Daily Archive for November 13th, 2007

Massenwanderung ins Internet

Momentan geht es Schlag auf Schlag:

  • Letzte Woche kam eine Studie der EIAA (EIAA steht hier für European Interactive Advertising Association) zu dem Ergebnis, dass die Altersgruppe der 16- bis 24-Jährigen jede Woche im Durchschnitt 13,8 Stunden im Web verbringen und 13,5 Stunden vor dem Fernseher (siehe auch hier)
  • Gerade eben kam eine Meldung des auf Kinder spezialisierte Marktforschungsinstitut Iconkids & Youth (München) heraus, nach der Kinder zwischen 8 und 14 das Internet nicht als Begleitmedium verwenden, sondern als Primärmedium. Allerdings sind die ersten Worte der Kinder nach wie vor “Mama”, “Papa” und “Auto”, aber noch nicht “Browser” oder “Wikipedia”.
  • Dann hat sich auch noch der Coca Cola-Konzern dafür entschieden, auf das Internet als Leitmedium zu setzen: “Wir brauchen TV für die Reichweite. Für unsere Kernzielgruppe der 12- bis 19-Jährigen entwickelt sich allerdings zunehmend das Internet zum Werbeleitmedium” (siehe auch hier)
  • Außerdem ist Joschka Fischer jetzt auch unter die Blogger gegangen – und liefert mit seiner wöchentlichen Zeit-Kolumne ein anschauliches Beispiel für die Schwierigkeit, neue soziale Praktiken wie das Bloggen sauber zu definieren: “Angesichts zahlreicher Kommentare schon bei der Ankündigung seiner politischen Kolumne verwischen sich die Formate. Joschka Fischer wird außerdem auf ZEIT online Essays veröffentlichen und von Gero von Randow in Videogesprächen interviewt. Im Prinzip könnte es sich bei der ZEIT-Kolumne auch um ein Joschka Fischer-Blog handeln”, meint Klaus Eck. Wobei: etwas ähnliches macht er doch auch schon eine ganze Weile im Guardian (via).


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  • Folien zur Tagung “Uneindeutigkeit als Herausforderung”, Teil 2

    Gerade habe ich einen weiteren Foliensatz von unserer Tagung auf den Server geladen. Dieses Mal die Präsentation von Walter Radermacher und Jörg Enderer (beide Statistisches Bundesamt): “Zen und die Kunst eine Statistik zu erstellen” – ein sehr informativer Vortrag mit einem kräftigen Schuss Web 2.0:

    folien_radermacher_2007.png



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  • Posterpräsentation: Amtliche Statistik 2.0
  • Alle Staatsgewalt geht vom Leser aus

    “Alle Staatsgewalt geht vom Leser aus”, so könnte man den jüngsten Beitrag von Robert Basic auch übertiteln, in dem er die textbezogene “Nahrungskette” von den Politikern über Journalisten (“DJV? Deutscher Journalistenverband, kicher…”) über Blogger bis hin zu den Lesern skizziert. Sein Fazit:

    Also? Blogs sind eine großartigte Erfindung, geben sie doch dem Individuum eine Stimme, die lauter nachhallt als Stammtischgespräche. Ich finde virtuelle Stammtische exzellent und für eine Demokratie immens wichtig. Für sowas alleine sollten alle Journalisten Blogs die Füße küssen. Und Leuten wie John Barger ein Denkmal bauen. Er und viele andere hätten es wahrlich verdient.

    Ach ja, der Anlass? Eine verquaste These des DJV-Bundesvorsitzenden Michael Konken zur Qualität von Weblogs, die sich natürlich in der Blogosphäre einer großen Anschlussfähigkeit erwiesen hat (vgl. die vielen Reaktionen hier):

    Blogs sind meines Erachtens nur in ganz wenigen Ausnahmefällen journalistische Erzeugnisse. Sie sind eher der Tummelplatz für Menschen, die zu feige sind, ihre Meinung frei und unter ihrem Namen zu veröffentlichen.

    Aber was mich am meisten freut: Robert hat seinen Flow wieder gefunden.



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