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Hinweg mit dem sinnlosen Zeitungspapier! Warum Zeitungen sterben und Zeitschriften überleben werden

Ganz gleich, wie oft man ihn wiederholt: Der Satz “Print ist tot” wird dadurch einfach nicht wahrer. Manche Printerzeugnisse werden fortbestehen und zum Teil noch an Bedeutung zulegen während andere zum Fall für die Geschichtsbücher werden (siehe zum Beispiel diese Meldung). Das Zeitalter der Tageszeitung ist vorbei – Hochglanzzeitschriften werden auch noch in 30 Jahren gelesen werden.

Doch es scheinen unterschiedliche Gründe hinter dem Untergang der Tageszeitungen bzw. ihrer Verwandlung in ein Luxusgut für ältere Menschen mit viel Zeit und dem Fortbestehen der Zeitschriften zu stecken.

Das Ende der Tageszeitungen

Das Ende der Tageszeitungen, also des Prinzips neueste Nachrichten in gedruckter Form diskursiv zu verbreiten, liegt ganz wesentlich daran, dass die Gatekeeperfunktion des Journalismus ad absurdum geführt wird. Früher bedeutete Gatekeeper, dass hier jemand (ein Journalist) ist, der komplexe Informationen und Hintergründe allgemeinverständlich aufbereitet und dadurch einen Informationskanal öffnet. Heute blockieren und verstopfen Journalisten diesen Kanal. Jeder hat potentiell über das Internet Zugang zu den aktuellen Nachrichten, in den ersten Fällen ist die Twitter-Öffentlichkeit sogar schneller informiert als die Presseagenturen. Die Funktion des Journalismus als Verwalter eines knappen Gutes Information wird überflüssig.

Aber nicht nur der Zugang zu den Informationen hat sich strukturell verändert, sondern mittlerweile hat jeder die Möglichkeit, per Blog Nachrichten zu publizieren. Früher brauchte man dazu eine Druckerpresse, heute genügt eine Blogsoftware oder ein kostenloser Account bei einem der vielen Bloganbieter (siehe dazu auch das dritte Kapitel in Clay Shirkys “Here Comes Everybody“). Wie bezeichnend, dass sich zwei Webloginstallationen mit ihrem Namen in die Tradition des Buchdrucks einordnen: WordPress (“Wörterpresse”) und Movable Type (“bewegliche Lettern”).

Wie ernst die Lage tatsächlich ist, wird schnell deutlich, wenn man sich etwa die aktuell “Nationale Initiative Printmedien” ansieht. Jetzt muss die Bedeutung des Gedruckten schon offiziell beschworen werden. Das war schon immer ein sicheres Zeichen einer bevorstehenden Pleite.

Das Überleben der Zeitschriften

Sucht man nach Gründen für das Überleben der Hochglanzzeitschriften, so wird man einmal mehr bei dem Medienphilosophen Vilém Flusser (“Lob der Oberflächlichkeit“) fündig. Zeitschriften sind weniger im alphanumerischen Code verfasst, der sequentiell – Buchstabe für Buchstabe, Wort für Wort, Aussage für Aussage – aufgenommen werden muss, sondern wirken im Wesentlichen als farbige, ahistorische Oberflächen, die man eher mit dem Auge kreisend aufnimmt. Nach Flusser “deutet die gegenwärtige Farbenexplosion auf ein Ansteigen der Wichtigkeit zweidimensionaler Codes. Oder umgekehrt: Eindimensionale Codes wie das Alphabet neigen gegenwärtig dazu, an Wichtigkeit zu verlieren” (“Die kodifizierte Welt”, 1978).

Während jeder einen Zugang zu den neuesten Nachrichten hat und als Nachrichtensender agieren kann, kann nicht jeder hochwertige Oberflächen produzieren. Die Produktionsmittel sind hier ungleich verteilt. Das Internet hilft in diesem Fall nicht weiter, da Farbtreue und Farbtiefe noch zu weit weg von den gedruckten Zeitschriften entfernt sind, ganz zu schweigen von dem Fehlen der haptischen Dimension. Webseiten lassen sich nicht mit den Fingerspitzen lesen. Bisherige Versuche, digitale Hochglanzseiten zu entwerfen, überzeugen noch nicht. Wir bleiben hier also auch in Zukunft noch angewiesen auf professionelle Oberflächenproduzenten und auf das Papier als Medium für Glanz und Farbe. Die Lücke zwischen Flüssigkristallen und Hochglanzpapier ist zumindest für die nächsten Jahre oder Jahrzehnte die Überlebensgarantie der Zeitschriften.

