgesetzfeiertag zerstören zu wollen. Soviel zum Thema &#8220;<a href="http://bundesrecht.juris.de/gg/art_5.html">Kunst und Wissenschaft, Forschung und Lehre sind frei.</a>&#8221;</p>
<p><strong>UPDATE:</strong> Aus der Angelegenheit ist zum Glück keine neue Causa Streisand geworden. Michael Trautmann und Alexander Lehmann haben, wie hier zu lesen ist, <a href="http://netzpolitik.org/2009/du-wirst-abgemahnt-de/#comment-310724">miteinander telefoniert </a>und sich darauf geeinigt, dass die Kinderbilder von der Seite dubistterrorist.de entfernt werden. “Du bist Deutschland” wird nicht weiter gegen “Du Bist Terrorist” vorgehen. Das Telefon. Ein längst vergessen geglaubtes Kommunikationsmittel. Manchmal aber sehr sinnvoll. Das nächste Mal vielleicht sogar vor der Abmahndrohung?</p>
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		</item>
		<item>
		<title>50.000 Unterschriften gegen Internetzensur</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/05/08/50000-unterschriften-gegen-internetzensur/</link>
		<comments>http://blog.metaroll.de/2009/05/08/50000-unterschriften-gegen-internetzensur/#comments</comments>
		<pubDate>Thu, 07 May 2009 23:37:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[bewegung]]></category>
		<category><![CDATA[bundestag]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[meinungsfreiheit]]></category>
		<category><![CDATA[petition]]></category>
		<category><![CDATA[politik]]></category>
		<category><![CDATA[socialmedia]]></category>
		<category><![CDATA[ursulavonderleyen]]></category>
		<category><![CDATA[zensur]]></category>
		<category><![CDATA[zensursula]]></category>

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		<description><![CDATA[Nur zu oft habe ich gelesen, dass die deutschsprachige Blogosphäre unpolitisch ist. Dass die winzige Menge von geschätzten 27.000 Twitter-Nutzern in Deutschland keine relevante Größe darstellen oder auch, dass sich in 140 Zeichen keine Politik machen lässt. Spätestens seit dem 8. Mai 2009 0:59 gelten diese Social-Media-Gesetze für Deutschland nicht mehr. Innerhalb von vier Tagen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[
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<p><img class="alignleft size-full wp-image-1017" title="Petition" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2009/05/mitzeichnung1.jpg" alt="Petition" width="312" height="173" />Nur zu oft habe ich gelesen, dass die deutschsprachige Blogosphäre unpolitisch ist. Dass die winzige Menge von geschätzten <a href="http://freshzweinull.de/2009/03/zum-gluck-erst-38000-twitter-nutzer-in-deutschland/">27.000 Twitter-Nutzern</a> in Deutschland keine relevante Größe darstellen oder auch, dass sich in 140 Zeichen keine Politik machen lässt.</p>
<p>Spätestens seit dem 8. Mai 2009 0:59 gelten diese Social-Media-Gesetze für Deutschland nicht mehr. Innerhalb von vier Tagen haben es Aktivisten auf unterschiedlichen Social-Media-Plattformen <a href="http://netzpolitik.org/2009/buerger-machen-politik-petition-gegen-internetsperren-erreicht-50000-mitzeichner-in-nur-vier-tagen/">geschafft</a>, mehr als 50.000 Mitzeichner für die <a href="http://netzpolitik.org/2009/petition-gegen-internetzensur-kompakte-argumente/">Petition</a> &#8220;<a href="https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=3860">Internet &#8211; Keine Indizierung und Sperrung von Internetseiten</a>&#8221; von Franziska Heine zu motivieren. So schnell hat bislang noch keine Petition in Deutschland die notwendige Zahl von Zeichnern erreicht.</p>
<p>Auch wenn diese Unterschriften noch lange nicht das Aus für die <a href="http://lumma.de/2009/01/15/filter-leyen-und-die-schadliche-symbolpolitik/">internetfeindliche Symbolpolitik</a> der Bundesregierung bedeutet, sind sie ein deutliches Zeichen, dass sich in diesem noch weitgehend <a href="/2009/05/02/instant-maertyrer/">unverstandenen Medium</a> ein <a href="http://www.zeit.de/online/2009/19/internetsperre-datenschutz-gesetz">Protestpotential</a> verbirgt, dass früher oder später zu einer Größe von Gewicht werden wird.</p>
