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Blogclouds: Die dynamischsten Wissenschaftsblogs II/08

Blogcharts überall: Die Deutschen Blogcharts wurden aktualisiert (was diesem Blog den erfreulichen 100. Platz einbrachte), die Wissenschaftsblog-Charts des Wissenschafts-Cafés gibt es in einer neuen Ausgabe und auch die Medienblogcharts wurden auf den jüngsten Stand gebracht (unter dem schönen, wenn auch nicht ganz zutreffenden Titel “Bloggerland scheint ausgebrannt“. Deshalb hier ebenfalls ein Blick auf die aktuellen Veränderungen in der Blogdynamik.

Kurze Erklärung: Diese Blogclouds zeigen den Zuwachs der Verlinkungen (gemessen durch Technorati) in den letzten 30 bzw. 7 Tagen. Dabei handelt es sich um den absoluten Zuwachs, das heißt: wenn ein Blog von 2 auf 12 Punkte klettert wird das genauso gewertet als ein Blog, das von 202 auf 212 Punkte wächst. Junge Blogs haben dadurch einen leichten Vorteil, da sie nur zulegen können, denn Technorati misst die Links innerhalb von sechs Monaten. Erst mit einem Alter von mehr als sechs Monaten können Blogs Links verlieren. Je größer der Name des Blogs in der Blogcloud, desto größer der absolute Zuwachs.

Hier die aktuelle Blogcloud der Wissenschaftsblogs:

Die 25 dynamischsten Wissenschaftsblogs (30 Tage)

Viel hat sich nicht geändert in den letzten zwei Wochen. Die meisten Blogs sind also auf ihrem Wachstumskurs geblieben. Neu dabei ist das Scholarz-Blog, das Begleitblog zu einer an der Uni-Würzburg entwickelten Forschungs-Social-Software. Dieses Blog hier hat ebenfalls ein deutliches Wachstum hingelegt. Ansonsten setzt sich die Blogcloud immer noch zur Hälfte aus Scienceblogs zusammen, die eine wachsende Aufmerksamkeit in der Blogosphäre auf sich ziehen konnten. In den letzten 30 Tagen hat die gesamte Subblogosphäre der Wissenschaftsblog weiter zugelegt und 603 Links dazugewonnen (fast 15 Prozent).

Ein anderes Bild ergibt sich, wenn man nur die Entwicklungen der letzten sieben Tage betrachtet:

Die 25 dynamischsten Wissenschaftsblogs (7 Tage)

In diesem Zeitabschnitt haben andere Blogs wie zum Beispiel das Weiterbildungsblog “Informelles Lernen“, das Blog der “Forschungsgruppe Kooperationssysteme” der Bundeswehruniversität Neubiberg, die Klimalounge, die soeben durch eine spektakuläre Wette Aufsehen erregt hat, sowie die Kulturwissenschaftliche Technikforschung. Vielleicht schaffen es ja einige dieser Blogs ihr Moment auch in die Monatswertung einzubringen.



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    Eine weitere interessante Maßzahl kann nun über die metaroll-Channels abgerufen werden: die quantitative Entwicklung der Technorati-Authority eines Channels bzw. einer Subblogosphäre. Was bedeutet das? Während über die Sparklines der einzelnen Blogs abgelesen werden kann, ob ein Blog in den letzten 30 Tagen Links dazugewonnen oder verloren hat, kann man mit der neuen Maßzahl Aussagen über eine gesamte Subblogosphäre treffen, z.B. über die Wissenschafts-, Medien-, Karriere- oder Foodblogs. Diese Angaben findet man ganz unten auf den Channelseiten, direkt über der dynamischen Blogcloud:

    Die 282 in der metaroll verzeichneten Wissenschaftsblogs haben im Beobachtungszeitraum 637 neue Links dazugewinnen können. Wobei es sich hier um den Nettozugewinn handelt, denn im selben Zeitraum gab es selbstverständlich auch Verluste, die jedoch in der Zahl schon berücksichtigt sind. Die Wissenschaftsblogosphäre hat damit um fast 16 Prozent zugelegt. Ein ziemlich beachtliches Ergebnis, insbesonders wenn man es im Vergleich mit den anderen Subblogosphären betrachtet.

