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Fachzeitschriftsblogger gesucht

Was mir als ketzerischer bzw. nicht ganz ernst gemeinter Gedanke zu Marcs Lob der SAGE-Pseudoöffnung durch den Kopf geht: Sollte man nicht dankbar sein für jeden Fachverlag, der seine Texte nicht ins Internet stellt? Schließlich ist das Problem nicht, das man sich als Wissenschaftler langweilt, weil man nichts zu lesen hat, sondern im Gegenteil: es ist immer viel zu viel!

Hier könnte eine Aufgabe von Wissenschaftsblogs liegen: in der Selektion und Bewertung von Informationen. Die RSS-Feeds der akademischen Zeitschriften sind zum Teil grottenschlecht, so dass man nicht erkennen kann, wer den Artikel geschrieben hat und ob es ein Essay oder eine Rezension ist. Fachzeitschriftsblogger wären eine interessante Einrichtung, die neu erscheinende Zeitschriften kurz zusammenfassen – und das natürlich nicht in dem üblichen Ich-fasse-einen-80.000-Zeichen-Text-so-weit-zusammen-dass-er-in-sechs-Zeilen-passt-und-nur-noch-aus-abstrakten-Substantiven-besteht-Abstractgeholze. Also eher locker, flapsig – unplugged eben. Jan Schmidt hat es in diesem Beitrag zur neuen JCMC schon einmal vorgemacht: Titel, Abstract und Kurzkommentar.

Und jetzt kommt sogar noch eine konkrete Idee, wie man das machen könnte (Marc, bitte zuhören): Alle Wissenschaftscafé-Blogger könnten sich auf einen Tag, mit dem Sie Beiträge dieser Art kennzeichnen, einigen. Dann bräuchte man nur noch die entsprechende Kategorie aufrufen oder abonnieren und erhielte alle möglichen Notizen zu neu erscheinenden Zeitschriften – intelligente Aggregation. Ich könnte dann endlich ruhigen Gewissens all diese Zeitschrifts-RSS-Feeds abbestellen, die meinen Feedreader zur Zeit so belasten.



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