Zweitverwertung

Auch das zweite Interview, das ich im Funkhaus des Bayerischen Rundfunks gegeben habe, kann man sich jetzt als Podcast anhören. Darin erzähle ich, sofern ich mich noch richtig erinnere, etwas darüber, warum Blogs keine Massenmedien sein müssen und dass Relevanz nicht immer notwendig dasselbe ist wie Reichweite.

Insofern geht der Aufmacher des BR in eine völlig falsche Richtung:

Wenn es im Internet beachtenswerte Beiträge zu Debatten gibt, dann meist als zweitverwertete Stücke aus Radio, Fernsehen oder Zeitung. Derweil dämmern die deutschen Blogs vor sich hin [...]

Der Fehler liegt darin, dass von vornherein “beachtenswerte Beiträge” nur dann als solche wahrgenommen werden, wenn sie sich auf Debatten beziehen, die a) auch in den Massenmedien rezipiert werden und b) eine große Reichweite haben. Aber für diesen Blogeintrag liegen die Kritiker natürlich richtig. Das hier ist nichts anderes als Zweitverwertung eines Radiobeitrags.



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  • 2 Responses to “Zweitverwertung”


    1. 1 Oliver

      Das beste Beispiel ist die Thematik Privatssphäre, die erst wirklich vom Internet losgestoßen wurde und somit eine Eigendynamik erlangte. Hier nahmen die Massenmedien die Rolle des Resteverwertes ein. Und dergleichen gibt es zu genüge, vielleicht nicht mit derart ausgeprägter Dynamik, aber dennoch existent. Das Problem die Massenmedien ist, daß diese im Prinzip noch im letzten Jahrzehnt verhaftet sind und versuchen mit ihren traditionellen Glanzstücken der Berichterstattung zu glänzen. Der Bereich der neuen Medien wird jedoch nur oberflächlich beleuchtet, da sich für diese keine nutzbares Geschäftsmodell erkennen lassen. Altehrwürdige Praktiken des Journalismus sind also keineswegs valide für die heutige Zeit.

    2. 2 /sms ;-)

      ahja: wollte ich dir schon beim letzte kommentar dazulegen: prof. dr. christoph neuberger: “wir wissen aus der forschung, dass journalisten ein starkes ingroup-verständnis haben und ein relativ vages und tendenziell eher negatives publikumsbild. unter den bedingungen von presse und rundfunk konnten sie sich bequem darin einrichten, dass sie kaum kontakt mit denen hatten (…). dieses rollenverständnis des verkünders war zwar schon im schwinden begriffen, aber durch das internet hat sich das noch einmal beschleunigt.” “journalismus” 2/2008 s. 51 (vergl. auch: http://tv.rebell.tv/p2688.html)

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