    Denn die 79 verzeichneten Medienblogs haben im selben Zeitraum sogar 176 Links verloren. Ihre Technorati-Authority ist damit um fast 2 Prozent geschrumpft. Zumindest hier scheint der Spruch vom ausgebrannten Bloggerland einigermaßen zuzutreffen. Noch stärker hat es die 76 Foodblogs getroffen. Sie mussten 158 Links abgeben, was einen Rückgang um über 3 Prozent bedeutet. Die 90 Jobblogs der metaroll konnten dagegen 98 Links dazugewinnen, was ein Wachstum von knapp 3 Prozent bedeutet. Wenn man sich die Zahlen nur für die letzten sieben Tage betrachtet, bleibt der Trend ähnlich, wenn auch deutlich schwächer: Wissenschaftsblogs +2%, Medienblogs -0%, Jobblogs +2%, Foodblogs +0%.

    Kurz: Während die Jobblogs nur leicht zugelegt haben und die Food- und Medienblogs sogar an Technorati-Authority verloren haben, haben die Wissenschaftsblogs in der letzten Zeit einen regelrechten Boom erlebt. Das hat sich dann unter anderem auch darin ausgedrückt, dass endlich wieder ein Wissenschaftsblog unter den Top 100 Blogs in Deutschland vertreten ist.



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    Okay, ich muss zugeben, dass die Formulierung “Bücher liest ja keiner mehr” ein bisschen arg zugespitzt ist. Ich merke es aber an mir selbst: In meiner wissenschaftlichen Arbeit rezipiere ich immer mehr online verfügbare Texte – ganz gleich ob es um die sogenannte “graue Literatur”, Aufsätze in Onlineausgaben von Fachjournals (am besten Open Access) oder um digitale Buchausgaben geht. Aber auch Blogs spielen für mich als Ideengeber eine immer wichtigere Rolle. Soweit als kurze Vorbemerkung zu dem folgenden Interview, das turi2-Mitarbeiter Peter Schwierz am Rande der re:publica mit mir geführt hat.

    Zur Arbeitsgemeinschaft Social Media geht’s übrigens da lang.



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    Klar, was man für die Medienblogs machen kann, lässt sich auch für die Wissenschaftsblogs anstellen. Hier also die Blogcloud der “heißesten” Wissenschaftsblogs der deutschsprachigen Blogosphäre. Je größer der Name, desto größer das Wachstum in den letzten 30 Tagen:

    Die 25 dynamischsten Wissenschaftsblogs

    Insbesondere das starke Wachstum der Scienceblogs ist bemerkenswert. Am Anfang des Monats waren viele von ihnen noch im einstelligen Authority-Bereich. Jetzt findet man sie schon unter den 25 bestplatzierten Wissenschaftsblogs. Ich bin gespannt, wie das weitergeht. Wenn jemand noch ein deutschsprachiges Wissenschaftsblog kennt, das hier fehlt – bitte in die Kommentar schreiben, ich nehme es dann möglichst bald in die Liste auf.



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  • Blogs als Diskurs- und Dialogmedien

    Eine grundlegende medientheoretische Unterscheidung schlägt Vilém Flusser mit seiner Differenzierung zwischen Diskurs- und Dialogmedien vor. Bei den Dialogmedien geht es um die kollaborative Produktion von neuen Informationen: “Um Informationen zu erzeugen, tauschen Menschen verschiedene bestehende Informationen aus, in der Hoffnund, aus diesem Tausch eine neue Information zu synthetisieren.” Diskursmedien dagegen zielen auf die Speicherung und Verteilung von Informationen: “Um Informationen zu bewahren, verteilen Menschen bestehende Informationen, in der Hoffnung, daß die so verteilten Informationen der entropischen Wirkung der Natur besser widerstehen” (Kommunikologie, 1996).

    Beide Formen bedingen dabei einander: Um Informationen diskursiv verteilen zu können, müssen sie zunächst dialogisch produziert worden sein. Aber der Dialog wiederum setzt als Rohstoff diskursiv verteilte alte Informationen voraus. Das Fernsehen oder die Tageszeitung sind typische Diskursmedien: die Zuschauer oder Leser haben keine Möglichkeit, im selben Medium auf die präsentierten Informationen zu reagieren: man kann bei einem Fernsehsender anrufen oder der Zeitung einen Leserbrief schreiben, aber nicht mit einer anderen Fernsehsendung oder einer alternativen Zeitung antworten. Anders beim Telefon: Hier ist der Austausch möglich. Nur der Austausch, denn das Telefonnetz, das auf Eins-zu-eins-Verbindungen beruht, eignet sich nicht zur gezielten Verbreitung von Informationen in einer großen Menschenmenge.