<p>In Relation (zum Beispiel mit der Zahl der ca. 60 Mio. Wahlberechtigten in Deutschland) gebracht ist die Zahl 50.000 selbstverständlich nur eine winzige Zahl. Die spannende Frage ist deshalb, wie dieser Netz-Aktivismus weitergehen wird. Entsteht daraus eine liberale Strömung, die auch von den etablierten Parteien aufgenommen wird? Entwickelt sich diese Bewegung in eine neue außerparlamentarische Opposition?</p>
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		<title>Instant-Märtyrer</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/05/02/instant-maertyrer/</link>
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		<pubDate>Sat, 02 May 2009 22:54:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[2009]]></category>
		<category><![CDATA[faz]]></category>
		<category><![CDATA[gaschke]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
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		<category><![CDATA[netzkultur]]></category>
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		<description><![CDATA[Es gibt die eine oder andere Zeitung, von der bin ich Polemiken gegen und zwanghaftes Unverständnis für alles, was über das DSL-Kabel in den Rechner kommt, gewohnt. Jetzt ist auch die FAZ dazu gekommen und lässt Susanne Gaschke eine ebenso wirre wie peinliche Polemik gegen das Internet schreiben. [UPDATE: Die FAZ ist konsequent und hat [...]]]></description>
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<div id="attachment_1008" class="wp-caption alignleft" style="width: 210px"><img class="size-full wp-image-1008" title="hermes" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2009/05/hermes.jpg" alt="Das Internet - eine hermetische Technologie" width="200" height="197" /><p class="wp-caption-text">Das Internet - eine hermetische Technologie</p></div>
<p>Es gibt die eine oder andere Zeitung, von der bin ich Polemiken gegen und zwanghaftes Unverständnis für alles, was über das DSL-Kabel in den Rechner kommt, gewohnt. Jetzt ist auch die FAZ dazu gekommen und lässt Susanne Gaschke eine <a href="http://www.faz.net/s/Rub4C34FD0B1A7E46B88B0653D6358499FF/Doc~EF43047F1D4E7491C9E7DEE82DCB199A1~ATpl~Ecommon~Scontent.html">ebenso wirre wie peinliche Polemik gegen das Internet</a> schreiben. [<strong>UPDATE</strong>: Die FAZ ist konsequent und hat diesen netzkritischen Artikel mittlerweile hinter einer 2€-schweren Paywall versteckt. Der alte Link führt deshalb ins Leere. What would Google do? <a href="http://209.85.129.132/search?q=cache:Q6SMtX9FcI4J:www.faz.net/s/Rub594835B672714A1DB1A121534F010EE1/Doc~EF43047F1D4E7491C9E7DEE82DCB199A1~ATpl~Epalmversion~Scontent.html%20die%20netzanbeter&amp;hl=de&amp;client=firefox-a&amp;gl=de&amp;strip=1">Eine gespeicherte Version anbieten</a>.]</p>
<p>Hut ab. Normalerweise schimpft man gegen die Banalität der Echtzeitnachrichten auf Twitter (okay, kommt in dem Artikel auch vor unter der etwas unbeholfenen Formel &#8220;Klima der Jederzeitigkeit&#8221;) oder gegen die undurchsichtige dunkle Macht GOOGLE (auch das kommt vor, gleich am Anfang). Aber hier geht es aufs Ganze: Das Internet ist schlecht. Und alle, die daran glauben, sind es ebenfalls.</p>
<p>Technologien, die jünger sind als das Felder-Bestellen der neolithischen Revolution, sind böse, weil man sie nicht intuitiv versteht. Weil diejenigen, die sich damit auseinandersetzen eine andere Sprache verwenden (&#8220;Cookies&#8221;, &#8220;Open Source Software&#8221; oder &#8220;Soziale Netzwerke&#8221;, ach wie schlimm, diese hermetische Sprachzauberey!) und ein Fachwissen besitzen, das nicht jedem zugänglich ist:</p>
