Monthly Archive for Dezember, 2007

Warum Twittern?

twitter.pngDan York stellt in seinem Blog “Disruptive Conversations” eine – wie sollte es auch anders sein – Zehnpunkteliste der Gründe vor, warum er twittert, bzw. warum es sich lohnen kann, zu twittern. Einige der Punkte beziehen sich auf die Möglichkeit, über Twitter zu senden, andere auf das Lesen von Tweets und einige wenige auf die Möglichkeiten, über dieses Medium zu interagieren.

  1. Nachrichten: York nennt als aktuelles Beispiel die Ermordung der pakistanischen Politikerin Benazir Bhutto, von der er zuerst in einem Twitterpost erfahren hat (siehe zur Medienkomplementarität von Twitter und anderen Nachrichtenquellen auch hier). Wenn ich mir die Twitterfeeds meiner ca. 200 Kontakte so ansehe, sind tagesaktuelle Nachrichten eher in der Unterzahl, aber ab und zu ist auch mir schon etwas ähnliches passiert, gerade bei Nachrichten aus dem Tech-/Web2.0-Bereich. Ich hatte z.B. von dem Facebook/MS-Deal zuerst auf Twitter gehört. Gerade wenn es um das Neueste in der Blogosphäre geht, könnte das Twittern als “The Social Pulse of life” in Zukunft das RSS-Lesen fast überflüssig machen.
  2. Wissensnetzwerk: Aber Twitter kann auch als kollektives Wissensnetzwerk verwendet werden: auf manche Fragen bekommt man (mehr oder sinnvolle) Antworten. Das hängt aber sehr stark davon ab, wieviele der eigenen Kontakte an dem entsprechenden Zeitpunkt online sind sowie natürlich von der Komplexität der Frage.
  3. Virtueller Wasserkühler: Damit meint York, dass über Twitter “the fabric that binds together the stories of our colleague’s/friend’s lives” erfahrbar wird. Das Aufschnappen von Tweets über Lieblingsweine, gute Bücher, neue Gadgets führt dazu, dass man etwas über seine Twitter-Mitmenschen erfährt und das Gefühl hat, an ihrem Leben teilzunehmen. Gerade für digitale Heimarbeiter könnte das ein Ersatz für Küchen- und Flurgespräche sein.
  4. Auf dem Laufenden bleiben: Twitter ermöglicht es zudem, dass man auf relativ einfachem Weg auf dem Laufenden bleibt, was den eigenen Freundeskreis angeht. Voraussetzung dafür ist natürlich, dass dieser Freundeskreis einigermaßen umfänglich im Twitterspace abgebildet ist.
  5. Reisetagebuch: Besonders spannend (und für die Kontakte lesenswert) sind kurze Reisenotizen, die über Handy oder mobile Webzugänge unterwegs abgeschickt werden.
  6. Konferenznachrichten: Eng damit verbunden ist die Anwendung von Twitter als Konferenznachrichtenkanal. Da auf Tech-Konferenzen oder Barcamps viel getwittert wird und es zum Teil sogar eigene Kanäle dafür gibt, kann man sich über sehr gut über Parallelveranstaltungen informieren und rein theoretisch sogar über Backchannel-Kommentare daran teilnehmen. Der Traum von der gleichzeitigen Anwesenheit an mehreren Orten rückt damit wenigstens ein Stückchen näher.
  7. Marketinginstrument: Durch das Posten von URLs zu eigenen Blogbeiträgen lässt sich Traffic von Twitter auf das eigene Blog lenken. Siehe auch diesen Beitrag von Klaus Eck über die Verwendung von Twitter für das persönliche Reputationsmanagement.
  8. Lerninstrument: Über die Vielfalt der Interessen und Beobachtungen der eigenen Twitterkontakte hat man die Chance fast täglich etwas dazuzulernen.
  9. Spaß: Ein großer Teil der Tweets sind eher humoristische Kommentare. Twitter kann also auch Spaß machen, wenn man nicht zuviel Percolat auf einmal verschluckt.
  10. Bescheidenheit: Durch die Zeichenbegrenzung lernt man sich kurzzufassen, “to distill your message down into something short and sweet”. Twitter als Art meditative Haiku-Kommunikation?

