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Wissenschaftsblogs – eine Erfolgsgeschichte

Eine weitere interessante Maßzahl kann nun über die metaroll-Channels abgerufen werden: die quantitative Entwicklung der Technorati-Authority eines Channels bzw. einer Subblogosphäre. Was bedeutet das? Während über die Sparklines der einzelnen Blogs abgelesen werden kann, ob ein Blog in den letzten 30 Tagen Links dazugewonnen oder verloren hat, kann man mit der neuen Maßzahl Aussagen über eine gesamte Subblogosphäre treffen, z.B. über die Wissenschafts-, Medien-, Karriere- oder Foodblogs. Diese Angaben findet man ganz unten auf den Channelseiten, direkt über der dynamischen Blogcloud:

Die 282 in der metaroll verzeichneten Wissenschaftsblogs haben im Beobachtungszeitraum 637 neue Links dazugewinnen können. Wobei es sich hier um den Nettozugewinn handelt, denn im selben Zeitraum gab es selbstverständlich auch Verluste, die jedoch in der Zahl schon berücksichtigt sind. Die Wissenschaftsblogosphäre hat damit um fast 16 Prozent zugelegt. Ein ziemlich beachtliches Ergebnis, insbesonders wenn man es im Vergleich mit den anderen Subblogosphären betrachtet.

Denn die 79 verzeichneten Medienblogs haben im selben Zeitraum sogar 176 Links verloren. Ihre Technorati-Authority ist damit um fast 2 Prozent geschrumpft. Zumindest hier scheint der Spruch vom ausgebrannten Bloggerland einigermaßen zuzutreffen. Noch stärker hat es die 76 Foodblogs getroffen. Sie mussten 158 Links abgeben, was einen Rückgang um über 3 Prozent bedeutet. Die 90 Jobblogs der metaroll konnten dagegen 98 Links dazugewinnen, was ein Wachstum von knapp 3 Prozent bedeutet. Wenn man sich die Zahlen nur für die letzten sieben Tage betrachtet, bleibt der Trend ähnlich, wenn auch deutlich schwächer: Wissenschaftsblogs +2%, Medienblogs -0%, Jobblogs +2%, Foodblogs +0%.

Kurz: Während die Jobblogs nur leicht zugelegt haben und die Food- und Medienblogs sogar an Technorati-Authority verloren haben, haben die Wissenschaftsblogs in der letzten Zeit einen regelrechten Boom erlebt. Das hat sich dann unter anderem auch darin ausgedrückt, dass endlich wieder ein Wissenschaftsblog unter den Top 100 Blogs in Deutschland vertreten ist.



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    Ungewohnt versöhnlich gibt sich Don Alphonso in seinem Beitrag über Gastronomieblogs:

    Es gibt dort eine erstaunlich hohe Qualität der Beiträge und Bilder, und es ist weitaus vielschichtiger, als das Gebrutzel der TV-Köche oder die lieblosen Rezeptsammlungen des Internets. Weil es aussenrum oft noch eine Geschichte gibt, und hier mit Passion gekocht und geschrieben wird.

    In diesem Punkt kann ich nur zustimmen; auch ich bin in den letzten Wochen immer wieder auf diese sehr interessante Gemeinschaft von “Genussbloggern” gestoßen und habe viele ebenso liebevoll wie kompetent geschriebene Texte gefunden. Und vor allem fehlt bei den meisten dieser Blogs die an anderer Stelle so aufdringliche Selbstreferentialität. Vielleicht weil es nicht so sehr kochende Blogger sind als vielmehr bloggende Köche? Oder weil die durch die teilweise sehr gelungenen Fotos angeregte limbische System für eine direkte Verbindung zwischen Online und Offline sorgt?

    Wie auch immer, es funktioniert. Lustig ist, dass man auch so manche Bekanntheit aus dem Web 2.0-Diskurs auch als Foodblogger wiedertrifft, so etwas Thomas Knüwer (Indiskretion Ehrensache vs. Gotorio) oder Peter Turi (turi2 vs. Küchenruf) – gibt es noch mehr davon? Vielleicht ist die Gelegenheit gar nicht so schlecht, an dieser Stelle gleich auch noch auf das Blog “molekularkueche” hinzuweisen, für das ich seit einiger Zeit genussblogge.



    Verwandte Artikel:
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  • Hinweis: Stau in der metaroll