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Anwendungszen: Instapaper

Besonders schön finde ich Internetdienste, deren Zweck man mit wenigen Worten beschreiben kann. Instapaper von Marco Arment (hier die Ankündigung) gehört da auf jeden Fall dazu. Worum gehts? Man kann sich Internetseiten merken, die man später noch lesen möchte. Im Prinzip nichts anderes als Browserbookmarks – allerdings mit Weboberfläche und daher potentiell von überall verfügbar – bzw. als del.icio.us – allerdings mit einer Anzeige, ob man das Bookmark schon gelesen hat oder noch nicht. Letzteres würde man als Alleinstellungsmerkmal von Instapaper bezeichnen. Hier sieht man dieses Prinzip in action: ein ungelesener und ein gelesener Artikel auf meinem Instapaper.

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Interessant auch, wie niedrig bei Instapaper die Partizipationsschwelle ist. Man muss nur (s)eine Emailadresse eingeben, um mitzumachen. Es kann auch eine falsche sein. Dann kann man, muss aber nicht, seinen Account mit einem Passwort versehen. Entsprechend spärlich ist auch das Registrierungsformular – wahrscheinlich eine der wenigen Seiten, auf dem das Loginformular mehr Felder enthält als das Registrierungsformular.

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Wahrscheinlich muss man sich die Geschichte der Web-(2.0)-Dienste als Pendelbewegung vorstellen. Auf der einen Seite die All-in-One-Dienste, mit denen man alles mögliche tun kann (Email, Netzwerk, IM, Bookmarks), und auf der anderen Seite spezialisierte Anwendungen wie Twitter oder Tumblr, die nur für eine einzelne Aufgabe gedacht sind – dafür aber diese Aufgabe besonders elegant erledigen. Auf der einen Seite Barock, auf der anderen Seite Zen. Gerade zieht die Karawane wieder in Richtung Zen.

Andere dazu:

  • Florian Steglich lobt den neuen social bookmark-Dienst dafür, dass er sowohl das social als auch das tagging weglässt und hält Instapaper für “besser geeignet als ein “to read”-Tag bei ebendiesen Diensten, der unter tausenden anderer Bookmarks verschwindet.”
  • Für Techcrunch ist es ein “cool new service” und auch für Robert Basic ist es ein “idealer Dienst”.
  • Mark Evans hält es für “one of those online services that should be enthusiastically adopted”.
  • Mark Ghosh stellt bislang eine der wenigen kritischen Fragen: “I wonder how they would monetize it?”
  • MG Siegler macht sich viel Mühe und erzählt seine bisherigen Bookmarkinggewohnheiten, die schön teleologisch in Instapaper einmünden.


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