Was ist mit Twitter noch möglich? Twitter als künstlerischer Ausdruck? Twitter als Medium der “Presentation of Self in Everyday Life” oder aber als Rollenspiel? Als Soziologe denke ich natürlich sofort an die Möglichkeit, Twitterkontakte und -kommunikationen z.B. netzwerkanalytisch auszuwerten. Fallen euch noch weitere sinnvolle Anwendungsmöglichkeiten ein?

Siehe zu diesem Thema auch:



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    Gerade eben gefunden:

    img_6891.jpg



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  • Visualisierung von Netzwerken: GraphGear

    Schon seit längerem überlege ich immer mal wiede, wie sich die Netzwerkdaten der metaroll graphisch darstellen lassen. Am besten dynamisch generiert. Jetzt habe ich mit GraphGear schon einmal eine flashbasierte Lösung entdeckt, mit der das prinzipiell möglich ist. Die Anwendung ist sehr einfach. Mit diesem Code werden JavaScript und Flash eingebunden:

    <script type="text/javascript" src="swfobject.js"></script>
    <script type="text/javascript">
    // <![CDATA[
    var so = new SWFObject("GraphGear.swf", "graphgear", "725", "400", "8");
    so.addVariable("graphXMLFile", "graph_data.xml");
    so.write("gearspace");
    // ]]>
    </script>

    Dann muss man nur noch die Knoten und Kanten in eine xml-Datei schreiben:


    <?xml version="1.0"?>
    <graph title="Fruits and Vegetables" bgcolor="0xFFFFFF" linecolor="0xCCCCCC">
    <node id="n1" text="Fruits" color="0x7401DF" textcolor="0xFFFFFF"/>
    <node id="n2" text="Vegetables" color="0xFF8000" textcolor="0xFFFFFF"/>
    <edge sourceNode="n1" targetNode="n2" label="vs" textcolor="0x555555"/>
    </graph>

    Ich habe das metaroll-Script entsprechend angepasst, so dass es die zehn Blogs, die am stärksten mit einem bestimmten Blog verbunden sind, anzeigt (hier einmal für eleph.antville.org:

    graph.png

    Leider sind die Konfigurationsmöglichkeiten ziemlich eingeschränkt. Vor allem gibt es keine Möglichkeit, die Länge der Kanten einzustellen, was dazu führt, dass stark integrierte Netzwerke als kaum entzifferbarer Haufen dargestellt werden. Auch die Größe der Knoten lässt sich nicht verändern, so dass man keine Gewichtung darstellen kann und außerdem Probleme mit der Beschriftung bekommt. Außerdem ist das visualisierte Netzwerk etwas unruhig. Verschiebt man einen Punkt, dann oszillieren, schaukeln und sausen die Knoten über die Seite ohne aufzuhören. Dennoch: die leichte Einbindung und die freie Verfügbarkeit des Quellcodes unter der GNU GPL-Lizenz spricht dafür, dieses Werkzeug im Blick zu behalten.



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  • Netzwerkanalyse von Hashtaglagern
  • Typen digitaler sozialer Netzwerke (Robert Peck)
  • Abbildung: Die Genealogie der Weblogs

    Hier ein Versuch, das hier, hier und hier gesagte einmal in eine Grafik zu packen um den “Stammbaum” der Weblogs einigermaßen übersichtlich darzustellen.

    blog.png

    Im Mittelpunkte stehen die Weblogs im engeren Sinne, die viele der einigermaßen konsensuellen Merkmale eines idealtypischen Weblogs tragen: Einträge in umgekehrerter Chronologie, regelmäßige Updates, Permalinks zu den einzelnen Beiträgen, die Möglichkeit über Trackbacks und Pings zwischen Weblogs zu verlinken, Bedienungsfreundlichkeit durch spezielle Blogsoftware bzw. einen gehosteten Dienst, direkte Kommentierbarkeit, Feeds, Kategorien bzw. Tags sowie eine Blogroll.

