25 responses to “Warum wir eine Arbeitsgemeinschaft Blog- und Communityforschung brauchen”

  1. Till

    1. GIR-L etc.

    2. Da gibt’s doch auch schon einen ganzen Haufen mehr oder weniger aktiver netzpolitischer Projekte — noch eines?

  2. Jan Schmidt

    Eine gute Initiative – aber tatsächlich noch mit sehr viel Diskussionsbedarf.. :)
    Vielleicht nur kurz als Klärung zum 1. Punkt: Die gir-l (http://www.online-forschung.de/gir-l/home.html) ist ja nur eine Mailingliste; die Deutsche Gesellschaft für Onlineforschung (DGOF) ist der Verband der akademischen und kommerziell ausgerichteten Internetforscher, Institute, etc.
    Die DGOF macht also selbst keine Forschung, fördert aber Tagungen und Workshops, vergibt Preise, etc. Ausserdem wird sie sich in den kommenden Wochen mit der Frage nach möglichen forschungsethischen Richtlinien für Sozialforschung im Web 2.0 befassen (ich muss den ankündigenden Blogeintrag und Text für die gir-l nur noch schreiben.. :) . Eine gesonderte “Fachvertretung” für Blogger gibt es allerdings nicht.

  3. Till

    Wg. GIR-L (Germany Internet Research List): Ich sehe das halt als was ganz ähnliches an: ich habe dich oben jedenfalls so verstanden, dass es um eine Vernetzung von Blog-Forschung geht. Ich bin zwar nie sonderlich aktiv auf der Liste gewesen, aber habe die immer so verstanden. Oder eben AIR-L als weltweites Äquivalent. Es müsste eher drum gehen, existierende Institute zu finden, die konkrete Forschungen finanzieren (oder Drittmittel dafür suchen).

    Wg. Netzpolitik: vielleicht habe ich da einen etwas verengten Blick (habe ziemlich lange ziemlich viel im Netzwerk Neue Medien gemacht — und gemerkt, dass der Versuch der Institutionalisierung da sehr viel Energie gekostet hat und letztlich wenig gebracht hat), aber ich sehe eigentlich genug Initiativen — von Einzelpersonenprojekten über Sachen wie den AK Vorratsdatenspeicherung und CCC bis hin zu mehr oder weniger aktiven Bereichen zu diesem Thema in politischen Stiftungen usw. Generell glaube ich, dass Politik im Netz und mit dem Netz wichtiger ist als dezidierte Netzpolitik.

    Letztlich steht hinter meiner Skepsis vielleicht etwas anderes: ich sehe Blogs als ein Tool an, um bestimmte Vernetzungen und Kommunikationsformen hinzukriegen. “Die Blogger” als Gruppe mit einer großen Zahl übereinstimmender Interessen halte ich dagegen für eine Imagination (keine Ahnung, was die Studien dazu sagen). Vielleicht musst Du konkreter werden: was sind die “bestimmten Fragen”, die weder die genannten netzpolitischen Projekte noch z.B. Parteien bearbeiten können, und für die eine Blogpolitikprojekt notwendig wäre?

  4. Basic Thinking Blog | Vermessung der Blogosphäre

    [...] schlägt eine Arbeitsgemeinschaft Blog- und Communityforschung vor. Artikelzusatzinfos 1. Tags: blog studien 2. weitere Artikel [...]

  5. Markus

    Die Idee einer Arbeitsgemeinschaft zur Blog-Forschung finde ich sehr interessant. Könnte Euch da noch einen der wenigen raren Workshop-Slots auf der re:publica für geben. Sind ja auch genug andere Projekte und Menschen vor Ort, die ähnliche Sachen machen, wie z.B. der Popkulturjunkie, etc.

    Bei der politsichen Vertretung für Blogger bin ich ähnlich skeptisch wie Till. Er hat eigentlich schon alle Argumente genannt: Blogs sind eine Kulturtechnik und es gibt nicht “die Blogger”. Es gibt Menschen, die das Internet nutzen und Probleme mit den falschen gesetzlichen Rahmenbedingungen bekommen. Ansonsten gibt es eine Vielzahl von kleinen und schwachen Initiativen. In Deutschland gibt es immer den Drang, schnell neue Institutionen zu gründen, die Erfahrung hab ich auch shcon des öfteren gemacht. Wichtiger finde ich aber die Stärkun von bestehenden Strukturen wie CCC, Wikimedia, AK Vorratsdatenspeicherung, Foebud und auch den bestehenden Netzwerken:

    Selbst der CCC kann sich nicht mal eine Halbtagsstelle für Lobbying leisten. Sowas ist aber sehr wichtig, um Ansprechpartner für Politiker zu sein, bzw. wahrgenommen zu werden. Hingehen zu Treffen, Ausschusssitzungen und Diskussionsrunden, Enizelgespräche und Politikberatung. Das kann man weiterhin von einigen wenigen in ihrer Freizeit machen lassen, besser wäre aber mehr Ressourcen. Aber eine neue Institution von “Bloggern” wird das auch in den nächsten Jahren nicht ändern.

