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Stau in der metaroll: Technorati-API auf 500 Anfragen limitiert

Leider komme ich zur Zeit überhaupt nicht hinterher, die neuen Blogs in die metaroll einzutragen. Für die Neuenträge hole ich mir die aktuellen Metadaten über ein Blog für gewöhnlich über das Technorati-API. Zugleich aktualisiere ich auch die Technorati-Authority für die metaroll-Channels (Wissenschaft, Medien, Jobs und Genuss) über dieses API. Aber ich kann über meinen API-Key nur 500 Anfragen machen:

You can make up to 500 Technorati API calls per day, and there is no charge.

Hat jemand Erfahrungen damit, welche Möglichkeiten es gibt, dieses Limit etwas zu erhöhen? Es darf auch etwas kosten, aber bei Technorati habe ich dazu keine Angaben gefunden und auf Anfragen scheint man dort auch nicht allzu eifrig zu reagieren (sprich: keine Antwort).



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    parziv_cgm19_50v.jpgAndreas Göldi hat im Medienkonvergenzblog einen äußerst lesenswerten Beitrag über Amazon.com geschrieben. Seine These: Amazon.com ist wichtiger als Google, iTunes, Facebook und eBay. Er spricht dabei auch die related items-Funktion an:

    Und noch interessanter: Aus dem Kaufverhalten ergibt sich eine Art implizites soziales Netzwerk von Geschmacksgenossen. Für mein Shoppingerlebnis ist das “Andere Leute, die sich dieses Produkt gekauft haben, haben auch folgende Produkte gekauft” von Amazon viel wichtiger als die ziemlich ungefilterten (und darum bisher grandios erfolglosen) Produktempfehlungen auf Facebook. Nur weil ich mit jemandem bekannt bin, heisst das noch lange nicht, dass ich auch den gleichen Geschmack habe wie diese Person — oder unbedingt wissen will, was die Person gut findet.

    Ich würde hier noch weiter gehen und von dieser Funktion und vor allem der Möglichkeit, die Daten über APIs abzugreifen, als eine Art “heiliger Gral der Erforschung von Online Konsumkulturen” sprechen. Gerade die Diversifizierung des Unternehmens, das nicht nur Bücher anbietet, sondern auch Computer, Küchengeräte, Spielzeug – so ziemlich alles, was man sich in seine Wohnung stellen kann -, ermöglicht es, holistische Konsumkulturen zu erforschen.

    Das Ergebnis ist also viel mehr als einfache Produktempfehlungen à la “wer X kauft, kauft mit einer Wahrscheinlichkeit von Z auch Y” bzw. Konsumentenverhalten, sondern Lebensstile. Das aus diesen Daten ableitbare Netz der Dinge lässt sich z.B. im Sinne der Southern School of Marketing (Cova, Badot) als postmoderne neotribale Gemeinschaften deuten – als Blaupause für Commercial Communities. Und zum Teil auch als materieller Kontext für die neuen “digital empowered consumers”, hinter denen die Marktforscher derzeit her sind.

    Der große Vorteil liegt dabei nicht nur in der großen Zahl von Produktbeziehungen, die in der Amazon-Datenbank abgespeichert sind, sondern in ihrer automatisierbaren Verarbeitung. Ich hatte vor einiger Zeit mit der Entwicklung eines Analysetools begonnen, das genau diese Produktnetzwerke – das lässt sich aber ohne Probleme auf Markennetzwerke übertragen – abruft und visualisiert wie z.B. hier für den “Stamm derer vom iPod Touch” (Klick zum Vergrößern):

    (Anmerkung: Besonders interessant finde ich diese Grafik vor dem Hintergrund der Durchsetzung der Blue-ray Disc als Nachfolger der DVD. Zumindest für dieses Netzwerk ist die Verbindung deutlich: Apple – Playstation – Blue-ray. Keine Spur von HD-DVD.)

    Noch scheint dieser enorme vernetzte Wissenspool weder von der akademischen noch der privatwirtschaftlichen Konsum- und Markenforschung angezapft zu werden. Ich vermute jedoch, dass sich das sehr schnell ändern wird, gerade als Ergänzung für die eher qualitativ-textanalytisch ausgerichteten ethnographischen Verfahren der Onlinemarktforschung.



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    Sehr schön zu beobachten, wie Google mit einer Neuentwicklung an die Öffentlichkeit geht, und die Diskussionen darüber, ob Google nun die Welt regieren wird oder nicht, brechen los. Nur, was genau Googles Open Social sein soll, haben wohl die allerwenigsten verstanden. Allmählich lichtet sich der Nebel und die ersten verständlichen Erklärungen tauchen auf. Zuallererst: Open Social ist kein neues Netzwerk. Kein Closed Beta des Facebook von Morgen. Es bringt also nichts, Inviteshare um Einladungen anzuhauen, neue Profilfotos beim Fotografen in Auftrag zu geben und den Lebenslauf noch einmal durchzugehen. Aber wenn kein neues Netzwerk – was ist es dann?