    Wendet man sich auf Grundlage dieser Unterscheidung zwischen Dialog- und Diskursmedien der Blogosphäre zu, so entdeckt man zunächst zahlreiche dialogische Merkmale: Weblogs charakterisiert, das man auf Beiträge per Kommentarfunktion direkt reagieren kann. Auch die Möglichkeit von Trackbacks oder Pings erleichtern eine kollaborative Produktion neuer Informationen. Zugleich bestehen dennoch deutliche Unterschiede zu typischen Dialogmedien wie dem Telefon oder auch der SMS: obwohl die Möglichkeit des Kommentierens besteht, macht nur ein geringer Teil der Leser davon Gebrauch. Der größte Teil verwendet die Blogosphäre genauso wie man eine Tageszeitung oder ein Fernsehprogramm verwendet: rezipierend. Blogs haben also auch eine diskursive Persona.

    Viele kleine Blogs im Long Tail der Blogosphäre sind im Prinzip nichts anderes als digitale Zusammentreffen befreundeter Personen, bei denen sie sich austauschen. Dagegen gibt es große Blogs wie das Bildblog oder Blogs mit einer klaren Agenda wie z.B. Filmblogs, bei denen es um die Vermittlung von (Fach-)Informationen geht — eine Struktur, die den klassischen Massenmedien sehr ähnlich ist.

    Durch diese dialogisch-diskursive Doppelfunktion von Weblogs ist auch der ewige Streit zwischen Bloggern und Journalisten nicht besonders gewinnbringend. Wollte man Journalisten erklären, was es sich mit Blogs auf sich hat, müsste man ihnen zunächst die dialogischen Bestandteile näherbringen. Blogs sind eben nicht nur — und in einigen Fällen fast überhaupt nicht — Verbreitung von Informationen wie die gedruckte Zeitung, sondern diese Verbreitungsfunktion ist durchmischt mit dialogischen Elementen, wie sie Journalisten z.B. in ihren Redaktionskonferenzen regelmäßig erfahren.



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    Die Frage, wo denn die ganzen bloggenden Professoren, Forscher und Dozenten seien, hatten wir ja schon mehrere Male hier oder an anderen Orten ausgiebig diskutiert (auch die Netzeitung hatte das Thema seinerzeit aufgegriffen). Mit dem Wissenschafts-Spartenkanal der metaroll lässt sich nun ein erstes Gesamtbild der wissenschaftlichen Subblogosphäre zeichnen.

    Zunächst die frohe Botschaft: es gibt sie, die bloggenden WissenschaftlerInnen und Wissenschaftlerblogs und es sind mehr als man denkt. Mehr als 200, aber wahrscheinlich noch weniger als 300 dürften es alles in allem sein. Wenn man überlegt, dass noch vor einem Jahrzehnt “Homepages” eine Besonderheit von Informatik-Lehrstühlen darstellte (ich hatte damals selbst einige Lehrstuhlhomepage-Premieren verwirklicht), ist das doch ein recht ordentliches Ergebnis.

    Interessant ist auch die Tatsache, dass es bei den Wissenschaftsblogs gar keinen so ausgeprägten Long Tail gibt, wie man auf in dieser Grafik gut erkennen kann (aufgezeichnet ist die Anzahl der Verlinkungen in den letzten 6 Monaten, Technorati-Authority):

    Es gibt einige Blogs, die sehr oft verlinkt werden, dann ein recht breites Mittelfeld und schließlich einige Blogs, die nie oder fast gar nicht verlinkt werden. Aber das sind nicht so viele wie in der “großen” Blogosphäre. Beim Durchforsten der Blogrolls nach Wissenschaftsblogs bin ich wieder auf einige Blogs gestoßen, die ich noch gar nicht kannte, was einmal mehr das Zweite Grundgesetz der Blogosphäre bestätigt:

    Zu jedem Thema gibt es immer noch mindestens ein Blog, das man noch nicht kennt.

    Deshalb liebe Kollegen Wissenschaftsblogger: vernetzt euch, verlinkt euch, kommt ins Gespräch, quer zu den Disziplinen, quer zu den politischen Orientierungen! Denn mit der internen Vernetzung steigt auch die externe Vernetzung und Sichtbarkeit.