    Davon zu unterscheiden sind die historisch früher entstandenen Weblogs im weiteren Sinne oder Proto-Blogs, zum Beispiel digitale Tagebücher, Newsseiten und Filterlogs / (kommentierte) Linklisten. Vielleicht findet man hier auch noch mehr. Jedenfalls erkennt man bei diesen Formen jeweils bestimmte (unterschiedliche) Elemente, die auch in den eigentlichen Weblogs vorkommen können. Was sie jedoch verbindet sind regelmäßige Updates und die chronologische Anordnung.

    Richtet man den Blick in die jüngste Vergangenheit (Stichwort “Web 2.0″), so kann man weitere Formen erkennen, die Elemente der (Proto-)Blogs beinhalten, aber anders akzentuieren – ich habe das einfach einmal “Post-Blogs” genannt. Als Beispiele sind hier Social Bookmarking-Dienste genannt, die sich als Abkömmling der Filterlogs sehen lassen, sowie das Microblogging (Twitter) oder die Status-Messages (Facebook), die einiges mit Weblogs i.e.S. und digitalen Tagebüchern gemeinsam haben, während andere Elemente wie die Möglichkeit der Vernetzung mit Kontakten oder “Freunden” (nicht: anderen Blogs über eine Blogroll).



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  • Tagging von Weblogs in der metaroll
  • Neues metaroll-Feature: verwandte Blogs finden
  • Weblog ist nicht gleich Weblog: Von den zwei Wurzeln des Bloggens

    Es sieht so aus als gäbe es (mindestens [1]) zwei zentrale Ursprungserzählungen des Bloggens, die bei der Beantwortung der Schlüsselfrage “Wann ist ein Blog ein Blog?” jeweils zu unterschiedlichen Ergebnissen kommen:

    Version 1: Das Weblog als Linkliste (filterblog)

    In dieser Erzählung gab es in den Urzeiten des WWW zunächst unkommentierte, häufig aktualisierte Linklisten, die dann immer häufiger mit kurzen Anmerkungen versehen wurden (z.B. Tim Berners-Lees Linkliste). Der Kern eines Blogposts ist demnach der Link, wie es auch Jörg Kantel beschreibt:

    Und es war in meinen Augen nahzu folgerichtig, dass Weblogs in ihrer ursrpünglichen Form als kommentierte Linkverzeichnisse angelegt wurden. Und der Link ist kein Anhängsel (in Form einer Fußnote oder eines Literaturverzeichnisses) mehr, sondern integraler Bestandteil des Textes.

    Das Weblog ensteht also aus einer allmählichen textlichen Anreicherung ursprünglich sehr schlichter Linksammlungen. Dies ist auch für die Bloginhalte folgenreich: in Weblogs werden also überwiegend Inhalte abgehandelt, die über einen Link erreichbar sind. Hier liegt also auch der Ursprung der Selbstreferentialitätsthese (“Blogger schreiben nur über sich selbst”).

    Version 2: Das Weblog als Tagebuch (digital diary)

    Einen ganz anderen Ausgangspunkt nimmt die zweite Ursprungserzählung, denn sie sieht das Bloggen als Fortsetzung des Tagebuchschreibens mit anderen Mitteln. Hier geht es also nicht um gefundene Inhalte aus dem Internet, die kommentiert werden, sondern um das Öffentlichmachen eigener (Alltags-)Erlebnisse und Gedanken. Jan Schmidt bemerkt zum Beispiel in seinen drei Thesen zum “Tagebuch-Blogging”:

    Mit der wachsenden Verbreitung im Laufe der vergangenen Jahre haben sich zwar unterschiedliche Prakti­ken des Bloggens herausgebildet, doch empirischen Untersuchungen zu Folge dominieren Elemente des „Tagebuch-Bloggens“.

    Eine Konvergenz der beiden Erzählungen ist natürlich in dem Fall denkbar, in dem eine Person, die tatsächlich fast nur im Netz lebt, über ihren Alltag berichtet. Findet der Alltag jedoch außerhalb des Netzes statt, können diese Blogeinträge auch ganz ohne Links auskommen. Meine bisherige Suche nach den ältesten Blogs in Deutschland hat drei “Ur-Blogs” aus dem Jahr 1996 zu Tage gefördert, die allesamt als digitale Tagebücher beschrieben werden können und dementsprechend auch mit sehr wenig Links ausgekommen sind: Robert Braun, Melody und das Cybertagebuch.

