Daily Archive for November 14th, 2007

Kochblogs: Die neuen Stars der Blogosphäre?

Ungewohnt versöhnlich gibt sich Don Alphonso in seinem Beitrag über Gastronomieblogs:

Es gibt dort eine erstaunlich hohe Qualität der Beiträge und Bilder, und es ist weitaus vielschichtiger, als das Gebrutzel der TV-Köche oder die lieblosen Rezeptsammlungen des Internets. Weil es aussenrum oft noch eine Geschichte gibt, und hier mit Passion gekocht und geschrieben wird.

In diesem Punkt kann ich nur zustimmen; auch ich bin in den letzten Wochen immer wieder auf diese sehr interessante Gemeinschaft von “Genussbloggern” gestoßen und habe viele ebenso liebevoll wie kompetent geschriebene Texte gefunden. Und vor allem fehlt bei den meisten dieser Blogs die an anderer Stelle so aufdringliche Selbstreferentialität. Vielleicht weil es nicht so sehr kochende Blogger sind als vielmehr bloggende Köche? Oder weil die durch die teilweise sehr gelungenen Fotos angeregte limbische System für eine direkte Verbindung zwischen Online und Offline sorgt?

Wie auch immer, es funktioniert. Lustig ist, dass man auch so manche Bekanntheit aus dem Web 2.0-Diskurs auch als Foodblogger wiedertrifft, so etwas Thomas Knüwer (Indiskretion Ehrensache vs. Gotorio) oder Peter Turi (turi2 vs. Küchenruf) – gibt es noch mehr davon? Vielleicht ist die Gelegenheit gar nicht so schlecht, an dieser Stelle gleich auch noch auf das Blog “molekularkueche” hinzuweisen, für das ich seit einiger Zeit genussblogge.



Verwandte Artikel:
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  • Die 100-Meilen-Diät

    100mile.pngSehr spannend, gerade im Kontext der aktuellen Lohas-Welle und Konsumutopien [1], finde ich die Idee des Buches “The 100-Mile Diet: A Year of Local Eating” von Alisa Smith und J.B. Mackinnon, in dem ein kanadisches Paar das Experiment schildert, sich ein Jahr lang nur von Dingen zu ernähren, die maximal 100 Meilen von zu Hause produziert wurden. Scienceblogs-Autor David Ng ist jedenfalls begeistert und kommt zu dem Fazit

    Suffice to say, the book rocks!

    Und einen passenden Begriff dafür gibt es mittlerweile auch schon: “locavore” (Oxford word of the year):

    The “locavore” movement encourages consumers to buy from farmers’ markets or even to grow or pick their own food, arguing that fresh, local products are more nutritious and taste better. Locavores also shun supermarket offerings as an environmentally friendly measure, since shipping food over long distances often requires more fuel for transportation.

    Google hat, so erfährt man in den Kommentaren, so ein ähnliches Konzept mit dem firmeneigenen Café 150 bereits verwirklicht:

    Head Chef Nate Keller named the cafeteria “150″ because he is dedicated to sourcing ingredients for everything on the menu from within 150 miles of the Google campus. It is google’s way of supporting the ideas of sustainable, local, and organic that is so important to the Bay Area food culture. Chefs are encouraged to be creative with menus, which may have up to 100 different recipes a day.

    Wie sieht es in Deutschland mit solchen Initiativen aus?

    [1] Lesenswert dazu auch:



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