Aktuelles Lexikon: Blogger (2004)

Am 23. Juli 2004 war es dann endlich soweit: Die Süddeutsche Zeitung widmete dem “Blogger” einen eigenen Eintrag in ihrem “Aktuellen Lexikon”. Hier meine Forschungsnotiz dazu:

Petra Steinberger betont in ihrem Eintrag die Subjektivität des Bloggens, und stellt Blogger als “extrem meinungsfreudig, oft einseitig” dar, weswegen sie auch mit den “Pamphlet-Autoren des 18. und 19. Jahrhunderts” verglichen werden können. Auf diese Subjektivität verweist auch ihre Definition als “Tagebuch im Internet”, sowie die Einschränkung der Inhalte auf “persönliche Betrachtungen” und “Kommentare”. Kennzeichnend für die Blogwelt ist nach Steinberger auch die hohe Aktualität, denn Blogger erstellen ihre Eintragungen “täglich, manchmal stündlich”. Als dritten wichtigen Punkt wird die Möglichkeit der Diskussion mit den Lesern angeführt, die durch die Kommentarfunktion vieler Blogs ermöglicht wird. Außerdem können die einzelnen Einträge selbst wiederum mit anderen Informationsquellen (“Artikel, Zeitungen oder Blogs im Netz”) verlinkt werden, aber auch hier spielt die Subjektivität eine Rolle, denn verlinkt werden Beiträge, “die er [der Blogger, BK] für relevant hält”. Mit diesem kurzen Zitat ist auch schon ein weiterer Punkt angesprochen: die ausschließliche Verwendung der männlichen Form. Es geht allein um den Blogger, nicht um die Bloggerin. Gerade im Kontext des Irakkrieges wird die positive Funktion von Blogs (“Warblogs”) durchaus anerkannt, die zwischen den Fronten der (irakischen) Propaganda und klassischen journalistischen Berichterstattung liegt. Das Verhältnis der Medien zueinander wird als Konkurrenzbeziehung beschrieben, wobei die Blogs als “neue” Informations- und Meinungsquelle mit den etablierten Medien in Konkurrenz tritt.



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