Monthly Archive for August, 2007

Datenvisualisierung

Smashing Magazine stellt in einem Beitrag über 30 Varianten der Visualisierung von Daten dar. In allen Farben und Formen. Beeindruckend.



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  • Typen digitaler sozialer Netzwerke (Robert Peck)

    Einen interessanten Versuch der Klassifikation (digitaler) sozialer Netzwerke hat Robert Peck, Internetanalyst bei Bear Sterns unternommen. Er unterscheidet vier verschiedene Typen:

    1. Freizeitorientierte Seiten (“leasure-oriented sites”)
    2. Berufsorientierte Seiten (“professional networking sites”)
    3. Medienorientierte Seiten (“media sharing sites”)
    4. Begegnungsorientierte Seiten (“virtual meeting place sites”)

    Zu der ersten Form, den freizeit- oder unterhaltungsorientierten Seiten rechnet er zum Beispiel MySpace, Facebook, Orkut oder Friendster. Also alles Seiten, auf denen sich die Benutzer mit anderen in Kontakt setzen, um sich über bestimmte Bands, Hobbies etc. auszutauschen oder Spiele miteinander spielen (z.B. Roshambull auf Facebook). Die Berufsorientierten Seiten wie LinkedIn (oder Xing, wäre hier zu ergänzen) dienen vor allem Karrierezwecken, also dem Ziel der Vernetzung mit Personen, die für die eigene berufliche Tätigkeit relevant sind. Medienorientierte Netzwerke wie YouTube oder Flickr benutzt man, um Videos oder Bilder miteinander auszutauschen. Schließlich sind noch virtuelle Räume wie Second Life aufzuführen, in denen man sich, vermittelt über Avatare und simulierte Architekturen, in einem virtuellen dreidimensionalen Raum begegnen kann. Seiner Ansicht nach werden diese Netzwerke früher oder später die Rolle der klassischen Internetportale wie Yahoo! übernehmen, vor allem, weil sie mittels Widgets andere Informationen (Wetter, Musik, Horoskope etc.) integrieren können.

    Den kommenden Trend sieht er in der Ausweitung von digitalen sozialen Netzwerken auf mobile Clients, die es ermöglichen, dass der Benutzer praktisch ununterbrochen (auch unterwegs) in seinem Netzwerk präsent ist. Dabei spielen GPS-Geräte eine große Rolle, die durch die Positionsangabe dem Netzwerken eine neue “real world dimension” hinzufügen können. Allerdings verwendet nur ein geringer Teil der Mobiltelefonienutzer (17%) auch das mobile Internet.

    In Anschluss an die Präsentation, die Yahoo nahe legt, (digitale) soziale Netzwerke ernst zu nehmen (und zum Beispiel Facebook zu kaufen) wird zum Beispiel hier darüber diskutiert, inwiefern es sich bei diesen Netzwerken nicht um ein Phänomen handelt, das von Anfang an die Entwicklung des Internets begleitet hat (also vom Usenet über BBS, AOL, Geocities bis hin zu Friendster, Myspace, LinkedIn, Facebook und Twitter. Außerdem wird daran erinnert, dass Yahoo! 1999 mit der Übernahme von Geocities (für 3,5 Mrd. USD) schon einmal versucht hat, in das Social-Networkingbusiness einzusteigen. Andere bemerken, dass sich Yahoo! mit seinen eigenen Netzwerken (360°, del.icio.us, Yahoo Answers, Geocities, Flickr und dem Yahoo Messenger nicht hinter Facebook zu verstecken braucht, sondern versuchen sollte, diese Dienste einfacher zugänglicher zu machen und vor allem in eine einheitliche Oberfläche zu integrieren. (via)