  6. Oliver

    “Themen wie Vorratsdatenspeicherung, Onlinedurchsuchung und Kommentarhaftung werden zwar in den Blogs intensiv diskutiert, davon ist jedoch in Berlin zu wenig angekommen, da die Politik keinen Ansprechpartner hat, der die Interessen der Blogger gebündelt vertreten kann.”

    “Me too” wäre jetzt zu einfach ;-) , ich sehe da zu sehr eine Abgrenzung. Bloggen ist nur eine Facette der Online-Publikation im Netz und keineswegs die “eine”. Indem man sich diesen Status eines primus inter pares aneignet verliert man viel eher auf Dauer die Glaubwürdigkeit und letztendlich geht es doch darum, *alle* von der Brisanz dieser Thematik zu überzeugen. Die gewichtige Stimme ist das Volk und der Online-Publizist jedweder Natur ist dafür natürlich besonders prädestiniert, ob der Beschäftigung mit der Technik etc.

    Was tatsächlich in diesem Bereich fehlt ist die Schnittstelle Otto-Normal-Bürger – Technik-affine Netcitizen, sprich hinweg vom Stallgeruch der Nerds/Geeks hin zu allgemeintauglichen Verlautbarungen. Das ganze wird hauptsächlich im eigenen Kreis kommuniziert und es fehlt ergo weniger der Lobbyist in Berlin, sondern die Kommunikation mit dem Gros der Bevölkerung. Obiger Vorschlag wäre also der denkbar falsche Weg und würde diese Stellung im Abseits noch fördern.

    Für Leute außerhalb des Netz oder für jene die nur oberflächlich damit in Berührung kommen zählen eben andere Dinge, als die welche CC & Co postulieren. Die Beispiele sind unpassend, wenn auch korrekt, das Vokabular ist ein völlig anderes.

  7. Chikatze

    Metaroll? Kannte ich noch gar nicht.
    Wer hat mich denn da eingetragen? Das kann ich unmöglich selber gewesen sein. *grübel*

  8. Oliver

    >Was sind Blogs? Wieviele gibt es davon? Wie sind Blogs entstanden? Was kann man damit machen?

    Aus der Ecke ist definitiv nichts einzuwenden, vor allem letzterer Aspekt wäre wohl interessant damit “mehr Volk” Meinung online kommunizieren kann.

  9. Christiane

    Ich finde die Eingrenzung auf “Blogger” viel zu eng und auf längere Sicht nicht haltbar, da “jeder” veröffentlichen kann und auch Reichweite entwickeln kann. Dafür eine große Anzahl von Diensten, Plattformen und Techniken gibt, die nicht immer unbedingt das “log” im Titel führen. Blog- und Wiki-Software sind zunächst einfach nur leicht zu bedienende Content-Management-Systeme. Dasselbe gilt nicht nur für die Textproduktion, sondern auch für die Bild-, Audio- und Videoproduktion. Zudem geht es immer auch darum, in welchem Kontext jemand veröffentlicht – ob als Angestellter, als Whistleblower, als Wissenschaftler, als Privatperson, als NGO-Aktivist, als Journalist usw.. An wen hast du da gedacht? Denn jede Rolle impliziert wieder eine ganze Reihe von eigenen (rechtlichen, gesellschaftlichen, politischen) Herausforderungen. Vielleicht sollte man daher das daher nicht um den “Blogger”, sondern eher um den “Media Shift” herum denken.

    An Fragestellungen und möglichen Forschungsaufgaben mangelt es gewiss nicht. Praktisch wäre daher etwas, über das man auch institutionsunabhängig personelle, monetäre, inhaltliche Ressourcen erschließen könnte und auch zur Verfügung stellen könnte. Eine Art Vernetzung und Koordinierung.