(Abbildung “Zeitschriften” von cld, CC-Lizenz)



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    Lutz Hachmeister weist in einem Interview für den Rheinischen Merkur darauf hin, dass die Unterscheidung zwischen “Internet” hier und “Fernsehen” da möglicherweise ein Auslaufmodell ist. Eine ähnliche Konvergenz könnte man nun auch zwischen “Zeitung” und “Weblog” feststellen, zumindest wenn man die Onlineausgaben der Zeitungen betrachtet. Einige in dieser Hinsicht fortschrittliche Verlage haben bereits ihr Onlineangebot zum primären Informationskanal erklärt – die Devise lautet: “Online first“. Ich habe mir einmal die Internetangebote einiger Tages- und einer Wochenzeitung angesehen, um herauszufinden, wie “bloggig” diese Seiten schon geworden sind. Dazu habe ich 16 Merkmale untersucht, die für mich ein idealtypisches Blog ausmachen und dann einen gewichteten Index gebildet, der Auskunft darüber geben soll, wie nah ein Onlineangebot an diesem idealtypischen Blog ist. Hier zunächst das Ergebnis, dann die Erklärung der einzelnen Merkmale:

      SZ Taz FAZ NYTimes Welt Guardian Tagesspiegel Zeit
    RSS + - + + + + + +
    Kommentare + + + - + - + +
    Stapel - - + - - - + -
    Volltext - + - + + + + +
    Permalinks + + + + + + + +
    Tags - - - - + + - +
    Autorenkat. - - - + - + - -
    Trackbacks - - - - - - - -
    Links - - - - - - - -
    Archiv - + - + - + - -
    Blogroll - - - - - - - -
    Kategorien + + + + + + + +
    Related + + + + + + + +
    Share + - + + - + + +
    Navigation - - - + + - + -
    Suche + + + + + + + +
    Score 10 10 12 13 14 14 15 15

    Die “bloggigsten” Zeitungen sind also Die Zeit und der Tagesspiegel (beide 15), danach der Guardian und die Welt (beide 14), dann die New York Times (13) und die FAZ (12) und die Schlusslichter sind taz und Süddeutsche Zeitung (beide 10). Wenn man dieselben Kriterien für einige Weblogs betrachtet, dann kommt das Bildblog nur auf 13 Punkte, während zum Beispiel wirres.net 17 Punkt und Basic Thinking 19 Punkte erreichen, beide also deutlich mehr als die untersuchten Tageszeitungen. Einige Onlineangebote von Zeitungen kann man also auch als Blogs betrachten – freilich bezieht sich das nur auf die genannten formalen Kriterien und nicht auf die Professionalität der Autoren oder die jeweiligen Inhalte. Interessant ist auch die Heterogenität der Onlinestrategien. Keine Zeitungen haben, was diese Indikatoren betrifft, ein identisches Profil. Es scheint also noch kein Best Practice auf diesem Gebiet zu geben.

    Nun kurz zu den Indikatoren, über die man sich natürlich streiten kann:

