Wenn man bei dem durch die Blogrollverlinkung entstandenen Netzwerk die Komplexität ein bisschen reduziert und nur die wichtigsten Verbindungen stehen lässt (diejenigen, die am meisten Dreiecke darstellen können), sieht die Blogkarte schon sehr viel übersichtlicher aus (Klick zum Vergrößern):
Jetzt kann man erkennen, welche Weblogs am häufigsten gemeinsam in den Blogrolls genannt werden (die fetten dunklen Linien) und die Weblogs, die weniger stark in diesen Kern der Blogosphäre integriert sind. So ist zum Beispiel “wirres.net” sehr eng mit “Irgendwas ist immer”, “Spreeblick“, “nerdcore” und “MC Winkel” verbunden, während etwa die Verbindung von “MC Winkel” und “Spreeblick” etwas weniger stark ist.
Die gelbe Färbung von “Irgendwas ist immer” weist auf ein antville-Blog hin und man sieht schnell, das über dieses Weblog die Verbindung zu den anderen antville-Blogs (“Daily Ivy“, “beyond the void“, “everything’s gone green” und “dichtheit und wahrung“) hergestellt wird. Etwas abseits liegen trotz ihrer starken Verbindung das “Bildblog” und “Basic Thinking“. Über “bloggold” und “argh!” geht es dann in den Osten in Richtung einiger weiterer antville-Blogs (“sofa“, “[bov]“, “(i think) he was a journalist“). Dieser Orient der Blogosphäre ist wiederum sehr gut vernetzt.
Deutlich wird die Struktur auch in der nebenstehenden Abbildung, die entsteht, wenn man nach sogenannten “Inseln” sucht, also besonders stark integrierten Bereichen der Blogospäre. Auf dieser Karte sieht man drei solcher Inseln: einmal das Zentrum der Blogosphäre mit den üblichen Blogs von “wirres.net” über “nerdcore”, “Irgendwas ist ja immer” bis zu “MC Winkel” und “Anke Gröner“. Dann gibt es eine kleine Insel der Apple-affinen Blogs, mit “Nasendackel” und “admartinator.de” in der Mitte sowie eine große Insel aus malorama, ronsens und Gesprächsfetzen.
Das alles ist natürlich noch mit Vorsicht zu genießen, aber ermöglicht schon einmal einen ersten Einblick in die Vernetzung der deutschsprachigen Blogosphäre.

Willkommen auf der Homepage von Benedikt Köhler (
[...] Siehe: Karte der deutschsprachigen Blogosphäre Karte der deutschsprachigen Blogosphäre II. [...]
[...] Geil finde ich aber jetzt, dass er das ganze Datengebilde visualisiert hat. This is the german Blogosphere (reduzierte Version). [...]
Berlins wichtigsten Blogger vergessen;)
So reizvoll die Grafik auch ist, so sehr stellt sich mir doch die Frage nach deren Aussagekraft und Relevanz. So gewinnt mein Blog seit Monaten langsam aber stetig neue Leser, steht aber noch kaum irgendwo auf einer Blogroll.
Viel entscheidender sind da aus meiner Sicht (eingehende) Links aus den aktuellen Postings anderer Blogs. Platt ausgedrückt: Um viel Trafic zu gewinnen, muss man im laufenden Blog-Zitier-Karussel gut dabei sein (und nicht unbedingt auf einer prominenten Blogroll stehen).
Wäre es in diesem Sinne möglich, eine ähnliche Grafik auf der Basis aktueller Artikel-Links zu erzeugen? Lassen sich diese Daten erheben?
Hmm, gar nicht mal so schlecht die Idee und auch die ergebnisse sind garnicht mal so falsch. Zumindest auf mich trifft es zu, dass ich eher in der BasicThinking-Ecke und deren Blogs rumeiere, statt bei Winkel, Wirre oder spreeblick.
[...] Erstellt von Benedikt von Metaroll und hier zu finden. Etwas reduzierter gibt`s das Ganze in diesem Beitrag. [...]
Sehr schöne Einblicke, danke! Meinen Einwand gegen Blogrolls kennst Du ja, Benedikt – sie werden längst nicht von allen Blogs geführt, und selbst wenn, nur selten gepflegt/aktualisiert (das geht auch in Richtung von Matthias’ Einwand). Aber sie spiegeln vermutlich ganz gut engere Netzwerke von Bloggern, die im “Rauschen” der aktuellen Links untergehen.
Genau diese Einwände gilt es einmal empirisch zu überprüfen
Ich denke, dass die Blogroll einfach etwas anderes über einen Blogger aussagt. In der Blogroll hat man auch die Blogs seiner Freunde, auf die man sonst nicht verlinkt, weil deren Blogs von ganz anderen Themen handeln.
Insofern hat Matthias natürlich Recht. Eine vergleichsweise Darstellung von Artikellinks (die Daten lassen sich über Googles Blogsearch oder Technorati ernten, der Vorteil von Google ist, dass man einen bestimmten Zeitraum einstellen kann und sich das Ergebnis als RSS-Feed holen kann) ist unumgänglich. Das werde ich einmal angehen, wenn ich etwas Zeit habe.
Letztlich haben wir es sogar mit vier Linktypen in der Blogosphäre zu tun: Blogrolllinks, Artikellinks, Kommentarlinks und Referrern. Vielleicht sogar fünf, wenn man die Koautorschaft hinzurechnet.
Noch ein Hinweis zu blogbasierten Netzwerken/empirischer Forschung: In den nächsten Wochen erscheint ein Sammelband von Stegbauer/Jäckel, für den ich einen Beitrag über das twoday-Netzwerk beigesteuert habe. Ich hab da Daten aus meiner WIB-Umfrage mit netzwerkanalytischen Kennzahlen für die twoday-Blogs kombiniert (ausgehend von Beitrags- und Kommentarlinks); leider habe ich keine schöne Visualisierung reinpacken können, aber ich konnte dafür Maßzahlen wie Zentralität mit Befunden zu den Praktiken der jeweiligen Blogs kombinieren. Interessanterweise werden die zentralen Weblogs dort tendenziell eher von Frauen als von Männern geführt; das finde ich einen ganz interessanten Kontrast zur “allgemeinen A-List” (bspw. aus den Blogcharts), die überwiegend von Männern geführt werden.
Ich schick Dir gleich mal den preprint; wenn andere Leute daran auch Interesse haben, bitte mir eine kurze E-Mail schicken.
[...] der Blogger zeigt. Es geht mit um ein, die Vernetzung der deutschen Blogs visuell aufzeigt. Ich habe zwar Ansätze gefunden, und vielleicht jemanden der Sie besitzt, eine genaue Karte jedoch nicht [...]