  10. medien-gerecht » Blog Archiv » Wenn du nicht mehr weiter weißt, bilde einen Arbeitskreis

    [...] kommt die Idee auf eine Arbeitsgemeinschaft Blog- und Communityforschung vor. Dem Ideengeber schwebt eine Mischung aus Forschungsgruppe und politischer Interessenvertretung [...]

  11. Chikatze

    Hmhm, das hab ich mir auch schon gedacht.
    Habe mein Blog jetzt aber auch mal angemeldet und die Metaroll bei mir verlinkt. :)

  12. ethority blog » Eine Währung für den Blog-Journalismus

    [...] Thema bekommt Dynamik: In meinen Gesprächen mit Print Journalisten kommt immer wieder die Frage auf, ob Weblogs [...]

  13. Christiane

    Wie definiert man “verlässliche und wenn möglich auch legitimierte Adresse”? Üblicherweise mit einer Postanschrift, einem Büro und einer Person, die über eine entsprechende Reputation verfügt. Da bist du dann, im Wissenschaftsjargon gesagt, nicht bei einer AG, sondern bei einem “Institut” (e.V.). Und du brauchst einen Professor, der dies stützen und die Unterschrift unter die Anträge setzen würde und einen Mitarbeiter, der die Koordination der alltäglichen Arbeit übernimmt (was, am Anspruch gemessen, einiges sein dürfte!). Eigentlich ganz alte Strukturen … :) Kann ja nicht sein, dass es so etwas nicht gibt bzw. dass man so etwas nicht wo einhängen könnte ….

  14. Arbeitsgemeinschaft Forschung | BlogWatchBlog

    [...] Wir brauchen eine Arbeitsgemeinschaft Blog- und Communityforschung! [...]

  15. max

    Finde die Idee sehr gut!
    Arbeite selber an einem Projekt um die Vernetzung von Blogs via der Blogroll untereinander zu visualisieren, d.h. ich scanne Blogs nach URLs die nur auf einer Domain enden, als ohne Unterverzeichnisse, in der Annahme das das ein Link auf einen Blog selber und nicht auf einen Artikel ist (und somit wohl aus einer Art Blogroll stammt).
    Die erste Version davon ist unter Blogsvision abrufbar, hab bis jetzt rund 8 Millionen Blogs gescannt.
    Die Tag-Liste entspricht den Tags die das Umfeld eines Blogs in ihren Meta-Tags angegeben haben (ich scanne nur Seiten die einen RSS-Feed haben).
    Die Suche ist noch schlecht :) , das ganze ist nur ein Prototyp. Der Ort des Blogs ist der Standort der IP-Adresse.
    Ziel ist es eine andere Art der Suche zu machen die nicht auf einzelnen Artikeln basiert sondern auf Blogs selber. Auch in einer Zeitung sind nicht immer alle Artikel gut, trotzdem abonniere ich sie.
    Ich habe dazu am letzten Barcamp in Klagenfurt und Wien einige Statistiken dazu präsentiert.

  16. Alex

    Klingt spannend. Fände einen Workshop auf der re:publica eine gute Sache und wäre gerne mit dabei. Sobald ich wieder zurück bin melde ich mich, wir wollten ja eh schauen ob wir zusammen nach Berlin bahnen, oder?

  17. Call for Participation: “Forschungsgruppe Social Media” auf der re:publica 2008 at viralmythen

    [...] einiger Zeit hatte ich an dieser Stelle die Frage gestellt, ob wir eine “Arbeitsgemeinschaft Blog- und Communityforschung” bzw. [...]

  18. oliver gassner

    Generll d’accord.
    Aber ich sehe politische Vertretung und Forschung als zweierlei an. sicher sollte man da kooperieren aber ggf. auch trennen.

  19. hardblogging - Workshop: Forschungsgruppe Social Media

    [...] Köhler fragte kürzlich in seinem Blog Viralmythen: “Brauchen wir eine Forschungsgruppe Social Media?“. Er fragt nicht nur, sondern will direkt auch Nägeln mit Köpfen machen und die Debatte in [...]

  20. internetszene.com » Archiv » Kennzahlen zur Community-Forschung (2)

    [...] Dank Benedikt Köhlers Gedanken zur Messbarkeit von Online-Communities erlebte unsere BarCamp-Session eine erstaunliche [...]

  21. Wissenswerkstatt | “Arbeitsgemeinschaft Social Media” » Rüstzeug für die Vermessung der Blogosphäre | Werkstattnotiz LXXXXVI

    [...] – wie Benedikt Köhler mehrmals reklamiert hat – solange seitens der werbetreibenden Wirtschaft und den etablierten Medienhäusern [...]

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