    • RSS: Die Verfügbarkeit eines RSS- oder Atom-Feeds. Fast alle Zeitungen bieten dies an, in der Regel auch für einzelne Ressorts.
    • Kommentare: Die Möglichkeit, einen Eintrag zu kommentieren. Dieses Feature findet man bei allen deutschsprachigen, nicht aber bei den englischsprachigen Zeitungen.
    • Stapel: Die Organisation der Homepage als ein Stapel, bei dem die neuesten Beiträge oben eingefügt werden, während ältere Beiträge unten herausfallen (bzw. ins Archiv wandern).
    • Volltext: Die Verfügbarkeit aller Texte aus den Printausgaben.
    • Permalinks: Die Möglichkeit, einen Artikel über eine stabile URL zu erreichen. Alle Zeitungen haben dieses Feature.
    • Tags: Die Verschlagwortung eines Artikels mit horizontalen Tags. Ein Tag kann auf mehrere Artikel verweisen, ein Artikel kann mehrere Tags haben.
    • Autorenkategorie: Die Möglichkeit, sich nur Beiträge eines bestimmten Autors anzusehen.
    • Trackbacks: Die Registrierung einkommender Trackbacklinks. Dieses Feature, das eine wesentliche Grundlage der intensiven Vernetzung der Blogosphäre ist, findet man bei keinem Onlineangebot.
    • Links: Auch externe Links findet man nur in Ausnahmefällen (Werbung). Zeitungen verlinken auf in der Zeitachse, d.h. auf eigene Beiträge.
    • Archiv: Ein Archiv, in dem man blättern kann und sich z.B. alle Beiträge anzeigen lassen kann, die im letzten Januar erschienen sind.
    • Blogroll: Auch die Anzeige von interessanten Blogs ist ein Blog-exklusives Feature.
    • Kategorien: Die Möglichkeit, sich Beiträge einer bestimmten Kategorie anzuzeigen, haben alle Zeitungen – unter dem Namen “Ressort”.
    • Related Items: Alle Onlineausgaben zeigen interne Links an, die zu einem bestimmten Beitrag inhaltlich passen.
    • Share: Die Möglichkeit, einen Beitrag bei del.icio.us, Mr. Wong etc. abzuspeichern und für andere verfügbar zu machen.
    • Artikelnavigation: Die Möglichkeit von einem Artikel zum vorherigen bzw. nächsten zu surfen.
    • Suche: Auch das ist ein ubiquitäres Feature.

    Doppelt gewertet wurden die ersten sechs Merkmale, da ich sie für besonders wesentlich für Blogs halte.



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  • Soziologie nur “ziemlich wissenschaftlich”

    Das die Soziologie ein Imageproblem hat ist kein Geheimnis. Nach wie vor ist sicher ein großer Teil der Bevölkerung der Auffassung, “Soziologie” sei nur ein weiteres Synonym für “Sozialismus”. Alismus oder Ologie, ist doch beides dasselbe.

    Ein Blick auf die aktuell veröffentlichten Wissenschaftsindikatoren der US-amerikanischen National Science Foundation zeigt das ganze Grauen: Nicht nur sind gerade einmal 8 Prozent der Befragten davon überzeugt, die Soziologie sei “sehr wissenschaftlich” (für die Medizin sagen das 81 Prozent). Nein, 8 Prozent der Befragten können mit dem Begriff Soziologie überhaupt nichts anfangen:

    Table 7-12
    Perceptions of scientific nature of various fields: 2006
    (Percent)
     
    Field    Very
    scientific
       Pretty
    scientific
       Not too

    scientific

       Not at all
    scientific
       Haven’t
    heard
    of field
       Don’t know
     
    Medicine   81   16   1       1
    Biology    70   24   2   1     2
    Physics    69   21   3   1   2   4
    Engineering    45   32   11   7     4
    Economics    16   35   31   13   1   3
    Sociology    8   41   29   9   8   6
    Accounting    13   21   31   32     3
    History    10   21   37   29     3
     

    — = ≤0.5% responded

    NOTES: Responses to: How scientific is [field]? Detail may not add to total because of rounding.

    SOURCE: University of Chicago, National Opinion Research Center, General Social Survey (2006). See appendix table 7-27.

    Science and Engineering Indicators 2008

    Obwohl, wenn man diejenigen dazuzählt, die der Soziologie immerhin einigermaßen Wissenschaftlichkeit zugestehen (“pretty scientific”), dann sind es schon 49 Prozent. Die Accounting Studies halten nur 34 Prozent für sehr oder etwas wissenschaftlich, die Geschichtswissenschaften nur 31 Prozent. Aber diese beiden kennt man wenigstens in den USA. Hat jemand zufällig vergleichbare Zahlen für Deutschland parat? (via)

    Übrigens: die Deutsche Gesellschaft für Soziologie hat eine neue Homepage. Das Motto: Es geht auch ohne Layout und so neumodischen Schnickschnack wie RSS. Mal sehen, was Tina dazu sagt.