<blockquote><p>Ein großer Teil unseres Alltags, unserer Kommunikation mit anderen Menschen und der Art und Weise, wie wir uns informieren, liegt damit in der Hand von Experten, deren Überlegungen wir kaum nachvollziehen können.</p></blockquote>
<p>[An dieser Stelle möge jeder Leser nach eigenem Geschmack eine Parallele zu dem ihr/ihm am gruseligsten erscheinenden Totalitarismus einfügen, der sich mit Sicherheit ebenfalls vehement gegen das Wissen der Experten ausgesprochen hat.]</p>
<p>Undurchsichtige Experten, Neoliberalismus und 70er-Jahre-Marxismus. Das ist in Gaschkes Augen der Konsens über das Netz im Jahr 2009. Und wer versucht, &#8220;zaghafte Kritik&#8221; an diesem Konsens anzubringen, wird sofort von den Netzjüngern mundtot gemacht: &#8220;Wer nicht uneingeschränkt für das Netz ist, ist gegen es.&#8221; Ein Argumentationsmuster, das Sektierer und Radikale aller Couleur in ihren Rhetorikschnellkursen gelernt zu haben scheinen: Zeichne ein Bild der Gesellschaft, in der die Gegenposition der Mainstream ist und mit einem Schlag bist du der aufrechte Streiter für eine vielfältige Meinung. Instant-Märtyrer.</p>
<p>Mit Kritik hat dieser Beitrag von Gaschke nichts mehr zu tun. <a href="http://www.blogfrei.de/metalust/2006/05/was_ist_kritik.html">Kritik</a> heißt: einen Blick hinter die als gegeben erscheinende Wirklichkeit werfen, zeigen, wie es dazu kommen konnte. Davon findet man leider keine Spur.</p>
<p>Dabei hat sie in einigen Punkten tatsächlich recht. Zum Beispiel, was die Abhängigkeit von der Großtechnologie Internet betrifft. Ja, moderne Gesellschaften sind davon abhängig. Aber wahrscheinlich viel weniger deshalb, weil man bei einem Ausfall des Internets keine Online-Wahlkämpfe mehr führen könnte, weil man nicht mehr mit Begeisterung über &#8220;Cookies&#8221; sprechen könnte und sich auch dem &#8220;Online-Exhibitionismus&#8221; oder der &#8220;Sinnlos-Kommunikation&#8221; nicht mehr widmen könnte, sondern weil gesellschaftliche Teilsysteme von Wirtschaft über Bildung und Verkehr bis zur Strafverfolgung ohne das Internet nicht mehr voll einsatzfähig wären.</p>
<p>Das wäre für mich ein sinnvoller Ansatzpunkt für eine Kritik des Internet als Großtechnologie. Aber das, was Gaschke daraus macht, ist so &#8230; deutsch.</p>
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		<title>Einübung und Gewöhnung &#8211; Twitter ist noch lange nicht am Ende</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2009/03/19/einuebung-und-gewoehnung-twitter-ist-noch-lange-nicht-am-ende/</link>
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		<pubDate>Thu, 19 Mar 2009 09:44:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[sms]]></category>
		<category><![CDATA[technologie]]></category>
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		<description><![CDATA[In einem sehr lesenswerten Beitrag über Internetanwendungen prognostiziert Andreas Göldi dem Microblogging-Dienst Twitter: &#8220;Es droht unter seinem eigenen Gewicht zusammenzubrechen, weil das Verhältnis an unnützem Rauschen zur nützlichen Information langsam unverhältnismässig wird.&#8221; Das kommt ganz darauf an, wozu man so etwas wie Twitter verwenden will. Wenn ich es zum Beispiel nutze, um ein digitales Tagebuch [...]]]></description>
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<p>In einem sehr lesenswerten Beitrag über Internetanwendungen <a href="http://netzwertig.com/2009/03/18/social-networking-haben-twitter-und-faceboook-ihren-hoehepunkt-ueberschritten/">prognostiziert</a> Andreas Göldi dem Microblogging-Dienst Twitter: &#8220;Es droht unter seinem eigenen Gewicht zusammenzubrechen, weil das Verhältnis an unnützem Rauschen zur nützlichen Information langsam unverhältnismässig wird.&#8221;</p>
