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Facebook als Flirtbörse? Zur Soziodemographie der Facebook-Nutzer

Martin Weigert hat über die Möglichkeit berichtet, mittels der Facebook-Applikation Flyers Pro soziodemographische und Einstellungsdaten der Facebook-Nutzer zu gewinnen. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen, auch einmal ein paar soziodemographische Rahmendaten zu extrahieren. Zum Beispiel zur Geschlechterverteilung der Facebook-Nutzer in verschiedenen Ländern.

  • Das deutsche Facebook ist geschlechterneutral: Was das Geschlechterverhältnis angeht, unterscheiden sich die Facebook-Nutzer deutlich von den, sagen wir einmal, Besuchern eines Barcamp: nur 49,4% derjenigen, die zum Geschlecht eine Angabe gemacht haben (74,1% der “Germans”), sind männlich und 50,6% weiblich. Das entspricht ziemlich genau der Verteilung in der Bevölkerung insgesamt.
  • Die Hälfte sind Singles: So sieht es zumindest aus, wenn man die Verteilung auf die Kategorien betrachtet: 14,8% sind verheiratet, 0,3% verlobt, 35,4% in einer Beziehung und 46,6% Singles. Allerdings neigen womöglich Singles stärker dazu, in diesem Punkt eine Angabe zu machen, da sie eventuell auf diesem Weg Kontakte suchen. Insgesamt haben nur 54,4% der “Germans” hier eine Angabe gemacht.
  • Mehr männliche Singles: Obwohl das Geschlechterverhältnis sowie der Beziehungsstatus einigermaßen ausgewogen sind, unterscheiden sich die weiblichen und männlichen Nutzer deutlich in ihrem Beziehungsstatus: 53,5% der Männer geben an, Single zu sein, während 46,5% sich auf irgendeine Weise in einer Beziehung befinden. Bei den Frauen ist es genau umgekehrt: 41,7% sind Single gegenüber 58,3% in Beziehungen. Interessant, dass nur 65,8% der Nutzerinnen zu ihrem Beziehungsstatus eine Angabe machen und 70,0% der Nutzer.
  • Internationales Phänomen: Dass es sich hierbei nicht um ein deutsches Phänomen handelt, zeigt der Blick ins Ausland. Auch in den USA überwiegen die weiblichen Facebook-Nutzer (54,8%), während die Singlequote bei den Männern mit 61,2% deutlich über der weiblichen Singlequote (46,5%) liegt. In Frankreich sieht es ähnlich aus: 52,4% der Nutzer sind weiblich. 52,8% der männlichen Nutzer geben an, Single zu sein, aber nur 41,9% der weiblichen Nutzer. Auch in Kanada, UK, Irland, Niederlande, Schweden, Schweiz, Italien, Spanien, Südafrika, Malaysia, Singapur, Australien, Neuseeland, China, Japan, Kolumbien, Mexiko und der Dominikanischen Republik überwiegen die weiblichen Nutzer. Nur in Ägypten, Israel, Libanon, Saudi-Arabien, VAE, Indien, Pakistan und der Türkei sieht es anders aus: dort überwiegen die männlichen Nutzer – aber nur leicht.

Das ist natürlich nur eine von mehreren Variablen, die sich mit der Applikation beschreiben und zielgerichtet für die Platzierung von Werbung ansteuern lässt (siehe auch Techcrunch):

Abbildung oben: Pierre-Auguste Renoir, Der Tanz in Bougival, 1882–1883, Quelle: http://www.zeno.org – Zenodot Verlagsgesellschaft mbH



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