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Greenpeace hat “ganz viele geile Kampagnen” – Digital Advocacy auf der re:publica 2008

Allmählich werde ich mich hier auf diesem Blog an die Nachbereitung der 2008er re:publica machen. Ich hatte mir eigentlich vorgenommen, mich aus Berlin ab und zu einmal per Blog zu melden, aber die vielen guten Gespräche haben mir keine Zeit dazu gelassen. Außerdem gab es noch ein paar Vorträge vorzubereiten und Interviews zu geben. Dazu aber später noch mehr.

An dieser Stelle aber wenigstens schon einmal der Foliensatz und ein paar Anmerkungen zu der von Geraldine Bastion moderierten Session zum Thema “Advocacy 2.0: Digitaler Aktivismus” am Donnerstag, 3. April. Wer die Veranstaltung nicht gesehen hat, kann sie sich hier ansehen.

Ich muss sagen, dass mich insbesondere das “Wir haben ganz viele geile Kampagnen”- bzw. “Und das haben wir so gut gemacht”-Gerede des Greenpeace-PR-Menschen neben mir ziemlich enttäuscht hat. Und wenn dann noch die Kooptation der “A Greener Apple”-Kampagne durch Apple als wichtiger Erfolg gewertet wird, dann sieht man deutlich, wie weit sich diese NGO von ihrer Anfangszeit, in der sie wirklich neue Maßstäbe für politischen Aktivismus gesetzt hatten, entfernt haben. Wenn mitgeholfen wird, Computerschrott als Beitrag zum Umweltschutz umzudefinieren, rückt das für mich gefährlich in die Nähe des Greenwashing. Dann kann man gleich, wie ein Kommentator auf der SMS-Wall anmerkte, auch einmal über “grünen Atomstrom” nachdenken.

Die vielen Zahlen, die der Vertreter von Aktion Mensch genannt hat, zeigen ziemlich deutlich, dass zwischen Online und Offline im Bereich des sozialen Engagements doch noch eine große Kluft besteht. Immerhin hat die Aktion Sorgenkind relativ früh die mögliche Bedeitung des Web 2.0 erkannt: Im Jahr 2001 haben sie das von Christiane Schulzki-Haddouti entwickelte Projekt Cybertagebuch, das, 1996 gegründet, zu den frühsten “Proto-Blogportalen” in Deutschland gehört, übernommen.

Hier die Folien der Präsentation von Marc Scheloske und mir, wir werden in den nächsten Tagen auch noch in unseren Blogs darüber berichten, wie hier gewünscht.

Andere über diese Veranstaltung



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    Sind Blogger wirklich anders als Journalisten? Gilt bei ihnen das Gebot der Aktualität weniger stark als in den klassischen Printerzeugnissen? Der Webrocker fragt provokant nach: “Denkt eigentlich noch jemand an ‘Free Burma’?” Und tatsächlich sieht es so aus, als sei nach der euphorischen Massenmobilisierung Anfang Oktober das Interesse der Blogosphäre verflogen. Der Free-Burma-Banner ist ein paar Tage lang auf dem Blog zu sehen gewesen und aufgeregt wurde über das Schicksal der mutigen Mönche berichtet, aber eben nur eine kurze Zeit lang. Oder wie Nils es formuliert: “Die Blogosphäre ist auch nicht besser, bzw. nicht anders als die “normalen” Print- und Äthermedien. Ein Thema ist interessant, in den Fokus gerückt, also wird es rauf- und runtergefahren, ausgelutscht und nach einiger Zeit weggeworfen. Das nächste Thema bitte!”

    Ich bin mir da nicht ganz so sicher. Wenn man sich die Nennung des Themas in den Blogs ansieht, so erkennt man natürlich, dass Bruma Anfang Oktober Hochkonjunktur hatte, aber dennoch: auch sechs Wochen danach ist das Thema in den Blogs immer noch stärker vertreten als vor der Aktion:

    burma.png

    Das ist doch gar kein so schlechtes Ergebnis, oder? Und es deckt sich auch mit unseren Befunden aus der Free-Burma-Umfrage, dass durch die Thematisierung in den Blogs das Bewusstsein für dieses Land gestiegen ist. Die Ergebnisse aus der Studie werden wir hier und in der Wissenswerkstatt in den kommenden Wochen detailliert vorstellen.



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    I just translated the slides with the network visualization of the Free Burma action for my international visitors into English:

    You can also download the slides as pdf. Comments welcome.