<p>Das kommt ganz darauf an, wozu man so etwas wie Twitter verwenden will. Wenn ich es zum Beispiel nutze, um ein digitales Tagebuch zu führen, in dem ich dokumentiere, wo ich gewesen bin, was ich gegessen, was ich gesehen habe, ist die signal/noise-ratio irrelevant. Ebenso, wenn es darum geht, mit meinen Freunden, meiner Familie in Kontakt zu bleiben. Gerade, weil Twitter so chaotisch ist, bietet es so viele kreative Aneignungsformen, die sich eben nicht alle in das massenmediale Muster &#8220;Twitter als Recherchetool und Informationsquelle&#8221; pressen.</p>
<p>Die spannende Frage ist meiner Meinung nach: Warum spielen GeoCities, Friendster und SixDegrees keine Rolle mehr, aber SMS wird nach wie vor sehr rege genutzt? Ich sehe Twitter eher auf der Ebene von SMS als auf der Ebene der anderen genannten Internetanwendungen. Twitter oder Microblogging allgemein &#8211; ich glaube, dass sich Twitter den Microblogging-Kuchen in Zukunft mit Facebook, MySpace und weiteren Anbietern (Windows Live? Google?) teilen wird &#8211; ist für mich eine der ganz wenigen echten kommunikativen Innovationen des Internetzeitalters, denn es ist:</p>
<ul>
<li><strong>global</strong>: hier wird der alte Traum eines globalen Dorfes oder einer kosmopolitischen Gemeinde wahr &#8211; <em>Twitter never sleeps!</em>
<li><strong>offen</strong>: sowohl thematisch als auch nutzerbezogen gibt es nur wenige Vorschriften und Voraussetzungen. Von Diskussionen über Benjamins Aurabegriff bis zum Paketsendungstracking ist alles möglich &#8211; <em>Mein Twitter ist nicht dasselbe wie dein Twitter!</em>
<li><strong>fluid</strong>: es lassen sich problemlos andere Medieninhalte in den Strom einfügen oder Inhalte in andere Plattformen oder Ströme einspeisen &#8211; <em>Twitter ist überall!</em>
</ul>
<p>Was aber verschwinden wird, beziehungsweise im Moment abzuklingen scheint, ist die Euphorie der Early Adopters. Die nachfolgenden Twitter-Generationen der &#8220;digitalen Eingeborenen&#8221; werden Twitter ebenso unemotional verwenden wie heute SMS verwendet werden. Unemotional bezieht sich dabei nur auf die verwendete Technologie: die Inhalte können selbstverständlich traurig wie hoffnungsvoll oder fröhlich sein. </p>
<p>Neu ist: Die Tatsache, dass man diese Emotionen in Kurzmitteilungen verpackt mitteilen kann, löst keine Begeisterung mehr aus. Diese Versachlichung durch Einübung und Gewöhnung ist nichts neues, das war bei der Eisenbahn nicht anders und vermutlich waren auch die Early Adopter von Faustkeilen euphorisch über die Möglichkeiten, die sich ihnen mit dieser neuen Technologie bieten.</p>
<p>Nur darf man diese Versachlichung nicht mit Dekadenz und Abschwung verwechseln. Das ist nämlich eine ganz andere Geschichte.</p>
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		<title>Netzwerkvisualisierung mit TwitterFriends</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/12/23/netzwerkvisualisierung-mit-twitterfriends/</link>
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		<pubDate>Tue, 23 Dec 2008 19:30:09 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[design]]></category>
		<category><![CDATA[hidden network]]></category>
		<category><![CDATA[infografik]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[netzwerk]]></category>
		<category><![CDATA[netzwerkanalyse]]></category>
		<category><![CDATA[relevant net]]></category>
		<category><![CDATA[sna]]></category>
		<category><![CDATA[twitter]]></category>
		<category><![CDATA[visualisierung]]></category>
		<category><![CDATA[web2.0]]></category>

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		<description><![CDATA[Gerade eben ist sie endlich fertig geworden, die Netzwerkvisualisierung für TwitterFriends. Dargestellt wird nicht das gesamte Kontaktnetz &#8211; also alle Followees und Followers -, denn das wäre zum einen unübersichtlich groß und zum anderen wenig aussagekräftig, da man Twitterkontakte sehr viel leichter hinzufügt als entfernt. Deshalb stellt TwitterFriends nur das &#8220;relevante Netzwerk&#8221; dar, also die [...]]]></description>