    Koexistenz und Konvergenz

    Meine Vermutung ist, dass beide Arten von Weblogs zunächst (in den 1990er Jahren) nebeneinander existiert haben und erst spät als ein und dasselbe verstanden wurden. Zumindest was den Begriff angeht, kann die erste Variante durchaus als Urform des Bloggens betrachtet werden, sieht man doch auf einen Blick, was im Mittelpunkt von John Bargers Blog steht – nämlich Links, Links und noch einmal Links:

    barger.png

    Allerdings ist zu überlegen, ob man diese Linklisten, die als erstes mit dem Schlagwort “Weblog” versehen wurden, tatsächlich schon als Weblog sehen kann, da Kommentare hier (noch) nicht möglich waren [2] – im Gegensatz z.B. zu den 1996 gestarteten Cybertagebüchern, die sich jedoch nicht als Weblogs bezeichneten. Die Frage ist nun, ob Filterblogs und digitale Tagebücher “nur” als Vorläufer des Weblogs zu sehen sind oder ob nicht der Begriff Weblog auch in der Gegenwart noch so weit offen gehalten werden müsste, so dass er nach wie vor Platz für beide Stränge bietet.

    [1] Ich will natürlich nicht unterschlagen, dass es noch weitere Traditionen des Bloggens gibt, die nicht unter die beiden Stränge fallen, z.B. das digitale Lesejournal (siehe etwa John Baez Blog) oder die Fotologs.

    [2] Auch noch nicht befriedigend geklärt ist die Frage, wie wichtig die Kommentierbarkeit für die Definition des Weblogs ist. Meistens wird die Möglichkeit, Beiträge zu kommentieren als wesentliches Merkmal der Vollform des Bloggens gesehen. Aus meiner Perspektive handelt es sich hier jedoch nur um einen quantitativen Wandel. In vielen Proto-Blogs war die Möglichkeit zu kommentieren von Anfang an gegeben, allerdings per Email oder im Gästebuch. Häufig antworteten die Bloggerinnen auf diese Rückmeldungen dann wiederum in ihren Einträgen. Insofern ist die Kommentierbarkeit nur eine Konvergenz von Filterlog bzw. digitalem Tagebuch und Gästebuch. Keine Frage, durch die Möglichkeit, Kommentar und Beitrag auf einer Seite zu sehen, steigt der Anreiz, sich in Diskussionen einzumischen, aber ich bin mir nicht sicher, ob die Kommentierbarkeit vor Ort wirklich als zentrales Merkmal herausgestellt werden kann.



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  • Patterns of mobilization in the blogosphere (English version)
  • Call for Papers: Internet Research 9: Rethinking Community, Rethinking Place (AoIR)

    Gerade hereingekommen, der Call for Papers für die 9. Jahreskonferenz der Association of Internet Researchers (einen Rückblick auf die vergangene Konferenz gibt’s bei Jan):

    CALL FOR PAPERS

    INTERNET RESEARCH 9.0: RETHINKING COMMUNITY, RETHINKING PLACE
    International and Interdisciplinary Conference of the Association of Internet Researchers (AoIR) Copenhagen, Denmark

    Workshops / Doctoral Colloquium: October 15th, 2008 AoIR. conference: October 16–18th, 2007 [das muss dann wohl 2008 heißen]

    Deadline for paper submissions: February 8th, 2007 [dito]

    RETHINKING COMMUNITY, RETHINKING PLACE
    In the past few years, new forms of net-based communities have emerged, distributed on various websites and services, and making use of several media platforms and genres to stay connected. Now, as mobile and location-based technologies are reintroducing “place” as an important aspect in the formation of communal and social activities, it is time to consider and rethink the concept of online or virtual communities. Not forgetting the lessons we have learned from studying the early virtual communities, how do we describe, analyse, theorise and design the communities and social formations of the early 21st century? How do we address the blurring of boundaries between places and communities on- and offline?

    We call for papers, panel proposals, and presentations from any discipline, methodology, and community, and from conjunctions of multiple disciplines, methodologies and academic communities that address the conference themes.

