Kurze: Leseschwäche, Onlinewerbung, Sterbekarten, Blogsterben und Projektemacher

ep2_outland_11a_deaths.jpgDie Zukunft ist jetzt (Aus der Selbstbeschreibung des Startups 23andMe, gefunden bei René bzw. Wired): “Welcome to 23andMe, a web-based service that helps you read and understand your DNA. After providing a saliva sample using an at-home kit, you can use our interactive tools to shed new light on your distant ancestors, your close family and most of all, yourself.”

Thomas Pany behandelt in seinem Telepolis-Beitrag “Ausgelesen” die Studie “To Read or not to Read” (pdf) des National Endowment for the Arts, die zu dem Ergebnis kommt, dass Kinder und Heranwachsende in den USA immer weniger und immer schlechter lesen. Pany hinterfragt die Ergebnisse und zweifelt daran, dass die NEA-Verantwortlichen “selbst so genau hinhören und hinschauen und offen sind für andere Botschaften als die klassische des Lesenverlernens: Die Stapel in den Buchhandlungen sind nicht kleiner geworden. Und das Textangebot im Netz unendlich. Vielleicht lesen wir heute anders.”

Klaus Eck ist immer noch an dem Thema Werbung im Web 2.0 dran und zeigt sich optimistisch, dass sich die Reichweitenmetriken nach und nach ändern werden, so dass die eigentliche Stärke und Besonderheit der Social Networks, die lange Verweildauer, stärker zum Tragen kommt: “Im Verhältnis zu den Giganten wie Google und Yahoo verdienen Web 2.0 Seiten erst einen Bruchteil des Geldes. Das wird sich von selbst ändern, denn die Vermarktung läuft gerade erst an.” Auch Werkanon widmet sich dem Thema Werbung im Internet und prophezeit: “Wenn die Hersteller von Konsumgütern das Internet fest ins Herz schließen, dann wird es gefährlich für die Zeitungen, vor allem für regionale Blätter.”

Statistisch gesehen sterben die meisten Menschen im Bett. Ergo: lieber mal eine Nacht durchmachen, der Gesundheit wegen. Ein alter Einführungsvorlesungsgag. An welchen Orten man sich tatsächlich nicht aufhalten sollte, sieht man auf diesen geheimnisvollen “Death Maps” (siehe Bild), allerdings momentan nur für Half Life 2 und noch nicht fürs Real Life. (via Information Aesthetics)

Ab dem 26.11.2007 wird es Jeriko One nicht mehr geben.” Einer der lesenswertesten Blogger lässt das Bloggen sein. Das ist zwar ein Verlust, aber mir leuchtet nicht ganz ein, wieso man davon ausgehen sollte, dass Bloggen so eine Art “Lebenslänglich für Digerati” sein sollte. Ein Blog ist ein Projekt und wenn sogar Ehen oder Jobs keine Entscheidungen für die Ewigkeit mehr sind, warum sollte es das Führen eines Weblogs sein? Irgendwann ist das Tagebuch eben voll.

Und abschließend noch ein Lesetipp, der recht gut zu dem eben geschriebenen passt: Der von Markus Krajewski herausgegebene Sammelband “Projektemacher. Zur Produktion von Wissen in der Vorform des Scheiterns“. Grandios.



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