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<p>Gerade eben ist sie <a href="http://blog.metaroll.de/2008/12/12/twitterfriends/">endlich</a> fertig geworden, die Netzwerkvisualisierung für <a href="http://twitter-friends.com">TwitterFriends</a>. Dargestellt wird nicht das gesamte Kontaktnetz &#8211; also alle Followees und Followers -, denn das wäre zum einen unübersichtlich groß und zum anderen <a href="http://blog.metaroll.com/2008/12/11/networks-that-matter-on-twitter-the-crowd/">wenig aussagekräftig</a>, da man Twitterkontakte sehr viel leichter hinzufügt als entfernt. Deshalb stellt TwitterFriends nur das &#8220;<a href="http://blog.metaroll.com/2008/12/12/relevant-networks/">relevante Netzwerk</a>&#8221; dar, also die Kontakte, denen eine Person in der letzten Zeit mindestens zweimal per &#8216;@&#8217; geantwortet oder sich auf sie bezogen hat. Es geht also um das verborgene Netzwerk von Personen, denen eine Person auf Twitter öffentlich ihre Aufmerksamkeit schenkt. Nach Eingabe eines Twitter-Usernamen auf der Startseite von TwitterFriends erscheint das Ego-Netzwerk des Nutzers, hier für meinen Twitter-Account <a href="http://twitter.com/furukama">@furukama</a>:</p>
<div id="attachment_954" class="wp-caption aligncenter" style="width: 445px"><img class="size-full wp-image-954" title="TwitterFriends-Netzwerk für @furukama" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/12/twitterfriends_network_11.jpg" alt="TwitterFriends-Netzwerk für @furukama" width="435" height="384" /><p class="wp-caption-text">TwitterFriends-Netzwerk für @furukama</p></div>
<p>Die Größe der Knoten des Netzwerkes entspricht jeweils der Anzahl von Tweets, mit denen ich mich an sie gerichtet habe. Dargestellt wird also die Intensität der Kommunikation zwischen dem zentralen Knoten (&#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Social_network">Ego</a>&#8220;) und den Kontakten im relevanten Netzwerk. Da diese Visualisierung bei vielen Kontakten schnell unübersichtlich wird, kann man durch dieses Netzwerk surfen: Per Klick auf einen Knoten, wird das Netzwerk um diesen zentriert, so dass man die Vernetzung der Kontakte untereinander analysieren kann:</p>
<div id="attachment_956" class="wp-caption aligncenter" style="width: 473px"><img class="size-full wp-image-956 " title="Blick auf die Vernetzung von @saschalobo im Netzwerk von @furukama" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/12/twitterfriends_network_2.jpg" alt="Blick auf die Vernetzung von @saschalobo im Netzwerk von @furukama" width="463" height="379" /><p class="wp-caption-text">Blick auf die Vernetzung von @saschalobo im Netzwerk von @furukama</p></div>
<p>Unter der Netzwerkgrafik gibt es einen Link, mit dem man zwischen der obigen einfachen Netzwerkdarstellung und der vollen FOAF-Visualisierung (FOAF für &#8220;<a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Friend_of_a_friend">friend of a friend</a>&#8220;) umschalten kann. Die zweite Darstellungsweise zeigt auch die Kontakte meiner Twitterkontakte, die sich nicht in meinem Netzwerk befinden, also auch meine &#8220;Freundesfreunde&#8221;. Hier erhöht sich die Zahl der Knoten noch einmal, aber auch hier kann man sich per Mausklick durch das Netzwerk bewegen:</p>
<div id="attachment_958" class="wp-caption aligncenter" style="width: 477px"><img class="size-full wp-image-958 " title="FOAF-Netzwerk von @furukama" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/12/twitterfriends_network_3.jpg" alt="FOAF-Netzwerk von @furukama" width="467" height="382" /><p class="wp-caption-text">FOAF-Netzwerk von @furukama</p></div>
