OnlineStar: Hotelsoftware bei deutschen Usern beliebter als Facebook

Die beliebtesten Webseiten Deutschlands bekommen den OnlineStar, der so wichtig ist, dass er nicht nur auf den Bayerischen Ex-Ministerpräsidenten als Schirmherren verweisen kann, sondern sich auch in der Beschreibung mit zahlreichen wohlklingenden Formulierungen schmücken kann: “Europas größter Internet-User-Award”, “Web-Oscar”, “hohe Glaubwürdigkeit”, “Branchenereignis”, “richtungsweisend im Bereich der Qualitätsprüfung im Internet”, “so User-orientiert wie möglich”. Kurz: “Es geht um die Besten der Besten!” bzw. “Eine bessere Erfolgskontrolle gibt es nicht”.

Und wie lauten die Sieger in der Kategorie “Online Communities”? StudiVZ, ICQ, Yahoo, Lokalisten, MSN, StayFriends, Freenet, Xing, Knuddels und Myspace.de. Nun mag man sich wundern, was an Yahoo, Freenet oder MSN die Bezeichnung “Community” rechtfertigt (oder inwiefern T-Online ein Weblog ist). Aber geschenkt. Viel interessanter ist, dass bei dieser besten aller Erfolgskontrollen ein Hotelsoftwareanbieter auf den 10. Platz gerutscht ist, denn das ist es, was sich hinter myspace.de verbirgt.

Als großer Freund des deutschen Hotelgewerbes gratuliere ich zu diesem tollen Erfolg. Und den Ehrenpreis für den Internetversteher des Jahres dürfen sich der OnlineStar und die Süddeutsche Zeitung teilen. Einverstanden?



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  • 3 Responses to “OnlineStar: Hotelsoftware bei deutschen Usern beliebter als Facebook”


    1. 1 Steffen

      Diese Veranstaltung und deren Gewinnerlisten sind und waren eh schon immer gefaked.

      Aber dieser Lapsus hat die Qualität der wiederholten Neujahrsansprache von Helmut Kohl ;-)

      Sehr schöner Post!

    2. 2 Benedikt

      Ich muss gestehen, dass ich diese Veranstaltung vorher gar nicht gekannt habe. Vielleicht auch nur verdrängt. Aber die anderen Preisträger sind auch nicht ohne, wie Nico gezeigt hat.

    3. 3 Steffen

      Ach – die gibts schon ewig …

      Beim Publikumspreis gewinnt immer die Firma mit den meisten Mitarbeitern oder freunden (wohl Bildblog), da nicht so wahnsinnig viele mitmachen und manche Firmen die Mitarbeiter halt nachdrücklich um Abstimmung “bitten”.

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