Bloggende Wissenschaft – eine Typologie

schreibtisch.pngFür einen Artikel zum Thema “Web 2.0 für Sozialwissenschaftler – Einsatzmöglichkeiten von Wikis, Weblogs und Social Bookmarking in Forschung und Lehre”, an dem ich hin und wieder weiterschreibe, habe ich eine Typologie von Blogs erstellt, die mit Wissenschaft zu tun haben. Ich bin, nachdem ich mir zahlreiche Blogs aus diesem Bereich angesehen habe, zu folgenden Typen gekommen:

  • PhD-Blog: Bloggende Begleitung einer Qualifizierungsarbeit, v.a. Doktorarbeit wegen der langen Bearbeitungszeit. Dazu gibt es auch ein Verzeichnis, auf der sich bereits 500 dieser Blogs eingetragen haben.
  • Projektblog: Stärker themenzentriert als das PhD-Blog, zum Teil auch mit mehreren Autoren. Laufzeit ist in der Regel begrenzt.
  • Institutsblog: Hier ist die Laufzeit länger als im Projektblog. Auch hier können wechselnde Autoren beteiligt sein. Beispiel: Bremer Sprachblog.
  • Seminarblog / Konferenzblog: Weblog als Begleitung zu einem Seminar oder einer Konferenz, bzw. zur Vor- und Nachbereitung. Kürzester Zeithorizont. Beispiel: “Das neue Netz 2007″-Blog
  • Wissenschaftlerblog: Ähnlich dem PhD-Blog, im Mittelpunkt steht jedoch nicht ausschließlich die eigene Forschungsarbeit, sondern alles, was einem in der akademischen Welt noch so begegnet. Hierzu würde ich das Bamblog, das Textdepot sowie dieses Blog hier zählen. Außerdem die von Robert Basic gesammelten bloggenden Professoren.
  • Wissenschaftsblog: Hier geht es um die Vermittlung von Wissenschaft (scientific literacy), in der Regel stärker journalistisch (und zudem unterhaltungs-) orientiert als die anderen Blogtypen. Der/die Blogger/in muss nicht Wissenschaftler sein. Beispiele: scienceblogs.com, wired science.

Soweit die (noch sehr rudimentäre) Typologie. Vielleicht hat der ein oder andere noch ein paar Beispiele?

(Abbildung “Friedrich Carl von Savigny am Schreibtisch sitzend” von Ludwig Emil Grimm, 1809, Historisches Museum Hanau, Quelle: http://www.zeno.org – Zenodot Verlagsgesellschaft mbH)



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  • 12 Responses to “Bloggende Wissenschaft – eine Typologie”


    1. 1 Jan Schmidt

      Hab ich grad gefunden, ist vielleicht für Deinen Artikel interessant: http://blog.marcokalz.de/index.php?title=das_personliche_foschungsportal_als_indi&more=1&c=1&tb=1&pb=1

    2. 2 Felix

      Ich habe für den Lehrstuhl Politische Wissenschaft und Zeitgeschichte der Uni Mannheim die Lehrstuhl-Homepage via WordPress aufgesetzt. Hierbei dient die Blog-Software jedoch nicht als Blog im eigentlichen Sinn, sondern als leicht editierbares CMS.

      Passt also nicht in die Kategorien, die du oben nennst (und soll es vielleicht gar nicht). Aber da es eine Verwendung von Blog-Software im wissenschaftlichen Bereich ist wollte ich es zumindest erwähnen.

      Aber vielleicht kann ich ja noch anregen, dass die interaktiven Funktionen der Blog-Software in Zukunft vielleicht zum Austausch mit Studenten genutzt werden können…

    3. 3 Benedikt

      @Jan: Danke für den Tipp. Den Artikel kannte ich noch nicht.

      @Felix: Wenn man Weblog technisch definiert (als Software) kommt man hier tatsächlich in Schwierigkeiten. Ich kenne auch einige Webseiten, die WordPress als CMS benutzen, aber ohne die “üblichen” Blog-Funktionen.

    4. 4 Thomas Pleil

      Zum Seminarblog noch zwei Aspekte: Einige Dozenten lassen jeden Teilnehmer einer Seminars ein eigenes Blog betreiben (z.B. http://socialmediaprclass.blogspot.com/), andere setzen dies als Gruppenblog auf. Und: In Ausnahmefällen können Blogs von Seminarteilnehmern auch länger laufen, wie z.B. die http://www.pr-fundsachen.de. Die sind mehr oder weniger eine Mischung aus Fach- und Seminarblog, jeweils von den Teilnehmern des Studienschwerpunkts PR geschrieben.

    5. 5 Dominik Schneider
    6. 6 Kerstin

      Eine Frage: Gibt es den Artikel “Web 2.0 für Sozialwissenschaftler – Einsatzmöglichkeiten von Wikis, Weblogs und Social Bookmarking in Forschung und Lehre” schon irgendwo zu lesen?

    7. 7 Benedikt

      @Kerstin: Ja, hier habe ich den aktuellen Stand einmal zur Diskussion gestellt: http://blog.metaroll.de/2008/01/15/scholarz-und-eine-einfuehrung-in-web-20-fuer-sozialwissenschaftler/

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