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  • Neues metaroll-Feature: Neue Blogs

    Wer live miterleben möchte, welche Blogs so alles in der metaroll landen, hat jetzt die Möglichkeit dazu:

    neu.png

    Wenn man auf den Tab “NEU!” klickt, bekommt man alle metaroll Einträge ihrem Eintragungsdatum nach sortiert – mit den Neuzugängen ganz oben. Soll ich das ganze auch noch in einen RSS-Feed packen?

    Außerdem: Mit Klick auf den Titel des Blogs landet man auf der jeweiligen metablog-Seite mit allen wichtigen Information zu dem jeweiligen Blog (so sieht das z.B. für zoee aus).



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  • Call for Papers: Internet Research 9: Rethinking Community, Rethinking Place (AoIR)

    Gerade hereingekommen, der Call for Papers für die 9. Jahreskonferenz der Association of Internet Researchers (einen Rückblick auf die vergangene Konferenz gibt’s bei Jan):

    CALL FOR PAPERS

    INTERNET RESEARCH 9.0: RETHINKING COMMUNITY, RETHINKING PLACE
    International and Interdisciplinary Conference of the Association of Internet Researchers (AoIR) Copenhagen, Denmark

    Workshops / Doctoral Colloquium: October 15th, 2008 AoIR. conference: October 16–18th, 2007 [das muss dann wohl 2008 heißen]

    Deadline for paper submissions: February 8th, 2007 [dito]

    RETHINKING COMMUNITY, RETHINKING PLACE
    In the past few years, new forms of net-based communities have emerged, distributed on various websites and services, and making use of several media platforms and genres to stay connected. Now, as mobile and location-based technologies are reintroducing “place” as an important aspect in the formation of communal and social activities, it is time to consider and rethink the concept of online or virtual communities. Not forgetting the lessons we have learned from studying the early virtual communities, how do we describe, analyse, theorise and design the communities and social formations of the early 21st century? How do we address the blurring of boundaries between places and communities on- and offline?

    We call for papers, panel proposals, and presentations from any discipline, methodology, and community, and from conjunctions of multiple disciplines, methodologies and academic communities that address the conference themes.

    Sessions at the conference will be established that specifically address the conference themes, and we welcome innovative, exciting, and unexpected takes on those themes. We also welcome submissions on topics that address social, cultural, political, economic, and/or aesthetic aspects of the Internet beyond the conference themes. In all cases, we welcome disciplinary and interdisciplinary submissions as well as international collaborations from both AoIR and non-AoIR members.

    SUBMISSIONS
    We seek proposals for several different kinds of contributions. We welcome proposals for traditional academic conference papers, but we also encourage proposals for creative or aesthetic presentations that are distinct from a traditional written ‘paper.’

    We also welcome proposals for ROUNDTABLE SESSIONS that will focus on discussion and interaction among conference delegates, as well as organized PANEL PROPOSALS that present a coherent group of papers on a single theme.

    SUBMISSION REQUIREMENTS
    All papers and presentations in this session will be reviewed in the normal manner. Detailed information about review and submission will be available through the conference submission website: http://conferences.aoir.org in early January 2008.

    Format
    - PAPERS (individual or multi-author) – submit abstract of 600-800 words

    - CREATIVE OR AESTHETIC PRESENTATIONS – submit abstract of 500-750 words

    - PANEL PROPOSALS – submit a 600-800 word description of the panel theme, plus 250-500 word abstract for each paper or presentation

    - ROUNDTABLE PROPOSALS – submit a statement indicating the nature of the roundtable discussion and interaction

    Papers, presentations and panels will be selected from the submitted proposals on the basis of multiple blind peer review, coordinated and overseen by the Program Chair. Each individual is invited to submit a proposal for 1 paper or 1 presentation. A person may also propose a panel session, which may include a second paper that they are presenting. An individual may also submit a roundtable proposal. You may be listed as co-author on additional papers as long as you are not presenting them.

    PUBLICATION OF PAPERS
    Several publishing opportunities are expected to be available through journals, including a special issue of “Information, Communication & Society”, based on peer-review of full papers. The website will contain more details.

    GRADUATE STUDENTS
    Graduate students are strongly encouraged to submit proposals. Any student paper is eligible for consideration for the AoIR graduate student award. Students wishing to be a candidate for the Student Award must send a final paper by June 30, 2007.