    Um nicht nur die Topblogs zu verlinken, hier ein paar interessante Wissenschaftsblogs aus den “hinteren Bereichen” der Liste:

    • Im GeDICKicht wirft Richard Zinken bloggerisch einen wissenschaftlich geprägten Blick auf Gedichte. Es geht dabei weniger als um eine Analyse der Lyrik als vielmehr um das frei-assoziative Erkunden von Verbindungen zwischen den Welten der Poesie und der Wissenschaft. Etwas ähnliches machen wir auch in unserer Molekularküche – dort geht es aber um das Terrain zwischen der Kochkunst und der Wissenschaft. Er sollte nur bald einmal wieder etwas schreiben, der Herr Zinken!
    • Von interaktive Lernumgebungen über eAssessments bis hin zum eMobbing reicht die Themenvielfalt des Blogs von Karsten D. Wolf, der an der Uni Bremen zum Thema “Didaktische Gestaltung multimedialer Lernumgebungen” forscht und lehrt.
    • BlogSchafftWissen ist ein spannendes naturwissenschaftlich ausgerichtetes Blog, das ruhig etwas mehr Beachtung finden dürfte. Dort bloggt Klaus Delueg von Südtirol aus immer wieder interessante Beiträge über den Klimawandel.
    • Seit Januar bloggt Tobias Eberwein vom Institut für Journalistik der Technischen Universität Dortmund auf coolepark.de zu journalistisch-medienwissenschaftlichen Themen. Da werde ich auf jeden Fall öfters einmal hineinsehen.
    • Ich kann es kaum glauben, aber dem Archiv nach gibt es das Blog von Karl-Heinz Pazzini, Erziehungswissenschaftler an der Uni Hamburg, schon seit 1996. Die Postingfrequenz ist zwar sehr gering (z.T. nur zwei Beiträge im Jahr), aber dafür findet man dort einige spannende Videos zur Zukunft der akademischen Lehre.
    • ePUSH ist der Selbstbeschreibung nach “ist Vernetzungs- und Integrationsprojekt, das innerhalb der Laufzeit von zwei Jahren Strukturen der Fakultät für Erziehungswissenschaft, Psychologie und Bewegungswissenschaft [der Uni Hamburg, BK] zusammenführen, entwickeln und nachhaltig etablieren soll.” Hier ist das Projektblog dazu.
    • Hier bloggt der homo sociologicus Martin Booker über … richtig! Soziologie. Gehört natürlich auch in jeden gut sortierten sozialwissenschaftlichen Feedreader.
    • Ebenfalls erst seit gerade eben in meinem Feedreader ist “Hobohms Library and Information Science Blog“, in dem Hans-Christoph Hobohm von der FH Potsdam über Social Software im Bibliothekswesen bloggt.
    • Fast schon vor meiner Haustür gibt es dann auch noch das Piazza-Blog des Instituts für Kommunikationswissenschaften der LMU, für das sowohl Professoren und Instituts-Mitarbeiter als auch Studenten und Alumni schreiben. Klasse Idee. Auch dieses Blog kannte ich bisher nicht, es ist nicht einmal bei Technorati verzeichnet.
    • Außerdem interessant: “Nach der Uni ist vor der Uni“, ein klassisches PhD-Blog von Barbara Rampf, Doktorandin am gerade erwähnten Institut für Kommunikationswissenschaften der LMU.

    Viele der Wissenschaftsblogs in der Liste findet man auch im Wissenschafts-Café, wo man demnächst vielleicht sogar spartenbezogene Feeds abonnieren kann. Ansonsten sei auf die noch jungen Portale Scienceblogs.de und die Scilogs verwiesen, in denen sich viele sehr interessante Blogs finden, von denen es sicher einige ganz nach oben schaffen werden.

    Weitere Hinweise auf Wissenschaftsblogs, die in der metaroll-Liste noch nicht verzeichnet sind, bitte in die Kommentare. Danke!



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  • metaroll enthält fast 9000 Weblogs und kann jetzt Tipps geben

    Vielen Dank an alle, die sich bislang an der metaroll beteiligt haben und ihr eigenes Blog bzw. den Link zu ihrer Blogroll eingetragen haben (wer das noch nicht hat, kann es hier nachholen). Das Ergebnis kann sich sehen lassen: fast 9000 Weblogs sind dort mittlerweile verzeichnet. Das ursprüngliche Ziel war nicht nur ein alternatives Blogranking auf Grundlage der Blogrollverlinkung, sondern auch ein Werkzeug anzubieten, mit dem man spannende neue Blogs in der Blogosphäre entdecken kann.