<p>Die Netzwerkdarstellung benötigt keine zusätzliche installierte Software wie Java oder Flash. Verwendet wird die JavaScript-Visualisierungsbibliothek <a href="http://blog.thejit.org/javascript-information-visualization-toolkit-jit/">JIT</a> von Nicolas Garcia Belmonte. Lauffähig müsste das Ganze auf Firefox, Chrome und Safari sein, mit eingeschränkter Geschwindigkeit auch im Internet-Explorer. <a href="http://twitter-friends.com">Hier geht es zu der Anwendung</a>.</p>
<p><emph>Hinweis:</emph> Bei einigen Twitternutzern erscheint das Netzwerk zunächst noch recht leer, das kann daran liegen, dass die Netzwerkdaten ihrer Kontakte noch nicht im Cache sind. In diesem Fall findet man unter der Netzwerkgrafik eine Liste von Links, mit denen man diese Daten einsammeln kann. Nutzer mit nicht-öffentlichem Profil oder ohne Replies können nicht erfasst werden. Das Ganze funktioniert ohne Eingabe des eigenen Twitterpassworts.</p>
<p>Kommentare und Bugreports am besten per Twitter an <a href="http://twitter.com/furukama">@furukama</a> oder gleich hier in die Kommentare. Danke!</p>
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		<title>TwitterFriends</title>
		<link>http://blog.metaroll.de/2008/12/12/twitterfriends/</link>
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		<pubDate>Fri, 12 Dec 2008 18:03:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Benedikt</dc:creator>
				<category><![CDATA[anwendung]]></category>
		<category><![CDATA[internet]]></category>
		<category><![CDATA[online]]></category>
		<category><![CDATA[statistik]]></category>
		<category><![CDATA[tool]]></category>
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		<description><![CDATA[Immer häufiger wird im Zusammenhang mit Social Media bemängelt, dass es sich bei den dort zu beobachtenden &#8220;Freunden&#8221; gar nicht um echte Freunde handelt. Gerade Twitter wird immer wieder als Beispiel für eine &#8220;Freundesinflation&#8221; genannt, haben viele Nutzer dort doch mehrere Tausende &#8220;Followers&#8221;. Aber ist diese Gesamtzahl der Follower überhaupt so wichtig? Mit wie vielen [...]]]></description>
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<p>Immer häufiger wird im Zusammenhang mit Social Media bemängelt, dass es sich bei den dort zu beobachtenden &#8220;Freunden&#8221; gar nicht um echte Freunde handelt. Gerade Twitter wird immer wieder als Beispiel für eine &#8220;Freundesinflation&#8221; genannt, haben viele Nutzer dort doch mehrere Tausende &#8220;Followers&#8221;. Aber ist diese Gesamtzahl der Follower überhaupt so wichtig? Mit wie vielen der eigenen Follower ist man überhaupt in einem direkten Gespräch?</p>
<p>Um diese Frage zu beantworten, habe ich die Webanwendung &#8220;<a href="http://metaroll.de/twitterfriends.php?user=furukama">Twitterfriends</a>&#8221; geschrieben, die die letztem 400 Tweets eines Nutzers auswertet und herausfindet, welchen Personen man mittels @-Antworten man am meisten Aufmerksamkeit geschenkt hat. Umgekehrt lässt sich mit einem Klick auf den anderen Tab herausfinden, welche Twitterer einem selbst am häufigsten mit dem @-Zeichen geantwortet haben. So sieht das dann bei mir aus:</p>
<p><a href="http://metaroll.de/twitterfriends.php?user=furukama"><img class="size-full wp-image-944 " title="TwitterFriends" src="http://blog.metaroll.de/wp-content/uploads/2008/12/twitterfriends.png" alt="TwitterFriends von @furukama" width="501" height="523" /></a></p>
<p>Diese Liste (bzw. eigentlich ist es ein Netzwerk) ist sehr viel aussagekräftiger als die Gesamtliste der Personen, deren Updates ich auf Twitter abonniert habe, da hier die Personen aufgeführt sind, mit denen ich tatsächlich im Gespräch bin. Man könnte auch &#8220;relevantes Netzwerk&#8221; (<a href="http://blog.metaroll.com/2008/12/12/relevant-networks/">relevant net</a>) dazu sagen.</p>
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