    • Lars Hinrichs zum Beispiel weist im OpenBlog auf die Vorteile offener APIs und Standards hin: “Our members themselves can choose which applications they adopt—who better? The freedom of such an approach is infinitely superior to a walled garden approach.”
    • Marc Andreessen erklärt: “Open Social’s API is based entirely on Javascript. If you know HTML and Javascript today, you will be able to immediately use Open Social to turn your web applications and web sites into Open Social apps.” Dabei geht es um zwei verschiedene Komponenten: Container (darunter sind z.B. soziale Netzwerke wie Ning, OpenBC oder MySpace zu verstehen) und Applikationen. Der Witz an Open Social ist, dass die Netzwerke weder an bestimmte Container gebunden sind, noch an bestimmte proprietäre Sprachen wie es zum Beispiel bei den Facebook-Anwendungen der Fall ist.
    • Die von Google bereitgestellten JavaScript-Anwendungen ermöglicht also den Programmierern von Anwendungen für Social Software, in drei Dimensionen Informationen aus einem (oder mehreren) bestimmten Netzwerk(en) abzurufen: Profil-Informationen (Name, Adresse, Beruf), Kontakte (“Freunde”) sowie Aktivitäten (z.B. Feeds). Dimension2K ist begeistert: “Zumindest aus Entwicklersicht bietet OpenSocial fast unendlich viele Möglichkeiten, Applikationen für diverse Networks zu schreiben, ohne sich dabei ständig mit neuen Markup-Sprachen auseinandersetzen zu müssen.”
    • Ob auch ein Authentifizierungsmechanismus dabei sein wird, ist nicht ganz klar. Fischmarkt befürchtet, das könnte das Ende von OpenID bedeuten.

    Also: Open Social ist zunächst vor allem für Programmierer interessant, die Anwendungen für Social Networks schreiben wollen oder verschiedene Social Networks miteinander vernetzen wollen (Cem Basman nennt das “seamless social networking”, ich würde es eher “noserubbing” nennen). Aber damit ist noch nicht gesagt, dass das von Google für den 5. November angekündigte “Second Generation Social Network” (GoogleContacts?) nicht auf der Grundlage von Open Social das ein oder andere spannende Alleinstellungsmerkmal besitzen wird.

    Was könnte daraus entstehen?

    • Eine erhebliche Expansion des Marktes für Social Software-Applikationen
    • Sehr viele, differenzierte Nutzerprofile, die sich für gezielte Werbevermarktung nutzen lassen (à la Facebook Flyer). Durch die Vernetzung der Profile entsteht, so finyard, eine “unglaubliche Flut an persönlichen Daten, die sich wunderbar in personalisierte Werbung umwandeln lässt.”
    • Ein Soziales Netz der Netze, das zum Beispiel als Informationskanal genutzt werden kann (“Publicity Network“)
    • Ein Brücken-API, das früher oder später die Mobilität zwischen sozialen Netzwerken kontrollieren wird und Google eine weitere Monopolstellung ermöglicht (Andreas Göldi fasst das mit “Kontext ist King” schön zusammen)
    • Vielleicht, wie auch Robert Basic hofft, irgendwann eine stärkere Interoperabilität der Social Network Services, die bedeutet, dass ich die Dienste eines Netzwerkes auch aus einem anderen heraus nutzen kann.
    • Das Netzwerkparadigma wird sich weiter durchsetzen und Leuten wie mir, die sich mit der social network analysis befassen, viel Freude und harte Arbeit verschaffen. Yes!


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    Ich bin wirklich gespannt, ob Google mit dem morgen startenden “OpenSocial” (Link) es erneut schaffen wird, sich als verspäteter Einsteiger durchsetzen zu können. 1998 mit ihrer Suchmaschine, 2007 auf dem heißumkämpften Markt der Social Networks (damit ist vor allem gemeint: den nordamerikanischen und europäischen Markt, den in Südamerika sind Google mit Orkut bereits ganz vorne). Der Vergleich mit Yahoo drängt sich auf: das Unternehmen besaß schon länger ein Quasi-Netzwerk, das dann mit 360° eine einheitliche Identität bekam. Kürzlich versuchten sie dann, mit einer kuriosen Neuentwicklung namens Mash eine völlig neue Art des Social Networking zu erfinden, konnten sich damit aber nicht durchsetzen. Die Technorati-Grafik zeigt, wie schnell das Interesse abgeflacht ist:
    yahoo-mash.png
    Das sieht für Facebook im selben Zeitraum doch ganz anders aus:
    facebook1.png

    Interessant ist jedenfalls, dass Google für ihr OpenSocial einen offenen oder besser integrativen Ansatz verfolgt, der ähnlich wie noserub (hier ist mein Profil) darauf abzielt, unterschiedliche Netzwerke miteinander zu vernetzen: “OpenSocial is a set of common APIs for building social applications on the web”. Das könnte einen Schritt aus der bisherigen Walled Garden-Malaise des Web 2.0 bedeuten, dass man zwar sehr leicht seine eigenen Inhalte in einen Webdienst einspeisen kann, diese aber nur sehr schwer wieder dort hinaus bekommt.

    Wird es Google gelingen, einen Standard für den Datenaustausch zwischen sozialen Netzwerken zu definieren und eventuell sogar die Spielregeln des Social Networking-Spiels nachhaltig zu verändern, so wie es ihnen damals mit dem Suchmaschinen-Spiel gelungen ist? Mit Partnern wie XING, Friendster, hi5, LinkedIn, Plaxo, Newsgator und Ning dürfte das eine wirklich spannende Frage werden. Nach Richard MacManus könnten die Spielregeln in Zukunft wie folgt aussehen: “It’s Facebook vs MySpace vs The Rest – and The Rest is now operating under a Google framework.”

    Weitere Informationen gibt es:



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