    Sessions at the conference will be established that specifically address the conference themes, and we welcome innovative, exciting, and unexpected takes on those themes. We also welcome submissions on topics that address social, cultural, political, economic, and/or aesthetic aspects of the Internet beyond the conference themes. In all cases, we welcome disciplinary and interdisciplinary submissions as well as international collaborations from both AoIR and non-AoIR members.

    SUBMISSIONS
    We seek proposals for several different kinds of contributions. We welcome proposals for traditional academic conference papers, but we also encourage proposals for creative or aesthetic presentations that are distinct from a traditional written ‘paper.’

    We also welcome proposals for ROUNDTABLE SESSIONS that will focus on discussion and interaction among conference delegates, as well as organized PANEL PROPOSALS that present a coherent group of papers on a single theme.

    SUBMISSION REQUIREMENTS
    All papers and presentations in this session will be reviewed in the normal manner. Detailed information about review and submission will be available through the conference submission website: http://conferences.aoir.org in early January 2008.

    Format
    - PAPERS (individual or multi-author) – submit abstract of 600-800 words

    - CREATIVE OR AESTHETIC PRESENTATIONS – submit abstract of 500-750 words

    - PANEL PROPOSALS – submit a 600-800 word description of the panel theme, plus 250-500 word abstract for each paper or presentation

    - ROUNDTABLE PROPOSALS – submit a statement indicating the nature of the roundtable discussion and interaction

    Papers, presentations and panels will be selected from the submitted proposals on the basis of multiple blind peer review, coordinated and overseen by the Program Chair. Each individual is invited to submit a proposal for 1 paper or 1 presentation. A person may also propose a panel session, which may include a second paper that they are presenting. An individual may also submit a roundtable proposal. You may be listed as co-author on additional papers as long as you are not presenting them.

    PUBLICATION OF PAPERS
    Several publishing opportunities are expected to be available through journals, including a special issue of “Information, Communication & Society”, based on peer-review of full papers. The website will contain more details.

    GRADUATE STUDENTS
    Graduate students are strongly encouraged to submit proposals. Any student paper is eligible for consideration for the AoIR graduate student award. Students wishing to be a candidate for the Student Award must send a final paper by June 30, 2007.

    Ph.D. students will also want to consider participating in the Doctoral Colloquium: Following the very successful examples of previous Doctoral Colloquia, we will again aim to offer an all-day Doctoral Colloquium on October 15th 2008 (Wednesday) for Ph.D. students who wish to present their current work for critical evaluation by their peers and senior scholars. Submission and registration details will be available on the conference website http://conferences.aoir.org as soon as possible.

    PRE-CONFERENCE WORKSHOPS
    Prior to the conference, there will be a limited number of pre-conference workshops which will provide participants with in-depth, hands-on and/or creative opportunities. We invite proposals for these pre-conference workshops. Local presenters are encouraged to propose workshops that will invite visiting researchers into their labs or studios or locales. Proposals should be no more than 1000 words, and should clearly outline the purpose, methodology, structure, costs, equipment and minimal attendance required, as well as explaining its rel+evance to the conference as a whole. Proposals will be accepted if they demonstrate that the workshop will add significantly to the overall program in terms of thematic depth, hands on experience, or local opportunities for scholarly or artistic connections. These proposals and all inquiries regarding pre-conference proposals should be submitted as soon as possible to both the Conference Chair and Program Chair and no later than March 31, 2007.

    DEADLINES
    Submission site available: January 10, 2008
    Proposal submission deadline: February 8, 2008
    Presenter notification: March 31, 2008
    Final workshop submission deadline: March 31, 2008
    Submission for student award competition: June 30, 2008
    Submission for conference archive: July 31, 2008

    CONTACT INFORMATION
    Program Chair: Dr. Brian Loader, University of York, UK Conference Chair: Dr. Lisbeth Klastrup, IT University of Copenhagen, Denmark
    President of AoIR: Dr. Charles Ess, Drury University
    Association Website: http://www.aoir.org
    Conference Website: http://conferences.aoir.org



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  • Vom Ego-Googeln zum Reputationsmanagement: Vier Fragen an Klaus Eck

    tizian.pngBezeichnungen wie “Ego-Googeln” oder “Vanity-Search” klingen nicht besonders schmeichelhaft, zeichnen sie doch das Bild eines ichbezogenen Surfers, der im Netz ständig auf der Suche danach ist, wer wie was über ihn schreibt.