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    Wie Robert hier geschrieben hat, habe ich die Netzwerk-Grafiken zur Free Burma-Aktion aktualisiert und ein paar tentative Beobachtungen zusammengeschrieben. Wenn am Wochenende auf dem Barcamp MUC Interesse besteht, kann ich gerne auch etwas dazu erzählen:



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    Als Robert Basic vor ein paar Tagen damit begonnen hat, in seinem Blog über die Krise in Burma zu schreiben, konnte er wohl nicht ahnen, welche Breitenwirkung seine Ideen binnen kürzester Zeit entfalten sollten. In den Kommentaren entfaltete sich eine lebhafte Diskussion darüber, welchen Beitrag die Blogger in Europa vor allem zur Verteidigung des freien Informationsflusses (via Blogs) aus Ländern wie Burma in den Rest der Welt leisten können. Daraus entstand dann die Idee eines Blog-Aktionstags am 4. Oktober. Da der Ideenaustausch, der dann u.a. zu diesem Wiki führte vor allem über Blog-Kommentar gelaufen ist, habe ich mir überlegt, ob man diese Entwicklung nicht einmal nachzeichnen könnte. Im Folgenden nun einige Graphen, die jeweils die Vernetzung der Burma-Aktionsblogger über manuelle Kommentare (nicht Trackbacks) am Ende eines bestimmten Tages anzeigen (Klicken zum Vergrößern).

    26.09.2007

    Der Austausch beginnt hier zwischen Robert Basic (in der Mitte), Simon Columbus und dem Startupblogger. Thema ist vor allem die Abschottung der Blogosphäre in Burma.

    27.09.2007

    Im Blog Basic Thinking melden sich immer mehr andere Blogger zu Wort, woraus sich die “Sonne” im Mittelpunkt ergibt. Links oben sind die italienischen Blogs abgebildet (z.B. Robie), auch hier beginnt sich die Debatte zu entfalten. Darüber hinaus bilden sich die ersten Verbindungen zwischen den Blogs im Zentrum auszubilden.

    28.09.2007

    Über Dario Salvelli wird die Verbindung zwischen der italienischen und der deutschen Blogosphäre hergestellt und Texte werden zwischen den Netzwerken ausgetauscht. Deutlich ist zu sehen, wie sich nicht nur in der Mitte die Blogs immer stärker vernetzen, sondern wie auch Blogs wie der Spiegelfechter, Spreeblick, Bloggingtom (Schweiz, links oben) oder die Blogwiese involviert werden, die jeweils neue Knoten ins Netzwerk holen. Rechts oben sieht man, wie auch im Blog Club der halbtoten Dichter eine Burma-Diskussion entsteht und unten (noch nicht mit dem Hauptnetzwerk verbundene) Debatten auf Goggiblog und dem französischen Blog Bloguer ou ne pas bloguer?.

    29.09.2007

    Die Vernetzung im Zentrum nimmt noch einmal deutlich zu und bislang isolierte Knoten werden jetzt an das Hauptnetz “angeschlossen” (z.B. der Club der halbtoten Dichter über Martina Kausch)

    30.09.2007

    Jetzt werden auch die letzten noch unverbundenen Knoten in das Burma-Aktions-Netzwerk integriert wie zum Beispiel die französischen Blogger im Süden.

    Und hier gibt es noch einmal die letzten Tage in einer kurzen Animation:



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  • “Free Burma” am 4. Oktober

    Ist die Blogosphäre ein (sub)politischer Einflussfaktor? Bislang gab es einige Beispiele für Mobilisierungen im Netz, die sich meistens auf die nationale Ebene beschränkten und in der Regel technologiepolitisch ausgerichtet waren (Zensur). Jetzt geht es um Burma/Myanmar . Robert Basic und seine Leser wollen für den 4. Oktober eine Aktion starten mit der gezeigt werden soll, dass die Blogger nicht nur über WordPress-Updates, Technorati-Authority und Long Tails reden, sondern auch mit dabei sind, wenn es mit friedlichen Mitteln gegen ein grausames Regime geht. Da einige sehr gut vernetzte Blogger mit dabei sind, hoffe ich doch sehr, dass eine große Welle daraus wird, die auch noch in Rangun zu spüren ist.

    Blogger aus aller Welt bereiten einen Aktionstag zur Unterstützung der friedlichen Revolution in Birma vor. Wir wollen ein Zeichen für den Frieden setzen und den Menschen, die ihr grausames Regime ohne Waffen bekämpfen, unsere Sympatie bekunden. Diese Blogger haben vor, am 4. Oktober 2007 ihre normalen Blog-Aktivitäten einzustellen, um nur einen einzigen Artikel zu veröffentlichen: Ein rotes Banner mit dem Text “Free Burma!”.

    Informationen zur Aktion gibt’s bei Robert und in dem Free-Burma-Wiki, das Bildchen links oben gibt es hier und aktuelle Berichte aus/über die Lage in Burma beim Spiegelfechter. Auf flickr werden aktuelle Fotos eingestellt und mittlerweile gibt es auch schon eine Facebookgruppe mit über 130.000 Mitgliedern (siehe auch hier).



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