    Als wichtigstes Hilfsmittel dazu hat sich das metablog herausgestellt, eine kleine Übersichtsseite, der nicht nur zu entnehmen ist, welche Weblogs ein bestimmtes Blog verlinken, unter welcher CC-Lizenz es veröffentlicht ist etc. Das Herz dieser Seite ist eine Liste verwandter Weblogs, also von Blogs, die überdurchschnittlich oft gemeinsam mit diesem Blog in Blogrolls vorkommen. Durch die große Zahl ausgewerteter Blogrolls ist diese Funktion für viele Blogs schon sehr aussagekräftig.

    Wer dieses Blog hier liest, den dürften auch die folgenden Weblogs bzw. Aggregatoren interessieren:

    Trifft das auf euch zu? Wie viele dieser Blogs lest ihr regelmäßig?

    Um die normale metaroll-Startseite noch etwas informativer zu machen, werden jetzt alle möglicherweise interessanten Blogs mit einem roten “TIPP!” gekennzeichnet:

    tipp.png

    Viel Spaß beim Entdecken!



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  • Verbale Störgeräusche, anonymisierende Bunker und virtuelle Schlägertrupps

    Jetzt erst habe ich dank Peter Turi entdeckt, dass SZ-Journalist Johannes Boie sich nun endlich in der Debatte um seine Blogosphärenkritik vom August zu Wort meldet. Sehr viel neue Argumente bringt er allerdings nicht. Er kritisiert die Veröffentlichung des Briefes von Stefan Niggemeier an ihn, bemüht sich immer wieder, seine positive Grundhaltung zum Bloggen (“Weblogs hätten großes Potenzial”, “das Netz ist großartig” und dann noch einmal “Blogs haben viel Potential”) zu betonen, um bei seinen Angriffen auf die bösen Blogger nicht in den Verdacht der Parteilichkeit zu geraten.

    Doch die Sprache, die verwendet wird, um die Blogosphäre zu beschreiben, ist eindeutig: hier dominieren “Quatsch”, “Oberflächlichkeit”, “Reflexe”, wird nicht gerade “hart und grundlos beschimpft”, dann “sabbern” die Blogger eben, wenn sie eine Gelegenheit riechen, einen echten Journalisten zu diffamieren. Daneben haben wird noch “verbale Störgeräusche”, “Dummes”, “viel Häme”, “Mittelmaß”, “Vereinfachung” oder “Kommentare weit unterhalb der Gürtellinie” durch die ewigen Nörgler der Blogosphäre. Wo war hier noch einmal das Potential?

    Ich frage mich, welche Blogs Boie liest, um den Eindruck zu gewinnen, bei der Blogosphäre handele es sich um einen “anonymisierenden Bunker”. Bei nahezu allen Blogs, die ich lese, weiß ich, wer dahinter steckt. Gerade in Deutschland gibt es – im Unterschied zu der von Boie so gelobten US-Blogosphäre – doch kaum Möglichkeiten, anonym zu bleiben. Die Impressumspflicht macht’s möglich. Auch die von ihm immer wieder erwähnten “Unterstützergruppen”, die notwendig sind, um “nicht sofort gegoogelt und virtuell an die Wand gestellt zu werden” habe ich bislang noch nicht entdecken können. Wen meint Boie hier?

    Meine Vermutung: Boie zielt mit seiner Kritik gar nicht auf die Blogger, sondern auf die Kommentatoren in Weblogs. Hier gibt es tatsächlich die Möglichkeit, anonym zu bleiben. Und in den Kommentaren wird auch hin und wieder beleidigt, diffamiert und verletzt, wobei auch hier die wirklich schlimmen Fälle bislang in den USA stattgefunden haben. Wenn Boie also Kommentatoren meint und nicht die Blogger, dann sollte man diese nicht mit Journalisten vergleichen, sondern mit Leserbriefschreibern oder eben den 8-19-Uhr-Kommentatoren der SZ. Oder ist der Qualitätsjournalismus bereits so abgerissen, dass er vor Vergleichen mit Bloggern zurückschreckt?