    Jetzt hat sich das auf Internetphänomene spezialisierte Pew Internet & American Life Project mit diesem Thema wissenschaftlich auseinandergesetzt und in einer Befragung von 2.373 erwachsenen Internetnutzern Zahlen dazu erhoben. In der Studie “Digital Footprints” (hier als pdf) kommen die Forscherinnen zu dem Ergebnis, dass fast die Hälfte der US-amerikanischen Internetsurfer schon einmal ihren eigenen Namen in eine Suchmaschine eingegeben haben. Aber nur ein geringer Teil (3 Prozent) der “Selbst-Sucher” tut dies auch regelmäßig. Die Mehrzahl der Nutzer (60 Prozent) sehen es nicht als Problem, dass Informationen über sie im Internet abrufbar sind und nur 38 Prozent planen, die Preisgabe persönlicher Informationen im Netz zu reduzieren. Was auch interessant ist: Nur 11 Prozent sagen, dass der größte Teil der online gefundenen Informationen über sie nicht der Wahrheit entspricht – 2002 waren es noch 19 Prozent. Möglicherweise führt die zunehmende Selbstdarstellung im Netz über soziale Netzwerke und Weblogs (die bei vielen Suchmaschinen weit oben landen) dazu, dass mehr Informationen zu finden sind, die man selbst ins Netz gestellt hat. Oder aber: die Kritikfähigkeit der “Selbst-Sucher” hat abgenommen.

    Da sich an diese Ergebnisse sehr schnell Überlegungen anschließen, wie man sich denn selbst im Internet präsentiert, habe ich die Gelegenheit genutzt, Klaus Eck (43), Blogger, Buchautor und Kommunikationsberater, der sich auf das Thema Reputation Management spezialisiert hat, ein paar Fragen zu stellen:

    Benedikt Köhler: Die Pew Internet-Forscher haben festgestellt, dass mittlerweile 47 Prozent der US-Internetnutzer ihren eigenen Namen gegoogelt haben (2002 waren es erst 22 Prozent). Überrascht dich dieser Anstieg?

    Klaus Eck: Im Unterschied zu früher setzen sich die Menschen heute viel intensiver mit dem Web auseinander und verhalten sich immer mehr als digitale Eingeborene. Das führt dazu, dass die meisten inzwischen schon einmal Wikipedia genutzt haben. Dennoch lächeln immer noch viele, wenn ich in meinen Veranstaltungen das Wort Ego-Googlen erwähne, weil es dem einen oder anderen peinlich ist, darüber zu sprechen. Aber natürlich lernen die Onliner dazu und entdecken die zahlreichen Möglichkeiten, die eine Online-Recherche bietet. Deshalb wundert es mich nicht, dass inzwischen sehr viel mehr Menschen aus Neugierde ihren Namen online überprüfen.

    Was steckt deiner Ansicht nach dahinter? Eitelkeit oder Angst vor peinlichen Informationen über einen selbst? Oder etwas anderes?

    Aus Angst dürften die wenigsten ihren Namen in den Suchmaschinen eingegeben. Nicht umsonst sprechen wir im Kontext des Web 2.0 von Social Software. Insgesamt ist meiner Ansicht nach zu beobachten, dass das Interesse der Menschen an anderen im Web zugenommen hat. Das Social Networking ist eigentlich ganz am Anfang. Noch vor wenigen Jahren war für die meisten Angestellten das OpenBC – oder jetzt Xing – ein Buch mit sieben (digitalen) Siegeln. Das hat sich geändert. Viele Onliner haben Spass daran, ihre eigene Vergangenheit online wiederzufinden, alte Kontakte anhand von Bildern und Hinweisen neu zu entdecken und sie vielleicht nicht ganz aus den Augen zu verlieren. Das erklärt auch den derzeitigen Boom von Social Communities (Familiennetzwerke wie FamiliyOne etc.), Personensuchmaschinen sowie den Trend zur Digitalisierung vergangener Ereignisse (EinesTages bei Spiegel Online).

