Vom Meme zum Genom

Ein Begriff ist auf der DLD-Konferenz immer wieder in allen möglichen Kontexten bemüht worden: das Genom bzw. die DNA. Dass dieser Begriff in dem von Joshua Brockman moderierten Gespräch zwischen Richard Dawkins und Craig Venter immer wieder auftauchte, ist selbstverständlich nicht weiter erstaunlich. Auch in der Präsentation des sehr umstrittenen Startups 23andme geht es nicht um das metaphorische, sondern das tatsächliche Erbgut. Aber auch in den anderen Panels, in ganz anderen Kontexten wurde immer wieder davon gesprochen. So versucht zum Beispiel imagini, deren Gründer Alex Willcock trotz aller technischen Probleme einen klasse Auftritt hatte, die visuelle DNA der Nutzer herauszufinden, um darauf basierend präzise Kaufempfehlungen abgeben zu können.

Nachdem ich jetzt auch im Programm der Messe “Madrid Fusion” einen Hinweis auf “the contemporary cuisine’s genome in the western countries” entdeckt habe, frage ich mich: Wird das Genom zur nächsten Leitmetapher? Wie lange wird es dauern, bis es tatsächlich eine MyGenome-Anwendung für Facebook gibt?

Wohlgemerkt: es geht hier nicht mehr um einzelne “Meme” oder “Gene”, die auf eine Information verweisen, die zwischen verschiedenen Knoten eines Netzwerkes transportiert werden und in unterschiedliche Kontexte “eingebaut” werden können, sondern um das Ganze. Um die Identifikation eines Individuums über seine individuelle Kombination von Merkmalen wie zum Beispiel Präferenzen für bestimmte visuelle Ausdrucksformen bei imagini.



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