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    Wer sich in Web2.0-Kreisen bewegt, ist sicher schon einmal auf den Begriff “microformat” gestoßen. Was verbirgt sich dahinter? Im wesentlichen geht es hier um einfache, offene Datenformate, die sowohl maschinen- als auch menschenlesbar sein wollen. Ein Beispiel dafür dürfte den WordPress-Benutzern allgegenwärtig sein (Klick zum Vergrößern):

    xfn.png

    Wenn man seiner Blogroll einen neuen Link hinzufügt, kann man dort angeben, in welcher Beziehung man zu dem Link steht: Handelt es sich um eine andere eigene Webadresse? Oder um einen Freund, Kontakt, Bekannten, den man bereits oder auch nicht “physisch” getroffen hat? Oder ist es ein Arbeitskollege, ein Nachbar, gar ein Familienmitglied? Oder gehört die Beziehung in das Reich der romantischen Liebe? Das Format, in dem diese “link relationship” dann gebracht wird, heißt XFN (XHTML Friends Network) und ist – richtig geraten – ein Mikroformat, das entwickelt wurde, um soziale Beziehungen zu klassifizieren. So könnte zum Beispiel der Link in einer Blogroll dann so aussehen:

    <a href="http://www.eigenarbeit.org/blog" rel="friend met">

    Das heißt nichts anderes als, dass der Poster dieses Links mit mir befreundet ist und wir uns auch schon außerhalb der virtuellen Realität begegnet sind. Neben dem erwähnten XFN gibt es aber noch zahlreiche andere Formate zur Beschreibung von Personen, Organisationen, Ereignissen, Meinungen, Rezensionen, Lizenzen, Kategorien, Tags oder Listen. Auch die Verbannung von Webcrawlern funktioniert per Mikroformat. Letztlich zielen diese Formate alle darauf, das Web zu semantifizieren, so dass letztlich die Berners-Lee’sche Vision Wirklichkeit wird, in der Computer sich mit anderen Computern austauschen können und sich zum Beispiel selbstständig im Netz umsehen nach Freunden des Benutzers, die in der Nähe wohnen und zu einem Videoabend eingeladen werden können. Aber der Anspruch der Mikroformate richtet sich auch auf die Menschenlesbarkeit. Nur: wer will denn im HTML-Quellcode herumwühlen, um herauszufinden, wie der Blogroll Link zum eigenen Blog auf einer anderen Seite klassifiziert wird.

    <a href="http://www.eigenarbeit.org/blog" rel="spammer idiot">

    (An alle mitlesenden Juristen: Wäre so etwas eigentlich eine abmahnungsfähige Beleidigung?) Außerdem können diese Mikroinformationen ja auch per JavaScript dynamisch in die Seite eingefügt werden, dann gibt’s im Quellcode erst mal gar nichts zu lesen. Abhilfe schafft ein Firefox-Plugin namens “Operator”, das jede geladene Seite nach Mikroformaten durchscannt und diese dann höchst menschenlesbar darstellt.

    Wenn ich mich zum Beispiel mit eingeschaltetem Operator auf Twitter oder last.fm bewege, dann sehe ich sofort, dass hier Informationen über meine Freunde/Kontakte auch im hCard-Mikroformat abrufbar sind.

    twitter.PNG

    Diese Informationen kann ich dann zum Beispiel direkt als Visitenkarte im vCard-Format abspeichern oder meinem Windowsadressbuch hinzufügen. Oder ich lasse mir diese Informationen gleich in meine Yahoo-Kontaktliste einspeisen. Wenn sich auf einer Seite Tags befinden, dann kann ich mir zu diesen Tags Bilder auf flickr anzeigen lassen, passende Bookmarks auf del.icio.us oder Blogs beziehungsweise Einträge auf technorati. Wenn etwas als Ort kodiert ist, kann ich gleich GoogleMaps starten lassen und den Ort suchen. Aber es kommt noch praktischer: Surfe ich auf last.fm, dann kann ich Konzerttermine, die dort angegeben sind, ganz leicht in meinen Google- oder Yahoo-Kalender importieren. Und das alles nur mit ein bis zwei Mausklicks. Und wenn mir die vorhandenen Mikroformate oder Skripte nicht reichen, kann ich eigene programmieren.



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