    Nur vier Prozent der Internetnutzer gaben in der Pew-Studie an, auf wirklich problematische (Fehl-)Informationen gestoßen zu sein. Ist die Bedrohung durch die “digitalen Fußabdrücke” also gar nicht so groß?

    Was problematisch für den Einzelnen ist, das hängt von der jeweiligen Definition ab. Wenn ich als Bewerber aufgrund von Jugendsünden am Online-Pranger stehe, von Stalkern oder Trollen gezielt angegriffen und beleidigt werde, wirkt das Ganze über das Web hinaus und kann dazu führen, dass die Karriere gefährdet ist, weil viele Personaler damit Probleme haben. Letztlich sollte sich jeder, der in der Öffentlichkeit steht oder sich in einem Bewerbungsprozess befindet, frühzeitig um seine digitalen Spuren kümmern und gegebenenfalls über Online-Reputation-Management nachdenken. Wenn Sie sich nicht bewusst mit Ihre Online-Repuation auseinandersetzen, sind Sie wie eine torkelnde Marionette auf offener Bühne. Andere ziehen Ihre Fäden und vermitteln darüber einen ersten Eindruck von Ihnen. Deshalb plädiere ich immer dafür, bewusst mit dem eigenen digitalen Erscheinungsbild umzugehen und dieses nicht einfach zu ignorieren. Denn in einem können Sie sicher sein: Ihre Google-Impressionen wirken sich aus. Doch es gibt keinen Grund, sich dem Thema Reputation ängstlich zu nähern. Schließlich bieten gezielt ausgelegte Spuren auch große Chancen.

    Du setzt dich in deinem Blog immer wieder mit dem digitalen Reputationsmanagement auseinander. Was ist der Unterschied zwischen Ego-Googeln und Reputationsmanagement?

    Wer seinen Namen ergoogelt, hat den ersten Schritt im möglichen Reputation Management getan. Als erstes geht es immer um die Erkenntnis um die eigene digitale Identität. Wer bin ich online? Entspricht der erste Eindruck, den wir im Web vermitteln, unseren tatsächlichen Interessen oder schadet es diesen gar? Im Online-Reputation-Management (ORM) geht es nicht darum, alles schön zu reden und sich hinter einem digitalen Makeup zu verstecken, sondern sich bewusst mit seinen Inhalten ansprechbar zu machen und damit für Journalisten, Unternehmen und Freunde interessanter zu werden. Es geht für den Einzeln immer um das Thema Personal Branding (Selbstvermarktung) und für Unternehmen um das Image. Alle gezielten Reputationsmaßnahmen sollten natürlich jeweils in die persönliche Marke und die des Unternehmens einzahlen. Für mich als Kommunikationsberater stellt das ORM die konsequente Fortentwicklung von PR und Marketing dar und löst es in Teilbereichen sogar ab. Deshalb konzentriere ich mich in meinen Leistungen schon seit geraumer Zeit immer mehr auf dieses Thema und freue mich über die positive mediale Resonanz.

    (Abbildung: Tizian, Die Eitelkeit des Irdischen (Vanitas), um 1515)



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    xing1.png



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  • Archäologie des Bloggens, Teil III

    Gestern wurde der zehnte Geburtstag der Weblogs gefeiert – dabei geht es streng genommen nur um den Geburtstag des Begriffs “Weblog”, der am 17. Dezember 1997, so will es die digitale Überlieferung, von John Barger das erste Mal in den Mund genommen bzw. in die Tastatur gehauen wurde. Sucht man jedoch danach, wann das erste Mal umgekehrt chronologische Posts einigermaßen regelmäßig ins Netz gestellt wurden und kommentiert werden konnten, so lässt sich diese Praxis noch weiter zurückverfolgen. Meine Suche nach den ältesten Blogs hat mich zu Christiane Schulzki-Haddoutis Cybertagebuch-Projekt geführt, das bereits mehr als ein Jahr vor Bargers “Ur-Blog” alle wesentlichen Merkmale eines Weblogs – bzw. einer Weblogcommunity – erfüllte. So sah das Ganze im Jahr 2001 aus (leider fehlen dem Archiv einige Bilder, hier sind digitale Restauratoren gefragt):

    cybertagebuch.png

    Wenn auf dieser Seite tatsächlich die Beiträge kommentiert werden konnten, dürfte folgende Passage in der Wikipedia nicht zutreffen:

    Open Diary launched in October 1998, soon growing to thousands of online diaries. Open Diary innovated the reader comment, becoming the first blog community where readers could add comments to other writers’ blog entries.

