Social Networking nun auch in Deutschland Mainstream

Einigen Wirbel haben die deutschen Nutzerstatistiken von comScore ausgelöst. Von knapp 33 Millionen gemessenen Unique Visitors insgesamt entfielen knapp 15 Mio auf soziale Netzwerkanwendungen. Unter diesen liegt MySpace mit 3,7 Mio deutlich vor StudiVZ (3,1 Mio) und Jux.de (2,6 Mio). Auch europaweit liegt MySpace vorne und konnte überdies von 20,3 Mio im Juni 2007 auf einen Wert von 25,2 im Juli stark zulegen. Das ist aber nichts gegen das europaweite Wachstum von Facebook: hier ging es von 2,1 Mio im Juni auf unglaubliche 10,8 Mio Unique Visitors im Juli.

Für Robert Basic sind die Zahlen Anlass, das Thema Social Networks erst einmal ad acta zu legen, bis sich auf dem Sektor etwas wirklich neues tut:

Na ja, es ist nicht mehr ein Ding der frühen Nutzer (early adaptors), sondern offensichtlich im Massenmarkt angekommen (siehe crossing the chasm). War ein sehr langer und weiter Weg seit 2002 mit Friendster, der Mother of all Social Networks.

Im Anschluss fasst er noch einmal die Entwicklungen von Friendster über MySpace bis hin zu Facebook zusammen. Sein Fazit ist, dass jetzt erst einmal eine Vervielfältigung des Social Networking (sowohl in vertikaler als auch in horizontaler Dimension) stattfinden wird. Jeder Zielgruppe ihr eigenes Netzwerk. Außerdem gibt es mittlerweile die ersten Anbieter von (z.T. unter der GPL veröffentlichten) DIY-Kits, mit deren Hilfe man sich selbst ein eigenes Netzwerk aufsetzen kann, wenn man sich nicht die Mühe sparen will und eine gehostete Lösung ausprobieren will (“White Label Social Networks”). Tabellen, in denen die wichtigsten Anbieter auf diesem Gebiet miteinander verglichen werden, kann man sich hier und hier ansehen.

Über die Reichweite der Social Networking-Plattformen kann man sich also mittlerweile ein Bild machen. Was mich interessieren würde: Wie sehen denn die Nutzer der verschiedenen Communities aus? danah boyd hatte in ihrem umstrittenen Aufsatz “Viewing American class divisions through Facebook and MySpace” Klassenunterschiede zwischen MySpace- und Facebookbenutzern diagnostiziert. Lässt sich das Muster auch auf Deutschland übertragen? Gibt es Segmentierungs- oder Nivellierungsprozesse im Social Networkingbereich? Da es sich hierbei um Fragen handelt, die für die Platzierung zielgruppenspezifischer Werbung entscheidend ist, vermute ich, dass es nicht lange dauern wird, bis es auch hierzu Material geben wird.



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  • 1 Response to “Social Networking nun auch in Deutschland Mainstream”


    1. 1 Matthias

      Ein interessantes, aber auch schwieriges Thema. Denn wirklich eindeutige Zahlen gibt es kaum, geschweige denn belastbare, soziodemografische Auswertungen. Und ob wir da so bald gutes Material bekommen werden, sehe ich mit Skepsis: An den deutschen Unis wird noch zu viel am Web vorbeigeforscht.

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