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    • “Digitaler Mob?” in der Sargnagelschmiede
    • “Potential verfehlt” auf f!xmbr
    • “Blogs in Deutschland werden weiterhin vor sich hindümpeln, dafür aber Weltmeister im kommentarlosen Reposten von Heise- oder SpOn-Artikeln werden” prognostiziert Nico Lumma
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  • Abbildung: Die Genealogie der Weblogs

    Hier ein Versuch, das hier, hier und hier gesagte einmal in eine Grafik zu packen um den “Stammbaum” der Weblogs einigermaßen übersichtlich darzustellen.

    blog.png

    Im Mittelpunkte stehen die Weblogs im engeren Sinne, die viele der einigermaßen konsensuellen Merkmale eines idealtypischen Weblogs tragen: Einträge in umgekehrerter Chronologie, regelmäßige Updates, Permalinks zu den einzelnen Beiträgen, die Möglichkeit über Trackbacks und Pings zwischen Weblogs zu verlinken, Bedienungsfreundlichkeit durch spezielle Blogsoftware bzw. einen gehosteten Dienst, direkte Kommentierbarkeit, Feeds, Kategorien bzw. Tags sowie eine Blogroll.

    Davon zu unterscheiden sind die historisch früher entstandenen Weblogs im weiteren Sinne oder Proto-Blogs, zum Beispiel digitale Tagebücher, Newsseiten und Filterlogs / (kommentierte) Linklisten. Vielleicht findet man hier auch noch mehr. Jedenfalls erkennt man bei diesen Formen jeweils bestimmte (unterschiedliche) Elemente, die auch in den eigentlichen Weblogs vorkommen können. Was sie jedoch verbindet sind regelmäßige Updates und die chronologische Anordnung.

    Richtet man den Blick in die jüngste Vergangenheit (Stichwort “Web 2.0″), so kann man weitere Formen erkennen, die Elemente der (Proto-)Blogs beinhalten, aber anders akzentuieren – ich habe das einfach einmal “Post-Blogs” genannt. Als Beispiele sind hier Social Bookmarking-Dienste genannt, die sich als Abkömmling der Filterlogs sehen lassen, sowie das Microblogging (Twitter) oder die Status-Messages (Facebook), die einiges mit Weblogs i.e.S. und digitalen Tagebüchern gemeinsam haben, während andere Elemente wie die Möglichkeit der Vernetzung mit Kontakten oder “Freunden” (nicht: anderen Blogs über eine Blogroll).



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    Gestern wurde der zehnte Geburtstag der Weblogs gefeiert – dabei geht es streng genommen nur um den Geburtstag des Begriffs “Weblog”, der am 17. Dezember 1997, so will es die digitale Überlieferung, von John Barger das erste Mal in den Mund genommen bzw. in die Tastatur gehauen wurde. Sucht man jedoch danach, wann das erste Mal umgekehrt chronologische Posts einigermaßen regelmäßig ins Netz gestellt wurden und kommentiert werden konnten, so lässt sich diese Praxis noch weiter zurückverfolgen. Meine Suche nach den ältesten Blogs hat mich zu Christiane Schulzki-Haddoutis Cybertagebuch-Projekt geführt, das bereits mehr als ein Jahr vor Bargers “Ur-Blog” alle wesentlichen Merkmale eines Weblogs – bzw. einer Weblogcommunity – erfüllte. So sah das Ganze im Jahr 2001 aus (leider fehlen dem Archiv einige Bilder, hier sind digitale Restauratoren gefragt):

    cybertagebuch.png

    Wenn auf dieser Seite tatsächlich die Beiträge kommentiert werden konnten, dürfte folgende Passage in der Wikipedia nicht zutreffen:

    Open Diary launched in October 1998, soon growing to thousands of online diaries. Open Diary innovated the reader comment, becoming the first blog community where readers could add comments to other writers’ blog entries.

    Aber bei den deutschsprachigen Blogs es geht noch älter (und Jan kann den Balken für Weblogs etwas weiter links ansetzen). Denn einige Wochen zuvor, am 21. Juli 1996, hatte auch Carola Heine auf ihrer Seite “Moving Target” angefangen zu bloggen. Freilich ebenfalls ohne für ihre Aktivität diesen Begriff zu verwenden und vermutlich auch ohne die Möglichkeit, die Beiträge zu kommentieren (oder?). Dort hieß es anfangs “Web Diary“, “Webtagebuch” oder “meine handgeschriebene Seite”. Leider gibt das Internet Archive hier nichts her, da aufgrund der robots.txt-Bestimmungen keine Kopien angefertigt wurden. Deshalb kann ich hier nur einen Screenshot des allerersten Beitrags im aktuellen Layout anbieten:

    moving.png

    Jetzt lautet natürlich die spannende Frage: geht es noch früher? Wann ist der Begriff “Weblog” in die deutsche Blogosphäre eingesickert?



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