    Aber bei den deutschsprachigen Blogs es geht noch älter (und Jan kann den Balken für Weblogs etwas weiter links ansetzen). Denn einige Wochen zuvor, am 21. Juli 1996, hatte auch Carola Heine auf ihrer Seite “Moving Target” angefangen zu bloggen. Freilich ebenfalls ohne für ihre Aktivität diesen Begriff zu verwenden und vermutlich auch ohne die Möglichkeit, die Beiträge zu kommentieren (oder?). Dort hieß es anfangs “Web Diary“, “Webtagebuch” oder “meine handgeschriebene Seite”. Leider gibt das Internet Archive hier nichts her, da aufgrund der robots.txt-Bestimmungen keine Kopien angefertigt wurden. Deshalb kann ich hier nur einen Screenshot des allerersten Beitrags im aktuellen Layout anbieten:

    moving.png

    Jetzt lautet natürlich die spannende Frage: geht es noch früher? Wann ist der Begriff “Weblog” in die deutsche Blogosphäre eingesickert?



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  • Wissenschaftler: Online-Verwertungsrechte schützen!

    Ich weiß nicht, ob es schon jeder mitbekommen hat: am 1. Januar 2008 tritt der zweite Korb des neuen Urheberrechts in Kraft. Damit ist das Internet endgültig auch im Urheberrecht angekommen: die Online-Verwertung ist dann nämlich nicht mehr wie bisher eine “unbekannte Nutzungsform”. Konkret bedeutet das: Wenn man als Autor nicht explizit Widerspruch einlegt, fallen die Rechte für eine Online-Verwertung der zwischen dem 1. Januar 1966 und dem 31. Dezember 1994 veröffentlichten Texte automatisch an den Verlag, der die Print-Verwertungsrechte an diesen Texten besitzt. Besonders problematisch ist an der Angelegenheit, dass man selbst als Autor durch diese Rechteübertragung die Möglichkeit verliert, die eigenen Texte auf fachlichen oder institutionellen Servern oder Open Access Servern publizieren zu dürfen. Das heißt, man könnte unter Umständen Probleme bekommen, wenn man die eigenen Texte auf der Institutshomepage veröffentlichen möchte.

    Will man nicht, dass der Verlag die eigenen Texte unbegrenzt online verwerten kann, sollte man bis zum 31. Dezember 2007 aktiv werden und seine Rechte geltend machen:

    • Hier gibt es einen Musterbrief, mit dem man seinem Verlag mitteilen kann, dass man der Übertragung der zum damaligen Zeitpunkt unbekannten Nutzungsarten widerspricht.
    • Eine andere, noch elegantere Lösung liegt darin, die einfachen Online-Nutzungsrechte an den eigenen Publikationen einer Bibliothek zu übertragen. Auch hierfür gibt es einen Musterbrief.

    Man kann als Sozialwissenschaftler die Rechte an den eigenen Publikationen zum Beispiel dem DFG-geförderten Social Science Open Access Repository (SSOAR) übertragen, als Psychologe dem Repositorium PsyDok und als Pädagoge paedocs. Die Deutsche Initiative für Netzwerkinformationen (DINI) hält eine umfangreiche Liste deutscher Dokumenten- und Publikationsserver bereit, die für eine Rechteübertragung in Frage kommen könnten.

    Generell sollte man bei neuen Publikationen darauf achten, dass man kein ausschließliches Nutzungsrecht an den Verlag überträgt und für sich selbst wenigstens ein einfaches Nutzungsrecht an den eigenen Arbeiten behält. Wenn man sich nicht ganz sicher ist, was zu tun ist: Fragen Sie Ihren Bibliothekar.

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