    Ph.D. students will also want to consider participating in the Doctoral Colloquium: Following the very successful examples of previous Doctoral Colloquia, we will again aim to offer an all-day Doctoral Colloquium on October 15th 2008 (Wednesday) for Ph.D. students who wish to present their current work for critical evaluation by their peers and senior scholars. Submission and registration details will be available on the conference website http://conferences.aoir.org as soon as possible.

    PRE-CONFERENCE WORKSHOPS
    Prior to the conference, there will be a limited number of pre-conference workshops which will provide participants with in-depth, hands-on and/or creative opportunities. We invite proposals for these pre-conference workshops. Local presenters are encouraged to propose workshops that will invite visiting researchers into their labs or studios or locales. Proposals should be no more than 1000 words, and should clearly outline the purpose, methodology, structure, costs, equipment and minimal attendance required, as well as explaining its rel+evance to the conference as a whole. Proposals will be accepted if they demonstrate that the workshop will add significantly to the overall program in terms of thematic depth, hands on experience, or local opportunities for scholarly or artistic connections. These proposals and all inquiries regarding pre-conference proposals should be submitted as soon as possible to both the Conference Chair and Program Chair and no later than March 31, 2007.

    DEADLINES
    Submission site available: January 10, 2008
    Proposal submission deadline: February 8, 2008
    Presenter notification: March 31, 2008
    Final workshop submission deadline: March 31, 2008
    Submission for student award competition: June 30, 2008
    Submission for conference archive: July 31, 2008

    CONTACT INFORMATION
    Program Chair: Dr. Brian Loader, University of York, UK Conference Chair: Dr. Lisbeth Klastrup, IT University of Copenhagen, Denmark
    President of AoIR: Dr. Charles Ess, Drury University
    Association Website: http://www.aoir.org
    Conference Website: http://conferences.aoir.org



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    Bitte nicht fragen, was das mit Feng Shui zu tun haben soll, aber unter dem Namen “Feng Gui” gibt es einen Dienst, der auf Grundlage der Neurowissenschaften (das kommt natürlich immer gut) aus Webseiten oder hochgeladenen Bildern eine Heatmap erstellt. Darauf kann man dann erkennen, welche Elemente einem hypothetischen Nutzer besonders ins Auge fallen:

    * The ViewFinder Heatmap service creates a Saliency attention heatmap.
    The salience map creation is based upon neuro-science studies of visual Attention, Perception and Cognition of humans.
    Or in English: What people are looking at?
    * It captures a snapshot image of the requested website and generates a visual attention heatmap.
    * Heatmap – from dark blue through green to red, describing the temperature heat of the image heated by human eyes.

    Hier als Test eine Heatmap für dieses Blogs:

    Heatmap viralmythen

    Also: Die Nutzer gucken vor allem auf das “Hard Bloggin’ Scientist”-Logo in der oberen rechten Ecke. Sehr interessant sind auch die beiden Sinus-Milieus A12 (“Konservative”) und B1 (“Etablierte”), während B12 (“Postmaterielle”) und C12 (“Moderne Performer”) weniger spannend sind – klar, meine Leser kennen diese Milieus aus der eigenen Anschauung, oder? Gerne wird auch mein Portraitfoto angesehen, das Creative Commons-Button sowie der Titel des Blogs. Den habe ich aus diesem auch ziemlich groß geschrieben.

    Dasselbe noch einmal für mein Küchenblog:

    0dd2223a-3375-49b0-ac57-d726343679e1.png

    Hier gucken die Leser zunächst auf den Genussblogs-Button, dann auf das Logo des gerade angelaufenen “They Go Really Well Together”-Blogevents. Außerdem auf die Headergrafik und, das überrascht mich doch etwas, auf die Leerfläche um den Titel herum. Warum gerade dahin? Als Entspannung? Wo der neurowissenschaftliche Algorithmus die Nutzer nicht hinblicken lässt: auf die beiden Menupunkte “Autoren” und “FAQ”, doch gerade die beiden gehören zu den meistaufgerufenen Seiten. Trotzdem: schönes Spielzeug.

    (via Endl.de + Dr. Web)



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